Einzelbild herunterladen
 

Seist 4

Donnerstag, den 10. Dezember 1931

Nr. 289

Das LtvteN im «eub-fee LNonftvevvozeß

Nach zehntägiger Verhandlung fällte die hiesige Große Strafkammer als Berufungsinstanz gestern das Urteil in der Neuhöfer Darlehnskaffenaffäre, nachdem sie sich eingehend mit den Vorgängen, die zu den Schwierigkeiten des Darlehnskafsenvereins Neuhof (Kreis Fulda) führten, befaßt hatte.

Der Darlehnskaffenverein Neuhof war im Jahre 1927, als die Raiffeisenbank in Kassel auf Ver­langen der Preußenkasse auch Neuhof den Kredit einschränkte, in eine gewisse Bedrängnis gekom­men. Damals hatte der Geldvermittler Brehler in Neuhof 11000 RM Bargeld beschafft. Diese Geld­beschaffung war der Ausgangspunkt dafür, daß in der Folgezeit eine große Anzahl von sogenannten „Brehler-Wechsel" mit dèm Giro des Darlehns- kassenvereins Neuhofs versehen und diskontiert wurden. Ende 1928 betrugen die Verbindlichkeiten Neuhofs aus diesen Wechseln 285 000 RM, denen 327 009 RM Sicherheiten in Gestalt von Hypo­theken und Grundschulden, die Brehler an Neuhof abgetreten hatte, gegenüberstanden. Die Raiffeisen­bank Saffet mußte eingreifen und an die Abwick­lung der Brehlerschen Sicherheiten herangegangen werden. Mit der Abwicklung betraute man den da­mals 21jährigen Ritz jr. Man hatte damit aber den Bock zum Gärtner gemacht, denn aus der Abwick­lung wurde eine Aufwicklung. Im Frühjahr 1930 kam es dann zum Zusammenbruch des Darlehns- kassenvereins Neuhofs, dessen Schulden sich auf an­nähernd 800 000 RM beliefen. Der Reservefonds Neuhofs in Höhe von 160 000 RM mußte zur Sanierung herangezogen werden, die Geschäfts­anteile der 600 Genossen wurden von 10 auf 410 Reichsmark erhöht, die Preußenkasse in Berlin gab 350 000 RM unter Verzicht auf Rückzahlung und auch die Raiffeisenbank in Kassel mußte helfend einspringen.

Das Schöffengericht Fulda hatte sich von Ende Mai bis Mitte Juni ds. Is. mit jenen Vorgängen, die zum Zusammenbruch Neuhofs führten, zu be­schäftigen und Ritz jr. zu zwei Jahren Gefängnis, den Oberbuchhalter Sachse aus Kassel zu 6 Mona­ten Gefängnis, die ehemaligen Vorstandsmitglieder Möller und Heil wegen genossenschaftlicher Untreue zu je 3 Monaten Gefängnis und 200 RM Geld­strafe und den Geldvermittler Brehler wegen Bei­hilfe zur Untreue in zwei Fällen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Rechner Semmler war freigesprochen worden. Gegen dieses Urteil legten alle Angeklagte mit Ausnahme des freigesprochenen Rechners Semmler Berufung ein, die aber von Ritz jr., Sachse und Brehler späterhin zurückgenom­men werde. Auch die Staatsanwaltschaft, die Be­rufung auf der ganzen Linie eingelegt hatte, zog eine solche bezüglich Ritz jr. und Sachse zurück.

Die Große Strafkammer Hanau erkannte jetzt gegen den Rechner Semmler abermals auf Frei­sprechung, gegen Möller und Heil auf je 4 Monate Gefängnis und je 200 RM Geldstrafe und gegen Brehler auf 4 Monate Gefängnis. In der Urteils­begründung wurde hervorgehoben, es fei den Ange­klagten Möller und Heil eine eigennützige Hand­lungsweise nicht nachzuweisen gewesen. In diesem Falle hätte sonst auf eine Gefängnisstrafe nicht untet zwei Jahren erkannt werden können. Anderer- sSits müßten, um endlich der in vielen Genossen­schaften eingerissenen Lodserwlrtschaftzu begegnen; empfindliche Strafen verhängt werden. Wie das Schöffengericht Fulda, so habe auch die Berufungs­instanz Möller und Heil Bewährungsfrist zuge­billigt, jedoch mit der Einschränkung, daß diese den ihnen obliegenden Kostenanteil während der Be­währungsfrist bezahlen. Ob für Brehler eine Be­währungsfrist Platz greife, müsse die erste Instanz entscheiden.

