Einzelbild herunterladen
 

HanaueMWiger

U^VVe«eral Anzeiger fjfe^k Womm (StoW und Land

M«MM

grfchemt täglich mit Lusuchm« der Sonn» ** Feiertage. / Sezugspreis: Mr den halber Monat ÄDLl.-, f6r d«g<mz«nMonat SM. X- ohne Trägerloh« v Einzelnummer Al, FreitagSS, Samstag 1» R-Ksg. / »azeiseapretse: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 2« mm Breite s ZbM» im Sleklameteil von « mm Breite rs R-Ktz. , Offertengebühr so R-Pfg.

M 2LV

«Samstag de«

Srfünungiort und SerichtSfiand für beide Zeile istHanau. , Äi tt*trf<$«Atte*i «**1 6er Lieferung infolge höherer Gewakt, Streik usw. hat der Bezieher feine* «nspmch wf Ziefenmg ober Nachlieferung oder aufRückrahlunz des Bezug-preise«. / M-tatz»orfchrist «. «Ichennms-tage der Anzeige wird feine Gewähr geleistet.,Geschäftsstelle: Hammirfir.S / Fernfpr. SS«, 395t, »SS

28. November

1031

Sturmszenen

auf der Internat. Älbrüftungskundgebung Net dev öffentlichen Kundgebung des internationalen Slbrüstnngskongvesfes W Varis wende« die Redner niedevgeschrien Das Redner-Vodium gestürmt.

Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, führt das Reichsverkehrsministerium zurzeit ernsthafte Verhandlungen über die Möglichkeit der Senkung der Reichsbahntarife für lebenswichtige Güter.

Reichsminister Dr. Groener spricht am Sonntag, abends 18.30 Uhr, im Rundfunk über das Thema Vom Glauben an Deutschland". Die Ansprache wird auf alle deutschen Sender übertragen. ,

Ävvrmv dev ckktndsevuns

paris, 27. Koo. Die heutige öffentliche Kundgebung der Internationalen Ab- rüstungskongreffes im vollbesetzten Trocadero, im größten Saale von Paris, bei der Herriot den Vorsitz führte, mußte abgebrochen werden, da die Redner dauernd überschrien wurden. Die Alamfestanten stürmten dasPodium und es kam zu Schlägereien.

Gestern fand «in . Kongreß her Betriebsräte sämtlicher Industriewerke der Kattowitzer A-G. statt. Di« Betriebsräte forderten fast einstimmig di« Ausrufung des Generalstreiks als Protest gegen die Absicht der Arbeitgeber, 10 000 Arbeiter zu ent­lassen. Die Pertreter der Berufsverbände erklärten, in Anbetracht der starken Erregung unter^der Ar- 6 befiM" " n' ^

in

können,

kr keine Veranlwortung übernèhmen M mm Es mürbe sodann beschlossen, eine Dele-

Gleich, als Herriot die Versammlung eröffnete, wurde er durch Gegenkundgebungen von der Ga­lerie niedergeschrien. Von seiner Ansprache, die er trotzdem zu halten versuchte, war nichts zu ver­stehen. Die Gegenkundgebungèn, die anscheinend vorbereitet waren, lösten Kundgebungen seitens der Versammlungsbesucher aus, die den Redner an­hören wollten. Auch auf einzelne Logen griff die Anteilnahme des Publikums über, und mehrere Logen wurden nicht ohne Widerstand geräumt. Inzimschrn hört« man Pfiffe und alle möglichen

.junut

rett ausjutufi«,

allerdings ziemlich verzerrt ankam. Borah spielte barin auf die Wirtschaftskrise an. Hierauf sprach Painleve, Er betonte den Friedens­willen aller Menschen, bie das gleiche Ideal hätten. Die unproduktiven Militärausgaben würden eines Tages zerstörend wirten, aber Frankreich habe 1919 nicht bie versprochene Garantie erhalten. Wenn Frankreich überzeugt wäre, daß es genügen würde, abzurüsten, um den Frieden herzustellen, würde es mit Erleichterung seine Waffen niederlegen. Dies aber genüge leider nicht. Die friedliche Industrie könne über Nacht durch böse Geister in ein mörde­risches Instrument verwandelt werden. (Beifall.) Painleve sprach von einer Uebergangszeit all­mählicher Abrüstung, bie zur völligen Abrüstung führen müsse. Dem stimme Frankreich im BorgUA

GeÈal-

biè auf Lek Liste gen M machen.

