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<mau Stadt und Land
Kv. 214
12, September
Samstag den
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 3M. 1.-, für den ganzen Monat IM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, SamStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Xpfg., im ReNameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. ^ Offertengebühr 50 R-Pfg.
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1931
Das kommende Reformwerk
Nuv eine große Notverordnung des Reiches - »Mit de» Zehenspitzen auf parlamentarischem
Voden^
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Die 500 000 RM Prämie der Preußisch-Süddeutschen Klasfenlottevie ist auf das Los 272 909 gefallen. In der ersten Hälfte fiel der Gewinn nach Bayern, der 2. Teil nach Hessen.
Zu der Derhastung des dsütschen Kriminal- assistenten Koppenasch in Garnsee durch polnische Polizei erfahren wir von unterrichteter Seite, daß der Landrat von Marienwerder versucht hat, mit der zuständigen polnischen Behörde in Verbindung zu treten, damit die polnische Polizei den Festgenommenen entsprechend den bestehenden Grenzverträgen der deutschen Polizei ausliefert. Dieser Versuch ist an dem Mderstand des polnischen Starosten gescheitert. Das Auswärtige Amt hat das deutsche Konsulat in Thorn angewiesen, den Fall zu klären. *
♦ Schiele sprach vor den Landwirtschaftsministern über die Notwendigkeit besserer Absatzorganisationen.
*
Der Vertrag über den deutschen Weizenkauf in Amerika ist gestern von dem Vertreter des Reichsernährungsministeriums, Geh. Rat Bose, und dem Federal Farm Board unterzeichnet worden. ,
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. witz hat „ trete Eololser
Gensralstaatsanwalt beim Kammergericht eingelegt.
Die von der Berliner Polizei seinerzeit als besonders verdächtig der Beteiligung an dem Offizier- mord am Bülow "" ‘ ^ '^ ß
meten vier Kommu-
im Hastprüfungs-
nisten Thunert und Gen. sind im Haftprufungs- termin von der Strafkammer des Landgerichts I auf freien Fuß gesetzt worden, weil der Tatverdacht gegen sie nicht hinreichend sei. Die Staatsanwaltschaft hat gegen diesen Beschluß Beschwerde em-
gelegt. *
Hauptmann Stennes ist aus dem Vollzugsausschuß der Nationalsozialistischen Kampfgemeinschaft ausgetreten. Oberleutnant Wendt übernimmt die Führung der Revolutionären Kampfgemeinschaft.
Das Stillhalteabkommen über die in Deutsch- sand stehenden Kredite ist nunmehr in seiner endgültigen Form durch die Bank von England dem maßgebenden Ausschuß der englischen Banken üb erwiesen worden. Die Unterzeichnung durch diesen gemeinsamen Ausschuß wird am Montag erfolgen.
Zu Beginn der gestrigen Vormlltagssitzung der Dölkerbundsoersamlung wurde der gestern eingebrachte deutsche Antrag, die Fragen des Minderheitenschutzes dem 6. Ausschuß zu überweisen, auf Vorschlag des Präsidenten, der an das im vorigen Jahre in gleichem Falle geübte Verfahren erinnerte, ohne Aussprache angenommen. In gleicher Weise wurde mit dem norwegischen Antrag auf Prüfung der Mandatsfragen verfahren.
* Der französische Außenminister Briand hat in der Vollversammlung des Völkerbundes durch ferne Wiederholungen früherer Gedanken allgemein ent« taufst *
Zu den von anderer Seite im Auslande verbreiteten Meldungen über den Abschluß ernes Abkommens, das Holzlieferungen von Oesterreich nach Frankreich zum Gegenstände hat, wird aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt daß die Nachricht von dem Abschluß eines solchen Vertrages zum mindesten als verfrüht zu betrachten ist. Gegenwärtig sind die Verhandlungen über diese Frage noch nicht abgeschlossen, *
Ein Demonstrationszug von 5000 Schullehrern zog gestern von dem Ufer der Themse nach der Kingsway Hall, um gegen die geplante 15prozen- tige Herabsetzung ihrer Gehälter zu protestieren. Die Präsidenten der Landeslehrer-Bereinigung, die die Versammlung arrangiert hatten, erklärten, daß infolge der Sparmaßnahmen 53 000 Lehrer Englands weniger als drei Pfund und 14 000 Lehrer Weniger als zwei Pfund pro Woche verdienen würden.