Die Avotheke der Hausfrau

Zu den Pflichten der Hausfrau gehört es, auch den kleinen Unfällen und Erkrankungen des Alltags gegenüber gerüstet zu fein. Nicht immer kann ja ein Arzt zur Stelle sein, nicht immer ist auch seine sofortige Hilfe erforderlich. Da hat sich z. B. beim Spielen ein Kind in den Finger geschnitten. Was tun? Es ist falsch, den blutenden Finger unter die

Lvreumsbund Cattau Liederabend Emmy Marse

Dienstag abend gab der Lyzeumsbund ehemali­ger Lyzeälschülerinnen für seine Mitglieder die dies­jährige konzertliche Veranstaltung: Emmy Marx sang Lieder von Brahms, Reger, Mahler, Hugo Wolf und Richard Strauß, Liny Stübing waltete am Flügel und spendete noch drei Solis aus op. 118 von Brahms und Schuberts f-moll Impromptu op. 142 Nr. 4. Ueber das Können dieser beiden in Hanaus Musikkreisen bestens bekannten einheimi­schen Künstlerinnen kann auch diesmal nur sehr Günstiges berichtet werden. Emmy Marx hat seit ihrem früheren Auftreten stimmlich eine Reifung der Höhe und Höhenmittellage erzielt, die an Klang­schönheit, Schmelz und vor allem auch dynamischen Können ebenso wie an Atemtechnik einfach hervor­ragend ist, und. klanglich eine . außerordentlich an­sprechende Wärme im Tone trägt. In der Gestal­tung wirkt bei Emmy Marx in erster Linie immer die lebendig empfindende Künstlerin, nicht die tech­nisch berechnende. Die alle entzückend gebotenen Lieder brachten Perlen in einfach restlos vollende­tem Vortrag; es sei nur an „0 liebliche Wangen" von Brahms, an Regers „Glückes genug" und „Mariä Wiegenlied", an das vielleicht etwas ge­dehnt genommene „Auf einer Wanderung" von Wolf, an den prachtvoll gegebenen „Morgen" von R. Strauß erinnert. Unbegreiflich bleibt nur die dürftige Teilnahme von Hanaus Konzertpublikum an dieser intim schönen Veranstaltung (Eintritt 50 Pfg., für Mitglieder des Lyzeumbundes frei!). Liny Stübing spielte gewandt, fleißig und zeichnete ihre Klavierbegleitungen feinempfindend und duf­tig. Ihr großes pianistisches Können feierte in den klangfreudigen Solis von Brahms und in dem schwungvoll und packend vorgetragenen Schubert- Impromptu einen großen Erfolg. Der reiche herz­liche Beifall, die schönen Blumen waren die Zeichen des großen künstlerischen Erfolges der beiden Solistinnen und die Aeußerung des Dankes der Zu­hörer für diesen genußreichen Abend, aus dessen künstlerisches Niveau die Veranstalter stolz sein können. Dr. E. H.

