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Seife 6

Dienstag, den 22. Dezember 1931

Nr. 299

Gerehvienfivett in Lübeck

Peinliche Zwischenfälle

Lübeck, 21. Dez. In der heutigen Sitzung des Prozesses kam es während des Gutachtens von Prof. Bruno Lange zu einem peinlichen Zwischen­fall. Prof. Lange betonte, daß es noch niemals ge­lungen sei, mit BGC. auch nur bei einem Meer­schweinchen fortschreitende Tuberkulose, und zwar pachologisch-antatomisch fixiert, nachzuweisen. Prof. Much ruft: „Das ist bewiesen!" Prof. Bruno Lange beruft sich auf das Zeugnis von Vrof. Schürmann (Berlin), der zu Much gewandt, lächelnd der Kopf schüttelt. Prof. Much ruft erregt, ob er ihn mit seinem Lachen beleidigen wolle, wenn er weiter lache bekäme er ein paar hinter die Ohren. Dann nannte er den Prof. Schürmann einen Lümmel und ge­brauchte noch andere grobe Schimpfworte. Unmittel­bar darauf sandte er Prof. Schürmann ein Ent­schuldigungsschreiben; die Beleidigungen seien in der Erregung gefallen, und er nehme sie zurück. Prof. Bruno Lange betonte in seinem Gutachten, wie schon erwähnt, daß hier für Lübeck nur eine Ver­wechslung mit dem Kieler Stamm in Frage kommen.

Professor Much, der sich sehr aggressiv gegen die angebliche Cliquenwirtschaft in der medizinischen Wissenschaft wandte, führte u. a. aus: Man sollte einmal hinter die Kulissen der medizinischen Wissen­schaft gucken, und man würde staunen über die Cliquen von Ehrgeiz, Unbegabcheit, Voreingenom­menheit und Bosheit. Was sie unter Wissenschaft ausgäben, sei meist Dogma, Lebensgewohnheit usw., nicht über das Durchschnittsmaß hinausgehend. In feinen etwa zweistündigen Ausführungen betonte er noch, daß die Arbeiten von Uhlenhut-Seiffert, welche die Spaltbarkeit der BCG. in virulenten und «virulenten Keimen nachweisen, so sorgfältig seien, daß ein Zweifel daran nicht möglich wäre. Sie be­stätigten auch seine eigenen Forschungsergebnisse. Wenn er mit dem Geheimrat Kolle dieselbe Platt­form einnehmen sollte, würde dies ihm zum minde­sten peinlich sein, denn die Frecheit und umfassende Ungebundenheit des Geistes über alles. Er erklärte dann, daß eine Verunreinigung ausgeschlossen, ein Rückschlag möglich sei. Er kommt in seinem Gut­achten zu einem Non liquet.

Geheimrat Uhlenhut spricht trotz der Möglich­keit des Virulentwerdens der BCG. doch im Lü­becker Fall mehr von der Verunreinigung mit Tu­berkelbazillen. Endlich erstattet noch Professor Poll (Jamburg) fein Schlußgutachten, in dem er die Stel­lung der Erbbiologie zu diesem Fall näher erörtert. Auch er beruft sich auf die Arbeiten von Uhlenhuth- Seisfert und erklärt: Die Erbbiologie ist in keiner Weise in der Lage, die Möglichkeit einer Verwech­selung oder Verunreinigung als Ursache des Lü­becker Unglücks auszuschließen. .

Die Verhandlungen dauerten heute bis in Die späten Wendstunden hinein.

geschlagen

Berlin, 21 Dez. Ein Offizier des Effennacher Halbbataillons des Reichswehr-Jnf.-Reg. 15 wurde, dem .Kokal-Anzeiger" zufolge, in der vergangenen Nacht bei seiner Rückkehr in die Kaserne auf der Straße von mehreren Zivilisten angepöbelt und niedergeschlagen Passanten fanden den Offiizer schwer verletzt auf der Straße liegend mn und brachten ihn in seine Wohnung. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur.

