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Samstag, den 12. Dezember 1931
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Son bet âunft des Voebeverittttg
von Reinhold Vraun.
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gor gute Bedenken,
Der die Adventszell recht zu erleben weiß, der erkennt, je älter er wird, daß sie kaum wie eine andere für das stille Inwendige eine Lehr- und Lernzeit ist, so recht eine zum was uns zu einer heitertiefen Lebenskunst noch fehlt. Da kommen uns dann in der adoentlichen Echobenheit des Gemütes so allerlei Gedanken.
Adventszeit ist Vorbereitungszeit auf ein ganz Wunderbares. Ja, gehört die Kunst des Sich-recht- vovbereitens nicht überhaupt zum Reifwerden? Ist das bereitete Herz nicht der Werdegrund alles Glückes, aller schönen Lebendigkeit?
Ach, wieviele Vorbereitungen werden im Leben getroffen, die viel Zeit, Kraft und auch zuwellen ein gutes Stück Geld kosten; aber das Herz ist nicht dabei. Es wird so viel vorbereitet in der Welt; aber alles blecht im Zwecklichen, Dekorativen stecken, am Stofflichen, am Rahmen haften. Die Vorbereitungen werden oft allzu sehr an das Tägliche, Zeitliche, an Personen und Titel geknüpft. Sie tragen manchmal sogar im Privatleben einen
beinahe amtlichen Charakter, verlaufen im Geleis- hasten, Unoriginellen, Unfchöpferischen. Man bereitet zu dreiviertel mit dem Verstände vor. Man sst auf das Aeußere aus und nicht auf das Inwendige, nicht auf den Menschen als solchen.
Ach ja, man trifft allerlei Vorbereitungen und vergißt, daß in ihnen schon die Wurzel des kommenden Erlebnisses liegt, daß sie von diesem bereits ein Teil sind, daß eine heimliche Anziehungskraft in ihnen ruht, Licht und manches Gute heranzuziehen für das Kommende.
Man denke doch an die Vorbereitungen einer Mutter, wenn ihr Kind heimkommt aus der Welt! Oder daran, wie eine werdende Mutter, wenn sie eine von der echten und tiefen Art ist, was ihr ist, sich dem KiNdlein gleichsam entgegenbereitet! Wird solches Dun nicht schon zu einer Lebenshilfe für das noch im Dunkel ruhende Kindlein? Legt ein solches Weib nicht in alles, was sie sinnt und fühlt, ihr ganzes Herz, sonnt sie nicht über das 'kleinste Werk das Schönste ihrer Liebe? Wie gehen Mutterdenken und Mutterbedachtsamkeit Hand in Hand! Wie schwingt die Melodie der Treue durch oll und jedes, und die Vorfreude trägt einen Glanz, wie ihn die wilde Welt nimmer kennt.
Also ist's auch immer noch bei der allen Mutter, wenn ihr Kind heimkommen will. Da erlebt sie sich selbst in ihrer ganzen Menschentiefe, erlebt aber auch zugleich in der Vorfreude das Herz ihres Kindes, umhüllt es, wenn es noch fern ist, mit Liebe und Wärme und allerlei stillen Gebets- gedanksn. Ein Zauber ist's um ein solches Schwingen von Seele zu Seele. Nicht gilt ihre Muttertat einer Person, und kehrte selbst ein Titel- und Würdenträger heim, sondern ihrem Kinde, seinem Herzen, dem Menschen, den sie geboren.
Diese lieben, uns allen so vertrauten Bilder wollen wir doch in ihrer Gleichniskraft unter das Adventslicht stellen, wenn wir unser Herz bereit machen für das Kind der Höhe, für das Mysterium der Weihnacht, wollen doch endlich davon ab kommen, die äußeren Vorbereitungen auf das Fest als . die wichtigsten zu nehmen, die gerade unseren
Iferer Seele, zu leben und Glanz des Inwendigen in allem stillen Denken und Fühlen, wie es uns von selber zuströmt, wenn wir nur den Willen zur , wahren Adventlichkeit haben.
