KanaurMmriger
MvGeMVal-ÄnzeZgör fiig^rW<Matt Gtadt und Land
Sahrsans
Land
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im ReNameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Otfertengebühr 50 R-Psg.
«V. 222
Montas den
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. - Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.^Geschäftsstelle: Hammerstr.9 z Fernspr. 3956, 3951,3958
28. September
1031
Suspendierung des Goldstandards
in Schweden und Norwegen
Äiieyt Shuyt&^w*
Don unterrichteter Seite wird zu den Gerüchten über eine angeblich geplante Reise des Reichskanzlers nach Washington mitgeteilt, daß ein derartiger Plan nicht bestehe. In Berliner politischen Kreisen weist man vielmehr darauf hin, daß angesichts der bevorstehenden politischen Ereignisse, die im kommenden Monat u. a. den Beginn de Reichstags am 13. Oktober und den Besuch des italienischen Außenministers Grandi zu Ende des Monats bringen, vorläufig Reisen des Kanzlers, wie die erwähnte, .dis ein. Abwesenheit von mindestens drei Wochen nötig machen würde, gar nicht denkbar sind.
Das Luftschiff „Gras Sepperm“ hat heute früh Arles überflogen und fahlst das Rhonetal aufwärts weiter.
* Schweden und Norwegen haben den Gold: standard suspendiert Außerdem haben die Reichsbank von Schweden und die Nationalbank von Norwegen den Diskontsatz von 6 auf 8 Prozent erhöht.
Das italienische Amtsblatt meldet, daß die Erhöhung des Diskontsatzes von 5 $4 auf 7 Prozent erfolgen wird.
, M's dis „Rote Fahne" meldet, hat der sozial- seineulWWri- klärt.
Bet einer sozialistischen Veranstaltung in Mont'ucon erklärte der Führer der französischen Sozialisten, Séon Blum, zu der Reise der französischen Minister nach Berlin, die französische sozra- listische Partei könne Kartellbildungen nur insoweit unterstützen, als diese Kartelle für die produktiven Volksklassen die gegenwärtigen Löhne und ihre Kaufkraft sowie die Organisation der Produktion und des Warenaustausches aufrechterhalte.
•
Studenten, die mit der Stellungnahme des Völkerbundes in der mandschurischen Frage unzufrieden sind, überfielen den chinesischen Außenminister Wang in seinem Arbeitszimmer und brachten ihm am Kopf und Körper schwere Verletzungen bei und sie hätten ihn getötet, wenn das Personal dem Minister nicht zu Hilfe gekommen wäre.
Ueber die weitere Behandlung des chinesisch- japanischen Konfliktes im Völkerbunds verlautet, daß der Rat beabsichtige, der Völkerbundsversammlung vor ihrem Auseinandergehen eine Erklärung über den Stand der Angelegenheit zugehen zu lasten. Man spricht davon, daß der Völkerbündsrat erst am Dienstag wieder zu einer öffentlichen Sitzung zusammentreten wird, um, wie man hofft, abschließend zu dem Konflikt Stellung nehmen zu können.
•
Aus Waldenburg wird gemeldet: 5 Wassersportler machten gestern in 4 Faltbooten auf der Weistritz einen Ausflug Arn Wehr bei Würben kam ein mit 2 Mann besetztes Boot dem Strudel zu nahe so daß Gefahr bestand, daß das Boot das Wehr heruntergeristen würde. Die beiden Insassen sprangen aus dem Boot, wurden aber mitgerissen und ertranken. Die Ertrunkenen sind die beiden Brüder Herden.
Wegen Auftragsmangels gibt die Betriebsleitung der Dortmunder Union die Stillegung des Huttenbetriebes für die Zeit vom 27. September bis 4. Oktober bekannt. Es handelt sich um eine Zusammenziehung der Feierschichten, die sonst über einen längeren Zeitraum verteilt worden wäre Anschluß an die einwöchige Stillegung soll statt in drei nur noch in zwei Schichten täglich gearbeUe werden. Dadurch wird wahrscheinlich einem Drittel der Belegschaft gekündigt werden. Der Umfang der Entlassungen hängt ganz von dem Eingang der Aufträge ab.
