Wtßrmmen. Sie führten chn davon und pflegten ihn gesund. Seine Blindheit wich. Seine Sprache kam wieder. Aber seine Augen waren verständnislos. Er konnte feine Heimat stammeln, und dorthin brachte man ihn. Dort bebaut er jetzt sein Feld. Aber man läßt chn nie ohne Aufsicht. Denn er kann stundenlang vor dem Pflug stehen und vor sich hinstarren. Immer auf denselben Fleck. Ueber sein Leben unter der Erde hat er nur ein einziges Mal gesprochen. In der Freude des Wiedersehens
Dann nie wieder!
Tante Äsatbes BeseSburs
Die Geschichte einer Erbschaft, erzählt von G. UL Beyer.
Ein halbes Dutzend Männlein und Weiblein saß im Strandanzug auf der Terrasse der „Jnselhalle" und lutschte wohlig am Strohhalm des Eiskaffees. „Eine andere Beschäftigung ist ja bei dieser fürchterlichen Hitze gar nicht möglich", meinte ein-jun- ges Mädchen, als es das dritte Glas bestellte.
Draußen lief ein Herr vorbei. Er führte einen Schoßhund an der Leine. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Der Hund blieb an jedem Pfosten stehen.
„Was mag nur mit dem Menschen dort los fein?" ließ einer seinen Strohhalm einen Augenblick' aus dem Munde. „Er kann einem ja leid tun, daß er bei bieifer Hitze mit dem Vieh draußen herumlaufen muß."
Einer aus der Runde wußte Bescheid: „Alles um des lieben Geldes willen. Er hat vor zwei Jahren feine Tante beerbt. Gleichzeitig hat sie ihm aber auch den Hund vermacht und âusbedungen, das Tier bis an dessen seliges Ende eben so gut zu behandeln, wie sie es tat. Wenn nicht, dann muß er alles wieder, herausrücken, und die Gesellschafterin der alten Dame wird Alleinerbin. Daß diese habgierige Jungfer nun jeden Schritt des armen Neffen bewacht, ist selbstverständlich. Sie hat ihm auch gesagt, wenn er nicht mit Fifi ins Bad führe, wie es die alte Dame jährlich getan, so würde sie den Tatbestand der schlechten Behandlung als gegeben betrachten und einen Prozeß gegen ihn anstrengen."
„Gräßlich! Hoffentlich geht das Vieh bald ein!" „Uebrigens", sagte ein Dritter, „fällt mir da eine andere Erbschaftsgeschichte ein, die sich kürzlich bei uns ..."
„Hoffentlich kommt kein Goldfisch darin vor!"
„Ach was!" wischte der unterbrochene Erzähler den Einwand fort. „So etwas gibt es ja gar nicht. Tanten mit Goldfischen kommen nur in abgedroschenen faulen Witzen vor Oder kennen Sie etwa eine? Na also! Tante Agathe, von der hier die Rede ist, war eine ganz vernünftige alte Dame mit einem kleinen Vermögen und sechs Nichten und Neffen. Jahrelang hatte sie zufrieden in ihrer Jungsernwohnung gelebt.
Eines Tages aber kam Neffe Fritz M ihr und fand nach längerer Vorrede, das liebe Tantchen müßte sich doch einmal eine kleine Freude gönnen und aus der Einsamkeit herauskommen. Wie wäre es, wenn es feine Wohnung verschlösse und auf ein paar Wochen zu ihm käme. Landluft, angenehme Gesellschaft, gute Pflege, und alles würde sich so freuen, dem lieben Tantchen das Leben recht angenehm zu machen.
So viel Liebenswürdigkeit gegenüber war Tante Agathe machttos, und eines Tages zog sie ein« schließlich ihres in der Geheimtasche des ^weiten Unterrods verborgenen Sparkassenbuches zum Neffen Fritz hinaus. Dort draußen lebte die alte Dame geradezu auf, und aus den Wochen wurden Monate.
Nach und nach stellten sich natürlich auch die anderen Neffen und Nichten ein: Ob denn die liebe Tante nicht auch sie einmal besuchen wollte. Im Vertrauen gesagt: Hier bei Fritz sei es ja ganz nett, aber, aber . . . Bei ihnen schieden natürlich irgendwelche Hintergedanken ganz aus. „Schön, schön", sagte Tante Agathe, „ich glaub’s Dir schon. Wenn ich hier erst fort kann, komme ich zu Euch!"
