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tarnt Stadt und Land

Die Vollversammlung in Genf

tviedev allevhand schöne Rede« - Die Zollunions-Debatte im Sölkeebundsvat veemleden

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Der Reichspräsident hat am Montag nachmittag dem bayerischen Ministerpräsidenten in seiner Woh­nung in München einen privaten Besuch abgestattet. Hindenburg ist noch am Montag nach Dietramszell zurückgekehrt.

* Das Reichskabinett plant 100 000 Arbeitslose im Klsinsiedlungsbcm anzusetzen.

* Der Reichskanzler empfing am Montag mit­tag die Sozialdemokraten Hertz und Hilferding, um die in der vorigen Woche begonenen Besprechungen fortzusetzen.

Das finanzielle Erträgnis der von der preußi­schen Staatsregierung für Preußen und seine Ge­meinden in Aussicht genommenen Sparmaßnahmen wird, demVorwärts" zufolge, auf 150 bis 200 Millionen Mark beziffert. Davon entfällt auf die Volksschulen bzw. ihre Lehrer durch Kürzung der Stellenzulagen ein Betrag von rund 40 Millionen Mark.

Die GeS-knuus der 12. Dötteebundsiasung

Genf, 7. Sept. Die 12. Vollversammlung des Völkerbunds ist am Montag vormittag durch den amtierenden Ralspräsidenten. den spanischen Außenminister Lerroux, eröffnet wor­den. Die Vollversammlung tagt in dem eigens für die Völkerbundstagung mit großen Kosten hergerichteten Lichkfaal des BLkimenk Delectoral. in dem auch die Wellabrüstungskonferenz tagen soll. Kurz nach 10.30 Uhr erklärte Lerroux die Vollversammlung für eröffnet und ver­las die Eröffnungsrede.

Die

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wirtschaftlichen Probleme zu Ende geführt. Heute wird nun noch der Reichsausschuß der Partei die von der Partei vorbereiteten Vorlagen endgültig beraten. Dann soll dem Reichskanzler ein Wirt- schaftsprogramm der Gösamtpartei unterbreitet werden.

Das Staatsministerium hat in feiner Si vom 28. v. M. beschlossen, die badische G-s bei Preußen mit dem Abschluß des laufenden Ge­schäftsjahres aufzuheben.

Reichsaußenminister Dr. Curtius empfing gestern einige Vertreter des Saargebiets, mit denen er sich eingehend über die allgemeine Lage im Saarge­biet unterhielt. Das deutsche -Mitglied der Regie­rungskommission des Saargebiets, Minister Coß­mann, ist gleichfalls in Geist eingetroffen, wo er gestern eine Besprechung mit Dr. Curtius hatte.

Der deutsche Außenminister Dr. Curtius wird voraussichtlich am Donnerstag in der Bundesver­sammlung, und zwar im Rahmen der allgemeinen Aussprache, das Wort zu einer längeren Rede er­greifen.

* Zum Präsidenten ^er diesjährigen Vollver­sammlung des Völkerbundes wurde der rumänische Londoner Gesandte Titulescu gewählt.

Die Völkerbundsversammlung wird auf ihrer fetzigen Tagung eine gestern von den ständigen Ratsmächten eingebrachte Entschließung annehmen, durch die Mexiko, das bekanntlich nicht Mitglied des Völkerbundes ist, die Tür geöffnet werden soll, die man seinerzeit in der Atmosphäre von Ver­sailles auch diesem Staate zugeschlagen hatte. Der deutsche Außenminister hat nicht gezögert, auch seine Unterschrift unter diese Entschließung zu setzen, durch die das von den Gründerstaaten des Völkerbundes an Mexiko begangene Unrecht wieder gutgemacht werden soll. Ob die mexikanische Regie­rung schon in absehbarer Zett praktische Folge­rungen aus dieser Haltung ziehen und ihren Bei­tritt erklären wird, ist noch nicht abzusehen.

Nach einer Meldung derInformation" aus Genf soll das Finanzkomitee des Völkerbundes an­geblich bereit sein, Oesterreich einen Kredtt in Höhe von 500 Millionen Schilling zu gewähren.