Zu einem Grenzzwilchenfall, der sechs Tote und eine Anzahl Verwundete forderte. ist es zwischen Bolivien und Paraguay gekommen. Laut Meldungen des bolivischen Genera'stabs aus Hörl Munoz griffen 200 paraguayische Soldaten den Grenzort Aguarica an Die bolivischen Truppen konnten nach sechsstündigem Kampf die Feinde zurückschlaaen. ohne selbst irgendwelche Verluste zu erleiden. Die flüchtigen Angreifer wurden jedoch von den Boliviern nicht verfolgt. Es wurden lediglich einige Verwundete gefangen genommen.
•) Näheres siehe im politischen Test.
Stockholm, 28. Sept. Die schwedische Regierung hat für die Zeit vom 28. Sep. kember bis 30. November die Suspendierung des Goldstandards verfügt und die Gold- ausfuhr verboten.
Oslo, 27. Sept. Die norwegische Regierung hak die vorübergehende Aufhebung des Goldstandards verfügt und die Ausfuhr von Gold verboten.
Stockholm, 28. Sept Die Regierung hat am Sonntag auf Antrag der Reichsbank und im Einverständnis mit der Schuldenverwaltung der Reichsbank die Genehmigung erteilt, für die Zeit vom 2 8. September bis 30. No- vember den Goldstandard zu suspendieren. wenn die Verhältnisse es erlauben, kann die Bank schon früher zur Goldparität zurückkehren. Gleichzeitig hat die Regierung eine Bestimmung erlassen, nach der nur die Reichsbank oder aus- ländische Zentralbanken Gold in Münzen oder Barren exportieren dürfen.
Als Grund ihres Antrages erklärt die Reichsbank: Die Krise des internationalen Zahlungsverkehrs, die besonders während der deutschen Krise im 3ufi zum Vorschein kam, wurde durch die Suspendierung des Goldstandards durch England sehr verschärft. Durch diese Verhältnisse sind Schwierigkeiten entstanden, das schwedische im Auslande placierte Kapital zurückzubekommen. Anläßlich der großen Unruhe, die die Maßnahmen Englands innerhalb und außerhalb Schwedens hervorgerufen haben, stieg in der letzten Woche die Nachfrage nach Gold und ausländischen Iahlungs-
Der Bestand der Reichsbank an Gold und ausländischen Devisen, der wäh- rend des Sommers u. a. infolge der Zurückziehung ausländischen Kapitals aus Schweden stark vermindert wurde, ist während der letzten Woche um weitere 100 Millionen Kronen gesunken. Die Hoffnung der Reichs- bankleitung, einen ausländischen Kredit zu erhalten, durch den den Abhebungen begegnet werden könnte, ist jedoch fehlgefchlagen.
Stockholm, 28. Sept Zur Suspendierung des Goldstandards in Schweden erklärte der Finanzminister Pressevertretern, daß die Maß. nähme ausschließlich durch die unnormale Wirtschaftslage und die äußerst starke Nachfrage nach Goldwährung gezeitigt. Die Trennung von der Goldwährung sei nicht als endgültig aufzufassen.
GoWanSknbvvevboi in Äesvvten
London, 28. Sept Die „Times" meldet aus Kairo, die ägyptsiche Regierung hat beschlossen,
Die Kambusgee Wahren
Starke Zunahme der Natioualkorlalifte« nnv «Kvmniiinhnn
Hamburg, 28. Sept. Die gestrigen Wahlen zur Bürgerschaft find ganz ruhig, ohne irgendwelche Störungen verlaufen. Die Polizei halte für diesen Tag alle Umzüge und auch das Herumfahren von Kraftwagen zu Propagandazwecken verboten. Schon in der Frühe eilten viele Wähler zur Urne, und allgemein konnte eine sehr rege Wahlbeteiligung feffgeffedt werden. Die Wahlbeteiligung wird auf 85 Prozent geschätzt.
Das Endergebnis stellt sich wie folgt:
Stimmen:
Mandate:
Reichstagswahl
14.9.30:
Bürgersch.wahl.
19.2.28;
Seitherige Mandate:
SPD.
214 509
46
(240 984)
(246 685)
(60)
KPD.
