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Donnerstag, den 29. Oktober 193t

^ - . t „„ „ „ „ _ „ schen Sturmschar statt. H. H. Pfarrer Dangel hielt i 75jährige Bestehen der „Frankfurter Zeitung" und

«ttw d.v KnOe vavLtt GOvMeUeU m der Nachmittagsandacht eine Ansprache, in wel- gleichzeitig den 100. Geburtstag Ihres Begründers Am 1 . cher er auf die Iugendgefahren und die Kämpfe, begehen. Das ist für Ihren Verlag ein wichtiger

bexiS Lm ÄiÄ kiA ’S1 d'uw'es. Er sprach den Wunsch aus, daß die Gedenktag. Möchte es der „Frankfurter Zeitung" für ^HAe TOnh^ih^r^^ Sturmschar weiter Schrittmacher im Iungmänner- beschieden sein, im Rahmen der großen Auf.

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einschließlich 26. Dezember dauert, ist jegliche Art des Fischfangs in den Gewässern, die der Winter­schonzeit unterliegen, verboten. Die Winterschonzeit giü für alle Gewässer, in denen die Bachforelle als Hauptnutzflsch vorkommt. In den nicht der Winterschonzeit unterliegenden Gewässern ist der Fischfang, mit Ausnahme des Fischfangs mit der Handangel, und der sogenannten füllen Fischerei, in der Zett vom 20. AprU bis 31. Mai im Re­gierungsbezirk Kassel verboten. (Frühjahrsschon- zett.) Im Regierungsbezirk Kastel ist in den der Frühjahrsschonzeit unterliegenden Eewästern der Fang von Lachsen und Forellen in der Zeit vom 1- November bis einschließlich 26. Dezember ver­boten. Für den Regierungsbezirk Kastel ist außer­dem für alle Gewäster eine Krebsschonzeit vom 1. November bis einschließlich 31. Mai eingesetzt, während der Fang von Aeschen in den der Win­terschon,Zeit unterliegenden Gewässern vom 15. Mai bis 9. Mai einschließlich verboten ist. Schließlich ist. im ganzen preußischen Staatsgebiet an den Sonn-

einspräses) vollzog die Weihe des Banners. Nach

der Andacht zogen die Sturmscharen von Bad Orb, Großauheim und Somborn durch die Ortsstraßen nad) dem Sportplatz. Hier wurde das neue Banner gehißt. In begeisterten und jugendfrischen Worten sprach der Somborner Sturmscharführer Alfons Dorn über Ziel und Aufgaben der Sturmschar. Die einzelnen Sturmscharen machten alsdann Spiele, die von den Zuschauern mit Interesse verfolgt wurden.

gestellt sind, Verständnis für Deutschlands Not und Deutschlands friedlichen Aufbau­willen in ihrem weiten ausländischen Ver­breitungsgebiet zu wecken und innerhalb unseres deutschen Volkes den Ausgleich zu fördern. Mir dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung! gez. von Hindenburg". Weitere Glückwünsche haben u. a übersandt der preußèische Mmisterpräftdent Otto Braun, KuLtusmimfter Grimme, der hessische Fi- nanMimster Kirnberger, der württembergische Wirtschaftsminister Dr Maier, das Völkerbunds-

Keris Vüdluse«

Goudevzüse aus AulaS des Otienbetaet Marktes am Sonntag, 1. November:

tagen von vürmittags 9 bis nachmittags 6 Uhr der Fischfang verboten, jedoch ist das Angeln gestattet mit Ausnahme der der Winterschonzeit' unter­liegenden Gewässer an den in diese Zeit fallenden Sonntagen, während in der Frühjahrsschonzest an den betreffenden Sonntagen nur die Handangel mit Ausnahme der Schlepp- und Spinnangel zum Fischfang benutzt werden darf. Die Geräte der stillen Fischereien dürfen während der sonntäg­lichen Schonzeit zum Fang im Wasser verbleiben. Alle genannten Schonbestimmungen gellen nicht für geschlossene Gewässer.

ab 14,03 Stockheim (Oberh.) ab 14,10 Setters (Hessen) an 14,15 Ortenberg (Oberh.)

an ab ab

Montag, 2 November: ab 8,15 Stockheim (Oberh.) ab 8,22 Selters (Hessen) an 8,27 Ortenberg (Oberh.)

