Einzelbild herunterladen
 

KanauMnzeiger

E^UGSKeral-SSmsiaex fitf^^Wânmi tätahnmh <m*h

Anzeiger für

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat XR.1-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 1Z, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 JUpfg.» im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. Qffertengebühr 50 R-Psg.

«V. 213

Kre tag den

Va«au Giadt und Land

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aüf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

11. September

1031

OnsMOes AbvMttngsvovKotz j« Genf

England stützt Italiens Äbvüftnngsfovdevung - Deutschland mutz geholfen werden Bviand wird heute antworte«

&»e|» ^o^attyfwi'

Die letzten Schwankungen des Markkurses im Auslande geben Anlaß zu der Feststellung, daß jede Besorgnis im Hinblick auf die durchaus normale Ent­wicklung des Notenumlaufes und auf den anhalten­den Devisenzufluß zur Reichsbank, die aus dem -gestern veröffentlichten Ausweis hervorgehen, unbe­rechtigt erscheint. Es bedarf im übrigen keiner Er­wähnung, daß die Reichsbank die Markkursschwan­kungen aufmerksam verfolgt.

Wie wir hören, trägt sich der Reichsaußen- ministcr unter dem Eindruck der Berichte aus Deutschland über die allgemeine Mißstimmung wegen seiner Haltung in der Zollunion-Frage mit der Absicht, demnächst von Genf über sämtliche deutschen Sender zu den deutschen Hörern zu spre­chen und dabei die Gründe zu entwickeln, die ihn und die Reichsregierung zu seiner Politik veran-

*

laßt haben.

Anläßlich des Ablebens des Geheimrats Professor Lujo Brentano haben der Reichspräsident und der Reichskanzler, dieser auch im Namen der Reichs­regierung, der Familie Brentano ihr Beileid ausge- fprochen.

*

Die badische Regierung hat sich wegen des fran­zösischen Holzeinfuhrverbots mit einem Protest an die Reichsregierung gewandt.

Wir wir von zuverlässiger eite hören, ist als

November

worden! Der Landtag, der zu nächst im September zu seiner letzten ^Sitzung zusam mentreten wollte, wird seine letzte Sitzung voraus­sichtlich am 13. Oktober abhalten.

Ein Berliner Blatt hatte aus München ge­meldet, daß dort am Freitag und Samstag Ver­handlungen über einen französischen Kredit in Höhe von 25 Millionen RM für den bayerischen Staat beginnen sollten. Wie dazu von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist an diesen Gerüchten kein wahres Wort. *

Nach Mitteilung des Lübecker Senats wird die lübeckischc Gesandtschaft in Berlin in ihrer bis­herigen Form nur noch bis $um 30. September bestehen. Dr. Meyer-Lüerssen tritt mit diesem Tage als Gesandter in den Ruhestand, ist aber vertrags­mäßig ab 1. Oktober mit der weiteren Vertretung Lübecks beim Reich beauftragt worden.

Die deutsche Abordnung hat in der Vollversamm­lung des Völkerbundes am Donnerstag beantragt, den die Minderheitenfragen behandelnden Teil des Jahresberichtes des Generalsekretariats an den sechsten (politischen) Ausschuß zu verweisen. Der deutsche Antrag bezweckt, auf diese Weise im poli­tischen Ausschuß eine grundsätzliche Aussprache über die Minderheitenfrage herbeizuführen.

Der Unterstaatssekretär im Foreign Office erklärte im Unterhause: Lord Reading mißt dem Werk des Völkerbundes ebenso viel Bedeutung bei wie seine Vorgänger; aber die gegenwärtige außergewöhnliche Lage im Lande wird es dem Staatssekretär vielleicht unmöglich machen, den Sitzungen des Völkerbundes in diesem Jahre beizuwohnen, obwohl es fein lebhaf­ter Wunsch ist, an ihnen teilzunehmen.

Wie die Wiener Blätter erfahren, wurden für die Bundespräsidentenwahl bisher vier Kandidaten nominiert, und zwar, wie bereits gemeldet, von den Christlich-Sozialen der bisherige Bundespräsident Miklas, von den Sozialdemokraten Präsident Dr. Renner, von den Kommunisten das Parteimitglied Koplenig und vom Ude-Verband Prof. Ude. Der Heimatblock will, wie verlautet, General Huelgert nominieren. *

Die angekündigte Konferenz der europäischen Zechenbesitzer, zu der der Zentralrat des englischen Bergbaues eingeladen hat, wird am 30. September in London eröffnet werden.