Das bereitete und bereite Herz sei das Ziel! K Solches Sich-vorbereiten höherer Ordnung kommt ■ unserer Kraft zu gute, das Leben zu meistern und M in allem Leid dennoch im Tiefsten in der Freude ' zu bleiben! Wir bereiten uns schließlich ja bei allem zu uns selber hin und unserer Liebe und einem Glauben, der durch alles Dunkel sich sein Stern-Licht rettet.
Das bereitete und bereite Herz! Irgendwann und irgendwo wird ihm doch der Sieg werden. Walt's Gott, auch in deinem Leben!
^mtmttt häufet« die eine Vergangenheit haben
HSuserr der Altstadt
Auf der Suche nach interessanten Häusern in Hanau braucht man nicht weit zu gehen, sie liegen alle dicht beisammen. Hat man sich auf dem Paradeplatz umgesehen (vergl. den Artikel in Nr. 268 des „Han. Anz."), dann braucht man bloß einen kleinen Altstadtbummel zu machen und man wird
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eine Reihe interessanter Häuser finden, die uns allerlei erzählen können. Heute sei nur von 3 Häusern die Rede. Zuerst von der alten Münze, wer kennt sie nicht, dieses alte Gebäude gegenüber der Gewerbeschule. Auf Holzfäulen ruht der Erker über dem Eingang und eine Tafel kündet auch gleich die ganze Geschichte des Hauses. Die Inschrift besagt, daß das Haus im 17. Jahrh. Gräfl. Hanauisches Münzhaus und im 18. Jahrh. Luth. Waisenhaus war, Heute sieht das Haus arg mitgenommen aus und es wäre wirklich würdig, einmal wieder von liebevoller Hand restauriert zu werden. Das alte dürfte nicht verschwinden, aber man sollte es vor dem Verfall schützen.
Das zweite Haus, das einem aufstößt, steht in der Steingasse. Es ist nicht so bekannt wie die Münze und doch kann man es zu den schönsten Häusern von Hanau rechnen. Es ist das Anwesen, das einst dem Freiherrn von Edelsheim gehörte. Ein großer schöner Hof führt zu dem Hauptgebäude. Die Edelsheims waren eine angesehene Hanauer Familie. Der Vater war Gräflich Hanauer Rat, er wurde 1673 geadelt und starb 1723. Sein Sohn war Regierungs- und Kammerpräsident. Er starb schon 1722. Die Gruft der Edelsheims ist noch heute in der Johanneskirche vor dem ehemaligen Fürstenstuhl. Ein Epitaph wurde von den Edelsheims gestiftet, es findet sich ebenfalls in der
Iohanneskirche, und zwar vor dem Altar linker Hand. Das Haus atmet noch ganz die Vornehmheit alter Hanauer Geschlechter. Stilvoll das dunkel gehaltene Treppenhaus, die Zimmer von edlen Proportionen und die Schlösser der Türen sind kunstvolle Schmiedearbeit, die zwar für heutige
Bedürfnisse nicht recht praktisch sind, aber den Kunstfreund doch begeistern. Die Gewölbe, in denen wohl das Geld feuersicher aufbewahrt wurde, sind erwähnenswert. Das Haus ist aber vor allem deshalb interessant, weil es am reinsten den damals betriebenen Hanauer Hof zeigt. Diese Art Höfe findet man so rein nur in diesem Haus erhalten. Wohl sind in der Schloßgasse noch zwei solcher Höfe, aber in den einen wurde ein Geschäft (Metzgerrneister Schmidt) hineinHebaut, und der diesem Haus gegenüberliegende Hof ist auch nicht mehr ganz im alten Stil erhalten.
Wir kommen nun an der Johanneskirche vorbei zu einem Gebäude, das, so lange es steht, nur schulischen Zwecken gedient hat. Das Haus fällt durch fein schönes Fachwerk auf, dieses Fachwerk wurde erst vor wenigen Jahren freigelegt, und damit das Haus in seinen ursprünglich besonders schönen Zustand gebracht. Zuerst war in dem Gebäude das alte lutherische Gymnasium untergebracht, später die Realschule und dann die Volksschule. Später wurde eine Hilfsschule daraus und heute dienen die Schulräume der gewerblichen Fortbildungsschule zu Unterrichtszwecken.
So, heute ist unser kleiner Altstadtbummel beendet. Das nächste Mal werden wir uns noch ein paar andere Häuser der Altstadt ansehen. Rü.
