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tWrnerd'^Mdei* Stadt und Land

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Mittwoch de«

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28. Oktober

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Resierunssfieg in England

Stubksee Sevlauk der englischen Wahlen

Gvotzev Gewinn der Konservativen

Schwere Lliederlase der Llvbeitevvavtei - Vavteisühvev Henderson duvchgefaUen

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* Das Reichskabinett hat sich in feiner gestrigen Sitzung mit Vorschlägen für das Wirtschaftspro- £amm befaßt, die dem am Donnerstag zusammen- tenden Wirtschaftsbeirat vorgelegt werden sollen.

Der Reichsrat halt am Donnerstag wieder eine Vollsitzung ob, auf deren Tagesordnung im we- fentlichen nur eine Verordnung über die Ausprä­gung von Reichssilbermünzen im Nennwert von 2 SUR steht. Es handelt sich um weitere 30 Mil­lionen RM, die neu ausgeprägt werden sollen.

Die Staatsanwaltschaft I in Berlin, hat, wie wir erfahren, bei dem neuen Vorstand von Schultheiß-Patzenhofer Informationen âgeholt, um etwaige Verfehlungen, die im Zusammenhang mit der Angelegenheit Katzenellenbogen usw. stehen. Mfzuklären.

Die Berliner Handelshochschule beging gestern mittag mit einem Festakt ihr 25jähriges Bestehen. Gleichzeitig fand die Rektoratsübergäbe an Pro- fesior Bonn statt, der eine Ansprache überWirt­schaftsgestaltung und Hochschulziele" hielt, in der er die schwierige Lage der akademischen Jugend in­folge der Wirtschaftskrise behandelte.

Borah ließ den polnischen Gesandten, der ihn wegen seines Interviews ansprach, schwer abfahren.

In der gestrigen Sitzung des Rationalrakes wurde die erste Lesung des Budgets für 1932 be­gonnen. Als bei der Debatte der Abgeordnete Dr. Danneberg (Sozialdemokrat) auch auf den Heim­wehrputsch zu sprechen kam, kam es zu starken Lärmszenen. Die Sozialdemokraten verlangten in stürmischen Zwischenrufen, daß der Bundeskanzler im Saale erscheine. Der Lärm hörte erst auf, als der Bundeskanzler im Saale erschien. Dr. Danne­berg regte dann auch die Einsetzung eines mit ge­richtlichen Vollmachten ausgestatteten parlamen­tarischen Untersuchungsausschusses an, der die Bücher der Kreditanstalt, der Bodenkreditanstalt, und des Bankenverbandes eingehend prüfen soll, um festzustellen, welche Beträge von dieser Seite der Heimwehrbewegung zugeflossen seien.

Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht eine Note der chinesischen Regierung, worin diese sich bereit erklärt, gemäß ArÜkel 13 des Völkerbunds­paktes alle Streitigkeiten mit Japan über die Aus­legung und Anwendung von Verträgen der Schieds­gerichtsbarkeit oder einem gerichtlichen Verfahren beim Internationalen Gerichtshof zu unterbreiten. Ferner erklärt China seine Bereitwilligkeit, mit Sapan einen Schiedspertrag, ähnlich dem zwischen China und den Vereinigten Staaten und den m tien letzten Jahren unter den Mitgliedern des Völ­kerbundes verschiedentlich abgeschlossenen Vertragen einzugehen. *

Nach einer Meldung der Agentur Rengo aus Schanghai hat Dschiangkeischek nach Fühlungnahme E dèr Nankingregierung die Weisung erteilt, jede ontijapanische Agitation bis zum Wiederzusammen- itt des Völkerbundsrates am 16. November zu unterlassen.