Der englische Schatzkanzler hat die Ermächtigung der Bank von England, nichtgoldgedeckte Noten bis zu einer Höhe von 275 Millionen Pfund auszu- geben, um weitere drei Wochen verlängert. Die Höchstgrenze der nichtgoldgedeckten Noten war am 1. August von 260 auf 275 Millionen zeitweise er« höht worden. Die Bank hat dem Schatzkanzler nun mitgeteilt, daß es nach ihrer Ansicht notwendig sei,
Brünings Zatt«
Berlin, 11. Sepk. Die wir erfahren, hat das Reichskabinett sich in seiner heutigen Sitzung mit der Frage befaßt, in welcher Form die beabsichtigten Maßnahmen heransge- brachl werden sollen. Es war bekanntlich zweifelhaft, ob ein Teil davon bereits in den ersten Tagen der nächsten Woche und der Rest erst später veröffentlicht werden sollte. Als Ergebnis der Sabinettsfitzung läßt sich nunmehr feststellen, daß die Reichsregierung mit dem ganzen Programm geschlossen hervortreten will.
Nachdem jetzt die Arbeiten der Ressorts im wesentlichen als abgeschlossen gellen können, wird von Beginn der nächsten Woche an die Reichsregie- rung in Permanenz arbeiten, um so schnell wie möglich die umfangreiche und schwierige Materie in ein einheitliches Werk Msammenzufassen. Mit der engültigen Beröffentlichung dieser großen Notverordnung und ihrer Annexe wird, wie wir be- reits berichteten, kaum vor dem zweiten Drittel des September, das heißt, vor Anfang oder HRitte übernächster Woche zu rechnen sein.
Ueber den voraussichtlichen Inhalt der Notverordnung haben wir bereits wiederholt berichtet. Positive Angaben zu machen ist jedoch heute noch unmöglich, da die Dinge noch zu sehr im Fluß und die Beratungen noch nicht abgeschlossen sind. Die amtlichen Stellen sind außerdem bemüht, irgendwelche konkreten Beschlüsse nicht vorzeitig
taucht, e U ms atz st euer erheblich zu erhöhen. Wie wir von unterrichteter Seife erfahren hat dieses Gerücht tatsächlich einen reellen Hintergrund. Der Gedanke ist außerdem keineswegs neu. Ex war von amtlicher Stelle bereits vor einiger Zeit aufgegriffen worden, allerdings mit dem Hinweis, daß diese Erhöhung nur als „letzte Reserve" in dem Kampf um die Revision der Tri- butverlräge durchgeführt würde. Nunmehr aber besteht die Absicht, den infolge ' baueg der Hauszins sie Steuerausfall durch eine Erh
des geplanten Um
euer zu erwartenden Erhöhung der Umsatz-
steuer auszugleichen.
In welchem Ausmaß diese Erhöhung vorgenommen werden soll, ist zur Zeit Gegenstand der Beratungen des Kabinetts. Ein zweites Gerücht schiebt der Reichsregierung die Absicht unter, neben der staffelweisen Kürzung der Höchstpensionen eine generelle Kürzung aller Endpension e in der Beamten einzuführen, und zwar von 80 auf 70 Prozent des Gehaltes. Auch dieses Gerücht dürfte, wie wir hören, tatsächlich im Rahmen des Notprogramms zur Tatsache werden.
Wenn die Reichsregierung jetzt beabsichtigt, das gesamte Wintersparprogramm in einer Notver-
Lvopenstiwm in Mittelametrira
An Belize lBvitisch Honduras) 466 Zofe - Mehr als 26 Prozent aller Häuser eingestürzt
Miami (Florida), 11. Sepk. Die Fluggesellschaft Panamerican Airways erhielt die Nachricht aus Belize in Britisch-Honduras, daß gestern bei einem Tropensturm zahlreiche Menschen getötet worden seien. 70 Prozent aller Häuser sollen eingestürzt sein und unter ihren Trümmern noch zahlreiche Einwohner bergen.
Ueber die Sturmkakastrophe liegen noch folgende Meldungen vor:
Washington, 11. Sept. Das Rote Kreuz wurde benachrichtigt, daß gestern bei einem Tropensturm in San Juan auf Portoriko eine Person getötet und mehrere verletzt worden seien. 200 Häuser seien abgedeckt worden. Der Mittel- punkt des Sturms habe jedoch im Inland gelegen, von wo noch keine Nachrichten vorlägen. Das Wellerbüro gab bekannt, daß der Tropensturm sich in Richtung auf Haiti bewege.
