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E^vVeKeval-Amsiger für^M^d^auau Stadt und Land
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LH. September
1931
Das Gvssbnis von Berlin
Einsetzung eines deutsch-svamöstschen Ausschusses mit Genevalsekvetaviat
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* Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsbankpräsident Dr Luther gaben auf der 50. Iubiläums- tagung des Deutschen Sparkassen- und Girover- bandes bedeutsame Erklärungen über die Erhaltung der deutschen Währung ab.
Der bisherige Ministerialdirektor im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe Dr. Ernst ist zum Reichskommissar für das Bankgewerbe ernannt worden.
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Die Reichsbohngesellschaft hat im Einvernehmen mit der Reichsregierung den drei vertragsschließenden Organisationen ' die §§ 4 und 5 des Lohntarifvertrages zum 31. Oktober gekündigt, um die in der Notverordnung vorgesehene Lohnsenkung auch bei der Reichsbahn durchzuführen.
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Auf dem Parteitag der deutschen Staatspartei wurde einstimmig ein Antrag angenommen, wonach die Mitgliedschaft in der Deutschen Friedens- gesellschaft unvereinbar ist mit der Zugehörigkeit zur Deutschen Staatspartei.
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Der Fraktionsvorstand der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion ist für kommenden Samstag zu einer Sitzung in den Reichstag einberufen worden. Er wird dabei auch über die Aktionen der Nationalsozialisten in der kommenden Reichstagstagung beraten. Wie verlautet, soll zu Beginn der Ar- ^^..Zes P.'enums von den Nationalsozialisten
«i*^.‘BttWtettsarrtrafi «e»en das »uioiiiett und ein besonderes Mißtrauensvotum gegen den Außenminister Dr. Curtius eingebracht werden.
Durch eine Verordnung des Senats der Freien Stadt Danzig sind sämtliche bisher für di« Danziger Hypothekenbank A.-G. eingetragenen, auf Pfund Sterling lautenden Hypotheken mit der Feingoldklausel versehen worden. Alle künftigen Hypotheken des Instituts werden als Guldenhypotheken mit her Feingoldklausel eingetragen. Die Danziger Hypothekenbank A.-G. hat dementsprechend ihre wahlweise auf Pfund Sterling und Danziger Gulden lautenden Pfandbriefe in ihrer Gesamtheit auf Feingoldbasis umgestellt, so daß sowohl die bisher ausgegebenen Pfandbriefe als auch die künftigen Emissionen Goldguldenpfandbriefe darstellen die von jeglichem Wähvungsrisiko losgelöst sind.
Die Suspendierung der Goldwährung in Skandinavien hat in Washington beträchtliche Aufmerksamkeit erregt. Im Weißen Hause wurde erklärt, daß Präsident Hoover sich eingehend mit der gegenwärtigen Situation befasse; zur Frage der Einberufung einer internationalen Goldkonferenz sei aber bisher noch nicht Stellung genommen worden.
Wie tm Weißen House verlautet, wird beim Besuch Lavals die Abrüstungsfrage den hauptsächlichsten Gegenstand der Besprechungen zwischen Hoover und dem Ministerpräsident Laval bi'den. Weder die Schaffung eines Konsulativpakts noch die internationale Schuldeftfrage dürfte von hier aus angeschnitten werden.
Die „Oeuvre" kündigt an Lord Cecil habe im Namen des Völkerbundes Edouard Herriot den Vorsitz des Vorbereitenden Ausschusses für die Abrüstungskonferenz angeboten. Herriot dürfte zweifellos dies Angebot annehmen.
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Lord Melchett wird in diesen Tagen im englischen Oberhaus unter dem Titel „Einfuhrrege- lungsgeietz" eine kurze Vorlage einbringen, durch die 'bis Regierung ermächtigt werden soll., im Verordnungswege die Einfuhr zu beschränken oder gar zu verbieten. soweit sich dies mit den bestehenden Handelsverträgen in Einklang bringen läßt. Eine solche Verordnung würde, falls sie nicht die gesetzliche Sanktion durch das Par'nment erhalten würde, eine Dauer von M Tagen haben. Man hofft, daß die Vorlage vielleicht schon heute abend die erste Lesung passiert. *
Im Laufe der gestrigen Unterhausdiskussion über die vorgeschlagenen Wirtschaftsmaßnahmen wurde ein Antrag der Arbeiterpartei, die geplante zehnvrozentige Kürzung der Unfallentschädigungen im Bergbau zu streichen, mit 296 gegen 243 Stimmen abgelehnt.