Aufruf r
Hanauer Mitbürger! Wie alljährlich sicht auf dem Weihnachtsmarkt der Opferstock im Tannengrün vorm Gebrüder-Grimm-Dentmal. Er trägt die Inschrift „Freude den Kindern! Dank den Alten!" Werft beim Vorübergehen ein Scherflein ein! Es kommt dem Winterhilfswerk zugute!
Am Sonntag, den 13. Dezember, findet wiederum eine Straßensammlung fürs WrnterhilfswerS statt. In kalter Winterzeit werden die Spender mit Heckenröslein beschenkt. Auf dem Weihnachtsmarkt gibt der Christliche Verein junger Männer Sonntag nachmittag von 4—5 Uhr ein geistliches Konzert. Wenn die alten lieben Weihnachtslieder euer Ohr erreichen, gedenkt der Armen und Bedürf- tigen!
Geldspenden können auch beim Girokonto Nr. 2380 des Wintechilfswerks (Stad tfparka sie Hanau) eingezahlt werden.
Verband der Hanauer Wahlfahrtsorgantsatioaen.
• Daten für 13. und 14. Dez. 1769: Der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig gest. 1797: Der Dichter Heinrich Heine in Düsseldorf geb. 1816: Der Ingenieur Werner v. Siemens in Lenthe bei Hannover geb. 1863: Der Dichter Friedrich Hebbel in Wien gest. — 14. Dezember: 1546: Der Astronom Tyche Brahe in Knudstrup ge. 1799: George Washington in Mount Vernon gest. 1849: Der Komponist Konradin Kreuzer in Riga gest. 1911: Roald Amundsen erreicht den Südpol.
* Todesfall. Auf seinem Ruhesitz Schloß Monrepos verstarb im Alter von 79 Jahren der frühere Landrat des Rheingaukreises, Herr Geh. Regierungsrat Alfted Wagner, ein Hanauer von Geburt.
♦ Religiös-kirchliche Vorträge. In her Reihe der religiös-kirchlichen Vorträge findet am Montag, den 14. Dezember der 4. Vortrag statt, der von Pfarrer M u n ck über das Thema „ Weltkrifis " gehalten wird. Der Vortrag findet in der Aula der Hohen Landesschule statt und beginnt um 8 Uhr.
* Gemeinnütziger Hausfrauenverein Hanau. Den Abschluß der Veranstaltungen am 7. Dezember bildete ein Hausfrauenmittag mit Modenschau und Ausstellung. Den Besuchern wurde durch die Gratis- verteilung der Geschenke eine große Freude bereitet. Herr Hartmanschen vom Stadttheater mit seinen gesanglichen Darbietungen, deren Qualität allgemein anerkannt wurde, einen vollen Erfolg.
* Kanarienzuchi-Erfolge. Bei der allgemeinen ' Kanarienzucht-Ausstellung am 5. und 6. Dezember errangen die Züchter vom Verein Kanaria 1895 folgende Preise: Ludwig Diegel 285 Punkte, Michael Wolfstädter 273 Punkte, Peter Simon 291—273 Punkte, Jean Rauch 297 Punkte. Einige Züchter erhielten die goldene und silberne Medaille, sowie wertvolle Ehrenpreise. Sämtliche preisgekrönte Kollektionen stammen von dem Züchter Jean Rauch, Hanau a. M.
* Die deutsche Angestellten-Srankenkasse kündigt eine dritte Beitragssenkung seit etwa Jahresfrist an. Es treten neue Ermäßigungen bis zu 1.30 RM monatlich je nach Versicherungsklasse ein. Die Gesamtentlastung der Mitglieder seit dem Erscheinen der Notverordnungen überschreitet damit 5 Millionen RM jährlich Die bisherigen Leistungen bleiben unverändert aufrechterhalten.
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von Earl Otto Windecker
Copyright 1930 by C. O Windecker
'82. Fortsetzung.' (Nachdruck verboten.)
„Richard," vergebens suchte Gaston seine Erregung zu verbergen. „Haben Sie hier meinen Schrank aufgeräumt?"
„Sehr wohl, Herr."
„Auch diese Fächer?"
„Nein, Monsieur. Monsieur pflegen sie doch verschlossen zu halten."