Dienstag, 3. November:

15,05

14,58

14,53

sekretariat in Genf, der Operpräsident der Provinz Hessen-Nassau Haas, der Oberpräsident der Rhein- provinz Fuchs, Bürgermeister Graf-Frankfurt, Oberbürgermeister GranfinLffenbach, Oberbür­germeister Dr. Heimerich-Mannhsim, der Präsiden» des Deutschen Stäbtetanes Mulert, die Direktion der AEG. Berlin, der Börsenvorstand zu Frankfurt, die Reichsarbeitsgemeinschaft der Deutschen Vresse, der Pressechef der Reichsregievung Mimsterialdirek- tör Dr. Zechlin und der Verein der ausländischen Presse in Berlin. In all diesen Glückwunschschrei­ben wird die hohe Bedeutung der „Frankfurter Zeitung" für das politische, wirtschaftliche und aeisttae Leben Deutschlands gewürdigt und dem Wunsche Ausdruck gegeben, ihrer großeü Tradition auch in Zukunft treu zu bleiben.

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Gefängnisstrafe von einem Jahr und 500 RA Geldstrafe. Professor Sinzheimer suchte die eiw zelnen Punkte der Anklage in zweistündiger glän­zender Verteidigungsrede zu widerlegen. Wenn in der Geschäftsführung der Sodener Bank auch eine scharf zu mißbilligende scheußliche Schlomverei ge­herrscht habe, so fei dies jedoch nicht strafrechtlich, sondern höchstens zivilrechtlich zu verfolgen. Der Angeklagte sei genug bestraft, indem er Stellung, Vermögen und Obdach verloren habe. Hätte Weid­mann nur mit Gewinn spekuliert, so hätte niemand daran gedacht, ihn ins Gefängnis zu bringen, son­dern man hätte ihm noch eine Prämie gegeben. Vor allem habe es an der genügenden Kontrolle des Aufsichtsrates gefehll. Der Verteidiger bsan- tragte Freispruch und im Falle einer Verurteilung eine geringe Strafe mit Bewährungsfrist. — Das Urteil wird am Donnerstag vormittag 11 Uhr verkündet.

Wetterbericht

Während es durch Warmluftzufuhr aus Süd­osten in Ost- und Mitteldeutschland am Mittwoch zu verbreiteten Regen- und Schneefällen kam, war es in unserem Gebiet noch vielfach aufgeheitert. Ein Tiefausläufer einer über der Nordsee liegenden Störung bringt von Nordfrankreich in unser Ge­biet vor und verursacht in Nordftankreich und Nordwestdeutschland bereits Niederschläge. Auch unser Gebiet wird etwas mehr beeinflußt werden und es wird zu stärkerer Bewölkung und zeitweise zu Niederschlägen kommen. Da der Luftdruck im Westen bereits wieder ansteigt, wird die Verschlech­terung des Wetters nur vorübergehend sein. Bei westlichen Winden wird es etwas milder. Vorher­sage bis Donnerstag abend: Aufkommende Bewöl­kung, Niederschlagsneigung, später auch vereinzelte Schauer, im ganzen etwas milder, westliche, später nach Nord drehende Winde. Witterunqsaussichten für Freitag: Wieder vielfach auf geb eitert und im ganzen trotten, zunehmende Frostgefahr.

ab ab ab ab ab ab ab

I 7,10 Heldenbergen-Windecken

■ 7,18 Eichen (Nidder)

7,23 Höchst (Nidder)

7,29 Altenstadt (Hessen)

7,36 Lindheim

I 7,45 Glauberg

8,15 Stockheim (Oberh.)

8,22 Selters (Hessen)

an 8^7 Ortenberg (Oberh.)

an an an

17,32

17,25

17,20

an an an an an an an an an

20,!

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20,38

20,33

20,22

20,11

20,03

19,47

19,40

19,35

Rutzholzverfleigerung

im Gräfl. Rev. Gettenbach Montag, den 2. Nov. 1931. Zusammenkunft vorm. 9 Uhr am Schulhaus Gettenbach.

Es werden versteigert:

17 Fm. Eichen, 25 Fm. Buchen, 130 Fm. Fichten­bauholz aller Kiassen.

10 Fm. Kiefern, 1 Fm. Lärche, 100 Stangen 1 bis

3. Klasse.

Das Holz

lz liegt im Wetzstein, Franzosenhau, Köhlerkopf, Altejagen, Schulth. Kopf.

Eichelkopf, ^V^t^LLV^f, **,mju.gt.*i, vk+yuiMj. vwf |

Man bittet dasselbe zuvor zu besichtigen. Vor- gezeigt wird nur in den drei erstgenannten 21b»

teilungen.

