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Verhältnis 1:100 bei Futterkartoffeln nichts einzu­wenden ist

Grundsatz bei der Kartoffelverwertung muß also leiben: Einen Prozentsatz nur einwandfreier Mre zum Verkauf auszulosen, soweit nicht sofort „erkäuflich, sorgfältig einzukellern, die Restbestände aber, soweit sie fäulnisgefährdet sind, durch Ein- Säuern der Fütterung zu erhalten.

Netr.: Ausästung von Bäumen.

Montag, den 19. Oktober 1931

Edison gestorben

Newyork, 18. Ost. Der bekannte amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison ist heute früh 3.24 Uhr nach einer langen Agonie gestorben. Er hat ein Alter von 84 Jahren und 8 Monaten erreicht. Aus allen Teilen Amerikas find in den ersten Morgenstunden unzählige Beileidstelegramme eingekroffen.

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zu bearbeitender Erzlager am Obersee zwecklos wurde, um fein ganzes Vermögen — entmutigten ihn nicht. entmutigten ihn nicht.

Wir schätzen besonders an dem Erfinder Edison, daß er in seiner Erfindertätigkeit ein Mittel sah, die Menschheit einer schöneren Zukunft entgegenzu­führen.

* Seinen Verletzungen erlegen ist der 44jährige Schneidermeister Karl Glunz aus Bischofsheim, der, wie gemeldet, Dienstag nacht auf der Heim- sahrt von Frankfurt unweit seines Heimatortes mit seinem Motorrad auf einen Lastkraftwagen auffuhr und schwere innere Verletzungen davontrug.

Vettevbevribt

Ueber Osteuropa hat sich eine Störung ent­wickelt, die in Ostdeutschland leichte Niederschläge und auch bei uns stellenweise schon Bewölkung her­vorruft. Kältere von Norden vordringende Luft läßt allerdings den hohen Druck nochmals sich ver­stärken, so dâß eine eigentliche Verschlechterung des Wetters zunächst nicht wahrscheinlich ist, doch dürfte die Witterung der nächsten Tage bei kühlen nörd­lichen Winden nicht mehr so freundlich sein wie bisher. Die neuerdings bei Island beginnende Wirbeltätigkeit wird aber erst später bei uns Ein­fluß gewinnen. — Vorhersage bis Montag abend: Vielfach bewölkt, aber noch trocken, nördliche Winde, ziemlich unfreundlich und kühl. — Witte- rungsaussichten für Dienstag: Vorwiegend bewölk­tes Wetter aber noch ohne stärke Niederschläge.

Atti# Büdingen

Bekanntmachung.

Die Besitzer von Baumpflanzungen längs der Tele- gmphenlinien werden hiermit aufgefordert, gelegent­lich der im Herbst dieses und im Frühjahr kom- menben Jahres stattfindenden Ausästungen die Bäume so weit zurückzuschneiden, daß Berührungen mit den vorbeiführenden Telegraphen- und Fernsprechleitungen auch beim raschen Wachsen der Bäume ausgeschlossen bleiben. sVergl. auch § 4 des Telegraphenwegegesetzes vom 18. Dezember 1899, RGBl. 6. 705 und die vom Reichskanzler erlassenen Ausführungsbestimmungen vom 36. Ian. 1900 RGBl. S. 7).

Büdingen den 13. Oktober 1931.

Hess. Kreisamt Büdingen: Dr. Gaßner.