„Ja, ich weiß. Existiert ein zweiter Schlüssel?"
Gaston merkte an dem erstaunten Gesicht des Dieners, daß diese Frage falsch gewesen. „Ich kann mich nicht mehr erinnern," setzte er hinzu.
. „Ich wüßte nicht, Monsieur. Sie vergessen, daß ich erst zwei Jahre in Ihren Diensten stehe."
„Gut. Sie können gehen."
„Vermissen Monsieur etwas Wichtiges?" fragte der Diener.
„Glauben Sie, daß ich Sie wegen eines Hosenknopfes gerufen habe?" schrie Gaston aufgebracht. „Gehen Sie jetzt."
Der Diener verschwand.
„Der Herr fängt wieder an wie früher . . ." meinte Richard nachher wichtig zu Mariannes Zofe, als er sie auf der Treppe traf.
. Nochmals begann Gaston die einzelnen Fächer des Schrankes zu durchsuchen. Er schrak auf, als jemand an die Tür pochte.
„Gleich," rief er ärgerlich.
Aber schon stürzte Maurice ins Zimmer.
. »Morning, old friend," lachte er und warf sich der Länge nach auf Gastons Ruhebett. „Wollen wir nicht bald absahren? Der Wagen steht schon unten."
Erst jetzt bemerkte er die Unordnung in Gastons Zimmer. „Was suchst du da?" forschte er neugie- ri9- „Kann ich dir helfen?"
„Danke," lehnte Gaston ab. „Richard kann die Geschichte wieder einpacken. Wir gehen."
»Saft du schlechte Laune?"' fragte Maurice bekümmert. Er hatte sich in Gastons Arm gehängt
und schritt so an dessen Seite die Treppe hinunter. „Schlecht geschlafen, Jean-Marie?"
„Nein." Gaston verbarg eine leichte Verlegenheit.
„Ich auch nicht," lachte Maurice übermütig auf.
„Ich muß es dir nachher erzählen. Du mußte sie unbedingt kennen lernen."
„Wen?"
„Ach — süß ist sie," schwärmte Maurice, der die Frage gar nicht gehört hatte. „Eine reizende kleine Wohnung hat sie, draußen in der rue . . . was hast du?"
Gaston war stehen geblieben. Marianne trat aus der Tür ihres Zimmers.
„Ich wollte dir noch Adieu sagen," lächelte sie. „Wann kommst du wieder, Jean-Marie?"
Gaston sah sich um. Maurice war mit einem fröhlichen Gruß weitergegangen. Nun trat er ganz nahe an die Frau heran. Und noch einmal fühlte er sich so ganz in dem Bann dieser entzückenden Erscheinung, daß er sie in den Arm nahm und an sich preßte.
„Lebewohl," sagte er leise.
„Nein — auf Wiedersehen," flüsterte sie an seinem Ohr.
Er riß sich los.
„Wir sind früh," meinte Maurice, während sie die Treppen zu den Büroräumen Hinaufstiegen. „Sicherlich ist noch kein Mensch da."
„Hast du alles Erforderliche veranlaßt?" fragte Gaston müde. Die kahlen Wände der Gänge, das matte Licht in den Räumen bedrückte ihn. Dies verlassene Büro wirkte leer, öde, unausgefüllt. Als sei alles Leben erstorben.
Dann gab er sich einen Ruck. „Ich werde wohl nach dem Rennen für längere Zeit verreisen," sagte er aus seinen Ueberlegungen heraus. „Ich werde dir vorher die Leitung des Betriebes übergeben."
Maurice sah auf. „Das darfst du nicht."
„Ich werde wohl müssen. Meine Nerven fangen an zu streiken."
„Das bedingt aber doch nicht die Abgabe der Geschäftsführung?"
„Doch, Maurice. Ich weiß sehr wohl, was ich tue."
„Vielleicht täuschst du dich?"
„Bestimmt nicht, mein Junge." Maurice hörte die Traurigkeit dieser Worte nicht.
„Es ist jetzt halb acht Uhr," meinte er mit einem Blick auf die Uhr am Handgelenk. „Wann pflegt unser Monsieur Meunier zu kommen?"
Das Klingeln des Telephons schnitt Gaston die Antwort ab.
Maurice nahm den Hörer. „Wer dort?"