Meerholz, den 26. Oktober 1931. Gräfl. Forstamt

Landkreis Kanan

h Langendiebach, 28. Okt. Kaninchen sch au. Infolge der großen Wirtschaftsnot und Arbeits- losigkeit hebt sich allerorten wieder die bet anten Zeiten so vielfach vernachlässigte Kaninchenzucht. Auch in unserem Orte ist die Kaninchenzuchtbe­wegung wieder stark im Ansteigen begriffen, und hält der schon im Jahre 1905 gegründete Kanin­chenzuchtverein am kommenden Sonntag, 1. No­vember, im Saale des Gasthauses „Zur Krone" (Inh.: Friedrich Dietzi seine Lokalschau ab. Der Verein ist stets bemüht, nur gute Fleisch- und Pelz-Kaninchen zu züchten, die auch in stattlicher Anzahl auf der Schau den Besuchern gezeigt werden.

Aus Kvaukkuvt a. M 3nb’!6nm bet »Svaukinviev Le iuris"

Steeb an einet NeoMtâvien

; Mittwoch morgen ist in dem Hause fiteine Mainzer Gasse 12 die Prostituierte Regina Gre- wenig ermordet aufgefunben worden. 3m Zimmer, das das Mädchen bewohnte, hatten Hausbewobner gegen 1 Uhr nachts einen heftigen Streit gehört, nach dem es aber bald wieder still wurde. Als der Vermieter des Zimmers heute morgen kein Lebens­zeichen aus der Wohnung des Mädchens vernahm, drang er in das Zimmer ein und fand das Mäd­chen tot auf dem Bett liegen. Der Hals war ihm mit einem Handtuch zugezogen worden und im Munde steckte ein zweites Handtuch als Knebel. Als Täter kommt wahrscheinlich der Liebhaber des Mädchens in Frage. *

Die polizeilichen Ermittlungen haben zu folgen­dem Ergebnis geführt: Die Tote wohnte seit etwa vier Wochen in einem Parterrezimmer des ge­nannten Hauses. Ws sie heute morgen nicht zum Vorschein kam, schöpfte der Vermieter Verdacht und öffnete die Tür mit einem Nachschlüssel. Er fand die Grewenig angezogen auf dem Bett liegen. Ein Frottierhandtuch war ihr mehrmals um den Hals geschlungen und ein Deckchen war ihr in den Mund gesteckt. Nach Ansicht der Aerzte liegt zweifellos eine Erdrosselung vor. Der Täter hat dann auf die Tote die Bettdecke gelegt, die Tür zugeschlossen und ist verschwunden. — Die Kriminalpolizei hat bereits eine bestimmte Spur ausgenommen.

Die „Franks

Kreis Gelubauke«

w Somborn, 28. Okt. Am vergangenen Sonn­tag, dem Christuskönigsfest, fand die Bannerweihe mit Treueschwur im Gotteshaus der hiesigen katholi»

burtstag ihres Begründes Leopold Sonnemann feiern. Aus diesem Anlaß sind dem Verlag und der Redaktton eine große AnNchl von Glückwunsch­schreiben und Depeschen zugegangen. Reichskanzler Dr. Brüning sandte folgendes Glückwunschtele­gramm: „Verlag und Redaktion der „Frankfurter Zeitung" sende ich zum 75jährigen Bestehen und Mr Feier des 100. Geburtstages ihres Gründers Leopold Sonnemann herzliche Glückwünsche. Die „Frankfurter Zeitung war stets bestrebt, im po- Mischen und wfttschafüichen Kampf maßvoll und objekttv die von ihr eingenommene Haltung zu vertreten. Möge es ihr auch in Zukunft vergönnt sein, in diesem Geiste für die großen Ziele unseres Volkes eingirtreten und so dem Gesamtwohl des Vaterlandes M dienen" Weiter ist folgendes Schreiben des Reichspräsidenten ein gegangen: „Aus ihrer freundlichen Mitteilung vom 5 Oktober ersehe ich mit Interesse, daß sie am 29. Oktober das

