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HanaueMzeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 18, SamStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg.« im ReNameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. , Osferiengebühr 50 R-Psg.

Nr. 261

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung ober Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platz Vorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet., Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Femspr. 3956, 3957,3958

6. November

1631

Dev -Kanzle« über die nächsten Aufgaben

-Laas sagt Sttlev ab - Vvüning erklSvir &eitte dauernde Ausschaltung des Vavlaments Die Wâh««ns mutz Nabil bleiben - 1632 das schwerste Sahr süv Deutschland

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Reichskanzler Dr. Brüning empfängt heute die Mitglieder des diplomatischen Korps in einer grö­ßeren Konferenz zum Zwecke der Fühlungnahme als amtierender Außenminister mit den Vertretern der ausländischen Mächte. Es ist wahrscheinlich, daß der Reichskanzler die Gelegenheit wahrnehmen wird, mit den Vertretern der Großmächte die welt­politische Lage zu erörtern Ueber den diplomatischen Verhandlungen zwischen Deutschland und Frank­reich schwebt nach wie vor ein geheimnisvolles Dun­kel. Es ist nicht zu erfahren, wie weit die Verhand­lungen inzwischen gediehen sind. Man erwartet aber allgemein, daß Botschafter v. Hoesch in nächster Zeit weitere Besuche bei dem iranz.srfchen Minister- ^ Präsidenten Laval abstatten wird.

I In politischen Kreisen verlautet zuverlässig, daß

Tcn der ehemalige preußische Finanzminister Dr.

^» Höpker-Aschosf in kürzester Frist in sein altes Amt zurückkehren werde. Ministerpräsident Braun sei atj es gelungen, die Bedenken einzelner Fraktionen, W namentlich des Zentrums zu zerstreuen.

Im Lohnstreit der Deutschen Reichsbahngesell- schast werden die Schlichtungsverhandlungen am Dienstag den 10. November in Berlin wieder auf- ® genommen. Die Verhandlungen finden vor dem . SoMrschlichter, Oberlandesgerichtsrat Dr. Joetten,

Auch Mecklenburg-Schwerin hat sämtliche poli­tischen Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel bis auf weiteres verboten. Eebenfo hat die Stadt Dresden vom 7. bis zunächst zum 11. No­vember ein ähnliches Verbot erlassen.

Die maßgebende Stelle der sächsischen Deutsch- nationalen, der Landesausschuß, beschloß am Don­nerstag in einer mehrstündigen Sitzung erwar- tungsgemäß die Unterstützung des kommunistischen Volksbegehrens auf Landtagsauflösung. Die wiri- schaftsparteiliche Landtagsfraktion tagte ebenfalls. Sie teilt mit, Beschlüsse seien nicht gefaß worden.

* In der Donnerstagsitzung im Sklarek-Prozeß erklärte der Buchhalter Lehmann, daß die Sklareks in den letzten vier bis fünf Monaten für die Herren des Magistrates etwa 1,5 bis 2 Millionen RM ausgegeben hättten.

. Aus Anlaß der Vorlesung des Professors Dehn kam es gestern wieder zu bedauerlichen Zwischen- M fällen. Wenngleich das Universitätsgebäude abge­sperrt war sammelten sich auf dem Universitätsplatz und in den umliegenden Straßen eine mehrtausend­köpfige Menge, hauptsächlich Studenten, die natio­nalsozialistische Kampfrufe ausstießen und den Ab­bruch der Vorlesung Dehns und Zurückziehung der Polizei verlangten. Durch Einsatz starker Polizei­kräfte wurden der Universitätsplatz sowie die an­liegenden Straßen gesäubert, wobei vom Polizei­knüppel Gebrauch gemacht werden mußte. Die Ruhe war in kurzer Zeit wiederhergestellt. Die Vorlesung Professor Dehns ist ruhig verlaufen.

