Nr. 2SL
Vanau Giadt und Land
Nouneesta« bett
26. November
1631
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Anzeiger fitt^s
Der preußische Landtag fordert Revision des Voungvianes Eine Kundgebung des Landtages für völlige Einstellung lösliche« Tvibutzablungen Die Wahl des Landtagsvvâstdente« vevtagt - Dev LNitztvauensantvas gegen den Kullusministev
Die Reichsregierung beabsichtigt eine Erhöhung der Umsatz- und Vermögenssteuer. Wie der „Berliner Börsen-Courier" wissen will, wird unter anderem erwogen, von dem System der generellen Umsatzsteuer abzugehen und die in Österreich seit langem angewandte Phasen - Umsatzsteuer auch für das Reich einzuführen. Der Rechiswirtschaftsrat hat sich bereits mit dieser Frage beschäftigt, ohne zu einem bestimmten Ergebnis gekommen zu sein. Dieses System läuft in seinem Prinzip darauf hinaus, daß die durchschnittliche Zahl der Phasen errechnet wird, die jede Ware bis zum Verkauf durchmacht, und daß man feststellt, in welcher Phase die Umsatzsteuer am zweckmäßigsten erhoben wird.
Der Preußische Landtag konnte am Mittwoch die Neuwahl seines Präsidenten nicht vornehmen. Annahme fand mit 184 Stimmen bei 92 Enthaltungen der Linksparteien ein Antrag der Deutschen Fraktion, bei der Reichsregierung auf eine Revision des Doung-Plans mit dem Ziel der Einstellung jeglicher Reparationszahlungen hinzuwirken. Das deutschnationale Mißtrauensvotum gegen Kultus- aninüter Grimme wurde besprochen, die Abstimmung
Der Beschluß des Landtags
Berlin, 25. Rov. Der Preußische Landtag nahm in seiner heutigen Sitzung, über deren Verlauf wir untenstehend berichten, mit 184 Stimmen, bei 92 Enthaltungen der Linksparteien, einen auf die Initiative der Deutschen Fraktion (Volksrechtspartei) zurück- gehenden Antrag des Hauptausschusses an, der eine Revision des Poungplans mit dem Ziele der Einstellung aller Reparationszahlungen verlangt. Auch Zentrum und Skaalspartei haben diesem Anträge zugestimmt, da er in der Richtung der Politik der Reichsregierung liegt.
Der Beschluß des Preußischen Landtages auf Revision des Poungplans mit dem Ziel der völligen Einstellung jeglicher Tributzahlungen ist sehr zu begrüßen. Wir haben früher stets darauf hingearbeitet, mit einem gestärkten Rückgrat auf den Internat. Konferenzen zu erscheinen, um unter Umständen auch einem gegnerischen Ultimatum gewachsen zu sein. Dieses Rückgrat war nicht immer vorhanden. Werden mir es diesmal schaffen? Der Beschluß des Preußischen Landtages kann dazu beitragen und wenn die anderen Länderparlamente
die Deutschnationale Volkspartei daran fest, daß sie für den Fall, daß Leinert gewählt wird, ihre Vizepräsidenten aus dem Präsidium zurückziehen.
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Lange und zum Teil recht scharfe Auseinandersetzungen gab es bei der Debatte über das deutschnationale Mißtrauensvotum gegen Kultusminister Grimme. Der Abg. Oelze
die neue Geschäftsofortgesetzt.
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Gegen das vom Hamburger Schwurgericht wegen der Tötung- des kommunistischen Bürgerschaftsmitgliedes Ernst Henning gegen die Nationalsozialisten Jansen, Bammel und Hoeckmayr gefällte Urteil ist von den Angeklagten wie von der Staatsanwaltschaft Revision beim Reichsgericht angemeldet worden.