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bettet BanLvvoretz

. — Gefängnis und

500 RM Geldstrafe beantragt

: Der fünfte Derhandlungstag im Sodener Bankprozeß war durch die Plädoyers des Staats­anwalts Klar und des Verteidigers Professor Sinz- Heimer ausgefüllt. Die Anklage wegen schwerer Ur» kundenfäschung ließ der Staatsanwalt fallen und beantragte in diesem Falle Freispruch, da Weid­mann nicht den Reichsbcmkscheck selbst, sondern nur ein Dublikat zu seinen Gunsten abgeändert habe. Dagegen sei der Tatbestand der Untreue und De- potunterschlagung in vielen Fällen voll erwiesen, denn die Manipulationen Weidmanns seien nicht im Intereste der Genossenschaftler verfolgt. Eine Genossenschaft sei aus der Grundlage unbedingten Vertrauens auf die Führer aufgebaut. Wenn Die­ses Vertrauen, wie im vorüegenden Falle, gröblich mißbraucht werde, so könne nur eine strenge Strafe Platz greifen. Der Staatsanwalt beantragte eine

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er Zeitung" kann heute auf ein

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VvoreS Dampfet und Genosse«

Der kellerelbesiher als Chauffeur.

: In der Verhandlung am Mittwoch ergab er sich, daß Dimpfel, der Inhaber der R.'mer- und Globusftllerei, also eine nach außen hin gewiß potente Persönlichkett, den Chauffeur spielte, und zwar ausgerechnet den Kraftfahrer des Mttbefchui- bitten Schellhaas, der ihn für diese Dienste ver­köstigte und freies Nachtquartier gewährte. Ob diese Autofahrten nicht den Zweck hatten, sich dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen? Herr Schell-. haâs hat es verneint. Angesichts der beträchtlichen Schädigungen der Lieferanten und der Tatsache, daß doch ein sehr erheblicher Teil der bezogenen Waren auch wieder verkauft wurde, spielt die Frage eine Rolle, wo denn eigentlich die Einnah­men der Firma Dimpfel und Rhumbler geblieben sind. Die heutige Verhandlung gab darüber einige Aufklärung, Dimpfel hatte in einem Cafe eine junge Dame kennen gelernt, die über eine

Autoreise an den Rhein

im Herbst 1929 berichtet. Rhumbler fuhr mit einer FreunÄin mit. Man war fünf bis sechs läge unterwegs. Die Zeugin berichtet, daß man sie tn geschäftliche Sachen nicht blicken ließ. Als der Vor­sitzende an Dimpfel eine Frage richtet und dabei erwähnt, daß der Angeklagte doch auch intime Be­ziehungen zu der Zeugin' unterhalten habe, wirft sich Dimpfel in Poss und ruft: Es ist unerhört solche Fragen zu stellen. Der Vorsitzende rügt diese Antwort. Dimpfel ruft dann: Die Privatangelegen­heiten gehören nicht hierher. Ich frage ja auch nicht den Herrn Staatsanwalt nach seinen Privat­angelegenheiten Slaatsamvalt: Ich bin fa mich nicht angeklagt. Rhumbler erhebt sich plötzlich uÄ ersucht die Sitzung abziubrechen; er könne der Ver­handlung nicht mehr folgen. Vorsitzender: Da» macht wohl die Anwesenheit der Zeugin F-? An­geklagter: Das spielt keine Rolle. Vorsitzender: Sie machen aber nicht den Eindruck als wenn sie nicht folgen könnten. Es tritt sine Pause ein und man hott nach dem Wunsch Rhumblers den @ertcht$> arzt Dr. Kohl, der dem Angeklagten ein Be­ruhigungsmittel gibt. Während der dann folgenden Vernehmung der Zeugin F. wird Rhumbler ab geführt. Die Zeugin, ein bildhübsche Erscheinung, erzählt zögernd von der Rhsintour, die bis not! Koblenz ging. chaß ihr Rhumbler einen Fohlen Mantel für 400 RM und eine de^

Angeklagte ihr diese G egensta n§ènaH einiM 22 gen wieder fortnahm und die Uhr zertrat, W i Rhumbler ihr wöchentlich kleine Geldbeträge cÄ unb als der Fall wusgedeckt wurde und in der M

EINE GANZ ÜBERRASCHE«« schmerzstillend« fe^ WIR KUN»

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Operette von Robert Stolz

Neulich fiel mir wieder einmal ein Märchen­buch in die Finger, eines von denen mit den schö­nen Geschichten von der guten Fee, die artigen Kindern goldene Kleider schenkt und dazu viel Gold und Edelsteine. Solche Märchen gibts im Leben nicht. Ein wenig enttäuscht stellt man das Märchenbuch wieder in den Bücherschrank zurück. Und doch, die Märchenerzähler sind nicht ausge­storben und machen auch unsere heutige Zeit lustiger und fteundlicher. Nur nennen sie sich nicht Märchenerzähler, sondern Operetten-Schriftstsller und Komponisten. Sie fügen auch nicht mehr ihren Märchen gute Lehren an, sondern sie zeigen uns nur unwahrscheinliche Dinge, die im Leben nie passieren können.