darunter auc ?rs. Lin Teil

Lie wsfènt-

de nur en

Mr Woche

Am Vorabend der Berliner Begegnung zwischen Lavgl und Brüning , war ein bedeu­tendes französisches Bankinstitut insolvent geworden, Wir schrieben damals: an dieser Stelle, daß dies gewiß noch kein Symptom eines allgemeinen Krachs sei, aber ein Be­weis, daß auch die französische Geld- und Handelsmacht nicht unantastbar sei. Für die damaligen Verhältnisse war diese Aeußerung zutreffend, ebenso war. die aus diesen Vorgän­gen gezogene Folgerung richtig, daß durch das Wanken der finanz- und wirtschaftspoli­tischen Selbstsicherheit Frankreichs letzteres geneigt erscheinen werde, ein ehrlicheres Zu- fomtnenmirten mit Deutschland zu . suchen. Man weiß, nichts fürchtet simR-sicher so sehr wie die Verarmung. Schon der Anblick eines Bettlers, von dem ihm bekannt ist, daß er früher im Wohlstand lebte, mit» ihm unbe­haglich. Materiell zwar war Frankreich von der Krise, die andere Staaten

Witz hat gestern dem Sejmmarschall Wollny schnst- lich «nitgeteilt, daß der Protest der Deutschen Wahl- geme in schift gegen die Novemberwahlen zum Schlesischen Sejm im Bezirk Katrowitz wegen ver­späteten Eingangs abgelehnt worden sei. Der deutsche Protest im Wahlbezirk Königshutte wurde nicht Mr Kenntnis genommen. Die Entscheidung über den Protest im Wahlbezirk Bielitz-Teschen wird einer öffentlichen Appellätionsverhandlung über­lasten. Diese Entscheidungen des Oberlandes- ,g«richt«s nmrbe in einer, getanen Sitzung getroffen.

DerehemaK« Kömg Alfons XHI>. von-Sjwnien traf am Frâg um 17.16 Uhr im Münchener .hauptbahlchof ein. Er kam nicht direkt von Pans, sondern mit dem Nürnberger Eil.zug. , Der Ex­könig der drei Tag« in München zu bietben ge= denkt.- reiste ohrn Begleitung.

Sir David Ptu«, der den größten Teil seines Lebens Erforschung der Mikroben und der Ursachen der Tropenkrcmkheiten widmete und ..Sherlock Holmes der Wissenschaft genannt wurde, ist gestern vormittag in London gestorben, als das Begräbnis feiner am Montag »erstorbenen 6rau stattfand.

Die sprozentiae Anleihe der Schweizerischen Bundesbahnen, für die di« Zeichnungsfrist gestern abgelaufen ist, hat einen vollen Erfolg gebracht. Auf die 125 Millionen Schweizer Franken Anleihe sind rund 160 Millionen Schweizer Franken 3M- nungen singegangen, so daß eine Herabsetzung der Zuteilungen erfolgen muß.

Nach einer Erklärung des ©eneratfetretariais des Französischen Gewerkschaftsbundes an men Redakteur desOeuvre" gibt es kiegenwartla in Frankreich 500 000 Doll-Arbeitslose und 1« Mil­lionen Kurzarbeiter, die drei bis fünf Tage in der Woche arbeiten. Die amtliche Statlstit fuhrt zur­zeit 65000 Arbeitslose auf.

blifum mit Beyfall aafgenommen. Allerdings waren auch einige unflätige Ausrufe zu höre«, gegen die das Publikum protestierte.

Gut vernehmlich war eine Botschaft des Stu= dentenvekbandes, worin es heißt, für die kommen­den Generationen sei. der Erfolg der Ab-rüstungs. konferenz eine Lebensfrage.

Als Lord Cecil seine Rede hielt, wurde der Lautsprecher eingeschaltet, so daß der englische Delegierte, der an die französische Höflichkeit appellierte, eimgermatzen verständlich war. Er be­fürwortete die Abrüstung auf Grund internationa­ler' Abmachungen. -Man müsse den Krieg in Zu­kunft unnioglich machen.

* " Alsdann wurde aus Amerika- eine Botschaft des Senator Borah direkt übertragen, di«

, man sollte . n teilweise das

Flugzeugwesen internätivnalisieren, um es in den Dienst des Friedens zu stellen.

Alsdann wurde «ine Botschasi des All­gemein«« Arbeiter-Verbandes (CGT) verlesen, sowie eine Botschaft der Kriegsverletzten und ehemaligen Frontkämpfer, in der diese sich für den Frieden erklären.

