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Sette 12

Samstag, bett S. Dezember 1931

Nr. 285

De^^onfttl-SetomarfxbaO* ein deutscher Held

Der Mann, der allein mit England Krieg führte.

In Berlin starb vor einigen Tagen der deutsche Konsul William oder Wilhelm Wasmus, der einer der kühnsten und bedeutendsten Helden des Welt- drieges war, ein Abenteurer und Patriot, von großer Vaterlandsliebe erfüllt, ein Führer und Organisator, der auf vorgeschobenem Posten in Persien geradezu eine Großmacht wurde. Unter ollen denkwürdigen Männern und Helden, die der Weltkrieg hervorgebracht hat, ist Wasmus «iner der bedeutendsten und zielbewußtesten gewesen, wenn auch fein Name der deutschen Oeffentlichkeit ziemlich unbekaniU geblieben ist. Don den Taten eines Obersten Lawrence, eines Enver Pascha, hörten wir fast täglich neue und seltsame Ding«. Von Konsul Wasmus dagegen verlautete nichts, weil dieser Mann es vorzog, nach seinen unge­wöhnlichen Leistungen still ins Privatleben zurück- gukehren.

Die Engländer dagegen wußten ihn zu schätzen, denn sie fürchteten ihn als einen ihrer entschlossen­sten und genialsten Gegner und nannten ihn wäh­rend des WeltkriegesKonsul-Feldmarschall". So vorzüglich hatte er sich auf militärischem Ge­biete bewahrt. Di« Geschichte dieses Mannes kann S erzählt werden, obwohl sein Wirken sich über

Jahre erstreckte. Bei Ausbruch des Krieges war Wilhelm Wasmus Konsul des Deutschen Reiches in Abchchehr (Baschir) in Persien. Abu- schshr ist einer der bedeutendsten Häf«n Persiens, in der Provinz Farsistan, am Persischen Golf. Das Klima ist hier nicht sehr verlockend, denn der Land­strich heißt Deschistan = das heiße Land. Er war ein vorzüglicher Kenner des Landes und feiner Bewohner, sowie der persischen und arabischen Sprache, und beschloß, dies« Kenntnisse im Sinn« Deutschlands aus,zuwerten. Von einer offiziellen Mission, die ihn nach Afghanistan führen sollte, verschwand er im Jahre 1915 und lange Zeit hörte man nichts mehr von ihm. Plötzlich tauchten selt­same, unkontrollierbare Gerüchte auf. In Persi«m

große strategische Pläne zur Bekam ken in Arabien also zunichte gemac

der zwar nicht offiziell von Rutschen Truppen oder den Truppen unserer Verbündeten gehalten wurde, aber nichtsdestoweniger den Engländern große Schwierigkeiten in den Weg stellte. Die Verbin­dung Englands zwischen Indien und Arabien war durch diesenKriegsschauplatz Wasmus" gestört, pfung der Tür- ht. Ganz Süd­persien war in der Hand dieses schlichten Konsuls ohne militärischen Rang, denn er hatte es ver­standen, die wilden Gebirgsstämme für sich und seine Pläne zu gewinnen, zu bewaffnen und da­durch einen fast unbesiegbaren Widerstand. gegen die Pläne Englasids auf militärischem Gebiete in dieser Gegend zu organisieren. Hier führte tatsäch­lich ein einziger Mann mit England Krieg, ein Privatmann, der durch die Not seines Vaterlandes militärische Fähigkeiten in sich entdeckt« und diese dann in einer ans Wunderbare grenzenden Weise verwendete. England lag ungeheuer viel daran, hier in Persien Bewegungsfreiheit zu haben, und da von Persien selbst ein ernsthafter Widerstand weder aasging noch zu befürchten war, so war es

Im Südwesthafen in Hambu

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Der fersiggesteklk Kaischuppen SS

Ist ein neuer riesiger Eisenbetonschuppen errichtet worden, der ng und etwa 50 Meter tief ist. Bemerkenswert ist die Tonnen­

nicht weniger als 331 Meter _____

dachkonstruktion, zu deren Stützung nur wenige Zwischenfsiler nötig sind.

nur dieser seltsame Privatmann und Abenteurer, der die Absichten des englisch-indischen Heeres durchkreuzte. England behandelte diesem Mann darum auch nicht als Bagatelle, sondern als Groß­macht, wie es di« kriegerischen Interessen erforder­lich machten, ohne etwa überheblich diesesKonsul- FeDmarschalls" zu spotten. Ein Heer wurde gegen ihn ausgvschickt, um seinen Widerstand zu brechen, und es gab hier zahlreiche Kämpfe, da man diese Gebirgsscharmützel nicht Schlachten nennen kann. Aber " die günstige Gebirgsgegend war für das Heer Wasmus" ein vorzügliches Kampfg«lände, um sich des starten Gegners zu erwehren. Dabei mußte Wasmus, wie er später erzählte, mit den größten Schwierigkeiten kämpfen. Di« Versorgung einer Leute mit Waffen war sehr schwierig und ionnte nur durch Schmuggel zu Lande und zu Wasier erfolgen. Geld hatte er auch nicht in Hülle und Fülle, um den Stämmen den Sold zu zahlen. Dabei war ihr Interesse selbstverständlich nur ein rein materielles. Es kam dazu, daß auf feinen Kopf von den Engländern ein Preis von 50 000 Pfund ausgesetzt war, eine ungeheure Summe von rund einer Million Goldmark, die zu Verrat und Mord reizt«. Es gehört« die ganze Energie, Men­schenkenntnis, Unerschrockenheit und listenreiche Verschlagenheit eines ungewöhnlichen Helden und Charakters dazu, um alle Schwierigkeiten jahre­lang zu überwinden. Gegen Ende des Krieges

