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Nr. 206

Seite 6

Donnerstag, den 3. September 1931

Gmvfang dev Sfftzieve -es Do x -twH Koovev

Washlinglon, 2. Sept. Die Offiziere des Do X wurden von dem deutschen Botschafter empfangen und durch ihn sodann dem Präsidenten Hoover vorgestellt, der sie zum erfolgreichen Flug freund­lich beglückwünschte und sich mit ihnen im Park des Weißen Hauses photographieren ließ .

Die Offiziere kehrten nach kurzem Aufenthalt in Ler Bundeshauptstadt zum Newyorker Flug­hafen zurück, um für die schnelle Ueberholung des Flugbootes Sorge zu tragen. Die Behandlung der 12 Curtis-Motors einschließlich Ab- und Aufmon­tieren dürfte vier bis fünf Wochen dauern. Danach plant man einen Flug nach Miami auf Florida in der Hoffnung, das Flugschiff für die Winter­saison zum Luftverkehr HavannaMiami ver- chartern zu können. Gegenüber anderslautenden Pressemeldungen darf nochmals festgestellt werden, daß der Rückflug nach Europa schon wegen der vor­gerückten Jahreszeit jedenfalls für dieses Jahr nicht mehr in Frage kommt.

Neuer Doppelselbstmord in München

München, 2. Sept. Am Mittwoch stütz wurden in einer Erdgeschoßwohnung in der Sendlinger­straße eine 31jährige Prostituierte und ein 18jähri- ger Mann tot aufgefunden. Sie hatten sich während der Nacht mit Leuchtgas vergiftet. Das Motiv des 2 oppelfelbftmordes. ist noch ungeklärt. Der junge Mann soll ein Zahntechniker aus Nymphenburg sein. Die beiden Leichen wurden in das Gerichtlich- Medizinische Institut verbracht.

Schweres Einsturzunglück in Wittenberge

Wittenberge, 2. Sept. Ein schweres Einsturz- unglück ereignete sich heute in der Auguststraße. Als Handwerker bei der Ausbesserung eines Hausdaches beschäftigt waren, stürzte der Sims der Vorder­front in feiner ganzen Breite herab und riß einen Dachdeckermeister und einen Klempnermeister mit hinab. Beide wurden schwer verletzt. Ein auf dem Bürgersteig stehender Klempnerlehrling erlitt durch herabfallende Steine erhebliche Verletzungen.

Explosionsunglück bei Paris

Paris, 2. Sept. In einer chemischen Fabrik in Bezons in der Nähe von Paris hat sich heute vor­mittag aus bisher unbekannten Gründen eine Ex­plosion ereignet, bei der zwei Arbeiter getötet unb drei verletzt wurden. Die chemische Fabrik stürzte zusammen. Auch die benachbarten Fabriken haben stark gelitten. Das Unglück erfolgte durch die Ex­plosion eines Nitrozellulosekessels.

Die Ausrüstung des Do X 2

Mailand, 1. Sept. Das in den Dornier-Werken am Bodensee gebaute Flugschiff Do X 2 wird in Italien zum mächtigsten Militärluftschiff der Welt ausgerüstet, indem nebst kleinen Kanonen und Maschinengewehren Lufttorpedos und Bomben-

träger, sogar ein kleines Schiffsgeschütz eingi werden. Das Flugzeug wird jetzt auf den $i des bekannten italienischen Fliegers Umberto

gebaut

Amen

Der Gislars des SaSierS

Ein verblüffendes Experiment

Wohl das verblüffendste Fakirexperiment, das seit vielen Jahrzehnten durchgeführt wurde, hat dieser Tage in Newyork ein weißer Fakir in An­wesenheit zahlreicher Augenzeugen mit vollem Er­folg unternommen. Dieser bis nun unbekannte Wundertäter heißt Pedro Natiz, ist 24 Jahre alt, aus Argentinien gebürtig. Was Natiz vor einem eingeladenen, meist aus Aerzten bestehenden Publi­kum gezeigt hat, dürfte so ziemlich beispiellos in der an verblüffenden Fällen immerhin reichen Ge­schichte des Fakirismus dastehen. Man muß schon zu den echten indischen Fakirwundern zurückgrei­fen, um ähnliches zu finden.