168 618
35
(135 279)
(114 257)
(27)
Deut chnationale
43 269
9
(31 376)
(94 048)
(22)
Staatspartei
67 088
14
(64 129)
(87 553)
(21)
Deut che Volkspartei
36 920
7
(69 145)
(85 507)
(20)
Wirtschaftspartei
11373
2
(16 910)
(20 136)
(4)
Nationalsozialisten
202 465
43
(144 684)
(14 760)
(3)
Zentrum
10 794
2
(10 980)
(9 402)
(2)
Volksrechtspartei
1156
—
(1 937)
(—)
Liste Heydorn
1937
«MW
(1 037)
(-)
Chr. Soz. Volkdienst
10 874
2
(11 968)
(5 609)
(2)
Die Große Koalition, die in der letzten Bürgerschaft über 102 von 160 Mandaten verfügte, ist in die Minderheit gekommen. Das ist das hauptsächlichste Ergebnis der gestrigen Wahlen. Theoretisch besteht zwar nach wie vor die Möglichkeit einer Mehrheitsbildung zwischen Sozialdemokraten unb Kommunisten, die in der neuen Bürgerschaft über 81 Sitze verfügen, da diese Koalition aber praktisch kaum in Frage kommt und auch keine andere Kombination möglich ist, wird zweifellos der jetzt regierende Senat von der verfassungsmäßig gegebenen Möglichkeit Gebrauch machen und weiter im Amte bleiben.
Wenn man auch unter den obwaltenden Verhältnissen mit einem weiteren Ansteigen der Stimmen für die radikalen Parteien rechts und links gerechnet hatte, so ist doch die starke Zunahme der Nationalsozialisten, die rund 57 000 Stimmen gegenüber den
Reichsparrenas der Giaatspavtei
Berlin, 27. Sept. Nach einer vorbereitenden Sitzung des Parteivorstandes wurde der Reichsparteitag der Deutschen Staatspartei unter starker Beteiligung von Delegierten aus dem ganzen Reiche und vielen Gästen gestern nachmittag im Plenarsaal des preußischen Landtages eröffnet
Der Vorsitzende, Reichstagsabgeordneter Dr. Weber, eröffnete den Parteitag mit einer Begrüßungsansprache, in der er
letzten Reichstagswahlen gewannen, bemerkenswert. Sie sind mit 43 Sitzen die zweitstärkste Fraktion der Hamburger Bürgerschaft geworden und haben somit Anspruch auf Vertretung im Präsidium. Die bisherige zweitstärkste Partei in der Bürgerschaft, die Kommunisten, sind an dritte Stelle gerückt, obwohl sie rund 33 000 Stimmen gegenüber der letzten Reichstagswahl zugenommen habend Einen Gewinn von 12 000 Stimmen gegenüber der letzten Reichstagswahl haben auch die Deutschnationalen zu verzeichnen, die Staatspartei hat rund 3000 Stimmen gewonnen. Am stärksten gelitten hat die Deutsche Volkspartei, sie hat gegenüber der Reichstagswahl einen Verlust von 33 000 Stimmen, dann folgt die Sozialdemokratische Partei mit einem Verlust von 26 000 Stimmen und die Wirtschaftspartei mit 5000 Stimmen Verlust.
als ratsam betonte, die bürgerlichen Kräfte zwischen Hugenberg und den Sozialdemokraten zusammen-usassen und ihnen mehr Einfluß auf die Reichspolitik einzuräumen.
Zwischen verschiedenen Persönlichkeiten Deutschlands hätten Besprechungen mit diesem Ziel stattgefunden, die fortgesetzt werden sollten.
• Zum Hauptthema des ersten Derhandlungstages .Reichsreform und Preußen* referierte
Ministerialdirektor Dr. Poettzsch-Hefftex und Finanzminister Dr. H ö p k e r - A s ch o f f. Nach langer Debatte nahm der Parteitag zur Reichsreform einstimmig folgende Entschließung an:
„Die Staatspadei fordert die sofortige Vorlegung des Reichsresormgesehes nach den im Verfassungsausschuß der Länderkonfe» renz angenommenen Grundsätzen. Durch das Gesetz ist c'r Dualismus zwischen Reich und Preußen ja beseitigen und eine einheitliche nationale Staatsmacht zu bilden. Die Gesamtverwaltung ist wesent- sich zu vereinfachen. Die Vertreter der Partei wer- den ersucht, bei der Reichsregierung für die Ein- brinouna des Gesetzes mit Nachdruck einzutreten und auf eine fchleuniae Verabschiedung hinzuwirken. Die •Sfaaf^adei fordert die beschleunigte Verabschle- duv" des Gesetzes über Errichtung eines Rmchsver- •nalfttnagedchfs. Sie fordert ferner die sofortige Vorlage eines Gesetzes über die deutsche Staat- angehöriykeit, in dem die Beschlüsse des Lübecker 3uriffenfages 1931 berücksichtigt werden."
