ÄanaurMnreizer
EHUVerreral-ÄmeLgev für^M^MAauatt Stadt und Land
Anzeiger fOM
^auau Stadt und
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM.1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg.» im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Pfg.
«V. 239
Montag den
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Lezieher keinen Anspruch auf Lieferung ober Nachlieferung oder ausNückzahlung des Lezugspreises. / Fürplahvorschrist u.Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958
12. Oktober
1931
Die Aaezvmrgee Tagung
Die nationale SvvoKtion beschließt gemeinsamen Samps gegen das Kabinett Brüning und wird die Aufhebung der Äotverovdnnngen und Beithstagsauslbsung, bzw. Neuwahlen für 8. November fordern - Sluch die Solksvavtei in der Ovvoütion - Brüning rechnet mit parlamentarischer Mehrheit
&H«9» 9w^»Sflfw*
Der Reichspräsident hat am Samstag nachmittag Ne durch das Reichsministergesetz vorgeschriebene Vereidigung der neuernannten Mitglieder der Reichsrègierung, des Reichsministers der Justiz Dr. Joel und des Reichswirtschaftsministers Dr. Warm- Hold. vorgenommen. *
Reichspostminister Schätzel, der seine endgültige Erklärung über sein Verbleiben im Amte dem Reichspräsidenten gegenüber noch vorbehalten hatte, hat seine Bereitwilligkeit, das Amt des Reichspostministers wiederum zu übernehmen, mitgeteilt.
• Die neue Regierung Brüning veröffentlichte Om Samstag eine neue Notverordnung des Reichspräsidenten „zur Aenderung der Wertberechnung von Hypotheken und sonstigen Ansprüchen, die aus Feingold (Goldmark) lauten".
Professor Dr. Warmbold ist im Anschluß an seine Ernennung zum Reichswirtschaftsminister aus dem Vorstand der I. G. Farbenindustrie A.-G. ausge-
die der Reichskanzler in der ersten Reichstagssitzung am Dienstag abgebèn wird.
Generalleutnant a. D. Hans Karl vcm Winier- feldt, der kürzlich fein öOjähriges Militärjubiläum feierte, ist gestern im Alter von 69 Jahren in Potsdam gestorben. von Winterfeld war während des Krieges u. a. Chef des Generalstabs beim Generalgouvernement Brüssel. *
In der Hauptgeschäftsstelle der vor einigen Wochen in Aschersleben gegründeten radikalen Bauernorgani- sation „Bundschuh, Kampfbungschollentreuer Bauern nahm die politische Polizei gestern eine Haussuchung vor und beschlagnahmte etwa 3000 Flugblätter. Die Beschlagnahme erfolgte insbesondere wegen der darin enthaltenen beleidigenden Aeußerungen gegen Staatsbeamte und wegen der Aufforderung, Stoßtrupps für die Diktatur zu bilden.
Der Vertreter zahlreicher ausländischer Blätter, Wilhelm Huszar, ist gestern in Budapest im 59. Lebensjahr gestorben. *
In den Verhandlungen der österreichischen Gene- raldirektion mit den Personalvertretungen der Angestellten der Bundesbahnen über die Herabsetzung der Bezüge wurde eine Einigung erzielt Die Hauptbezüge der Angestellten wurden um zwischen 3,85 und 5,85 v. H., die Nebenbezüge um 5,5 v. H. gekürzt. Nach dem Postanweisungsverkehr ins Ausland ist nunmehr auch der Nachnahme- und Postauftragsverkehr in das Ausland bis auf weiteres eingestellt worden.
Staatssekretär Stimson, der dieser Tage dem italienischen Minister Grandi eine offizielle Einladung überreichen ließ, hat die Mstteilung erhalten, daß dieser im November zu einem zehntägigen Besuch in den Vereinigten Staaten eintreffen wird. Grandi wird am 7. November von Neapel nach Newyork abreisen und am 27. November die Rück- ßrt nach Italien antreten. Präsident Hoover hatte
1 Wunsch ausgedrückt, daß auch Muffolim nach Washington komme, aber dieser hat erklärt, daß er nicht abkömmlich sei.
Außenminister Briand wird heute um 11 Uhr mittag nach Genf zur Völkerbundsratssitzung abreisen. Der britische Außenminister Lord Reading hat gestern abend auf einer Reise nach Genf Paris passiert.
