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nzeiger

Vasrau Gèadt und Land

Kr. 215

14. September

Montag den

Srschaiat täglich mit «uSnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat.l.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer io, Freitag as, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 JUpfg., im Steflameteil von 68 mm Breite 25 R-Psg. Offertengebühr 50 R-Psg.

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A« Gteievmavk, SbevSsievveiG und Galrb««» uniepnahm dev radikale Flügel der Kekmwehv einen Putsch - Kasche Gesenwebe des Regierung - Die Putschaktion abgebrochen

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Reichspräsident v. Hindenburg empfing gestern den Reichskanzler zu einem längeren Vortrag.

Der deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat Dr. Forster, hat dem französischen Ministerpräsidenten Laval für den 27. September die offizielle Ein­ladung der Reichsregierung für ihn und den fran­zösischen Außenminister Briand nach Berlin zum Wochenende überbracht. Der französische Minister­präsident hat die Einladung angenommen. Die Einzelheiten der Reise werden später vereinbart werden.

Mit der Veröffentlichung der preußischen Not­verordnung ist nunmehr für heute nachmittag zu rechnen.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist gestern mit den Frankfurter Passagieren nach knapp dreistündi­ger Fahrt kurz vor 21 Uhr in Friedrichshafen ge-

Die deutschen Flieger Johan nsem und Rody und der Portugiese Viega sind, wie Havas aus Lissabon meldet, um 9.25 Uhr nach Newyork gestartet. Das Flugzeug hat die Azoren überflogen.

das Elend weiter

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und nahm den . .

7eten Heckert sowie einen anderen Kommumsten- jührer fest. Bei der Durchsuchung des Versamm­lungslokals wurden außer kommunistischen Schra­ten auch Waffen gefunden.

Auf Grund des § 64 der Verfassungsurkunde des Freistaates Bayern und des Artikels 48 Absatz 4 der Reichsverfassung wird zur Sicherung der Er­hebung der Wohlfahrtsgabe aufgrund der Verord­nung vom 26. August 1931 bestimmt, daß Haus­eigentümer, die der ihnen auferlegten Verpslich- tung zur Anforderung und Erhebung der Wohl­fahrtsabgabe bei den Mietern, Pächtern und son­stigen Personen, denen sie Räume in ihrem Ge­bäude überlassen haben, nicht nachkommen, mit Geldstrafe bestraft werden. Neben der Geldstrafe kann auch auf Gefängnis bis zu sechs Monaten er­kannt werden. Gleiche oder sogar höhere Strafen trifft Hauseigentümer, die die erhobene Wohl­fahrtsabgabe nicht an die Gemeindebehörden ab-

In Buch bei Nürnberg stieß heute morgen ein Lastkraftwagen mit einem Mbeltransportauto zu­sammen. 4 Personen wurden getötet. Nähere Ein­zelheiten fehlen noch.

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Aus Hirschberg (Riesengebirge) wird gemÄbet: Bei 2 Grad Kälte hat es im Hochgebirge ziemlich kräftig geschneit. Die Schneedecke ist mehrere Zenti­meter hoch, *

Briand hatte am Samstag eine Unterredung mit Grandi. Nach demPetit Pärchen soll ^e Unterredung der Wiederaufnahme de^ sranzostch- italienischen Verhandlungen über die Seeabrustung gegolten haben. *

Der französische Sozialist. Paul-Boncour ist im Departement Loire-et-Eher im dritten Wahlgang zum Senator gewählt worden.

Auf die Jnitative des finnländischen Export­verbandes beschloß eine gemeinsame Tagung finni­scher und englischer Firmen eine englisch-smnyche Handelskammer zu gründen mit dem vorkauftgen Plan, 1932 nach dänischem Vorbild eine englische Woche zu veranstalten.

Die amerikanischen Sonntagsblätter bringen den Appell des Senators Borah an die fünf seemachte, im Interesse des Weltfriedens und der wirtschast- lichen Erholung eine fünfjährige Pause rm Kriegs­schiffbau eintreten zu lassen, in großer Aufmachung auf der ersten Seite. Borah bezeichnet in fernem Appell die gegenwärtigen Flottenausgaben der Ver­einigten Staaten, Englands, Frankreichs, Italiens und Japans alsreine Tollheit". Die Schwierig­keiten, die heute unmittelbar zu befürchten seien, seien nicht solche zwischen den verschiedenen Regie­rungen, sondern zwischen den Regierungen und den steuerlich überlasteten Völkern.