In einer Betrachtung über die deutsch-französische Erörterung des Reparations- und Schulden­problems kommt dieTime s" in ihrem Finanz- teil zu der Schlußfolgerung, daß die Prtvatschulden Deutschlands den Vorrang vor den Reparations­zahlungen verdienten. Es gelte die deutsche Kredit­fähigkeit für Ausländsanleihen wieder herzustellen, das sei aber ohne endgültige Regelung der Kriegs­schulden nicht möglich.

Der amevikanische Kriegssekretär teilt mit, daß das Heeresbudget für das nächste Rechnungsjahr um 44 Millionen Dollar gekürzt werden würde. Es belief sich im gegenwärtigen Rechnungsjahr auf I 481 565 736 Dollar.

In Algeciras (Spanien) ist gestern der General­streik ausgebrochen. Der Verkehr ist stillgelegt, die Läden und Hotels sind geschlossen. Zwischenfälle waren bisher nicht zu verzeichnen. In der Stadt ist ein- Ueberwachungsdienst der Gendarmerie ein« gerichtet worden. Mehrere Gewerkschaftler wur­den festgenommen. Man befürchtet, daß der Streit auch auf andere Städte übergreift.

Aus Mukden trifft die Nachricht ein, daß die Japanischen Truppen bei dem Kampf am Ufer des Nonni-Fluffes mehr als 40 Tote und Verwundete gehabt haben sollen. Ein Telegramm aus Charbin besagt, daß die Chinesen in voller Auflösung sich auf Tsttsikar zurückziehen.

) Näheres siebe im politischen Teil.

Maas gegen MsaSNans- geMchie

Berlin, 5. Nov. Der Reichsausschutz der Deutschen Zentrumsparkei trat heute vor­mittag 10 Uhr im Plenarsitzungssaal des Reichstages zusammen. Der Vorsitzende der Partei, Abgeordneter Laas eröffnete die Sitzung. Mit groher Schärfe wandte sich Laas gegen die Loalitionsgerüchte, die, wie er ausdrückte, in jüngster Zeit von Lreisen außerhalb der Partei in der Öffentlichkeit erörtert worden seien.

Saas führte aus: Die deutsche Zenkrumspartei hat wahrhaftig wichtigeres zu tun, als sich mit dem koalitionspolitischen Gerede auseinanderzusetzen, das in den letzten Wochen gewisse streife außerhalb unserer Reihen in der Öffentlichkeit beschäftigt hat und anscheinend noch beschäftigt. 3n einem Augen­blick, wo die politische Gesamtlage und die parla­mentarischen Entscheidungskämpfe der nächsten Zeit ein klares Work nach dieser Richtung verlangten, wenn nicht mit dem Sturz der Regierung Brüning unabsehbares Unheil für Staat und Volk herauf­beschworen werden sollte, ist ein solches Wort von der Reichskagsfraktion der deutschen Zentrums- Partei in einem eindeutigen Beschluß ausgesprochen worden. Wir ist nicht bekannt, daß inzwischen Tatsachen eingetreten wären, die ge­eignet sind, die sachlichen Voraussetzungen mindern.

Sodann erhielt das Wort der Generalsekretär der Rheinischen Zentrumspartei, Ruffini- Köln, zu einem VortragWie sieht die Partei die Tätigkeit des Reichskanzlers Brüning?" Die Ausführungen des Redners

Die Rede des Reichskanzlers

Rach der Rede Ruffinis (Köln) gab Reichskanzler Dr. Brüning, von der Versammlung stürmisch begrüßt, einen ausführlichen Rückblick über die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse der letzten Monate um dann auf die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft einzugehen.