, Büdingen, 18. Ott. Ein junger Motorrad­fahrer wettete mit Bekannten, die 25 Kilometer lange Strecke von Hungen nach Gießen auf seinem Kraftrad in nicht mehr als 10 Minuten zurückzu­legen, was einer Durchschnittsgeschwindigkest von 150 Stundenkilometern entsprochen haben würde. Er kam aber nicht weit, nach kurzer Fahrt bereits konnte er infolge der zu hohen Geschwindigkeit eine Kurve nicht nehmen und das Rad bohrte sich tief in die Straßenböschung ein. Während der Fahrer unverletzt blieb, erlitt sein Begleiter einen toroeren Schädelbruch. Er liegt in bedenklichem Zustand in der Gießener Klinik.

i Büdingen, 17. Okt. Bei der durch den Land- Hessen veranstalteten Bullen auktion in Lauterbach, der letzten in diesem Jahre, waren von 70 ge­meldeten Tieren 65 aufgetrieben. Davon waren 23 Leistungsbullen, das sind solche, deren Mütter unter Milchkontrolle stehen. Verkauft konnten 35 Stück werden, das sind 50 Prozent. Als Höchst­preis wurde nur 790 RM erbracht, der nächstbeste Bulle wurde mit 750 RM bezahlt. Die übrigen Preise bewegten sich zwischen 300 und 700 RM je Bulle.

Aus Kvaukkurt a. M

Schwierige Finanzlage der Frankfurter Orts- krankenkasse

: Wie wir erfahren, beträgt das Defizit, das bei der Frankfurter Ortskrankenkasse in der Zeit von April bis Ende September entstanden ist, rund 1,5 Mill. Mark. Neben der Mehrbelastung durch den Neubau ist dieses schlechte wirtschaftliche Ergebnis der Kasse vor allem auch auf den Rückgang der Mitgliedsziffern der Kasse zurückzuführen, der seit Beginn des Jahres rund 20 000 beträgt. Im Sep­tember betrug der Mitgliederverlust 1700. Die Kasse hat beschlossen, an die Stadtverwaltung Frankfurt heranzutreten, um ein Darlehen von 1,5 Mill. Mk. zu erhalten, und um eine Stundung der für Kran­kenhauspflege usw. fälligen Beträge zu bekommen.

Schwerer Unfall auf der Staustufe Griesheim

.: Am Freitag vormittag war eins Anzahl Ar­beiter cm der Griesheimer Staustufe damit be- ichäftigt, einen etwa 20 Meter hohen Kran nieder­zulegen. Die Seile, mit denen der Kran gehalten wurde, sollten gelöst werden, als der Kran plötzlich umstürzte, und zwar nach einer anderen Richtung als vorgesehen. Die am Kran beschäftigten Arbeiter saunten so schnell wie möglich zur Seite und konn­ten sich bis auf den 36 Jahre alten Arbeiter Neu- sahrt retten, der etwa drei Meter vom Kran ent­fernt mit schweren Verletzungen am Kopf und an der Wirbelsäule ohnmächtig dalag. Sonderbarer- werse kann niemand angeben, auf welche Werse -teufahrt zu Schaden kam. Es ist wahrscheinlich, als er die drohende Gefahr sah, zur Seite sprang, über die auf dem Platz liegenden Sterne und lcaterralien stolperte und sich dabei die Verletznn- 8en zuzog. Neufahrt wurde in das Krankenhaus "°ch Höchst geschafft.

Aus «ah und See« Bankier Weiler von der Darmstädter Volksbank

begeht Selbstmord

kâ.?°^adt, 17. Okt. Der kürzlich seines Amtes nryvbene Direktor der in finanzielle Schwierigker- W»il°^enen Darmstädter Volksbank, Bankier Cndo^' ^ heute nachmittag feinem Leben ein de- ^âchk. Nachdem Weiler bereits am Tage einen ^rschlusses der Darmstädter Volksbank hatte ^'Bglütften Selbstmordversuch unternommen auf ih" heute nachmittag Spaziergänger topf, m Dachsberg in einem Gehölz erhängt auf. Als hi» im J^ außerdem die Pulsadern geöffnet, traf ^°„ mdkommifsion an dem Orte der Tat ein- ' roar tue Leichenstarre bereits eingetreten.

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Oben links: Eine der letzten Aufnahmen Edisons. Oben rechts: Das Geburtshaus Edisons in Milano (Ohio), das unter Denkmalsschutz gestellt worden ist.