* Snowden hielt gestern vor dem dicht besetzten Unterhause seine mit Ungeduld erwartete Rede über das Nachtragsbudget. Das Unterhaus billigte ohne Abstimmung die von Snowden unterbreiteten Haus­haltsvorlagen. *

Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in Ber­lin belief sich am 1. September auf rund 408 000 Personen gegen 318 000 am 1. September 1930.

Nach einer neuen Zusammenstellung des Han­delsdepartements werden die amerikanischen Kapi­talanlagen im Auslande für Ende 1390 auf rund 15 Milliarden Dollar, gegen nur eine halbe Milliarde im Jahre 1912, beziffert. Mehr als je eine Milliarde find in Kanada, Deutschland, Cuba und Argentinien angelegt.

Große Rede Lord Rodert Geeils

Genf, 10. Seps. Das große Ereignis des heutigen Vormittags war die Rede

des eng-

tischen Hauptdelegierken Lord Robert Cecil. Das Hauptthema bildete viel weniger der Völkerbund, als die Schilderung der verzweifelten Lage Europas, und die Kritik der schweren politischen Versäumnisse, die die Hauptschuld an der katastrophalen Verschlechte­rung der europäischen Verhältnisse nach sich zogen. Die Rede schloß mit einem Appell an die Regierungen, sich endlich zu einer Tal aufzuraffen. Der Völkerbund selbst kam dabei schlecht weg. Lord Robert Cecil stellte ihn nicht in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, sondern fchob ihn ganz in den Hintergrund.

Der englische Delegierte begann mit einer Schilde­rung der

europäischen Tragödie"

von heute. Die verzögerten Entschlüsse der Regie­rungen hätten es soweit gebracht, daß man heute vor einer vezweifelten Lage stehe. Nach einem Lande Europas ströme das ganz .Gold, während die andern sich in einer mehr oder weniger ernsten Währungs­krise befänden. Wörtlich erklärte er meiter:Deutsch­land ist das Zentrum der europäischen Krise. Auf diesen Punkt muß die Hauptaufmerksamkeit gerich­tet werden.

II

sundung enkgegenzuführen.

Eine Politik internationalen Vertrauens zu fördern, sei das Ziel Englands. Lord Robert Cecil betonte, daß zur Linderung der deutschen Not dringende Maßnahmen erforderlich seien. Ein Zusammenbruch müsse verhütet werden.

3m Vordergrund siehe aber die Wiederherstel­lung des Vertrauens.

Wie solle man zu praktischen Maßnahmen gelangen, wenn das Vertrauen zwischen den Partnern nicht genügend gekräftigt sei? Die öffentliche Meinung befinde sich noch immer im Stadium größten Miß­trauens. Das müsse anders werden. Unter der Garantie der Regierungen müsse endlich eine Aktion eingeleitet werden, um die finanzkräftigen Kreise für die Unterstützung der notleidenden Staaten unter günstigen Bedingungen und den entsprechenden Ga­rantien zu gewinnen. Lord Robert Cecil wies in diesem Zusammenhang auf die Steigerung des all­gemeinen Mißtrauens durch Demagogen hin. Er sagte:Es finden zahlreiche Kundgebungen und Reden statt, die Unruhe verbreiten.

Nichts ist leichter als Demagogie, nichts gefähr­licher als sie.

Es ist kein Kunststück, aufreizende Reden zu halten. Das Publikum stürzt sich auf solche Sensationen, aber wenn maßvolle Erklärungen abgegeben wer­den, so lenken sie viel weniger das Interesse auf sich." Als Voraussetzung einer Politik des internationalen Vertrauens bezeichnete Robert Cecil

die Lösung des Abrüstungsproblems.

Er betonte, daß die englische Regierung eine Ver­zögerung im Zusammentritt der internationalen Ab­rüstungskonferenz nicht zugeben werde. Er schilderte dann vor allem

die ungeheuren Luftrüstungen

und wies bei dieser Gelegenheit auf die in der letz­ten Zeit in Frankreich und Italien veranstalteten Luftmanöver hin, ohne diese Länder ausdrücklich zu nennen. Aus verschiedenen englischen Zeitungen zitierte Lord Robert Cecil Schilderungen aus Lust­manövern und gelangte zu dem Schluß, daß jedes Volk, das auf dem Gebiete feiner Luftrüstungen nicht mit Schritt halten könne, sich in größter Gefal)r füh­len müsse. Lord Cecil erklärt hierauf im Namen sei­ner Regierung, daß

er den Vorschlag Grandis, einen Rüstungsstill­stand für die Dauer der internationalen Ab­rüstungskonferenz zu beschließen, mit Nachdruck unterstütze.