So rückte das liebe Tantchen eines Tages bei Nichte Grete an. Nachdem Tante Agathe es dort einige Zeit recht gut ausgefallen hatte, zog sie zum Neffen Ludwig weiter, und nach anderthalb Jahren war die Rundreise beendet. Nachbarn gegenüber sprach sich Taute Agathe sehr lobend über ihre guten Neffen und Nichten aus: „Alles haben sie für mich getan, und vor allem war es so schön billig." Eines Tages vertraute sie einer Freundin an: „Ich muß doch einmal zum Notar und mein Testament in Ordnung bringen."
Kurz darauf besuchte Neffe Fritz sie wieder: Das Frühjahr sei so schön, und das liebe Tantchen solle sich doch ein paar Monate Erholung bei ihm gönnen. Tante Agathe ließ sich nicht lange bitten.
Natürlich stellte sich eines Tages Nichte Grete ein. „Aber, Tante", sagte sie vorwurfsvoll, „warum tust Du uns das an und kommst nicht zu uns?" — „Doch, doch!" versicherte Tante Agathe, fielt den Finger rasch auf den Mund und sprach von etwas ganz anderem, weil Neffe Fritz eintrat. Bald darauf entschuldigte sie sich für einen Augenblick. •
morgen ein, um Tanks sterbliche Hülle in Stern« mendorf zur ewigen Ruhe zu bestatten." Nichte Grete schien beim Abfassen der Antwort geweint zu haben: „Habe der lieben Tante die ewige Wohnung schon bereiten lassen." Neffe Ludwig war sachlicher: „Hole Leiche morgen ab. Beerdigung Dienstag hier." Neffe Franz schrieb: „Veranlassen Sie Ueberführung auf meine Kosten nach Grashof." Nichte Luise war elegisch: „Alles ist zum Empfang der lieben Tante bereit." Neffe Karl, der nur hundert Kilometer entfernt wohnte, brachte gleich das Leichenauto mit.
In Anbetracht der Dringlichkeit der Sache er« wirkte der Notar einen sofortigen Gerichtsbeschluß: Tante Agathe wurde bei uns auf dem Friedhof auf ihre eigenen Kosten beerdigt.
Ihr Vermögen reichte gerade zur Deckung der Unkosten. Denn sie hatte sich mit dem größten Teil ihres Geldes ein paar Jahre vorher in ein Altersheim eingekauft. Wenn nicht die plötzlich erwachte Liebe -der Neffen und Nichten gewesen wäre, so würde sie dort schon längst «ingozogen sein.
Ich hätte der kleinen freundlichen Tante Agathe niemals so viel Mutterwitz und Tücke zugetraut."
Dev öttte Rai
Jagdskizze von Hermann L. Schillings
Der dicke Brauereibesitzer Josef Oertner war trotz seiner fast zwei Zentner Lebendgewicht ein eifriger Nimrod. Das lag ihm schon vom Urgroßvater her im Blute, der die Brauerei gegründet hatte. Mit dem Unternehmen war auch die Jagdleidenschaft vererbt worden. Stellte jenes ein vorbildliches Unternehmen dar, so galt seine Jagd von jeher als ein Musterrevier. Kein Wunder, daß „Sepp", wie man Josef Oertner nannte, eine ausschlaggebende Rolle in allen weidmännischen und Hundezüchtervereinen spielte. Er ging auch ständig in graugrünem Jagdloden gekleidet mit einem grünen Jägerfilz auf dem blanken Schädel.
Ein besonderes Kennzeichen war die dünne Virginia-Zigarre, die er aus einer fast fußlangen Weichselspitze zu rauchen pflegte. Die Zigarre erwies sich als ein untrügliches Barometer, daran
man die jeweilige Stimmung Sepps ablesen konnte. In normalen Zeiten zeigte sie waagerecht nach vorn. War er besonders guter Laune, so wedelte sie freudig hin und her wie die Stummelrute seines Stichelbaarrüden. Zeigte der Glimmstengel nach oben, so wußte man sicher, daß dem Raucher Laus über die Leber gekrochen war. Ragte Zigarre senkrecht in die Luft, so daß sie wie der Schornstein seiner Brauerei handbreit über das
eine die
Hütel hinauswuchs, so tat man gut, Sepp Schritt vom Leibe zu bleiben, denn dann gab es
drei
Gewitter mit Blitz, Donner und Hagelschlag. Im allgemeinen kannte man Oertner als einen,
den man „eine Seele von Mensch" zu nennen pflegt, gutmütig und humorvoll. Aber da er weidgerecht war, so konnte ihn jedes unweidmännische Gebaren in Harnisch bringen.