Bei Verlesung dieser Kundgebung entstand wieder größerer Lärm, der besonders stark wurde, als der Vertreter der Ciamag das Wort ergriff. Die Demonstranten stimmten die- Mar­seillais« an und der Skandal wurde immer größer.

Um 23.15 Uhr französischer Zeit wurden die Gegenkundgebungen so stürmisch, daß die Gen­darmerie den Sitzungssaal betrat, um bas Podium der Redner und der geladenen Gäste zu schützen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Die japanische BÄkeribundsdelegMron brachte den Ratsmitgliedern zur Kenntnis, daß Eschen den chinesischen und japanischen Truppen aus der ganzen Dertoid-igungslinic von Tienchen seit vor­gestern aber» Feindseligkeit«» im Gange f^Vt« gestern mittag örtlicher Zeit noch mcht ^««stellt -------- spanische Truppenkomrnando habe dringend 5krftärhingcn angefordert, da die Lage der spanischen Kvntingente kritisch werde. In der Gegend von Tientsin stünden etwa 40000 Mann chinesischer Truppen mit zehn Geschützen, während Me japanischen Truppenvorbände sich aus MM Kompagnien, von dsnen nur drei in Itenntn ieum stationiert seien, beschränkten. Diese ©ituatron be­unruhige di« japanische Regierung.

waren.

Das ja

Vervittiste Lebensmittel und Noblen

Die rNkttistev Schiele und Dietelch über die Winterhilfe

Berlin, 27. Rov. 3m Haus Halt« ausschuß des Reichstages gaben heute die Minister Schiele und Dietrich bedeutsame Erklärungen über die bisher durchgeführten und die noch zu ergreifenden Maßnahmen auf dem Gebiete der naturalen Winterhilfe ab. Mi. Nister Schiele verbreitete sich über die Maßnahmen zur Verbilligung der unentbehrlichsten Lebensmittel für die Erwerbslosen, während Minister Dietrich Angaben über die Versor­gung der Bedürftigen mit den notwendigen Heizmaterialien machte.

rteichBevnShvttttgsmruiftee Schiele

wies zunächst auf die Bedeuturlg der ein­zelnen Ernährungserzeugnisse hm. Etwa 28 Prozent der Ernährungsausgaben ent­fielen auf Fleisch und tierische Fette, 1520 Prozent auf. Brot und sonstige Backwaren, 14 Prozent auf Milch und Molkereierzeugnisse und 3,5 bis 4 Prozent auf Kartoffeln. In Berlin werde z. B. an Minderbemittelte und Erwerbslos« auf Grund von Abmachungen zwischen Groß- und Kleinhandel ein Zentner Kartoffeln zu einem um 8090 Pfennige verbilligten Preis abgegeben. In fast allen Großstädten sei auch der Brotpreis für Erwerbslose gesenkt worden. Die Reichsregierung sei bestrebt, eine Mrzuyg der Spanne im Brot- preis allgemein herbeizuführen. Der Minister ging dann besonders auf die Frage, einer Verbilligungs­aktion für Frischfleisch zugunsten der Erwerbslosen ein; Handelspolitische Maßnahmen hätten, da her Schweinebestand von 25 Millionen Stück um fünf Millionen und her.Rinderbestand um eine halbe Million zu hoch sei, für die Gestaltung des Vieh- marktes nur geringe Bedeutung. Wenn man für etwa fünf Millionen Unterstützungsempfänger das Pfund Fleisch um dreißig Pfg. für die Dauer von dr«i Monaten verbillige, so erwachse damit dem

' Sm Aasen Heyscham ist da, Bord des irischen Reichs eme Belastung »von-etwa 15 Millwnen Mark, »analbampfers Duce of Lancester Großfeuer aus- Diese Summe wurde vom Reuhsernahrungs- gebrochen. Das Schiff ist bereits leck und neigt Ministerium aus den Mitteln des Mais-Monopols schon stark nach einer Seite. Die Bassagiere haben vom Ostkommistar und vom Relchsnnanzminister 2 ihren Sachen das Schiff verlassen. getragen werden. Dieser lose damit auch das Der-

sprechen ein, eine Verbilligungsaktion für ein­heimisches Frischfleisch in die Wege zu leiten.