Auf der Sonntagstagung des Parteitages hieß Zunächst der Vorsitzende der Reichstagsfraktion, Dr. Weber den einleitenden Vortrag über die
Gegenwartsaufgaben der Partei.
Nach einem Hinweis auf den Besuch der französischen Staatsmänner in Berlin und die damit in Zusammenhang stehenden Möglichkeiten einer wirt» haftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich betonte er die Sympathie, die das
nachzuahmen, vor allem deshalb, »eil die deutsche Auslandsverschuldung in der Hauptsache auf Devisenbasis beruhe und selbst ein Teil der innerdeutschen Verschuldung auf Goldbasis abgestellt sei.
Voraussetzung für eine Gesundung der Wirk- schaft sei in erster Linie die Wiederherstellung des deutschen Kredits. Zu diesem Zweck sei vor allem eine feierliche Erklärung der Reichsregie, rung notwendig, daß sie an der Goldwährung seskhalte.
Wichtig sei ferner die Senkung der Hauszinssteuer, um durch die Herabsetzung der Mieten einen Ausgleich für die Lohn- und Gehaltskürzungen zu schaffen. Auf diesem mittelbaren Weg werde man mehr zur Bekämpfuna der Arbeitslosinkeit erreichen als durch unmittelbare Staatseingriffe. Mit besonderem Nachdruck verlangte Dr. Weber schließlich die Rücksiedlung der vom Land stammenden Erwerbslosen. Er schloß seine Ausführung mit der Erklärung, daß die Stoatsvartei nach wie vor bereit sei, sich hinter die Regierung Brüning zu stellen.
SiaaiSvaviet und Währung
Nach dem Vorsitzenden der Reichstagsfraktion ergriff der Parteioorsttzende, Reichsfinanzminister Dietrich das Wort. Er gab zunächst einen Ueberblick über die Entwicklung der kurzfristigen Verschuldung Deutschlands. Als die innern Aufgaben des Reichs bezeichnete er vornehmlich die Kleinsiedlung in der Nähe der großen Städte als eine der dringendsten Aufgaben. Die Reichsreform fei vor allem aus der Tatsache heraus dringlich, daß eine große Anzahl der Länder sich in finanziellen Schwierigkeiten befinde.
Der Redner ging weiter ausführlich ein auf den französischen Staatsbesuch. Er bezeich- nete es als einen großen Fortschritt im Leben der Völker, daß die Staatsmänner in einen unmittelbaren persönlichen Gedankenaustausch treten. Gegenüber den Angriffen der Rechtsopposition betonte er, nationale Gesinnung bestehe darin, in Notzeiten alle Kräfte einzusetzen, dabei aber die volitischen Möglichkeiten nicht zu übersetzen. Die Vorstellung, èin Systemwechsel genüge, um die deutsche Lage zu bessern, sei irrig. Besonders ein- gehend befaßte sich Dietrich dann mit
der englischen Krise.
Zu der Frage, was soll Deutschland tun? erklärte er wörtlich: „Ich kann diese Frage positiv heute so wenig beantworten, wie der Reichskanzler sie vorgestern in seiner Rede auf Geheimrat Duisberg beantwortet hat. Zunächst muß man die Nerven haben, die Wirkungen des englischen Vorgangs abzuwarten. Aber eines muß man feststellen:
Es darf von devlfcher Seite nichts unternommen werden, was irgendwie nach einer Inflation auch nur avsfleht. Wir können unsre Weltgeltung nur behaupten, wenn wir entschlossen sind, "^f""^E Verpflichtungen auf privatwirtschaftlichem Gebiet loyal und restlos ;n erfüllen. Eine andre
Die heutige Nummer umfatzt IC) Serien