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Seite 12

Samstag, bett 7. November 1931

Nr. 202

Die „ewige Gvammovbo«- Kadet* - er« ungelöstes

Problem

Zu dem Artikel „Ein« ewige Gram­mophonnadel" in Nr. 258 des „Hanauer Anzeiger" vom 3. ds. Mts. erhalten wir nachfolgende Auslassung eines Hanauer Fachmannes der Sprechmaschinenbranche mit der Bitte um Veröffentlichung. Wir kommen dieser Bitte gerne nach.

Die Red.

Das Problem der Dauernadel ist so alt wie das Grammophon selber; eine ganze Reihe Erfinder hat an ihm gearbeitet, eine umfangreiche Literatur hat es hervorgebracht; aber es hat bis heute keine Lösung gefunden! Alle die vielen Konstruktionen, in den Patentbeschreibungen bestechend geschildert, haben sich in der Praxis nicht bewährt.

Nun macht seit kurzem die Graphit-Dauernadel von sich reden. Was mir Veranlassung gibt, mich hier mit ihr zu beschäftigen, ist der Umstand, daß versucht worden ist, die gute, alte Stahlnadel als ungeeignet, bezw. als durch den Fortschritt überholt hinzustellen; so soll angeblich die Schallplatte schon in ihrer zweiten - Hälfte besonders stark von der Stahlnadel in Mitleidenschaft gezogen werden. Um die Ueberlegenheit der Graphit-Dauernadel glaub­haft zu machen, wich das Vergrößerungsglas zu Hilfe gerufen, welches zeigt, „daß an die Stelle der Spitze der Stahlnadel ein kleiner scharfer Keil ge­treten war, durch dessen Ecken die Tonrillen der Grammophone (!) beschädigt wurden".

Wenn man schon das Vergrößerungsglas zu Hilfe nimmt, dann muß man gerecht sein und auch einmal die „Graphitnadel" darunter legen! Das ist meine Ansicht! Und mir sehen dann staunend, daß die Spitze einer guten Stahlnadel, von welcher in den einschlägigen Geschäften 200 Stück etwa 50 bis 65 Pfg. kosten, nach dem Bespielen einer nor­malen Schallplatte einen Schleifdurchmeffer auf­weist, der meist erst die Hälfte des Schleifdurch- meffers des Dauernadelspieldrahtes mißt. Die Stahlnadel hat also eine wesentlich feinere Spitze behalten und in diesem Zustande (also nach ein­maligem Spiel!) wird sie als fernerhin unbrauch­bar weggeworfen! Man müßte die Stahlnadel schon ' auf eine sehr lautstarke und langspielende Marsch­platte oder dergl. aulleben, um bei der Stahlnadel eine gleichbreite Schleillvike nach Gebrauch zu er­zielen, wie sie. der Spieldraht der Graphitnadel dauernd aufweist.

Der wunde Punkt der Gravhit-Dauernadel aber ist der: Der runde Spieldraht der Gravbitnadel, welcher beim Bespielen immer gleich bleibt, hat einen Durchmesser von 0,20 mm,' die Schallrille da- oeaen ist an ihrer breitesten Stelle (an der Ober­fläche) je nach Fabrikat etwa 0,12 bis 0.135 mm breit! Der Spieldraht der Dauernadel reicht also über die ganze Rille hinaus und lastet auch mit beiden Schultern auf den Zwischenwänden, wie es der gewöhnliche Stahsstist tut, wenn er sehr stark abaenübt und vorschriftswidrig spitzenlos weiter verwendet wird!

Auch hinsichtlich ihrer phonetischen Eigenschaften und des Preises leine Granhitnadel kostet RM 2 65) kann die Granbit-Dauernadel bestimmt keine Vor­teil» her SMblnadel aeaennber bieten.

Ist es aber überhaupt richtig, ohne Nadesmechtes auskommen m wollen? Bleibt nicht ein Rest künst­lerischer Betätiaung uns noch barin erhalten, daß wir aerobe durch den Nadelwechsel und die dabei zu treffend» Wahl der Nadelsorte erst zu einer indi­viduellen Anpassung an den Ebarakf-r des Schall- pl->tf»ninbaft°s anae^alten werden? Wesen der un­endlich melfältiaen Ton-, Klsna- und Klanaiarben- unterschiede werden wir schwerlich alle Scholl- platten, einerlei ob Biolipsolo oder Militärmarsch immer mit der aleichen Nadellorte beimelen wollen' W°'balb denn sonst die vielen Nadelsorten und -störten?