. Die litauische Regierung hat wegen eines erneuten polnischen Uebergriff es an der Demarkationslinie, bei Lem am 6. Oktober ein litauischer Grenzpolizist von der polnischen Grenzwache aus dem Hinterhalt erschossen wurde, an den Völkerbund eine Note gerichtet, in der gegen den Gewaltakt schärfster Protest erhoben wird Der Völkerbund wird gebeten, sich mit der Angelegenheit zu befassen.
In Wien wurde der Kaufmann Matuschka verhaftet, der im starken Verdacht steht, der Haupt- attentäter von Bia-Torbagy zu sein.
•) Näheres siebe tm politischen Teil.
Die Beschlüsse von Aaezvues
Bad Harzburg, 11. Okk. Die Harzburger Tagung der nakioualen Opposition, die schon am Samstag abend mit einer Fraktionssitzung der Deutschnationalen begonnen hatte, wurde am Sonntag mit einer nationalsozialistischen Araktionssitzung fortgesetzt. Um 11 Uhr tagten sodann unter dem Vorsitz Fricks die Nationalsozialisten, die Deutschnattonalen, der Landbund und die aus der Landvolkpartei ausgetretenen Mitglieder gemeinsam.
3n dieser gemeinsamen Sitzung wurden vier Anträge formuliert, die im Reichstage eingebracht werden sollen und folgendes verlangen: 1. Sturz des Kabinetts Brüning; 2. Neuwahl des Reichstages am 8. November 1931; 3. Auf- Hebung der'Notverordnungen; 4. Sperrung der Polizeikostenzu- schösse in Preußen mit dem 30. Oktober d. 3. Dazu kommt noch eine Interpellation über landwirtschaftliche Fragen, die von den ehemaligen Landvolkabgeordneten vorgefchla- gen und von den beiden anderen Fraktionen übernommen wurde und die einige Tage nach Reichslagsbeginn eingebracht werden soll. Die vereinbarten Anträge sollen von jeder Gruppe für sich eingebracht werden; damit soll ihre organisatorische Selbständigkeit betont werden.
öi» ttAÜÖttAlfot ^fttÜAttâ« I statt. Vor der großen Nachmittagskundgebung wa- I vm ^ie Teilnehmer der Tagung bet einem gemein-! KtULUL _____________ iEN .Miâaân vEMUâ,. .^.^..............
Frärtionssitzungen und in Lèr gemeinsamen Konst renz am Vormittag abgegeben wurden, wurde Lie Bereitschaft zu loyaler Zusammenarbeit und zur Weiterverfolgung der bisherigen gemeinsamen Taktik auch im Reichstage betont, dabei wurde aber gleichzeitig die Selbständigkeit in der Zielsetzung unterstrichen. So erklärte Dr. Frick in der nationalsozialistischen Fraktionssitzung, er wisse sehr wohl, daß in der nationalsozialistischen Bewegung auch gewisse Bedenken gegen die Harzburger Tagung vorhanden gewesen feien,, aber auch Mussolini habe zunächst koalitionsmäßig vorgehen müssen. Im Verlaufe dieser Sitzung erschien auch Hitler.
Hiller gab vor der Fraktion eine Erklärung ab» wie er sagte, nicht um sie gutheißen zu lassen, sondern damit die „ganze West" wisse, daß hinter ihr jeder Nationalsozialist stehe. Der innerpolitische Teil dieser Kundgebung besteht aus neuen, sehr scharfen Angriffen gegen die bisherigen Regierungen, besonders gegen die derzeitige Reichsregierung, gegen die der Vorwurf erhoben wird, daß sie durch das Versäumen einer Pflicht- und wahrheitsgemäßen Aufklärung über die furchtbare innere Lage Deutschlands in erster Linie mitschuldig sei an einer Katastrophe, die heute in zwangsläufiger Auswirkung alle Kulturstätten bedrohe. Die Kundgebung bezeichnet weiter als Ziel der Nationalsozialisten die Ueberwindung der inneren Klassengensätze. Sie kündigt weiter dem Bolschewismus und Marxismus den schärfsten Kampf an. Die NSDAP, sei entschlossen, die Auseinandersetzung zwischen Bolschewismus und Antibolschewismus in Deutschland mit allen Mitteln bis zur letzten Konsequenz im Sinne der Erhaltung der deutschen, abendlänÄtzchen und christlichen Kultur durchzuführen. In dem außenpolitischen Teil erklärt Hiller seine Bereitschaft „zur Erfüllung jeder nichtpolitischen finanziellen Verpflichtung, die wir als Kaufmann zum Kaufmann ausgenommen haben". Ein national regiertes und damit von der übrigen Welt wieder geachtetes Deutschland sei mehr besähigt, aufrichtige friedliche Beziehungen zu den anderen Nationen anzuknup- fen als unser heutiges von den Fieberkrisen des Bolschewismus durchschütteltes ■ und am Ende gar vollkommen zerstörtes Volk.
