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Dienstag de«
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IS. November
1931
Vefchräntung der englischen Ginsuhr
Die schädliche LVivkung der Revavationsleistungen - Englische MevtrSlle bis zu ICC Vvoreni
Hindenburg wurde die Urkunde der Inhaber- schaft eines ungarischen Infanterieregiments überreicht.
Der deutsche Botschafter v. Hoesch hatte gestern abend eine neue Unterredung mit Finanzminister Flandin Die Diskussion über die zur Verhandlung stehende Frage, nämlich die Befugnisse des Sachverständigenausschusses, der nach dem Zoung- Plan die Zahlungsfähigkeit Deutschlands neu zu prüfen haben wird, wurde fortgesetzt.
* Die deutsche Handelsbilanz zeigt im Oktober einen Ausfuhrüberschuß von 383 Mill, gegenüber 822 Mill. RM im Vormonat.
5m Lohnstreit bei der Deutschen Reichsbahngefellschaft wurde am Montag der Schiedsspruch vom 11. November 1931 vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt.
5m Preußischen Landtag fand gestern eine Trauerkundgebung für den verstorbenen Präsidenten Bartels statt. Der Vizepräsident Baumhoff und der preußische Ministerpräsident Braun hielten Gedächtnisreden, in denen die Verdienste des Verstorbenen gewürdigt wurden.
Aus Kreisen der hessischen NSDAP, wird mit- Aètellt, daß irgend welche Beschlüsse über Schritte
und das
gefaßt fh
daß auch die von anderer Seite gebrachte Mitteilung, daß ein Mißtrauensantrag gegen die bisherige Regierung eingebracht wird, vorläufig noch nicht zum Gegenstand eines Beschlusses gemacht worden ist. Vor Mitte dieser Woche sind positive Aeußerungen von nationalsozialistischer Seite nicht zu erwarten.
* 5m Calmette-Prozeß unternahmen am Montag die Nebenkläger einen Vorstoß gegen den Sachverständigen Professor Dr. Langstein, der in einer Unterredung auf der Straße geäußert habe, er werde sich bemühen, Professor Dr. Klotz freizube- kommen. Das Gericht erklärte den Antrag auf Ablehnung Dr. Längstem als Sachverständigen für begründet, und dieser schied aus der Reihe der Sachverständigen aus.
Der 21jährige Heinrich Bartkowiak, der in der Nacht zum letzten Freitag seinen Vater, den Poli- zeioberwachtmeister Bartkowiak in Recklinghausen erschossen hat, hat sich bei der Polizei gestellt.
* Der Völkerbundsrat ist gestern in Paris zu einer außerordentlichen Tagung zur Behandlung des Konflikts zwischen China und Japan zusammen- getreten. *
Der Pariser Reuter-Korrespondent meldet: Es verlautet, daß der britische Staatssekretär des Aeußeren John Simon während seines jetzigen Pariser Aufenthaltes mit der französischen Regelung in keine Verhandlungen über die französisch- englischen Reparationen eintreten wird. Die Zu- sammenbunft selbst dürfte zweifellos zur Bereini- Wng der Atmosphäre dienen, doch wird sich Simon mehr mit der Rolle des Zuhörers begnügen.
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Der Generalsekretär des Völkerbundes teilt mit, daß die von der letzten Völkerbundsverfammlung beschlossene einjährige Rüstungspaufe in Kraft getreten ist, und zwar mit Wirkung vom 1. November dieses Jahres ab. Dem Vorschlag haben nahezu 50 Staaten zugestimmt.
Wie die Agence Havas berichtet, entbehrt die aus englischer Quelle stammende Nachricht, die französische' Regierung sei geneigt, König Sets al den syrischen Thron anzubieten, jeder Begründung.
In mehreren Konferenzen zwischen Mussolini, dem Finanzminister und dem Präsidenten des Jnstituto Mobiliars Jtaliano wurde der Statutenplan für das neue Institut durchgesprochen. Das m dem Gründungsgesetzesdekret vorgesehene Mmoejt- kapital von 500 Millionen Lire ist, wie die Agenzia Stefani meldet, bereits gezeichnet und wird wahrscheinlich überschritten werden.