Stuttgart 21 Dez. Vom Wehrkreiskommando 5 wird mitgetsilt: In der vergangenen Nacht gegen 12.30 Uhr kam es vor der M.-G.-Kaserne in Cann­statt zu einer Schlägerei zwischen Soldaten und Zi­vilisten, in deren Verlauf der von dem einen der Beteiligten herbeigerufene Wachhabende der Ka­sernenwache von ferner Schußwaffe Gebrauch machte und einen Zivilisten durch einen Knieschuß verletzte. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

wittslsbachsv Suweleu in London versteigert

London, 21. Dez. Heute wurde auf Veranlassung des Wittelsbacher Königshauses hier eine Reihe von Juwelen versteigert, darunter der berühmte Wittels­bacher Blaue Diamant, der 35,32 Karat wiegt und M den schönsten der Welt gehört. Dieser Dia- mant kam in die Familie Wittelsbach durch die Heirat der Mario Amalie von Oesterreich, mit dem Erzherzog Karl Albert von Bayern, dem spateren Kaiser Karl VII. Sein Sohn Maximilian Josef I. ließ ihn in seiner gegenwärtigen Form aufmachen, nämlich als Gehänge inmitten weißer Brillanten. Das höchste Angebot für den Blauen Diamanten be­trug 5600 Pfund, also nach dem heutig Kurs rund 78 000 RM. Diese für einen so wertvollen und seltenen Stein überaus geringe Summe erreichte nicht den festgesetzten Mindestpreis, und der Dia­mant wurde' deshalb nicht zugeschlagen. Den höchsten Preis der Sammlung erzielte eine Tiara, die mit 59 Brillanten besetzt ist. Sie wurde für 7000 Pfund verkauft Der Gesamterlös der Der- steigerung betrug 20 000 Pfund. Schon s eit meh­reren Tagen hatten sich sehr viele Fachleute und Neugierige eingefunden, um sich die Wittelsbacher Juwelen' anzusehen.

Sechs Kinder in Flammen

Entsetzliches Drandunglück bei einer Weihnachtsfeier

Lohne (Kreis Osterburg), 21. Dez. Bei einer Weihnachtsfeier in Lohne, die der Stahlhelm in einer Gqstwirtschaft veranstaltete, ereignete sich ein entsetzliches Unglück. Sechs Knaben stellten auf der Bühne Schneemänner dar und waren zu diesem Zweck ganz mit Watte umhüllt. Einer der Knaben muß in der Pause einem brennenden Baum zu nahe ?ekommen sein und fing Feuer. Im Nu standen alle echs Knaben in hellen Flammen. Sie drängten zur Bühnentür. vermochten diese aber nicht zu öffnen. Erst als die Tür von außen durch Personen aus

14 Sahre Zuchthaus wegen TotMass

Die Nalbacher LotkÄSassa-fSre vor dem Schwurgericht

: Der 27iährige Former Emil Lorenz, der am Vormittag des 9. September auf der Landstraße zwischen Kalbach und Bonames den Feldschützen Hattemer erschoß, stand heute vor dem hiesigen Schwurgericht. Lorenz gab sich in der Verhandlung Mühe, möglichst läppisch und läppisch zu erscheinen. Er ist Simulant, die Technik seines Vorgehens ist wohl vorbereitet. Aus der Haft hat er einen Brief an das „hohe Gerüfcht" geschrieben, es sei festgestellt, daß er zwei Herzen habe, daß man ihn auf allen Universitäten zeigen und er 20 000 RM dafür er­halten werde. Der Psychiater Dr. Kohl hat den Angeklagten durchschaut. Er kennt ihn seit sechs Jahren und wenn dieser Sachverständige jetzt be­kundete, daß der Angeklagte gerne übertreibt und simuliert, so trifft das den Nagel auf den Kopf. Lorenz ist erheblich schwer belastet; der Vater war notorischer Trinker der Großvater starb in der Irrenanstalt Schon viermal war der erheblich vor­bestrafte Angeklagte in Heilanstalten und in zwei Gerichtsverhandlungen hat man chm seiner Zeit die Strafausschließungsgründe des Paragraphen 51 Str. G B. zugsbilligt. Dr. Kohl bezeichnet Lorenz als voll verantwortlich, aber vermindert zurech­nungsfähig, da der Angeklagte ein schwachsinniger Hysteriker ist, -er lügt und keine Reue zeigt. Es haf­tet ihm nur eine gewisse Gutmütigkeit an. Aus den Strafakten geht hervor, daß Lorenz fast bei allen einen Diebereien stets mit einer oder mehreren Waffen ausgerüstet war. Sein schwerstes Stück war wohl der in einer Novembernacht 1927 von ihm regangene Einbruch m die Kreisstelle des Wohl- ahrtsamtes in der Richard Wagnerstraße. Dort urnte er an einem Balkon empor. Hatte Stemmeisen, Meißel, Bohrer an einer Schnur über dem Rücken längen, die eine Hand war mit der Mütze umwickelt, >amit beim Eindrücken der Fensterscheibe keine Ab- »rücke blieben. Oben angelangt, suchte er den Kassen- chrank zu öffnen, was nicht gelang. Einige Finger- ibdrücks, die er unvorsichtigerweise hinterlassen hatte, führten zu seiner Festnahme. Damals bekam Lorenz zehn Monate Gefängnis. Diesmal stand mehr für ihn auf dem Spiel. In Begleitung seines Freundes Julius Wolf zog er bewaffnet und mit Säcken versehen aufs Land hinaus. Es war wenige Tage vor seinem Geburtstag. An dem Festtag sollte es Apfelkuchen geben und die Aepfel wollte man sich