In seiner Eröffnungsrede wies Lerroux gleich zu Beginn auf die Einberufung der Abrüstungs­konferenz hin. Einen bedeutenden Fortschritt zur Aufrechterhaltung des Friedens stelle auch das Be­stehen des Europa-ausschusses dar. Besonders be­deutungsvoll seien die Arbeiten des Europaaus­schusses auf dem Gebiet der Ueberwindung der Weltwirtschaftskrise. Auch die Arbeiten des Völkerbundes hätten sich im abgelaufenen Jahr in erster Linie auf die Finanz - und wirtschaftspolitischen Fragen Euro­pas gerichtet. Dennoch sei der Völkerbund nicht an seiner Aufgabe der Prüfung großer Weltprobleme vorübergegangen. Die ganze Welt befinde sich heute in einer schweren Krise, die

mäßig die stärksten wie die schwächsten Völker er­faßt habe. Ueberall in Europa, in Amerika und in Asien herrschten Unsicherheit und Furcht. Einen breiteren Raum in den Darlegun­gen des Präsidenten nahm dann die Frage der internationalen Schulden und Re­parationen ein. Die Vertagung der inter­nationalen Schulden- und Reparationszahlung auf Vorschlag des Präsidenten Hoover, die Konferenzen in London, Paris, Berlin und Rom, die Tätigkeit der B. I. Z., die Arbeiten der Baseler Sachver­ständigen seien Zeichen des Willens zur Wieder- gesunöung und des Wunsches zur Zusammenarbeit. Es sei notwendig, daß dieser Wille und dieser Wunsch jetzt weiter gefestigt und ausgebaut wür­den, da die bisherigen Hilfsmaßnahmen nur zeitlich beschränkt waren und sich nur auf einzelne Länder ausdehnten. Die gegenwärtige Vollversammlung des Völkerbundes biete hierzu die geeignete Gelegen­heit. Die jetzt beginnenden Verhandlungen der Vollversammlung müßten das Gelände für die kommenden Verhandlungen und Beschlüsie vorbe­reiten. Die hier vertretenen Regierungen der Welt müßten das Empfinden haben, daß sie solidarisch bereit seien, die Verantwortung auf sich zu neh-

men. Im Sinne des Geistes des Völkerbundspaktes sei es jetzt an chnen, die Woge des Pessimismus zum Stillstand zu bringen, die Zusammenfassung der Bemühungen auf finanziellem, wirtschaftlichem und politischem Gebiete M sichern und unter den Geistern wieder Befriedigung und Vertrauen zu­einander herzustellen. Unter diesen Zeichen müsse die diesjährige Vollversammlung des Völkerbundes stehen.

MuleSe« HvM-eui dev VollvevsammSuns

Nach der Rede von Lerroux wählte die Ver­sammlung den zweiten rumänischen Delegierten, den Gesandten in London Titulescu, zum Präsi­denten. Tttulescu erhielt von den 49 abgegebenen Stimmen 25 Stimmen. Auf den ungarischen Dele- MM M.JB» W® O» Titulescu, der bereits die vorMrige Vollversamm­lung des Völkerbundes präsidierte, ist damit ent­gegen allen bisherigen Gepflogenheiten Mm zwei­ten Male zum Präsidenten der Völkerbundsver- Nmmlung gewählt worden. Diese Wahl ist aus­schließlich auf die politischen Intrigen der leitenden französischen Kreise des Sekretariates, insbesondere die Leitung der Informationsabteilung zurückzu­führen, die unter keinen Umständen einen Vertreter der im Weltkriege besiegten Staatengruppe den Ehrenposten des Präsidenten der Völkerbundsver­sammlung einräumen wollten. Es hat sich auch bei dieser Wahl von neuem gezeigt, daß für die im Weltkriegebesiegten" Staaten im Völkerbund kein Platz ist. Als Titulescu die Präsidentenbühne be­trat, wurde ihm aus dem Saal nur äußerst lauer Beifall gezollt. Es war dabei deutlich das Vefrem- den über diese Wahl zu spüren, und insbesondere darüber, daß Titulescu sich bereitgefunden habe, die Wahl zum zweiten Male anzunehmen.