Mit Peppina ist es wenigstens so, denn daß so eine arme kleine Kirchenmaus plötzlich einen Chef findet, der ihr Märchengehâlter zahtt, teure Kleider kauft und sie nur wenige Minuten am Tage be­schäftigt, das ist eine zu billige Fabel, wenn sie keinen weiteren Haken hätte. Nun sie hat einen Haken. Der Chef, Graf Ebersbach glaubt nämlich, daß Peppina die Folge einer leichtsinnigen Nacht fei, die er vor 20 Jahren in München erlebt hat. Er spielt also nur den Ches, um ein guter Vater sein zu können. Aber was dieser Chef glaubt, ist garnicht wahr, sondern die Geschichte ist nur ein Roman, den sich der pedantische Bruder des leicht­sinnigen Grafen Ebersbach erfunden hat, um diesen vom Bummeln abzuhalten. Natürlich ent­wirrt sich der Knaul und am Schluß wird eine Ehe daraus. e

Man sieht, nach bewährtem Muster ist der Text gearbeitet und auch die Musik von Robert Stolz geht keine neuen Wege, das gute, bewährte wird nur ein bißchen ausgebaut und wir hören ein paar neue Schlager, die tm Ohr haften. Genügt das nicht für eine Operette? Man unterhält sich einen Abend. Nicht mehr. Vor näherer Betrach- tung der Liedertexte wird dringend gewarnt,

Die Slufführung war ausgezeichnet. Saubere gute Arbett in allen Teilen. Emmerich Noseda der Regisseur, hâ ein hübsches Bühnenbild ge­stellt und sorgte für eine temperamentvolle Auf­führung. Das Orchester unter Leitung von Dr. Franz Wödl spielte glänzend und hotte alle Effekte aus der harmlosen Musik heraus. Die arme Kirchenmaus gab Selma Mangel. Das liebe kleine Mädel, in der die Liebe auffeimt, wird durch ihre Darstellung lebendig und aus der Operetten­schablone heraus tritt ein Mensch. Sie singt und tanzt wie immer ausgezeichnet. Ihr Partner Otto Stübler ist von der modernen Zurückhaltung des angegrauten Lebemannes. Er hat sich eine aristokratische Linie zurechtgelegt, die er nur etwas zu streng einhält. Otto Hannak als Gustav Tiger von kautschukartiger Gelenkigkett und drolli­ger Ausgelassenheit. Milly Klann als Pvonne ist kokett und charmant. Emmerich Noseda gibt den bürokratischen Bruder mit troefenem Humor, meidet glücklich alle Mätzchen. Mit drasti­scher Komik holt sich Carla Wirth einen Son­dererfolg. Heinz Schirmer gibt einen stil» echten Diener.

Das Publikum nahm die Operette begeistert auf und geizte nicht mit Beifall. Rü.

âMchiett vsn GchE- siekeBN mib presse

Der Redakteur einer Londoner Wochenschrift erhielt eines Tages von einem ihm unbekannten Herrn namens Hecklepemm ein Gedicht mit 18 Strophen und der Ueberschrift „Warum bin ich nicht tot?". Der Redakteur schrieb an Herrn Heckle­pemm: „Sehr geehrter Herr! Sie sind nicht tot, weil Sie mir das Gedicht per Post gesandt haben, anstatt es persönlich zu bringen."

Mark Twain pflegte folgende Geschichte, die er die „Anekdote von der Geschäftstüchttgkeit" nannte, besonders gern zu erzählen: Als ich in Nebraska noch Sekretär des Gouverneurs war, hatte ich viele politische Feinde. Diese gewissenlosen Kerle ließen mich eines Tages „sterben". Um mei­nen Ruf zu schädigen, setzten sie nämlich in den „Gellenden Kampfruf des Westens" eine Notiz,

daß ich in schwerer TrunkenheU kn den Fluß ge­fallen und ersoffen sei. Wütend begab ich mich zum Schriftleiter dieser Zeitung, stellte mich als lebendig vor und ihn zur Rede. Dieser Zeitungs­mann aber sagte: „Was gedruckt ist, bleibt ge­druckt. Wir nehmen nie etwas zurück. Eine solche Blöße geben wir uns nicht. Alles was wir tun können, ist, daß wir eine neue Geburtsanzeige von Ihnen in unser Blatt einrücken. Preis: ein Dollar!"