Wasserleitung zu halten oder, wie es so oft ge­schieht, gar abzulecken. Auch das Auflegen eines Hestpflasterftreifens auf die frische Wunde ist ge­fährlich. Man lasse vielmehr die Wunde ein wenig ausbluten, bestreiche dann die Wundränder mit etwas Jodtinktur und verschließe das Ganze am besten mit einem vorrätig gehaltenen, keimfreien Verbandspäckchen, einem Schnellverband resp, mit einem Stückchen sauberer Verbandsgaze, die mit einer Mullbinde darüber festgehalten wird. Brand­wunden, die häufig in der Küche erworben wer­den, bedecke man statt aller anderen Mittel mit einer der Hausapotheke entnommenen sogenannten Brandbinde. Einen Holzsplitter, der in den Finger oder einen anderen Körperteil eingedrungen ist, suche man, wenn er aus der Haut hinausragt, mit einer Pinzette zu entfernen. Doch ist es nötig da­bei, einen Zug entgegengesetzt der Richtung, in der der Splitter eingedrungen ist, auszuübekt. Gelingt die Entfernung nicht, oder bricht der Splitter ab, so suche man sofort den Arzt auf. Manche Kinder, aber auch altere Personen neigen zu Nasenbluten. Statt aller sonst beliebten Maßnahmen hole man aus der Hausapotheke ein Stückchen sauberer Watte und ein Fläschchen mit Wasserstoffsuperoxyd. Man übergieße ein nicht zu kleines Stück Watte mit dieser Flüssigkeit und stopfe damit die blutende Nasenseite zu. Kommt die Blutung nicht alsbald zum Stillstand, dann muß natürlich sofort ein Arzt herbeigerufen werden. Auch einem Ohnmachtsanfall braucht die Hausfrau nicht hilflos gegenüberzu­stehen. Flache Lagerung des Kranken, evtl, mit tief­liegendem Kopf, öffnen aller beengenden Kleider und etwas scharf riechende Flüssigkeit — Essig­äther, Eau de Cologne — unter die Nase gehalten werden gewöhnlich zur Behebung genügen. Nicht selten kommt es durch Ausgleiten auf dem Fuß­boden u. dergl. zu schmerzhaften Verstauchungen oder gar zu Knochenbrüchen. Bis der Arzt kommt, ist im ersteren Falle Ruhigstellung des betr. Gliedes und Umschläge mit verdünnter essigsaurer Tonerde am Platze. Bei Veracht auf Knochenbruch muß gleichfalls für Ruhestellung des Körpergliedes durch Anlegen einer mit Watte gepolsterten Pappschiene, die mit einigen Binden eingewickell wird, gesorgt werden.

Die Sluswandevuns ans Deutschland

Ueber die Auswanderungsziffern aus Deutsch­land in der Nachkriegszeit bringt das letzte Heft des Reichsarbeitsblattes eine Veröffentlichung, die starke Beachtung verdient. Danach haben seit 1919 bis Ende 1930 rund 860 000 Deutsche ihre Heimat verlassen, nahezu 580 000 von ihnen gingen nach Uebersee. In der Kriegszeft war begreiflicherweise die Auswanderung so gut wie unterbunden. 1919 waren es erst 3000 Menschen, die Deutschland ver­ließen. Die Zahl steigt im Jahre 1920 auf über 9000 und schnellte 1921 bereits auf 24 000 empor, womit annähernd die Durchschnittsziffer der letzten Borkriegsjahre erreicht wurde. Die Not der Infla-

durch Of-Hyti^-n- im Hanauer Anzeiger

durch MMi\Q^WW von der Waisenhaus-Druckerei

Die Zeit verlangt es!

*

„Ssffmanns Erzählungen" als Reinhardt-Revue

Das, was man in der Originalfassung des Wer­kes in drei Akten, umrahmt von einem Vor- und einem Nachspiel, in fünf Bildern also, vorgeführt erhälß ist von Reinhardt und seinen Bearbeitern auf 13 Bilder ausgewalzt. Das, was sonst in guten zwei Stunden am Publikum vorbeizieht, verlangt jetzt eine Ausdauer von vollen vier Stunden. All das Beiwerk, das hinzugetan ist, wäre zu ersparen gewesen. Das Beste, das Genußreichste bleibt die Oper selbst, und da man nur den Antonia-Akt fast unverändert lieh, hatte dieser ohne Zweifel bei dem Publikum den weitaus stärksten Erfolg. Keines­wegs darf und kann geleugnet werden, daß diese Reinhardt-Inszenierung eine ganz große Leistung ist, daß Max Reinhardt hier den Beweis gebracht hat, daß er mit einer Souveränität die Möglichkeiten der Bühne beherrscht, wie dies wohl keinem anderen bis heute vergönnt ist. Max Reinhardt ist diesmal wieder ganz der große Zauberer und das, was er seinem Publikum vorsetzt, ist ein Augen- und Ohrenschmaus von seltener Erlesenheit. Fraglich, ob man hierzu diese wunderbare Offenbach-Oper benutzen mutzte, ob man hierzu vieles an den musi­kalischen Wirkungen dieses Werkes zu gefährden oder zu zerstören verpflichtet war, und ob nicht auch eine Reinhardt-Revue auf einer anderen Grundlage hätte entstehen können. Die erlesene Zahl von Sän­gern, wie man sie hier zu hören bekam: Fidesser, Baklanoff, Gajewska, Göta Ljungberg, Jarmila No- ootna, Friedl Schuster, hätte man wirklich gern in einer werktreuen Aufführung auf einer kleineren Bühne gehört. Unter den Sprechschauspielern ver- dienen Paul Graetz, Hermann Thiemig, Hans Waß­mann, Friedrich Kühne, Josef Danegger und Raoul Lange Erwähnung. Ueberiegen, vom Publikum stärkstens applaudiert, die musikalische Leitung von Leo Blech. Vortrefflich die choreographische Lei­tung von Bronislawa Nijinskaja und Anton Dolin, aus deren Tänzerschar Maria Solveg, Tamara Desni und La Jana hervorragten. Phantastisch, bis ins Märchenhafte gehend, die Dekorationen von Oscar Strnad, die Kostüme von Paul Scheunich. Verblüffend. in allen Wirkungen die technischen Einrichtungen von Franz Dworsky. Die musikalische Bearbeitung schuf Leo Blech. Die Neugestaltung