Der Kanzler führte u. a. aus: Wenn ich in den vergangenen Wachsn nach außen hin weniger hervorgetreten bin und sehr wenig öffentlich ge­sprochen habe, so hatte das seine besonderen Gründe. Einmal war es die Arbeitslast dieser Mo­nate, der zweite Grund lag anderswo. Obwohl ich nicht die Absicht habe, in eine Polemik gegenüber bestimmten Parteien einzutreten, glaube ich, meinen Freunden in der Zentrumspartei darüber einige Bemerkungen schuldig zu sein. Als die Bankenkrise insoweit gelost war, daß wir die Ge­fahr dauernder schwerster Erschütterungen der deut­schen Wirtschaft beseitigt hatten, da war sich die Reichsregierung absolut klar darüber, daß die Aus­wirkungen dieser Kris« in den breitesten Schichten der Bevölkerung im Lande erst einige Wochen spä­ter sich voll bemerkbar machen würden. Das war der gefährliche Punkt von der politischen Seite. Ich habe mich damals darauf beschränkt, einige Ausführungen im Rundfunk zu machen, die nicht den Zweck hatten, Auseinandersetzungen herbeizu­führen, sondern nur das Vertrauen der Bevölke­rung zu schaffen. Denn nicht die Maßnahmen der Reichsregierung als solche haben die deutsche' Kre­ditwirtschaft in jenen denkwürdigen Wochen ge­rettet, sondern der Glaube des deutschen Volkes an diese Maßnahmen und an dem Verantwortungs­willen dieser Regierung. Diese Stimmung aber bot keinen Ansatzpunkt für eine Opposition. Erst als jeder Einzelne die Folgen dieser Krise im Lande fühlte, glaubten bestimmte oppositionelle Gruppen, vor allem der Alldeutsche Verband aus diesen Schwierigkeiten

eine große oppositionelle Bewegung schaffen zu können. Es ist das in einer Form ge­schehen, die in der Unnoblesse über alles Hinausgeht, was mir in Deutschland gewohnt sind. Eine öffentliche Auseinandersetzung war mit Rücksicht auf die Gefahren unserer Lage nicht möglich. Die Regierung mußte diese Kämpfe auf die Reichstaas­tagung verschieben und zeigen, daß sie entschlossen war, noch mehr parteiungebunden als bislang die sachlichen Aufgaben zu erfüllen.

In diesem Winter kommt es entscheidend dar­auf an, zu verhindern, daß die parteipolitischen Gegensätze sich zur Explosion in Deutschland steigern

Was soll denn eine Reichsregieruung machen, par­teipolitisch, koalitionsgemäß in einem Augenblick, wo die Weltwirtschaftsentwicklung politisch und wirtschaftlich Deutschland von Monat zu Monat vor immer neue Situationen stellt? Es gibt nur

einen Weg, und den sind wir gegangen und werden wir alle zusaminen im Kabinett weitergehen, näm­lich den Weg der Ergreifung sachlich notwendiger Maßnahmen.

Wir werden uns nicht daran stören, ob wir heute hier oder morgen da die schärfste Oppo­sition bei diesen Vorgängen gegen uns erwecken. Es gibt nur einen weg. den' Deutschland jetzt geht, den Weg, alles zu tun, und alle Maß­nahmen die notwendig sind, heute und später so aufeinander abzustellen. daß bei der Grat- wanderung an den Abgründen vorbei das deut­sche Volk endlich wieder auf einen sicheren Weg gelangen kann

Nun bedeutet das allerdings nicht, daß man mit Notverordnungen so regieren kann, wie es anscheinend auch die zermürbende und zer­setzende Kritik- und Stimmung in einem Teil der Presse und einem Teile des Landes vielfach zu glauben scheint. Zu glauben, daß ein Programm, das man sich ausgedacht hat, das am Ende einer langen Entwicklung als Pollendung stehen muß, von vornherein auf den Weg einer Notverord­nung einfach in Kraft gesetzt werden kann, ist ein völliger Irrtum.

In Deutschland müssen wir, obwohl wir den Weg zur Amkehr. den Weg der Abstriche am Etat zuerst beschritten hatten, vorsichtig in allen Maßnahmen Schritt für Schritt weitergehen.