Wie die thüringische Polizeidirektion in Gotha "t, sind gestern abend in Geschwenda Anhänger der KPD. auf Waffen durchsucht worden. Die Polizei belegte eine Anzahl Stockflinten, Revolver, Uebungshandgranaten sowie eine größere Menge verbotener Schriften mit Beschlag. Zwei Kommunisten wurden feftgenommen und dem Amtsgericht in Arnstadt zugeführt. Gegen mchrere andere Personen wurde Anzeige erstattet.
mitteilt,
Im Hamburger Hafen ereignete sich ein folgenschwerer Zusammenstoß. In der Höhe des Kohlenhafens wurde der Leichter „Voßfelde" der Bugsierreederei und Vergungs-A.-G-, ein etwa 800 Tonnen großes Fahrzeug, von dem etwa 500 Tonnen großen englischen Dampfer „Lapwing" gerammt. Der Leichter ging unter. Die fünf Mann starke Besatzung des Leichters konnte gerettet werden.
Bei den deutsch-schweizerischen Wirtschaftsver- handlungen haben die Delegationen gestern ihre Arbeiten vorläufig abgeschlossen, um zunächst den beiderseitigen Regierungen Gelegenheit zur Stellungnahme zu dem bisherigen Ergebnis der Verhandlungen zu geben. *
Dem deutschen Botschafter in Washington, von Prittwitz, wurde das Diplom des Ehrendoktors der Rechte der Atlantic University Virginia überreicht, sowie ein von den deutschste! mmigen Bewohnern der Stadt Norfolk gestifteter Doktortalar.
* In Niederkindewiese in Mährisch-Schlesien kam es zu blutigen Zusammenstößen zwsschen Arbeitslosen und der Gendarmerie. Dabei wurden neun Personen getötet..
Wie die schwedische Telegraphenagentur erfährt, hat das schwedische Reichsbankdirktorium beschlossen, die Regierung um weitere Befreiung von der einlösungspflicht zu ersuchen.
politifdjen Festigkeit ist, die wir ‘für die nächsten Wochen benötigen.
widerstände gegen Leinert
Berlin, 25. Nov. Im Preußischen Landtag sollte heute die Wahl eines neuen Landtagspräsidenten vorgenommen werden. Das Haus war stark besetzt. Angesichts der Gerüchte, die vor der Sitzung in den Wandelgängen des Landtags die Runde machten, wonach zwei Fraktionen des Hauses (Deutschnationale und Volkspartei) ihre Vizepräsidenten zurückzuziehen beabsichtigten, wenn der sozialdemokratische Abgeordnete Leinert zum Präsidenten gewählt würde, herrschte starke Spannung. Gleich nach der Eröffnung der Sitzung wurde ein Antrag Graß (Ztr.) angenommen, der die Absetzung der Präsidentenwahl von der Tagesordnung der heutigen Sitzung vorsieht. Für den Dertagungsantrag stimmten alle Parteien mit Ausnahme der Kommunisten.
Zwischen der Sozialdemokratie und dem Zentrum wurden heute zu der Frage der Wahl des Präsidenten des Preußischen Landtags und der von sozialdemokratischer Seite erfolgten Benennung des Abgeordneten Leinert Besprechungen obgehalten. Wie verlautet, werden sich die Fraktionen der beiden genannten Parteien morgen noch damit befassen. Die Deutsche Volkspartei hätt ebenso wie
Wie aus
von Borow drei rui
Wilna gemeldet wird, sind im Gebiet listige Soldaten, die die Grenze mit der Waffe jn der H°nb
überschritten und mit der Waffe in »er Widerstand geleistet haben, von der pw' Grenzwache gefangen genommen worden.
Auf die Frage eines Abgeordneten im englischen Unterhaus, ob die Regierung demnächst -yanoeiv- nerträge mit anderen Ländern kündigen wolle, erwiderte der Parlamentssekretär des Außenhandel-- amtes Colville: Die internationalen Verpflichtungen Großbritanniens auf dem Gebiet dès Handels bilden einen Teil der Frage der Handelsbilanz, du die Regierung prüft. Bisher ist kein Handelsvertrag gekündigt worden. Die Angelegenheit ist noch Ge genstand einer Untersuchung.
1 Näheres stete hn politischen Teil
September eine geheime Besprechung auf dem Boxheimer Hof bei Lampertheim stattgefunden habe, an der die nationalsozialistischen Führer und jetzigen hessischen Landtagsabgeordneten Hauptmann a. D. Wassung, GerichtLassessor Dr. Best, der -Gaufachberater für Landwirtschaft Dr. Wagner, der Wirtschaftsreferent Schäfer, Kapitänleutnant a. D. v. Davidson und der Privatsekretär des Gauleiters von Hessen, Stavinoga, teilgenommen hätten.