Der Kommandant der britischen Atlantikflotte, Admiral Hodges, der zwei Tage vor dem Auslaufen der Flotte nach Jnvergordon an einer Brustfellentzündung erkrankte und zurückbleiben mußte, ist bis heute noch nicht wiederhergestellt, was iljn veranlaßte, um Entheb"ng von' seinem Posten <u bitten, r
Zu seinem Nachfolger wurde Sldmiral, 2t it g e n" zwischen den deutschen und französischen
Kelly bestimmt t Staatsmännern plötzlich berühmt geworden. Der
Die amtliche Mitteilung
Berlin, 28. Sept Ueber das Ergebnis der deutsch-französischen Verhandlungen in Berlin wurde gegen 19 Uhr eine amtliche Mitteilung veröffentlicht, wonach als wesentliches Ergebnis der Besprechungen ein ständiger deutsch-französischer Ausschuß eingesetzt wird, der aus Vertretern der Regierungen, der Industrie und des Handels sowie der Arbeiterschaft bestehen wird. Das Eommuniquee hat folgenden Wortlaut:
„Der französische Ministerpräsident und der französische Außenminister sind nach Berlin gekommen, um den Besuch z u erwidern, den ihnen seinerzeit der Reichskanzler und der Reichsminister des Auswärtigen in Paris abgestalkei haben. Zugleich war es ihre Absicht, ihre früheren Besprechungen zu einem Ergebnis zu führen.
Die Vertreter der beiden Regierungen haben erneut ihrer Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß ihr Ziel die Pflege vertrauensvoller Beziehungen zwischen den beiden Ländern ist. Sie sind der Ansicht, daß die Wirtschaftskrise, unter der gegenwärtig die ganze Welt leidet, es ihnen zur gebieterischen Pflicht macht, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiete ihre Bemühungen zu vereinigen, um Lösungen zur Milderung der Not zu finden.
Den deutschen und französischen Ministern scheint es geboten, ein besonderes Organ z u schaffen, besten Arbeitsweise Greifbare (Ergebnisse zu gewährleisten verspricht. Sie sind dem WMWMWM MMMM eine WW i, ( de uksch- frn hn Kommission bilden, die aus Vertretern der beteiligten Zenkr stellen unser Beseitigung von berufenen Vertretern der verschiedenen Zweige der Wirtschaft wie auch der Arbeitnehmer bestehen soll. Die Leitung der Kommission wird Mitgliedern beider Regierungen obliegen. Außerdem wird ein Gemeinsames ständiges Generalsekretariat eingerichtet. Die Kommission wird ihre S i h u n - gen je nach Bedarf in dem einen oder anderen Lande abhalten und ihre Arbeiten alsbald aufnehmen.
Die Kommission bat die Anfoabe, alle die beiden Völker berührenden Wirlschaftsfragen
Lavat und
Vriand bei
Gindettburs
Berlin, 28. Sept. Das heutige Programm des französischen Besuches begann mit dem Empfang der beiden französischen Minister durch den Reichspräsidenten. An dem Empfang nahmen auch der französische Botschafter Francois Poncet und Staatssekretär Meißner teil.
Vor dem Hause des Reichspräsidenten in der Wilhelmstraße hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, die bei der Ankunft und bei der Abfahrt der Minister Hochrufe ausbrachte. Staatssekretär Dr. Meißner empfing die französischen Gäste am Portal des Reichspräsidentenpala, s und geleitete sie zum Arbeitszimmer des Reichspräsidenten. Reichspräsident von Hindenburg begrüßte seine Gäste an der Schwelle seines Arbeitszimmers. Der französische Botschafter Francoiz Poncet stellte dem Reichspräsidenten die Herren vor. Die Unter- ha'tung verlief in sehr freundschaftlicher Form. Der Besuch dauerte etwa 20 Minuten.
beim Reichspräsidenten
Nach dem Empfang beim Reichspräsidenten kehrte Briand ins Hotel Ad on zurück, während Laval sich gemeinsam mit Brüning und Dr. Curtius ins PergamonMuseum begaben, wo sie etwa um 11.30 Uhr eintrafen. Dort wurden sie von Direktor Wetzold begrüßt, worauf der Rund- gan" unter Führung von Direktor Wetzold und Reichskunstwart Dr. Redslob begann. Curtius entfernte sich etwas früher, um Briand vom Hotel Adlon abzuholen um mit ihm nach den Have.seen zu fahren, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Vor dem Hotel Adlon hatte sich eine riesige Menschenmenge angesammelt, die in laute Hoch- und „Vive la paix"-rufe ausbrach, als der französische und deutsche Außenminister zusammen hergus- trat. Auch das Pubkikum vom Bürgersteig schwenkte die Hüte und brach in Hochrufe aus, als die Minister vorbeifuhren.