Die türkische Regierung hat gestern allen diplomatischen Vertretungen eine Note zugestellt, wo- nach mit sofortiger Wirksamkeit die Einfuhr gemäß einer genauen Kontingentsliste gedrosselt wird. Die Behörden und staatlichen Instanzen kaufen nur im Auslande, wenn der Verkäufer türkische Erzeugnisse in Zahlung nimmt
*) Näheres stehe im politischen teil
Sine bedeutsame Rede im Unterhaus
London, 16. Nov. Der liberale Handelsminister Runciman kündigte im Unterhaus ein neues Dumpingabwehrgesetz an. In den letzten Wochen hätten im Hinblick auf die mögliche Einführung von Zöllen die ausländischen Einfuhren ganz gewaltig zugenommen. Die Regierung sei daher zu der Ansicht gekommen, daß das beste Mittel, diese außergewöhnliche Einfuhr zu bekämpfen, darin bestehe, dem Handelsministerium Vollmachten zum Erlaß von Notstandsverfügungen zu geben, auf Grund deren auf besondere im Gesetzentwurf angegebene Ware ugattungen ein Wertzoll von nicht mehr als 100 v. h. erhoben werden könne. Diese Notslandsvollmachken würden eine Geltungsdauer von sechs Monaten haben. Die Regierung werde das Unterhaus bitten, das Gesetz bis zum Donnerstag zu erledigen, sodaß es bereits am Freitag die Zustimmung des Königs erhalten könne.
Im Laufe seiner Rede führte Runciman aus: Obgleich die Wahlen hinter uns liegen, ist die Krise weiterhin akut. Wir sind in einer Sage größerer Verlegenheit und Verwirrung als zu irgendeiner Seit, ant die sich irgend jemand im Hause erinnern kann In Bezugnahme auf das Stillhalteabkommen bemerkte Runciman, daß seit September Wechsel, die den Warenverkehr betreffen, zurückbezahlt würden daß aber immer noch sehr große Beträge übrigblieben, die England bei Ablauf des Stillhalteabkommens von Deutschland zu erhal-
Wenn nicht angemessene Schritte unternommen würden, werde das kommende Jahr das schlimmste fein, das die britische Industrie je erlebt habe.
Der einzige Weg zum Erfolg sei, daß England sich jedem sich ergebenden Einzelproblem anpasse. Das ganze Kabinett beabsichtige, alle Fragen mit größter Schnelligkeit zu behandeln. Bezüglich der möglichen Wirkung von Einzelverboten oder beschränkten Einfuhrzöllen auf die englische Industrie betonte Runciman, daß England nichts unternehmen dürfe, um die ausländischen Zahlungen zu behindern. Wir würden töricht sein, so sagte er, genau die Finanzpolitik der Vereinigten Staaten zu befolgen. Die Vorschläge würden sich auf eine Klasse von Fertigwaren und zum überwiegenden Test bereits fertig- gestellter Erzeugnisse beziehen, wie sie in den Ausweisen des Handelsamts unter Klaffe 3 angeführt sind. Diese Klasse 3 enthalte folgende Artikel:
Koks und künstlicher Brennstoff, Töpferei, Glaswaren mit gewissen Ausnahmen, Eisen und Stahl und daraus hergestellte Waren einschließlich Roheisen, Schmiedeeisen, Gußeisen usw., Nichteisen- Metall und daraus hergestellte Waren, Messerwaren, Küchenwaren, Zubehörteile, Instrumente, Werkzeuge darunter wissenschaftliche Instrumente, photographische Artikel, Kinematographen und Filme, Uhren jeder Art und Teile davon, elektrische Artikel und Apparate Maschinen, darunter Nähmaschinen und Schreibmaschinen, Artikel aus Holz und Bauholz, darunter Möbel und Bauholzartikel, Baumwollgarne und daraus hergestellte Waren, Woll- und Kammgarngarne und daraus hergestellte Artikel, darunter u. o Teppiche und Decken, Seiden- und Seidenwaren, Artikel, die aus andern Textilrohmaterialien hergestellt sind, auf Karton aufge-
Die FKämv-e in der Mandschurei Dev «blueNsche Ausvlff auf die Lava««!
