15, Dezember
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Kv. 293 Dienstag den
Wanau «Stadt und Land
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1931
»Deutschland der Drehpunkt der europäischen O-Stttt
Dev amerikanische Abgeordnete Eolllns fordert den PvSKdente« Hoover ans Hindenbuvs m einem Besuch in Washington einzuladen
• Nach Kenntnisnahme des negativen Ergeb- nifles der Wirtschaftsverhandlungen mit Deutschland hat der Bundesrat beschlossen, den Handelsvertrag mit Deutschland am 18. Dezember 1931 zum L Februar 1932 zu kündigen.
Das preußische Staatsmmisterium beschäftigt sich zurzeit mit den Vorarbeiten für eine neue Notverordnung, die die Angleichung der bisher von Preußen erlassenen Bestimmung an die durch die Notverordnung des Reichspräsidenten geschaffenen Bestimmungen auf finanziellem Gebiet enthalten fall. Die Notverordnung soll noch vor Weihnachten veröffentlicht werden. Sie wird starke Einschränkungen im Justizetat durch 216 au einer ganzen
Jungen rm Justizetat durch Wau einer ganz, Reihe vom Amtsgerichten bringen. Außerdem fi— die Zusammenlegung einer größeren Reche von Kreisen in Aussicht genommen sein.
Der Bayrische Staatsgerichtshof befaßte sich am Montag neuerdings mit einer Klage der nationalsozialistischen Landtagsfraktion, in der die Rechtsungültigkeit des Landtagsbefchluffes vom 22. Oktober behauptet wurde, durch welchen 15 Landtags-
schlüsse des Landtags, diesèither gefaßt wurden, für ungültig zu erklären. Nach mehrstündiger Beratung wurde durch den Vorsitzenden des Staatsgerichtshofes folgendes Urteil verkündet: „Die Anträge der nationalsozialistischen Landtagsfraktion werden abgewiesen."
Rachdem mit den Vertretern der Länderregierungen am Donnerstag voriger Woche im Reichsarbeitsministerium die Verhandlungen über die Ausführungsbestimmungen zur Mietsenkung zu Ende geführt worden sind, hat man im Reichs- arbeitsministeomm diese Bestimmungen mit Beschleunigung im Entwurf fertiggestellt. Sie sind den Länderregierungen zur schleunigen Rückäußerung bereits mitgeteilt worden und bebürfem. noch der Genehmigung des Reichsarbeitsminisiers, und fo= thebung der Kündigungstermine be- iftimmun^ des Reichszustizministers.
weit ft treffen,
Wie die Oberpostdirektion Düsseldorf mitteilt, wird der Betrieb des neuen Großrundfunksenders Langenberg (Rheinland), sofern keine unerwarteten Schwierigkeiten auftreten, am 20. Dezember vorläufig probeweise ausgenommen, indem die Sonntagsdarbietungen ganz und die der Werktage von 15.30 Uhr ab auf den neuen Großsender geleitet werden.
Die Albatros-Flugzeugwerke teilen zu der Mel- ig eines Montagsblattes „Hitler kauft eine Luft-
dung eines Montagsblattes „Hitler kauft eine Luftflotte" mit, daß bei den Albatros-Werken keine Bestellungen von den Nationalsozialisten eingegangen sind. Zurzeit liegen bei Albatros Privataufträge überhaupt nicht vor, sondern lediglich Aufträge des Reichsverkehrsministeriums. Auch die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP, erklärt die Behauptungen des Berliner Blattes entbehre jeder Begründung. An die Beschaffung von eigenen Flugzeugen für die Partei könne schon deshalb nicht gedacht werden, weil der Partei die Mittel dazu fehlten. Die Partei besitze selbst auch kein einziges Flugzeug.
Heute früh gegen 9 Uhr wurden auf dem Bahn- Hof Nürnberg-Ost der Lokomotivführer Kaspar Winterstein und der Arbeiter Hans Aichenmuller von einem Personenzug überfahren und getötet.
