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Xt. 259

Mttkwoch, den 4. November 1931

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Abendland verlegte, war einst ein Vorposten euro­päischer Kultur, die Brücke, die den geheimnisvollen Orient mit der Zivilisation des Mittelmeerbeckens verband. Die Geschichte des Kaukasus ist heute erst spärlich erleuchtet. Das sagenhafte Kolchis der Grie­chen verliert sich im tiefen Dunkel grauer Vorzeit, in Sage und Mythos Vielleicht werden die Archä­ologen die unbekannten Rätsel lösen.

Von höchster Bedeutung sind die Funde, die eine Kommission russsischec Archäologen kürzlich in dem sogenannten Gebiet von Balkarien int Herzen des Kaukasus gemacht hat. Die Gegenstände, die man dort in alten Grabmälern gefunden hat, lassen dar­auf schließen, daß zwischen der Kultur der kau­kasischen Urstämme und der Religion der alten Aegypter ein inniger Zusammenhang bestand. Be­sonders bemerkenswert ist die Abbildung einer Gott­heit in Gestalt eines in der Mitte eines Kreises stehenden Menschen. Dieser kleine Sonnengott, der, man könnte sagen, geometrisch, gestaltet ist, erinnert an die Figuren der alt-ägnptischen Götter und zwar vor allem an den Gott Bes. Noch wichtiger sind authentisch alt-ägyptische Hausratgegenstände, die in den Grabkammern des Plateaus von Balkarien gefunden worden sind

Diese Funde deuten auf' eine enge Verbindung hin, die zweifellos zwischen dem Kaukasus und der Kulturwelt der Anttke bestanden haben muß. Aber nicht nur nach Aegypten, sondern auch nach Griechenland, Assyrien und Babylonien liefen die Fäden, spannten sich Beziehungen kultureller und wirtschaftlicher Natur. Im kaukasischen Kolongebiet hat man Bronzegeräte gefunden, die deutliche Spuren assyrisch-babylonischen Einflusses tragen. Wie es im alten Aegypten der Fall war, spielte auch bei den kaukasischen Stämmen die Bearbei­tung von Kupfer und Bronze für allerlei Ge­brauchsgeräte eine außerordentlich wichtige Rolle. Dafür gab es ja die schier unerschöpflichen Erz­lager des Gebirges, die den Einwohnern seit Men­schengedenken leicht erreichbares Rohmaterial für ihre Waffen und Hausgeräte lieferten. Ueberaus bedeutungsvoll sind die Funde von originellen Lehmkrügen, die mit hoch künstlerischen Ornamen­ten, in einigen Fällen sogar mit Silberplatten verziert sind. Diese Funde lassen nur den Schluß zu, daß bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. Geburt in diesem wilden, nur durch schwer begehbare Schluchten zugänglichen Land eine hohe Kultur geblüht hat, in der die Kunst des Handwerks und die Bearbeitung von Metallen auf hoher Stufe standen. Die Entdeckungen der russischen Gelehrten rücken daher die Geschichte des Kaukasus in ein ganz neues Licht. Sie beschwören eine großartige Vision der Vergangenheit: die Einheit der an den Gestaden des Mittelmeers geborenen Kultur, die sich über die ganze Welt der Antike, bis in die entlegensten Winkel des sogenannten Skythenlan­des erstreckt hatte.

Die Sowjetregierung, die die planmäßige Er­forschung der Geschichte des Riesenreiches mit gro­ßer Energie betreibt, hat auf Grund der Funde im Kaukasus beschlossen, der weiteren Erforschung dieses Gebietes ihre besondere Aufmerksamkeit zu­zuwenden. Dabei kommen den Gelehrten, die im Gebirge tätig sind, die modernen technischen Hilfs­mittel vorzüglich zustatten. Daß bei dieser Ge­legenheit auch überaus fesselnde Aufnahmen kau­kasischer Bergstämme entstehen, die von der übrigen Welt abgeschieden leben, bedeutet eine wertvolle Bereicherung nicht nur der ethnographischen Wissenschaft, sondern auch des Kulturfilmschatzes der Welt,

