Einzelbild herunterladen
 

Nr. 269

Montag, den 16. November 1931

Sette 5

Landkreis Sana«

Dörnigheim, 16. Nov. Brieftaubenaus» Ausstellung. Am Samstag und Sonntag ver­anstaltete der hiesige Brieftaubenklub „Heimat­liche" im Gasthaus zum Frankfurter Hof eine lokale Briestaubenausstellung, verbunden mit Siegerschau. Ausgestellt waren 101 Tiere, die größtenteils als Sieger an den großen Verbands- flügm teilgenommen haben. Die beiden Preisrich­ter Ehemann, Mühlheim und Bechthold, Fechen­heim konnten' 11 erste und 14 zweite Preise ver­geben. Die Ausstellung war von Taubenliebhabern aus dem Orte und der Umgegend gut besucht.

Ostheim, 16. Nov Bei dem gestrigen Königs- s ch i e ß e n des hiesigen Schützenvereins e. V. wurde 1. dessen Ehrenvorsitzender Heinrich Jost, 2. Heinrich Ott L, 3. Heinrich Mehrling XV.

Oke KüMehv dev tVesettev-Exvedtto« aus GeSukaud «ach âovenhase«

Aeetd Gelnhausen

8 Aleerholz, 16. Nov. In der Nacht zum Sonn­tag verstarb hier unerwartet der langjährige Hau» Hofmeister und spätere Rentmeister der Gräfl. Isen- burgisch-Meerholzschen Standesherrschaft, Iulius Böhner im Alter von 61 Jahren. Der Verstor­bene, der 37 Jahre hindurch im Dienste des gräf­lichen Hauses Jsenburg-Meerholz gestanden hatte, erfreute sich allenthalben in der alten Grafschaft Meerholz einer großen Wertschätzung.

âttü Vüdinge«

Eisenbahn-Betriebsunfall.

s Büdingen, 14. Nov. Am Freitag abend ent­gleisten im Bahnhof Ranstadt infolge falscher Wei­chenstellung offenbar, eine Lokomotive und etliche Wagen. Personen wurden nicht verletzt, nur eini­ger Materialschaden entstand. Mit den Aufräu- mungsavbeiten wurde sofort begonnen, der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Zu einer wesentlichen Verkehrsstockung kam es nicht. Der in Richtung Gelnhausen fahrende Personenzug 512 er« litt nur eine Verspätung von etwa 20—25 Minuten.

Zur Hebung der oberhessischen Pferdezucht.

s Büdingen, 15. Nov. Eine für ganz Oberhessen und besonders die Hebung seiner Pferdezucht be­merkenswerte Veranstaltung ging in den letzten Tagen im Kreisort Berstadt, veranstaltet von der Landwirtschaftskammer bzw. dem LWK.-Ausschuß für Oberyessen, vor sich In der von der „Pferde- züchtervereinigung für Berstadt und Umgebung ver­anstalteten Eröffnungsversammlung referierte Ab­teilungsleiter Dr, Deuker von der Landwirtschafts­kammer Darmstadt über „Gegenwartsfragen zur Förderung der Pferdezucht" Anschließend fanden Stutenprämiierung, Zugleistungsprämiierung und Hufbeschlagprämiierung statt, denen Dr. Geuer vom Reichsverb and der P ferdszüchter in B erlin bei­wohnte. Höchste Auszeichnung (Staatsmsdaille des Hess. Staatsministeriums) erhielt beim Kaltblut die Stute „Tilla" des Züchters H. Brent 2. aus Griedel. Für den besten Hufbeschlag erhielt der Schmiede- Preis. Außerdem gelangten als Beweis der Gute des gezeigten Pferdematerials, eine große Reihe Preise und Ehrenpreise zur Verteilung.

Eine enttäuschte Hoffnung für Bübingen.

s Büdingen, 14. Nov. Die seit Jahren gehegten Hoffnungen auf den Bau einer Industriebahn vom Reichsbahnhof Büdingen nach den im Waldorte Ochsengemäul, die hauptsächlich der Ausbeute der dortigen Vasaltsteinbrüche und dem Abtransport von Holz aus den Fürst. Menburgischen Waldungen einerseits, und andererseits der Entlastung der Straßen Büdingens dienen sollte, dürften, zum großen Leidwesen der Arbeitnehmerschaft, als enb« e zu begraben sein. Das Schweinfurter BasaU- nternehmen Leimbach, das den Steinbruch „Ochsengemäul" gepachtet, und auch eine bemerkens­werte Beteiligung an dem Bahnbau in Aussicht ge­stellt hatte, läßt gegenwärtig die Anlagen des Stein­bruches abbrechen und -transportieren.

