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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer io, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R«pfg., im ReNameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. , Olfertengebühr 50 R-Psg.

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau» ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung ober Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. Geschäftsstelle: Hammerstr. S> Fernspr. 3956, 3957,3958

26. Sevtemvev

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Wege und Ziele der Reichsvegieeung

Die rlestevttns will bett wes »uv »Rütkkehv in die «Solidität unserer gesamten Finanz- und wlvtschattsvolttik* tveitevgehen

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Zu Len in der Presse umlaufenden Gerüchten, Las Reichskabinett habe in seiner gestrigen Sitzung die Frage der Erhöhung der Umsatzsteuer erörtert, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß im Reichs­kabinett von einer Erhöhung der Umsatzsteuer nichts bekannt ist

Die Innenminister Ler Länder treten heute zu einer Besprechung im Reichsinnenministerium unter dem Vorsitz des Reichsinnenministers Dr. Wirth zu­sammen. Es handelt sich um eine der üblichen Kon­ferenzen zur Erledigung laufender Angelegenheiten. In der heutigen Konferenz dürften Lie für den Win­ter sich ergebenden Hilfsmaßnahmen und der Ein- zelbestimmungen der großen Notverordnung, be­sonders die Frage der Handhabung der geplanten Sondergerichte zur schnelleren Aburteilung von Ge­waltakten und Ausschreitungen, besprochen werden.

* Die Frage der Demission von Eurttus ist bis nach dem Besuch Lavals, und Briands verschoben.

Im Laufe des gestrigen Nachmittags hat eine neuerliche Aussprache des Reichskanzlers mit Ver­tretern der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, nämlich den Abgeordneten Wels, Dr. Herz, Dr. Hil­ferding und Graßmann stattgefunden. Die Ver­handlungen, die fotgefetzt werden sollen, galten in der Hauptsache einer abermaligen ^Erörterung der

Das Bersiner Polizeipräsidium hat umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für den französischen Mini­sterbesuch getroffen.

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Die Reichsleitung gliedern der Partei Kundgebungen gegen besuch verboten.

der NSDAP. hat. den Mit- die Teilnahme an etwaigen den französischen Minister-

Das LuftschiffGraf Zeppelin" befand sich heute stütz 7 Uhr (M.E.Z. 15,59 West und 26,49 Nord. Die angegebene Position liegt hart bei den Kap Verdischen-Jnseln.

Bei dem Stellwerk Schaurath bei Görlitz ereig­nete sich heute früh 4.40 ein Betriebsunfall, der einen beträchtlichen Materialschaden anrichtete. Eine Rangierlokomotive fuhr einem Güterzug in die Flanke. Beide Lokomotiven und 7 Wagen ent­gleisten. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Die Staatsanwaltschaft III hat gegen das Urteil des Schnellschöffengerichts über die Ausschreitungen am Kurfürstendamm Berufung eingelegt, da ihr die Strafe für die angeklagten Nationalsozialisten zu gering erscheint.

Nach einer Meldung des Evening Standard wird die Auflösung des Parlaments nächsten Mittwoch im Unterlaufe verkündet werden.

Der VAkerbundsrat hat gestern nachmittag den Bericht des Finanzkomitees über das österreichische Hilfsersuchen einstimmig gebilligt. Der österreichische Vertreter Baron Pflügt, begründete den von Oesterreich beim Völkerbund unternommenen Schritt mit dem unerschütterlichen Willen seiner Re- gierunq das Gleichgewicht im Staatshaushalt auf- rechtzuerhalten. Der Vorsitzende des Finanzkomitees begrüßte die von dem österreichischen Derterter ge­machten Mitteilungen über die Einleitung der not­wendigen gesetzgeberischen Schritte und wies in die­sem Zusammenhang daraus hin, daß der «anre- rungsplan selbstverständlich als ein unteilbares Ganzes betrachtet und durchgeführt werden mutze.

Die Sowjetunion wird auf der für heute vor­gesehenen Sondertagung der Europa-Kommis um zur Vorbereitung eines wirtschaftlichen Nicht angrisfs-Paktes nicht vertreten sein.

Petit Parisien will berichten können, daß Laval feine Reise nach Washington am 12. Oktober antntt und am 18. Oktober dort eintreffen wird. Er wird 6 Tage in Amerika bleiben.