„Ja, hier Meunier. Mr. Audet ist noch nicht da." Mit einer hastigen Handbewegung beschwichtigte er Gaston, der aufgestanden war und erstaunt nähertreten wollte.
„Gewiß . . ." sagte Maurice in den Apparat. „Vielleicht wiederholen Sie den Auftrag, ich weiß im Augenblick nicht, um welchen es sich handelt." Gaston hörte, daß Maurice bemüht war, Meuniers Stimme nachzuahmen.
„Wer ist es?" flüsterte er.
Aber Maurice wehrte erregt ab. „Still," flüsterte er, die Hand auf die Sprechdose haltend.
„Sehr mobL Ich erinnere mich. Empfehlen Sie mich bitte. Die Angelegenheit wird besorgt." Er hängte ein.
„Was machst du da?" fragte Gaston mit wachsender Ungeduld. „Das Gespräch war für Meunier?"
„Allerdings. Und kam von — Svensons Büro." „Evenson?"
„Er ließ Meunier daran erinnern, daß er ihm den versprochenen Namen noch nicht gegeben habe."
„WelchÄi Namen?"
„Ich konnte es nicht fragen, wenn ich mich nicht verraten wollte. Aber ich horte, daß die 500 Francs für Herrn Meunier zum Abholen bereit liegen, wenn der Name auf Svensons Büro eingegangen
Maurice saß noch immer neben dem Telephon auf dem Schreibtisch. Er dachte nach.
„Vielleicht Dr. Brunner?"
„Glaubst du?"
„Oder der Fahrer?"
Gaston kaute erregt an feiner Zigarettenspitze, die er, ohne zu rauchen, aus der Westentasche genommen hatte.
„Du hast dich nicht verhört?"
„Gewiß nicht."
Wieder überlegte Gaston. „Es hat keinen Sinn, baR wir die Zeit mit Rätselraten vergeuden. Wir wissen jetzt, daß zwischen diesem sauberen Meunier und Svenson Verbindungen bestehen. Der Zweck ist klar, Meunier fliegt noch heute."
„Hälft du das für klug?"
„Du etwa nicht?"
„Nein. Solange Meunier sich in Sicherheit glaubt, wird er dennoch vorsichtig sein und nichts tun, was auf ihn zurückfallen könnte. Entläßt du ihn heute, so braucht er keinerlei Rücksichten mehr zu nehmen."
Gaston überlegte. „Vielleicht haft du recht, Junge," meinte er dann.
„Pst," machte Maurice.
Die Türe zum Nebenzimmer ging auf. Meuniers erschrockenes Gesicht erschien in der Türe, „Guten Morgen, meine Herren," sagte er etwas verwirrt.
„Guten Morgen, Meunier." Gaston lächelte Maurice beruhigend zu. „Ich wußte gar nicht, daß Sie so früh ins Büro zu kommen pflegen."
„Ich — ich erwartete — einen Anruf. Meine Freundin wollte mich anrufen."
„Ein fleißiges Mädchen."
„Wie meinen Sie?"
„Ich beglückwünsche Sie."
„Ich verstehe nicht, Monsieur Audet."
„Nun, — weil Sie sich eine Freundin aus dem Berufsleben gewählt haben."
„Meine Freundin ist nicht beruflich tätig," verwahrte sich der Sekretär, der immer noch nicht verstand.
„Ach?" Gaston lächelte. „Ich dachte. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß eine junge Dame ohne Beruf bereits morgens um halb acht Uhr chr Bett verläßt, um ihren Freund anzurufen."
Meunier biß sich auf die Lippen. „Ich bat sie
darum."
„Eine folgsame junge Dame," fest. „Aber sie selbst schien wohl
sein."
Meunier wurde blaß. „Wieso?
stellte Gaston verhindert zu
Ich verstehe
nicht.
(Fortsetzung folgt).
Stadt -Theater Sana«
Heute Samstag, 8—11 Uhr. Erstausführung begrüßten Schlager» des Jahrhunderts! Bayrisch« Schuhplattlergruppe! Solotänzerpaar! Tanzballett! Vollkommen neue Ausstattung!
„Im weißen Rößl"
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Morgen Sonntag, 7^—10% Uhr: „3m weißen Rößl"