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Sette S

Freilag, den 23. Oktober 1931

Nr. 249

Lulounglück in Wien Mehrere Minister verletzt

Dieu, 23. Dtt. Um %1 Uhr nachts ereignete sich in Wien ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Auto und einer Autotaxe. Beide Wagen wurden zertrümmert und umgeworfen. In dem Privatauto befanden sich der Ackerbauminister Dr. Dolfuß. der Präsident des Rekonstruktionsaus­schusses der Kreditanstall Minister a. D. Dr. Gürt­ler und der gewesene Staatssekretär Abg. Stöckler. Die drei Politiker wurden in dem umgestürzten Auto auf die Straße geschleudert. Minister Dolfuß erlitt durch die Glassplitter des zertrümmerten Autos schwere Verletzungen im Gesicht und an den Händen. Er wurde ebenso wie der Abg. Stöckler mit stark blutenden Wunden ins Spital gebracht. Präsident Gürller kam mit leichteren Verletzungen davon. Der Chauffeur der Autotaxe wurde schwer, eine weibliche Insassin dieses Wagens, deren Namen noch nicht festgestellt werden konnte, lebens­gefährlich verletzt.

Auto fährt in die Bahnschranke Zwei Tote

Senftenberg (Niederlausitz), 22. Oft Ein Per- Isonenauto durchfuhr gestern dbcnö die geschlossene Bahnschranke auf der Straße Rückenberg-Bockwitz. Ein KohlenleerMg der Braunkohlen- und Brikett- fcübrrk (Bubiag) erfaßte das Auto und schleifte es 810 Meter weit mit. Die Insassen, der Vertreter einer, Breslauer Möbelfabrik Paul Bohn und der Chauffeur Hermann Zölter aus Elsterwerda, wur­den auf der Stelle getötet. Die Leichen wurden von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Zuchthausstrafen wegen vergehens gegen das Sprengstoffgesetz.

Saarbrücken, 23. Okt. Das Saarbrücker Schwur­gericht verurteilte gestern wegen Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz den Angeklagten Blei­mann zu 7 Jahren Zuchthaus, den Angeklagten Schmidt zu 3 Jahren Gefängnis und den An­geklagten Zimmer zu 4 Jahren Gefängnis. Die Verurteilten hatten in das Haus des Sekretärs Petty in Dillingen eine Bombe gelegt, die über nur Sachschaden angerichtet hatte.

Proteststreik der städtischen Beamten in Warschau

Warschau, 22. Okt. Die Beamten und Ange­stellten des Magistrates Warschau sind heute vor­mittag in einen 24stündigen Streik eingetteten. Nur die städtische Gasanstalt und die Straßenbahn arbeiten normal. Die Beamten begründen ihren Schritt damit, daß sie seit längerer Zeit ihr Ge­halt nur ratenweise und mit bedeutenden Verspä­tungen gezahlt erhalten und daß alle ihre Bemühun­gen um Abstellung dieses Mangels fruchtlos ge­wesen seien. Sollte der heutige tProteststroik nicht das gewünschte Ergebnis haben, so ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die stäbtsichen Beamten und Angestellten in der nächsten Woche in einen allgemeinen Stteik eintteten.

Großfeuer in einem tschechoslowakischen Dorf.

Kaschau, 22. Okt. In Nizni Slaokov brach ein Großfeuer aus, dem 55 Wohngebäude mit Scheu- nm und Ställen zum Opfer fielen. Auch eine große Anzahl von landwirtschaftlichen Geräten, Haus­tieren und die gesamte Ernte wurden ein Raub der Flammen. Bei dem Feuer kam auch ein Sinb in dm Flammen um. Etwa 80 Familien sind obdach­los. Der Schaden wird auf etwa fünf Millionen tschechische Kronen geschätzt. Das Feuer war infolge Unachtsamkeit von Kindern entstanden, die ein klei­nes Feuer angeKindet hatten.