In Galizien sind die Flüsse infolge der anhalten­den Regenfälle über die Ufer gerieten. Mehrer Brücken sind von den Fluten mitgerUen worden. Etwa 700 Häuser stehen unter Wasser. Einige tau­send Menschen find obdachlos. Die Eisenbahnstrecken sind an verschiedenen Stellen unterspült worden fo daß der Verkehr eingestellt werden mußte. Auch aus dem schlesischen Kreise Bielitz werden Ueber- schwemmungen gemeldet.

) Näheres siebe im ooliilschen Zeit

Eine Rede des Reichskanzlers

Berlin, 25. Sept. Der Relchsverbaud der Deutschen Industrie veranstaltete heute abend einen Festakt zu Ehren des Geheimrats Dr. Duisberg, der in einigen Tagen seinen 70. Geburtstag begeht und gleichzeitig das Präsidium im Spitzen- verband der deutschen Industrie niederlegt. Zahlreiche Vertreter von Behörden, Verbänden, der Wirtschaft, Kunst Wissenschaft und Presse hatten sich im großen Festsaal des Hotel Esplanade eingefunden. Diese Gelegenheit benutzte Reichskanzler Dr. Brüning, um über die Grundsätze seiner Regierungstätigkeil zu sprechen.

Nachdem der Kanzler die Verdienste Duisbergs gewürdigt hatte, führte er aus: Da ich diese knappen Feierstunden mit allgemein politischen ernsten Be­trachtungen nicht allzusehr in Anspruch nehmen möchte, nur wenige Worte von dem, was uns alle, Sie von der Wirtschaft, uns von der Regierung und nicht zuletzt Sie, hochverehrter Herr Geheimrat, in dieser Stunde in Sorge bewegt.

Auch an mein Ohr klingen fast täglich, mal leise, most lauter, Zweifel in die Zukunft und bange Rufe nach der Führung.

Ich weiß, daß das eine naturgemäße Erscheinung ist, und ich hatte die Ehre, Ihnen und Ihren Mit- arbeitern vor wenigen Tagen darzutun, daß der Umfang der Tätigkeit der Reichsregierung in den vergangenen Wochen und Monaten ein viel um­fassenderer gewesen ist, als es zur Stunde' zweck-

erung eine_____e anderer .nahmen ., troffen. bzw. zur Veröffentlichung in der nächsten Woche vorbereitet. Darüber hinaus

wird es nötig sein, gewisse noch weittragendere Schritte zu tun in dem Augenblick, in dem die Bewegung des englischen Pfundes, die am ver­gangenen Samslag eingesetzt hat, in ihrer wei­teren Entwicklung sicher erkannt werden kann.

Alle diese Maßnahmen der Reichsregierung be­deuten die Zurücklegung eines harten und schmerzlichen Weges. Es geht nicht anders, als schrittweise die Fehler einer langen Vergangenheit in sorgfältiger Abstellung und U eberleg-ung aller einzelnen Phasen, auch mit Rücksicht auf die jewei­ligen Veränderungen der Außenpolitik, wieder zu beseitigen. Ich habe durch aus Verständnis dafür, daß dieser Weg manchen nicht schnell genug geht. Nicht nur ein humorvolles Verständnis, weil ja je­der verantwortliche Politiker in Deutschland sich von vornherein darüber klar sein muß, daß alle klüger sind als er namentlich alle diejenigen, die Pa- tenttösungen jeweils zur Verfügung haben, son­dern auch ein Verständnis sehr ernster Natur, weil man nicht erwarten darf, daß überall die Einsicht b e st e h e n kann, in die durch die Reparationslasten kurzfristige Verschuldung und unsere eigenen Fehler entstandene Kompli­ziertheit der Verhältnisse, welche die Dinge bei uns zu einem einzigartigen und von allen übrigen Ländern verschiedenartigen Problem gestalten.

And doch glaube lch, daß es einen ttaren Ge­sichtspunkt durch alle einzelnen, auf außenpoli­tische und taktische Gründe jeweils ab zustim­mende Phasen dieser Politik gibt, und das ist der, daß der Meg gegangen werden muß zur Rückkehr in die Solidität unserer gesamten

GMißus bleibt vorerst Sov dem Besuch Lavals in Berlin

Berlin, 25. Sept. Die eigentlich schon für gestern vorgesehene Aussprache des Außen­ministers mit dem Kanzler hat Heuke vormiklag um 11 Uhr stattgefunden. Man ist zu dem Ergebnis gekommen, daß der Fall Curtius erst, wie wir bereits angekündigt haben, nach dem französischen Besuch voraussichtlich am Mittwoch zum Austrag kommen soll.

