HanaueMzeiger
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De. 265
Donnerstag den
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is. Dezembev
1931
Giimson verteidigt das Coover-Lahr
»Deutschland stellt, wenn es seine Gesundheit wtedevevlanst, ein starkes Vollwerk gegen Unftcheeheit dav^ - Der Vries Hindenburgs an Hoover
KEI» Iw^-â^^*
* Die Reichsregierung hat die Durchführungsverordnung für die Mietsenkung erlassen die in der letzten Notverordnung vorgesehen mar.
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Die Hamburger Bürgerschaft hat gestern einen Antrag der Kommunisten, daß die Bürgerschaft den Senat ersuchen solle, bei der Reichsregierung für die sofortige Aufhebung aller Notverordnungen einzutreten, mit 77 gegen 46 Stimmen angenommen. Ein deutschnationaler Antrag betreffend Aufhebung des Uniformoerbots wurde bei zwei Stimmenthaltungen gleichfalls, und zwar mit 76 gegen 65 Stimmen, angenommen.
* Der Preußische Landtag erledigte die Aussprache über den deutschnationalen Mißtrauensantrag gegen Finanzminister Klepper, der am Freitag zur Abstimmung gestellt wird.
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Der Geschäftsführende Vorstand des Berufsvereins der höheren Kommunalbeamten Preußens hat, wie er besannt gibt, auf Grund der Begründung des Reichsgerichtsurteils vom 10. Juli 1931 über die Besoldungsrechte der Beamten eine Eingabe an das preußische Staatsministerium gerichtet, in welchem die sofortige Aufhebung derjenigen Teile der preu- ßischèn Sparverorünung verlangt wird durch welche
Trotz wiederholter Richtigstellung wird in weiten Kreisen immer wieder das Gerücht kolportiert, daß -er Reichskanzler sich für die Schließung von Universitäten, u. a. von G.etzen und Rostock, einsetze. Demgegenüber muß erneut und auf das allerentschiedenste festgestellt weren, daß diese Grüchte jeder Grundlage entbehren. Der Reichskanzler hat sich niemals in diesem oder ähnlichem Sinne betätigt oder ausgesprochen.
Ein Berliner Blatt meldet, daß der Völkerbundsrat beschlossen habe, als deutschen Vertreter im Sachverständigenausschuß den Gouverneur a. D. Dr. von Schnee in die Mandschurei zu entsenden. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, liegt ein solcher Beschluß noch nicht vor. Man kann aber wohl damit rechnen, daß Exzellenz von Schnee mit dieser Aufgabe betraut werden wird.
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Aus Santa Monica wird gemeldet: Pola Negri, die an einer Fleischvergiftung erkrankt war, mußte sich heute einer schleunigen Operation unterziehen. Die Operation ist gut verlaufen.
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Wie „Reuter" aus Washington meldet, wird es in amtlichen Kreisen als wahrscheinlich betrachtet, daß Amerika an einer allgemeinen Kriegsschulden- und Reparations-Konferenz nicht teilnehmen wird.
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Der Auswärtige Ausschuß des Senats beschloß die Vertagung der Beratungen über den Beitritt Amerikas zum Weltgerichtchof, bis die dringlichen sonstigen Probleme erledigt seien.
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Ein großes Erdbeben hat gestern _ abend in mehreren Staaten Nordamerikas stattgefunden. Die Erdstöße waren so heftig, daß tue Häuser besonders in Birmingham, Menthis und in Helena ins Wanken gerieten.
„Newyork Harald" beschäftigt sich mit der Geldnot der Stadt Philadelphia. Das Blatt berichtet, der Bürgermeister habe mitgeteilt, daß 2600 Beamte ihre Tätigkeit eingestellt hätten. Es sei unmöglich, ihre Gehälter auszuzahlen, da die Verhandlungen des Stadtrates mit den Banken über die Gewährung einer Anleihe von 3)4 Millionen Dollar gescheitert seien.
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. Die Nankinger Regierung teilte mit, daß Tschanghsueliang von dem Amt eines Vizegeneralissi- mus der chinesischen Armee, zu dem er von Dschiang Kai-schek ernannt worden war, zurückgetrcten sei. Die Regierung habe den Rücktritt genehmigt, habe aber sofort Tschanghsueliang mit der Aufrechterhal- tung des Friedens in Nordchina betraut und ihm bte Führung aller seiner Truppen weiter belassen.