London, 16. Nov. Während der Völkerbundsral in Paris Zusammentritt, dauert der Kriegszustand in der Mandschurei unvermindert an. Eine Anzahl englischer Berichterstatter befindet sich in unmittelbarer Nähe der Ereignisse. Nach ihren Meldungen kam es an der ganzen Front des Nonni-Flusses zu schweren Gefechten, wobei nicht weniger als 200 chinesische und japanische Kämpfer den Tod gefunden haben.
Tokio 17. Nov. Das Kriegsministerium hak amtliche Mitteilungen erhalten, wonach das Gros der chinesischen Armee Malschangschins jetzt weniger als 10 Meilen von Tashing entfernt ist. Ihre Kavallerie bedroht den rechten Flügel der Japaner. Sie griff gestern die Japaner bei Sunghuayuan an und tötete 10 Mann auf japanischer Seite, ehe sie zurückgeschlagen wurden.
Entsendung weiterer kava- utschev ^amvfslugzeuge
Tokio, 16. Nov. Der Angriff des General Matschangschen, der heute stütz bei Tchsing gegen
zogene Schmucksachen, chemische Drogen und Farben, Oele und Fette, Leder und Lederwaren, Papier- und Pappe, Fahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge, Gummiartlkel. Fertigwaren, Pelze und andre Häute, Sportartikel, Spielzeug und Spiele.
Wir können eine Uebersicht über unsere Industrie und unseren Handel nicht vorkiber- gehen lassen so fuhr Runciman fort, ohne die Wirkung in Betracht zu ziehen, die die Reparationszahlungen auf den britischen Handel und die britische Industrie in den
Jn gewisser Hinsicht hakten wir in England unter den uns gemachten Zahlungen zu leiden. Die Uebernahme von etwa 350 deutschen Schiffen für England ist tatsächlich der erste Schlag für die englische Schiffbauindustrie gewesen. Es sind Fehler begangen worden, für die England nunmehr zu zahlen Hal. England ist für die Reparakions- und Kriegsschuldenzahlungen in Europa als Elearinghoufe benutzt wordeni Als dann erst einmal Gold aus Deutschland herausgeflossen war, brach das ganze Wirk- schaflsgebäude zusammen.
Die ehemaligen feindlichen Länder haben Zahlungen an Amerika zu leisten. Sie haben dabei große Schwierigkeiten, ihre Waren nach Amerika hineinzubekommen wegen des dortigen hohen Zolls, und Amerika will Dienstleistungen nicht annehmen. Wenn Zahlungen in Waren und Diensten zu leisten waren, so wurden sie zunächst von Deutschland an England geleistet, und England war vor die Schwierigeit gestellt, zu versuchen, den Kredit an Amerika zu transferieren. Die englischen Waren wurden nicht angenommen. Unsere Dienste wurden ebenfalls zu einem großen Teil zurückgewiesen, und England lieferte an Amerika ungeheure Summen von Gold,
die schließlich zu der Krise im August führten. Internationale Transaktionen werden so gehindert. Kriegsschulden und Reparationen sind einseitige Transaktionen. Sie haben einen direkten Einfluß auf die Währung ausgeübt. Daß das Pfund nunmehr in der Nähe von 17 Schilling im Werte steht, war zum großen Teil das Ergebnis der internationalen Finanzbeziehungen der letzten Jahre.
(Fortsetzung auf Sette 2)
die japanischen Truppen erfolgt sein soll, wird vom japanischen Außenministerium nicht als eine allgemeine Offensive der chinesischen Truppen in der Nordmandschurei, sondern nur als ein Scharmützel angesehen. Das Außenministerium kündigt als möglich ab, daß sich die Notwendigkeit ergeben könnte, eiligst Verstärkungen der japanischen Luftstreitkräfte nach der Mandschurei zu entsenden.
T o k i o, 17. Nov. Infolge der ernsten Lage in der nörblidjen Mandschurei sind mehrere Flugzeug- ableilungen, die den Garnisonen in Hamaso, Tatschnarai und Pingway angehören, heute früh nach Mukden abgegangen.
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as wird in Kekse«?