tion von 1923 ließ mit einer Auswanderungszahl von weit über 115 000 Menschen nahezu die Zahl des letzten Rekordjahres der Vorkriegszeit, des Jahres 1892, erreichen. Mit der Stabilisierung der deutschen Währung trat im Jahre 1924 ein Rück­gang der Auswanderung auf die Hälfte ein. Schlechte wirtschaftliche Verhältnisse ließen in den beiden folgenden Jahren die Auswanderung Noch einmal auf 63 bzw. 65 000 steigen. Von da ab machte sich die Einwanderungsbeschränkung beson­ders der Vereinigten Staaten stark bemerkbar, und die Auswanderungsziffer sank fortgesetzt bis auf 37 000 Köpfe im Jahre 1930. Von den deutschen Ländern steht begreiflicherweise Preußen mit fast 260 000 Menschen an der Spitze des Auswande­rungskontingents. Bayern verließen über 81000 Menschen, das übrige Reich mehr als 200 000 Aus­wanderer. Ueber 70 Prozent der überseeischen Aus­wanderung gingen in den letzten zwölf Jahren nach den Vereinigten Staaten, deren glänzende Wirt­schaftslage Arbeit und Emporkommen versprach. Die scharfen Bestimmungen zur Drosselung der Ein­wanderung werden aber zur Folge haben, daß künftig ein wesentlich geringerer Prozentsatz der deutschen Auswanderer in den Vereinigten Staaten Aufnahme findet. Dafür wird vielleicht die Aus­wanderung nach den südamerikanischen Ländern, die bisher 2,9 Prozent ausmachte, anwachsen. Die deutsche Auswanderung nach Afrika beträgt seit 1919 über 10 000 Köpfe.

* Hofpilalkirche. Heute abend 8 Uhr Bibelstunde durch Pfarrer Göckel.

* Konzert der Kammermusik-Vereinigung. Es sei darauf hingewiesen, daß das Konzert der Kammermusik-Vereinigung im Kammermusiksaale der Stadthalle heute abend pünktlich um 8 Uhr be­ginnt. Karten sind noch an der Abendkasse zu haben. ■

* Sonnlagskarten auch auf weite Entfernungen. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. führt mit Gültigkeit vom 12. Dezember 1931 ab eine Reihe von Sonntags karten neu ein, und zwar hat die Reichsbahn die zahlreichen Wünsche des reisenden Publikums auf Ausgabe von Sonntagskarten auf weite Entfernungen nunmehr zum Teil erfüllt. Un­ter anderem werden folgende Sonntagskarten in Frankfurt a. M. aufgelegt: nach Erfurt (Preis 2. Klaffe 20.80 RM, 3. Klasse 14.50 RM), nach Karlsruhe (2. 11.40, 3. 7.80 RM), nach Kassel (2. 15.60, 3. 10.80 RM), nach Köln (2. 17.40, 3. 12.— RM), nach Stuttgart (2. 16.20, 3. 11.20) und nach Nürnberg (2. 16.80, 3. 12.20 RM), ferner nach Bieberstein oder Schmalnau oder Oberriedenberg. Die Sonntagskarten nach Karlsruhe und nach Köln werden nur im Hauptpersonenbahnhof, nach Er­furt, nach Stuttgart, nach Nürnberg und nach Bie­berstein usw. im Hauptbahnhof und im Ost- und Südbahnhof, die Sonntagskarten nach Kassel im Hauptpersonen- und im Westbahnhof ausgegebep.

