Wettlauf
mit dem Tod
(^rückend schwül ist die Tro- pennacht. Ueber den wäL- rend der regenlosen Zen halb ausgedörrten Sümpfen der kleinen Lichtung lagern malaria- schwangere Nebelschwaden.
Vor der Oeffnung des am Dschungelrande aufgeschlagenen kleinen Zeltes steht Umschau haltend Charles Hoocker und beobachtet das gespenstige Gewimmel hinhuschender unbestimmter Gestalten, die auf dem vom fahlen Mondlicht schwach erleuchteten Sandftreifen auftauchen und blitzschnell wieder verschwinden.
Auf der Suche nach Orchideen sind zwei Männer in die Wildnis eingedrungen und das Glück hat sie reich begünstigt. Nach vier- bis fünftägigen Streifzügen haben sie gute Ausbeute an seltenen Pflanzen eingebracht.
Jetzt sind sie zum letztenmal auf dem Rückwege zu dem abgelegenen Karendorf, von wo in Begleitung lasttragender Kulis der Hkimmarsch in das birmanische Hinterland angetreten werden soll. Hooker richtet den besorgten Blick nach Süden, dem breiten Quertale zu, durch das der Süd- weft-Monsun alljährlich seinen Einzug in das Hügelland hält.
Doch eine Wolkenwand hat den Mond jetzt zugedeckt und tiefe Finsternis über die Landschaft gebreitet.
Der vor sechs Monaten zum erstenmal von England nach Indien gekommene, noch wenig erfahrene Beobachter schüttelt den Kopf, sich bückend tritt er ins Zelt und rüttelt den dort schlafenden Gefährten wach.
„Hallo, Jo, wach auf? Der Monsun ist, glaub' ich im Anzuge, es sieht bedenklich im Süden aus."
Jo Reller springt auf die Beine und hastet zum Zelt hinaus.
„Hol der Teufel diese Ueber» raschung", flucht er. „Jetzt heißt es sich tummeln, denn ich habe den Wechsel des Monsuns erst in ein paar Tagen erwartet."
Lauter und lauter grollt der Donner, näher und näher rückt das Verhängnis, während die beiden in atemloser Hast dein Boden ihre Schätze anvertrauen. Die mühevoll gesammelten Pflanzen haben einen hohen Wert und werden von Liebhabern und Züchtern in England hundertfach mit Gold ausgewogen. Bald ist die Arbeit getan. Was sich nicht leicht und bequem mitnehmen läßt, wird in die Grube versenkt, mit Zeltleinwand zugedeckt, Erde wird aufgeschüttet und die improvisierte Schatzkammer mit einem aufgewälzten Steinblock geschloffen.
„Und nun los!" ruft Hooker, die gelöschte Laterne am Leibgurt festschnallend. Es ist höchste Zeit.
Durch dick und dünn rennen die Männer dem Tempel zu.
Durch eine Lücke kriechend find sie im Innern, während draußen letzt mit elementarer Wucht das Unwetter seine volle Kraft entfaltet.
„Gott sei dank", keucht Hooker, „das Unheil ist abgewendet! Wenn der Monsun uns unvorbereitet getroffen hätte, wenn er die in den letzten Tagen gesammelten
Blitze schlagen schmetternd um sie ein . * *
Gefährliche Sparsamkeit
Gibt es das, werden Sie fragen, gefährliche Sparsamkeit? Kann man denn überhaupt sparsam sein, und wieso kann Sparsamkeit gefährlich werden? — In dieser wirklich außer- gewöhnlich schwierigen Zeit, in der es den meisten Menschen schlecht geht, wo die Arbeitslosigkeit eine gigan- tische Ziffer erreicht hat, gibt es doch eine ganze Anzahl von Menschen, die immerhin so viel verdienen, daß sie sich ein Leben leisten können, das sich von dem der Normalzeiten kaum unterscheidet. Der zum Teil erfolgte Preisabbau gibt ihnen die Möglichkeit, mit ihrem Gelde sogar etwas mehr anfangen zu können als bisher. Sie fühlen sich ein wenig bedrückt, daß es ihnen gut geht und wollen den andern nicht zeigen, daß sie von der allgemeinen Not nicht getroffen worden find, teils aus Zartgefühl, teils aus Angst, vielleicht angepumpt zu werden oder helfen zu müssen, und die Folge davon ist — Einschränkung. Hier liegt die Gefahr. Jede Einschränkung, die unnötig ist, vergrößert das Heer der Arbeitslosen. Jedes entlassene Dienstmädchen, jeder nicht gekaufte Mantel, jede nicht gemachte Reise, jedes unterlassene Vergnügen entzieht dem Arbeitsmarkt Arbeit und dem Einzelnen Umsatz, Verdienst usw. — Das sollten wir uns klar machen und die allgemeine Not dadurch zu lindern versuchen, daß wir für den Umsatz und für Arbeit sorgen. Natürlich jeder in den Grenzen seines Einkommens; wer stark zu rechnen hat, soll natürlich nicht plötzlich anfangen, Gelder für Dinge auszugeben, die er sich nicht leisten kann. Nur soweit es möglich ist, daß alles seinen geregelten Gang geht und nichts unkorrekt behandelt wird, soll man sich zu Ausgaben entschließen, die den üblichen Verbrauch nicht einschränken.