Es sei ermittelt, daß, wie vergleichende Schriftproben ergaben, der Gerichtsassessor Dr. Best das Dokument aufgesetzt habe. Gegen Best dürste der etzige hessische Innenminister Leuschner die Amts-
uspension zu erwirken versuchen. Das Dokument
ei benannt als
„Entwurf der ersten Bekanntmachung unserer Führung nach dem Wegfall der seitherigen obersten Staatsbehörden und nach Aeberwin- dung der Kommune (Kommunisten, Marxisten usw. (Die Red.) in einem für einheitlichst Verwaltung geeigneten Gebiet".
Der Entwurf enthalte dann einen Befehl an ! gesamte Bevölkerung, wonach die Bevölkerung jeder Anordnung der 5. A. usw., ich lchem Dienstgrade erteilt, josort Folge n nh“ in inne
die
angeblich einseitiger Personalpolitik und unzureichender Wahrnehmung der deutschen^ Interessen bei Behandlung des MinderheitemSchulwesens durch den Kultusminister. Oelzes Parteifreund Dr. Hoffmann begründete fein Mißtrauen gegen Grimme besonders mit dem Fall Dehn in Halle, für den er - den Minister allein verantwortlich machte. In einer großangelegten Rede brachte Dr. Lauscher vom Zentrum volles Verständnis für die außerordentliche Zwangslage Kauf, in der sich die Staatsregierung bei der schlechten Finanzlage befinde. Auch er äußerte jedoch Bedenken gegen die mechanische Regelung beim Abbau im Volksschulwesen und forderte, daß an der konfessionellen Schule festgehalten werde. Im übrigen lehnte Dr. Lauscher aber das Mißtrauensvotum ebenso ab, wie noch einmal der Sozialdemokrat König- Potsdamm und Dr. Bohner von der Staatspartei.
Die - A bst i m m'u n g wurde auf Freitag in Aussicht genommen. Schließlich nahm der Landtag noch die neue Geschäftsordnung in Angriff. Die wichtigsten Neuerungen sind die Ausdehnung der scharfen Ordnungsbestimmungen auch auf die Ausschuhsitzungen und die Einschränkungen der namentlichen Abstimmungen. Hauptsächlich gegen diese Bestimmungen wandte sich der Volksparteiler Dr. Boe h m. Die Redner der übrigen Parteien sollen am Donnerstag zu Worte kommen.
Haussuchungen bei den Hess. LlationaltoziaMen
Eine gemeinsame Aktion dev vveutzischen und Keksischen «esievuns - Kochveveatevische ilmtriebo?
D a r m s k a d t, 25. Rov. Von der amtlichen hessischen Pressestelle mit mitgeteilt: „Auf Veranlassung des Oberreichsanwalts fanden in Heffn am Mittwoch Haussuchungen bei nationalsozialistischen Führern statt, so insbesondere in der hessischen Gaugeschäftsstelle, dem Braunen Haus in Darmstadt, ferner in den Wohnungen des Sturmführers Hauptmann a. D. Wassung-Darmstadt. des Gerichtsassessors Dr. Best. Amtsanwalt in Alzey, bei dem Landwirt Dr. Wagner, Boxheimer Hof bei Bürstadt, und bei Kapitänleutnant a. D. v. Davidson-Darmstadt. Die Haussuchungen erfolgten wegen dringenden Verdachtes der Vorbereitung zum Hochverrat in der Leitung der RSDAP.. Gau Hessen.
Zu den Haussuchungen bei hessischen nationalsozialistischen Führern wird weiter gemeldet: Heute abend erschienen vor dem „Braunen Haus" in Darmstadt etwa 40 Kriminalbeamte, zum Teil von auswärts. Sie umstellten das Erich-Jost-Haus und riegelten es nach allen Seiten ab, worauf dann eine eingehende Untersuchung aller Behältnisse im ganzen Hause vorgenommen wurde. Don nationalsozialistischer Seite wird erklärt, daß der Polizei auch nicht die geringste Bestätigung für den geäußerten Verdacht in die Hände gefallen sein könne. Beschlagnahmungen seien nicht erfolgt. Man vermutet, daß der Hintergrund der Aktion auf eine Denunziation zurückzüführen sei. Die Nationalsozialisten duldeten innerhalb ihrer Führung keiner- lei hochverräterische Bestrebungen.