Rektbsfittanzmittrsiev Dieivich

führte aus: Zur Verbilligung der Kohlenpreise, bei der es sich um die Ergänzung einer privaten Aktion handle, seien Maßnahmen ist die Wege ge­leitet, deren Ergebnis noch unübersichtlich sei. Einige Kohlenbezirke hätten zugesagt, Kohlen kostenlos zu liefern, andere zu verblümten Preisen. Ins Gewicht fielen hierbei die Trachten. Die Ruhr- kohlenindustrie stelle eine Million Tonnen Kohlen zum Preise von 10 Mark zur Verfügung, so daß der Zentner 50 Pfg. kosten würde. Wenn eine Familie zehn Zentner bekomme, so würden dies« eine Million Tonnen für zwei Millionen Familien ausreichen. Berücksichtige man die Hilse der ande­ren Revier«, so könnten über zwei Millionen Ton­nen verbilligt an Erwerbslose abgegeben werden. Das Reich sei bereit, noch 12 Millionen Mark bereitzustèllen, um die freiwillige Aktion der Kohlen­syndikate zu verstärken. So wurde es möglich sein, die zwei Millionen Tonnen Kohle aus. den ver­schiedenen Revieren noch um sechs Mark je Tonne zu verbilligen. Er persönlich sei der Meinung, daß eine Reichsaktion zur Verbilligung von Lebens­mitteln für Erwerbslose nur noch beim Fleisch eingesetzt werden müsse.

Ein Regierungsvertreter teilte ferner mit, daß in diesem Winter durch das Zusammenwirken der Erzeuger, der Reichsbahn und des Handels etwa 45 Millionen Zentner Brennstoff verbilligt an Hilfsbedürftige abgegeben würden»

noch leidlich verschont, vstisch aber von ihr bereits ersaßt- Und das steigerte sich von Tag zu'Tag und zwang Volk und Regierung, sich mit M^lichkeiten zu beschäftigen, die ihnen früher widerstrebten oder mindestens nicht so rechtlagen". Die Einsicht wuchs, daß es für Frankreich und Deutschland über alle Span­nungen und Gegensätze hinaus ein Gemein­sames gibt, Europa, auf dessen Boden, in dessen Kullur und Wirtschaft die beiden Na­tionen entweder zusammen leben oder zu­sammen sterben werden. Welche Gefahr drohte, die zu- jener Zeit auch drüben in Frankreich klarer erkannt wurde? Am 11. Dezember 1841 schrieb der deutsche Zettungskorrespon- dent Heinrich Heine aus Paris das seherische Wort:Die Propaganda des Kommunismus besitzt eine Sprache, die jedes Volk versteht: die Element« dieser Univetsalsprache sind so einfach wie der Hunger, wie der Neid, wie der Tod. Das lernt sich so leicht." Die apo­kalyptischen Reiter, wie Albrecht Dürer sie ge­zeichnet hat, sie rüsteten sich und auch Frank- reich wußt«, daß sie weder mit Tanks noch mit Gasbombengeschwadern noch mit Sperrforts sernzuhalten sind. Das reiche Frankreich schauderte es. Bei der Unsicherheit der fran­zösischen finanziellen und wirtschaftlichen Ver­hältnisse konnte ein weiteres Umsichgreifen der Krise auch in Frankreich leicht zu Erfolgen dieser kommuniMschen Propaganda führen. Aus dieser Stimmung reifte die Verständi­gungsbereitschaft, die sich insofern auswirkte, daß in Berlin die Bildung eines deutsch-fran­zösischen Wirtschaftsausschusses beschlossen wurde, von dem man allgemein eine Ver-

reu

en

besserung der Beziehungen erwartete.

So lagen die Dinge um die Zeit des Ber­liner Ministerbesuches herum. Deutschland konnte der französische Verständigungswille auf jeden Fall nur recht sein, denn ein fran­zösisches Freundschaftsverhältnis und Wirt- schaftsbünLnis im Chaos der Weltwirtschaft hätte sich als formende Kraft ersten Ranges bekunden können. Heute scheint dieser Hauch von Verständigungswillen verflogen zu sein. Laval hat inzwischen seinen Besuch in Ame­rika gemacht und von dort ist der französische Ministerpräsident mit einem großen Erfolg heimgekehrt, mit einem Erfolg, der einmal darin bestand, daß m»n sich geeinigt hatte, den Goldstandard aufrechtzuerhalten, daß Frankreich also keine Gefahr mehr drohte, mit seinen Goldbergen eines Tages isoliert dazu­stehen, und zum andern, daß Laval von Hoover das Zugeständnis erhalten hatte,daß derVoung- plan nach Ablauf des Hoover-Feierjahres wieder

Die heutige «ummee umfa-t 32 Seite«