Dev Magnet als Shlvmrg

Modernste und primitivste Operakionsmekhode«

Im Krankenhaus zu Nottingham geht ein sechsjähriger Patient nach einer Behandlung, die einen der bemerkenswertesten in den Annalen der Chirurgie darstellt, seiner Genesung entgegen. Der Junge hatte beim Spielen eine Metallkugel ver­schluckt, die in die Lunge gedrungen war und eine schwere Lungenentzündung verursacht hatte. Bei der großen Schwäche des Patienten war die Anwen­dung von Betäubungsmitteln ausgeschlossen, so daß der Luströhrenschnllt nicht ausgeführt werden konnte. Der zugezogene Ohren- und Nasenspezialist, Dr. Bell Tawse, erkannte sofort, daß die Kugel nur durch die Anwendung des Elektromagneten ohne lebensgefährliche Operation entfernt werden könne. Man entlieh deshalb aus der Augenklinik einen starken elektromagnetischen Apparat, wie er zur Entfernung von Fremdkörpern aus den Augen gebraucht wird. Der Körper des Knaben wurde dann in Verbindung mit dem Magneten gebracht, so daß er bei Einschaltung des Stroms das Zentrum eines mächttgen magnetischen Kreises bll- dete. Dann wurde eine Röhre, an deren Ende sich ein kleiner elektrischer Kontakt befand, in den Kehl­kopf des Patienten eingeführt. Nachdem es unter vielen Mühen gelungen war, den Sitz der kleinen Metallkugel festzustellen, wurde ein für die Opera­tion angefertigter eiserner Stab durch die Röhre gestoßen. In einer Sekunde flog die Kugel an die magnetische Stange, und der Arzt konnte mühelos den am Ende des eisernen Stabes hastenden Fremdkörper zutage fördern.

Das Gegenstück zu diesem mit den modernsten technischen Hilfsmitteln ausgeführten Eingriff bil- det die primitive Operation, die im eisstarrenden Innern Grönlands von einem Laien vollzogen wurde, dem nur ein gewöhnliches Federmesser und eine Schere zur Verfügung standen. Dr. Georgi, ein Mitglied der Wegenerschen Hilfsexpedi- tion, die nach einjährigem Aufenthalt in der Arktts jetzt nach Dänemark zurückgekehrt ist, ist Doktor der Philosophie, dem jede medizinische oder chirur­gische Kenntnis abgeht. Er war gezwungen, mit den Doktoren Loewe und Sorge, zwei anderen wissen­schaftlichen Mitgliedern der Exposition den Winter in Jshulen, einem der unwirtlichsten Gebiete der eisgepanzerten Hochebene Grönlands zu verbrin­gen. Bei der schrecklichen Kälte erfroren Dr. Loewe beide Füße. Es bestand kein Zweifel, daß fein Leben nur durch eine unverzügliche Amputation der Zehen beider Füße gerettet werden konnte. In den Beständen der Apotheke der Expedition fanden sich keine Betäubungsmittel, und Taschenmesser und Schere waren die einzigen zur Verfügung stehen­den chirurgischen Instrumente. Nachdem man den Patienten gefesselt hatte, führte Dr. Georgi unter Assistenz von Dr. Sorge in einer 90 Minuten wäh­renden Operation die Amputation der Zehen des einen Fußes aus. Trotz der furchtbaren Schmerzen unterdrückte der Patient jeden Schmerzenslaut. Acht Tage später wurden dann auch die Zehen des anderen Fußes in einer ebenso lange währenden Operation abgeschniüen.

Wie uns die Ueberlieferung mittellt, besaß Ler Thron des oströmischen Kaisers Theophilus eine sinnreiche Konstruktion. Wenn sich nämlich der Mo­narch darauf niederließ, so richteten sich zu beiden Seiten des Thrones zwei goldene Löwen aus ihrer liegenden Stellung auf, öffneten den Rachen, stie­ßen ein Gebrüll aus und legten sich dann wieder hin.