Die Vorgeschichte der Haussuchung - Mu gehekmnis- vottes Manifest
Ueber die Vorgeschichte der über- raschendenAktion der Polizei erfahren wir aus Berlin folgende Einzelheiten: Das preußische und das hessische Innenministerium haben dem Oberreichsanwolt ein Dokument und Beweisangaben über feine Echtheit zugeleitet, das von führenden Kreisen der Nationalsozialistischen Partei in Hessen aufgestellt worden sein soll. Nach den Mitteilungen wird die Entstehungsgeschichte des Dokuments dahin erläutert, daß Mitte
efe „wird grundsätzlich m i f dem Tode bestraf t". Weiter sehe der Befehl die Ablieferung jeder Schußwaffe binnen 24 Stunden vor. Wer dann noch im Besitz einer Schußwaffe betroffen werde, solle ohne Verfahren auf der Stelle erschossen werden. Die Todes- strafe werde auch angedroht den Beamten, Angestellten und Arbeitern össenllicher Behörden, die ihren Dienst nicht weilerführen, sowie denjenigen, die die zu erlassenden Notverordnungen verletzen.
Das Dokument enthalte dann weiter Richtlinien für die ersten Notverordnungen, wonach alle Lebensmittel an die Führung oder deren Beauftragte auf Anforderung ohne Entgelt abzuliefern seien und jeder Verkauf von Lebensmitteln verboten werden. Verstöße hiergegen sollten mit Einziehung des gesamten ver- mögens» eventuell auch mit Todesstrafe geahndet werden. Die Durchführung der Volksernährung solle nach dem Dokument durch kollekttv- speisung und aus Grund von Lebensmittelkarten erfolgen, auf die Lebensmittel ohne Bezahlung geliefert werden sollen.
Ein besonderer Verordnungsentwurf des Dokuments „zur Sicherung des gegenwärtigen Eigentumsstandes" spreche aus, daß die Führung „zur Rettung des Lebens der Bevölkerung" gezwungen sei, über den gesamten Ertrag des Volksvermögens und das Vermögen des einzelnen Volksgenossen zu verfügen.
„Es gibt", so sage das Dokument an dieser Stelle weiter, „bis zu anderweiter Regelung kein Privateinkommen mehr."
Dafür werde der gegenwärtige Vermögensstand gesichert durch Verbot von Zwangsvollstreckungen, Hemmung von Verjährungsansprüchen, Aushebung des Zinsenlaufes für Geldforderungen und den Mietzins usw.
Ein besonderer Verordnungsentwurf behandele die nationale Arbeitsdienstpslicht, die jeden Deutschen (nicht Juden usw.) männlichen und weiblichen Geschlechts vom 16. Lebensjahr betreffe, soweit er nicht bei Behörden dient oder der S. A, bzw. Landesheer angehört.
Das Dokument fei von dem hessischen Landtagsabgeordneten Dr. Schäfer dem Volizei- präfidenten in Frankfurt a. W. überreicht worden, weil dieser Abgeordnete, der inzwischen mit der N. S. D. A. V- in Differenzen geraten sei, in ihm illegale Bestrebungen erblicke, die er mit seinem Gewissen nicht habe vereinbaren können.
Die Illegalität werde erblickt in der einleitenden Bemerkung „Nach dem Wegfall der seitherigen obersten Staatsbehörden und nach Ueberwindung der Kommune".
Es wird gesagt, daß dieses Dokument mit seinen Entwürfen auch dem landwirtschaftlichen Sachverständigen bei der Reichsparteileitung der N. S. D. A. P., Darè, zur Kenntnis gebracht und vermutlich von diesem gebilligt worden sei, weil andernfalls die gesamten hessischen Nationalsozialisten aus der
Oie heutige Hummer umfaßt 14 Seiten