Die französische Regierung hat der amevtkam- schen Regierung mitgeteilt, daß sie entsprechend dem Hoovermoratovium morgen die 19 n-u uuu Dollar nicht bezahlen wird, die gemäß der fran- Zöstsch-amerikanischen Schulden-Vere mbarun g an diesem Datum fällig seien.
Die französische Kammer hat den Gesetzentwurf über die Abdeckung der Sterling-Verluste der Bank ?°n Frankreich heute früh um 2.10 Uhr (frans. Zeit) mit 321:269 Stimmen angenommen.
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, Der Präsident der chinesischen Nanking-Republik, Dschiangkaischek, ist zurückgetreten. Auch M- nanzminister Sung, der Schwager Dfchiang- kaischeks, hat die Absicht, zu demissionieren. Es stl daher mit weitgehenden Aenderungen in der Jian- king-Regierung"und ebenso auch bei der logenann- Dynastie Sung zu rechnen.
*' Notiere- Ochr im Volltischen Teil.
wachsendeGinKcht SnAmeriSa
Washington, 14. Dez. 3m Repräsentantenhaus appellierte heute in längeren Ausführungen der Demokrat Collins von Mississippi an Präsident Hoover, der Einladung Macdonalds, Lavals und Grandis baldigst eine Einladung Hindenburgs folgen zu lassen, damit Deutschland in gleicher Weise seinen Standpunkt darlegen könne wie Frankreich. Deutschland sei an den von Hoover mit den obigen Staatsmännern erörterten Problemen mehr interessiert als irgend ein anderes Land. Sei doch Deutschland der Drehpunkt der europäischen Politik und Hindenburg das letzte starke Bollwerk gegen radikale Exzesse. Europas Stabilität sei zurzeit so fadenscheinig und schwach, daß es den Schreck eines faschistischen Staatsstreiches nicht aushalten könne. Eine Einladung an Hindenburg wäre der Auftakt zu besserem Verständnis der deutschen Rot und der Notwendigkeit amerikanischer Mitarbeit.
Vox ihm sprach der Republikaner Leck von Pennsylvanien, der einen warmen Appell an die demokratische Seite des Hauses richtete, in Fragen der auswärtigen Politik Parleidifferenzen zu vergessen und durch Unterstützung der Regierung eine einheitliche, konsequente, vernünftige amerikanische Außenpolitik zu gewährleisten. Genau wie Wilson es ablehnte, von D^utschlantz einen Cent
sollten die Demokraten jetzt großzügig sein und von den fremden Regierungen kein Geld eintreiben, solange diese zur Zahlung ihrer Schulden nicht fähig seien. Man möge über die „internationalen Bankiers" denken, was man wolle, aber erstens habe in
Die veehSttgnisvMen Tribute
«in holländisches Referat Wer die schädlichen Slus- wivknngen -ov Tribute
Basel. 14. Dez. Der Beratende Sonderausschuß der BIZ. Hat heute vielleicht den wichtigsten Tag seiner Verhandlungen erlebt. Er beschäftigte sich mit der weltwirtschaftlichen Bedeutung der Reparationsfrage und der wirtschaftlichen und finanziellen Lage Deutschlands in dem größern Rahmen der Weltwirtschaft. Der holländische Vertreter Lolijn hielt darüber einen längeren Vortrag und ging dabei sehr eingehend auf die Rückwirkungen der deutschen Reparationszahlungen auf den Welthandel, die Handelspolitik der einzelnen Staaten und das Wirtschaftsleben der verschiedenen Völker ein.
Ländern und damit des
Wie verlautet, hat das holländische Ausschußmitglied Collijn in seinem Bericht über die funktionsstörenden Wirkungen der politischen Zahlungen die Einwirkung der Reparationen auf die Weltwirtschaftskrise außerordentlich klar und eindrucksvoll geschildert.
Er betonte u. a., daß verschiedene Staaten in steigendem Maße durch die infolge der Reparationszahlungen notwendig gewordene Steigerung des deutschen Exports zu Abwehrmaß. nahmen gezwungen worden seien. Das ganze System habe zu einer empfindlichen Störung des Güteraustausches zwischen den n und damit des gesamten Well- irtschaftshandels geführt.
