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Nr. 270

Dienstag, den 17. November 1931

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sei, daß er einen Tag vorher auf der Rennbahn 350 Mark gewonnen habe.

Dann wurde der Bürgermeister Schneider ver­nommen, der ebenfalls von den Brüdern Sklareks Zuwendungen von über 20 000 Mark erhalten haben soll. Schneider bestreitet, derartige Zuwen­dungen bekommen zu haben. — Weiterverhandlung am Dienstag.

Böß zur Vernehmung geladen

In der Montagsitzung des Sklarek-Prozeffes er­klärte der Vorsitzende, daß Mitglieder des Magi­strats vernommen werden müßten, und zwar soll am Donnerstag um 10 Uhr mit der Vernehmung des Oberbürgermeisters Böß, des Bürgermeisters Scholz und des Stadtsyndikus Lange begonnen werden.

$M Meisterwerke nach vier wahren gesunden

Moskau, 16. Nov. Nach langen zähen Nachfor­schungen ist es gelungen, fünf wertvolle Original­arbeiten, die 1927 aus dem Museum der schönen Künste gestohlen worden waren, aufzufinden. Es sind dies der „Christus" von Rembrandt, Tizians „Ecce homo", „Die Heilige Familie" von Corregio, Carlo Dolcis „Johannes der Evangelist" und Pisa­nos „Geißelung Christi". Die Gemälde wurden an zwei verschiedenen Orten des Moskauer Gebietes gefunden, und zwar in der Erde vergraben in ver­löteten Blechbüchsen und mit einer besonderen Mischung bedeckt, damit sie vor Beschädigungen be­wahrt blieben. Nur das Tizians „Ecce homo" hat etwas durch Feuchtigekeit gelitten, doch wird das Bild jetzt durch einen Fachmann restauriert. Die übrigen Gemälde sind in einwandfreiem Zustand. Initiator des Diebstahls ist der Künstler Kotarew.

Dev Sveitod dev Kürsten- bvaut

Auf mysteriöse Weise ist Elisabeth Volck, jene Frau, die lange als die Verlobte des Prinzen Io­hannes von Liechtenstein gaü, zu Tode gekommen. Nach dem Befund nimmt man allerdings jetzt an, daß sie den Freitod wählte, wobei freilich die Frage nach den Motiven nach wie vor offen bleibt. In der 52. Oststraße in Newycrk, wo sich die neuen Southgate-Wohnungen befinden, ereignete sich eine sehr schwere Explosion, durch die mehrere Wände

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zerstört und eine Anzahl Fenster zertrümmert wurden. Als die Polizei und die Feuerwehr sich einen Weg durch das Trümmermeer gebahnt hatten, fanden sie Elisabeth Volck tot auf der Chaiselongue liegen: vergiftet mit Gas.

Erst vor einer Woche hatte Elisabeth Volck diese Wohnung gemietet. Offenbar hatte sie sie schon in der Absicht bezogen, darin Selbstmord zu begehen. Man fand alle Gashähne aufgedreht. Die Explosion, die das Gebäude in den Grundfesten erschütterte, wurde dadurch verursacht, daß die Volck den brennenden Gashahn im Badezimmer vergessen hatte auszulöschen. Durch ihn entzündete sich das Gasgemisch, nachdem die Volck bereits durch die Vergiftung ohnmächtig geworden war.

Sie erreichte ein Aller von 30 Jahren. Vor etwa mehr als fünf Jahren lebte sie als Studentin in Paris und lernte dort im Hotel Ritz den Prin- Wnnes von Liechtenstein kennen. Er machte ort einen Heiratsantrag, den vas Mädchen

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Bullenversteiqerungen.

Die nächsten Bullenversteigerungen des Ver­bandes Kurhessischer Fleckviehzüchter finden am 2. Dezember in Fulda (Viehmarktplatz), am 3. Dezember in Hersfeld (Stöbt. Halle) und am 4. Dezember in Kirchhain (Stöbt. Halle), eweilig 11 Uhr vormittags statt. .

Ich ersuche ergebens!, die Versteigerungs- termine ortsüblich bekannt zu machen. 88

Hanau den 12. November 1931.

Der Landrat. I. D. Sitte.

tim diese Drücke tobt die grotzo Schlacht in dee Mandschurei

Japanische Posten bewachen die Eisenbahnbrücke über den Ronnlflüß.