Denn das-vielfach Künstliche in der gesamten deut­schen Kreditwirtschaft, das schwankende Fundament, auf dem die Wirtschaft sich in den letzten sechs Jahren überhaupt aufgebaut hat, es hat uns da­zu gezwungen, sehr sorgfältig zu überlegen, welche Maßnahmen man in dem einen Augenblick und welche man später ergreifen muß. Ich darf an eins erinnern, Die Beispiele sind nicht sehr er­mutigend aus den übrigen Ländern der Welt, wenn Schwenkungen und notwendige Maßnahmen radikaler Art auf einmal plötzlich ergriffen werden. Das Volk muß in seinem Verstehen langsam mit­wachsen, damit eine Regierung, die immer getra­gen sein muß von einer Stimmung im Volke, die lange Kette dieser harten Maßnahmen auf die Dauer überhaupt aushalten kann.

And diese Dinge find nun, um das auch ein­mal auszusprechen, nicht so gelagert, daß das

Rotverordnüngsregime eine erleichterte Regie- rüngstätigkeit bedeutet.

d. h. eine Zeit, in her das Parlament nur zu be­stimmten Zwecken und auch nur für kurze Zeit zu«

zeigten, daß die Wählerschaft des Zentrums nach wie vor gesonnen fei, sich vorbehaltlos und entschlossen hinter Reichskanzler Brüning zu stellen. Zur Außenpolitik erklärte der Redner, die Zentrumswähler wüßten dem Kanzler Dank, daß er keine Konzessionen mache, die unserem Willen zur Freiheit und zur rechtlichen Gleichheit entgsgenständen. Im Hinblick auf die Abrüstungskonferenz sei es der Wunsch des gesam­ten Volkes, daß in Zukunft die Beziehungen der Staaten durch Gerechtigkeit und Achtung vor dem FreiheitswAlen jedes Volkes geregelt würden. Dazu fei es innerpolitisch notwendig, ein Auseinander­fallen des Volkes in zwei Kampffronten zu verhin­dern. Der Redner verlangt dringend eine No t- gemeinschaft zwischen Arbeitneh­mern und Arbeitgebern. Ein weiterer all« Redner bittet den Kanzler, den Fragen der Land­wirtschaft und des Mittelstandes besondere Aufmerk­samkeit zuzuwenben. Wenn es dem Reichskanzler gelinge, das Gefühl für die Zusammenhänge der Fragen zu vermitteln, werde er Sieger sein und bleiben.

sammsntritt, etwa der Reichsregierung mehr freie Zeit gebe. Das ist ein absoluter Irrtum. Wenn auch diese Notverordnungsgesetzgebung nicht letzten Endes eine Gesetzgebung des Reichskabinetts ist, so ist unter allen Umständen gerade wegen der be­sonderen staatsrechtlichen Art dieser Rotverord» nungsgesetzgebung es notwendig, vorher einiger­maßen überall das Terrain so zu sondieren, daß man mit einiger Gewißheit sicher ist, eine Notver. Ordnung des Herrn Reichspräsidenten vor der Ge­fahr der Ablehnung im Reichstage zu schützen.

Dazu kommt noch ein anderes. Das Verlan­gen, daß man jeden Augenblick an die Oeffentlich- keit mit einem neuen Programm herantreten soll, die Kritik, die an der Nichterfüllung dieses Per­langens geübt wird, beweisen, daß viele den Ernst der Situation, in der sich Deutschland befindet, überhaupt noch nicht erfaßt haben. Es wäre wirk­lich fehr wünschenswert, wenn auch ein Teil der deutschen Presse mehr sich den politischen und mirt« schafft schon Ereignissen in der übrigen Welt im Vergleich zu der deutschen Entwicklung beschäftigen möchte und so Sinn für die internationale Ge­bundenheit eines Teiles dieses Maßnahmen schaffen würde. Statt dessen habe ich feststellen müssen, daß sogar umgekehrt ein Mitglied der Deutschen Volks­partei in einer ausländischen Zeitung sich bemüht, das Verständnis des Auslandes für die Lage in Deutschland zu erschweren. Wenn man schließlich unter allen Umständen Auseinandersetzungen her- beiführen will, so kann es geschehen.