In seiner Programmrede stellte Titulescu die Zweckmäßigkeit und Wirksamkeit der Völker­bundsarbeiten als das Ziel, an dem er nach Kräf­ten mitarbeiten wolle, in den Mittelpunkt. Er warnte seinerseits vor überttiebenem Pessimismus (Fortsetzung auf Sette 2)

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Gilke durch âleinkie-luttgen

Pläne deS KelthskablneitS - Slvbett für 100000 AvbeiiSlvke

Berlin, 7. Sept. Das Kabinett hat heute nachmittag eine Sitzung abgehalten, in der sich mit den Durchführungsbestimmungen zur Arbeitszeitverkürzung und weiter mit dem

An- ver-

Ein französisches Syndikat, das über den kauf von fünf Kohlenbergwerken in Wales handelte, hat, wie aus Swansea berichtet wird, drei Kohlenbergwerke erworben. Die Verhandlungen über die beiden restlichen Kohlenbergwerke werden

Entwurf einer neuen Notverordnung beschäftigt, in der die Einzelheiten für die praktische Anwendung des Stillhalteabkommens festgelegt werden sollen. Die Verordnung regelt alle Fälle, In denen das deutsche Recht dem Stillhalteabkommen angepatzt werden muß. Das Abkommen selbst tritt erst in Kraft, wenn die BIZ. der Reichsbank mitteilt. daß alle Gläu- bigerkomilees unterzeichnet haben.

Dev ^amvk um Luvtius

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Bülow, hat sich nach Genf begeben, um sich auf Wunsch des Reichsaußenministers an den Vorbereitungen für den Gegenbesuch der französischen Staatsmänner in Berlin zu beteiligen. Seine Hinzuziehung zu den Be­ratungen beweist, daß die Frage dieses Gegen­besuches nicht ganz einfach zu lösen ist. Staats­sekretär v. Bülow ist über die in Berlin herr­schenden Stimmungen genau unterrichtet und kennt auch, die Auffassung des Reichskanzlers, die stark ins Gewicht fällt da Brüning die erste Fühlung mit Laval und Briand ausgenommen hat. Er kann also der deutschen Delegation in Genf bei der Entscheidung über den fran­zösischen Gegenbesuch wertvolle Dienste leisten. Denn es unterliegt keinem Zweifel, daß alle mit dem französischen Gegenbesuch zusammen­hängenden Fragen sehr sorgfältig behandelt werden müssen.

. Es ist bemerkenswert, daß der Reise des Staatssekretärs nach Genf in der Presse der Linken eine Deutung gegeben wird, die sich gegen die Person des Reichsaußenministers richtet. Man gibt zu verstehen, Curtius sei bei der Entscheidung dieser Frage schon mehr oder weniger ausgeschaltet, da sein Verbleiben auf dem Posten des Außenministers im Jntersfe eines guten Fortganges der Verhandlungen »yb^Mzweckmäßig" fei. jDiefe Schlußfolgerung hegt den Anwälten und Be­fürwortern einer unbedingten deutsch-franzö­sischen Verständigungspolitik gewiß sehr nahe. Curtius ist für den Plan der deutsch-öster­reichischen Zollunion ressortmäßig verantwort­lich. Er hat in Genf mit Briand über diesen Punkt ziemlich scharfe Auseinandersetzungen gehabt. Er ist auch jetzt in Genf nicht be­dingungslos vor den Wünschen Frankreichs zurückgewichen, sondern hat die Ausführung des Planes zurückgestellt. Dabei ist zu be­achten, daß auch nach dem Gutachten der Haager Mehrheit die Zollunion nur an dem Genfer Protokoll eine juristische Schranke fin­det, daß also der Weg frei ist, sobald das Gen­fer Protopoll durch Zurückzahlung der öster­reichischen Völkerbundsanleihe gegenstandslos wird. Curtius muß also den Franzosen als Träger des Zollunionsgedankens immer noch etwas verdächtig Vorkommen und es ist deshalb zu verstehen, daß fein Verbleiben im Amt den­jenigen nicht sehrzweckmäßig" erscheint, die Deutschland und Frankreich unter allen Um­ständen unter einen Hut bringen wollen.

Es ist nur folgerichtig, wenn diese Verstän- digungspolitiker für eine Verschiebung des französischen Gegenbesuches eintreten. Denn wenn die Franzosen, wie ursprünglich vorge­sehen, in den letzten Tagen des Monats Sep­tember nach Berlin kommen, so kann Curtius bis dahin kaum durch einen neuen Reichs­außenminister ersetzt sein, d. h. natürlich im Sinne der Linken durch einen Man, der den Wünschen der Franzosen weitgehend entgegen­kommt und sich nicht anprestigemäßige Vor­urteile" wie die Linke solche Hemmungen

nennt gebunden fühlt. Für Personenwechsel müßte man mc

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fortgesetzt. *

Kommunisten haben versucht. in Bilbao und Sevilla die Gefängnisse und in Dona Mencia die Kaserne der Gendarmerie zu erstürmen. Es ge­lang ihnen jedoch nicht, von den Gebäuden Besitz zu ergrefien.