Diese Erklärung des englischen Hauptdelegierten wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Sodann erklärte Lord Robert Cecil, daß es sich nicht um kleine unwesentliche Rüstungseinschränkungen handeln dürfe, wenn man im nächsten Jahre in Genf mit Erfolg arbeiten wolle, sondern um

bedeutende Abstriche auf allen Rüstungsgebieten.

Man müsse mit dem Willen nach Genf kommen, eine Tat zu vollbringen. Eine Verschleierung der Rüstun­gen und eine Irreführung würden auf die öffentliche Meinung sich ungünstig auswirken, und die großen Erwartungen, du man auf die Abrüstungskonferenz

setze, vernichten Am Schluß seiner Darlegungen erklärte Lord Robert Cecil, daß England in der

Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland

Len Angelpunkt der europäischen Wiederaufbaupoli­tik erblicke. 73 Prozent der europäischen Gefahren wären beseitigt, wenn es gelänge, zwischen Frank­reich und Deutschland eine Versöhnung und eine Zu­sammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet zu erreichen. Diese Worte riefen starken Bei­fall in der Versammlung hervor. Schließlich wies Lord Robert Cecil die tendenziösen Darstellungen zurück, denen zufolge England den französisch­deutschen Verständigungsbestrebungen nicht seine volle Unterstützung leihe. Er erklärte:

England ist sich bw großen Bedeutung der tanwfi"

Boden von

msr

Locarno." Er sprach die Hoffnung aus, daß in den nächsten Monaten der Heilungsprozeß, vorbereitet durch die französisch-deutschen Verständigungsbestre­bungen, seinen Anfang nehmen möge.

Nach Lord Robert Cecil sprach

Bundesvas Moita

In seiner Rede behandelte er das Reparations­problem und erklärte, daß das Hoover-Jahr nicht ausreiche, um die Schwierigkeiten zu beseitigen, viel­mehr bedeuten die 12 Monate eine Pause, die dazu benutzt werden sollte, um das Reparations- problemausderWeltzuschaffen. Motta unterstrich, daß der Völkerbund nicht leben könne, solange ein einzelnes Mitglied, Deutschland, notleide. Es sei zu bedauern, daß die bisher zur Ueberwin­dung der Krise angewandten Mittel in keiner Weise im Verhältnis zu dem angestrebten Ziele ständen. Mit großem Nachdruck wies Bundesrat Motta auf die Bedeutung des Layton-Berichtes hin. Der Hoover-Vorschlag habe zunächst nur eine vorläufige Lösung des internationalen Schulden- und Repara­tionsproblems gebracht; jedoch fei damit

das wichtige Problem der Reparationen auf- gerollt und werde nicht mehr von der Tages­ordnung verschwinden, bis eine Lösung gefunden sei.

Von der Abrüstungskonferenz erwarte er positive Ergebnisse. Er müsse jedoch schon heute vor über­triebenen Hoffnungen warnen.

Reich «ndOveuKen veehandein übev gemeinsame Sparmaßnahmen

Berlin. 10. Sept Zwischen den zuständigen Ressorts des Reiches und Preußens haben.heute Besprechungen stattgefunden, die eine möglichst weitgehende Angleichung der Maßnahmen bezwecken, von denen bereits in den letzten Tagen die Rede war. Bisher find die Beratungen aber noch nicht zum Abschluß gekommen, und es ist mit der Veröffent­lichung der preußischen Notverordnung auch erst im Laufe der nächsten Woche zu rechnen. Sie soll bekanntlich gleichzeitig mit der der Reichsmahnahmen erfolgen.

Bei den vom Reich geplanten Maßnahmen han­delt es sich in Stichworten um folgende Punkte:

1. Abbau der Hauszinssteuer. Im Reichsfina-nzmimstermm wird an zwei Plänen ge­arbeitet. von denen der eine eine Art kapitalisier runa der Steuer, der andere die Einspannung auch der Mieten in den Preisabbau vorsieht.

