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Dienstag, den 8. Dezember 1931
Nr. 28?
Gandhis Abschied von England
Der Mahatma pflanzt in einem Londoner Tarten einen Friedensbaum
Nach Abschluß der Round-Table-Konserenz in Loichon, die die politischen Schwierigkeiten Indiens nicht zu lösen vermocht hat, ist Gandhi über Frankreich nach seiner Heimat zurückgereist. Nur das Friedensbäumchen, das er vor seiner Abreise pflanzte, soll ein Zeichen sein, daß der Führer der indischen Freiheitsbewegung die Hoffnung aus eine gütliche Einigung mit England nicht aufgibt.
Zehn LNMouen Stück Wild aus einem Steckt
Große Teile der afrikanischen Steppen sind immer noch wahre Wildparadiese. Im Verlag F. A. Brockhaus erschien vor kurzem ein in aller Schlichtheit abenteuerlich anmutendes neues Werk des bekannten filmenden Ehrepaares Martin und Osa Johnson unter dem Titel „Das Löwenbuch". Es bringt erstaunliche Beweise für die „Ueberbeoölke- rung" der Steppe. Johnson schreibt in seinem Buch u. a.: „Als wir einmal mit unserem Kraftwagen in der Steppe anhielten, deutete Osa plötzlich auf eine Art ^on niedrigem, dunklem Pflanzenwuchs, der die Steppe kilometerweit bedecken schien. Ich hatte nichts davon bemerkt, ehe Osa mich aufmerksam machte. „Ich habe doch alle diese kleinen Bülchè sorbin nicht gesehen", bemerkte sie, während sie angestrengt vorwärts spähte. Da wurde sie sich plötzlich über die Natur der Erscheinung klar und packte mich beim Arm. „Martin", rief sie, „ich glaube, das ist Wild!" Ich lachte sie aus. Die Erscheinung be- Lechte viele Quadratkilometer. Mit überlegener Miene zog ich mein Doppelglas hervor, um ihr zu beweisen, wie sehr sie im Unrecht fei. Ehe ich jedoch mein Glas eingestellt hatte, schaute sie schon durch das ihrige. Wir waren so überwältigt von dem Anblick, der sich uns bot, daß wir minutenlang kein Wort hervorbringen konnten. Wir glaubten kaum, unseren Augen trauen zu dürfen. Mindestens fünf Minuten lang saßen wir wie gebannt sprachlos da. Dann ließen wir mit vor Aufregung klopfendem Herzen den Motor an und fuhren mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durch das Gras über Stock und Stein auf das „Pflanzen- roachstum" los. Ueber 6 Kilometer lang fuhren mir auf die erstaunliche Erscheinung zu und hielten erst an, als wir nur noch ein paar hundert Meter von ihr entfernt waren. Es war Wild. Und da gerade vor uns befand sich die vorderste Linie. Und was für eine Linie! Mindestens zehn Millionen. Stück von Zebras und Gnps bedeckten kilometerweit das Feld vor uns. Ich bin mir vollständig darüber klar, wie übertrieben diese Behauptung klingt." Johnson konnte diese ungeheure Zahl der Tiere mit Hilfe einer einleuchtenden Berechnungsweise, zu der er sein Kamera benutzte, ziemlich genau feststellen. Die Front der riesigen Herde war 16 Klm. breit. Es handelte sich nach den Darlegungen dieses durchaus glaubwürdigen Schrift- stellers um eine gewaltige jährliche Wanderung des Wildes der weitsn Athi- und Serengetisteppen, um gras- und wasser-reichere Gebiete aufzufuchen. Die Tiere waren so eng zusammengedrängt, daß nur an sehr wenigen Stellen Gras und Erde zu sehen war. Die Erde bebte unter dem Dröhnen ihrer Hufe, und hinter ihnen wallte eine ungeheure Staubwolke empor.