Die auch in Europa und Amerika bekannten Fakire haben das Phänomen des sogenannten Lebendigbegrabenwerdens oft und oft gezeigt. So hat in Wien, Berlin und Paris Tahra Bei, dessen Leistungen später von wissenschaftlicher Seite einer sehr strengen Kritik unterzogen wurden, auf den Varietëbrettern gezeigt, daß er, von seinen Gehil­fen in einen Sarg eingeschlossen, unter einem dar­

Über aufgehäuften Sandhügel dreißig Minuten ohne Schaden verweilen kann. Man wies damals mit Recht darauf hin, daß im Kriege so manche

Soldaten, die nichts von Fakirkünsten ungleich längere Zeit unter Sand lebend ausharren konnten. Es erregte eine größere Sensation, als vor etwa

verstanden,

verschüttet, mit Recht zwei Jah-

ren eine Engländerin sich im kataleptischen Zustand in eine Stahlbombe einschließen und in der Hud­sonbucht etwa zwanzig Meter tief unter den Meeresspiegel versenken' ließ. Als nach, einigen Stunden die Stahlbombe wieder hochgezogen und der Körper dieses weiblichen Fakirs aus dem metallenen Sarg gehoben wurde, kam sie nach kur­zer Behandlung zu sich. Auch diese Leistung bleibt weit hinter dem Experiment Pedro Natiz zurück. Dieser hatte sich im Eis einschließen lassen und konnte vierundzwanzig Stunden später, ohne den geringsten gesundheitlichen Schaden, geborgen wer­den. Das einzigartige Erperiment nahm folgenden Verlauf:

Vor dem Versuch wurde Natiz von zwei Aerz­ten untersucht. Herz und Pulstätigkeit waren nor­mal. Wenige Minuten später verfiel Natiz durch

Maddalena umgetauft, der auf einem Flug von Mai­land nach Rom über dem Tyrrhenischen Meer einen tragischen Tod fand.

Wegen Spionage zum Tode verurteilt

Warschau, 2. Sept. Der polnische Leutnant Hum- nicki ist gestern in Brest-Litowsk vom Kriegsgericht wegen Spionage zum Tode verurteilt worden. Der Verurteilte war im Jahre 1926 und 1927 Leiter der Kanzlei des Mobilisierungsreferates im War­schauer Korpskommando gewesen. Sein Spionage- fall steht im Zusammenhang mit der sensationellen Affäre des Major- Demkowski, der, wie gemeldet, wegen hochverräterischer Beziehungen zum sowjet- russischen Militärattaches im Juli d. J. erschossen

einen bloßen Willensakt in einen kataleptischen Zustand. Die abermalige Untersuchung ergab nun, wie es nicht anders zu erwarten war, eine außer­ordentlich verminderte Herztätigkeit. Nun wurde der weiße Fakir von seinen zwei Gehilfen in einen Metallsarg gelegt, der mit Wasser gefüllt war. Vor­her hatte man den Körper des jungen Mannes mit verschiedenen Salben eingerieben. Nun wurde der offene Sarg in einen ' zweiten Raum gebracht, dessen Temperatur künstlich auf fünf Grad unter Null gesenkt worden war. Nach einiger Zeit fror das Wasser normalerweise zu Eis. Und zwar ver­möge der Einrichtung des Sarges so, daß in dem entstandenen Eisblock der Körper des Fakirs voll­kommen eingeschlossen war. Der Sarg wurde nun offen gelassen und auf einen Tisch gestellt.