Die Einweihung des neuen Wahrzeichens von Rio de Laneivo

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fahr der „Gewöhnung" an das Morphium entsteht. Diese „Gewöhnung" ist bekanntlich ine Hauptursache der sogenannten Morphiumsucht, denn die Kranken steigern die Gaben im Laufe der Zeit und gewöh­nen sich schließlich so sehr an den Genuß dieses Rauschmittels, daß sie ihm nicht mehr entsagen können. Es entsteht eine chronische Morphiumver­giftung des ganzen Organismus, die die entsetzlich- sten Folgen hat. Entzichungskuren sind meist er­folglos oder wirken nur kurze Zeit. Durch die Ent­giftung des Morphiums sind diese Gefahren abge­wendet. Das Morphium wird nur noch segensreich wirken, ohne die furchtbare Kehrseite der Der- giftung und Zerstörung des Körpers zu zeigen. Das wichtigste dabei ist, wie Versuche zeigten, daß die sogenannte „Entwöhnung" nach längerem Ge­brauch des entgifteten Morphiums leicht und in kurzer Zeit durchgeführt werden kann. Bei dem giftigen Morphium waren diese Entziehungs- oder Entwöhnungskuren schwierig, weil der Körper be­reits an das Gift gewöhnt war, und in solchen Fällen eine völlige Entbehrung mit großen Dualen verbunden ist. Das wissen in harmloseren Fällen auch die Raucher, wenn sie aus irgend einem Grunde den Tabakgenuß abschwören. Es sind nicht nur, wie man eigentlich annehmen sollte, ange­nehme Empfindungen, die der Körper hat, dem das Gift nicht mehr zugeführt wird, sondern man hat mit allerlei Beschwerden zu kämpfen, obwohl es '-beinbar widersinnig ist, daß die Gesundung durch Gistentziebung van dem Körper unangenehm empfunden wird. In viel größerem Umfange machen ^ diese Wirkungen bei der Morphium­entziehung bemerkbar. In Zukunft werden derar­tige Erscheinungen nicht mehr auftreten. Das Ende des Morphinismus ist gekommen.

Die neue riesige Lhrlstusstakue auf dem Lorcovadobecg bei Rio de Janeiro wurde feierlich eingeweiht. Am Abend wird das Denkmal von Hunderten von Scheinwer­fern bestrahlt, so daß es gegen den südlichen Nachthimmel wie ein leuchtendes Kreuz er­scheint. Zum ersten Male wurden die Lichter durch Marconi von Italien aus entzündet.

Der potttifOe Mord im MachiK«ioS«s

Dke Schöffe auf AenMns vor Gericht

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Das Ende des „Morphinismus" Eine epochale Entdeckung Professors Muchs Professor Much, der Leiter des Hamburger In­stituts für Jmmunitätsforschung, der jüngst als Sachverständiger im Calmette-Prozeß der Oeffent- lichkeil bekannt wurde, hat eine Entdeckung ge­macht, die zum Segen für die Menschheit werden kann und wird, sobald sich die großen Erwartungen erfüllen, die man nach den bisherigen Versuchen an diese wissenschaftliche Erkenntnis in, Fachkreisen knüpft. Es gelang ihm, Mittel zu finden, um die Reiz- und Genußmittel völlig zu entgiften, ihnen also alle Annehmlichkeiten zu lassen, ohne daß sie schädigend wirken können. Die Natur hat zwischen Mensch und Reizmittel eigenartige Beziehung» ge­schaffen: Sie wirken nämlich meist als schwere Gifte stark gesundheitschädlich. So ist es mit dem Kaffee, dem Alkohol, dem Tabak, ja sogar mit dem Morphium bestellt, das ursprünglich wegen seiner schmerzstillenden Wirkung als ein großer Segen für die kranke und leidende Menschheit emp­funden wurde, bis sich herausstellte, daß es durch Gewöhnung des Körpers an das Gift zum „Morphinismus", also zu einer schweren chronischen Vergiftung führen kann. Tausende der furchbarsten Tragödien von „Morphiumsüchtigen" beweisen, welche unheimliche Gewalt dieses Gift auf den Körper ausübt. Jahrelanges Siechtum, völliger Körperverfall, geistige Umnachtung und Selbstmord find die Folgen, zumal es nur sehr schwer gelingt, den Kranken das Morphium zu entziehen. In letzter Zeit erregte das tragische Schicksal der Maria Orska, die dem Morphium verfallen war, in der ganzen Welt Aufsehen und Mitempfinden Das Bestreben der Wissenschaft geht seit lanaer Zeit da­hin, die Reiz- und Genußmittel ihrer Gifte zu be­rauben, ohne jedoch ihnen die Geschmack- und Be­täubungswirkung zu nehmen. Es schien, al» ob dieft beiden Ziele mit einander nicht vereinbart werden könnten. Die Natur schien gerade dem Gist die wohltuende und angenehme Wirkung vorbe­halten zu haben. Diese Anschauung ist aber falsch.

