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Seife .

Monkag, den 12. Oktober 1931

Nr. 239

trLgNch ein Käuzen trationskabluett zu bilden.

Ein Hebe DiuseldevS

Breslau, 11. Okt. Der Führer der Deutschen Dolkspartei, Reichstagsabgeordneter Dingeldey, fführte Sonntag nachmittag in Breslau vor Len Vertrauensleuten Les ober- und nieLer- ichlesischen Wahlkreises der Deut­schen Dolckspartei in einer Rede u. a. aus: Alle Anerkennung der Persönlichkeit des Kanzlers hindere die Deutsche Volkspariei nicht, Äi« fer» ne re Unterstützung feiner Politik zu verneinen. Es sei nicht zu verteidigen, Laß Recht und Vertrag gegenüber den Beamten, Pen­sionären und Angestellten angetastet würden, vor den Tarifverträgen der Gewerkschaften ober h«üt MMacht werde. Wir braucht«« deshalb eine Regierung, die mit großer Kraft den Frei­heitswillen der Nation voranstell«. Gegen die Gefahren des Kommunismus müsse ein Damm aufgerichtet werben. Nur organische Ent­wicklung könne Hilfe bringen.

Der Redner bekannte sich zu einem Bündnis mit dernationalen Opposition", bas jedoch auf gegenseitiger Achtung der Ueberzeugung aufgebaut sein müsse.

Die Ausführungen Dingeldeys wurden von der Versammlung in einer Entschließung, in der auch Lem Parteiführer Las Vertrauen ausgesprochen wird, gebilligt.

Aus brr SolkSpavtei aus- & E^^^^^^

Berlin. 10. Okt. Wie mir erfahren, hat der preußische Landtagsabgeordnete o. Ey - nern seinen Austritt aus der Deutschen Volkspartei erklärt mit der Begründung, daß er den Weg der Anna Herungan die Rechte nicht für gangbar halte.' Der Abgeordnete v. Eynern wird voraussichtlich bald sein Mandat und damit zugleich seinen Posten als Vizepräsident des Preußischen Landtags niederlegen.

In einem Schreiben des Abgeordneten v. Cy- nern an Dingeldey heißt es u. a.:Im Kabinett des Reichskanzlers Brüning sehe ich trotz aller Fehler, die zweifellos begangen worden find, eine Regie­rung der Mitte. Wenn die Deutsche Volkspartei jetzt diese Regierung fallen läßt, so entfernt sie sich von der natürlichen Richtung, die dem deutschen Bürgertum durch die Geschichte vorgezeichnet ist. Ich vermag nicht .baran zu glauben, daß eine Re­gierung der R " " ; "'

laren imter

mei

bedrohen. Neu«, vielleicht größere Gefahren sehe ich heraufsteigen. Ich glaube auch nicht, daß Lie Deutsche Volkspartei innerhalb einer solchen Regie­rung m der Lage sein wird, die Grundsätze des Liberalismus aufrechtzusrhalten, die ihrem Wesen entsprechen."

Die öffentliche ^und gebung in Savzbuvg

(Forts^'mo von Seite kennen, daß wir es aber abkehn

tigeRegierung,das heute herrschende System mit dem Einsatz unseres Blutes zu schützen." Ferner wird Herstellung der Wehrhoheit und Rü­stungsausgleich verlangt. Zum Schluß heißt es: Wir beschwören den durch uns gewählten Reichs­präsidenten von Hindenburg, daß er dem stürmischen Drängen von Millionen vaterländischer Männer und Frauen, FrontsoLaten und Jugend entspricht und in letzter Stunde durch Berufung einer wirklich nationalen Regierung den rettenden Kurswechsel herbeiführt. Die Träger dieser nationalen Regierung wissen um die Wünsche und Nöte des deutschen Volkes auf ihrer blutmäßi­gen Verbundenheit mit diesem. Sie haben die Ent­wicklung der letzten Jahre vorausgesagt. Der Ablauf der Geschehnisse hat die Richtigkeit ihrer Vorschläge und Forderungen erwiesen. Darin sehen wir im tief» sten Sinne die B e r e cy t t g u n g zur Uebernahme ber Regierungsgewalt."