Dev Äffe mit -ev blaue« VvMe
Der Londoner Zoo besitzt eine besondere Seltenheit in dem Albino-Affen Blanco, dessen fahles und fast gespenstiges Aussehen allgemeine Aufmerksamkeit erregt. Solche Albinosormen sind unter den Tieren nicht selten. So besitzt der Londoner Zoo einen weißen Fasanen, der ein Albino ist, und ebenso einen cremefarbenen Dachs, der diesen
Mass- der „sr-ivee-rdnuns gegen Rittenpr-zesse"
„Sklarek-Pro^tz soll nicht He Pfingsten dauern"
Die „Notverordnung gegen Riesenprozesse", die vor kurzer Zeit zur Emschränkung der Belastung der Jrfltiz erlassen worden ist, konnte in diesen Wochen bei den Monstreprozessen Sklarek, Favag und Calmette erprobt werden. Das Ergebnis ist, daß sie versagt hat, denn sie ist trotz vieler Vorzüge nicht weitgehend genug. Amtsgerichtsrat Kesfener, der Vorsitzende des Sklarek-Prozesses, hat in den letzten Tagen auf neue Anträge der Verteidigung ein Wort gesprochen, das die unheilvolle Länge derartiger Sensationsverhandlungen treffend kenn- zeichnet:
„Das Gericht hat keine Lust, bis Pfingsten 1932 zu verhandeln."
Der Vorsitzende will endlich zu dem Kapitel „Betrug an der Stadtbank" übergehen. Monatelang dauert nicht nur der Calmette- und der Favag-Prozeß, sondern auch die Verhandlung gegen die Sklareks. Dabei ist erst... der erste Teil der Anklage ver- handelt worden; vier ebenso große Bände der Anklageschrift sind noch durchzuarbeiten. Aehnlich wie beim Sklarekprozeß verhält es sich bei den anderen beiden, wenn auch hier die Ausdehnung ins Unermeßliche nicht so groß ussd drohend ist. Die Notverordnung verhütet wenigstens, daß diese Prozesse in 2 Instanzen verhandelt werden können, sondern läßt nur eine Revision vor dem Reichsgericht zu. Aber sie hat nicht genug dazu getan, um die Ausdehnung derartiger Sensationsverhandlun- gen zu verhindern. Im Gegenteil: Das Bestreben, jeden Revisionsgrund auszuschallen, verleitet die Vorsitzenden zu einer zu großen Nachgiebigkeit gegenüber allen Anträgen der Verteidiger. Es soll unter keinen Umständen durch Ablehnungen etwa ein Revisionsgrund geschaffen werden. Dadurch aber werden die Prozesse ins Unendliche ausgedehnt. Nachdem nun jetzt in fast achtwöchiger Verhandlung die Zustände beim Berliner Magistrat wirklich ausreichend geklärt erscheinen, und auch der Laie durch seine Zeitungen genau Bescheid weiß, erklärte jetzt ein Anwalt der Sklareks, daß „die Verhältnisse beim Magistrat noch geklärt werden müssen". Der Vorsitzende, der wirklich bie Ruhe bisher nicht verloren hat, erklärte daraufhin mit Recht:
„Das Gericht braucht keine Aufklärung mehr darüber".
Wenn aber der Anwall auf neue Anträge bestehen wird, dann wird der Vorsitzende nolens volens vielleicht darüber verhandeln müssen. Sonst kam unter Umständen ein Revisionsgrund vorliegen, und das Reichsgericht kann den ganzen Prozeß zu völlig neuer Verhandlung noch einmal an die Dorinstanz zurück- verweisen. Wir hätten dann also aufs neue einen Prozeß von mehreren Monaten zu gewärtigen. Rich
Mangel an Pigmentierung aufweist. Das fahle Winterkleid mancher Tiere hat freilich mit dem Albinismus nicht das geringste zu tun, sondern während des kalten Wetters hervorgerufen. Der seltenste und kostbarste Albino, der jemals im Londoner Zoo zu sehen war, war der weiße Elefant aus Birma, für den man ein eigenes Haus gebaut hatte, und der kurz nach seiner Tournee durch die amerikanischen Zoos dann in der Heimat starb. Das Albino-Aeffchen Dlanco fiel auch dadurch auf, daß es die Gewohnheit hatte, feine Augen mit einer Pfote zu beschatten. Wie bei den meisten Albinos ist bei dem Affen die Lichtempfindlichkeit außerordentlich groß. Das grelle Sonnenlicht stört ihn, und so suchte er, sich mit seiner Pfote zu schützen. Da man bei Menschenkindern, deren geistige Entwicklung von der Blancos nicht sehr verschieden ist, erfolgreich Stillen verwendet hat, so dachte man daran, Blancos Augen mit einer blauen Brille zu versehen, und die Ophthalmolo- gin des Londoner Zoo nahm ihm dazu Maß. Eine aus unzerbrechlichem blauen Glas hergestellte und mit Leder eingefaßte Brille wurde dem Tierchen nach heftigem Kampf und unter Anwendung von Chloroform so aufgesetzt, daß sie fest saß. Aber der Affe war beim Erwachen aus dem Betäubungs- schlaf über die Veränderung der Umwelt burd) die blaue Färbung und wohl auch durch die Unbequemlichkeit der seltsamen Vorrichtung so wütend und aufgeregt, daß es ihm gelang, die Brille ab- zureißen und in hohem Schwung in eine Ecke zu schleundern.