Nach den letzten Meldungen aus Belize (Bn- tisch-Honduras) stellt sich die Zahl der bei der Wir­belsturmkatastrophe ums Leben gekommenen Men- fchen auf 1200. (Nicht nur 700, wie an anderer Stelle gemeldet).

Dien. 13. Sept. Teile des Heimatschußes hatten heute nacht unter Führung von Bundesführer Dr. Pfriemer in einzelnen Orten von Steiermark, Oberöflerreich und Salzburg einen Putschversuch unternommen. Dr. Pfriemer lieh einen AufrufAn das österreichische Volk!" verteilen und anschlagen. Der Bevölkreung wurde darin milgeleilt, daß der Hei­matschutz die Macht im Staat übernommen habe sowie daß die Verfassung aufgehoben sei und durch eine neue ersetzt werde. Nicht Worte, sondern Talen kündigte Dr. Pfriemer an. Auf die Nachricht von diesem Ereignis trat der Minislerrat in Wien sofort zusammen und entsandte Truppen und Abteilungen der Bundespolizei an die verschiedensten Orte, wo die Abends wurde der Putsch als vollständig ge-

heimwehr die Macht an sich gerissen hatte, scheitert betrachtet.

Der verlaus

Wien, 13. Sept. Ueber den Verlaus des Um» sturzverjüches wird berichtet, daß der Heimatschutz Dr. Pfriemers in der Nacht zum Sonntag eine Röche von Orten in Obersteiermark mit bewaff­neten Abteilungen besetzte. In Jugenburg fand um 2.30 Uhr früh eine entscheidende Führerbesprechung des Heimatschußes statt, an der auch der Begirks- amtmann von Judenburg, Dr. Thieber, teilnahm. Zu dieser Zeit waren die Abteilungen des Heimat­schußes schon in Marsch gesetzt. Es wurden dann die Orte Kapfenberg, Feldweg, Schladming besetzt und Plakate angeschlagen, in denen erklärt wurde, daß Dr. Pfriemer die Macht im Starcke übernom-

-,- . rie durch G _ . _ . W nau und Bundesheer sofort5 geräumt wurde. In Bruck an der Mur wurden Maschinengewehre aus­gestellt. Beim Bürgermeister von Fonsdorf, Na» tionalrat Horoartek, erschien der Ingenieur Pichler vom Heimatschutz und erklärte ihm, daß die Regie­rung abgesetzt ssi und Dr. Pfriemer die Macht im Staate übernommen habe.

Die von Dr. Pfriemer erlassene Proklama­tion an das österreichische Volk erklärt u. a-, daß die heimwehr die Staatsmacht übernehme, und daß er, Pfriemer, die Heimwehr unter die Waffen rufe. Er entbinde alle Beamte und Soldaten ihres Diensteides und nehme sie für sich in Eid. Gleich- zeitig sei eine neue Verfassung veröffentlicht wor­den/ in der Pfriemer sich selbst zum Staatsführer ernennt und den Oberbefehl über das Bundesheer übernommen habe.

Bereits in der zweiten Morgenstunde trafen die ersten Nachrichten bei der Bundesregierung ein. Polizei, Gendarmerie und Bundesheer wurden in den bedrohten Gebieten sofort in Bereitschafts- zustand versetzt. Den Landesregierungen von Ober- österreich und Salzburg gelang es sofort, dip Ruhe wiederherzustellen. Gendarmerie und,Truppenabtei- lungen aus Linz griffen in Kirchdorf ein und säu­berten den Ort. Zwei Heimatschutzführer wurden verhaftet. In Steyr, wo die Lage angesichts der Gewehvfabrik bedrohlicher war, stellte sich der Re­publikanische Schutzbund Mr Verfügung.

In das Murtal wurden zwei Bataillone aus Graz und ein Bataillon aus Wien entsandt. Am Vormittag war bereits in Bruck, um die Mittags­stunde in Iudsnburg, die Ordnung wiederherge- stellt. Die Heimatschutzabteilungen zogen sich vor den RegKerungstruppen überall kampflos zurück.