Unten links: Der greife Erfinder mit seiner Gattin. Unten rechts: Ein Jugendbildnis Edisons mit einer seiner wichtigsten Erfindungen, dem Phonographen. In der Mitte: Eine Jubiläums« Briefmarke der USA., die Edisons bedeutendste Erfindung, die elektrische Glühbirne. zeigt.

Dev Jaubevev vom Menlo-Navk

Wohl kaum sind über einen Menschen schon bet Lebzellen so viel Märchen verbreitet, worhtzL. jo

den wie bei DHomas Alva

fon. Man

„Zauberer vom Menlo-Park" förmlich titanenhafte Kräfte angedichtet. Aber es bedurfte weder der Dichtung noch der Phantasie, die ihre Quelle frellich zum Teil im Reklamebedürfnis der Amerikaner hatte, um Edison als einen der größten und origi­nellsten Menschen erscheinen zu lassen.

Wie seltsam und romantisch war schon fein Lebenslaus! Er war zehn Jahre alt — Edison wurde am 10. Februar 1847 in einer kleinen Stadt Ohios, wo sein Vater Getteidehändler war, ge­boren — als er im Kellerraum des elterlichen Hau­ses zu experimentieren begann. Dann wurde er, weil es unten feucht war, in den Bodenraum hinaufgswiesen, und da lag er nun den ganzen Tag und experimentierte weiter mit den 200 Flaschen, in denen er seine Chemikalien ausbewahrte. . Vor­sorglich hatte er auf sie das Wort „Gift" geschrie­ben. bamit ja niemand danach greife. In der Schule hatte ihn der Lchrer für schwachsinnig erklärt, und so verließ er diese Bildungsstätte nach drei Mo­naten, um von seiner Mutter, die selbst Lehrerin war, die Anfangsgründe der Schulweisheit zu er­lernen. Uebrigens war die Mutter von den her­vorragenden Geistesgaben ihres Sprößlings über- zeugt, und sie hat in ziemlich temperamentvoller Weise dem Lehrer den Standpunkt klargemacht.

Schon mit zwölf Jahren mußte der Knabe sein Brot selbst verdienen; das väterliche Geschäft — man war inzwischen nach einem anderen Ort über» gefiedelt — warf nicht allzuviel ab; er wurde Zei­tungsjunge und verkaufte den Reisenden einer Eisenbahnlinie Zeitungen, Früchte usw. Aber bald stellte er Jungen in seinen Dienst, die diese Arbeit übernehmen mufften, während er im Packwagen saß, dort experimentierte und Bücher las. Bücher» lssen war neben dem eigentlichen Arbeiten Edisons Hauptleidenfchaft. Als ihm aber einst ein Fläschchen Phosphor, das er zu feinen chemischen Experimen. len brauchte, zu Boden fiel und Feuer verursachte, wurde der unheimliche Zeitungshändler kurzerhand samt seinen gefährlichen Siebenfachen aus dem Zuge entfernt. Das entmutigte ihn nicht. Inzwi­schen verwandelte er sich aus einem Zeitungshänd- ler in einen Zeitungsverleger. Dabei lernte er den Wert des Telegraphen schätzen und wandte sich deshalb der Kunst des Telsgraphierens zu. Ohne jede theoretische Vorbildung wurde er nicht nur einer der geschicktesten Telegraphenbeamten, son­dern machte hierbei durch die ihm eigene Arbeits­methode des planmäßigen Ausprobierens die Er­findung des Duplex- und Quadruplex-Telegraphier- systems. Durch ihre Anwendung ist es möglich, zwei, sogar vier Telegramme gleichzeitig . durch einen einzigen Draht zu senden, ohne daß die De­

peschen einander stören.