Die erste große Schlacht, die den Ausbruch der offenen Feindseligkeit in der Mandschurei einlei- tete, wurde an der Eisenbahnbrücke über den Nonnifluß unweit von Tsitsikar geschlagen. Die Japaner sind noch immer im Vormarsch begriffen, obwohl Rußland unzweideutig erklärt hat, es werde nicht zusehen, wenn seine Interessen an der mandschurischen Bahn berührt werden.

auch annnahm. Sogar die Pläne für die Heirat wurden schon fertig gemacht, als auf einmal die Hofintrigen gegen Elisabeth Volck einsetzten und sie bald in Paris und auch in London und in Wien in der Gesellschaft unmöglich machten, obwohl sach­lich nichts gegen sie zu sagen war. Eines Tages reiste Prinz Johannes ab und hinterließ ihr nur ein Kuvert, das einen Scheck enthielt — den sie zer­rissen zurückschickte. Johannes fuhr dann nach Wien und wurde dort an eine andere — auch nicht aus einem regierenden Hause stammende Dante ver­heiratet. Unter den Papieren der Elisabeth Volck fand man keinerlei Aufzeichnungen, jedoch ein Ver­mächtnis an eine Freundin, der sie chr gesamtes Hab und Gut überschreibt. Man vermutet, daß sie dennoch Aufzeichnungen hinterlassen hat, die somit auch in die Hände dieser Freundin gelangen. Es wird behauptet, daß bereits eines her besten De­tektivbüros telegraphisch von Liechtenstein aus an­gewiesen worden sei, um jeden Preis die Aufzeich­nungen der Elisabeth Volck in die Hände zu be­kommen, ehe sich die amerikanischen Blätter darauf gèstürzt hätten.

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Das Kriminalquartier Saint Germain des Pres hat eine umfangreiche Untersuchung einge-

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Mittwoch den 18. Nov. (Buß- und Bettag) 10 Uhr: Bergkirche. Pfr. Handwerk.

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Mittwoch den 18. Nov. (Buß- und Bettag) Marienkirche

^10 Uhr: Pfr. Göckel. Kollekte.

5 Uhr: Mr. Knell. Im Anschluß Abendmahls­feier mit vorausgehender Vorbereitung. Kollekte.

Iohanneskirche

%10 Uhr: Pfr. Kurz. Kollekte.

11 Uhr: Taufen.

5 Uhr: Kreispfr. Kranepuhl. Im Anschluß Abendmahlsfeier mit vorausgehender Vor­bereitung. Kollekte.

Friedenskirche

Mittwoch den 18. Nov. <Butz- und Bettag) %10 Uhr: Gemeinde-Gottesdienst. Anschließend Feier des heiligen Abendmahls.

5 Uhr: Abend-Gottesdienst.

Pfr. Boos.

Niederländische Kirche

Mittwoch den 18. Nov. sBuß- und Bettag) ^10 Uhr: Gemeinschaftlicher Gottesdienst der wallonischen und niederländischen Gemeinde- Pfr. Munk.

Kath. Kirche Kesselstadt

9 Uhr: Gottesdienst für bie im Weltkrieg ge­fallenen Soldaten.

Am Freitag und Samstag, abends um 8 Uhr, Andacht mit Segen.

Christliche Gemeinde (Sdjnurftr. 10a)

Mittwoch den 18. Nov. (Butz- und Bettag) %10 Uhr- Gebetsvereinigung.

*45 Uhr: Bußtagspredigi.

8 Uhr: Gesangfeier.

Jedermann ist Herzl, eingeladen. (Eintritt frei-

tekten geklärt werden soll, der in einem ihm ge­hörenden Pariser. Hotel vergiftet aufgesunden wurde. Der Tscheche war im Jahre 1923 wegen Vatermordes zum Tode verurteilt worden, jedoch gelang es ihm, sich ein Attest über Geisteskrankheit zu beschaffen und dann aus einer Irrenanstalt aus Deutschland zu entfliehen. Hier lebte er kurze Zeit verborgen in Berlin und reiste dann nach Paris. Der Tscheche heißt Zdenek Hlasivek, ist 42 Jahre und stammt aus Prag Er kam vor einigen Tagen in sein Hotel zurück und beklagte sich über furcht­bare Magenschmerzen. Er legte sich nieder und ver­starb ein paar Stunden später. In den letzten Mi­nuten brachte er mehrfach zum Ausdruck. „Man hak mich vergiftet, meine Feinde haben mich um­gebracht!"