VerKnev Vlumersirau erbt eine halbe Million

Line frohe weihnachlsbolschast — Das Glück des unehelichen Kindes einer Gräfin

Eine arme 58jährige Blumenfrau aus Berlin hat soeben eine frohe Weihnachtsboffchast und ein eiten schönes Geschenk aus Amerika bekommen. Vor einigen Tagen wurde sie —-— ^—^— ‘ Polizeipräsidium zu kommen. „ über sehr aufgeregt, denn sie dachte, daß man

irgendetwas von ihr wollte, obwohl sie sich nicht bewußt war, sich irgendwie vergangen zu haben. Die Beamten fragten sie ob sie Verwandte in Amerika habe. Die Blumenfrau antwortete, daß dies nicht der Fall ist, denn sie konnte sich nicht ent­sinnen, daß jemand aus ihrer Familie ausgewan­dert war. Doch bann erklärten die Polizeibeamten der völlig eingeschüchterten Frau, daß sie die un­eheliche Tochter einer kürzlich in Amerika erstor­benen Gräfin sei. Frau Koprowiak, die in Pofen geboren ist, war über die Erklärungen des Poli­zisten sehr erstaunt, denn sie hatte keine Ahnung davon, daß ihre Mutter eine Gräfin war. Sie wurde nämlich bei einer schlichten Handwerkersfrau erzogen und hatte nie daran gezweifelt, daß dies ihre leibliche Mutter sei. In Wirklichkeit wurde die jetzige glückliche Erbin seinerzeit in Pflege gegeben

dem Saal geöffnet wurde, konnten die Knaben aus ihrer schrecklichen Lage befreit werden. Sie hatten aber bereits schwere Brandwunden erlitten. Einer der Knaben ist inzwischen gestorben.

Vorübergehende Stillegung des Erzbergbaues der 3lfeoer Hütte

Hannover, 21. Dez. Die Ilseder Hütte hat ihre Erzgruben nach erfolgter Genehmigung durch den Regierungspräsidenten in Hild- sheim vorübergehend stillgelegt. Diese Maßnahme ergab sich daraus, daß die vorhandenen sehr erhebl.chen Erzvorräte infolge der augenblicklichen Wirtschaftskrisis nicht verarbei­tet werden können. Die zunächst für die Weiterver­arbeitung erforderlichen Erze werden aus den Vor­räten und durch Tagebau gewonnen. Aus ähnlichen Gründen ist auch das Kohlenbergwerk Minden, das der Ilseder Hütte gehört, vorübergehend stillgelegt worden. Die Zeche Friedrich der Große ist teilweise stillgelegt.

Drohbriefe an einen Pfarrer

24.

Karlsruhe, 21 Dez. De- Pfarrer der katholischen Gemeinde in Grötzingen erhielt in den letzten Tagen zwei Drohbriefe, in denen mitgeteilt wurde, daß am L' Dezember die neu erbaute Heiligkreuzkirche in die Luft gesprengt werden solle. Die behördlichen Ermittlungen sind im Gange. Das Pfarrhaus wird von Gendarmerie bewacht.