Das politische Tagesgespräch wird völlig beherrscht von dem Ausgang der Wahlen in Hessen. Das ist kein Wunder, denn niemand bestreitet, daß diesem Ergebnis eine symptomatische Bedeutung für die gesamte inner- politische Entwicklung zukommt. Der Wahlkampf ist ganz nach den Gesichtspunkten der Reichspolitik geführt worden und sein Ergebnis läßt einen ziemlich sicheren Schluß zu, wie die Wählerstimmung und die Parteiverhält- Nisse gegenwärtig im Rahmen des Reiches beschaffen sind. Die Geister scheiden sich; bte Tennungslinie tritt immer schärfer hervor, und der Zeitpunkt rückt unaufhaltsam näher, an dem man einfach nicht umhin können wird, irgendwie die Konsequenzen aus den Tatsachen zu ziehen, die sich eindeutig genug in den bisherigen Wahlgängen — Mecklenburg, Hamburg, Anhalt und nunmehr Hessen — widerspiegeln. „Die Flut ist da", stellt der „Berliner Börsen-Courier" fest, „und wer sich weigert, aus einer nun einmal tatsächlichen Entwicklung die parlamentarischen Schlußfolgerungen zu ziehen, wird nichts erreichen als weggeschwemmt zu werden." Freilich meint das Blatt, daß heute oder morgen trie Entscheidung noch nicht fallen könne, da Deutschland, sei es auch nur für Monate, eine Regierungsstabilität brauche. Indes, wird es möglich fein, die Dinge überhaupt noch so lange hinzuhalten? Denn daß die Preußen- und die Reichspräsidentenwahl im Frühjahr eine andere Wählergruppierung zeigen wird, ist kaum anzunehmen.
Die „D. A. Z." und andere Blätter der Rechten mit ihr verlangen denn auch, daß der stürmischen Umgestaltung der Parteiverhältnisse unverzüglich Rechnung getragen werden müsse. Die Machthaber namentlich in Preußen hätten keinerlei Aussicht, dem Vormarsch der Rechtsbewegung Einhalt zu tun. „Noch ist zur Bildung einer arbeitsfähigen Regierung das Zentrum notwendig, und seine Schlüsselstellung ist ihm geblieben. Wer garantiert, daß das im April oder Mai bei den Preußenwahlen noch ebenso fein wird?"
In allen diesen Betrachtungen spielen die Aeußerungen eine große Rolle, die der sozialdemokratische Abgeordnete B r e i t s ch e i d während des hessischen Wahlkampfes in Darmstadt getan und in denen er die Möglichkeit eines Zusammengehens der Sozialdemokraten mit den Kommunisten angebeutet hat. Man ist sich freilich noch nicht ganz klar darüber, ob es sich hier mehr um eine impulsive, in der Hitze der Agitation gefallene Redewendung oder tatsächlich um die Ankündigung eines prinzipiellen Wandels in der bisherigen To- lerierungspolitik der Sozialdemokratie haN- dett, um eine Drohung an die Adresse der Reichsregierung. Das Echo, das Breitscheids Versöhnungsangebot im kommunistischen Lager fand, ist nicht sehr ermutigend für die Sozialdemokraten. Die „Welt am Abend" spottet über die Bankerotterklärung der bisherigen Koalittons- und Tolerierungspolitik, die den Faschismus in Deutschland „ausgepäppelt" habe und behauptet, daß über die sozialdemokratische Kursänderung es im Parteivorstand zu scharfen Kontroversen gekommen sei, da der preußische Ministerpräsident Braun auf der Fortsetzung des bisherigen Kurses beharre.
Was wird das Zentrum tun ? Das ist die Frage, die am Schluß so ziemlich aller Kommentare aufgeworfen wird, die im hessischen Wahlresultat gelten. Von besonderem Interesse ist daher, was die- „Germania" zu sagen hat. Sie zeigt sich begreiflicherweise zunächst sehr erfreut darüber, daß auch in Hessen das Zentrum nicht mit in den Vernichtungsstrudel der bürgerlichen Parteien hineinngerissen worden. ist, und hebt angesichts der überragenden Stärke der drei großen Gruppen, bte noch neben dem Zentrum bestehen, nämlich Nationalsozialisten, Sozial-
Oie heutige Summe« umkatzt 14 Sette«