Der untersuchende Polizeirat stellte sofort fest, daß der Tod auf unnatürliche Weise verursacht wor­den war, und verweigerte die Erlaubnis zur Bei­

setzung. Die Obduttion wurde sofort vorgenommen, jedoch wird das Resultat verschwiegen. Bemerkens­wert ist die Aussage der wichtigsten Tatzeugin, einer Tschechin Emma Hlozkove, der Freundin des Ermordeten. Sie sagte: „Mein Freund ist von Landsleuten vergiftet worden. Ich habe Beweise da­für; aber ich werde erst sprechen, wenn ich das Resultat der Obduktion kenne." Bis jetzt ist es den Behörden nicht möglich gewesen, die Vorfälle zu Idurchschauen. Man hat lediglich einiges aus dem

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man alles für möglich halten kann, was um Hlasivek geschieht. Den Mord an seinem Vater be­ging er wegen einer Eifersuchtsangelegenheit. In Prag wurde er verurteilt. Aber man erklärte ihn bald danach, wie gesagt, für irrsinnig und brachte ihn in eine Irrenanstalt und dann in ein Asyl. Don dort aus konnte er leicht entfliehen und mi seiner Freundin ein neues Leben aufbauen.

Voruntersuchung gegen Reins vor dem Abschluß

Berlin, 16. Nov. Die Voruntersuchung gegen Ernst Reins wegen des an dem Geldbrrefträger Schwan im Frühjahr verübten Raubmordes steht dicht vor dem Abschluß. Die Anklage wird gegen Ernst Reins auf Mord und Raub lauten, gegen feine ältere Schwester Sophie auf Beihilfe und gegen die Mutter auf Hehlerei und Begünstigung. Die jüngere Schwester Jenny soll außer Verfol­gung gesetzt werden. Die Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht dürfte in der ersten Hälfte des Dezembers fein. Das Gutachten des Gerichtsarztes bejaht bei sämtlichen Angeklagten die volle Ver­antwortlichkeit und verneint die Anwendbarkeit des Paragraphen 51.

Die Betrügereien bei der Allgemeinen Ortskranken­kasse in Düsseldorf

Düsseldorf, 17. Nov. Ein hiesiger Dentist, der wegen Betrügereien zum Schaden der Allgemeinen Ortskrankenkasse festgenommen worden war, hat im Laufe des Montags vor der Kriminalpolizei das Geständnis abgelegt, durch fingierte Rechnun­gen von der A. O. K. Geld ohne die entsprechenden Leistungen eingezogen zu haben. Er wurde darauf­hin dem Richter oorgeführt, der seine sofortige Ver­haftung anordnete. Ferner wurden im Laufe des Montags noch drei. Dentisten wegen dringenden Verdachts festgenommen, durch fingierte Rechnun­gen ähnliche Betrügereien an der A. O. K. be­gangen zu haben. Wie verlautet, soll die Fest­nahme mehrerer anderer Dentisten wegen des glei­chen Verdachts bevorstehen. Wie hoch die Beträge sind, um die die Ortskrankenkasse geschädigt wurde, steht noch nicht fest.

Drei lote bei einem Flugzeugabsturz

Barcelona. 16. Nov. Ein Marmewafserflugzeug ist bei einem Uebungsflug über dem Hafen ins Meer gestürzt. Drei Personen kamen ums Geben; während der Monteur gerettet werden konnte.

Vier Arbeller durch elektrischen Strom getötet

Soppen st ein (Schweiz), 16. Rov. Leim Bau von Schutzdämmen an der Lötschberg-Linie er. eignete sich heute nachmittag ein schweres Unglück, bei dem vier Arbeiter getötet wurden. Die Arbei­ter waren damit beschäftigt, Eisenschlenen an die Berglehne hinaufzuziehen. Aus noch nicht ermittel­ter Ursache trat im Gang der Aufzugswinde eine Störung ein. Dadurch rollte in großer Höhe das über dag Bahngleis der Lötschberg-Lahn führende Zugseil von der Winde ab und kam mit der elek­trischen Fahrleitung in Berührung. Hierbei wur­den verschiedene Bauteile unter Strom gesetzt. Vier Arbeiter, die mit ihnen in Berührung kamen, wur­den vom elektrisch^, Schlag getroffen und getötet.

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