Nach Hugenberg ergriff

bittet

das Wort, dessen Ausführungen, von theoretischen Gesichtspunkten ausgehend, sich allmählich der Kritik der heutigen Verhältnisse zuwandten, um zu dem Schluß zu kommen, in Deutschland müsse entweder Kommunismus oder Natio-

Schluß zu entwedc

nalsozialismus herrschen. Nicht um par­lamentarische Veränderungen oder um Regierungs- änderungen gehe der Kampf der Rechtsopposition, sondern um eine grundsätzliche Entscheidung zwischen den beiden Systemen. Auf die Regierung Brüning münzte er im besonderen folgende Worte: Die Regierung Brüning und jede ihr we- fensgleiche oder verwandte Regierung in den Län­dern be^en heute nicht mehr die Zustimmung und das Vertrauen jenes Teiles unseres deutschen Volkes der zahlen- und 'wertmäßig allein der verantwort­liche Träger unseres Lebens und unserer Zukunft sein kann: sie sind reif zum Sturz. Wir fordern, daß Macht und Verantwortung in die Hände der nationalen Opposition gelegt wurden. Parteien, die gegen diesen von uns bekundeten Willen stehen ober Stellung nehmen, werden wir bis aufs äußerste be» sümpfen. Riesierungen, die ohne oder gegen uns gebildet werden ober zu regieren versuchen, lehnen wir ab.

GtahthelmiMvev Seldte

Als nächster Redner sprach der Bundesführer des rhlhelm, Seldte. Wir wallen keinen neuen

Stahlhelm, Seldte. Wir wollen keinen neuen Krieg, weil wir ihn kennen. Aber wir wollen innere und äußere Freiheit Deutschlands. In voller Ver­antwortung und Erkenntnis fordert die nationiale Opposition in dieser historischen Stunde die F ü h - rung in Deut, chland. Aus der Einigtest der hier zusammengetretenen Nationalen Opposition, die nach Moltkes Wort auf getrennten Wegen vorwärts marschiert, werden wir nach unserem gemeinsamen Plan vereint schlagen und vereint siegen.

Oberstleutnant Düsterberg sortierte hierauf Gle.. Berechtigung für Deutschland auf dem Gebiete der Wehrhoheit. Wir wollen einen neuen Frieden, wir wollen Verständigung, aber keine

Unterwerfung.

De. Schacht

Der nächste Redner war Reichsbankpräsident a. D. Es Brüning nach rechts und bie Loslösuna von Dr. e d) a d) t. Dieser wandte sich in autzerordentlich ber Sozialdemokrat^ erzwungen worden. Leider

KesierunsSevASrutts mit LViettthafisprogramm

Berlin, 11. Okt. Das Reichskabinett wird mor­gen die Erklärung beraten, mit Ler Reichskanzler Brüning am Dienstag, nachmittags 3 Uhr, die

dis Zeit feit der letzten Vertagung des Reichstags, also für die Monate April bis Oktober, bringen. In ihrem Mittelpunkt wird aber vor allem das W i r t- fchaftsvrogramm der nächsten Mo­nate stehen, wobei auch die augenblickliche Kredit- lage Deutschlands erörtert werden muß. Der Reichs­kanzler wird darüber hinaus, nachdem er das Amt des Reichsaußenministers übernommen hat, vor allem die Richtlinien der Außenpolitik klarlegen, die eine Fortsetzung der mit den Konferen­zen von Chequers, Paris und Berlin begonnenen Entwicklungen bringen soll. Es ist selbstverständlich, daß daneben auch eine Antwort des Kabinetts auf die Harzburg-Tagung stehen wird, da ja die parla­mentarischen Aussichten des Kabinetts von der Hal­tung der gemäßigten Rechtsparteien abhängt und es deshalb für den Reichskanzler darauf ankommt, di« Unterschiede zwischen den radikalen Rechtspaneten und den gemäßigten Gruppen, wie der Landoolk­partei, der Wirtschaftspartei, der Christlich-Sozialen und so weiter au unterstreichen.