V Düdelsheim, 16. Nov. Die Wanderkochschule des Kreises Büdingen eröffnet am 30. November d. Is. einen Kursus hier in Düdelsheim; inbetracht kommen in erster Linie berufsschulpflichtige Mäd­chen im dritten Pflichtschuljahr; es können aber auch noch ältere Mädchen Aufnahme finden. Die ge­nannte Schule sicht unter Leitung der Lehrerin Frl. Streckhardt und ist dem Kreisschulamt Büdingen unterstellt. An den Vormittagen wird gekocht, wäh­ren an den Nachmittagen Unterricht in Handarbei­ten ist. Die Schule sicht in schr gutem Rufe. Es ist anzunehmen, daß, da die Anmeldungen auch von auswärts ziemlich gut sind. hier in Düdelsheim ein zweimaliger Kurs stattfindet in unmittelbarer Auf­einanderfolge.

Aus Srankkurt a. HL

Zusammenstoß zwischen Lieferwagen und Straßenbahn

r In der Leipziger Straße stieß ein Liefer­wagen mit einem Straßenbahnzug zusammen Die Ehefrau des Krafwagenführers und ein Beifahrer erlitten erhebliche Verletzungen und mußten in das Krankenhaus gebracht werben. Das Auto wurde schwer beschädigt.

Oben: Dr. Kurt Wegener, der Bruder des verstorbenen Grönlandsforschers Prof. Alfred Wege­ner, der an der Expedition als Meteorologe teilnahm, spricht ins Mikrofon. Neben ihm links: Dr. Watkins, der englische Führer der Expedition.

Unten: Der Dampfer „Hans Egede", auf dem die Grönlandforscher nach Kopenhagen zurück kehrten,

In Kopenhagen kamen die Teilnehmer der Wegener- und Watkins-Expedition an, wo sie von Vertretern der deutschen, der dänischen und englischen Regierungen aufs herzlichste begrüßt wur­den. Alle Redner gedachten mit bewegten Worten Prof. Alfred Wegeners, der im Dienste der

Wissenschaft in Grönland

ums Leben kam.

Oke wksse«schaktUchen Gv- aebnksse dev deutsche« Gvdnrand-Expedktèo«

Berlin, 14. Nov. Die soeben zurückgekehrte Gränlandexpedition hat, wie aüs Kreisen, die der Expedttion nahestehen, mitgeteilt wird, eine Füll« von Forschungsergebnissen und Be­obachtungsmaterial mit nach Hause ge­bracht. Was bisher bekannt geworden ist, genügt allein schon, um eine völlige Umwälzung der bis- herigen Anschauungen über Grönland herbejzusüh- ten. Besonders interessant ist, was die beiden Meteorologen, Dr. Georgi und Dr. Holzapfel, be­richten. Es stellte sich heraus, daß die Wetterver­hältnisse über Grönland weit komplizierter liegen, als man bisher annahm. Besonders das berühmte Grönland-Hoch, dem die Meteorologen einen so großen Einfluck auf die mitteleuropäischen Wetter- oerhällnisse zuschreiben, ist wesentlich anders auf­gebaut, als man bisher vermutete. Es reicht nicht nur bis 3 Klm. Höhe, sondern bis 14 Klm. und noch höher in die Atmosphäre hinauf. Ferner herrscht durchaus nicht das beständige klare Wetter,

Betrug, Untreue und Depokunlerschlggung.

: Gegen die Inhaber der zusammengeürochenen Bankfirma Paul Schlesinger-Trier u. Co. in Frank­furt a. M., Paul Schlesinger-Trier und Hugo v. Neufville ist Anklage erhoben worden wegen Un­treue, Betrugs und Depotunterschlagung. Es han­delt sich um einen Fall aus dem Jahre 1929, der im Zusammenhang steht mit dem Zusammenbruch der Firma. Geschädigt ist die Schweizerische Kredit­anstalt. Dieses Institut gab der Bankfirma den Auftrag, für sie Effekten im Betrage von 50 000 Reichsmark zu kaufen und im Depot zu verwahren. Es wird den Beschuldigten nur zur Last gelegt, daß sie den Betrag für sich verwandt und die Effekten nicht angeschafft haben. In den Büchern sollen sie lediglich der Schweizer Kreditanstalt Gutschrift aus Stückekonto gegeben haben.

Zugentgleisung auf einer Ambomslelle.

: Am Samstag vormittag kurz nach 9 Uhr ent­gleisten auf emer Umbaustelle der Bahnstrecke Frankfurt a. M-Niederrad— Griesheim in der Nähe der Gutleutbrücke von einem Materialzug, der Schutt von der Umbaustelle abfahren wollte, sechs Wagen. Vier davon fielen um und blieben auf dem Bahndamm liegen. Der Schutt dieser Wagen rutschte zum Teile auf die am Fuße des Bahndammes vor­beiführende Gutleutstraße und auf ein Gleis der Hafenbahn. Personen wurden nicht verletzt.