Professor Hans Much hat wie er in der „Me­dizinischen Welt" ausführt, eine Möglichkeit gefun» den, die Gifte zu „binden", und zwar durch

Hamburg, 3. Nov. Die Ermordung des 'Bürger­schaftsabgeordneten Henning, der in der Nacht zum 15. März von drei Mitgliedern der Nationalsoziali­stischen Partei im Nachtautobus erschossen wurde, hat seinerzeit trotz der Gewöhnung an die fort­schreitende Verrohung des politischen Kampfes in ganz Deutschland berechtigtes Aufsehen und Empörung hervorgerufen. Handelte es sich doch nicht um ein aus der Hitze des politischen Strettes entstandenes Verbrechen, sondern um einen kaltblütig ausgeführten Meuchelmord, der zudem mit größter Brutalität, ohne Rücksicht auf das Le­ben der unbeteiligten Fahrgäste vorgenommen wurde.

Die Nation alsozialifti sch e Partei rückte damals sofort entschieden von den Tätern ab und erklärte, daß sie sich durch ihr Vergehen selbst aus der Partei ausgeschlossen hätten. Hiller betonte in einer Er­klärung dasselbe, wies jedoch darauf hin, daß den Irregeleiteten menschliches Mitleid nicht zu ver­sagen fei und daß er deshalb den nationalsozialisti- fchen Parteianwcut und Abgeordneten Dr. Frank II (München) beauftragt habe, die Verteidigung zu übernehmen.

Die Verhandlung im Prozeß gegen die Mörder begann heute vormittag mit der Vernehmung der angeklagten Nationalsozialisten. Die Angeklagten werden von Dr. Racke-Hambura und Dr. Frank II» München verteidigt. Der 22 Jahre alle frühere Polizeibeamt« Jansen gab zu, auf Henning ge» schossen zu haben. Der 26jährige Angeklagte B a m- mel bekannte sich schuldig, während der 28jährige Hueckmayer, der bereits mehrfach wegen Dieb, ftahls und Bettelei vorbestraft ist, nur in der allge­meinen Aufregung in die Affäre hineingekommen fein will.

Der Angeklagte Jansen sagte wu;„ daß er 1927 in den Hamburger Polizeidienft getreten, we- gen national sozialistische r Propaganda aber wieder entlassen worden sei. Er gab an, „das herrschende System" zu hassen, konnte aber nicht formulieren, was er unter diesem System verstehe. Jansen war Angehöriger einer Sturmabteilung und von seinem Sturmführer am 14 März beauftragt worden, eine kommunistische Versammlung in Zollenspiecker zu überwachen. Er wurde von Bammel und Hueck- mayer begleitet. Bamel sorgte für die Piftolen- munition. In Zollenspieker standen 25 SA.-Leute

chemische Stoffe wie Lipoide, fettähnliche Stoffe, und Pflanzensauren, di« die vorteilhafte Eigenschaft besitzen, die Giftstoff« in den Genußmitteln an sich zu ziehen, unschädlich zu machen, kurz zu binden, ohne den Geschmack im Geringsten zu beeinflussen. Jeder wird also in Zukunft in der Lage sein. seine Tasse Kaffee völlig unschädlich zu machen, und auch am spätesten Abend sein „Schälchen Heeßen" zu trinken, selbst dann, wenn er sonst nach Kaffee „kein Äuge zumachen" kann, denn es hat sich bei Versuchen ergeben, daß auch die überempfindlichsten Menschen, die schon nach einer Tasse Kaffe« Herz­krämpfe und Hautaugschläge bekommen, nach dieser Behandlung des Kaffees keinerlei Erscheinungen

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für ihren Schutz bereit. Als die drei Angeklagten um Mitternacht mit einem Autobus von Zollen-' spieker nach Haus fuhren, will Jansen einen der Passagiere für den kommunistischen Bürgerschafts- abgeordneten Andre gehalten haben, der bei den Nationalsozialisten sehr verhaßt ist. Jansen gab jedoch an, sich nicht mehr genau entsinnen zu kön- nen, wie es zu der Schießerei gekommen sei.