Der Reichskanzler hat sich mit dem volksparteilichen Führer Dinge dey inzwischen dahin verständigt, daß Herrn Dr. Curtius selbst die Entscheidung über­lassen bleibt. Curtius wiederum hat, wie wir hören, die Absicht, dem Kabinett die Vertrauensfrage zu stellen. Steht das Kabinett zu ihm, so will er im Amt verbleiben und wird dann voraussichtlich den Bruch mit der Volkspartei vollziehen; wenn aber das Kabinett sich nicht einstimmig mit ihm soli­darisch erklären sollte, so werde er die Konsequenzen ziehen und demissionieren. Zunächst bleibt es also dabei, daß Dr Curtius während des Aufenthaltes der Franzosen noch die Honneurs als Außenminister machen wird. Nach unserem Eindruck scheint in der Umgebung des Reichskanzlers und bei Dr. Brü­ning selbst die Neigung zu bestehen, Herrn ®r. Curtius im Amt zu halten. In dieser Richtung be-

Finanz« und Wirtschaftspolitik, der weg zur Rückkehr zu den strengsten Maximen der Ge­nerationen vor uns in der Wirtschaft und zu dem entschlossenen Willen, die Ausgaben der öffentlichen Hand mit den Einnahmen in Über­einstimmung zu bringen.

Dieser Weg ist einfach; er ist der Weg des gefunden Menschenverstandes. Er ist sicher und hält daher auch jeder problematischen Theorie gegenüber stand. Wir wissen auch, daß dieser Weg so gegangen wer­den muß, daß er nicht das deutsche Volk in zwei sich bis aufs äußerste bekämpfende Lager zerreißt. Das gilt ganz besonders für die wirtschafts- und sozial- polittschen Fragen. Und wer sich über die ganze Tragweite der Entwicklung der letzten Monate bis in die letzten Tage hinein' klar ist. der wird, wenn je, dann heute, zu der Ueberzeugung kommen müf?

werden mit..

An den harten Tatsachen wird keine Schicht der Bevölkerung vorübergehen können. Sie werden umso lsichtèr erkannt, und aus ihnen die notwendi­gen Folgerungen allerseits gezogen werden, wenn der Wille zu einem gegenseitigen Verständnis, zu einer Ueberbrückung der Gegensätze vorhanden ist.

Eine Regierung in so schwerer Stunde hat nicht die Aufgabe, in jedem Augenlbick, bei jeder plötzlichen Veränderung sofort mit radikalen Lösungen einzugreifen.

Starke Nerven berufen im wesentlichen darauf, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, die Einsicht der Be­völkerung wachsen zu lassen, manchinal etappen- weise, manchmal wiederum schlagartig mit Refor­men, die alle Kreise der Bevölkerung betreffen, her­vorzutreten. Wenn eine solche Regierung ent­schlossen ist, den Weg, den sie sich vorgezeichnet hat, ohne das Endziel aus dem Auge zu verlieren, M gehen, so wird sie das darf ich in diesem Kreise heute versichern aus dieser Einstellung ttotz aller Kritik und vieler Zweifel die Kraft schöpfen, in­mitten einer Welt von Schwierigketten wegweisend das deutsche Lebensschicksal zu leiten.

Sie, hochverehrter Geheimrat, werden es mir gewiß nicht verübelt haben, daß ich den Ihnen ge­widmeten Ehrentag auch zum Berühren solcher ernsten Gedankengänge benutzt habe.

Der Reichskanzler hat im Vorstehenden noch­mals die Voraussetzungen seiner Regierungsarbeit klargestellt und seine Ziele angedeutet. Er wird sich darüber klar sein, daß diesen Andeutungen jetzt auch bald Taten folgen müssen. Auszüge aus den gelegentlich der Feier gehaltenen Reden finden unsere Leser auf Seite 2.

wegt sich auch eine offensichtlich inspirierte Aeuße­rung des rheinischen Zentrumsorgans, derKöl­nischen Volkszeitung", der man besonders gute Be­ziehungen zum Kanzler nachsagt.