Ein blutiger Vorgang im Gerichtsgebäude

: Samstag voâittag kam es im Erdgeschoß des neuen Justizgcbäudes zu einem blutigen Ereignis. Don einem Gerichtsvollzieher war ein Kaufmann zur Leistung des Offenbarungseides vorgeführt worden, doch widersetzte sich der Kaufmann im letzten Moment, schlug und trat um sich und biß

das man gewöhnlich im Sommer auf dem Inland­eis vorfand, sondern es wurden starke Temperatur­schwankungen und viel Nebel und Bewölkung fest- gestellt. Bei der letzten großen Fahrt mit Propeller­schlitten nach der Station „Eismitte" wurde gleich­zeitig auch die letzte Eisdeckenmessung gemacht, die das sensationelle Ergebnis einer Eisdicke von 3000 Metern hatte. Jetzt ist aber sichergestellt, daß die Rieseninsel wie eine gewaltige eisgesüllte Schüssel geformt ist. Weitere wichtige Ergebnisse wird die Auswertung der Schwermessungen bringen. Die Expedition hat als erste solche Schwermessungen im Inneren Grönlands vorgenommen. Es handelt sich dabei um die Frage, ob das durchschnittliche spezifische Gewicht der Festlandsfcholle Grönlands geringer oder größer ist als das durchschnittliche spezifische Gewicht der Erdrinde. Wenn die grön­ländische Festlandscholle leichter als ihre Umgebung ist, so kann man vermuten, daß der felsige Unter­grund der Insel sich emporhebt. Das gesamte Ma­terial der Expedition, die bekanntlich von der Not­gemeinschaft der deutschen Wissenschaft unterstützt wurde, ist bis auf die schwertransportablen Karosse­rien der Propellerschlitten wieder zurückgebracht worden.

dem GevichtsvMzâeher in die Hand. Mehrere Beamte überwältigten den Tobenden, der in eine Türscheibe trat und sich eine stark blutende Wunde am Bein zuzog, die man ihm im Untersuchungs­gefängnis verband.

Aus «ab ««d Seen

Einbruch in das Rathaus von Slockstadt

— Stockstadt a. M., 15. Nov. Aus den Kanzlei- räumen des hiesigen Rathauses wurden in der Nacht zum Samstag zwei Schreibmaschinen und eine Geldkassette mit beträchtlichem Inhalt entwen­det. Zur Verwischung ihrer Spur hatten die Diebe Pfeffer gestreut. Auch Fingerabdrücke konnten nicht festgestellt werden. Allem Anschein nach waren Berufseinbrecher am Werk; verschiedene Um­stände sprechen aber auch dafür, daß Ortskenntnis bestanden haben muß. Zugleich wurde der Kahn der Mainfähre gestohlen und versenkt an der Schleuse Kleinostheim aufgefunden. Das Boot wies sieben Bohrstellen auf. " Zur Verwischung ihrer Spur haben zweifellos die Verbrecher den Kahn benützt und haben ihn versenkt, um nicht den Ort der Landung feststellen zu können.

wegen Unterschlagung einer Million fransen verurteilt

— Mainz, 14. Nov. Der 30jährige Kassierer Emil Klöppel von hier hatte in den Jahren 1924 bis 1929 als Kassierer der Bank von Straßburg

eine Million Franken unterschlagen und wurde, uu^ u^ w>w imuugc iqWiwi>, ^ —^ t-* nachdem er geflüchtet war, von den französischen-Abfahrt klar ist. Wie das Blatt weiter erfährt, ist Gerichten in Straßburg in Abwesenheit zu zwei beabsichtigt, die Gondel, die Professor Piccard zu Jahren Gefängnis verurteilt. Die französische Re- seinem ersten Stratosphärenflug benutzte und die

Konzernfrei

gierung strengte daraufhin «in Ausliefevungsver« fahren mit der Begründung an. Klöppel sei fran-

zöstscher Staatsangehöriger. Nach eingehender Prüfung wurde festgestellt, daß Klöppel deutscher Staatsangehöriger ist. Er hatte sich gestern wegen der Unterschlagungen vor dem hiesigen Bezirks­schöffengericht " zu verantworten. machte gellend, daß er ung an Geschäftsleute in Äraßb

rten. Der Angeklagte ^efähr 700 000 Franken

mrg verliehen und nur

den Restbetrag für sich verbraucht habe. Er sei der Auffassung gewesen, daß er ein stillschweigender Verfügungsrecht über die verliehenen Beträge gegenüber den Kunden der Bank gehabt hätte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten gemäß dem Antrag des Staatsanwalles zu sechs Monaten Ge­fängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft und billigte ihm eine dreijährige Bewährungsfrist zu.

