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Donnerstag, den 17. Dezember 1931
Nr. 295
vor dem Richter klagt jedes Kind das andere an und beschuldigt es des Mangels an Einsicht und gutem Willen. Inzwischen schreitet die Krise weiter fort.
In der letzten Zeit ist wieder einmal der Gedanke populär geworden, daß an die Bekämpfung der Weltkrise nicht mit wirtschaftlichen, sondern mit politischen Mitteln herangegangen werden soll. Zuerst politische Verständigung, dann wirtschaftliche. Es ist zu befürchten, daß nach dem nächsten Mißerfolg politischer Verhandlungen wieder das Wirtschaftliche in den Vordergrund gerückt werden wird. Man müßte sich endlich darüber im Klaren sein, daß es heute keine getrennte Betrachtung der Dinge mehr gibt, daß vielmehr das Politische und Wirtschaftliche eng miteinander verbunden ist. Dies betrifft auch das so aktuelle und der schnellsten Lösung harrende Problem wie das der endgültigen Reparationsregelung. Dieses Problem, das wohl nicht der einzige, aber doch einer der wichtigsten Krankheitsherde ist, wird unlösbar bleiben, solange die daran Interessierten kurzsichtig bald die eine, bald die andere Seite der vielgestaltigen Frage zu behandeln suchen. Die Zeit der kleinen Kompromisse auf dem Wege des geringsten Widerstandes sind endgültig vorbei. Diejenigen, die dies nicht einsehen wollen, sind des allgemeinen Vertrauens unwürdig. Je schneller sie von ihren Plätzen verschwinden, umso besser. Leider ist es so, daß gerade in den Ländern, deren Regierungen und Wirtschaftler die starrsinnigste Taktik betreiben, wie etwa Frankreich, die Oeffentlichkeit am wenigsten geneigt ist, reinen Tisch für erfolgreiche Bekämpfung der Weltkrise zu machen. Hat nicht das maßgebendste französische Blatt „Le Temps" noch am Vorabend des 13. Juli in
verantwortungslosester Weise die entsetzlich schwierige Lage Deutschlands bestritten und geschmacklos ironisiert? Bei dieser blindwütigen Einstellung, die heute noch in Bezug auf die wichtigsten
wirtschafspolitischen Fragen in wie im übrigen anderswo voran eine Rettung aus der Krise nicht Es ist die Pflicht jedes einzelnen
Frankreich Herriot, ist zu denken, wie aller.
leroenschaftslos über Ursachen und Wirkungen in wirtschaftlichen und politischen Dingen nachzudenken, ohne sich hilflos an die Schlagworte und Vorurteile jeglicher Art zu klammern. Erft dann, und nur dann wird ein
Umschwung möglich sein.
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(Fortsetzung von Seite 1)
suchen soll. Unserem Volke muß die Möglichkeit ge- währleistet^ein. unter erträglichen Bedingungen zu
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der fein; sie würde die Verhältnisse in den anderen Ländern verbessern und wesentlich die Gefahr vermindern, die durch Rot und Mangel an Hoffnung für Deutschland heraufbeschworen ist. Sie, Herr Präsident, als Vertreter des großen amerikanischen Volkes, haben die Möglichkeit in Händen, Schritte zu tun, durch die eine sofortige Aenderung in der
Lane für das deutsche Volk und für die Well herbeigeführt werden kann.
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Ein preußischer Runderlaß
. Wie der Amtliche Preußische Prssedienst mit- tellt, hat der preußische Minister des Innern in einem Runderlaß an alle Polizeibehörden zur Durchführung der Bestimmungen der Notverordnung vom 8. Dezember über den Schutz des innern Friedens u a. folgendes bestimmt:
Auiformverbol
Das Tragen von Abzeichen oder von einheitlicher Kleidung, welche die Zugehörigkeit zu einer politischen Bereinigung kennzeichnen, ist außerhalb der eigenen Wohnung für jedermann verboten. Die dadurch geschaffene Rechtslage unteridieibet sich wesentlich von der bisher geltenden Regeluna auf Grund der Verordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März. Das Verbot ist jetzt allgemein und von Reichs wegen selbst unmittelbar ausgesprochen, ohne daß es noch ergänzender landesrechtlicher Bestimmungen bedarf. Es richtet sich gegen jedermann und bèfteht sich sowohl auf Abzeichen aller Art, also auch auf die üblichen kleinen Anstecknadeln wie auch auf jede einheitliche Kleidung. wenn diese di« Zugehörigkeit zu einer politischen Vereinigung kennzeichnet Das Verbot gilt in nichtöffentlichen Veriammlunoen und in Dartei- oder Vereinsräumen ebenso wie an allm sonstigen Orten und Gelegenheiten Für das Tragen der R«ichs- und Landesfarben gilt das Verbot nur, wenn dadurch die Zugehörigkeit zu einer politischen Vereinigung gekennzeichnet werden soll.