Nach der Kanzlerrede wird der Reichstag sich wahrscheinlich sofort bis Mittwoch vertagen, da samt» liche Fraktionen das Bedürfnis haben dürsten, die Kanzlerr«Le Lurchzusprechen, ehe sie endgültige Stel­lung nehmen. Die Entscheidung über das Schicksal des Kabinetts Brüning wird wahrscheinlich am Freitag mit der Abstim­mung über die Mißtrauensanträge der äußersten Rechten und der äußersten Linken erfol­gen. Brüning ist fest entschlossen, es auf diesePro beankommenzulassen, in der Erwartung, daß die Parteien vor einer neuen offe­nen Krise angesichts des bevorstehenden Winters und angesichts der deutschen Kreditverhältnisfe doch zu­rückschrecken werden.

Die Ratstaouvs über Shiva

Nviavd «eist nach Senf

Am Dienstag findet in Genf, wie bereits ge» meldet, eine außerordentliche Tagung des Völker- bunbsrates statt, die sich mit dem chlnesisch-japani- schen Konflikt um die Mandschurei beschäftigt. Man sieht in Genf die Schwierigkeiten.für überaus ernst an, deshalb werden an der Tagung sowohl Briand wie Lord Reading, wahrscheinlich auch Grandi und Staatssekretär von Bülow teilnehmen.

Nach einer Pariser Meldung steht fest, daß der Ninister des Aeußeren, Briand am Montag nach Senf abreifen wirb in B ' feines Kabinetts- 15 W' dirsktors Leger, ber als . ist für Fragen

e n, yenif bès Fernen" Ostens fnistKMndes

Aeußeren gilt. Man gibt sich im allgemeinen keinem Zweifel über die Gefahr und Schwierigkeiten

des fernöstlichen Problems hin, das durch die letztejapanische Noteverschärft worden fei: Die gesamte moralische und materielle Daseins- beredüiaung des Völkerbundes stehe auf bem Spiel. Die chinesische Regierung sei nicht in der Lage, so, wie es die japanische fordere, das chinesische Volk zu zwingen, daß es nichts gegen das Leben und das Eigentum der Japaner unternehme oder gar die über japanische Waren verhängte Sperre aufhebe. Japan glaube sich auf der sicheren Seite verpflichtet, die japanischen Staatsangehörigen in Schutz zu neh­men. Dis Mitglieder des Völkerbundes und die Un­terzeichner des Kevoggschen Paktes versuchten bald drei Wochen, mit Ermahnungen einzuwirken, ohne den geringsten Erfolg. Der Versuch, die Schuldfrage zu klären, würde durch die denkbar schwersten Folgen bedroht. Um sich die Rolle des Schiedsrichters zu erzwingen, fehle dem Völkerbund jedes Machtmittel und jebe Exekutivgewalt.

Heuer Vombeuaugviff auf «intfWott

n

Peking, 10. Off. Japanische Flug- zeuge belegten die Llsenbahntreuzung bei ßintfdjiau und zerstörten j dig. 3m Anschluß daran unternahmen sie einen Erkundungsflug nach Tientsin.

Genf, 11. Okt. Der chinesische Vertreter beim

Völkerbund, Dr. Sze, hat dem Völkerbundsekre­tariat heute von dem bereit» berichteten kurzen

scharfer Weise gegen die Führung der Finanzwirt- schast und forderte als Wirtschaftsprogramm der Rechtsopposition wie Friedrich der Große nach dem siebenjährigen Krieg:Sich fest aus die heimische Wirtschaft stellen und aus dem hsimischen Boden herausholen, was nur irgend herauszuholen ist, tm übrigen sparen und arbeiten."

bände den

Naa-^m dann noch Justizrat Claß, der Vor­sitzende des Alldeutschen Verbandes, über außenpoli­tischen Fragen gssprochen und Graf von der Goltz namens der vaterländischen Deri Zusammenschluß begrüßt hatte, dankte Dr. Hugen­berg in seinem Schlußwort allen, die an der Tagung mitwirften und verwies noch auf den Erpst der kommenden Reichstagsentscheidung.

Mit dem gemeinsamen Absingen des Deutsch­landliedes fanL die Kundgebung ihren Abschluß.