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• Gestern wurde in Moskau im großen Kremlpalast die zweite Tagung des russischen Hauptvoll- Zugsausschusses eröffnet. Kalinin erklärte, daß Ler Fünfjahresplan als Ganzes bereits in vier Jahren «füllt sei.
•> Näheres siehe im voNtifchen leit
Gitte GeLtSeuns Gtèmßons
Washington, 16. Dez. Staatssekretär Skimson gab heute vor dem Finanzausschuß des Repräsentantenhauses, der über die Zustimmung zu dem von Hoover verkündeten Moratorium berät, eine längere Erklärung ab.
Er führte dabei aus, daß Präsident Hoover das Moratorium, obwohl es sich, soweit Amerika in Frage t athme, hauptsächlich auf die Schuldenzahlungen der früheren alliierten Regierungen beziehe, in erster Linie deswegen vorgeschlagen habe,
um den Wirkungen der Panik, von denen die deutschen Finanzen betroffen worden seien, zu steuern.
Denn diese Panik griffe auf das übrige Europa über und drohe auch Amerika in die Weltkrise zu verwickeln. Stimson skizzierte dann die Entwicklung Ler deutschen Wirtschaftserholung nach dem Kriege, die zum größten Teile auf geborgtem Gelde hätte aufgebaut werden müssen. Da Deutschlands Kredit schwach gewesen sei, sei die finanzielle Hilfe in großem Umfange in Form von kurzfristigen Krediten erfolgt, die beim Einsetzen der Depression im Jahre 1929 Deutschland in eine schwierige Lage gebracht hätte, besonders da es jährlich etwa 400 Millionen Dollars an Reparationen hätte zahlen müssen. Deutschland sei durch dieses Zusammentreffen aller dieser Faktoren der Mittelpunkt der
leidenschaft gezogen.
Andererseits zeige die Entwicklung Deutschlands, daß ihm, wenn es die Krise überwinde, eine gesunde und erfolgreiche Zukunft bevorstehe, und daran sei auch das Ausland interessiert; denn „bei feiner zentralen Lage in Europa stellt Deutschland, wenn es seine Gesundheit wiedererlangt, ein starkes Bollwerk gegen Unsicherheit und Kommunismus dar," während, wenn man Deutschland fallen ließe, die Katastrophe nicht auf Deutschland beschränkt bleiben, sondern sicherlich andere Rationen mit hineinziehen und die Finanzsyskeme aller wichtigeren Staaten, darunter auch Amerikas, stark berühren würde."
In seinen weiteren Darlegungen führte Stimson auf Befragen aus, das Moratorium sti unabwendbar und der einzig richtige Weg zur Wahrung Ler amerikanischen Interessen gewesen, denn wenn man Len Schuldner von sich aus die Zahlungen ein- stellen lasse, so seien Lie Aussichten, daß er je seine Zahlungen wieder beginne, äußerst gering. Eine Verlängerung Los Moratoriums fei nicht beabsichtigt, und der Vorschlag, die Kriegsschuldenkommis- sion wieder zu errichten, geschehe gerade, damit künftig im ordentlichen, in den Schuldenverträgen vorgesehenen Verfahren und unter sofortiger offizieller Beteiligung des in der Schuldenkommission vertretenen Bundeskongresses die Frage der Zahlungsfähigkeit der Schuldner geprüft werden könne. Die Errichtung der Kommistion stelle also keine Bindung dar, wie Hoover sie angesichts der schwe
AeiOstags-Gin-eruSung a-geöe-nt
âve wehvhett für Die NEW Brünings
Berlin, 16. Dez. Der Aellestenrat des Reichstages hat am Mittwoch vormittag die Anträge auf vorzeitige Einberufung des Reichstages von neuem abgelehnt. Für diese Anträge setzten sich nur die Nationalsozialisten, die Deutschnationalen, die Kommunisten und die Deutsche Volkspartei ein, also keine Mehrheit des Reichstages.
Außer dem Landvolk waren in der Nettesten-Reichstages nicht versprechen und ist deshalb gegen ratssitzung alle Fraktionen aertreten. Die Landvolk- lL "âlusung des Reichstages.