Sicherung des Weihnachtsfrieden«
Für die Zeit vom Inkrafttreten der Verordung (10. Dezember) bis zum 3. Januar 1932 ein'chli«ß- stch.sind alle öffentlichen politischen Versammlungen sowie alle potitiMjen Versammlungen und Auszüge unter freiem Himmel verboten Ausnahmen sind nicht zulässig. Unter das Verbot fallen auch öffentliche politische Versammlungen in geschlossenen Räumen. Vereinsversammlungen sind als öffentliche Veranstaltungen anzusehen, wenn sie nicht ^nen in sich abgeschlossenen, bestimmt abgegrenften Kreis von innerlich unter sich verbundenen Per- fonen bi den, z. B. wenn der sofortige Beitritt zum Verein praktuch für jedermann möglich ist. Oeffent- ssche Versammlungen politischer Verbindungen oder «Bereinigungen fallen auch dann unter das'V-rbot, wenn sie nicht zu politischen Zwecken veranstaltet werden. Das Verbot der Verbreitung von Plakaten. Flugblättern und Flugschriften greift auch dann Platz, wenn diese Plakate usw. nach den sonstigen
Bestimmungen unbeanstandet hätten verbreitet «erden dürfen.
Eine anfechtbare franzSMche Darfteitung
Basel, 16. Dez. Der technische Unterausschuß des Beratenden Sonderausschusses hat seinen Bericht über die ihm zur Prüfung vorgelegten Fragen abgeschlossen. Ueber den Inhalt des Berichtes wird von französischer Seite verbreitet, daß nach den Feststellungen des Unterausschusses die deutsche Zahlungsbilanz ein Defizit von 1350 Millionen RM ausweise. Es sei weiter festgeslelll worden, daß, wenn auch das Aktivum der deutschen Handelsbilanz nicht mehr, wie in diesem Jahr, rund 3 Milliarden Reichsmark betrage, man doch annehmen könne, daß es nächstes Jahr annähernd 2 Milliarden betragen werde. Wenn man also die 1350 Millionen Reichsmark von den 2 Milliarden in Abzug bringe, so ergebe sich — so folgert man auf französischer Seite — ein Ueberschuß von 650 Millionen RM, was ungefähr der ungeschützten Tranche, wie sie im Poungplan vorgesehen sei, entspräche.
Die Kombinationen, die in der französischen Darstellung an die mitgeteiten Zahlen geknüpft werden, sind reichlich willkürlich. Zunächst hat, wie wir zu wissen glauben, im Ausschuß niemand fest«
Die seweMOaM. GpWenvsr- sveSuttgen zur Lwivevovdnuns
Berlin, 16. Dez. Die Spitzenvertretungen der sozialdemokratischen Partei, des ADGB., des Afa- Bundes, des ADBB. und des Reichsbanners nahmen heute hier in einer gemeinsamen Tagung zur neuen Notverordnung und zur Lage im allgemeinen Stellung. Der Vorsitzende des ADGB. Sei« part begrüßte die Anwesenden und setzte sich im einzelnen mit der Notverordnung, insbesondere mit den Lohnkürzungen, auseinander. Er betonte, es fei Aufgabe der gesamten Arbeiterbewegung mit dazu beizutragen, daß die angekündigte Senkung der Preise nachdrücklichst durchgeführt werde.
Illit den Reparationen müsse Schluß gemacht werden.