SvovÄtaGvlchte« sw»»««

L^. F L. 93

Spiele am kommenden Sonntag:

dort;

16 FSpB. Frankfurt, 10.30 Uhr, 3. 60/94 3., 10 Uhr, hier; A-Igd. SpV. Som­born, 11 Uhr, hier; B-Jgd. Viktoria Aschaffen­burg, 10 Uhr, hier; C-Jgd. VfB. Großauheim,

1 Uhr, hier; A.-H. Kickers-Viktoria Mühlheim, 10 Uhr dort; Dame n -Ha nM) all -Elf SC. Rotweiß Frankfurt Damen, 3 Uhr hier.

Spvg. Lewa 04 SpV. Neuses 0:2

Kewa mußte am Sonntag auf eigenem Platze eine Niederlage einstecken, die bei richtiger Mann- schaftsaufftellunq unbedingt hätte vermieden wer­den können. Dazu kam noch eine starke Dosis Pech. Beide Faktoren, neben dem guten und auf­merksamen Spiel der Gäste, genügten für eine sichere Niederlage. Der von Möller-Offenbach gut geleitete, faire Kampf begann für die Einheimi­schen schon nicht sehr verheißungsvoll, denn nach kaum einviertelstündiger Spielzeit hatte Schildger bzw. bei Wiederholung Schultheis die sicherste Chance in Form eines Elfmeters unausgenützt ge­lassen. Die Gästemannschaft erzielte kurz darauf im Anschluß an eine Ecke durch Kopfball den Füh- rungstteffer. Kewa drängte bis zur Halbzeit stark, konnte jedoch trotz einer ganzen Reihe klarer Er- folgsmöglichkeiten durch das lahme Spiel des Jn- nenfturmes nicht zum Ausgleich kommen. Noch der Pause rechnete man allgemein mit einem Um­schwung, doch die eifrige Fünferreihe der Neuseser Mannschaft erzielte vom Anstoß weg, ohne daß ein Kewaspieler in den Besitz des Balles gelangte, den zweiten Erfolg und verteidigte feinen Vorsprung verstärkt mit Glück und Geschick bis zum Schluß. Trotz aller Anstrengungen und starker Feldüberlegenheit langt es den Einheimischen nicht zum Ehrentreffer. Eckballverhältnis 14:2 für Kewa. Reservemann­schaften 1:1.

1. FL. 03 Gelnhausen SpVgg. Rula

Das letzte auswärtige Spiel der Vorrunde führt Rülo in die Barb-arossaftabt, wo sie auf einen schwer zu schlagenden Gegner stoßen sollte. Rüla muß schon ein west besseres Spiel als am letzten Sonntag liefern, soll es zum Siege langen. Spiel­beginn 3 Uhr; vorher Reserven.

Viktoria Neuenhatzlau Germ. Niederrodenbach

Auf dem Neuenhaßlauer Sportplatz sollte es am Sonntag zu einem spannenden Kampfe zwi­schen obigen Gegnern kommen. Das Ende erscheint reichlich offen und dürfte das Treffen erst mit dem Schlußpfiff entschieden sein. Spielbeginn 3 Uhr, vorher Reserven.

Germania Dornigheim Eintracht Windecken

Obiges Verbandsspiel findet am kommenden Sonntag, nachm. 3 Uhr, auf dem Dörnigheimer Sportplätze statt. Vorher Spiel der Reserven.

Handball.

T. u. Spv. Klein-Auheim 85 Fechenheim

Zum ersten Nachrundenspiel empfängt am Sonn­tag, nachm. 3.30 Uhr, Klein-Auheim die im Bor- WW^WW^WWWWWWWWWMWW trifft Auheim 2. im Verbandsspiel TuSpVg. 60 Hanau 1. Resultate vom Sonntag: 1. Mann­schaft Tgs Bruchköbel 5:1, 2. Tgd. Eichen 1. 2:5, Jgd. 60 Hanau Igd. 3:0.

Zahn Gondsroth TV. Schlüchtern

Obiges Wichtspiel findet am kommenden Sonn­tag, 1.30 Uhr, in Gondsroth statt.