Von der Parteileitung der Wirtschaftspartei

wird mitgeteilt:Wenn einzelne Tageszeitungen berichten, daß die Haltung der Wirtschaftspartei zur Frage der Bildung einer Rechtsregierung noch un­klar sei, so muß darauf verwiesen werden, daß die Stellung der Partei schon seit der Zurückziehung des JustiAministers, Professor Dr. Bredt, sestliegt. Mit diesem Schritt sollte die Umbildung des Kabi-

Die StelluuguabniL ber Bayerischen volksvavtei

München, 11. Okt. In einem Artikel, der zur Regieuungsumbilüung Stellung nimmt, schreibt die Bayerische Volkspartei-Korrespondenz u. a., daß Li« Bayerische Volkspartei nach ihrer bis­herigen Haltung nicht auf Seiten derer zu finden sein werde, für die der Sturz Dr. Brüning das A und O ihrer Politik bedeute. Würde doch ein solches Ereignis die Bildung einer anderen Regie­rung ähnlichen Charakters, die eine Gewähr dafür bieten könnte, daß die deutsche Außenpolitik in einer der weltpolitischen Lage angemessenen Weise weitergeführt werde, unmöglich madum. Wohl fei die Bayerische Volkspartei durch Lie letzte Notver­ordnung in einem schweren innerpolitischen Gegensatz zur Regierung gedrängt worden, allein es wäre ein Irrtum zu hoffen. Laß Lie Bayerische Volkspartei 'LaLurch zum Bundesgenossen Ler grundsätzlichen Gegner des Kanzlers geworden sei. Ein ebenso großer Irrtum wäre es auch, daraus den Schluß zu ziehen, Laß Li« Bayerische Volkspartei nun etwa bereit wäre, ihre bis jetzt unbehobenen grundsätz­lichen und sachlichen Beanstandungen an bet neuen Notverordnung den allgemeinen politischen Ge­sichtspunkten zum Opfer zu bringen, derent­wegen sie die Beteiligung an einem Sturz Les Kanzlers ablehne. Die Korrespondenz erklärt weiter, Laß Ler Fall ja nicht so liege, Laß Reichskanzler Dr. Brüning aufs rigoroseste an der jetzigen Gestalt der neuen Notverordnung fefthaltè. Die Bayerische Dolkspartsi habe also vollkommenen Spielraum, im Reichstage für eine solche Abänderung ber Notverordnung einzutre- ten, die den gefährdeten Länderinteressen gerecht wird. Von dem Erfolg dieser Bemühungen werde die endgültige Stellüngnahm« der Bayerischen Dolkspartei abhängen.

Bombenangrif f fapanischer, Militärflugzeuge auf Kintschau, Mitteilung gemacht. Zahl­reiche Tote und Verletzte seien zu verzeichnen, und großer Sachschaden sei angerichtet worden. Dr. Sze erklärt des weiteren, daß bie starke Garni­son von Kintschau nur mit Mühe von Vergeltungs­maßnahmen zurückgehalten werden könne, und daß die Lage dort infolgedessen als sehr ernst bezeichnet werden müsse. Er ersuchte den Völkerbundsrat, alle' Maßnahmen zum Schutze des Friedens zu ergreifen, und umgehend einen Untersuchungs­ausschuß nach der Mandschurei zu entsenden.

StudentenauSschvettunge« in Kanton

12 Tote, 20 Verletzte

Kanton, 11. Okt. Lin großer Trupp StuLe«. ten drang hier in ein Warenhaus ein und holte alle waren japanischen Fabrikates auf die Straße, wo ein Scheiterhaufen errichtet und angezündet wurde. Die Polizei schritt sofort ein und verhaftete den Rädelsführer. Die Volksmenge versuchte den Ver­hafteten zu befreien und bombardierte die Polizei­wache mit Steinen. Die Polizei feuerte darauf eine Salve ab. 12 Angreifer würben getötet, 20 verletzt. Die Lüde» in dem Anruhevierket sind heute ae- schlosien. Starke Polizeitrupps durchstreifen die

Gümsott fov-evi VeUesttttg des Maudschuvek-GtrÄteS

Washington, 11. Okt. Staatssekretär Stimson hat an den Generalsekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummond «in Telsgramm gerichtet, in dem er ihn auffordert, zur Beilegung des Streites um die Mandschureijeglichen Druck und seine ganz« Autorität innerhalb seiner Machtbefugnis" zur Anwendung zu bringen. Wenn auch, so heißt es in dem Tele- gramm weiter der Völkerbund der Zusammenarbeit Amerikas versichert sein könne, so behielten sich die Vereinigten Staaten doch das Recht vor, unabhän­gig von der Unterstützung durch den Völkerbund zu handeln oder den Ksllogg-Pakt anzurufen.