In der Stadt lebte nun auch der Rechnungsrat Niederquell, ein nervöses quecksilbriges Männchen, das sich für einen großen Jäger hielt. Niederquell besaß einen nagelneuen Drilling, eine fesche Jagdmontur, einen sehr schlecht abgerichteten Köter und einen nicht viel besser erzogenen vierzehnjährigen Sprößling. Gründe genug, um zu verlangen, daß er bei allen jagdlichen Veranstaltungen eingeladen
Nun hatte auch Bitt, der arme Hirte, Muße, davon zu träumen, daß Aino, des großen Sara Tochter, mit ihrer Herde zum Meer hinunter vorbeizöge. Wenn er sie doch träfe! Oh, da würde sie vielleicht Augen machen! Sie hätte ihn sicherlich eines langen Blickes gewürdigt. .Er sah an seinem verblichenen, blauen Wasfenrock mit den blinkenden Zinnknöpfen herab. Wahrlich, das war doch ein Stolz, soviel Pracht! Seine Hoffnung ging auch richtig in Erfüllung. Die Herde des großen Sara kam vorbeigezogen! Einige Freunde Bitis trafen sie auf einem Ausmarsch und brachten ihm Kunde.
Am Abend bat Biti um Urlaub. Als er sich bei den Lappenzelten einfand, erregte er freudige Bestürzung. Selbst Aino errötete, als sie ihn gewahrte, sie bemerkte wohl, wie schneidig er ausschaute.
Die alte Mutter Sara war aber dabei, so daß kein längeres Gespräch möglich war. Aber die Auswege der Liebe sind unerforschlich, und groß war Bitis Verwunderung, als er Aino auf dem Heimwege wiedertraf. Sie schien plötzlich aus dem Boden gestampft. Einen Augenblick lang sahen sie einander verlegen an, dann ging Aino neben ihm her und begann mit ihm zu plaudern. Sie wanderten langsam den Waldpfad zum Lager hinunter, und das Mädchen ließ zu, daß er es bei der Hand nahm. Licht und mild war die Sommernacht, es duftete von wilden Kräutern, und Pan flötete eine wundersam gedämpfte Melodei.
Schließlich kam Biti zu spät ins Lager — und obendrein fehlten ihm drei blanke Knöpfe an seinem Waffenrock, drei von den Knöpfen, auf die er so stolz war. Am nächsten Morgen erhielt er eine Rüge und wurde zum Strafexerzieren verurteilt. Aber sein Herz war trotzdem leicht. —
Als der Abend kam, bat Biti wieder um Ur« laub, der ihm auch gewährt wurde) merkwürdig genug.
Er kam an diesem Abend zu angemessener Stunde heim, aber an seinem Waffenrock waren keine Knöpfe mehr. Weder vorn noch hinten noch auf den Schultern. So gewaltsam war die Liebe an jenem Abend mit ihm umgesprungen. Aber Biti war doch nicht auf den Kopf gefallen. Als die anderen schliefen, vertauschte er seinen Rock mit dem eines Kameraden. Dieser vermeinte am nächsten Morgen, daß ein „Stallo", ein böser Geist, nachts umgegangen sei und seine Knöpfe ahgeschnit- ten habe. Er mußte sich einen neuen Wasfenrock verpassxn lassen. Am dritten Abend bekam Biti keinen Urlaub. Doch, sehnsüchtig vor Liebe, stahl er sich in den Wald, wo die Maid Aino seiner wartete. Dort hatte sich der Himmel zur Erde herabgeneigt. — Viele Stunden lang blieb er bei ihr, und nur die Bäume des Waldes vernahmen ihre Stimmen.