Die Quasitöts-Stahlnadel bleibt also nach wie vor das Ideal für die erakte Schallvlattenobtostuno: sie wird es voraussichtlich noch recht lanae Zeit bleiben, denn hie Lösung des Problems der Dauer­nadel ist durchaus nicht leicht und wird in dem Umfange, wie es sich manche vorst»N»n. vielleicht nix so ganz möglich sein. Hr. Klenk jun.

Menn man ^nheu und Affen vmM

Der holländische Psychologe Professor Weigel nahm kürzlich vergleichende "Untersuchungen vor, in deren Verlauf Kinder von 2 bis 6 Jahren sowie niedere Affen in bezug aus ihre Findigkeit, einen eingeschloffenen Gegenstand aufzuspüren, geprüft wurden. Bei diesen Bergleichsprüfungen handelte es sich darum, daß Futter oder irgendein Gegen­stand in eine Schachtel gelegt, und diese wiederum in mehrere andere, von einander verschiedene

Amerika baut das grbSte Land- und Mallevflusreug der Mett

Das neue Riesenflugzeug beim Probeflug über den Wolkenkratzern von Newyork.

In Amerika wurde ein neues Riesenflugzeug fertiggestellt, das außer der Besatzung 40 Paffa­giere mitnehmen, und das ebenso auf dem Wasser wie auf dem Lande starten und niedergehen kann. Die Räder werden während des Fluges und während des Wasserstarts seitwärts hochgezogen.

Schachteln eingeschlossen wurde, deren Zusammen­stellung man indes bei den einzelnen Versuchen änderte. Die Wahlprüfung bestand vornehmlich darin, daß die Kinder und Affen unter den vielen Schachteln die geeignetsten herausfinden mußten. Als Ergebnis zeigte sich, daß die Kinder bis zum 11. Lebensjahr sich genau so verhielten, wie die Affen, das heißt, daß sie immer die größten und gleichzeitig dunkelsten Schachteln wählten, während sie sich von der Qualität der Schachteln gar nicht beeinflussen ließen.

Die älteste und größte steinerne Brücke der Welt ist die über die Donau bei Regensburg. Sie hat eine Länge von 312 Metern, ist 7 Meter breit und wurde von 1135 bis 1146 von Herzog Heinrich dem Stolzen erbaut.

Svortnachvichien Sweatt

60/94 AH. — VfL. Großauheim AH.

An der Freigerichtstraße stehen sich heute Samstag nachmittag 3% Uhr obige AH. -Mannschaf­ten gegenüber und sollte mit schönem Sport zu rech­nen sein.

Germania Niederrodenbach — Sp.V. Neuses

Das für Sonntag, 15. Nov. angefetzte Ver­bandsspiel findet bereits morgen nachm. 2^ Uhr auf dem Germania-Sportplatz statt. Vorher Referv.

DfR. Kesselstadt — Eintracht Windecken

Morgen nachmittag 3 Uhr stehen sich aus dem Sportplatz Schutzhütte obige Mannschaften im Ver­bandsspiel gegenüber Vorher: Reserven. Weitere Spiele: A-Jgd. — Dörnigheim, 10 Uhr, hier; Schü­ler — Hanau 93 10.30 Uhr, dort.

SpV. Wolfgang — Viktoria 30 Hanau

Obiges Verba ndsterffen findet morgen nach­mittag 2.30 Uhr in Wolfgang statt und ist mit einem äußerst interessantem Kampfe zu rechnen, da beide Mannschaften zur Spitzengruppe der B-Klasse zählen.

V. f. R. Bruchköbel — Hanau 04.

Zum Nachrundenspiel stehen sich morgen nach­mittag 3 Uhr obige Gegner auf dem neuen Sport­platz in Bruchköbel gegenüber. Vorher Spiel der 2. Mannschaften.