2. Die gemischt städtisch-ländlichen Siedlungen für zunächst 100 000 Wohlfahrts- unterstützte.

3. Herabsetzung der hohen Pen­sionen über 12 000 RM.

4. Zweijährige Beförderung- und Zu-

lagensperre für Beamte.

Außer diesen Maßnahmen, mit denen sicher zu rechnen ist, spricht man bekanntlich auch von anderen Plänen, so von weiteren Einsparungen am Etat, der Reform der Krisen, und Wohlsahris- fürsorge, der Schaffung einer Einsichtmöglichkeit bei den Banken und anderes. Ueber die Gestaltung I dieser Pläne wird sich erst im Laufe der nächsten Woche Näheres sagen lassen. -

Teilte fiwW Briand, morgen Surttus

Genf, 10. Sept. Der Vorsitzende der Dölker- bundoersammlung Titulescu sah sich heute nach­mittag gezwungen, einendriften und letzten Appell" an die Mitgliäler zu richten, sich lebhafter an der allgemeinen Aussprache zu beteligen. Nach drei Rednern war die Rednerliste wieder einmal er­schöpft. Man drängt sich in diesem Jahr nicht zur Tribüne, und so war der Nachmittag ganz den Ueberseestaaten sowie Persien und Griechenland überlassen.

Der Perser Agha Khan trat für eine möglichst weitgehende Abrüstung ein, da sein Land nicht noch einmal die Erfahrungen wie 1914/18 machen wolle, wo es in die Kriegswirren hineingezogen worhen sei, obwohl es eine'neutrale Haltung eingenommen habe.

Der griechische Minister des Aeußern Micha- lakopulos wies auf die besonders schwierige Lage hin, in die sein Land durch die allgemeine Wirt­schaftskrise versetzt worden sei.

Der Neuseeländer Wilforth meinte, es sei an der Zeit, auch im Völkerbund Sparmaßnahmen zu ergreifen, wie sie von allen Länderregierungen durchgeführt würden. Man solle die Frage der Er­sparnisse im Völkerbundhaushalt in einem beson­deren Ausschuß behandeln. Notwendiger als eine europäische Union seien dieVereinigten Staaten

am Samstag abgeschlossen wird und daß am Frei­tag Briand und am Samstagvorrnittag Dr. Cur­tius sprechen werden.

Des GittdvuS des EseNsede in Gerri

Genf. 10. Sept. Die Rede Lord Robert Cecils machte in deutschen Kreisen tiefen Ein­druck, den der deutsche Außenminister in spon­taner Weise bekundete, indem er Lord Cecil beim Verlassen der ' Tribüne beglückwünschte. Der eng­lische Delegierte hat in würdiger Weise aber ohne unangebrachte "Rücksichten die großen Prâeme, die das internationale Leben im Augenblick be­wegen, erörtert. Mit unverändertem Nachdruck hat er den seit Jahren in der Völkerbundsoersamm, lung vertretenen Standpunkt der englischen Regie­rung in der Abrüstungsfrage wiederholt. Er legte besonderes Gewicht auf die Ablehnung der Luft­waffe, worin er sich gleichfalls mit der deutschen Auffassung begegnet. Auch Cecil wies nicht minder übsrzeugeird, wie es Grandi am vergangenen Dienstag getan hatte, den Zusammenhang zwischen Kriegsscbu!denregelung und Abrüstung nach. Spon­tanen Beifall erweckte seine Zustimmung zu der Anregung Grandis rind gegen Schluß der Rede fein Bekenntnis zur Notwendigkeit der deutsch­französischen Annäherung.

Gvkpavnrsss im Schurwese«

Berlin. 10. Sept. In Verbindung mit den Vorschlägen des Reichssparkommissars zur Verwal- tungsreform deutscher Länder sind Richtlinien über das Schulwesen aufgestellt, in denen es u. a. heißt:

3n der Volksschule

erscheint für einklassige Schulen als Klassenfreguenz die Zahl 60, für mehrklafsige die Zahl 50 ange­messen. Die Stundenzahl der Klasse kann fast überall um zwei Stunden gekürzt, die Psticht- stuitdenzahl der männlichen Lehrkräfte auf 30 an, gesetzt werden. Verwaltungsstunden der Schul­leiter müssen aufs Notwendige eingeschränkt wer- dem Stundennachlaß ist lediglich Kranken und Kriegsbeschädigten zu gewähren. Die Abtrennung von Minderbegabtenklâssen und die Einrichtung

Nie heutige Stammet? umfatzt 10 Setten