Als Biti wieder im Lager anlangte, wurde er angehalten und aufgeschrieben. Es war wiederum nicht ein einziger Knopf mehr an feinem neuen Waffenrock. Doch ihm war leicht ums Herz, denn er war ein Liebender. Uebel war es immerhin, daß er am nächsten Morgen zu vier Tagen Arrest verknackt wurde, für „wiederholtes Vergehen" sowie „vorsätzliche Beschädigung seiner Uniform". Aber Biti muckste nicht, obgleich seine Stammesgesähr- ten ihn wegen seines schamlosen Verhaltens finster anschielten. Die Liebe hatte ihn hart gemacht. —
Es traf sich, daß die Kompagnie einige Tage später einen Ausmarsch machte und auf die Herde
würbe. Da der Baron von Stettenheim beruf tut) ten gti mit dem ReWuittgsrat 'hâuffg zu tun hatte, durste wresgi
von Groß-Sara stieß. Und die jungen Lappenrekru- ten gingen alle zum Lager bin, um ein wenig mit
Rätsel
Kreuzworträtsel mit magischem Quadrat
re
22
Die Wörter bedeuten von oben nach unten: 1 Wasserstandsmesser, 2 Flossensäugetier, 3 Sonnengott, 4 Weltberühmtes deutsches Bad, Homerisches Gedicht, 6 Tageszeit, 11 Bekräftigungsformel, 13 Alter Witz, 14 Auszeichnung, 15 Schmelzmasse, 16 Wertpapier, 17 Unbedingtes Zusammenhalten, 19 Nordische Gottheit, 20 Franz. Schriftsteller.
Von links nach rechts: 1 Europäische Hauptstadt, 4 Heidekraut, 7 Elektrische Maßeinheit, 8 Eßgerät, 9 Feines Gewebe, 10 Dem Wind abgewandte Schiffsseite, 12 Gesottenes, 14 Gedicht, 16 Teil des Theaterstückes, 18 Bühnendichtung, 20 Gefäß, 21 Franz. Münzeinheit, 22 Blume, 23 Flaches Land.
Das magische Quadrat: Männlicher Vorname, Des Menschen Inneres, Orientalischer Wandteppich, Aufenthaltsnachweis, Das Unentschieden beim Schachspiel.
Als sie wieder kam, hatten Neffe Fritz und Nichte Grete rote Köpfe. Tante übersah das aber vollständig.
Doch gleich darauf nahm Tante Agathe Neffen Fritz zur Seite: "Lieber Fritz, Du weißt, daß ich Dich und Deine Familie am meisten schätze. Aber ich möchte auch mit Grete Frieden haben, und deshalb besuche ich sie auf ein paar Wochen. Da- mit Du jedoch siehst, wie kieb Du mir bist, will ich Dir etwas ganz im Vertrauen sagen, und außerdem kann mir ja jeden Tag etwas Menschliches zu stoßen: Mein Alleinerbe wird derjenige unter Euch Neffen und Nichten sein, der mich anständig begraben läßt. Das soll eben eine Belohnung für den sein, der mich am meisten geschätzt hat. Wenn Du mir noch einen Gefallen erweisen willst, so kannst Du mir gelegentlich einmal eine Zeichnung von dem Grabmal schicken, das Du mir zu errichten gedenkst."
„Natürlich, liebes Tantchen! Aber wer wird denn in Deinem Alter schon ans Sterben denken?" Doch als Tante Agathe ein wenig unbeholfen in den Wagen stieg und abfuhr, dachte der liebe Fritz- Es dauert nicht mehr lange.
Tante Agathe blieb aber doch lange genug am Leben, um noch zweimal die Rundreise zu sämtlichen Verwandten zu machen. Dann legte sie ficb eines Tages in ihrer, während der letzten Jahre so selten benutzten Wohnung zu Bett, um nicht wieder aufzustehen. Zu ihrer Freundin, die bei ihr saß, sagte sie kurz vor dem Ende: „Ach, Amalie, ich bin so froh, daß ich bei Zeiten für alles vorgesorgt habe!" Als sie gestorben war, lag noch ein Lächeln um ihren eingefallenen Mund.
Der Notar schickte an jeden Neffen und an jede Nichte ein Telegramm. Ueber die Ämworten wunderte er sich. Denn Neffe -Fritz drahtete: „Treffe
er ihn bei der Einladung zu der in seinem Revier tattfindenden Treibjagd nicht übersetzen. Nieder- suell kam also angezogen mit Drilling, Hund und Sohn. Bei der Anstellung der Schützen placierte man ihn auf eine Bodenerhebung, auf der er recht ichtbar für das Wild stand, so daß man hoffen mrfte, daß er dort kaum Anlauf haben würde. Aber bekanntlich kommt es im Leben überhaupt und bei der Jagd ganz besonders meistens anders, als man denkt. Das drückt ja auch schon der alte Weidmannsspruch aus:
„Jagen ist ein Würfelspiel, Ein vom Glück bedingtes. Jage drum, wer jagen will, Schlimmstenfalls mißlingt es."