Hainslâdker Sp. v. — 1. F. E. Miklelbuchen

Am Sonntag hat der Hainstädter Sp. V. 1925 den spielstarken Kreisligisten Mittelbuchen als Gast. Spielbeginn 3 Uhr.

Kandball.

Turngemeinde 1837

Spiele für morgen: 1. — TSpV. Kl.-Auheim 1., dort, 3.30 Uhr; 2. — Tschft. Kl.-Krotzenburg 1., hier, 10 Uhr; 3. HSV. 1912 Hanau, hier, 11 Uhr; Jugend — TV. Kesselstadt Jugend, 10.30 Uhr, Wilhelmsbad; Damen — 1. HFC. 93 Damen, 9.30 Uhr, Aschaffenburger Straße.

Tgs. Bürgel — TV. kesselstadl

Im entscheidenden Kampfe um den zweiten Ta­bellenplatz stehen sich obige Mannschaften morgen nachm. 3 Uhr in Bürgel gegenüber.

60 Hanau 1. — Tgd. Eichen 1.

Nach dem 4:4 Vorspiel in Eichen darf man auf den Ausgang" obigen wichtigen Pflichispieles, das

am

anntaz nachmittag 3% Uhr an der Freigericht

strafte zum Austrag gelangt, mit Recht gespannt sein. Für Hanau gilt es dabei den ersten Tabellenplatz er­folgreich zu verteidigen, was nach Kampf auch ge­lingen sollte

TFE. Damen — TV. Niederrad Damen

Morgen vorm 10.30 Uhr begegnen sich obige Mannschaften auf dem Sportplatz am Waldefel zum fälligen Verbandsspiel, und dürfte bei der Gleichwertigkeit der Gegner ein interessantes Tref­fen zu erwarten sein.

Hanau 93 Damen — Tgde. 37 Damen

inter- n sch­

Auf das morgen Sonntag 9.30 Uhr vorm. an der Aschaffenburger Straße stattfindende Spiel obi­ger beider Mannschaften, das einen sehr ' essanten Verlauf zu nehmen verspricht, sei mals hingewiesen.

TV. Hochsiadt 1.—TV. 60 Fechenheim 1. TV. Hochsiadt 2. — Tgde. Dietesheim 2.

3:1.

7:0.

Im Rückspiel empfing Hochstadt am Sonntag die spielstarke Mannschäft des TV. Fechenheim und konnte diese nach spannendem Kampfe mit 3:1 be­zwingen Durch diesen Erfolg rückt Hochstadt mit an die erste Stelle seiner Klasse auf Fechenheim ging schon bald nach. Spielbeginn in Führung. Unter starker Anfeuerung der Zuschauer glich dann Schmitz für Hochstadt nach einer schönen Einzelleistung durch placierten Rückhänder aus, um wenig später den Führungstreffer zu erzielen. Nach Seitenwechsel stellte Seng mit einem unhaltbaren Wurf unter großem Beifall durch ein drittes Tor den Sieg end­gültig sicher. — Die 2 Mannschaft gewann leicht I gegen die nur 8 Mann starken Dietesheimer.

Tgs. Niederrodenbach 1. — R. E. Möve Groß, auheim 1. 8:3

Tas. Niederrodenbach 2. — Tgs. Langendiebach 1, 2:0

Tgs. Niederrodenbach Jgd. — Tgde. Neuenhatzlau 2. 1:0

Anläßlich seines Ab turnens am vergangenen Sonntag hatte die Turngesellschaft obenstehende Geg­ner zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Die Spielfolge eröffnete die Jugendmannschaft uni konnte dieselbe gegen die spielstarke 2. Mannschaft von Neuenhaßlau ein 1:0 herausholen. Die 2, Mannschaft, von der zur Zeit einige Spieler gesperrt sind, konnte erst nach hartem Ringen gegen die sehr verbesserten Langendiebacher einen 2:0 Sieg sicher­stellen. Um 3 Uhr fand der Hauptkampf des Tages statt. Großauheim das erst den Handball aufgegriffen hat, erwies sich als nicht zu unterschätzender Gegner, der den Rodenbacher manchmal schwer zu schaffen machte. Daß die Gastgeber dennoch einen hohen Sieg davon trugen, verdanken sie in erster Linie ihrem besseren Kombinationsspiel. Bis zur Halbzeit ftani das Resultat bereits auf 5:2 für Niederrodenbach.