Collijn behandelte das Problem ebenso freimütig und objektiv wie seinerzeit im Wirtschaftsausschuß der Völkerbundsversammlung im September ds. Js., wo seine Ausführungen über dasselbe Thema ebenfalls sehr stark beachtet worden sind. Seine Darlegungen bewegten sich auf derselben Linie wie damals. Die Entwicklung der letzten Monate hat die Richtigkeit seiner damaligen Ausführungen und Warnungen hiermit bestätigt.
Die Diskussion, an der sämtliche Mitglieder des Ausschusses teilnahmen, bewegte sich auf sehr
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Groener über AbrüKung und Sicherheit
Berlin, 14. Dez. Reichswehrminister Dr. Groener gewährte einem Vertreter eines amerikanischen Korrespondenzbüros ein Interview, in dem er sich mit den Fragen der Abrüstung befaßte.
Auf die Frage, ob man den sogenannten Wehr- der Minister, die Behauptung von verbänden — Stahlhelm, Reichsbanner, S. A. tarischen Wert der Verbände sei eine Legende. — als versonsllen Faktor des deutschen pontentiel Der militärische Wert kann nur auf sorgfältiger de guerre einen militärischen Wert als militärischer Schulung und Wafsenubung beruhen Reserve der Reichswehr beimessen könne, erwiderte Beide Voraussetzungen fehlen bei den deutschen
verbänden
den Jahren nach der Inflation der deutsche Dirk- schafiskörper durch Zuführung von Kapital mit frischem Blut versehen werden müssen, und zweitens sei soviel Geld amerikanischer Bürger in Deutschlan- investiert, daß auch Amerikasich einer K a. taslrophe nähere, wenn es jetzt nicht Deutschland helfe. Als Beck geendet hatte, erheb'-? 9.$ geschlossen alle republikanischen Abge- orottete« uno klatschten Beifall. Von demokratischer Seite wurde erwioerk, der Präsident dürfe zwar Außenpolitik machen, aber bei internationalen Verträgen, die die Finanzen Amerikas berührten, dürfe sich der Kongreß das Recht der Witbeurteilung nicht rauben lassen.
beachtlicher Höhe. Das Problem wurde eingehend nach den verschiedensten Richtungen erörtert. Auch der französische Vertreter konnte sich den von Collijn vorgebrachten Argumenten nicht ganz entziehen. Er meinte lediglich, daß der Einfluß der politischen Zahlungen auf das Wirtschaftsleben nicht sehr beträchtlich sei, wie es von anderen Sachverständigen angenommen würde. Die Tatsache einer Funktionsstörung durch die Reparationen hat aber auch der französische Vertreter nicht mehr bestritten.
Morgen wird die Lage der Reichsbahn zur Sprache kommen. Von der Reichsbahngesellschaft ist Direktor Hamberger mit einigen Sachreferenten in Basel eingetroffen. Diese arbeiten heute ein Memorandum aus, das morgen dem Ausschuß vorgelegt werden wird. Nach Behandlung dieser Frage ist dann der Tatbestand über die deutsche Wirt- schafts- und Finanzlage ausgenommen und der Weg zu den Schlußfolgerungen frei. Am Dienstag nachmittag oder am Mittwoch dürfte die Frage der Ernennung eines Komitees von Berichterstattern akut werden. Ob es möglich fein wird, zu einheitlichen Schlußfolgerungen zu kommen, muß abgewartet werden.