Als die Treiberkette vorging, liefen die Hafen wie von einem Magneten gezogen schnurstracks auf die Erhebung zu, auf die man Riederquell gestellt hatte. Vielleicht wußten die schlauen Tiere auch, daß es dort am ungefährlichsten war. Und nun gings los. Der Junge schrie und führte Indianer- tänze auf. Der Köter bellte, jaulte und riß an der Strippe. Der Rechnungsrat legte Sperrfeuer auf die ânstürmenden Hasen und knallte, was heraus wollte. Dadurch brachte er zwar nicht das Wild, wohl aber die übrigen Schützen in erhebliche Lebensgefahr. Die Jagd war gründlich verpatzt. Die Jagd wurde ab geblasen. Die Schützen begab en sich zum Sammelplatz und standen ziemlich mißmutig beieinander. Nur Sepp ging abseits hin und her. Die drei Nackenwülste leuchteten weinrot, seine Gesichtsfarbe sah einer reifen Zwetsche nicht unähnlich, und die Virginia reckte sich senkrecht und drohend zum wolkenlosen Oktoberhimmel. Alle wußten: Das gibt was. Der einzige Ahnungslose war der Rechnungsrat. Da stapfte Sepp auch schon gewichtig auf ihn zu.
„Herr Rechnungsvat, da möcht i Ihnen in aller Freundlichkeit an guaten Rat 'geben hab'n." Bei jedem Satz schwoll seine Stimme an, bis es mit Windstärke 16 auf den unglücklichen Niederquell herabprasselte. „Manns mal wieder zur Jagd raus« kimmen, nacha lassens Ihren Jungen z'haus, nacha lassens Ihren Köter z'haus, nacha lassens Ihre Flinten z'haus, nacha bleibens selber z'haus."
eifrigen Äugen nach Biti spähte. Sie fragte, warum
er nicht mitgekommen. Keinem der Soldaten ent« daß ihr schöner, farbenfreudiger Gürtel
ging es,
eine Reihe von Knöpfen trug, die unzweifelhaft einmal Heeresgut gewesen waren. Sie blinzelten einander an, und Lächeln hüpfte in ihren Augen. Der keckeste von ihnen sagte dann: „Er sitzt im Kahn, weil du ihm die Knöpfe da abgeknöpft hast." Und alle hatten ihren mächtigen Spaß an der
Sache. Auch Aino, das lose Lappenmädchen, denn sie war nun schmucker als je.
Aber unten am Meer saß Biti im Arrest und grübelte über seine harte Liebe nach. Er konnte froh sein, daß das Echo des heiteren Gelächters nicht bis an fein Ohr gelangte.
So traurig ging es Biti, dem
Hirten, als er von seinen Bergen zum ersten Mal der großen Welt
armen Lappenniederstieg, und begegnete.
Dsv Mit auf dem Onhovn
John H. Mays aus Santa Rosa in Kalifornien kann feinem Schöpfer dafür danken, daß er sich einmal als Cowboy versucht hat, denn sonst würde der hoffnungsvolle junge Mann heute zu seinen Vätern versammelt sein. Bisher hatte sich Mays vorzugsweise mit der Pistole betätigt. Nun wollte er auch einmal mit der Flinte auf die Hirschjagd gehen. Anfangs hatte er Glück. Ein Sechzehnender ließ nicht lange auf sich warten, und.John schoß, so gut er konnte. Er traf herzlich schlecht, und der Hirsch fiel nicht. Die Wunde machte das Tier vielmehr wütend und es griff den Sonntagsjäger an. Der hatte keinen Schuß mehr im Rohr. Zunächst wollte er ausreißen, doch bald merkte er, daß ihm das nichts helfen kannte. Er wandte sich um, als wollte er den Angriff des Hirsches erwarten. Doch in dem Augenblick, da das Tier das Geweih senkte, sprang John, wie er das als Cowboy manches Mal bei wütenden Stieren getan hatte, über den Kopf des Hirsches und landete auf der Kruppe. Eine wilde Jagd durch dick und dünn begann.
durch dick und dünn begann, die Kleider in Fetzen, doch
Nie Liebe und die blanke« Knöpfe Skizze von Zasper Alexandersen (Berechtigte Uebersetzung aus dem Norwegischen von Ernst Züchner).
Vierzig Jünglinge stoben in einer Frühlingsnacht talwärts ins Unbekannte, von dem sie nur vom Erzählen ihrer Väter her wußten, die auch dort unten ihren militärischen Pflichten genügt hatten. Wie die wilde Jagd kamen sie, in ihre Pelzröcke gemummelt, auf ihren Renntierschlitten ins Soldatenlager unten am Meer gefegt. Der lappische Feldwebel hatte seine Not, diese Jungen „zu Menschen zu machen", wie er das nannte.