Die praktischen Tischchen für alle Gelegenheiten, die zusammenklapp- oder -legbar, ein Minimum an Platz fortnehmen und im Gebrauch unentbehrliche, kleine, leicht zu transportierende Serviertische dar st eilen.
Pflanzen, die wertvollsten von allen, vernichtet hätte — ich mag gar nicht daran denken. Doch nun bin ich froh, denn der Gedanke, mir nach meiner Rückkehr nach England mein kleines Nest recht schön warm ausfüttern zu können, für Ellen und mich, ich will —"
„Ja, ja"^fâllt ihm Jo ins Wort, „wärst du nur erst wieder dort. Sie ist ein liebes Mädel, meine kleine Vase, und die damalige Trennung von dir fiel ihr sehr schwer. Mir hat sie ja auf die Seele gebunden, über dich zu wachen und dich heil und gesund wieder zurückzubringen."
Charles Hooker setzt sich auf einen Schutthaufen, schnellt aber mit einem Schrei in die Höhe, die Laterne wird um» gestotzen und verlischt.
„Was hast du?!, was ist um Gottes willen", ruft Jo.
SSmhlriöe
Besonders schick und graziös ist ein Kleid mit hinten ansteigenden Volants, so ungefähr im Stil von 1880, wie unsere Großmütter sich als junge Frauen anzogen.
Der Raglanärmel erfreut sich zur Zeit großer Beliebtheit.
Die Hüte werden kleiner. Die Silhouette der Frau hat jetzt eine feste Form angenommen. Der Kopf ist winzig, die Taille schmal, die Hüften ebenfalls und nach unten wird alles weit.
w
Ein sehr schönes modisches Nachmittagskleid besteht aus einem schwarzen Rock, schwarzen Kragen, der seitlich mit einer Schleife gebunden wird, Oberärmel mit Doppelvolant, und tomatenroter, sehr auf den Körper gearbeiteter Taille.
ä^^ouuJijMSH
Manche Frisur fitzt niemals gut, weil das Haar an einigen Stellen zu dicht ist. Ein geschickter Frisör wird stets von selbst die betreffenden Stellen ausdichten, aber nicht jeder Frisör ist geschickt. Da muß man dann aufpassen und seine Wünsche bekannt geben. Grundidee bei der Frisur sollte sein, daß die Kopfform schön ebenmäßig gewölbt herausgearbeitet wird und daß nicht irgendwo flache oder ausgebuchtete Stellen entstehen.
Beim Aufflammen eines Blitzes steht er den Freund stieren Antlitzes die Joppe abziehen.
Zwischen seinen Beinen windet und krümmt sich ein graugelbes Etwas, festgehalten an einem Ende vom Stiefelabsatz des fest- gestampften Fußes. Die Unheilahnung hat sich erfüllt. Hooker ist von einer Cobra gebissen worden.
Jo hat die Laterne aufgegriffen und angezündet, aschfahlen Gesichtes steht er neben dem Freunde.
Ein schneller Entschluß, Jo zieht das Messer, ein rascher Schnitt über die Bißstelle, das Blut fließt reichlich, der Arm wird oberhalb der Wunde fest ab»
geschnürt.
„Jetzt trink", brüllt er Hooker an, ihm die mit Kognak gefüllte Flasche reichend. „Trink sie leer, sauf sie aus!"
„Ach Ellen, mein liebes Madel", stöhnt Hooker,„grausam,
del", stöhnt Hooker, „grausam, grausam! Latz nur Jo, mir ist nicht mehr zu helfem in einer Viertelstunde wird mich die Schlafsucht überfallen, ich werde nicht mehr erwachen, du kennst ja die Symptome."
„Unsinn, Charles, Kopf hoch, ich weiß von Fällen —"
„Nicht wenn einer von einer nahezu zwei Meter langen Cobra gebissen worden ist. Mein Schicksal ist besiegelt."
„Teufel auch, denk an Ellen, sei ein Mann, reiß dich zusammen.
In Drogerien und Kosmetikgeschäften bekommt man jetzt Spezialapparate zum Rasieren der Augenbrauen zu kaufen. Sie sind so geschickt konstruiert, daß auch eine ungewandte Hand mit ihnen fertig wird.
t
Badeseife sollte so milde sein, daß sie die Haut nicht reizt. In jedem Fall ist es ratsam, nach dem Gebrauch von Seife den Körper mit einem dünnen Oel einzureiben, da die Widerstandsfähigkeit der Haut geschwächt wird, wenn man ihr das natürliche Fett entzieht, und das tun bis zu einem gewissen Grade alle Seifen.