Er war 17 Jahre alt, als er sein Doppelsystem der Telegraphie erfand, und 22 Jahre, als er den automatischen Telegraphen konstruierte, der selbst auf größte Entfernungen 3000 Worte in der Minute beförderte. Wie Edison damals zu arbeiten pflegte, zeigt am besten eine Schilderung seines Freundes Bachelor, die von den Benrühungen Edi­sons erzählt, eine chemische Flüssigkeit zum Präpa­rieren von Papier für einen Schnelltelegraphen zu finden: „Eines Abends kam ich hinzu, als Edi­son vor einem Haufen von Chemikalien und Bü­chern über Chemie saß, der einen Meter hoch war, — r" viuu^e »;» i™> w~ui'—

»eil er ein Buch über das andere getürmt hatte. Unternehmen, das die Ausbeutung von Magnet- Er hatte sie aus Newyork, London und Paris kom- erzen zum Ziel hatte, aber durch Auffindeu leichter

men lassen, um Tag und Nacht zu studieren. Seine Mahlzellen nahm er an einem Pult ein, und schlief in seinem Stuhl. In sechs Wochen hatte er alle Bücher durchgesehen und eine Menge Auszüge daraus gemacht, über 2000 Experimente nach diesen

derer über 200 Worte in der Minute auf einem Draht von 250 Meilenlänge senden konnte."

Neben dem Telegraphen beschäftigte ihn die Ausgestaltung des Telephons. Seinem Scharfblick verdanken wir die Erfindung des Mikrophons, das heute noch in jedem Fernsprecher enthalten ist und diesen erst verwendbar gemacht hat. Eine ganze Reihe weiterer Erfindungen hängen mit der Be- schäftigung für die Verbesserung des Telephons zu- jammen. Am 30. August 1879 mürbe in der Stadt­halle von Saratoga der erste vollkommen ge­lungene Fernsprecherversuch öffentlich vorgeführt, und am 31. Ottober desselben Jahres sah Edison die erste elektrische Glühbirne in seinem Labora­torium brennen. Welche Dararbellen waren aber hierzu nötig! Um allein den geeigneten Stoff für den Glühfaden zu finden, hatte Edison die verschie­densten Substanzen verkohlen lassen und heraus­gefunden, daß verkohlte Bambusfasern am ge­eignetsten seien. Er stellte aber aus der Literatur fest, daß es nicht weniger als 1200 verschiedene Bambusarten gibt. Unverzüglich sandte er Leute nach Sumatra, dem Amazonenstrom, Java und Ha­vanna und ließ sich von allen Varietäten senden. 600 Bambusarten prüfte er mit nie ermüdender

Sorgfalt durch und fand schließlich drei als bmuch- bar zur Herstellung dauerhafter Glühfäden. Auf die Glühlampe hat er nicht weniger als 169 Pa­tente genommen, wie er denn überhaupt wohl der Mann ist, der in Amerika die meisten Patente ge­nommen hat. Man hat ausgerechnet, daß er durch­schnittlich alle elf Tage ein neues Patent ausarbei­tete. Einer seiner langjährigen Mllarbeitor hat auf die Frage nach den Lebensgewohnhellen dieses großen Erfinders die treffenbe Antwort gegeben: „Sie sind mit einem Wort zusammenzufassen: Arbeit. Die ist sein Leben und seine Gewohnheit, die ist seine Leidenschaft, und neben ihr gibt es gar nichts für ihn." Somit stimmt es auch überein, wenn er erklärte: „Der normale Arbeitstag geht von 6 Uhr früh bis Mitternacht. Zwischen Mitter­nacht und 6 Uhr früh lese ich, schlafe ich. Wir brauchen nicht mehr als drei bis vier Stunden Schlaf. Die Gewohnheit, sechs bis sieben Stunden zu schlafen, haben wir vom Urmenschen übernom­men. Er hatte kein künstliches Lickst und mußte mit allem aufhären, wenn es finster wurde. Da er nichts machen konnte, schlief er."

