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Nr. 251
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Land
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26. Oktober
1931
Das Ergebnis von Washington
Keine bkttdettde« Verpflichtungen - Keine Sevlängevung des Soovev-LNovatoeiums - Man hält aber ein Abkomme« notwendig, durch das die Periode geichäktlichev Depression übevbvütkt Wied - Süv Ausvechtevhaltnnâ des Goldstandards - Kein Sichevbeitsvakt
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Die aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, hat der Kohe Kommissar des Völkerbundes für die Freie Stadt Danzig tm Danzig-polnischen Rechts- streit Danzig-Gdingen eine Entscheidung gefällt wonach Polen zur vollen Ausnutzung des Danziger Hafens verpflichtet ist. Die Entscheidung stützt sich aus die im April 1931 erstatteten Rechtsgukachlen der Völkerbuadssachversländigen, Fisher, Williams, Hostie «ndRaestad. Der Wortlaut wird demnächst veröffentlicht werden. Damit ist über einen seit mehr als 10 Jahren zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig bestehenden Konflikt im Sinne der Auffassung der Danziger Regierung entschieden worden.
Wie wir erfahren, ist es bereits gestern vormittag zur ersten politischen Unterhaltung zwischen dem Reichskanzler und dem italienischen Außenminister Grandi gekommen Grandi, der dem Kanzler in Begleitung des hiesigen italienischen Botschafters Orsini Baroni bald nach der Ankunft einen Besuch abstottete, hat bei dieser Gelegenheit in einer dreiviertelstündigen Unterredung mit dem Kanzler die einzelnen politischen Probleme besprochen.
* Die gestrigen Stadtverordneten- und Kreis-
Prozent. Die Nationalsozialisten haben große Erfolge zu verzeichnen.
Die bayerische amtliche Pressestelle teilt mit: Zu den Behauptungen überangebliche Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung des Wiederaufbaues von Oppau wird Staatsminister Dr. Stützel in den nächsten Tagen im Landtag persönlich Stellung nehmen
Der Dölkerbundsrat hat am Samstag seine Verhandlungen zum Konflikt in der Mandschurei vorläufig abgeschlossen und sich auf den 16. November vertagt, um dann erneut zur Lage Stellung zu nehmen. Es ist dem Rat nicht gelungen, einen Beschluß im Sinne der bekannten Entschließung des Rats her- beizuführsn. Der japanische Vertreter hat bei der namentlichen Abstimmung gegen die Entschließung des Rates gestimmt und sie dadurch, da zu ihrer Annahme Einstimmigkeit erforderlich war, zu Fall gebracht. Die Entschließung sah bekanntlich für Japan die Verpflichtung vor, bis zum 16. November seine Truppen vollständig aus der Mandschurei in die Eisenbahnzone zurückzuziehen.
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Das Luftschiff „Graf Zeppelin" befand sich heute 6 Uhr 65 Seemeilen nordwestlich der zu der kanarischen Inselgruppe gehörende Insel Palma mit Kurs auf Madeira. An Bord ist alles wohl.
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Aus Washington wird gemeldet. Roland Boyden ist heute vormittag einem Herzschlag erlegen. Bonden war Schiedsrichter in der Gemischten Kommission, die über die amerikanischen Ansprüche gegen Deutschland, insbesondere in den bekannten Sabotageprozessen entscheidet. Unterstaatssekretär Tastle erklärte zum Tode Boydens, es sei ein schwerer Schlag für die Erledigung dieser Prozesse.
. Der polnische Geschäftsträger in Moskau, Ziele- Zmfki, ist gestern einem Zerzschlag erlegen.
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Nach einer Meldung der Agentur Indopacific aus Peking haben 20 000 Studenten gestern in den Warenhäusern von Peking ein Inventar der ia= panischen Erzeugnisse ausgenommen und den Inhabern unter Androhung von Repressalien deren Verkauf untersagt. Zu Zwischenfaällen ist es nicht gekommen.
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Bei den gestrigen Stichwahlen für die franzö- Men Generalräte fielen die Entscheidungen über Sitze, die sich auf die Parteien wie folgt verölen: Rechtsstehende 1, Partei Marin 10, Lmks- Jepubl. 8, Rechts-Radikale 3, Radikale 35, Soz Republikaner 5, Sozialisten 16, Kommunisten 2
Die spanische Regierung hat das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag ratifiziert und dem Völkerbundssekretariat mitgeteilt, daß b'C spa- Regierung auf den Vorbehalt der früheren -Regierung verzichte, wonach Spanien die Kon> ventwn nur annehme, wenn sie von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien gleichfalls ^-trftMert werde.