bringen.

fand sich nach dem Ausscheiden der Partei aus ber Regierung immer eine parlamentarische Mehrheit, welche das Kabinett Brüning stützte. Trotz des Zu- sommenbruchs der Wirtschaft und Finanzpolitik unter dem Kabinett Brüning fand dieses die par­lamentarische Mehrheit. Die Wirtschaftspartet ver­langt nach wie vor die Zusammenfassung aller nationalen Kräfte in Deutschland zur Bildung einer Regierungsmehrheit",

«Severing zur volitischen Lag«

Dortmund. 11. Okt. In einer heute vormittag hier abgehaltenen überfüllten Parteiverjammlung der SPD. ergriff auch Innenminister Severing das Wort, um sich mit bet Kundgebung der rechts­stehenden Oppositionellen in Harzbprg zu befassen. Er erklärte, die Pläne dieser Opposition ließen sich an Len Namen ber beteiligten Führer erkennen. Sie

bedeuteten

ites, 20 pro»

zentigen Lohnabzug und Zusammenschluß gegen den Widerstand der Arbeiterschaft. Diesem müsse ein ge­schlossenes Heer geeinter Republikaner entgegen- gestellt werden. In feinen weiteren Ausführungen wandte sich der Innenminister der jetzt erfolgten Regierungsumbildung zu und sagte, daß Umbildun­gen in der Reichsregie^ung immer vom Uebel seien, i'..'!"^er Reichsregierung sich dann gegen die Behaup- Züsamlnensetzung des Kabi-

gen in der Reichsregierung immer i weil sie allzu oft die Stabilität der gefährdeten. Er wandte r ' tung, als ob die neue .

netto einen Ruck nach rechts bedeute, was die gest-

rigen Auslassungen DingelLeys und die Stellung dee Wirtschaftspartei widerlegt haben. Ein wirklicher

Wirtschaftspartei widerlegt haben. Ein wirklicher Ruck nach rechts, d. h. ein Eintritt der Deutfchnatio. nalen und Nationalsozialisten in die Regierung würde die Dings nicht bessern, sondern im Gegen­teil die Kreditkrrse rapid verschärfen. Polizei und Reichswehr in Ler Hand der Nationalsozialisten be­deute Aufrichtung eines faschistischen Regimes. Was Lie Polizei bedeute, werde vielleicht in diesem Winter recht häufig der Oeffentlichkeit demonstriert werden müssen. Allein Finanz« und Wirtschaftsfragen ste­hen sich nicht mit dem Gummiknüppel, sondern durch Intelligenz lösen. Abschließend beschäftigte sich Seve­ring mit den Abspaltungen von der SPD., bie, wie er erklärte, bas Werk des Weiteraufbaues hemm, ten. Wer dieses Wert zu fördern wünsche, der bleibe so wie er auf seinem Posten.

Ein Nationalsozialist erschossen

Berlin. 11. Okt. In der Nacht zum 11. Oktober 1931 ist es an der Ecke der Kant. und Schillarstraße in Lichtenberg wiederum zu einem Zusammenstoß zwischen NSDAP-Angehärigen und Kommunisten gekommen. Auf beiden Seiten wurde geschossen, hierbei wurde der ehemalige Postaushelfer Kurt Nowak tödlich in die Brust getroffen. Nowak, der bis vor kurzem Mitglied der NSDAP, war, hatte 13 Schuß Pistolenmunition bei sich, die ihm einer feiner Begleiter kurz vor der Schießerei zugesteckt hatte. Zwei andere beteiligte Personen konnten be. reits festgenommen werden, von denen einer schon ein Geständnis abgelegt hat.

Köln, 12. Okt. Am Samstag abend fand eine kommunistische Werbeversammlung statt, zu der sich auch Nationalsozialisten eingefunden hatten. Aus die Ausführungen eines Nationalsozialisten in der Aussprache wollte ein kommunistischer Reichstags­

abgeordneter erwidern, was die Nationalsozialisten vsranlaßte, geschlossen den Saal zu verlassen. Die Kommunisten wollten diesen Rückzug mit Gewalt verhindern und es kam zu einer schweren Schläge­rei, bei der ein Beteiligter einen Ripponbvuch, ein anderen einen Messerstich davontcug. Die Polizei

anderen einen Messe verhaftete drei Personen.