âonfevenz an dev ^avel
Berlin, 28 Sept Das Schloß Brüningslinden an der Havel bei Cladow, das bis gestern wohl nur wenigen Berlinern selbst dem Namen nach bekannt war, ist durch die dort zu standegekommene Unterredung „unter vier
zu prüfen, ohne dabei die Interessen anderer Länder und die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit aus dem Auge zu verlieren. Sie wird vor allem die Möglichkeiten prüfen, die bereits bestehenden Wirtschaftsvereinbarungen zu verstärken und auszubauen und neue Vereinbarungen abzuschließen, und zwar gegebenenfalls in neuen Organisationsformen. Sie wird den gegenwärtigen Stand des Handelsverkehrs zwischen beiden Ländern untersuchen, um die seit dem Inkrafttreten des Handelsvertrages von 1927 gesammelten Erfahrungen nutzbar zu machen. Sie wird weiter gemeinsam nach neuen Absatzmöglichkeiten suchen. Nach übereinstimmender Ansicht ist diese Aufzählung nicht erschöpfend.
Die Vertreter der beiden Länder legen Wert darauf, klar zum Ausdruck zu bringen, daß sich ihr Vorgehen nicht gegen die Wirtschaft irgend eines anderen Landes richtet. Sie erklären, daß sie es ablehnen, die Lösung der der Kommission zugewiesenen Fragen etwa in ae« meinfamem Vorgehen auf dem Gebiete von Z o l l -
Bekämpfung der Wirtschaftskrise halten und werden die Mitarbeit anderer Völker in jedem Falle nachsuchen, wo die Sachlage dies erfordert. So könnte u. a. die Durchführbarkeit internationaler Abmachungen über Schiffahrt und Luftverkehr geprüft werden.
Die Vertreter der deutschen und der französischen Regierung sind überzeugt, daß sie hiermit den Grundstein zu einem Werk des Aufbaues legen. Dieses Werk soll der erste Schritt zu einer Gemeinschaftsarbeit sein, die ein Gebot her Stunde ist und an der milzuwirkeu alle berufen sind".
wunderbar an der Havel gelegene Besitz gehört dem Major a. D. v. Brüning, der aber nicht mit dem Reichskanzler, sondern mit den Vorbesitzern der Höchster Farbwerke (Meister Lucius und Brüning) verwandt ist. Das Schloß ist vor einiger Zeit dem Automobilklub von Deutschland als Klubheim zur Verfügung gestellt worden, aus welcher Tatsache sich die Möglichkeit ergeben hat, dort Gäste zu bewirten.
In Cladow hatte es sich natürlich bald herumgesprochen, welchen Besuch Brüningslinden erhalten würde, so daß zu den zahlreichen Kgmera- 'euten noch viele Schaulustige aus der Umgebung kamen. Brüning und Curtius gingen nach ihrer Ankunft in Brüningslinden zunächst mit ihren Gästen im Garten spazieren und erklärten ihnen vom Ufer aus, von dem man einen wunderbaren Blick über die Havel hat. die Landschaft. Dann begab man sich zu Tisch. Allez in allem nahmen etwa 20 Personen an dem Frühstück teil, an das sich Besprechungen zwischen den Staatsmännern im engsten Kreise anschlossen. Die Rückkehr nach Berlin erfolgte nicht gemeinsam, vielmehr fuhren Reichskanz'er Dr Brüning und Ministerpräsident Laval etwas früher von Brüningslinden ab, um über Pichelswerder und die Heerstraße direkt zum Hotel Adlon zurückzukehren, während Briand und Dr. Curtius über Potsdam nach Berlin fuhren, ohne allerdings die Sehenswürdigkeiten der Havelstadt zu besichtigen. ,
Das Gros der japanischen Truppen ist aus dem Gebiet der mandschurischen Eisenbahn zurückgezogen worden Abteilungen sind als Besatzungen in den Brückenköpfen von Kirin, Tschangtschun und Tichangftchmtung her chinesischen Eisenbahnen zurückgelassen worden, die von den japanischen Beamten der mandschurischen B-âhn gegenwärtig Der« waltet, werden.