*> Näheres siehe im politischen Teil. ■
Das FrommunLauè
Coover-Laval
Washington, 25. Oft. Slimfon vud Laval begaben sich am Sonntag zur Schluß- besprechung mit Präsident Hoover ins Weiße Haus. Slimsoa und Laval waren gemeinsam im Auto von Woodley, dem Wochenendsitz des Staatssekretärs, noch Washington gefahren. Bei dieser Schlußsitzung einigten sich die Staatsmänner über den endgültigen Text des gemeinsamen Kommuniques. Das Kommunique wurde noch vor der Abreise Lavals nach Renmark spät am Sonntag herausgegeben. Das Kommunique hat folgenden Wortlaut:
Die traditionelle Freundschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich, das Fehlen sedeo Streipunkles zwischen unseren beiden Regierungen, die Erinnerung an zahlreiche Fälle der Zusammenarbeit für den Weltfrieden, darunter in letzter Zeit die Annahme des Kellogg-Briand-Paktes, machen es möglich und opportun für die Vertreter unserer Regierungen, jede Seite der zahlreichen Probleme zu erforschen, an denen wir beiderseits interessiert sind. In der las ist es die Pflicht der Staatsmänner, keine Mittel praktischer Zusammenarbeit für das allgemeine Wohl außer acht zu lassen. Dies trifft besonders zu für den gegenwärtigen Zeitpunkt, wo die Welt Ausschau hält nach Führern
Beziehungen gegenseitigen Vertrauens zwischen den Regierungen haben den mistigsten Einfluß auf die Förderung der Erholung, nach der wir suchen.
Wir haben uns an diese Aufgabe mit voller Aufrichtigkeit herangemachl. Wir haben dabei einen wirklichen Fortschritt erzielt. Wir er- örterten die wirtschaftliche Lag« in der Well, die Strömungen in den internationalen Beziehungen, die sie beeinflussen, die Probleme der bevorstehenden Konferenz für die Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen, die Wirkung der Depression aus die Zahlungen auf Grund der zwischen de« Regierungen bestehenden Schulden, die Stabilisierung der internationalen Währungen und ander« finanzielle und wirtschaftliche Themen. Eine informelle und herzliche Aussprache hat dazu gedient, die Natur der Probleme mit größerer Genauigkeit zu umreißen.
Es ist nicht unsere beiderseitige Absicht gewesen, bindende Verpflichtungen einzugehen, sondern eher durch die Entwicklung des Tatbestandes jede der beiden Länder instand zu fetzen, wirksamer auf seinem eigenen Gebiet zu arbeiten.
Es ist unsere gemeinsame Absicht, daß die Konferenz für die Rüstungsbeschränkung nicht verfehlen wird, sich des Vorteils der sich ihr bietenden großen Gelegenheit zu bedienen, und daß sie imstande fein wird, ihre wirkliche Aufgabe tatsächlich zu erfüllen, die in der Organisation einer festen Grundlage für dauernden Frieden besteht.
hinsichtlich der Zwischen den Regierungen bestehenden Verpflichtungen erkennen wir an, daß vor Ablauf des Hoover-Mora- t o r i u m s irgend ein Abkommen darüber notwendig sein dürste, durch das die Periode geschäftlicher Depression überbrückt wird, über dessen Einzelheiten und Bedingungen jedoch die beiden Regierungen alle Vorbehalte machen. Die Initiative hierfür sollte baldigst von den europäischen Mächten ergriffen werden, die im Rahmen der vor dem 1. 3uli 1931 bestehenden Abkomen hauptsächlich daran beteiligt sind.
Mit besonderem Eifer prüften wir die wichtigeren Mittel, durch welche die Bemühungen unserer Regierungen für die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Stabilität und des Vertrauens eingesetzt werden könnten. Insbesondere sind wir überzeugt von der Wichtigkeit der Geldskabilität als eines wesentlichen Faktors bei der Wiederherstellung normalen wirtschaftlichen Lebens der Welt, wobei die Aufrechterhaltung des Goldstandards in Frankreich und in den Vereinigten Staaten einen großen Einfluß ausüben wird.