Es ist sicher jeder jungen Hausfrau passiert, daß sie ein altes Huhn, eine alte Eans usw. mit nach Hause gebracht hat. Dabei ist es gar nicht schwer, junges Geflügel von altem zu unterscheiden, es gibt ganz bestimmte Merkmale dafür. Eine alte Eans erkennt man an einem großen Kopf, einem großen, starken Schnabel und grobknochigen Beinen mit grober, grauer Haut. Man versucht außerdem die obere Schnabelhälfte nach oben zu brechen; geht es leicht, ist die Eans jung, sonst verzichte man darauf, sie zu kaufen. — Junge Rebhühner erkennt man an den gelben Füßen und an der ersten Schwungfeder an den Flügelspitzen, die bei alten abgerundet und bei jungen spitz ist. — Junge Hühner haben zarte Beine, die sich leicht brechen lassen, und einen kleinen Kopf. — Junge Tauben erkennt man an einem gelben Flaum zwischen den Federn und an dem weichen Schnabel. — Wichtig ist bei jedem Geflügel,
Mit einem Fußtritt schleudert Hooker die Cobra, der er mit dem Stiefelabsatz den Kopf zertreten, zur Seite. Er hat sich aufgerafft.
„Ich will ihm trotzen, Jo, ich werde mit ihm ringen, so lange ich noch einen Atemzug tun kann!"
„Dann werden wir ihn auch meistern, Charles. Komm! Komm!^ „Wohin, was tun?" „Den Tod herausfordern zu einem Wettlauf!" Jo packt den Freund und zieht ihn zur Maueröffnung.
„Was, in den Orkan hinaus? Sollen wir beide zugrunde gehen? Du darfst dich nicht um mich opfern, Jo!"
„Wir müssen's riskieren, die einzige Chance; die körperliche Anstrengung wird den Schlaftaumel nicht in dir aufkommen lassen; bleibst du bis zum Morgen munter, siegen wir. Hier, nimm einen kräftigen Schluck und nun los!"
In der nächsten Minute find die beiden im Freien. Der tolle Lauf beginnt. Fallend, stolpernd, wieder aufspringend, vom Sturm gepeitscht, von wirbelndem Buschholz getroffen, stürmen sie in das Chaos hinaus. Blitze schlagen schmetternd um sie ein, Bäume krachen und streuen splitternd ihre Aeste. Vorwärts, vorwärts. Die rasende Aufregung berauscht sie, schreiend stürzen sie hügelan, Hügelab über den knirschenden Kies ausgetrockneter Flußbetten.
daß die Brust fleischig ist und daß der Brustknochen nicht so weit her. vorsteht. Man lasse sich durch einen eingeschlagenen Brustknochen nicht täuschen. Wenn man aufpaßt, merkt man schon, ob der Knochen angeschlagen ist oder nicht.
Feiner Schokoladenauflaus.
Man kocht einen halben Liter Sahne mit einem Stück Vanille auf, läßt zugedeckt erkalten und quirlt dann 200 Gramm in Milch aufgelöste Schokolade, 150 Gramm Zucker, zwei ganze Eier, eine Prise Salz und acht Eidotter dazu. Dann füllt man die Masse in eine Form, setzt diese ihrerseits in einen Topf, der soweit mit kochendem Wasser gefüllt ist, daß die Form zu dreivierteln damit bedeckt ist. Das Wasser muß kochend heiß bleiben, darf aber nicht direkt kochen. Sowie der Auflauf eine zart« Festigkeit bekommt, nimmt man ihn aus dem Wasserbade. Er muß möglichst sofort serviert werden.
Hooker sinkt ermattet in die Knie, doch Jo reißt ihn immer wieder hoch.
„Noch eine halbe Stunde, Charles, aushalten, hier, stütz« dich auf mich, nimm meinen Arm, weiter, weiter, weiter, weiter —4
Fahl dämmert der Morgen, Das Sturmgebraus ist schwächet und schwächer geworden. Nock zucken einzelne Flammen durch di, Wildnis. Doch bald beginnt ei zu wetterleuchten.
Jo schleppt den Freund z» einem gurgelnden kleinen Wasser, lauf. Er schaut ihm in die Augen sie blicken klar. Der Arm blutet noch, aber die Wunde sieht sauber aus. Das Gift ist ausgeschieden, hat keine Zeit gehabt, in den Organismus einzudringen.
Langsam nimmt Jo die Ader- presse ab, er wäscht die Wunde mit verdünntem Kognak aus und verbindet sie.
„Wir haben das Rennen gewonnen, Charles. Wer drei Stunden nach dem Bitz der Cobra noch so lebendig ist wie du, der bleibt es, du hast nichts mehr zu fürchten.
Vier Männerhände pressen sich ineinander.
„Du guter, alter Junge, ich wäre verloren gewesen, wenn deine Entschlossenheit und Tatkraft mir nicht in der Todesnot zur Seite gestanden hätte."
Vier Männerhände pressen sich ineinander. W. K.