Nach einer Meldung der Associated Preß aus Santiago de Chile wird jetzt offiziell bestätigt, daß die meuterische Flotte sich bedingungslos ergeben hat.

Nach einer bei der Lufthansa aus Urga (äußere Mongolei) eingetroffenen Meldung fallen die deut­schen Flieger Pilot Rathje und Funkermaschinist Koelber, die am 2. Juli,von mongolischen Trappen gefangen genaminen worden waren, dank der von amtlicher Seite unternommenen Schritte freige­lassen worden sein.

) Näheres siebe im politischen Teil.

Besonders eingehend ist rin Kabinett heute die Kilei ns i ed lu n g s f ra ge besprochen worden, die in dem neuen Wirtschaftsprogrämm eine be­deutsame Rolle spielen wird. Den Beratungen lag ein Entwurf des Reichsfinanzministerinms zu Grunde, der Plan weicht in sehr wesentlichen Punkten von der bisherigen SiedlungspoWk ab, die sich als viel M kostspielig erwiesen hat. Aus den Details, die derDemokratische Zeitungsdienst" mitzuteilen weiß, entnehmen wir. daß an eine halb städtische, halb ländliche Siedlung gedacht ist. Nach dem Vorschlag des Roichsfinanzministers soll die Siedlung in der Nähe von Städten erfolgen. Der Boden soll aus städtischem und staatlichem

die Unterstützung hinaus ist allerdings nur in Form von Verpflegung auf der Arbeitsstelle und Transport von und M ihr vorgesehen. Abgesehen davon, daß die psychâgischen Schwierigkeiten der ländlichen Siedlung durch die Nähe der Städte be­seitig werden, rechnet man bei diesere Form der Errichtung der Siedlerstellen damit, für 200 Mil­lionen RM, die aus der Hauszinssteuer auszubrin- gen wären, etwa 100000 Siedler ansetzen zu können. Noch im September soll nach dem vorliegenden Plan mit dem Werk begonnen wer­den, so daß bis zum Frühjahr 100000 Siedler untergebracht sind. Sie würden die Unterstützung

noch bis zur nächsten Ernte, spätestens bis zum Ende des Jahres 1932, bekommen. Der Vorschlag des Reichsfinanzministers betont besonders die Notwendigkeit einer einheitlichen Durchführung, für das ganze Reich und empfiehlt die Einsetzung eines Reichskommissars für das Kleinfiedlungswesen, der nur dem Reichskanzler direkt unterstehen würde. Ihm soll ein Beirat Mr Seite gestellt werden, der aus Vertretern der verschiedenen

Besitz her gegeben werden, von den Materialien, z. B. das Holz, aus den staatlichen Forsten. Die Siedlung soll Mnächst die kleinmöglichste Form bekommen; Ein kleines primitives Haus mit zwei bis vier Morgen Land. Voraussetzung für die Verpachtung einer Siedlerstelle ist, daß der Päch­ter, dem übrigens für später das Erwerbsrecht offengehalten wird, bei der Herstellung des Laufes -------, ----------- _ - , .

mitavb eitet, außerdem sollen andere Arbeitslose Tlleichsressorts und des betreffenden Landes besteht.

und es wird deshalb in der Presse der Linken angeregt, den Termin für den französischen Gegenbesuch noch etwas hinauszuschieben. Man weiß, daß Frankreich die Gewährung einer Anleihe von verschiedenen Voraussetzungen ab­hängig gemacht hat. Der Verzicht auf die Zoll­union war eine seiner Förderungen. Die Linke will offenbar, daß in diesem Punkte zunächst einmal auf deutscher Seite in persönlicher und sachlicher Beziehung reiner Tisch gemacht wird, ehe man sich mit den Franzosen weiter unter­hält.

Auch auf der rechten Seite verlangt man den Rücktritt des Reichsaußenministers und man will hier von einem Gegenbesuch der fran­zösischen Staatsmänner überhaupt nichts wis­sen. Die Gründe sind aber auf dieser Seite ganz anderer Art. Man findet sich hier mit dem Scheitern der Zollunion nicht so leicht ab, son-

herangezogen werden. Eine Mehrbezahlung Wer

Die beutkae Nummer umfaßt 1(5 Sekten