Am Nachmittag rückte auch von Klagenfurt her Militär in das Aufmarschgebiet ein. Man schätzte die zwischen Leoben und Judenburg zu- sammengedrängien Hoimatschutzabteilungen , auf etwa 3000 Mann. Sie hielten noch Bahnhöfe im Murtal und Mürztal besetzt. Bein: Herannahen der Bundestruppen zogen sie sich jeweils zurück und gaben die Ortschaften und die von ihnen besetzten Gebäude, darunter auch Bahnhöfe frei. An den mMtârischen Unternehmungen' war auch Artillerie beteiligt. Die Soldaten waren durchweg mit Hand­granaten ausgerüstet. Wie aus Sassenburg ge­meldet wird, kam es dort zu einer Schießerei zwi­schen Hörmatschutzabteilungen und Republikanischem Schutzbund, wobei ein Töter und ein Verwundeter auf feiten des Schutzbundes zu beklagen sind. Auch aus Wienerneustadt werden Bewegungen von Heimatwehrabteilungen gemeldet. Etwa 40 Heimwehrleute aus Wien, die nach Steiermark fah­ren wollten, wurden verhaftet.

Um 6 Uhr erklärten die in Leoben versammel-

ten Höimatsckützer, ckbtziehen zu wollen. Während sie vor dem Militär zum Rückzua auschickten, sam­melten sich die Kommunisten in Stärke von mehre­ren hundert Personen. um gegen die Heimwehren oorzugehen. Das Militär wurde infolgedessen ge­nötigt sich gegen die Kommunisten zu wenden.

266 bewaftnete GeSmwehv- wttte bei W^iett verhaftet Men, 13. Sept. Die bei Kloster Neuiburg ver.

I sammelten bewaffneten Höimwehrleute. etwa 260

Mann an der Zahl, wurden von Wiener Poilzel, die in Automobilen nach Kloster Neuburg kam, ver­haftet, ehe die Truppe ihre Absicht, nach Wien zu ziehen, verwirklichen konnte. Die Heimwehrleute leisteten keinerlei Widerstand.

In Anstettèn (Niederösterreich) soll sich noch eine Abteilung oberösterreichischer und steirischer Heim, wehr befinden, die auch die Absicht haben soll, am Abend nach Wien zu marschieren. Es sind alle Maßnahenm getroffen worden, um die Heimwchr- leute rechtzeitig zu verhaften.

Die Stoffen abgsbvoKen

Graz, 13. Sept. Die Pressestelle der Bundes- sührung des Heimatschußes Oesterr " verlautbart in später Abendstun eigenen Beschlu des

Noklage des Bauern

Kreise und der Arbeiterschaft sowie der schaffenden Teile unseres Volkes hat mich veranlaßt, einen letzten Rettungsversuch zu machen, um es vor der Auslandsversklavung und Niedergang zu bewahren. Obwohl wir nicht nur ganz Steiermark mit Ausnahme von Graz besetzt, sondern darüber hinausgegriffen haben, breche ich, um Blutvergießen zwischen Heimatschutz und Exekutive zu vermeiden, die Aktion ab. Alle Heimatschuhabteilungen haben sofort geschlossen in ihre Heimatgemeinden abzu­rücken. Mein letzter Dank als Bundesführer des heimatfchuheg gilt allen Führern und Kameraden, die gleich mir alles versucht haben, die Idee unseres Heimatschußes durchzusetzen. Insbesondere danke ich allen steirischen Kameraden für ihre unendlichen Opfer, die sie der Bewegung brachten. Gleichzeitig

teile ich mit. daß ich meine Führerstelle dem Heimatschuß zurückgebe. Dr. Walter Pfriemer.

SoziaWemokvaKe fordert

ÄuftSkuns bet Heimwehs

Wien, 13. Sept. Der Parteivorstand der deutsch- österreichischea Sozialdemokratie und der Bundes-

v-Dug-AttLKttri in Ungarn Anschlag ans Sen Duvckganssms Budapest-^eanLkuei-

Sstende - 25 Tote

Budapest. 13. Sept. Eine schwere Eisenbahnkalastrophe, die 25 Todesopfer und zahlreiche Verletzte forderte, hat sich Heuke um Mitternacht bei der etwa 40 Kilometer von Budapest entfernten Ortschaft Bia Torbagy ereignet. Der V-Zug Budapest-Wien Passau Köln, der Budapest um 23.20 Uhr verläßt, passierte gerade einen Viadukt, als eine Explosion erfolgte, die die Gleise zerstörte. Sechs Wagen sowie dieLokomotive stürzten in die Tiefe. Der Taleinschnitt, an dem sich das Unglück ereignete, ist ZS0 Meter tref. Die sechs Waggons und die Lokomotive, die sich von dem übrigen Auge losgerissen hatten, sind bei ihrem Sturz vollständig zertrümmert worden. Es wurde festgestellt. daß das Unglück durch die Explosion einer Höllenmaschine hervorgerufen wurde.