Das BevlknevBesvvechttttSs- vvosvamm

Paris, 25. Sept. In einem bemerkenswerten Artikel, der anscheinend auf eine zuverlässige Quelle zurückgeht, bringt Fernand de Brinon in der Information" das angeblich von der französischen Regierung für die Berliner Besprechungen ausge­stellte Programm. Brinon erklärt, man werde versuchen, einen Organismus zu schaffen, dem Ver­treter der Industrie, der Regierungen und anderer

sFortletzuna auf Seite 2)

Die Woche

' Als wir unseren vorigen Wochenartikel mit einer Betrachtung der englischen Flotten­meuterei abschlossen und schrieben, daß die Un­ruhen in der englischen Marine eines der Symptome der Krankheit seien an der auch England leidet, nämlich der großen Weltwirt­schaftskrise und daß es höchste Zeit sei, den Kern dieser Krankheit zu beseitigen, da ahnten wir nicht, daß sich diese Krankheit so rasch verschärfen würde wie es inzwischen geschehen ist. Noch am Samstag schien es grotesk von einer ernstlichen Gefahr» dung der englischen Währung zu spre» chen, obwohl man schon seit Monaten die Be» obachtung machen konnte, daß das englische Pfund starken Attacken ausgesetzt war, die nur durch gewaltige Goldhergabe der Bank von England und durch französische und amerika­nische Stützungskredite abgewehrt werden konnten. Aber an eine ernstliche Gefährdung der englischen Währung zu denken, wäre ab­surd gewesen. Deshalb wirkte auch am Sonn» tagabend die Nachricht von der Lösung der Bank von England von dem Goldstandard wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Man hatte ge«

chr war, auch die Vertrauenskrise überwunden wäre. Diese Annahme erwies sich jedoch als unberechtigt. Die ausländischen und besonders die französischen Goldabzüge aus England waren immer größer geworden und hatten Anforderungen an die Bank von England gestellt allein am Samstag betrug der Gold» abfluß 200 Millionen Mark, der die englischen Gesamtverluste auf 4 Milliarden Mark seit Mitte Juli brachte denen nicht länger nach» zukommen war, wollte man nicht Gefahr lau» fen, ganz unter den Schlitten zu kommen. Des» halb die Aufhebung des Goldftandardgesetzes. In der Lage, in der sich England nun befand, lag natürlich der Gedanke nahe, daß es sich um eine endgültige Abkehr von der Goldwährung handle, einmal um Frankreich auf demGold» türm sitzen zu lassen und zum anderen, um ein in England-seit langem propagiertes Pro­blem der Unabhängigkeit der englischen Wäh­rung vom Ausland durchzuführen. In diesem Gedanken wurde man auch bestärkt als ein Teil der englischen Presse die Loslösung der Bank von England von der Goldeinlösungs­pflicht fast als eine Freudenbotschaft will­kommen hieß. So schrieb z. B. derDail y Expreß":Nichts herzstärkenderes ist seit Jahren passiert. Was immer auch geschehen sein mag, Tatsache ist, daß wir endlich den Goldstandard los sind, ein für alle Mal Wie groß auch die Verlegenheiten und Schwierig­keiten des Augenblicks fein mögen die Nach­richt ist gut und willkommen. Wir stehen um Ende des Goldstandards und am Anfang un­serer wirklichen Erholung." Inzwischen ist dieser Ansicht jedoch, auch von Vertretern der Regierung, mit allem Nachdruck widersprochen worden. Man erklärt, der Verzicht auf den Goldstandard sei nur .eine vorübergehende Maßnahme von einer Höchstdauer von einem halben Jahre. Auch wir neigen heute dieser letzteren Ansicht zu, schon aus dem Grunde weil ja das britische Weltreich jährlich 65 bis 75 Prozent der Welt-Goldproduktion liefert und deshalb auch zur Goldwährung wieder zu­rückkehren wird. Im nächsten Halbjahr hat England Gelegenheit, da es ja eine Goldaus­fuhr verboten hat, die in dieser Zeitspanne er­zeugten Mengen Gold zur Auffrischung seines Goldstandardes zu verwenden. Die Loslösung vom Goldstandard hat natürlich bis jetzt eine Schwächung des englischen Pfundes nach sich gezogen in fünf Tagen hat die englische Währung 25 Prozent ihres Wertes ein­gebüßt doch an eine weitere Entwer­tung glaubt man nicht und deshalb vernimmt man auch in englischen Kreisen keine besondere

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