Hätte Edison nichts anderes geschaffen als die GlühlAnpe, so gebührte ihm schon allein dafür der erste Platz im Pantheon der Elektrotechnik. Aber wir haben schon darauf hingewiesen, daß seine Ar­beiten auf dem Gebiete des Fernsprechwesens nicht minder bedeutungsvoll waren. Dann kommen seine Bemühungen, einen leichten Akkumulator M schaf­fen, und wenn ihm dies auch nicht noUfommen ge­lungen ist, so besitzt doch sein alkalischer Nickeleisen- Akkumulator unstreitbare Vorzüge. Es hieß, eine Geschichte der Elektrotechnik schreiben, wollte man Edisons Verdienste alle aufzählen. Dabei erfaitd er, der abgesagte Feind aller Theorie, eigentlich aus rein theoretischen Erwägungen heraus noch den Phonographen, den er bald zu einer Sistier» Maschine ausbildete. Ebenso ist das Kinetofkop, ein Vorläufer des heutigen Kinematographen, seine Schöpfung. Er war stets ein Erfinder um des Erfindens willen gewesen. Selbst die schwersten Schicksalsschläge — so brachte ihn sein größtes

25 Jahre Bürgermeister

— Offenbach, 18. Okt. Die Offenbacher Stadt­verwaltung feierte Sonntag vormittag im festlich geschmückten Stadtverordnetensitzungssaal das Amts- jubiläum des Bürgermeisters Eißnert, der heute 25 Jahre Beigeordneter und Bürgermeister der Stadt Offenbach ist. Oberbürgermeister Granzin wies in feiner Ansprache auf die Verdienste des Jubilars hin und sprach davon, daß der Jubilar, der 1888 noch Schreinergeselle gewesen war, nicht daran gedacht habe, daß das Schicksal ihn einst be­stimmen werde, als Bürgermeister an die Spitze der Verwaltung der Stadt Offenbach zu treten. Er gab einen Rückblick über die 23jährige Tätigkeit Eißnerts, der seine Kraft restlos in den Dienst der Stadt Offenbach gestellt habe. Nachdem noch der hessische Innenminister Leuschner, der Vertreter der sozialdemokratischen und der Zentrumsfraktion des Stadtrats, ferner der Vertreter des Kreisamts Kreisdirektor Dr. Merck dem Jubilar ihre Glück­wünsche dargebracht hatten, dankte Bürgermeister Eißnert für die Ehrungen.

Zur Vollendung des Kerckhoff-Jnstituls hl Bad-Nauheim

— Bad-Nauheim, 17. Okt. Am 16. September 1929 hat Frau Louise E. Kerckhoff aus Los Angeles zum Gedächtnis ihres verstorbenen Gatten die William G. Kerckhoff-Stiftung, Institut für wissen­schaftliche Forschung und Fortbildung zu Bad- Nauheim errichtet. Die Erträgnisse der Stiftung sollen der wissenschaftlichen Forschung und Fort­bildung durch Gewährung von Stipendien, wofür 2 Millionen Goldmark zur Verfügung stehen, sowie der Erforschung und Bekämpfung der Herzkrankhei­ten dienen. Als Betriebsfonds für das Institut wurde eine Million Goldmark bereitgestellt, für seine Errichtung und Einrichtung 1400 000 RM, ein Betrag, der inzwischen um 300 000 RM erhöht wurde. Der Vorstand der Kerckhoff-Stiftung hatte zu Samstag vormittag in das Institut zu einer akademischen Feier eingeladen, zu der neben der Stifterin etwa 400 Gäste erschienen waren, u. a. der hessische Staatspräsident Dr. Adelung. Regie- rungsbaurat Metzger-Bad-Nauheim erstattete Be­richt über die Entstehungsgeschichte des Baues mit entsprechenden Filmvorführungen und übergab im Anschluß daran der Stifterin nach aller Tradition den goldenen Schlüssel zum Institut. Nachdem Professor Dr. Groedel-Vad-Nauheim, der Vor­sitzende des Kuratoriums der Stiftung, dem Er­bauer des Instituts den Dank der Stifterin ausge­sprochen und alle Erschienenen begrüßt hatte, er» öffnete Staatspräsident Dr. Adelung den Reigen der Glückwünschenden. Er erklärte u. a.: Diese Stiftung wird den Weltruf Bad-Nauheims aufs neue be­stärken. Sie verstärkt den Glauben, daß es her Menschheit trotz aller Widrigkeiten gelingen wird, geistige und seelische Not zu überwinden und man darf sicher die Hoffnung hegen, daß die Stifterin durch chreâUsieiKennüâ em htoJSerlbes Friedens und der Versöhnung geschaffen hat. Bürgermeister Dr. Ahl-Bad-Nauheim dankte der Stifterin im Namen der gesamten Einwohnerschaft. Den Beschluß der Feier bildete ein Festvortrag von Professor Dr. Koch-Bad-Nauheim, dem Leiter der Abteilung für experimentelle Pathologie und Therapie am Kerckhoff-Jnstitut, über das Thema „Die Bedeutung des Blutkreislaufes für das Ge­samtleben des Körpers."