Denn was gut zu machen gewesen wäre, sei längst abgetragen worden. Er rufe erneut die Arbeiter der ganzen Welt dazu auf, der Herrschaft der Reparationen nicht länger den Nacken zu beugen.
Was die Notverordnung betreffe, so lege sie der arbeitenden Bevölkerung schwere Lasten auf. Es liege aber nicht im Interesse der Arbeiterschaft, einen Bürgerkrieg heraufzubeschwören. Vielmehr müsse sich die Arbeitetschaft den Glauben an die Zukunft und an die eigene Stärke bewahren. Darauf beschäftigte sich der Vorsitzende der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Dr. Breit- scheid mit den leitenden Ideen der Notverordnung und den Folgerungen, die sich für Partei und Wirtschaft aus ihr ergäben. Ihren Grund habe sie
an- säusgleichs. Erfordern
nationale handelspolitische Verständigung zu setzen.
Dr. Breitscheid wandte sich in diesem Zusammenhang gegen die deutsche Schutzzollpolitik. Das Kabinett Brüning bemühe sich zwar, die Lohnsenkungen durch Preissenkungen auszugleichen, was auch in einem Schreiben des Reichskanzlers an den Abgeordneten Wels zum Ausdruck komme, in dem es heiße, daß eine unerträgliche Schrumpfung der
Dev MiAvauettsanivas Segen Kievvev
Berlin, 16. Dez. Bei Beginn der Mittwochsitzung des Preußischen Landtages gab Präsident W11t m a a et bekannt, daß der Landeswahlleirer als Mandatsnachfolger des verstorbenen Abg. Leonhardt (Staatspartei) den Fleischerobermeister Winkler-Triebel (Uckermark) benannt habe, der, wie ursprünglich auch Leonhardt für die Wirt- schastspartei kandidierte und in deren Landtagsfraktion eintritt. Das Haus führte bann die Aussprache über den deutschnationalen Mißtrauensantrag gegen Finanzminister Klepper durch Abg. von Rohr (Dntl.) begründete den Mißtrauensantrag. Er erklärte, es sei allerdings ungewöhnlich, daß ein neuer Minist-r gleich mit einem Mißtrauensantrag empfangen werde. Der Redner beschäftigte sich mit der früheren Tätigkeit des jetzigen Finanzministers in der Domänen- und Preußen- kaffe und erklärt, die Landwirtschaft misse ein Lied davon zu fingen, was es heiße, der Fürsorge Kleppers überantwortet zu sein. (Lebhafte Zurufe bei den Sozialdemokraten).
Während feiner Ausführungen stellte Redner den Antrag, den bis dahin auf der Regierungsbank nicht erschienenen Minister Klepper durch Landtags- ebschluß herbeizuzitieren Mit den Stimmen der Oppositionsparteien und von Staatsparteilern wurde die Herbeizitierung beschlossen Die Sitzung wurde fast eine Stunde unterbrochen, bis dann Minister Klepper auf der Regierungsbank Platz nahm.
Abg. von Rohr erklärte dann, die Deutschnationalen würden es im Untersuchungsausschuß klarstellen, weshalb der Bund Deutscher Pachter oder der Domänenpächterverband nicht ihre gerechten Angriffe gegen Klepper vorbrächten, und kritisierte, daß Klepper sich auf einem Swinenmünder Genossenschaftstage bei einer Ehrung des Generalfeldmarschalls von Mackensen nicht miterhoben habe. Er schloß mit dem Zitat eines Treitschke-Wortes über das Schicksal einer morschen Staatsgewalt.
In der Aussprache wies Abg. Metzenthin (DPP.) darauf yin, daß die DVP. in schärfster Opposition zu der Regierung stehe. Schon diese Tatsache würde genügen, um die Einstellung seiner Fraktion auch zu dem neuernanntey Finanzmi-nister zu bestimmen. Seine Freunde seien aber auch über- zsugt, daß Dr. Klepper persönlich für die Stellung als preußischer Finanzminister nicht geeignet sei. Sie würden daher dem Mißtrauensantrag zustim- men.