Bremen, 12. Okt. Am Sonntagmittag kam es in der Nähe des Friedrich Ebert-Hauses zwischen

einer etwa 45 Mann starken Gruppe von Ang«> hörigen einer Sturmabteilung der NSDAP, die von einem Ausmarsch zurückkehrte, und einer etwa 300 Mann starken Reichsbannergruppe, die vom Friedrich Ebert-Haus zu einer Kundgebung in Leeste marschierte, zu einem schweren Zusammen­stoß, wobei es auf Seiten der Nationalsozialisten und des Reichsbanners mehrere Leicht, und Schwer, verletzte gab/ Ein Schwerverletzter mußte in di« Klinik übergeführt werden. Als Schlagwaffen dien­ten Ausrüstüntzsgegenständs, wie Schulterriemen, Koppel usw.

Die Sitzung der «otenban?- leHee in Sasel

Sitzung der Leiter der hauptsächlichsten Noten­banken standen interessante Ausführungen von Ran­dolph D u r g e ß, dem Vizegouverneur der Federal Reserve Bank of Newyork, über diè amerikanisch Finanzlage. Weiter wurden noch verschiedene auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung stehende Punkte besprochen. So war auch die Rede von dem am 4. November fällig werdenden 100 Millionen Dollar-Rediskontkredik an Deutsch­land und dem am 15. Oktober fällig werdenden 150 Millionen Schilling-Kredit an * ''. bei. wie bereits früher angedeuket werden konnte, die allgemeine Ansicht dahin ging, daß diese beiden Kredite in Anbetracht der schwierigen Lage der bei­den Länder verlängert werben sollten.

wo»

Basel. 11. Off. Randolph Burges ge­währte einem Vertreter betBationaheitung ein Interview. In welchem er erklärte, er sei nicht mit einem fertigen Vorschlag nach Basel gekommen. Lest nach der gründlichen Aussprache auf der Baseler Tagung würden sich amerikanische Richtlinien be­stimmen lassen. Lurch die ein Ausweg aus der Not gefunden werden könne. .

Die Unterredung zwischen Lloyd George und Henderson am Samstag erregt in konservativen Kreisen großes. Interesse, da vermutet wird, daß eine Vereinbarung erörtert wurde, eine Zersplitte­rung zu vermeiden. Für diese Auffassung spricht die Tatsache, daß die Sozialisten in den Wahlkreisen Lloyd Georges keine eigenen Kandidaten aufstellen werden. Der bekannte Schriftsteller Edgar Wallace wird in Blackpool als Lloyd George-Lwsraler kam didieren.

Letzte Telegramme

Die Daeifee Presse tue Savrbuvgev Tagung

Paris, 12. Off. Die gesamte Morgenpresst bringt ausführliche Berichte über die Yarzburger Tagung.Oeuvre" schreibt, es entsteht die Frage wen Hitler, wenn er an die Regierung komme, im Ausland zum Freund wählen würde. Die Hilfe Italiens und Rußlands seien zweifelhaft. Das Blatt glaubt auch nicht an eine Unterstützung von Amerika, weil ja die Zurückziehung der Kapitalien nach den

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nicht an eine Unterstützung______ Zurückziehung der Kapitalien nach I hitterwahlen erst die jetzige Krise herausbejchwo' habe.Petit parifien hält die Tagung für Ereignis und für eine ernstliche Mahnung an die jetzige Regierung in Deutschland.Qnotidien schreibt, Frankreich werde von Hitler für alles E61'

Ziel der Führer dèr extremen Rechten internationale Setträge zu vernichten. Man könne der Ansicht sein, daß es sich nur um Worte handle, aber diese Worte könnten doch gefährliche Illusionen enthalten, so bald die Volksmenge in Deutschland zu der Ansicht komme, daß man nur internationale Verträge zu zerreißen und Frankreich zu ver­wünschen brauche, damit die Arbeitslosigkeit be­hoben sei und der Wohlstand in Deutschland miede« herrsche.