Gefängnisstrafen für Konkursverbrecher

München, 21. Dez In dem Prozeß gegen den Sägewerksbesitzer Martin Bertram-Klars

holen. Man kam dabei auch an Nußbäume, die

an

der Landstraße direkt hinter Kalbach nach Bonames zu stehen. Erst probiert man mit einer Stange die Nüsse vom Baum zu klopfen, dann klettert Wolf auf den Baum. Von Kalbach kommt mit seinem Kindchen der Feldschütz auf dem Rad gefahren. Wolf steigt vom Baum und ruft: Komm Emil". Er wird aber von dem Schütz am Rock festgehalten. Hattemer verlangt den Namen. „Wir haben keine Namen" wird gesagt Wolf soll zur Bürgermeisterei mit. Lorenz, ein Stück entfernt stehend, legt feinen Revolver an und ruft. „Hände hoch". Als sich der Schütz von Wolf jetzt abwendet und nach seiner Waffe greifen will, fällt auch schon der Schuß. „Du Idiot, wie kannst Du denn so etwas machen" schreit Wolf dem Angeklagten zu und sie eilen davon. Hattemer erlitt einen Lungenschuß und starb an Ver­blutung. Des Totschlags nach Paragraph 214 des Str.-G.-B. und des Waffenvergehens angeklagt, stützte Lorenz seine Verteidigung darauf, daß die Waffe wider seinen Willen losgegangen sei. Es habe sich um eine alte von ihm in der Battonstraße ge­

fundene und nachher reparierte Waffe geh er nach der Tat in der Nähe Ler alten Br>

andelt, die

!rücke in den

Main geworfen habe Vorsitzender: Warum haben Sie denn die Waffe nicht der Polizei abgegeben, als Sie sie gefunden hatten? Angeklagter: Ne, ne, das mach ich nicht. Vorsitzender: Lieber schießen Sie einen Menschen tot Als Lorenz von der Kriminal­polizei vernommen wurde, gab er zu, auf Hattemer geschossen zu haben, es fei in der Aufregung ge­schehen. Es besteht der Verdacht, daß der Angeklagte den Totschlag nicht mit einer älteren Waffe, die er schon längere Zeit im Besitz hatte, fonbern mit einem Revolver der aus dem Einbruch in der Neuen Main­zer Straße herrührte begangen hat. Ein Gutachten Dr. Popps bestärkt diese Vermutung. Interessant ist, daß Lorenz die Beteiligung an dem Einbruch^be- streitet, während der als Zeuge oorgeführte Wolf klipp und klar angibf. daß Lorenz dabei nicht ge« fehlt hat Staatsanwaltschaftsrat Dr. Albrecht bean­tragte vierzehn Jahre und sechs Monate Zuchchaus und Ehrverlust gegen den Angeklagten.

Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten wegen Totschlags nach Paragraph 214 Skr.^S.-B. und Waffenvergehens zu 14 Jahren zwei Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.

und die richtige Mutter dampfte nach Amerika wohl zur Rettung der gamiüenebre- ab.

In Amerika hat die Gräfin nun ihr Glück ge­macht. Sie meldete sich nie, weshalb die Kunde von der ErLichaft nun um so überraschender kam. Die Gräfin hatte sich 128 000 Dollar, also eine halbe Million Mark, erspart, die sie ihrer Tochter hinter­ließ. Zwar ist das Geld größtenteils fest angelegt, aber die Zinsen sollen der Erbin regelmäßig ausge» zahlt werden. Für die Blumenfrau, die sich bisher immer gequält hat und nur mühevoll durch das Leben gekommen ist, bedeutet die Kunde von der Erbschaft eine doppelte Freude. Einmal sann sie das Geld natürlich sehr gut gebrauchen, dann aber auch weiß sie, wer ihre Mutter gewesen ist.

Frau Koprowiak hat selbst vier erwachsene Kin­der und mehrere Enkelkinder. Durch die Weih- nachtserbschaft wird sie sich ein frohes Fest und einen zufriedenen Lebensabend bereiten können. Vorläufig hat sie noch kein Geld bekommen, aber die Tatsache, daß sie wirklich eine halbe Million ge­erbt hat, genügt ihr. Man sieht, daß das Schicksal launenhaft ist und zuweilen auch sehr gerecht fein kann.

und seine beiden Söhne Karl und Gottlieb wegen Konkursoerbrechens und anderer Vergehen wurde am Montag nachm. das Urteil verkündet. Es wurden verurteilt: Martin Bertram wegen Verbrechens des betrügerischen Bankeratts zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis, Karl Bertram wegen Beihilfe in Tateinheit mit Schuldnerbegünstigung zu zwei­einhalb Jahren Gefängnis und Gottlieb Bertram wegen Beihilfe und Schuldnerbegünstigung zu zwei Jahren Gefängnis. Die beiden Söhne wurden sofort verhaftet In der Begründung wird fest­gestellt, daß die Brüder rund 100 000 RM beiseite- geschofft und große Werte in der Schweiz besessen haben.