Die Abstimmung über den Mißtrauensantrag und die mit ihm verbundenen Anträge soll am Freitag stattsinden.
gestellt, daß das Aktivum der deutschen Handelsbilanz vermutlich im nächsten Jahre annähernd
2 Milliarden RM betragen werde. Ein solcher Ausfuhrüberschuß als Dauererscheinung ist sehr unwahrscheinlich. Von neutraler Seite ist im Ausschuß mit Nachdruck darauf hingewiesen worden, daß die anderen Staaten gezwungen sind, sich gegen den forcierten Export zu wenden, und gerade in diesen Tagen sind die neuesten Zahlen bekannt geworden, aus denen deutlich heroorgeht, daß schon jetzt eine rückläufige Bewegung rm beutfefjen Export einsetzt. Daß Deutschland sehr wesentliche Rückzahlungsverpflichtungen aus dem Stillhalteabkommen hat, die nicht in den 1350 Millionen RM einbegriffen sind, wird auf französischer Seite offenbar vollkommen übersehen. Schließlich ist noch zu bedenken, daß gerade in dem Jahre, wo die Transfermöglichkeiten gegeben sind, die innere Aufbringung sehr großen Schwierigkeiten begegnet.
Kaufkraft der breiten Massen durch die neuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen von den verhängnisvollsten Folgen wäre und daß, wie auch in der Notverordnung ausgeführt sei, eine neue Lage entstehen würde, wenn die Wechselbeziehung zwischen Löhnen und Preisen wesentlich verändert würde. Die Maßnahmen des Kabinetts, fuhr Breitscheid fort, würden aber auf eine schematische Methode hinauslaufen. Demgegenüber sei die
Schaffung eines Kartell- und Monopölamles zu fordern. Weiter befaßte sich der Redner mit der Miet- und Zinsherabsetzung. Er forderte, daß zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung an Stelle der privaten Kapitalbildung in höherem Maße die Zwangskapitalbildung durch die öffentliche Hand gefördert werde. Wenn die SPD. gegen die alsbaldige Einberufung des Reichstages gestimmt habe, so sei dies auf die gegenwärtigen Verhältnisse zurückzuführen. In diesem Reichstage würde kaum Besseres für die Arbeiterklasse herausgeholt werden können. Die Haltung der SPD. sei dadurch veranlaßt, daß der Faschismus ferngehalten werden müsse.
Die zukünftige Haltung der SPD. würde davon abhängig fein, ob die Reichsregierung sich dem Faschismus entgegenstellen und ihre Versprechen halten würde.
Voraussetzung dazu sei die Verstärkung des Abwehrkampfes von artei und Gewerkschaft. Schließ
wurde sodann die Veröffentlichung einer Erklärung beschlossen, in der die Vertreter der Partei und der Verbände zum Ausdruck bringen, daß die Kampfmethoden gegen den Faschismus denen der faschistischen Gegner angepaßt werden sollen. Die Notverordnung sei ein Produkt der kapitalistischen Wirtschaftskrise und der Kräfteverteilung im Reichstage.
Keine Aniwovi auf den âevBvief
Berlin, 16. Dez. In Berliner politischen Kreisen mißt man der Erklärung, die Adolf Hitler heute im ,Bolk. Beobachter" veröffentlicht hat, keineswegs )ie sensationelle Bedeutung bei, die ihr in den Ankündigungen gegeben worden war. Das geht schon daraus hervor, daß die Reichsregierung nicht die Absicht hat, darauf zu antworten. Man hält es offenbar im Interesse der inneren Befriedung und vor allem auch aus außenpolitischen Gründen nicht für zweckmäßig, den Faden weiterzuspinnen. Diese Auffassung der der Reichsregierung nahestehenden politischen Kreise wird auch durch die Art gestärkt, in der der Hitler-Brief in Amerika publiziert worden ist. Die Hearst-Blätter versahen ihre Veröffentlichungen nämlich mit der Bemerkung, sie seien durch eine besondere Vereinbarung mit Hitler in die Lage versetzt, ihren Lesern diese „scharfe Verurteilung der Brüning-Regierung" 12 Stunden vor der Bekanntgabe in Deutschland dar- zubieten. In Kreisen der Reichsregierung ist man jedenfalls nicht gewillt, innerdeutsche Auseinandersetzungen weiter zu verfolgen, die unter Bevorzugung eines ausländischen Pressekonzerns geführt werden.