Kegeln

Frankfurt Süddeutscher Slädkemeister

In der Wormser Kegelsporchalle gelangte btt Süddeutsche Städtemeisterschaft auf Asphalt zun, Austrag, für die sich 8 Zehner-Verbands-Mannschaf- ten aus dem ganzen Gaugebiet nach vorhergegangs» nen Bezirkskämpfen qualifiziert hatten. Als Sieger ging der Verband Frankfurt (Wingertfttaße) mit 5560 Holz vor Mainz mit 5547, Schwanheim mit 5477, Wiesbaden (Titelverteidiger) mit 5467, Darm­stadt mit 5426, Offenbach mit 5387, Bad Homburg mit 5363 und Saarbrücken mit 5342 Holz hervor.

Schlehen.

Roland" Hanau

Am Sonntag fand in Mühlheim ein Pokal. Schießen der KSV. Vereine statt, bei demRoland" Hanau als Sieger hervorging. Roland brachte es durch Wilh. Förtig 108 Ringe, Bauer lOO R. Knöß 99 R., Dillmann II. 98 R. auf insgesamt 405 Ringe. Mühlheim erzielte 386 Ringe und Rumpenheim 374 Ringe.

Runbfunk-Nvogvamm

Freitag den 23. Oktober

6.15: Wetterdienst. Anschließend Morgengym. nastrk. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Sch all platten» konzert. 14: Werbekonzert. 17.05: Konzert des Phil» harmonischen Orchesters Kassel. 18.40:Haben Sie schon Stellung?", Vorlesung. 19.05: MuGraf Zeppelin" in der Arktis, Bortrag. 19.45: Konzert, ausgeführt von den Siegern im Rundfunk-Wett- fingen. 20.30: Sternstunden der Menschheit. 21.15: Neue Musik der Nationen. 22.15: Nachrichten. 22.4023.30: Tanzmusik der Funkkapelle Haar.

VeveSne. SeviammSungeu

Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr. Heute abend 8.30 Uhr Blasprobe. 1302

Vogelsberger höhen-Llub (V. h. L.) Hanan. Wir bitten um Einreichung von Wandervorschlägen für 1932 bis zum 28. d. M. an Mitglied Goerke, Rosenstraße. Vorstandssitzung mit den Führern aus 1931 zur Prüfung der Vorschläge am Mittwoch, den 28. d. M., abends 8.30 Uhr, bei Mitglied Bier (Theater-Cafè). 1299

G. D. A. Gewerkschaftsbund der Angestellten, Jugendbund. Gaujugendsekretär Drost spricht mor­gen Samstag, den 24. Oktober, abends 8.15 Uhr, in der allen Akademie, Gärtnerstraße 67, über die klingenden Tage von Hirschberg. Außerdem werden einige Volkstänze getanzt und ein kleines Spiel aufgeführt. 1300

Eintracht Lehrersängerchor. Heute Singstunde in den3 Schwanen". 8 Uhr Quartett, 8.45 Uhr Chor, anschließend Musikprobe. Alles muß zur Stelle sein. 1301

StädtiMe NeVanntmaEun« e«

Der Bezirksausschuß hat in seiner Sitzung tut 7. August ds. Js. über den Haushaltsplan bi R.-I. 1931 Beschluß gefaßt

Hiernach ist der Gaspreks von der am 24. v. beginnenden Aufnahmeperiode ab wieder .ar 25 Pfg. je Kubikmeter festgesetzt worden; biM Preis kommt mit der am 24. d. Mts. beginnend Aufnahmeperiode zur Verrechnung. Hanau, den 14. Oktober 1931. 8734

Stöbt Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke HanB gez. von Gäßler.

schnell wieder arbeitsfähig Herr W. von Eucken i. N. schreibt:

Nach überstandenem Typhus und an­schliessender schwerer Darm und Gallenblasen-Operation konnte ich mich non einer dauernden bedrücken­den Nervenschwäche nicht wieder erholen, ich blieb fast arbeitsunfähig. Wie ein Wunder wirkte aber Ihr Leci- ferrin, schon nach zwei Flaschen trat regere Blutcirkulation und erhebliche Nervenauffrischung ein, nach 6 Fla­schen war ich frei von Schwächen und Nervenschmerzen und von neuer Spannkraft erfüllt.

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