Bei der weiteren Vernehmung des Jansen er­klärt der Angeklagte, er habe dreimal geschos­sen, aber nicht nur aus Henning. Er hab« weder Henning noch Lahnbley gekannt. Seine Tat er­klärte er aus seiner Trunkenheit. Er bereue die Tat und wolle verurteilt werden, nur solle man ihn nicht so viel fragen. Es folgte die Vernehmung von Bammel, der bei einer Schiffsmaklerfirma angestellt war. Auch er spricht von dem besonderen Haß der SA.-Leute auf politische Gegner. Er will erst spät und ungenau von dem Auftrag benach­richtigt worden sein. Ein Parteigenosse habe ihm die Waffe gegeben, für die er sich dann Patronen gekauft habe. Die Fahrt sei sehr lustig gewesen, man habe gelacht und viele Scherze gemacht. An den Vorgang im Wagen kann sich auch Bammel, der stark betrunken gewesen sein will, angeblich nicht genau erinnern, doch gibt er zu, auf Henning geschossen zu haben.

Im Verlauf der Verhandlung ergibt sich, daß zweiffelos die drei Täter nach dem Mord eine ein­gehende Aussprache mit ihren Vorgesetzten gehabt haben, die ihnen, da keine Mittel für eine Flucht zur Verfügung standen, rieten, sich selbst zu stellen.

Nach der Mittagspause erfolgte die Vernehmung des Angeklagten Hueckmayer. der gefragt wurde, wie er zu der NSDAP, gekommen sei. Er legte ein recht verworrenes politisches Bekenntnis ab. Die Angaben des Angeklagten weichen nicht wesentlich voy denen seiner Kameraden ab. Er erklärte zu der Tat, daß es zwischen Henning und Cahnbley auf der einen und Jansen auf der anderen Seite zu einer erregten Auseinandersetzung gekommen sei. Er, Hueckmayer, habe nur in die Luft geschossen. Auch wußte er nicht zu erklären, wie Projektile aus seiner Waffe in der Leiche Hen­nings gefunden werden konnten. — Hueckmayer be­stätigte gleichfalls die Unterredungen mit Partei­führern nach der Tat.

krankhafter Art ausweisen. Es ist, als ob sie keinen Kaffee getrunken hätten. Die Methode wird noch geheim gehalten, bis sie geschützt ist. Nur soviel kann gesagt werden, daß das „Entgiftungsmittel" aus einem kleinen Würfel besteht, der bequem überallhin gebracht werden kann. Die Masse löst sich im heißen Kaffee auf und „bindet" die Gifte, so daß ein völlig unschädliches Genußmittel, ent­steht. Aehnlich verhält es sich mit anderen Giften, wie z. B. dem Morphium. Für die leidende Mensch­heft sind die Erfolge, die aus diesem Gebiete erzielt worden sind, von allergrößter Bedeutung, denn in Zukunft wird es möglich sein, den Kranken schmerz­lindernde Mittel zu verabreichen, ohn« daß die Ge-

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Am 9. November findet in Bern eine „Gasschutzkonferenz" statt