GGkedsivvuch füv die Bevlinev LNetallavbeiiev
Berlin, 16. Dez. Der Schlichter für Berlin und die Provinz Brandenburg Reichsminister a. D. Büffel hat den Parteien heute nachmittag feine Entscheidung über bte durch die Notverordnung bestimmte Lohnkürzung für die Arbeiter der Berliner Metallindustrie mitgeteilt. Der Schiedsspruch des Schlichters, der nach 0er Rotverordnung endgültig und bindend gegenüber allen Beteiligten ist, kürzt die Löhne um etwa 10 bis 15 Prozent. Ueber die Gehaltsfeukung für die Angestellten der Berliner Metallindustrie wird morgen nachmittag zwischen den Barfeien verhandelt.
Der Schiedsspruch tritt am 21. Januar 1932 in Kraft und hat Geltung bis 30. April 1932.
QVsaEaironsüttdevunsett im ReiehsbannevvovsSand
Magdeburg. 16. Dez. Wie von der Pressestelle des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold mitgeteilt wird, trat der Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold heute hier zusammen. Von Otto HSrsing lag ein Schreiben vor, in dem es heißt: „Dem Wunsche unserer Gauführer entsprechend und gemäß den Beschlüssen unserer letzten Bundesratstagung auf Einrichtung eines besonderen technisch
organisatorischen Führerkörpers habe ich den Kameraden H ö l t e r m a n n mit der Durchführung dieser Aufgabe beauftragt. In engstem Zusammenhang damit stehen Verhandlungen mit uns nahestehenden und befreundeten Parteien, Verbänden und Organisationen über die Verteilung der Aufgaben, die von der Front der demokratisch gesinnten Deutschen in den nächsten Wochen und Monaten um Deutschlands Zukunft willen gelöst werden müssen. Eine Aussprache zwischen Höltermann und mir über die Gesamtlage, die sich für die Führung des Bundes aus diesen Aufgaben ergibt, führte uns zu dem gemeinsamen Entschluß, dem Bundesvorstand vorzuschlagen, die Geschäftsführung des Bundes insgesamt dem Kameraden Höltermann als geschäftsführenden Dundesvorsitzenden zu übertragen. Ich werde als erster Bundesführer nach wie vor meine ganze Kraft in den Dienst des Bundes stellen: Diese innerorganisatorische Maßnahme bedeutet keine Aenderung in der Zielsetzung unseres Bundes."
Der Bundesvorstand beschloß einstimmig gemäß Hörsings Vorschlägen. Der Bundesrat des Reichsbanners ist zum 27. Dezember nach Berlin einberufen worden.
Dev KürEahvesvlan evMli?
Moskau, 17 Dez. Im großen Kreml-Palast eröffnete gestern Kalinin in Anwesenheit des diplomatischen Korps, zahlreicher Vertreter der inner- russischen Großbetriebe, der Sowjetwirtschaften und der In- und Auslandspreise die Session des All- russischen Hauptvollzugsausschusses Jnnerrußlands Kalinin erklärte in feiner Eröffnungsrede u. a.: Es besteht kein Zweifel mehr, daß der Fünfjahresplan als Ganzes in vier Jahren erfüllt, ja mehrfach sogar übererfüllt wird Jetst sehen alle, haß der Fünfjahresplan das Banner des Kampfes um den Sozialismus nicht nur für den Arbeiterstand, sondern sogar für die Bauernschaft wurde. Die Verwirklichung des Fünfjahresplanes bedeutet eine Befestigung der (Errungenschaften des Arbeiterstandes und der Bauernschaft. Die Durchführung dieses Planes ist lediglich die Grundlage für den weiteren sozialistischen Aufbau und für die Verbesserung der Lage der Werktätigen in Sowjetrußland durch Erschließung weiterer Produktionsquellen.