Üch habe keine Angst vor Auseinandersetzungen, aber ich suche sie bewußt zu vermeiden, weil ich mir immer sage. es hat wirklich keinen Zweck, in diesem Winter sich auf sinnlose Geplänkel und parteipolitische Auseinandersetzungen ein­zulassen, statt jede Minute dazu zu benutzen, um sich zusammenzufinden und gemeinsam an der Rettung des Vaterlandes zu arbeiten.

Die Zentrumsfraktion hat,, weil sie fest war, weil sie klug war, -weil sie verantwortungsbereit war, allen diesen Anstürmen gegenüber glänzend aus-ge« halten. Wenn andere Parteien denselben Mut ge­habt hätten, dann würden sie heute nicht derartige Verluste an die radikalen Parteien M verzeichnen haben.

Ich möchte hier ganz ftar aussprechen, daß ich , nicht beabsichtige, das Parlament etwa dauernd oder auf längere Zeit auszuschallen.

Auch die Krise des Oktobers, die ich vorher gefühlt habe, hat ihr ungeheuer Gutes gehabt, denn es sind für gewisse Stimmungen Ventile geschaffen wor­den, und die Reichsregierung ist sehr viel stärker augenblicklich für die außenpolitischen Verhandlun­gen als wenn, sie die Entscheidungen, die in der Oktoberwoche gefallen sind, auf den November oder Dezember vertagt hätte. Das einzige, was wir wol­len, und was unbedingt notwendig ist, ist, daß man uns dann nach solchen Tagungen für die Not­zeit und nur für dies die freie Zeit der Arbeit läßt, weil es unmöglich ist, bei diesen täglich neu sich aufdrängenden Aufgaben gleichzettig diese schnell zu erledigen und das Parlament hier ver­sammelt zu haben. Ein anderer Zweck ist mit die­ser Volitik unter keinen Umständen verbunden.

Die Reichsregierung denkt an alle Kreise und alle Berufsschichten der Bevölkerung bei allen ihren Maßnahmen nicht nur im Opfer, sondern auch in der Hilfe. Hier aber fehlt es an dem Verständnis für die Zusammenhänge wirtschaftlicher Art na­mentlich im deutschen Volke ganz außerordentlich. Die Abstimmung der Landvolkparts! im Re'chstage zeigt doch in ganzer Deutlichkeit, daß ein Teil der Landwirtschaft die wirkliche Lage Deuftchlands und die eigene Situation noch nicht erfaßt hat. Wir haben, um ein Beispiel zu nennen, praktisch doch jede Viebeinfuhr unmöcrlich gemacht. Wir sind also sozusagen zu dem lückenlosen Schutz in dieser Beziehung gekommen, der jahrzehntelang die

Forderung der Landwirtschaft war. Ist denn dadurch nun etwa eine Rentabilität der Landwirtschaft, die sich besonders auf Viehzucht einstellt, erzielt worden? Die Preise sind weiter heruntergegangen und hier kommt doch der Punkt, den jeder Landwirt endlich einmal erkennen muß:

Wenn man sich überhaupt zollvolilisch oder durch Devisenbewirtschaftung völlig auf alten Gebieten von der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte abschließen würde, dann würde nicht mehr die Höhe des Zolles, sondern die Kauf­kraft der Bevölkerung allein den Preis bestimmen.

Das möge in alle Kreise der Landwirtschaft hinein­getragen werden. Wie soll man sonst die außer« ordentlichen Maßnahmen, die für d'e Landwirt«

Die beuttge Kummer umfaßt 16 Seiten