Alle zivilisierten Völker sind bestrebt, sich gegen die furchtbaren Gefahren der Gasangriffe in einem etwaigen Kriege au schützen. Der Schweizer Bun­desrat hat zum Schutz der Zivilbevölkerung gegen den chemischen Krieg eine Konferenz beschloßen, die am 9. November d. I. in Bern zusammentreten wird, um über die Organisation eines Nachrichten« und Alarmdienstes, die Herstellung von Schutz­räumen für die Bevölkerung und über die Ein­führung sanitärer Maßnahmen für Gasverletzt« zu beraten. Welcher Schutz besteht nun bei uns in Deutschland? Die Zivilbevölkerung ist leider noch viel zu wenig aufgeklärt, Gasmasken sind nur in sehr geringen Mengen vorhanden, gassichere Keller gibt es nicht, und die in den Häusern vorhandenen Kellereien werden nur einen dürftigen Ersatz für die erforderlichen Schutzräume bilden. Allerdings ist erfreulicherweise für die nächste Zeit kaum mit einem Gaskrieg zu rechnen. Immerhin hat sich auch bei uns in Deutschland schon ein Anfang zum Schutze der Bevölkerung gegen Gasangriffe heraus- gebildet. Große Fabriken und lebenswichtige Be­triebe sind vielfach dazu übergegangen, alle Maß­nahmen Mr Abwehr des Gaskrieges zu treffen, denn es ist kein Zweifel, daß im Falle eines Krieges die feindlichen Gasflieger den Angriff sofort in das Hinterland tragen und dort die wichtigen Fabriken Mit Gasbomben unschädlich zu machen versuchen werden. Eine Warnungszentrale in Berlin, die von allen Seiten mit telephonischen Nachrichten be­dient wird, erfährt das Herannahen der feind­lichen Flieger rechtzeitig und gib an die Bevölke- rung, soweit dies bereits möglich ist, und an die Betriebe Signale aus, die nach Zahlen ange­ordnet sind und die Nähe der Gefahr bezeichnen.

Es ertönt das Signal: „Luftgefahr 30!" Dann ist noch nicht mit einer unmittelbaren Gefahr zu rechnen. Man kann noch die nötigen Vorberei­tungen treffen, um sich gegen die tödlichen Giftgase M sichern. Der Feind ist noch 100 Klm. entfernt, er braucht also ungefähr noch eine halbe Stunde, bevor er die gewarnte und bedrohte Stelle über­fliegen und gefährden kann. Bei dem Ruf „Luft- gefahr 20" oder gar „Luftgefahr 10* gerät alles in größte Aufregung, denn jetzt ist der Gastod über der "Stadt, und die Bevölkerung muß sich in die Keller, muß die Gasmasken vornehmen und ab« warten, bis das Unwetter der Feinde vorüber­gebraust ist . . .

Auch dann ist aber noch nicht alle Gefahr vor- b«L, denn die Gasreste, die sich zwischen den Trüm­mern halten, sind auch noch imftanbe, der Gesund­heit schwere Schädigungen Mzufügen. Es müssen also Entseuchungstrupps eingreifen, die die ganze von den Gasbomben getroffene Gegend säubern und entgiften. So lange diese Arbeit andauert, dürfen die Gasmasken nicht abgelegt werden. Die Zivilbevölkerung hat allerdings im großen und ganzen von diesen Sicherheit-maßnabmen bisher noch nichts. Es wäre an der Zeit, auf diesem Gebiete Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, wenn sie auch hoffentlich nicht nötig fein werden. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht. Im Weltkriege hat es sich gezeigt, wie schnell ein Brand ausbricht, und welche lächerlichen Ursachen er haben kann. Die Abrüstung der Völker hat noch nicht begonnen, da nur Deutsch­land entwaffnet worden ist, und Deutschland ist von einem eisernen Gürtel von tausenden von Gas. flugzeugen umgeben, die in kürzester Seit das ganze Land dèn schrecklichsten Gefahren des Gift­todes aussetzen können.

Welch« Gasmasken aber soll man kaufen, denn es gibt bekanntlich sehr viele Arten von Giftgasen, Reizgase, Tränengase, Nießgase, Phosgengase, Blausäuregase und viele andere. Erfreulicherweise ist die Gasmaskeninduftvie bereits sehr weit vor» aefChristen. Es gibt gegen alle Giftgase Gegengifte. Ja, es gibt bereits Universalgasmasken, die gegen all die schädlichen und giftigen Gase zu schützen ge­eignet sind, mit Ausnahme von Kohlenoxid, bas ehr selten vorkommt. Es ist also die Möglichkeit, laß man sich mit einer einzigen Maske einen ziem­lich sicheren Schutz verschafft. Wenn die Keller noch

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LADEN IN HANAU: Krämerstraße 17 Fernsprecher 3993