Nach einer Havas-Meldung aus Madrid be­schäftigte sich der Ministerrat gestern mit der Wirt­schaftslage Spaniens und der Vorbereitung des Budgets für 1932. Wie der Finanzminister mit« teilte, beläuft sich das Budgetdefizit für 1931 auf

, -, «IUU|1 |1U) uuS ^u^>. ,- - - -- Reparaliousfrage vorwärts getrieben wirb. Das *i«bt weniger als l^ Milliarden Francs. Die Re |Washingtoner Kommunique regt eine Jnitia-

flterung werde demnächst einen Aufruf an die Na- tion erlassen, um diese zur Bewilligung von Opfern ssufzufordern, die für die Behebuna der bedauer- nchen Wirtschaftslage, in der sich Spanien gegen- wartiq befindet, notwendig seien. Es sei die «chasfung neuer Steuern geplant

«D°r lettische Geschäftsträger ist gestern beim polnischen Außenminister wegen der antilettischen Kundgebungen vorstellig geworden, die von der polnischen Treffe veranlaßt worden sein sollen, weil die lettischen Justizbehörden Maßnahmen er- hätten, um die Aktivität gewisser illegaler ^^r Organisationen einzudämmen. Den Hohe- dieser Kundgebungen erblickt man in einer Entschließung des Sejms, in der die polnische Re- N^rung aufgefordert wird, offen in die inneren Angelegenheiten Lettlands einzugreifen und fer- tX .1,-der lettlandfemdlichen Demonstration vor Gesandtschaft in Warschau. Der Ge- R Hstrager gab der Erwartung Ausdruck, daß »^fntnische Regierung die Vorkommnisse als ^emente mt&

^ Dotiere« fieb# im oolitilchen leit

Englands Wahltag

London, 28. Ott Die gestrigen Wahlen zum englischen Unterhaus find bei starker ' Beteiligung ruhig verlaufen. Die bis jetzt vorliegenden Ergebnisse lassen eine katastrophale Niederlage der offiziellen Arbeiterpartei und einen Sieg der Nationalen Regierung beson­ders ein starkes Auschwellen der konservativen Stimmen erkennen. Das endgültige Ergeb­nis wird allerdings erst heule nachmittag vorliegen.

Rach den bis 4.50 Uhr morgens vor­liegenden Ergebnissen sind gewähll worden:

Rationale Arbeiterpartei (Gruppe Macdo­nald) 4

konservative 222

Arbeiterpartei (Gruppe Henderson) 23

Splitterparteien 2

Liberale (aller Richtungen) 37

davon Gruppe Simson 14.

Die konservative« haben bisher 101 Sitze ge­wonnen und feinen verloren. Die Arbeileipartei (Gruppe Henderson) hat bisher feinen Sitz ge- tvonnen unb 111 Sitze verloren. Die Liberalen (aller Richtungen) habe« bisher 13 Sitze gewon­nen und zwei verloren. Ihr bisheriger Gesamt- gewinn beträgt 11 Sitze. Bon ben bisher gewähl­ten Abgeordneten unterstütze« 263 die Politik der gegenwärtige nationalen Regierung. Bisher sind 8 Frauen gewählt, dis sämtlich ber konservative«

Bei den gestrigen Wahlen beworben sich insge­samt 1233 Kandidaten um ein Abgeordntewnandat, darunter 508 der Arbeiterpartei. Unter den Be­werbern befanden sich 62 Frauen.

Bei den letzten Wahlen im November 1929 er­hielt die Arbeiterpartei 287 Mandate, die Kon» servativen 260 und die Liberalen 60; acht Abge­ordnete waren parteilos.

Avthuv Sendevson geWlagen

Loudon, 27. Ost. Der Führer der Opposition, Arthur Henderson, der nach der Bildung der »nationalen Regierung die Leitung der Ar­beiterpartei übernahm, ist geschlagen worben. Er kandidierte in Burnley gegen den pensionierten Kontreadmiral Lampbell. Dieser bekam 35126 Stimmen, henderso« 26 917. Der Kommunist

Bein deutscher Aeparations- schritt bevorstehend

Berlin, 27. Oft Li« Berliner Abendblatt will wissen, daß ein deutscher Schritt in der Reparationsfrage bevorstehe, und zwar werde erwogen, die Einberufung des beraten­den Sonderausschusses der BIZ. zu beantragen. Das ist bekanntlich der im Poung-Pla« selbst vorgeschriebene Weg. wie wir von unterrichteter Seite erfahren, kann von einem solchen Schritt vorläufig gar nicht die Rede sein.