Die gemeinsame Svaktiovs- sitzung
In der gemeinsamen Fraktions- Sitzung, die gegen Mittag stattfand, traten dann die Vertreter der beteiligten Richtungen nebenein- ander auf. D r. F r i ck betonte den Willem die Macht auf legalem Wege zu gewinnen. Seine Ausführungen wurden durch den deutschnationalen Reichstagsabgeordneten Oberfohren unter« strichen. Der frühere Landvolkabgeordnete Wendt- Hausen sprach ebenfalls seine Solidarität mit der Opposition aus. Für die preußischen Landtaasfraktionen der Rechten verlangten die 21b geordneten v. Winterfelüt und Kube die Ergänzung der Mtion durch ein paralleles Vorgehen in Preußen, das z. B. durch die Klage gegen die preußische Notverordnung eingeleitet sei.
Im Laufe des Vormittags fand ein Feldgottesdienst auf einer Wiese in der Umgebung von Harz- burg und im Anschluß daran ein Vorbeimarsch
Bad Harzburg, 11. Okt. Das Städtchen Harzburg stand vollkommen im Zeichen der Tagung der Rechtsopposition. Schwarz-weiß-rote und Haken- kreuzfahnen, die braunen Uniformen der Nationalsozialisten und Lie grauen des Stahlhelms verliehen dem äußeren Bilde dieser Tagung das Gepräge. Die Beteiligung war sehr stark und erstreckte sich außer auf die Nationalsozialisten, die Deutschnationalen und den Stahlhelm auf führende Persönlichkeiten des Reichslandbundes und eine Anzahl bekannter Wirtschaftler, unter denen das rheinisch- westfälische Industriegebiet besonders stark vertreten war. Von der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei war dagegen nur Generaloberst von Seeckt anwesend. Dafür aber waren zwei führende Mitglieder der rheinisch-westfälischen Organisation der Deutschen Volkspartei erschienen. Hüttendirektor Kuhbirn-Duisburg und Hembeck-Lüdensche'd. Von der Wirtschaftspartei sah man den Abgeordneten Sachsenberg.
Die große Kundgebung der vereinigten Rechtsopposition hatte sich etwas verzögert, well vor ihrem Beginn noch eine Besprechung zwischen Hitler und Hugenberg stattfand. Die beiden betraten dann gemeinsam den Saal, wo man sie stürmisch empfing. Auf dem Podium nahmen in der ersten Reihe Platz: Hugenberg, Hitler, Frick und die beiden Stahlhelmführer Seldte und Düsterberg, hinter ihnen mehr als 100 Parlamentarier und Wirtschaftler.
Die DolSsvaetei in der Opposition
DKrgeldev tue Absage an daS Kabinett Bvünkug
Berlin, 11. Ott Der Reichsausschutz der Deutschen Volksparkel hat am Samstag in einer stundenlangen Sitzung die politische Lage beraten und mit sehr großer Mehrheit die Haltung und politische Erklärung des Parleivorsitzenden Dingeldey gebilligt. Das bedeutet, daß die Deutsche Volkspartei das zweite Kabinett Brüning ablehut und ein ausgesprochenes Rechtskabinett ohne sozialistische Bindungen verlangt.
Die Minderheit in der Partei, die das Kabinett Brüning tolerien will, ist sehr gering. 3m Grunde genommen handelt es sich nur um einen Kreis von Mitgliedern des Reichsausschusses der Deutschen Volkspartei, der sich um zwei bis drei Abgeordnete gruppiert. Immerhin muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß sich diese Abgeordneten bei der Abstimmung über den Mißtrauensantrag gegen das Kabinett von der Fraktion trennen, womit sie gleichzeitig einen Trennungsstrich zur Gesamtpartei ziehen würden.