Das Attentat bolsche­wistische« ÄvsNvnnas?

Budapest, 13. Sept. Bald nach der Ex­plosion wurde an der Unglücksstelle in einem Um­schlag ein Zettel gefunden. Der genaue Text dieses Zettels lautet:

Arbeiter! Ihr habt keiue Rechte! Nun, wir wer- den Euch solche von den Kapitalisten erwirken. Jeden Monat werdet Ihr von uns hören, denn unsere Freunde sind überall zuhause. Ls gibt keine Ar­beitsgelegenheit! Nun, wir werden welche schaffen. Alles werden die Kapitalisten zu zahlen haben. Fürchtet nichts, unser Benzin geht nicht aus! Die Unterschrift lautet: Der Ueberseßer.

Nach Feststellungen der Polizei ist das Eisen-

bahnallenlat bolschewistischen Ursprungs Es ist wahrscheinlich von mehreren Tätern verübt worden die vermutlich mehrere Kilogramm Asche I mit Lkrasil an Ort und Stelle brachten.

vorstand der freien Gewerkschaften haben heut« nacht einen Aufruf erlassen, worin er heißt:

Der Putsch ist mißlungen. Gegen seine Führer sind Haftbefehle erlassen. Aber das genügt nicht. Wir verlangen die Auflösung der heimwehr, die die Verfassung der Republik mit Waffengewalt um­zustürzen versucht hat und die Beschlagnahme ihrer Waffen. Parteivorstand und BundesvorstcmÄ der Gewerkschaften bleiben in Permanenz. Sie richten an die gesamte Arbeiter- und Angestelltenschaft folgende Weisung: Die Stunde erfordert immer noch größte Wachsamkeit und Disziplin., Nur durch unsere Disstplin, nur als ein einheitliches Heer kön­nen wir siegen. Damm keine Aknonen auf eigene Faust, Aktionen nur auf Beschluß der Vertrauens- männer!

Matznabme« gese» die am putsch beteil-gten Beamten

Wien, 13. Sept. Die Bundesregierung hat ver­fügt, daß alle Bundesministerien und Landeshaupt, männer angewiesen werden, die vorläufige Suspen- bierung aller jener Beamten, die sich an dem heu­tigen Anschläge des Heimatschutzes irgendwie be­teiligt haben, ungesäumt zu verfügen. Gegen die Schuldtragendsn wird auf disziplinar- oder straf* gerichtlichem Wege vorgegangen werden.

listifche Partei erläßt eine der sie jeden Zusammenhang mit der

Dr. Pfriemers energisch in Abrede stellt und die Bewegung verurteilt. Namens der Wiener Heimwehr erklärte ihr Führer^ Major Fey, daß es sich um eine separate Aktion Dr. Pfriemers handele und keineswegs um irgendeine Gesamt­aktion der österreichischen Heimwehren. Dr. Pfrie­mer müsse gehofft haben, daß es ihm im Handum­drehen gelingen werde, die anderen Heimwehrfor­mationen in den übrigen Ländern und eventuell Teile des österreichischen Bundesheeres für sich M gewinnen. Die ganze Aktion müsse als kindisch bezeichnet werden.

Die Stube in gam Settevecich wieder beegssiew

Wien, 14. Sept. Die Ruhe ist in ganz Oester- reich wieder hergestellt. wie aus Linz gemeldet wird, sind der Bundessührer Starhemberg und der Gutsbesitzer Loreth verhaftet und dem Gericht eingeliefert worden. Pfriemer war bis jetzt nicht aufzusinden.

Die SSUeumakwine

Budapest, 13. Sept. Die Täter hatten die Höllenmaschine in der Zeit zwischen 22 Uhr und Mitternacht angebracht. Nach den Feststellungen des Kommandanten dec Pionierabteilung Haupt­mann Nagy, der gleichzeitig Explosionssachverstän­diger ist, bestand die Höllenmaschine aus einem klei- nen Vulkanfiberkosser, der mit ein bis zwei Silo Nitroglyzerin oder Dynamit gefüllt und an dem eine Zündschnur angebracht war, die durch zwei gewöhnliche Kupferdrâhle mit einem elektrischen Taschenlamepeneletueni in Verbindung stand. Die Drähte waren so angebracht, daß sie durch den über sie hinwegfahrenden Zug in Kontakt kamen, wodurch Kurzschluß entstand, der die Zündschnur in Brand setzte und den Zündstoff zur Explosion brachte.

Die heuttse Kummer umtobt

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