Partei hatte in einem Brief an den Präsidenten Löbe ihre ablehnende Haltung gegenüber den Anträgen schriftlich begründet. In dem Brief kommt zum Ausdruck, daß die Notverordnung eine Reche grundlegender Forderungen des deutschen Landvolkes erfülle oder doch der Erfüllung nähergebracht habe, und zwar nicht nur in landwirtschaftlichen Fragen, sondern auch bei dem durchgreifenden Abbau von Löhnen und Gehältern und dem l^bbau erhöhter Preise und Preisspannen. Die Landvolkpartei erwartet durch Verhandlungen weitere Verbesserungen für die Veredelungswirtschaft, kann sich aber eine solche durch Einberufung des
ren und plötzlichen Panik in Deutschland im Jun, habe übernehmen müssen. Als weitere Illustration der verzweifelten Lage Deutschlands gab Stimson anschließend an die Erklärung den englischen Text des Briefes von Hindenburg an Hoover vom 20. Juni bekannt.
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Die „Voss. Zig." veröffentlicht den Wortlaut des Hindenburg-Brlefes vom 20. Juni, der in der deutschen Rückübersetzung folgendermaßen lautet:
„Die große Rot des deutschen Volkes, die jetzt auf dem höchsten Punkt angelangt ist, zwingt mich dazu, mich an Sie zu wenden. Das deutsche Volt hat unendlich schwere Jahre mit dem Höhepunkt im letzten Winter hinter sich. Auch die Hoffnung, daß in diesem Frühjahr eine Besserung der Geschäfte und der Industrie entstehen werde, hat sich nicht verwirklicht. Ich habe daher mit den außerordentlichen Vollmachten, die mir die Reichsverfassung einräumt, Maßnahmen in Kraft gesetzt, die die Erfüllung der notwendigsten Ausgaben des Staates ■iimefibdlen .^ jur unsere Arbeitslosen aufrechterhalten soll. Diese Maßnah. men haben tief in alle wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen eingeschnitten. Sie verlangen schwerste Opfer von allen Teilen unserer Bevölkerung. Jede Möglichkeit, unsere Lage durch eigene Maßnahmen, ohne Hilfe von außen, zu verbessern, ist ausgenuht worden. Die wirtschaftliche Krise, an der die ganze Welt schwer leidet, trifft das deutsche Volk, das seiner Kraftreserven durch die Folgen des Krieges beraubt worden ist, mit besonderer Wucht. Wie die Entwicklung der letzten Tage zeigt, hat die Welt das Vertrauen verloren, das die deutchse Wirtschaft angesichts der Lasten, die sie zu tragen hat. imstande ist, zu arbeiten. Große Kredite, die das Ausland uns gegeben hatte, sind abgezogen worden. Allein in den letzten Tagen ist die Reichsbank gezwungen worden, ein Drittel ihrer Gold- und Devisenreserven an das Ausland abzugeben. Die unvermeidliche Folge dieser Vorgänge muß eine weitere Schrumpfung unseres wirtschaftlichen Lebens und ein weiteres Anwachsen der Arbeitslosenzahl sein, die schon mehr als ein Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung ausmacht. Die Tüchttgkeit und der Arbeitswille unseres Volkes rechtfertigen das Vertrauen, daß sich Deutschland diesen starken Eingriffen von außen gewachsen zeigen und seine privaten Verpflichtungen erfüllen wird, die auf uns lasten und nicht geändert werden können. Um Deutschlands Mut in seiner Lage und das Vertrauen der Welt in unseren guten Willen zu erhallen, braucht Deutschland dringend Hilfe. Die Hilfe muß sofort kommen, lyenn nicht ein Unglück uns und alle anderen Heim-
(Fortsetzung auf Seite 2)
Die Tatsache ist diesmal nicht zu bestreiten, daß die Regierung eine klare Mehrheit hinter sich hatte. Deutschnationale, Kommunisten, Nationalsozialisten und Deutsche Volkspartei, die für die Einberufung gestimmt haben, verfügen nur über 256 Stimmen, während zur Einberufung eine Mehrheit von 289 Stimmen erforderlich ist. Die Wirtschaftspartei hat ihre Stellungnahme befristet bis anfangs Januar, und man rechnet damit, daß der Aeltestenrat am 12. Januar noch einmal abstimmen wird, da mit weiteren Anträgen auf Einberufung des Reichstages noch vor dem 23. Februar zu rechnen ist Es wird wahrscheinlich von dem Erfolg der Regierung auf dem Gebiete der Preissenkung abhängen, ob sich dann noch die gleiche Mehrheit findet, die heute die Parlamentseinberufung ablehnte.