Miami (Florida), 11. Sept. Der Leiter der hiesigen Station der Panamerican Airways erklärte, die Radioverbindung mit der Station Belize, die seit gestern mittag unterbrochen war, sei jetzt wieder hergestellt. Der Leiter des Flugfeldes Belize habe gefunkt, daß Belize durch einen Tropensturm zerstört und 200 Menschen umgekommen seien. Der genaue Zeitpunkt, wann der Tropensturm über Belize hereingebrochen sei, sei noch unbekannt.
Inzwischen wurde ein in San Salvador befindliches Flugzeug der Panamerican Mirmans beauftragt, alle verfügbaren Vorräte und Medikamente nach Belize zu schaffen.
Boston, 11. Sepk. Ein von der Tropical Radio Company erhaltener Funkspruch aus Belize besagt, die Stadt sei zerstört. Außer etwa 200 Menschen, die getötet seien, seien mehrere hundert
orimung Zusammenzufassen, so geht sie offenbar dabei von dem Gesichtspunkt aus,
den Parteien im Reichstag die Aufhebung dieser Notverordnung zu erschweren. Die Parteien werden es sich zweifellos eher überlegen, eine einzige Notverordnung, die das gesamte Winlersparprogramm enthält, wieder aufzuheben, als nur eine von mehreren wieder außer Kraft zu sehen, um eine den Parteien unbequeme Maßnahme zu beseitigen.
Der Reichskanzler will an sich die E i n b e r u - fung des Reichstages nicht verhindern, da man offenbar im Reichskabinett doch die innerpolitischen Konsequenzen fürchtet, die eine weitere Hinausschiebung des Reichstagszusammentritts haben könnte. Eine Verhinderung des Reichstagszusammentritts würde immerhin dar erste Schritt zur reinen Ditkatur sein, und diese will Herr Brüning nicht. Er will wenigstens mit den Zehenspitzen auf parlamentarischem Boden bleiben. Infolgedessen wird Brüning auch wieder vor dem Begin der Reichstagsvekhand- lungen am 13. Oktober mit den Parteien in Verbindung treten, um eine Mehrheit gegen die mit Sicherheit zu erwartenden Anträge- auf Aufhebung der verschiedenen Notverordnungen zu erreichen. Ob ihm dies gelingen wird, steht heute noch dahin.
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Berlin, 11. Sept. Die Zeitschrift des Deutschen Beamtenbundes ist in der Lage, den authentischen Inhalt der preußischen Notverordnung, soweit sie
die Personalersparnisse betrifft, zu veröffentlichen. Nach diesen Mitteilungen ist den bisherigen Verlautbarungen ergänzend nachzuttagen, daß die Stellenzulagen der Volksfchullehr- n nach folgenden Richtlinien allgemein
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gekürzt werden sollen: Für alleinstehende Lehrer soll die Stellenzulage nach Ablauf von zehn Jahren 100 Reichsmark betragen, für Leiter von Volksschulen mit mindestens drei Klassen 300 Mark, mit
mindestens acht Klaffen 500 Mark, mit mindestens (Fortsetzung auf Sette 2)
Aus Miami wird weiter gemeldet, daß durch den Sturm, der gestern nachmittag die Stadt Belize in Britisch-Honduras heimsuchle, etwa die Hälfte der Bevölkerung obdachlos geworden sei.
(Sin Bild grauenhafte« Verwüstungen
Miami, 11. Seps. Die hier einlaufenden Nachrichten über die Slurmkalastrophe in Mittel- amerika verdichten sich allmählich zu einem Bild grauenhafter Verwüstungen. In Belize allein dürften mehrere hundert Verletzte zu beklagen sein. Der Sturm, der über die Stadt raste, halte eine Geschwindigkeit von 100 bis 150 Meilen die Stunde. Begleitet war er von einer S p r i n g f lu k, die die wassermengen bis zu zwei Meter Höhe austürmte und die Straßen überschwemmte, wie es heißt, sollen auch mehrere amerikanische Pnesler unter den Opfern sein. Die Hilfsmaßnahmen haben bereits eingesetzt.