Auch in der Reichstagsfraktion der Deutschen Bolkspartei stimmte die überwiegende Mehrheit der Abgeordneten der Politik ihres Par- teivorsitzenden zu. Einige Abgeordnete gaben zu erkennen, daß sie sich bei der Abstimmung über ein Mißtrauensvotum der Stimme enthalten, wenn auch nicht gegen die Fraktionsmehrhsit auftreten würden. Es handelt sich dabei um die Abgeordneten von Kardorff, Kahl, Schneider-Dresden, Scholz,
Gehermvat Hssenbevs
Nach den Begrüßungsworten des deutschnatio- nalen braunschweigischen Finonzministers Küchen- Hal sprach Dr. Hugenberg. In seiner Eröffnungsansprache hatte er erklärt, daß man Harzburg als Tagungsort deshalb wählte, well man hier außerhalb des Machtbereiches der preußischen Polizei sei. Nun rufe er in den Saal, hier in Harzburg sei heute die Mehrheit des deutschen Volkes, die zeige, daß eine neue Welt im Aufstieg sei. Er wandte sich dann gegen die „bisherigen Gewalthaber", denen er ebenso wie dem internationalen Kapital, von dem er hehaup- tete, es kämpfe irrgeleitet gegen das nationale, die Schuld an der Arbeitslosigkeit zuschob. Diese könne nur von der Rechtsopposition medergerungen werden. Er wandte sich auch gegen die Kabinettsumbildung, forderte Neuwahlen in Preußen und zeichnete abschließend die Gefahr eines Bolschewismus für Amerika. Hugenberg verlas dann eine
gemeinsame GntschNetznns den nationalen Opposition
Dis gemeinsame Entschließung beginnt mit bert Worten „Die -Nationale Lwut, einig mehren Parteien, Bünden und Gruppen, von dem Willen beseelt gemeinsam und geschloffen zu handeln, gibt folgendes kund:" Nach dieser Formel heißt es: dis nationale Opposition habe seit Jahren vor dem Blutterror des Marxismus, dem Kulturbolschewismus und dem Klaffenkampf, sowie der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Selbstentmannung Deutschlands, vor einer Politik weltwirtschaftlicher Utopien und der Unterwürfigkeit gegenüber dem Auslande gewarnt.
Wir find, heißt es dann weiter, berelk, km
Reich und in Preußen in national geführten Regierungen die Verantwortung zu übernehmen.
Wir stoßen keine Hand zurück, die sich uns zu wirklich ehrlicher Zusammenarbeit anbietet. Wir müssen es aber a b l e h n e n, die Erhaltung eines falschen Systems und Fortsetzung eines falschen Kurses in einer nur national getarnten Regierung der bisherigen Kräfte irgendwie zu stütze n." Weiter fordert die Entschließung den
„sofortigen Rücktritt der Regierungen Brüning und Braun, Aufhebung der diktatorischen Vollmachten, Neuwahlen in Reich und Preußen".
Weiter heißt es: «In vollem Bewußtsein der damit übernommenen Verantwortung erklären wir, daß die in der nationalen Opposition stehenden Verbände bei kommenden Unruhen wohl Leben und Eigentum, Haus, Hof und Arbeitsstelle derjenigen verteidigen werden, die sich offen zur Nation bei«
(Fortsetzung auf Seite 2)
Thiel, Kalle, Cremer und anscheinend auch um den Abgeordneten Albrecht.
Die »Köln. Zkg." erfährt noch. daß der gegen die Unterstützung der Regierung gerichtete Beschluß mit Mehrheit gegen neun Stimmen zusammenkam. Die Minderheit der Fraktion, die sich einer Stimmabgabe gegen das Reichskabinett nicht anschließen wird, beträgt voraussichtlich ein Drittel. Weiter sollen aber drei Fraktionsmitglieder bereit sein, sich offen für Dr. Brüning und sein Kabinett auszusprechen.
Der Parteiführer Dingeldey will nach der gleichen Quelle sobald wie möglich den Reichspräsidenten aufsuchen, wobei der Gedanke erörtert werden soll, ob es noch möglich sei. nach.
Die heutige Summer umfatzt 10 Seite«