Französisches Militärflugzeug verunglückt

Paris, 21. Dez. Ein französisches Militärflug­zeug mußte auf der Höhe von Cherbourg infolge Motorstöruns ' '

Apparat vers ertranken.

ig auf das Meer niedergehen. Der sank in den Wellen. Die beiden Insassen

Elli Beinhorn in 3 aff eingekroffen

London. 21. Dez. EM Beinhorn, die am frühen Morgen ihren Flug wieder ausgenommen hatte, traf heute mittag in Jafk ein.

Entsetzliche Rache eines japanischen Dieners

Poughkeepsie (Staat Newyork), 21. Dez. Ein japanischer Diener drang in die Wohnung seines früheren Herrn, des Millionärs I. W. Schatz, der sich in Gesellschaft einer Dame oefand, und griff ihn tätlich an. Ein fürchterlicher Kampf entspann sich. Es gelang schließlich der Frau, telephonisch

HUfe zu rufen, sie wurde aber von dem Diener ge. tötet, der dann seinem sterbenden Herrn den Kopf Dom Rumpfe trennte Die Polizei verhaftete den Mörder und dessen Schwyzerin, die an dem Mord beteiligt sein soll.

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Lack Diamond, der „^önig dev Sckmugglev"

Al Lapone siegle über Diamond.