Miami. 1“
11. Sept. Die Zahl der bei dem i Belize in Britlsch-Honduras Ge-
Tropensturm in Belize in Britisch-Honduras Getöteten wird nach den letzten Meldungen auf
4 0 0, geschätzt.
Die Woche
Auch die diesjährige Völkerbundsversammlung hat wieder eine Anzahl schöne Reden gebracht, schöne Reden, von denen wir im Laufe der Zeit schon gar viele gehört und gelesen haben, die wir heute aber mit einem berechtigten Mißtrauen entgegennehmen. Weshalb? Weil all diesen schönen Reden die Taten nicht gefolgt sind. Es ist zwar sehr zu begrüßen, wenn der Vertreter Italiens, Außenminister Grandi einen Rüstungsstillstand vorschlägt, der von heute ab bis zum Abschluß der Abrüstungskonferenz dauern soll; es ist auch sehr schön, wenn der Vertreter Englands, Lord Robert Cecil, den Ausführungen Grandis begeistert zustimmt und erklärt, nichts sei so geeignet zur allgemeinen Befriedung, Ueberwindung der Krise, Wiederherstellung des Vertrauens, sowie zu der bringend notwenigen Investierung der Kapitalien als die allgemeine Abrüstung. Oder wenn Cecil weiter ausführt, wenn zwischen Deutschland und Frankreich eine wahre Annäherung nicht in Worten, sondern in Taten erreicht werde, so würde damit 75 Prozent der Unruhe der Welt verschwinden. Doch mit Reden bringt man heute bie Abrüstung und die deutsch- franzöfifche Annäherung um keinen Zentimeter weiter und dann erst recht nicht, wenn andere Staaten, vor allem Frankreich, auf das es ankommt, sich diesen Worten gegenüber taub stellen.
Liest man die französischen Pressestimmen z. B. zu dem Vorschlag Grandis, so erfährt man, daß Frankreich diesen Vorschlag unmöglich akzeptieren könne. Das „Echo de Paris" geht sogar soweit, das Recht Frank- ‘ reichs zu weiterer Aufrüstung zu betonen. Die Sicherheit Frankreichs erfordere diese Aufrüstung. Schon aus diesen Stimmen läßt sich ersehen, daß Frankreich seine altbekannte Sicherheitsthese wieder in den Vordergrund der Diskussion zu schieben beabsichtigt. Während Grandi erklärte, aus der Abrüstung ergibt sich die Sicherheit, bleibt Frankreich hartnäckig bei der Auffassung: Erst Sicherheit, dann Abrüstung. In das gleiche Horn hat gestern«auch Briand wieder geblasen. Er hat den Vorschlag der Italiener mit keinem Wort erwähnt, hat es überhaupt peinlich vermieden das Wort Abrüstung zu gebrauchen. Da- für aber hat er erneut von Sicherheit und nochmals Sicherheit gesprochen. Sicherheit gegenüber Deutschland?
Wie sieht es mit diesem gefürchteten Deutschland in Wirklichkeit aus? Im Januar hat der Völkerbundsrat beschlossen, an die Mächte einen Rundfragebogen zu geben, der die Rüstungsverhältnisse klarstellen soll. Das Ergebnis dieser Rundfrage liegt dem Völkerbund jetzt vor. Die Angaben, die Deutschland gemacht hat, zeigen, wie weit Deutschland noch hinter dem an Rüstungen zurückgeblieben ist, was die Bestimmungen des Ver- sailer Vertrages ihm konzediert haben. Von mehr als zwei Dutzend Rubriken der Rüstungstabellen ist ein Dutzend bei der deutschen Beantwortung leer geblieben. Immer wieder steht an der Stelle, wo andere Mächte eindrucksvolle Zahlen über die betreffende Rüstungsart anzugeben gezwungen waren, ein Nein. Und dieses waffenlose Deutschland fürchtet man? Diesem bis aufs Hemd entwaffneten Deutschland gegenüber verlangt nan Sicherheit? Nein, der wahre Grund ist, die Aufrüstung Frankreichs zu verschleiern, um auch weiterhin den Versailler Vertrag und alles, was damit zusammenhängt, verewigen und sich dadurch die politische Vorherrschaft in Europa sichern zu können. Dies geht auch wieder daraus hervor, daß Frankreich auf die Rundfrage hin nur mit einem Memorandum geantwortet hat, das folgende Gedankengänge enthält: Frankreich ist nicht verpflichtet, nach dem
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