Einbruch in der Hochzeitsnacht

— Bad Ems, 14. Nov. Im benachbarten Fach­bach hatte sich eine Familie zur Hochzeitsfeier in ein Nachbardorf begeben. Als das junge Paar und die Hochzeitsgäste nachts zurückkehrten, fanden sie zu ihrem Schrecken die Wohnung gründlich aus­geräumt. Fast die gesamte Wäscheaussteuer der Braut und zahlreiche Kleidungsstücke sowie ein grö. ßerer Geldbetrag fielen den Dieben in die Hände. Offenbar mit den Verhältnissen gut vertraut, hatten sie die Situation ausgenutzt und waren über das Dach ins Haus eingedrungen.

Von der Anklage wegen Aufruhrs freigesprochen

— Marburg, 14. Nov. Vor einigen Wochen verurteilte das Marburger Schöffengericht zwei junge Burschen aus Olberode wegen Aufruhrs zu sechs bzw. sieben Monaten Gefängnis. Die Ver­urteilten sollten anläßlich einer Tanzlustbarkeit in Olberode dem Feierabend bietenden Landjäger Widerstand geleistet, ihn tätlich angegriffen und andere Burschen zum Widerstand aufgereizt haben, worin Aufruhr erblickt wurde. Die von den Ber- urteilten angestrengte Berufung vor der hiesigen Großen Strafkammer endete damit, daß die An­klage wegen Aufruhrs fallen gelassen und nur Widerstand gegen die Staatsgewalt angenommen wurde. Das Urteil lautete diesmal auf 100 bzw. 50 RM Geldstrafe.

Schadenfeuer in Landau

— Landau. 14. Nov In einem Lagerhaus der Firma Müller u. Co., Kolonialwarengroßhandlung in Landau, brach heute früh gegen %5 Uhr aus bisher unbekannter Ursache Feuer aus. Es gelang den Brand auf das Lagerhaus zu beschränken, doch sind Dorräte an Kolonialwaren im Werte von rund 100 000 RM durch Feuer und Wasserschäden ver­nichtet worden. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.

«US aUev wett

Oev geplante neue Strato- fpKMvenflus?

Augsburg, 14 Nov. Zu dem neuen Strato- sphärenflug von Professor Piccard ist die „Neue Augsburger Zeitung" in der Lage, näher« Mitteilungen zu machen. Danach beabsichtigt Pro­fessor Piccard bereits im kommenden Frühjahr die Vorbereitungen zu einem neuen Stratosphärenflag

Max Eosyns.

zu vollenden. Er organisiert und überwacht den neuen Aufstieg selbst, doch wird weder er noch sein Mitarbeiter Kipfer die Gondel besteigen. Er will zwei Belgiern die Möglichkeit geben, die vorgesche- nen Untersuchungen vorzunehmen, seinen Höhen- weltrekord zu überbieten und an Belgien zu brin­gen. Der Ballon, dessen Hülle noch immer in Augs­burg lagert, wird diesmal nur mit 2000 cbm Wasser­stoffgas gefüllt werden. Er kann dann die Höhe von 16 500 Meter erreichen. Ein mit dem Spezial­gebiet Piccards, der kosmischen Strahlenforschung, vertrauter Physiker, sein Schüler Max Cosyns, hat sich bereit erklärt, das Wagnis zu unternehmen. Da er nicht Ballonführer ist, wird ihm ein Pilot bei­gegeben.

Bei dem Entwurf der neuen Aluminium- k a b i n e, über deren rationellste Form noch Stu­dien im Laboratorium stattfinden, sollen möglichst

wenig Oeffnungen angebracht werden. Der schwarze Außenanstrich der Gondel hat sich als überflüssig er­wiesen. An der unteren Außenwand wird man einen starken Ring befestigen Dieser wird es der Startmannschaft erlauben, den gefüllten Ballon auch bei Wind solange festzuhalten, bis alles zur

W^^/ ^^^^^ ■ 5 0 10bietet Ihnen mehr" .

■ WWW Das behaupten wir nicht nur. Diese neue

W W 3’ 3 Pfennig - Marke tatsächlich so

W W W W W W überragend gut, daß Sie danach ein

^ W W W W W größeres Verlangen haben werden, als es

E^W bei solchen Zigaretten sonst der Fall

Die neue Lesmona SOLO

Auch ohne Mundstück, rund und dick