Hosen, Schwitzer und Waffenrock, das waren vertrackte Dinger, die machten den Rekruten viel Kopfzerbrechen, sie verabscheuten sie wie Folter-
John hingen bald „.t ^.^ ... utotll, uuu, krampfhalft hielt, er sich am Geweih fest. Schließlich brach eine Geweihstange ab. Der Hirsch schien sich darum nicht weiter zu kümmern, bis er plötzlich nach einigen weiteren hundert Metern tot zusammenbrach. Denn John Mays war es endlich gelungen, sein Jagdmesser zu ziehen und es seinem Reittier hinter das Blatt zu stoßen. Gerade noch rechtzeitig genug, um nicht erschöpft herabzustürzen und zerfetzt zu werden.
Liebev kvübee als kvüiev
Der Hofnarr Jakobs I. hatte einst einen Höfling beleidigt und fürchtete nun dessen. Rache, der König, dem das gedrückte Wesen seines Narren auffiel, fragte nach dem Grund solchen Gehabens. Von dem Vorfall und den Aengsten des Spaßmachers unterrichtet, versuchte er ihn dadurch zu beruhigen, daß er versprach, er werden seinen Widersacher, wenn ... w_____ er die beabsichtigte Mordtat ausführte, schon am
Werkzeuge. Aber im Laufe der Zeit gewöhnten sie nächsten Tage aufhängen lassen. „Warum einen sich an all die Widerwärtigkeiten, und die Gemüter Tag nachher?" antwortete da der Narr. „Lieber begannen, sich zu beruhigen. Die Herzen schlugen! wäre es mir, Sie täten es einen Tag vorher." gelassener, und die Gedanken wurden gleichmütiger, r^-^r^-^
Silbenrätsel
Aus den Silben: a, aar, ar, ar, be, berg, bid, bo, boot, bürg, chi, chio, des, e, em, eu, ex, für, si, fi, gat, gau, gel, gow, im, kar, ko, tot, la, laus, lei, len, lo, lo, mal, me, me, met, mi, ne, ni, nich, nier, no, now, o, or, plar, ra, re, rei, ri, ro, sau, see, sieb, spie, tee, ter, ter, ters, to, tos, tri, tur, tur, um, UN, UN, wart, ze, sind 26 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, eine Bauernregel für August ergeben (ch — ein Puchstabe).
Die Wörter bedeuten: 1 Burg bei Eisenach, 2 Bruder Jakobs, 3 Papstname, 4 Mündungsarm der Weichsel, 5 Jndustriedorf in Oberschlesien, 6 Gewerbebetrieb, 7 Mittelalterliches Kampfspiel, 8 Leuchtstoff, 9 Sammlung von Wissenschaft!. Material, 10 Rheinische Sagengestalt, 11 Wasserrad, 12 Held eines deutschen Volksbuches, 13 Dramen- g^ftalt Shakespeares, 14 Gerät zum Teekochen, 15 Mathematiker des Altertums, 16 Kriegsfahrzeug der Marine, 17 Nebenfluß der Oder in Branden- burg. 1.8 Schweizer Kanton, -10 TinzeMückWU^ . Gegenstandes,. 20 Wissenschaftl. Versuchsrauny" 21 Heilige Blume der Inder, 22 Enganliegendes Gewebe, 23 Schweizer Getreidemaß, 24 Oesterreichi- scher Staatsmann, 25 Stadt am Golf von Salerno, 26 Berg der Salzburger Alpen.
Auflösungen aus voriger Rummer Kreuzworträtsel
Rösselsprung
(Aus Goethes Gedicht „Gott, Gemüt und Welt".) Was wär ein Gott, der nur von außen stieße Im Kreis das All am Finger laufen ließe, 2hm ziehmt's die Welt im Innern zu bewegen Natur in sich, sich in Natur zu hegen, So daß, was in ihm lebt und webt und ist Stie seine Kraft, nie feinen Geist vermißt.'
Silbenrätsel
1 Epikur, 2 Indiana, 3 Nobel, 4 Wendehals, Odyssee, 6 Rutli, 7 Talismann, 8 Interesse, Sperling, 10 Tinktur, 11 Othello, 12 Fidibus, 13 Tiberius, Bekassine, 15 Eulenburg, 16 Sofa, 17 Strandkorb, 18 Eibsee. 8
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- S^ Nutest Ein Wort ist oft besser als eine große Gabe.