Rückkehr des Kreuzers Emden von der Weltreise
Kiel, 7. Dez. Der Kreuzer „Emden" ist nach über einjähriger Abwesenheit wieder in Deutschland ein« getroffen und hat auf Schilligreed« Anker geworfen. Der Kreuzer war am 1. Dezember 1930 unter dem Kommando des Kapitäns zur See Witthöft zu feiner vierten Auslandsreise ausgelaufen, die ihn über Spanien, durch das Mittelländische Meer nach Indien, China und Japan und auf der Rückreise an die Westküste Afrikas führte. Der zur Auslandsreise ausgelaufene Kreuzer .Karlsruhe". hat feine erste Etappe Ponte Fedra (Spanien) erreicht.
Schwerer Raub
Rothenburg o. T.. 7. Dez. Der Reichsverein ehemaliger Kriegsgefangener hielt hier eine Versammlung ab, in deren Verlauf auch die für die Weihnachtskasse gesammelten Spargelder ausgezahlt werden sollten. Als der Kassierer Georg Jakob auf«
ter, Staatsanwälte, Zeugen werden wieder monatelang beschäftigt, ungeheure Kosten werden verursacht; nur weil Formalitäten dazu zwingen. Die Vorschriften sind bei normalen Prozessen von großer Bedeutung, um die Vereidigungsmöglichkeit Ler Angeklagten nicht einzuschränken. Der Gesetzgeber hat aber dabei nicht an derartige Riesenprozesse gedacht, bei denen belanglose Beweisanträge keine Rolle spielen, oder nur eine unerh-bliche. Wichtige Anträg« wird der Vorsitzende stets zulassen, da auch er das Recht sucht und seine monatelange aufreibende Arbeit wenigstens durch das Bewußtsein belohnt wissen will, Laß er Len Schuldigen bestraft, Len Unschuldigen aber freigesprochen hat. Die Notverordnung muß also mit Rücksicht auf die Erfahrungen, die man mit den letzten drei Riesenprozessen gemacht hat, erweitert wer- Len. Dabei müssen sämtliche Gesichtspunkte beachtet werden, die auf eine unnötige Belastung des Gerichts und die dadurch hervorgerufene Verlängerung Ler Verhandlungen Rücksicht nehmen. Es gilt nicht nur, die Möglichkeit mehrfacher RevisionsvechanLlungen zu verhüten, sondern auch die Dauer und den Umfang des ersten Prozesses einzuschränken.
3n England sind derartige Riesenverhandlungen ausgeschlossen.