Verschärfung dev Weltkrise
Wer geglaubt hat, daß die Weltkrise ihren Tiefpunkt bereits erreicht hat, muß erneut —■ zum wievielten Mal! — enttäuscht sein. Die Krise hat in den letzten Tagen eine neue höchst bedenkliche Verschärfung erfahren. Von allen Seiten her kommen Hiobsbotschaften. Wo man nur hinblickt, überall wirtschaftlicher Verfall. Der deutsche Ausfuhrüberschuß ist um 130 Millionen RM zurückgegangen-, die Reichsbank meldet einen neuen Devisenverlust in Höhe von 30 Millionen RM; die deutschen Werte werden auf den Auslandsbörsen, vor allen Dingen in Amerika, mit neuer Wucht abgestoßen. Der österreichische Schilling kämpft schwer um seine Existenz. In England ist die Arbeitslosenzahl erneut gestiegen, der Pfundsturz hat keine fühlbare Produktionsbelebung mit sich gebracht, und die Passivität des englischen Handels nimmt einen katastrophalen Umfang an. In Frankreich zählt man nach den bescheidensten Berechungen 1,2 Millionen Arbeitslose und nicht weniger als 4,5 Millionen Kurzarbeiter. Von den Arbeitslosen wird nur der geringste Teil von dem Staat u.nb den Gemeinden unterstützt; die Bank von Frankreich, eben noch das stolzeste Geldinstitut des europäischen Kontinents, mußte mit 2^ Milliarden Francs, dis sie an der Pfundentwertung verloren hat, vom Staate aus gestützt werden, von demselben Staat, der bereits jetzt ein 101Milliarden-Defi- zit in feinem Haushalt zu verzeichnen hat. Die italienische Industrie liegt schwer darnieder. In Norwegen haben die beiden größten Banken ihre Zahlungen eingestellt. In Dänemark mußte die Börse geschlossen werden. Im Fernen Osten, in Japan, ist die Inflation in vollem Gange. Der Pen, seiner Golddeckung beraubt, fällt unaufhaltsam und verbreitet eine Panik bis nach Indien und Holländisch-Indien. Der Ostasiatische Markt, zu dem die größte Hälfte der Menschheit zählt, ist zerrütteter denn je. In den Vereinigten Staaten soll das Arbeitslosenheer die horrende Zahl von sage und schreibe 14 Millionen erreicht haben; die New- norfer Börse, heute die maßgebendste der Welt, liegt im Todeskampf, ihre besten Papiere haben kaum noch 40 Prozent des Nominalwertes, und der Dollar weist verdächtige Unsicherheit auf. — Dies nur eine kleine Auswahl aus einer trau- rigen Tatsachenreihe, die bis in das Unendliche fortgesetzt werden könnte.
Und die Abhilfe? Gewichtige Entschließungen werden angenommen, Schlagworte geprägt, Ausschüsse gebildet und Konferenzen zusammenberufen, innerhalb jedes Landes und im internationalen Maßstabe, ohne daß auch nur eine einzelne Maßnahme wirklich großen Stils in die Wege geleitet wäre. Die allermöglichsten Theorien wurden aufgestellt — sie haben alle versagt. Länder mit staatlich gebundener Wirtschaft, Länder mit freiem kapitalistischem System, Länder mit Sozialversiche- ruung, Länder ohne Sozialversicherung, Industrieländer, Agrarländer und solche, mit ausgeglichener Wirtickaftsgebarung, Länder mit zuviel Gold, mit zu wenig Gold und mit normalen Goldbeständen, Länder, die sich möglichst eng an die Weltwirtschaft anschließen wollen und solche, die ihre Rettung in der Selbsthilfe suchen. Länder mit eigenen Rohstoffquellen und ohne sie — alle kommen heran. Ist es wirklich lo, daß die Wirtschaftsfachleute außerstande sind, das Uebel bei der Wurzel zu packen und wirksame Maßnabmen vorzuschlagen? Soll das kommunistische Wort von dem „verfaulenden Kapitalismus" seine Bestätigungen finden? Der menschliche Verstand, der die Naturgewalten zu beherrschen weiß, müßte auch das Mirtschalts- chaos meistern können. Wie die kleinen Kinder beim Spiel oder die zankenden Parteien
Die heutige Stammes umfatzt 14 Seiten