Kach dem ivanzdsifch en Vemch
Berlin, 29. Sept Gegen 6.30 Uhr früh verließen der französische Ministerpräsident Laval und Außenminister Briand das Hotel Adlon. Vor dem Bahnhof Friedrichstraße hatten sich wegen der frühen Zeit kaum Publikum eingefunden. Außen- minister Curtius erschien 7.30 Uhr am Bahnhof, kurz darauf fuhren die französischen Gäste vor und wurden vom Außenminister begrüßt. Die Gäste warteten vor dem Bahnhofseingang auf deu Reichskanzler, der nach 10 Minuten eintraf, wonach sich die Gäste sofort ins Fürskenzimmer begaben. Mm 7.50 verließen dann Laval und Briand mit den Herren ihrer Begleitung Berlin.
Der französische Besuch in Berlin ist beendet. Er hat äußerlich insofern einen befriedigenden Verlaus genommen, als die Berliner Bevölkerung den französischen Gästen gegenüber eine würdige Haltung eingenommen hat, was auch in den französischen Blättern besonders anerkannt worden ist. Ueber die nebenstehende offizielle Erklärung, die das Besuchsergebnis enthält, sind nur wenige Worte zu verlieren; denn sie enthält nur das, was man schon wußte: die praktische Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs auf wirtschaftlichem Gebiet soll in einem großen Umfange versucht weiden--. .DerMMuL dieser Zusammenarbeit tm einzelnen prüfen soll, wird schon in den nächsten Tagen an die Arbeit gehen. Wie der jetzt beendete Besuch der beiden französischen Staatsmänner ein in der Geschichte der beiden Völker wegen seines Ziels noch nicht dagewesenes Ereignis bedeutet, so stellt auch dieser Ausschuß einen bisher einzigartigen Versuch dar, die Beziehungen der beiden Völker aus dem jahrhundertelangen Zustand offener oder verborgener Gegensätzlichkeit zu lösen und nicht etwa in den ebenso! unfruchtbaren Zustand kalter Gleichgültigkeit, sondern in den nutzbringender Zusammenarbeit überzuführen. Das ist zweifellos ein welthistorischer Vorgang und es ist verständlich, daß jetzt überall in der Welt neue Hoffnungen erwacht sind. Eine Welle des Optimismus steigt, zum ersten Mal seit dem Tag, an dem Hoover fein Moratoriumsjahr proklamierte, wieder hoch.
Eine neue Aera in der Weltpolitik? Ein entscheidender Schritt zur Gesundung? Soweit gehen wir nicht. Wir sind nicht erfüllt von allzugroßem Optimismus, verwerfen aber auch entschiedenen Pessimismus. Läßt man hochtrabende Worte beiseite, die heute niemanden mehr zu beeindrucken imstande sind, so bleibt das eine: eine Chance ist da. Alles kommt darauf an, wie man sie ausnutzen wird.
Die Chance besteht darin, daß die wirtschaftliche Verständigung zunächst zwischen Deutschland und Frankreich und dann wohl zwischen einer weit größeren Gruppe von Nationen aus dem Bereich von Phrasen und Plänen in den Bereich praktischer Verwirklichung oder jedenfalls des Versuches einer solchen hinüber gewandert ist. Der Briandsche Paneuropa-Gedanke, von dem man nicht viel in der letzten Zeit hörte, hat eine neue Gestalt bekommen. Das Ziel ist nicht mehr nebelhaft. Seine äußeren Umrisse sind klarer zu erkennen. Allerdings: der innere Gehalt fehlt noch. Und darauf kommt alles an.
Pierre Laval, der französische Minister- wäsident, hat während seines Berliner Besuches wiederholt betont, es käme ihm vor allen Dingen auf die Feststellung an, daß er eine neue Methode der deutsch-französischen Zusammenarbeit in Anwendung zu bringen 'uche. Worin besteht nun diese neue Methode? Darüber weiß niemand Genaues mitzuteilèn, auch Laval selbst nicht. Man spricht von internationaler Kartellierung. Man spricht von der Zusammenarbeit in der Kohle-, Chemischen- u. Elektro-Industrie. Francois-Poncet, der neue französische Botschafter in Berlin, Aba-sandter der einflußreichsten Indnstrie- und Finanzkreise seines Landes, gilt als ein
Die heutige Numme- umkaLt 12 W-3