Ohne daß dem Recht Gewalt angetan wird, fassen sich Vorschriften finden, die unter Berücksichtigung aller Interessen der Angeklagten doch das Wachsen der Prozesse ins Unermeßliche verhüten. Es stehen noch zahlreiche ähnliche Skandalprozesse bevor, die schon Lurch Len Umfang der Materie eine große Ausdehnung erlangen müssen, wie die „Affären" Lahusen und Katzenellenbogen. In beiden handelt es sich um ungeheure Transaktionen, deren Aufklärung nicht nur große Sachkenntnis, sondern auch mühselige und lange Arbeit erforderlich machen wird. Schon die Zusammenhänge und Verschachtelungen der vielen Millionengeschäfte zwischen den einzelnen Ge^ sellschaften werden dem Gericht manch harte Nuß zu knacken geben, denn diese Geschäfte sind zum Teil mit Absicht verdunkelt und unklar gemacht worden, um Lie Schuld zu verschleiern. Wenn auch ein Teil der aufklärenden Arbeit bereits durch die Voruntersuchung erfolgt, so bleibt doch dem Richter der Hauptteil Ler Arbeit, denn er muß alles selbst prüfen und darf sich durch Lie Ergebnisse der Voruntersuchung nicht irgendwie bestimmen lassen. Nur was vor Lem Gericht ausgesagt wird, ist Gegenstand der Urteilsfällung. Es ist zu hoffen, daß rechtzeitig die „Notverordnung gegen Riesenprozesse" in diesem Sinne erweitert und ausgebaut wird, um zu verhüten, daß die neuen Riesenprozesse wieder monate- lang die Gerichte beschäftigen. Man kann einwandfreies Recht auch ohne Liesen ungeheuren Aufwand finden.
fallend lange auf sich warten ließ, forschte man nach feinem Verbleib und fand ihn schließlich auf einem Feldbabnaleis in seinem Blute liegend be- mehrere Personen — haben Jakob anscheinend aufgelauert und ihn durch einen wuchtigen Schlag auf den Kopf sowie 13 Messerstiche in Brust, Arm, Kopf und Bein schwer verletzt. Dann raubten sie die Aktentasche mit 800 RM Inhalt. Bisher hat man noch keine Spur von den Tätern.
Unterschlagungen bei der ostpreußischen Landschaft
Königsberg, 7. Dez. Die beiden Filialleiter der Bank der ostpreußischen Landschaft Müller und Völlmer sind verhaftet worden. Die Verhaftung der beiden Filialleiter steht im Zusammenhang mit der Aufdeckung von Unterschlagungen in Höhe von etwa 50 000 Mark.
Steinbombardement zwischen Belgrader Studenten und Polizei
, Belgrad, 7. Dez. Anläßlich des heute vormittag erfolgten Zusammentritts des neuen jugoslawischen Parlaments kam es hier zu großen Studentendemonstrationen gegen bie Regierung, aus denen sich ein ernster Zusammenstoß zwischen den Studenten und der Polizei entwickelte. Die Studenten, die sich in die Universität zurückziehen mußten, eröffneten von dort aus einen Steinhagel gegen die Polizisten, welche ihrerseits die Stèine teilweise auf die Studenten wieder zurückwarfen, ohne weiter von der Waffe Gebrauch zu machen. Es soll sowohl auf feiten der Polizei, wie auch auf der der Studenten Leichtverletzte gegeben haben.
„LouMm-^ottzsvi* anstatt Schallplattenkonzerte
Zur Umgestaltung der Rundfunkprogramme
Die Rundfunkprogramme, die bisher bei den meisten deutschen Sendern mit Hilfe von Schallplatten großenteils bestritten wurden, haben ab gestern eine beträchtliche Umgestaltung erfahren. Der „Schallplatten-Krieg" zwischen der Industrie und der Reichsrundfunkgesellschaft soll verewigt werden. Das Ultimatum der Fabrikanten ist am 5. Dti ember abgelaufen, ohne daß die Reichsrundfunk- gefellschaft die Bedingungen der Industrie angenommen hat. Es werden also von jetzt ab die Platten des „Ringes" nicht mehr gespielt werden. Damit fällt leider ein sehr erfreulicher Teil des Rundfunkprogrammes fort. Die Reichsrundfunkgesellschaft hat schon Maßnahmen getroffen, um den
Moskaus geötzte âivch« gesprengt
Die Erlöserkathedrale in Moskau, eines der bedeutendsten Bauwerke der russischen Hauptstadt, ist mit Dynamit in die Luft gesprengt worden. Schon vor längerer Zeit war das 8old von den Kuppeln abgenommen und die Kunstschätze aus dem Innern der Kirche entfernt worden. Auf dem Platz der Kathedrale soll ein großes Kongreßgebäude errichtet werden.