des Textes Egon Fridell und Hanns Saßmann. Willen und Können Reinhardts berechtigen zu dem Wunsch, daß diesem Werk ein echter Publikums­erfolg beschieden sein möge.

o Sladtthealer Hanau. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Kommenden Samstag, abends 8 Uhr, hält der größte Schlager des Jahr­hunderts „Im weißen Rößl". , Revueoperette in 3 Akten von Ralph Benatzky, seinen Einzug im hiesigen Stadttheater. Der gesunde und natürliche Gang der Handlung ist in raffiniert geschickter Weise mit einer reichhaltigen Anzahl der ange­nehmsten und einschneidendsten Schlagermelodien verbunden, die auch den größten Grillenfänger aufheitern müssen. Im „Weißen Rötzl'" wird jeder auf seine Kosten kommen, weil von allem reichlich da ist für Herz und Gemüt, Ange und Ohrl In unserem St-adtthe-ater sind alle Vorbereitungen ge­troffen worden, um auch in Hanau das „Weiße Rößl'" zu einem Bombenerfolg werden zu lassen. Die erste Wiederholung findet am Sonntag statt. Der Doroerkauf hat bereits begonnen.

o Tonika-Do-Abend im Wozarl-Konservatorium. Samstag, 12. Dezember 1931. Wer sich als Lehrender oder Lernender mit Musik beschäftigt, kennt die Mühen, die mit der Entwicklung des rhythmi chen Gefühls und der Ausbildung des musikali chen Gehörs verbunden sind. Mit beiden' kann also nicht früh genug begonnen werden, am besten, ehe die Erlernung des Technischen beginnt. Mit dem Zauberstab der Tonika-Do-Methode haben wir den elementaren Musiksinn wachgerufen. Und nun, einmal sich selbst bewußt, drängt er zu weiterer Entwicklung. Um weiteren Kreisen einen Begriff von dieser Methode zu geben, veranstaltet unsere Anstalt in ihrem Saal, wie vor etlichen Jahren, wieder einen Vorführumasabend der Tonika-Do-Klassen. Es dürfte von Interesse sein, die Kinder, denn um solche handelt es sich zumeist, .selbst bei den schwierigen Problemen der Modulation zu beobachten. Siehe heutiges Inserat.

o Die Pariser Thealerdirektoren streiten! In einer Generalversammlung der französischen Theaterdirektoren wurde soeben der Beschluß ge­faßt, am 1. Januar 1932 endgültig in den Streik zu treten, nachdem bereits wiederholt als Protest

tVettevbevktbt

Das atlantische Hochdruckgebiet zeigt am Aus- gang des Kanals einen kräftigen Kern, wodurch der Vorstoß neuer vom Nordatlantik kommender Tief- druckgebiete und die Zufuhr milder SüdwrsthH zunächst unterbunden ist Kräftige Ausstrahlung im Norden Europas wird vielmehr den hohen Druck noch weiter nach Norden vorstoßen lassen, wobei auch bei uns Kaltluftzufichr einsetzt. Dabei komm, es noch zu vereinzelten Schauern, meist Schnee- schauer, doch wird der Gesamtwitterungscharakter ziemlich trocken und wieder erheblich kälter. — Vorhersage bis Donnerstag abend: Wieder erheblich kälter, bis auf einzelne Niederschlagsschauer, teil, weise Schnee oder Graupel, trocken, auffrischende, nach Nord drehende Winde, Temperaturen auch tagsüber nur wenig über Null Grad ansteigend. — Witterungsaussichten für Freitag: Vorwiegend trocken und ziemlich kalt mit Frostgefahr.

Landkreis Aarrau

n Rückingen, 10. Dez. Kirchenvisitation. Der zweite Advent war für die hiesige Kircheng«. meinde ein Festtag, da an diesem Tage Herr Kreis­pfarrer D. Henß-Windecken eine Kirchenvifitaüon abhielt. Seiner Predigt legte der Ortsgeistlich« Herr Pfarrer Möller das Schriftwort aus Maleachi 3, 1—2 zu Grunde. Verschönt wurde der Gottes­dienst durch zwei Gesänge: „Heilig heilig" und „Gott ist die Liebe" des hiesigen Kirchenchors unter der bewährten Leitung unseres Organisten Herrn Hauptlehrer Weigand. In seiner zu Herzen gehen- den Ansprache, die der Herr Kreispfarrer an die Gemeinde richtete, wies er auf die besondere Be­deutung des zweiten Adventsonntags hin. Andäch­tig lauschte die große Zahl der Kirchenbesucher der Festpredigt und der Ansprache der Geistlichen. Am Nachmittags hielt der Herr Kreispfarrer mit dem Kirchenvorstande noch eine Besprechung über kirch­liche Belange in dem neuhergerichteten Gemeinde­saale ab, in der sich der Herr Kreispfarrer sehr anerkennend über die kirchlichen Verhältnisse in Rückingen aussprach.