Schießerei zwischen Kommunisten und Ralionalsozialislen
Berlin, 17. Dez. Am Mittwochabend kam es im Osten der Stadt in der Nähe des Zentralviehhofes zu einer Schießerei zwischen Kommunisten und Na- tionalsoftalisten. Durch einen abirrenden Schuß wurde der Schaffner einer vorüberkommenden Straßenbahn an der rechten Brustseite verletzt Er erhielt im Krankenhaus die ersten Verbände. Von den an der Schießerei De- teiligten wurden 13 Kommunisten und 4 Nationalsozialisten festgenommen und der Abteilung la übergeben. Bei einem der Festoenommenen wurde eine Pistole gefunden. Desgleichen fand man eine Pistole auf der Straße und sieben Patronen, die wahrscheinlich weggeworfen waren Einer der einschreitenden Polizeibeamten gab zwei Schreckschüsse ab, durch die jedoch niemand verletzt wurde.
Letzte LeleavQMme.
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London, 17. Dez. Es verlautet, daß die bri- nsche Antwortnote, die die Erwiderung auf W französische Mitteilung über die deutschen Repac«- lionszahlungen ist, sich heute in den Händen der französischen Regierung befinden wird. Man hat Grund zur Annahme, daß die Rote die Gründe für das englische Ersuchen um Priorität für die privaten Schulden, die sogenannten kurzfristigen Kredite, barlegt Es wird ferner darauf hingewiesen. daß über die in der französischen Mitteilung aufgeworfenen Punkte keine endgültige Erklärung abgegeben werden kann, bevor der Baseler Ausschuß seinen Bericht über Deutschlands Zahlungsfähigkeit fertiggestellt hat. Angeblich sind zwischen den interessierten Regierungen Vorbesprechungen über Zeit und Ort des Zusammentritts der geplanten Repara- tionskonferenz im Gange. Es ist unwahrscheinlich, daß die Wahl auf London oder Paris fallen wird.
Die rk»««vsS-MUsNedev urtee NvmS gesetzt
London. 17. Dez. Der Korrespondent der „Times" in Washington schreibt über die De- ballen in beiden Häusern, wenn auch die Ratifizierung de« Hoover-Moratoriums durch den Kongreß feststehen dürfte, so sei wichtiger als dieser Akt selbst, daß dieses Ergebnis nur unter größtem Widerwillen der Beteiligten zustandekommen werde. Die Kongreßmitglieder sürchkelen, ihre Zustimmung werde sich bei den nächstjährigen Wahlen an ihnen rächen. Unter den Wählern herrsche tiefe Erbitterung, daß in einer Zeit der Depressionen und ver- qrößerlen Lasten ein Plan in Gang gesetzt werden solle, durch den dem Ausland die Zahlung amerikanischer Darlehen erlassen werde. Es werde niemand gewählt werden, der für Verlängexung des Moratoriums über ein Jahr hinaus stimme. Die öffentliche Meinung verlange eine Protest-Aktion gegen jeden Plan, der auf endgültige Schulden- Annullierung hinauslaufe. Loyaler Weife könne jedoch der Kongreß das Hoover-Moratorium nicht mehr verwerfen. Der „Times"-6orrefvondent meint, daß die Entschließung über die Ratifizierung bes Hoover-Morakorlums derart mit Vorbehalten betastet fein werde, daß jeder Kegierungsaftion der Weg versperrt bleibe. Es bestehe keine Aussicht, die Schulden-Prüfungs-Kommisiion wieder einzusetzen.
SuSvendiev««» des engt Lwiteubanvvogvamms?
London. 17. Dez. „Daily Herald" will wissen. daß die Regierung die Suspendierung des ganzen britischen Flottenbauprogramms mit Ausnahme der U-Boote erwäge. Die Frage fei von einem M- terausfchuh des Kabinetts geprüft worden. Die Suspendierung würde, wie das Blatt weiter meint, zeitweilig fein und von dem Ergebnis der Abrüstungskonferenz abhängen. Man hofft, daß die Bekanntgabe der Suspendierung eine moralische Wirkung auf die Konferenz haben werde. Es handelt sich um zwei Kreuzer von je 7000 Tonnen, einem 5000 Tonnenkreuzer. 8 Zerstörer, 4 Schaluppen und 2 Hilfskreuzer.