Tgs. Rotzdorf komb. — Jahn Windecken 1.

ö Morgen nachmitag 1 Uhr stehen sich auf dem Sportplatz an der Bleiche obige Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber.

Ringen.

Eiche 01 — 1910 Darmstadt Eiche Res. — A.-Vg. Alzenau 1.

Auf die morgigen Verbandskämpfe im Mann­schaftsringen der Oberligavereine Hanau und Darm­stadt und der Gauklasse Hanau Reserve — Alzenau, sei nochmals hingèw'esen. Anfang der Reserve pünkt- 10 Uhr vormittags, der Oberliga um 10% Turnsaal des Turn- u. Fecht-Wubs

lich Uhr

um im

Bei

Kerbten

Helene Meyer abermals geschlagen

den

den gestrigen Endkämpfen in London um Hutton-Pokal siegte die englische Meisterin Butler, die die Pokaloerteidigerin mit 5:2 schlug.

Kraftfahren.

Rkolorsporkklub Hanau.

Am Sonntag fand die zweite größere Veranstal­tung des jungen Klubs statt, die trotz der schlechten Wirtschaftslage eine sehr gute Beteiligung auch von auswärts aufweisen konnte. Vereinsmeister wurde Herr Otto Will, Hanau, den 1. Preis errang Herr Franz Mohn, Hanau, den 2. Preis Herr Franz Eckart, Offenbach, den 3. Preis Herr Hans Zeller, Hanau. Eine Sonderauszeichnung erhielt für die schnellste Zeit Herr Emil Ochs, Hanau, den Damen- preis Frau Dora Plapp, Hanau.

Kegeln

Seglerverband Hanau und Umgebung.

Der 600 Kugelkampf wurde am Sonntag zu Ende geführt Nennenswerte Verschiebungen kamen nicht mehr vor Ein Teil der 20 besten Werfer aus dem 600 Kugelkamps schoben am Sonntag noch­mals im Training 200 Kugel auf einer Bahn und konnten dabei nachstehend schöne Leistungen erzielt werden: Reutershahn 1086 Holz; Riebel 1070 Holz; Gunkel 1065 Holz; Kaufes 1057

1050; Kronenberger B 1043 Holz; Ruppert 1035 Holz; Boos 1035 Holz; Merck 1022 Holz; Schreiber W .1017 Holz Die diesjährige Klubmeisterschafts­kämpfe nehmen bereits am Sonntag, 15. November ihren Anfang.

VMefSaften

Zwei Abonnenten. Die gesetzliche Miete enthält seit 1. Februar 1924 4% für Schönheitsreparaturen. Davon, daß es sich bei den Schönheitsreparaturen um eine Nebenleistung im Sinne des § 12 R. M. G. handelt, kann keine Rede sein, wie es auch einer besonderen Vereinbarung über die Verwen­dung der 4% nicht bedarf. Dèr Vermieter ist ver­pflichtet, die nach objektiver Maßgabe, gegebenen­falls nach Feststellung durch das ordentliche Ge­richt, vorzunehmendcn Schönheitsreparaturen aus­führen zu lassen, auf deren Vornahme er durch den Mieter unter Umständen verklagt werden kann.

6. Sch. Es besteht keine gesetzliche Bestimmung darüber, wie weit man mit dem Pflanzen von Steinobsthochstämmen 2,50—3 Meter vom Nachbar­entfernt bleiben muß. Bei der Verkoppelungs­kommission im Kreise bleibt man als Norm beim Pflanzen von Kernobsthochstämmen 5 Meter, bei Steinobsthochstämme 2,50—3 Meter vom Nachbar- grundstück entfernt. Eine genügende Entfernung liegt im Interesse des Pflanzers, da es späterhin beim Ernten der Früchte leicht zu Widerwärtig­keiten kommt und der Nachbar sein Besitzrecht an überhängenden Früchten geltend machen kann.

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