u Niederrodenbach, 9. Dez. Konzert. Wie alljährlich vor Weihnachten hielt auch am Som- tag der Arbeitergefangverein „Vorwärts" in der Turnhalle sein diesjähriges Konzert ab. Der Ver­ein bewies auch mit dieser Veranstaltung wieder, daß er unter der bewährten Leitung seines tüch­tigen Dirigenten, Herrn Klehm, Hanau, trotz der Ungunst der Zeit auf einer guten gesanglichen Höhe steht. Von den vorgetrggenen Chören ver­dienen besonders hervorgehoben zu werden: „lief ist die Mühle verschneit" von Podbertsky, uni Morgenlied" von Rietz. Den sokistischen Teil hatte der heimische Heldenbariton Herr Richard Schulz übernommen, welcher, obwohl noch in Ausbildung begriffen, feine Aufgabe zur aller­größten Zufriedenheit meisterte Der mitwirksnde Arbeiter-Musikoerein Langenselbold konnte in sei­ner Vortragsweise sehr gut gefallen. Auch Fräu­lein Grche, Langenselbold, am Flügel e ntledig? sich ihrer Aufgabe aufs Beste.

ö Roßdorf, 8. Dez. Turnwerbeabend.Y Am Samstag, 12. Dezember, ânNs 7% Uhr.-• Sßenbeabenb der Turn gemeinde (Mitglied des» Avbeiter-Turn- und Sportbundes e. V.) statt, beul dem unter Leitung des Turnwartes WilhelmL Bach, Langendiebach, alle Abteilungen vor Oeffentlichkeit treten werden. Der mufikalisüW Teil wird von der Kapelle Roß bestritten.

Niederissigheim, 9. Dez. Bei der Allgemeinen | Kanarien-Äusstellung in Hanau errang Peter & I man in der Selbstzuchtklasse mit 2 Kollektionen den I 1. Ehrenpreis (Gold. Med.) und 2. Ehrenpreis 1 (Silb. DDK. Med.) , |

k Windecken, 8. Dez. Heiterer Abend. I Am vergangenen Samstag veranstaltete der MäN' I nergesangverein „Liederkranz" im Saale „W | Hochmühle" seinen diesjährigen „Heiteren Abend . I Der Abend wurde eröffnet durch zwei Chöre des I festgebenden Vereins, denen sich eine kurze Begrü- | ßungsanfiprache des 1. Vorsitzenden, Herrn Salz- | mann, anschloß. In liebenswürdiger Weise ha^ ■

0

r 4

gegen die allzu hohen staatlichen und kommunalen Lasten Steuerstreiks angedroht wurden. - Diesmal scheint es den Direktoren aber tatsächlich ernst 8U sein.

o Wallace und der Zeiiungsverkäufer. Edgar Wallace, der Klassiker der modernen Kriminalge- schichte, stand als Knabe an einer Ecke von Ludgate Circus in London und verkaufte Zeitungen. Kürz' lich kaufte er sich ein Abendblatt von dem Manne, der jetzt an dieser Stelle steht, geriet mit ihm.'st Gespräch und erwähnte dabei, daß er einer feinst Vorgänger sei, wobei er seinen Namen nannte. Auf den Zeitungsoerkäufer machte das aber keinen großen Eindruck. „So," sagte er, „Sie haben auch mal hier verkauft, Herr? Ein guter Warum haben Sie ihn aufgegeben?" Wallac« sahst' er hätte Aussicht gehabt, sich zu verbessern, haben Sie eine schöne Dummheit gemacht," sagst der Mann. „Der Stand ist heute eine Meng« niest wert als damals, und Sie hätten sehr schön dienen können." Wallace verließ seinen Nachfolgst mit gemischten Gefühlen, indem er darüber dachte, was für ein wunderliches Ding doch Ruhm ist.

Hmuov

„Na, nun wird es doch hoffentlich funktionieren!