Es ist unsere Absicht, die Prüfung der Methoden zur Aufrechterhaltung der Stabilität in den internationalen Währungen fortzusetzen, wenn es auch in der kurzen uns zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich gewesen ist, Programme aufzu stellen, so sind wir doch zu dem Ergebnis gekommen, daß wir die Natur dieser finan- ziellen und wirtschaftlichen Probleme in demselben Lichte sehen und daß diese Verständigung unserer- seits dazu dienen sollte, den Weg für eine hilfsreiche Aktion durch unsere beiden Regierungen zu bahnen.
Irgendwelche Erläuterungen obigen Kommuni- qués sind nicht gegeben worden. Auch Laval hat
ein« Erläuterung abgelehnt; er beschränkte sich bei der Vreabschiedüng von der amerikanischen Presse auf folgende Erklärung:
„Enge Freundschaft verbindet unsere beiden Länder. Ich habe stets gewußt und jetzt selber feststellen können, welche große Rolle die Erinnerung an die Vergangenheit im Herzen des amerikanischen Volkes spielt. Meine Unterhaltungen mit Herrn Hoover haben die Lande unserer Freundschaft noch verstärkt und stellen gleichzeitig einen wichtigen Schritt auf dem Wege der internationalen Zu sammenarbeit dar, die heute nötiger ist denu je."
Bemerkenswert aber ist, daß der Sonderbericht- erstofter der Agentur Havas am Sonntag morgen
meinsamen Kommuniquès u. a. folgendes meldete:
«Hinsichtlich der Reparationszahlungen werde das Kommunique die Notwendigkeit hervorheben, die Zahlungen nach Ablauf des Hoover-Moratoriums wieder auszunehmen, vor Juli 1932 werde also eine Neuregelung zwischen den in direkter Weise interessierten europäischen Mächten gefunden werden müssen, aber auf der Grundlage des legal in Kraft bleibenden Boungplanes. Eine Abmachung zur Herabsetzung der Regierungsschulden werde als Folge hiervon getroffen werden müssen.
Das Kommunique werde die Notwendigkeit hervorheben, mit ernstem Bemühen die Bedingungen zu schaffen, die geeignet sein würden, das Vertrauen in der Welt wieder herzustellen und das Zurückfließen der Kredite zu ermöglichen."
Ob hinsichtlich der Reparationszahlungen das Kommunique nun so auszulegen ist, wiè Havas meldet, läßt sich nicht erkennen. Nur eins scheint festzustehen, daß eine Verlängerung des Hoover- jahres nicht in Frage kommt. Ueber das für notwendig gehaltene Abkommen ist eine Einigung nicht erzielt worden — beide Staatsmänner haben Vorbehalte gemacht.
Vovahs «ttiemre-tmse« mH Laval
Washington, 25. Okt. Der amerikanische Senator Borah gab eine Erklärung ab für seine Unterredungen, die er mit Laval auf dem Festessen beim Staatssekretär Stimson und später noch einmal an anderer Stelle hatte. Borah betonte:
Wir sind uns nicht nähergekommen als vorher. Ich bin der Ansicht, wir sollten hinsichtlich eines Sicherheilspakles Frankreich gegenüber
Grandi in VerSin
SevzUGev Empfang - TvwMpvüche VvünlngS und Gvandis
Berlin, 25. Oft Der ikalienische Außenminister Dino G r a n d i ist Heuke morgen in Begleitung feiner Gattin und seiner engeren Mitarbeiter in Berlin eingetroffen und wurde auf dem Anhalter Bahnhof von den Spitzen der deutschen Behörden unter Führung des Reichskanzlers Dr. Brüning begrüßt.
Wie schon bei den früheren Empfängen der Vertreter ausländischer Regierungen, hatte die Polizei auch am Anhalter Bahnhof starke Absper- ungsmaßnahmen getroffen. Für den Empfang hatte man den an der Westseite des Bahnhofs gelegenen Abfahrtsbahnsteig gewählt, weil hier die Empfangsräume geräumiger find. In ihnen versammelten sich bald nach 9 Uhr Reichskanzler Dr. Brüning mit den Staatssekretären Pünder und von Bülow, der deutsche Botschafter in Rom, von Schubert. Der italienische Botschaften, Baron Orsini, war in Begleitung seiner Gattin und mit dem gesamten Botschaftspersonal erschienen. Mit eint» ër Verspätung, um 9.35 Uhr, rollte der aus vier agen bestehende Sonderzug, der vorher in
ganz offen sein; denn ich bin der festen Meinung, daß das amerikanische Volk einen solchen patt niemals gulheißen wird.