wurde er dann von den Engländern gefangen ge­nommen, die staunend dieses Wunder betrachteten. Ein Häuptling vom Stamm« der Tschkuntali soll ihn verraten haben. Genaue Nachrichten liegen darüber aber nicht vor. So endete der glorreiche Feldzug, den ein einziger Mann auf vorgeschobe­nem Posten für Deutschland gegen das mächtig« englische Reich geführt hatte. Er hat auch in die­ser schweren Zeit dafür gesorgt, daß der deutsche ~ * " mannt wurde,

nem Posten für Deutschland

englische Reich geführt hatte.

Name vom Feinde mit Respekt hat dem Krieg in einer ritterlichen Weise von der man in Europa nichts mehr

Venn er geführt, wußte, und bei So kam

Gefangene wurden anständig behandelt der ersten Gelegenheit in Freiheit gesetzt, es, daß der Name Wasmus im englischen

Heere den allerbesten Klang hatte. Nach dem Kriege ging Wasmus wieder nach Persien, um sich hier anzusiedeln. Er starb jetzt ganz plötzlich im Alter von nur 52 Jahren. Der Krieg hatt« sein Herz geschädigt.

rtevo!«t?o«sksmvonR «nd S«ftvume«tenbauev

Dieser Tage jährte sich zum 100. Male der Todes­tag des Begründers der berühmten Pariser Klavier- fabrik Pleyel, der sich auch als Komponist in feinem an Wechselfällen reichen Leben einen Namen ge­macht hat. Ignaz Joseph Pleyel, der im Jahre 1757

als Sohn eines Lehrer» und einer österreichischen Aristokratin geboren wurde, war Komposttionsschü- ler Joseph Haydn, und nach ausgedehnten Reisen 1784 nach Straßburg gekommen, wo er zum Dom- kapellmeister ernannt wurde. Um diese Stelle hatte sich Mozart vergeblich beworben. Später machte sich Pleyel durch Jnstrumentalkompositionen so be­kannt, daß man ihn 1791 sogar als Rivalen seines Lehrers Haydn nach London berief. Nach Straß- bürg zurückgekehrt, verlor Pleyel seine Stelle, da in- zwischen durch die Revolution das Münster zum Tempel der Göttin der Vernunft umgewandelt wor­den war. Als Aristokrat verdächtigt, wurde er im Lauf des Jahres 1793 nicht weniger als siebenmal angezeigt; er konnte der Guillotine nur durch die Flucht nach England entgehen. Um feine Familie wiederzusehen, kehrte er aber bald wieder zurück, wurde erkannt und in der Nacht verhaftet. Trotz seiner Unfdjulbsbeteuerungyi wäre er dem Tode nicht entgangen, hätten nicht die Gewalthaber den Einfall gehabt, sich seines schöpferischen Talents zu einer musikalischen Feier zu bedienen, mit welcher der Jahrestag des 10. August festlich begangen wer­den sollte. Pleyel durfte sich deshalb auf sein kleines Landgut in der Nähe Straßburgs zurückziehen und schrieb dort unter den Augen der überwachenden Gendarmen in sieben Tagen seine SymphonieDie Revolution des 10. August oder die allegorische Sturmglocke", mit der er ein Seitenstück zur Mar­seillaise schuf. In Wahrheit war diese Symphonie ein lärmendes Spektakelstück, in dem die Glocken und Kanonenschläge nur so dröhnten. Trotzdem wurde sie später im Münster von Straßburg wieder­holt aufgeführt und erfreute sich eines großen Er­folges bei der Menge. Aber kein Verleger fand sich bereit, das Werk zu drucken. Verärgert verkaufte Pleyel sein kleines Landgut und ging nach Paris» wo er eine Musikhandlung und Notendruckerei er­öffnete. sich aber wohlweislich hütete, nun selbst seine Symphonie im Druck erscheinen zu lassen. 3m Jahre 1807 gründete er dann eine Klavierfabrik, die unter der Leitung seines Sohnes Camille Weltruf erlangte. Der Ruf des Klavierbauers hat den des Komponisten Pleyel überlebt.

Gasmaske« als IVeibnacktsgeMenk

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