Jack Diamond Ler „König der Schmuggler", ist von dem Schicksal erreicht worden, gegen das er sich seit Jahren zu sichern versuchte, da er es voraussah. Jack Diamond war eben in einem Prozeß in Troy im Staate Newyork von Ler Anklage freigesprochen worLen, den Führer eines Schnapsauto gefoltert zu haben und hatte in Alany seinen Sieg bei einem Festgelage gefeiert, als er mitten im Kreise seiner Freunde erschossen wurde Der offene Krieg, der seit Jahren zwischen Al Capone und Diamond herrschte, hat mit dem Untergange des großen Schmuggler, känigs feinen vorläufigen Abschluß gefunden Dia» mond war neben Al Capone der größte Schmuggler Amerikas Die Banden Al Capones und Diamonds befehdeten sich seit Jahren mit einer Heftigkeit, die fast an Kriegführung erinnert. Jeder der beiden Schnapskönige hatte sein besonderes Gebiet, das nur von ihnen befahren und beliefert werden durfte. Trotzdem lauerten die Verbrecher einander auf und beschossen gegenseitig die Schmugglerautos. Al Capone selbst beteiligte sich persönlich an diesem Kriege nicht. Er lebt als Privatmann und genießt nur die Vorteile, die ihm der Alkoholschmuggel ein­bringt. Dagegen war DiamonL stets persönlich der Anführer seiner Banden. Er hatte sein Hauptquar­tier in den Catskillbergen. Es war gegen Angriffe wie eine Festung eingerichtet Diamond selbst fuhr meist in einem Panzerauto, von dem aus er die Schnapslastwagen seines Feindes beschießen ließ. Vor 2 Jahren wollte er Amerika den Rücken kehren. Die Morde hatten überhand genommen und Dia­mond war seines Lebens nicht mehr sicher, denn er hatte zu viel Feinde bereits ums Leben gebracht. Al Capone und andere Schmugglerfürsten schworen ihm Rache. Diamond floh. Er kam nich Deutschland, wo er sich in Sicherheit wähnte. Aber er wurde be­reits an der Grenze verhaftet und über Bremen wieder abgeschoben. Nun setzte Diamond alle Hebel in Bewegung, um nicht nach Amerika zurücktranr- portiert zu werden, denn er wußte, daß hier das Schicksal auf ihn lauerte. Er wollte in Frankreich oder England landen Aber nirgends gelang es ihm. Auch seine Einsprüche, die er mit Hilfe der Gerichte und der Diplomaten gegen seine Ausweisungen rich­tete, führten nicht zum Ziele. Wenige Tage nach seiner Ankunft in Newyork erreichte ihn schon die Rache seiner Feinde. Diamond wohnte mit feiner Gelieb­ten Marion Robert, einem berühmten Revuestar von Ziegfeld, im Monticello-Hotel. Eines Tages kamen drei Männer in sein Schlafzimmer und schossen ihn nieder. Im Bellevue-Hospital, wohin er gebracht wurde, wurde ein neues Attentat auf ihn ausgeübt, da die Kugel in dem Monticello-Hotel ihn nur schlecht getroffen hatte. Die Polizei sah sich darum genötigt, ihn unter ungeheurer Bedeckung aus eine Insel im Hudson zu bringen, wo sich ein einfaches Kranken­haus befindet. Die Insel wurde von Patrouillen­booten der Polizei ständig bewacht, da Dutzende von Motorbooten sich in der Nähe aufhielten, um das ermorden. Obwohl Diamond wußte- wèr die Kugels auf ihn abgefeuert hatte, gab er den Namen des v Verbrechers nicht an. Diamond war noch einÄM 8 dem Schicksal entgangen, das kurz vorher seinen f Freund Rotstein in Newyork getroffen hatte. Dieste bekannte Spieler und Schmuggler wurde bekanntlich in einem Newyorker Hotel erschossen Nach seiner Genesung richtete Diamond einen umfangreichen Schutzdienst ein. D.e Straßen, auf denen er fuhr, wurden von seinen Leuten bewacht, und jedes ver­dächtige Auto mürbe angehalten. Das Automobil Diamonds war eim Sonderkonstruktion. Es sah aus, wie ein gewöhnlicher Tourenwagen, war aber aufs schwerste gepanzert, und oft pa fierte es ihm» daß er trotz feines Schutzdienstes plötzlich aus dem Hinterhalt beschossen wurde. Aber in seinem Wagen konnte man ihm nichts anhaben. Diamond rächn sich für die vielen Angriffe dadurch, daß er den Al­kohol zu billigen Preisen auch in den Gebieten seiner Gegner verkaurfte, und ihren Betrieb so viel wir möglich behinderte Die Chauffeure der Lastwagen wurden entführt, der Alkohol geraubt und die Wagen verbrannt. Vor kurzer Zeit wurde ein Chauffeur von Diamond gefoltert, damit er die Geheimnihe Al Capones preisgebe. Aber der Chauffeur ertrug die Martern, ohne seinen Herrn zu verraten. Der Prozeß in Troy war die Folge dieser Marterung, aber da der Chauffeur die Aussage verweigerte, wie es alle Verbrecher an amerikanischen Gerichten tun, so konnte Diamond nicht bestraft werden. Du Rache hatte sich sein Feind selbst Vorbehalten, An demselben Tage, an dem das Gericht ibn freiließ, wurde das über ihn von den Schmuggle^ königen verhängte Todesurteil vollstreckt. An der Strafe, die etwa das Gericht über ihn hätte ver­hängen können, war feinen Feinden nichts gelegen. Sie wollten den verhaßten Nebenbuhler aus de Welt schaffen. Das konnte ihnen nur in einem telz immer gelingen, da sonst Diamond unangrell bar war. Es war ungefähr das 100. Attentat, da während der letzten 5 Jahre auf ihn wurde. Seine Wagen zeigten tausende von EM 'chüssen, die von Maschinengewehren herrührten- Aber selbst ein Trommelfeuer, das vor etmge Wochen ein mit Maschinengewehren besetztes Puu zerauto aus den schnellfahrenden Wagen Diamono eröffnete, konnte ihm nichts anhaben, und in mächtiger Wut mußten die Feinde sehen, wse oe große Schmugglerkönig ungefährdet in sein quartier fuhr. Nun ist nur noch Al Capone ubng- Er ist jetzt der Alleinherrscher auf dem Ge biete des Alkoholschmuggels und des Verbrechen- Die Freunde Diamonds werden aber wohl kaun ruhen, bevor sie ihn nicht zur Strecke gebraly haben.

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Enorm herabgesetzte Preise in Blumen!

Jäger-Goll, am Theater

Gattwinkel, Krämerstr. 8

Bitte Preise i m Schaufenster be

Dora Goll, am Friedhof

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