Natürlich beschäftigt man sich bei den znstândi- gen Stellen in der Wilhelmstraße sehr lebhaft mit dem Ausgang der Washingtoner Besprechungen, aber vorläufig ist noch garnicht abzusehen, wie die

live der europäische« Mächte an, also keineswegs ein Linzelvorgehen Deutschlands. Zunächst muß man doch auch einmal abwarlen, bis Laval wieder in Paris ein- getroffen ist, und dann wird in diplomatischen Ver­handlungen. vor allem zwischen Berlin und Pacis, das weitere Vorgehen geklärt werden müssen. Wahrscheinlicher als die Ankündigung eines deut­schen Schrilles klingt vielleicht schon die amerikani­sche Meldung, daß Laval die Initiative zur Ein­berufung einer Konferenz ergreifen werde, mehr aber noch neigt man in Berlin der Auffassung zu, daß es schließlich entsprechend der Formulierung des Washingtoner Lommuniqnès zu einer gemein­samen Aktion kommen wird. Nach Auffassung un­terrichteter Stellen ist es aber am richtigsten, zu­nächst einmal die Rückkehr Lavals und die sich da­ran anschließenden diplomatischen Besprechungen abznwarlen. was vorher über die Dinge gesagt wird, ist nur als Kombination zu werten.

James Rushton brachte es auf 512 Stimmen. Die Niederlage Hendersons hat überall großes Aussehen erregt und wird als das bisher bemerkenswerteste Wahlresultat angesehen.

Kontrealdmiral Campbell ist der Schöpfer der sogenanntenU-Bootfallen" der .sogenannten Qu.-Boote. Die Liberalen hatten ihren Kandida­ten zurückgezogen, um Campbell zu unterstützen.

Nach einer weiteren Meldung sind weitere vier ehemalige Minister der ^Arbeiterpartei mit zum Teil erheblichen Mehrheiten der Gegenkandidaten ge­schlagen worden, und zwar der frühere Kriegs­minister Tom Shaw der vormalige Wohl­fahrtsminister Arthur Greenwood. Trans- portminister Morrison und Ben Turner.

Eine LNebvbeU dev Konwevaiwr«?

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zeitigten, hat die politischen Kreisesehr überrascht. Die Freude der konservativen ist ungeheuer groß und wird nur durch die bittere (Enttäuschung der Arbeilerparteiler überboten. Wan rechnet nach den bisher vorliegenden Ergebnissen, daß die Zahl der gewählten Arbeilerparteiler kaum 100 erreicht. Die Konservativen benötigen demgegenüber nur noch 90 Sitze, um die Mehrheit über alle anderen Par­teien zu erlangen. Sie werden wahrscheinlich mehr als 400 Sitze bekommen, was ihnen eine Mehrheit von 185 Sitzen verschossen würde. Die National- regierung verfügte demnach über eine ganz über­wältigende Mehrheit. Die Regierungsblätter jubeln und frohlocken über den gewaltigen Erfolg, den sie als überwältigenden Sieg einer ehrlichen Politik feiern.

Mmelhetten von der Wahl

London, 27. Okt. Die meisten Londoner Wahl­lokale waren bereits um 7 Uhr früh geöffnet, und (Fortsetzung auf Seite 2)

Laval über die SlunShernns an Deutschland

An Borb der Jl-de-Fraace, 27. Oft Minister­präsident Laval gewährte heute morgen dem zu seiner Begleitung entsandten Sonderberichterstatter der United Preß eine Unterredung, in deren V°'lauf er über seine Pläne zur Durchfü^rnna der zwischen ihm und Hoover besprochenen politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen sich ausführlich äußerte.

Zu allererst werde ich natürlich, so erklärte Laval, die stanzösische Kammer über alles unter­richten, was sich in Washington zugetragen hat, und eingehend mit den Kabinettsmitgliedern be­raten. Dann aber werde ich alle meine Bemühun­gen auf die m--noHftänbiguv> der bereits einae- leiteten Annäherung zwischen Frank­reich und Deutschland richten, die mir am allernotwendigsten erscheint, weil nur durch sie die allgemeine Zuversicht und das Ver­trauen wieder hergestellt wird, das als Grundlage des Wiederaufbaues der Weltwirtschaft dienen muß. tote ich bereits Haov-r und Borah qeaen- über erklärt habe, bin ich davon überteuert, daß Frankreich diese Annäherung an Deutschland be­werkstelligen kann wenn man ihm freie Hand läßt.

Laval erklärte weiter, er habe sowohl Hoover wie Borah nach Paris singe« laben, glaube jedoch, daß keiner von beiden in der Lage fein werde, dieser Einladung zu folgen.