Aus aller Wett

ImrüBs «ommeue Berer-k- Stms des vveuMchett Mmsftevpvä Wenien

Berlin, 17. Okt. Wegen Beleidigung des Minister­präsidenten Braun standen heute der verantwortliche Redakteur der „Deutschen Zeitung", Kolbe, und der Pfarrer Kondert vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte. Die „Deutsche Zeitung" brachte am 11. Januar d. I. einen Artikel, dessen Verfasser Kondert war und in welchem es am Schluß hieß: „Ist es wahr, daß Otto Braun geäußert hat, er sei mit dem russischen Bolschewismus grundsätzlich einverstanden? Die Moskauer hätten sich bloß im Tempo ver. griffen." — Pfarrer Kondert versicherte, chm habe jede Beleidigung ferngelegen, und er sei sich nicht bewußt gewesen, daß'die" Frage eine Beleidigung sein könnte. Rechtsanwalt Landsberg, der den Mi­nisterpräsidenten als Nebenkläger vertrat, erklärte, daß die Behauptung eine Agitationslüge sei. Zeu­gen bekundeten, der Ministerpräsident habe sich ganz gegenteilig geäußert. Auf die Vergleichsvor­schläge des Vorsitzenden gab Pfarrer Kondert die Erklärung ab, er habe sich davon überzeugt, daß die von ihm verbreitete Nachricht falsch sei: er be­dauere, eine die Ehre des preußischen Minister­präsidenten verletzende, in gutem Glauben aufge­stellte Behauptung verbreitet'zu haben, und nehme sie zurück. Vorbehaltlich der Zustimmung des Mi­nisterpräsidenten soll daraufhin der Strafantrag zurückgenommen werden.

VoMsches Meniai?

München, 17. Okt. Am Donnerstag soll, wie die „Münchner Neuesten Nachrichten" von zuverlässiger Seite erfahren, in einem Münchner Hotel ein Atten­tatsoersuch auf einen in München eingetroffenen Führer der kroatischen Freiheitsbewegung, Dr. Ante Pavelic, erfolgt sein. Er sei von einem Mann namens Pero Gruber und drei Serben angegriffen worden. Der Ueberfallene habe sich des Angriffs erwehren können. Gruber soll dann gestanden haben, daß er in den Dienst des Belgrader Regimes ge­treten sei und in dessen Auftrag diesen Anschlag organisiert habe, sowie daß zu gleicher Zeit an ver­schiedenen Orten des Auslandes Attentate gegen andere kroatische Emigranten durchgeführt werden sollen. Da Pavelic keine Anzeige erstattete, ist eine politische Nachprüfung dieser Angelegenheit nicht vorgenommen worden.

«erbNUgte Bvaunkoblen» bviketts für die WintevWse

Köln, 17. Okt. Im Rahmen der von der Reichs« regierung angeregten Maßnahmen zur Verbilligung