Noch eine andere Iournalistenanekdote gibt es von Mark Twain. Der Aermste hatte den „Brief­kasten" zu bearbeiten. Eines Tages fragte ihn ein junger Dichter, ob das Esten von Fischen im menschlichen Körper Phosphor erzeuge und gleich­zeitig die Gehirntäigkeit anrege. Mark Twain ant­wortete: „Gewiß, aber nach den eingesandten Stil­proben müssen Sie mindestens einen Walfisch verspeisen!"

Der ftanzösische Romanschriftsteller Alexander Dumas erhiett den größten Teil seiner Romane nach der Anzahl der Zellen bezahü. Eines Tages setzte er sich hin und begann einen neuen Roman wie folgt:

„Mein Sohn!"

„Mutter?"

.Höre!"

„Was gibt's?"

„Stehst Du!"

„Diesen Dolch?"

„Ja, was siebst Du darauf?" usw.

Der Verleger war ftellich mit dieser Zellen­schinderei nicht einverstanden. Er verabredete mit Dumas ein Silbenhonorar. Dumas war nicht faul, er erfand einen Stotterer in seinem Roman. Die Honoraraussichten waren glänzend, weniger die Laune des Verlegers, der sich entschloß, dem Dichter eine Pauschale anzubieten. Am Tage nach der An­zahlung wurde der Silbenstotterer (im Roman) von einem heruntergefallenen Dachziegel jäh er­schlagen und — der Roman sand ein Ende.

Einer unserer bekanntesten und am meisten ge­druckten Humoristen beklagte sich über die Lange­weile feiner einsamen Abende. „Warum lesen Sie nicht einmal ein gutes Buch?" riet ihm der eine. „Ach", meinte er da, „ich möchte mir nicht gern, meinen Stil verderben lassen." 1

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o Siadttheater Hanau. Aus dem Thsaterbüra wird uns geschrieben: Morgen Freitag, abeiM 8 Uhr, wird zum letzten Male „Marguerlle: 3 • Lustspiel in 3 Akten von Fritz Schwiefert gegeben. Dies entzückende Stück ist etwas Neues. Sowohl in der Form wie in der ganzen inneren M machung. Eine Art neuer Lustspielsubstanz. mit tieferer Bedeutung, Ironie mit ernsthafte" Kopfschütteln, Sachlichkeit mit spielerischer RomoT tik. Und sogar mit Herz. Die Sache plätschert von Anfang an so lustig drauf los, daß das Publikum von Lächeln und Lachen nickt mehr frei wird. Am Sonntag, abends 7% Uhr, gelangt der neue Operettens-^lager „Peppina", Operette in 3 Akten von Rudolf Oesterreicher, Musik von Friedrs Stolz, zur Aufführung. „ hi,

o Städtische Konzerte. Elisabeth Bischoff, °' bedeutende Münchener Geigerin hat soeben em Tournee mit dem Pfalzorchester beendet, bet D sie außerordentliche Erfolge bei Publikum w Presse errang. So schreibt u. a. der Landauf „Rheinpfälzer" über das dortige Konzert: .. - -A haben diese „Musik für Violine und Orchester v° R. Stephan gestern leider zum 1. Male erst P hört, aber sie gehört uns zum Schönsten, trete _ „Neue Musik" bis heute hat. Und kommt erste Hören noch das Glück einer Interpretin 0 zu, die wie Elisabeth Bischoff so tu er fr erfind' und schön spielt wie „nicht von dieser Welt, ' nimmt man einen Eindruck fürs Leben nnt n Haus. E. B. ist zu den ersten deutschen G-tger!''< zu zählen. Sie hat in Strich und linker Hand r Schwierigkeiten mehr vor sich, und den w Kollegen, die ähnlich viel können, eine effekti - ' tief ins Werk sich versenkende geistige Art vo Daß sie daneben auch als reine Dirtuosinzu stehen weiß, zeigte sie an den immensen Sckw leiten von Jos. Joachims „Variationen , ZU r dieser vortreffliche Konzert- und Quartett -^ ück das Maß von den eigenen Fingern nabm- Wir verweisen nochmals auf das heute « 8 Uhr stattfindende 1. Städtische Konzert des ^ dessymohonie-Orchesters für Pfalz und S°ar, unter Leitung des Herrn Generatmunkvirei Vrof. Ernst Boehe und unter Mitwirkung . Violinkünstlerin Elisabeth Bischoff. Karten ' noch in beschränkter Anzahl an der Abend kalb haben.