Wie von Senator Borah nahestehender Seit« verlautet, hat er und Senator Reed gestern mit Laval in einer emstündigen Unterhaltung die Frage des polnischen Korridors und der Abrüstung erörtert. Man ist jedoch zu keiner Einigung gelangt, da Laval erklärt hat, die Poilitik seiner Regierung verlange genügende Sicherheiten für den Frieden in Europa als Vorbedingung für eine Diskussion der erwähnten Fragen. Borah und Ree d— so heißt es weiter — haben erklärt, hierauf nicht eingehen zu können, da Amerikas traditionelle Politik ein Eingehen auf Bedingungen zur Garantierung des status quo oder des Friedens in Europa verbiet«.
Senator Borah hat dem Vertreter einer französischen Nachrichtenagentur ein Interview gewährt und darin feine bereits bekannten Erklärungen bestätigt bezw. präzisiert. Borah sagte u. a.:
Bei der gegenwärtigen Einstellung des amerikanischen Volkes kommt der Beitritt der Vereinigten Staaten zu keiner Art Sicherheikspakl in Frage. Unser Land mußte das immer wieder ohne Umschweife betonen und Frankreich würde ein großes Unrecht begehen, wollte et das Gegenteil glauben machen. Befreffenb die Reparationen kann ich nur wiederholen, was ich schon ausgesührt habe, nämlich, daß
gaben und deshalb beabsichtige ich. Laval z» empfehlen, festzustellen, ob die bisher bezahlte» Summen ausreichen, um feine Ausgaben für den Wiederaufbau der Kampfgebiete völlig zu decken, wenn nein, dann muß Deutschland natürlich seine Zahlungen fortsetzen.
Das voln'kwe »rliemalsr*
Entrüstung über Borah
Warschau, 25. Ost. Die Erklärung des amerikanischen Senators Borah über die Notwendigkeit einer Revision der Friedensverträge sowie vor allem die ausdrückliche Erwähnung des Polnischen Korridors als ausdrückliches Friedenshindernis hat in der polnischen Presse, wie zu erwarten war, einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. „Hoover kompromittiert sich", „Senator Borah ein Opfer heimtückischer deutscher Propaganda" und ähnlich sind die Schlagzeilen der polnischen Presse. Das offiziöse Organ des polnischen Auswärtigen Amts, die Gazeta Polska, bringt folgende Erklärung des polnischen Ministers des Aeußern Zaleski:
Die polnische Regierung hat nicht die Absicht, offizielle Stellung zu nehmen zu einer privaten Aeußerung des Senators Borah. Der Standpunkt nicht nur der polnischen Regierung, sondern des ganzen polnischen Volkes in dieser Frage ill allgemein bekannt. Dieser Standpunkt lautet: Non possumus. Das polnische Volk wird nicht heute, nicht morgen und niemals sich in irgendeine Diskussion über Grenzfragen einlassen. Ein kurzer Moment des Nachdenkens würde genügen, um aufzuzeigen, wie es in der Welt aussshen würde, wenn irgendeine Nation ihre Forderungen auf fremdes Territorium geltend machte und dazu eine internationale Konfe» ren zzusammenrufen wollte. Dies würde bsdeutem Woltgrenzrevision in Permanenz.
Lichterfelde-Ost von dem Münchner Schnellzug ah- gehängt worden war, in die HÄle. Reichskanzler Dr. Brüning begrüßte Minister Grandi beim Ver- .lassen des Salonwagens auf, das herzlichste und überreichte Frau Grandi einen großen Rosenstrauß Nach der gegenseitigen Vorstellung der Begleitung und den üblichen Zlufnahmen durch die Photographen begab man sich in die Empfangsräume, wo der italienische Außenminister einige Sätze in das Mikrophon der Berliner Funkstunde
Die hetiNae Kummer umfaß! IC Geèisn