England «ach de« Wahlen

Wenn auch zur Stunde das endgültige Ergebnis der Wahlen zum englischen Unter­haus noch nicht vorliegt, so lassen doch die bis jetzt bekanntgewordenen, nebenstehenden Er­gebnisse darauf schließen, daß die Nationale Regierung den erwarteten Sieg errungen hat. Wir sagen erwarteten Sieg, denn an dem Er­folg der Parteien, die hinter der Nationalen Regierung stehen, war schon seit Beginn des englischen Wahlkampfes nicht zu zweifeln. Allzugroß war das Versagen der früheren Labour-Regierung und allzu groß daher die Verwirrung, die im Lager der Arbeiterpartei herrschte. Freilich, die abtrünnigen Arbeiter- parteiler, mit Macdonald, Snowden und Tho­mas an der Spitze, haben durch ihreEnthül­lungen" über ihre ehemaligen Parteifreunde nur sich selbst schlechte Dienste geleistet, denn sie konnten ihre Mitverantwortung an der Tätigkeit der früheren Regierung nicht gut ableugnen. Aber auch die orthodoxen Labour» führer wie Henderson, der bekanntlich stets auf dem rechten Flügel der Arbeiterpartei stand. Haben nach ihrem Ueberiritt zur Oppo» «Win aussattend schneti dre radlkaien Phrasen sich zu eigen gemacht. Kein Wunder, wenn viele Wähler nicht darauf hereinfielen und selbst Henderson fallen ließen Die Niederlage Hendersons dürfte das Schlimmste für die Ar­beiterpartei fein.

Das starke Anschwellen der konservativen Stimmen kann nicht überraschen. Zwar haben sich die Baldwin-Leute an dem Pfund­sturz mitverantwortlich gemacht, aber sie konnten sich immerhin darauf berufen, daß die Finanzkatastrophe die Folge der Regie­rungstaten der Arbeiterpartei war, genau wie die Arbeiterpartei im Jahre 1929 nach der Bildung der zweiten Macdonald-Regie­rung die vierjährige Konservativenherrschaft für schuldig an der unerfreulichen Arbeits­marktlage erklärt hat.

Wie dem auch sei: die Parteien der Na­tionalen Regierung dürften eine Mehrheit er­halten und es fragt sich nun, was sie jetzt an praktischer Arbeit vollbringen werden. Es gilt die Wirtschaftskrise wirksam zu bekämp­fen. ®ine Aufgabe, die bis jetzt keine Regie­rung in irgendeinem Lande zufriedenstellend gelöst hat. Nichts spricht dafür, daß die eng- lische Regierung sie mit eigenen Kräften lösen wird. Die bisherigen Taten des Koalitions­kabinetts waren alles andere als vertrauen­erweckend. Ist doch diese Regierung mit der Pfundkatastrophe belastet. Die leichte Ent­spannung, die der Pfundsturz auf dem eng- lischen Ärbeitsmarkt bewirkte, fällt praktisch kaum ins Gewicht, da davon nur die Kurz» Arbeiter profitieren konnten, während die Zahl der völlig Unbeschäftigten sogar weiter gestiegen ist.

Der Hauptgrund aber der Regierungspar« teien dürfte die Schutzzollparole sein. Der englische Freihandel pfeift wohl auf dem letz­ten Loch. Ob jedoch die Einführung von

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Schutzzöllen England auf die Dauer viel nützen wird, ist eine offene Frage. Die C-

fahrunoen, die die übrigen Länder mit den Schutzzöllen gemacht haben, sind nicht gerade trostreich. Denn irgendein Teil der Welt­wirtschaft hat davon das Nachsehen, so daß als Endergebnis die steigende Not und Ver­schärfung der Krise festzüstellen ist. Es dür­fen daher die Chancen der Nationalen Regie» runa mit Zurückhaltung bewertet werden.

Nur auf einem einzigen Gebiet wird der Sieg der nationalen Front einen Erfolg zei­tigen: das Pfund dürfte, keine neuen Erfchüt» terungen erleiden, die im Falle des Opvo» sitionsfieges allgemein erwartet wurden. Die­ses Motiv hat schon im englischen Wahlkampf eine erhebliche Rolle gespielt und ihm haben die nationalen Parteien ihren Sieg zu ver-

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