Ausfall der Schallplattenkonzerte durch Neueinrichtungen zu ersetzen. In erster Reihe werden sogenannte ringfreie Schallplatten verwendet werden. Die Rundfunkgesellschaft besitzt zahlreiche Platten, die sie selbst hat anfertigen lassen. Das Archiv wird ständig vergrößert, so daß in absehbarer Zeit ein ausreichender Bestand von guten Platten vorhanden sein wird. Außerdem sollen Originalkonzeck eingeführt werden, mit denen hauptsächlich stellunglose Musiker beschäftigt werden dürften. Dadurch werden zwar neue Ausgaben verursacht, ft sind aber nicht so erheblich, daß sie bei dem großen Etat der Reichsrundfunkgesellschaft sehr stark im Gewicht fallen. Endlich besteht auch die Möglichkeit Konzerte mit Tonfilmstreifen zu veranstalten. Die Tonfilmschlager spielten schon jetzt bei den Schallplattenkonzerten eine erhebliche Rolle, da sie die neuesten, oft recht volkstümlichen Tanzstücke darstellen. Die Schallplattenfabrikanten haben diese Tonfilmschlager vielfach in ihr Programm ausgenommen. Die Verwendung der Tonfilmftteisen würde die Musik in ihrer vrWnErm ben Rund sunkhörern bieten. Allerdings haben öieföTonsilm konzerte den Nachteil, daß sie zu einseitig sind. S gestatten nicht die große Abwechselung, wie di Schallplatten. Man will schließlich nicht nur Tän? und leichte Schlagermusik hören. Die große Bl liebtheit der Schallplattenkonzerte rührte dahe daß in ihnen die beliebten Opern, Operetten Lieder geboten wurden. Aus Rundfunkkreisen mit! darauf hingewiesen, daß die amerikanischen große» Sender des „roten" und ,Mauen" Rundfunknetze! der Der. Staaten von Amerika fast ausschließlich M Konzerte mit Tonfilmftteisen bestreiten. Hier werden die musikalischen Aufnahmen mit Hilfe ter Tonphotographie gemacht und den Hörern varee- führt. Diese Tonphotographiekonzerte haben sich Amerika sehr stark eingebürgert und erfreuen B der größten Beliebtheit. Es wird aber dabei übersehen, daß^es sich bei diesen Konzerten meist nid)1 um Tonfilmwiedergaben handelt, sondern um gack besonders für den Rundfunk hergestellte Aufnahmen, die den Interessen des großen Hörerkreises entgegenkommen. Diese Tonphotographiekonzeck haben sogar gegenüber den Schallplattenkonzerte" noch manche Vorteile aufzuweisen. Die Tonphotographiestreifen haben nämlich nicht die Einschrâ"' kung der Schallplatten. Selbst auf großen Schal- platten kann man im besten Falle nur eine Ouvertüre unterbringen. Es wurde jüngst berichtet, daß in Amerika Schallplatten erfunden worden sind, die fast eine Stunde lang spielen. Die Tonphoto- graphiestteifen gewähren aber die Möglichkeit, ohck Unterbrechung ganze Opern vorzuführen. Die Länge der Streifen ist ziemlich unbegrenzt. Sie werde" auf großen Spulen aufgerollt und gestatten bann pausenlos die Vorführung der größten Musikstücks Jedenfalls können ganze Akte von Opern ohne jede Unterbrechung und ohne daß es nötig ist, neck Schallplatten aufzulegen, gesendet werden. Auch Deutschland gibt es zahlreiche Erfindungen, die mechanische Musik von der räumlich sehr beareny ten Schallplatte unabhängig machen, und auf Stab1’ bändern ober auf Papierstreifen die Fixierung der Töne ermöglichen. Diese Erfindungen sind aber noch nicht für den Bedarf der Rundfunkgesellschal' ten verwertet worden. Es ist zu hoffen, daß jetzt die Rundfunkgesellschaften sich der neuesten Förtsch"»" der Technik bedienen, wenn sie das notwendick Material für ihre Schallplattenkonzerte anfertick" lassen. Das Rundfunkprogramm läßt sich auf diese Weise in der angenehmsten Weise ausbauen.
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