Wehrverbänden, sind dagegen z. B. bei den polnischen Wchrverbänden vorhanden. Deutschland ' kennt keine militärische Jugendaur- b i l ü u n g wie die N a ch b a r st a a t e n. Die sportliche Betätigung der deutschen Wehrverbände hat mit militärischer Ausbrldung nichts zu tun, sonst mühte auch jeder Turnverein und jeder Ausflug der Schuljugend ins Gelände zum potentiel de guerre jedes betreffenden Landes zu rechnen sein. Den deutschen Wehrverbänden fehlt es außerdem an Waffen jeder Art. Die alten Kriegswaffen mußten vernichtet werden, neue dürfen nur für die Zwecke der Reichswehr von wenigen genau bestimmten Fabriken und nur für die Reichswehr angefertigt werden. Auch die Reichswehr selbst ver- nur über eine Garnitur von Waffen, so daß eine Bewaffnung der Verbände aus Reichswehrbeständen unmöglich ist. Ebenso unmöglich ist die Mobilisierung der privaten Organisationen M innerpolitischen Zwecken, um sie etwa als Reserve der Polizei und Wehrmacht einzusetzen. Mein rücksichtsloser Kampf gegen jede parteipolitische Beein- flussung der Reichswehr ergibt sich gerade daraus, daß jede Vermischung der Wehrmacht mit den parteipolitisch und weltanschaulich untereinander in scharfem Gegensatz stehenden Wehrverbänden auch die staatlichen Machtmittel innerlich schwächen und . zersetzen
Daher unterhält die Reichswehr keine Beziehung zu irgendeinem Wehrverband.
Auf die Frage nach dem militärischen Wert der deutschen Zivilflugzeuge und der französischen Forderung auf Schaffung einer Völkers bundsluftflotte erwiderte der Reichswehrminister u. a.: Der Präsident der französischen Lustfahrtkommission Oberst B r o c a r d, der im Kriege selbst ein bekannter Jagdstaffelführer war, hat vor einiger Zeit in der französischen Kammer über die Frage eines Umbaues von Handelsflugzeugen in Kriegsflugzeuge erklärt: „Aber vergessen Sie nicht, um dies zu tun, muß man die Geschwindigkeit des Flugzeuges vermindern, feinen Rumpf nach allen Seiten verändern, seine Steigfähigkeit vermindern und damit das ganze Flugzeug viel verletzbarer gestalten. Wenn ich die Ehre hätte, Piloten zu kommandieren, die gegen eine derartige umgewandelte Handelsluftflotte zu kämpfen hätte, so wäre dies eine prachtvolle Sache." Der Kampf eines so umgebauten Flugzeuges würde fein wie ein Kampf zwischen einem bewaffneten Handelsdampfer und einem modernen Kreuzer. Aber selbst, wenn ein solcher Umbau theoretisch möglich wäre, was bedeutet die geringe Anzahl derartiger umgebauter deutscher Flugzeuge gegen die französische Militärluftflotte, die nach den Worten des französischen Luftfahrtministers über 2800 Flugzeuge ohne Re- serverbestände umfaßt.
Die von Deutschland beantragte gänzliche Abschaffung der Wilitärluftsahrt und das Verbot des Bombenabwurfes aus Flugzeugen aller Art für alle Wächte wären die wirksamsten Wittel, um die Offensivkraft der neuzeitlichen Kriegswaffe zu brechen und die Bevölkerung vor den Gefahren des Luftkrieges zu schützen. Der die Kriegsgefahr mindern will, muß für die Abschaffung der wirksamsten Ossensivwaffe eintreken.
Aus den erwähnten Gründen kann die Schaffung einer Völkerbunds flotte wohl nicht in Frage kommen. Bezüglich der Aufstellung einer eigenen militärischen Exekutivmacht des Völkerbundes brauche ich nur auf die jetzigen Vorgänge in der Mandschurei hinzuweisen, um die Schwierigkeiten dieses Problems aufzuzeigen. Eine Exekutivmacht des Völkerbundes setzt Preisgabe eines Teiles der staatlichen Souveränität der Völkerbundsmitglieder voraus. Aber auch Briand hat in seinem Paneuropamemorandum als die Grundlage des Völkerbundes die Souveränität der Staaten und die Gleichheit ihrer Rechte genannt Eine Völkerbundsstreitmacht, die lediglich ein Vollzugs- organ der militärisch stärksten Staaten darstellt, würde dem Grundsatz der Gleich dere ch - tigung ins Gesicht schlagen und bie steinen Staaten wehrlos der Machtpolitik der hoch gerüsteten Staaten ausliefern.
Das Gebot der Stunde heißt Abrüstung und nicht Sabotage der Abrüstung durch Aufwerfen von Problemen, deren Lösung entweder un-
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