In diesem Zustand verweilte Pedro Natiz volle vierundzwanzig Stunden. Während dieser Zeit hielten abwechselnd Mitglieder des Kontrollkomi­tees Wache neben dem eisigen Sarg des argenti­nischen Fakirs. Nach Ablauf dieser Frist wurde der Eisblock vorsichtig aufgetaut. Da lag Pedro Natiz mit blassem Gesicht, regungslos, der Körper hart und kalt. Nun wurde von den zwei Assistenten zu­nächst der Körper eine halbe Stunde energisch ge­rieben, dann erfolgte ein lauwarmes Bad, und eine halbe Stunde später war bereits Pedro Natiz bei vollem Bewußtsein.

Bekanntlich überstehen kaltblütige Tiere Ver­suche dieser Art ohne jeden Schaden. Mit Fröschen, Kröten, Krebsen und Skorpionen lassen sich solche eisige Experimente im Laboratorium ohne größere Schwierigkeiten durchführen. So oft ein warm­blütiges Tier, etwa ein Vogel, als Versuchsobjekt gewählt worden ist, endete das Experiment letal. An einen solchen Versuch mit Menschen haben sich bisher nur Romanschriftsteller in ihren phantasti­schen Märchen herangewagt. Nun ist ein solches Phantasiemärchen mit der tollkühnen Leistung Pedro Natiz zur Wirklichkeit geworden. Dieser er­klärt, die Versuche noch wiederholen zu wollen und behauptet, seine erstaunliche Fähigkeit bloß durch Schulung des Willens nach indischer Jogi-Art und durch jahrlang fortgesetztes Training erlangt zu haben.

worden ist. Im Zusammenhang mit dieser Splo- nageafärc ist noch ein pensionierter Hauptmann namens Rudniâi verhaftet worden.

vier Todesopfer eines Racheaktes

Avellino, 2. Sept. Die Blätter melden, daß in der Ortschaft Fuimara ein Bauernhaus, in dem ein Bauer, feine Frau und die beiden Kinder schliefen, in Brand gesteckt wurde. Die Einwohner konnten nur als verkohlte Leichen geborgen werden. Einige Personen, die der Tat verdächtig sind, wurden ver­haftet. Das Verbrechen wird auf einen Streit zu­rückgeführt.

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eine deutsche Luseusyacht fite ÄmevrSa

Die ViermastbarkHussar", die von der Germania-Werft in Kiel für amerl- kanische Auftraggeber gebaut wurde, machte kürz­lich ihre Uebergabe-Probsfahrt. Das Schiff besitzt diesel-elektrischen Antrieb und ist mit 3100 Tonnen Wasserverdrängung eine der größten Luxusyachten der Welt.

Die errLMSete Schwiegev- mutiev

_ Es ist gewiß kein alltäglicher Fall, daß eine: Schwiegermutter von ihrem Schwiegersohn entführt - wird, wie es kürzlich einer Frau Leduc aus Clai- wix im französischen Departement Oise geschah. Vor einigen Tagen hatte der Schwiegersohn Ler Dame, ein Mann namens Star, in Begleitung seiner Frau und eines Bauernknechts bei der Schwiegermutter vorgesprochen, mit dem Ersuchen, eine Abtretungs­urkunde zu unterzeichnen, die Star in den Besitz ihres Eigentums setzen sollte. Sie verweigerte aber die Unterschrift, und das ehrenwerte Trio mußte unver­richteter Dinge wieder abziehen. Die Drei erschienen später aber aufs neue und schlugen die Tür von Frau Leducs Schlafzimmer ein. Auf den Lärm kam der Inhaber des Hotels, in dem sie wohnte, herbei. Er wurde aber mit Schlägen empfangen und mußte sich zurückziehen. Während des Kampfes war Frau Leduc aus Angst aus dem Fenster des Schlafzimmers gesprungen und hatte Zuflucht in einem Groben ge­sucht. Sie wurde aber entdeckt, in ein Automobil ge­setzt und weggeschleppt. Die Gendarmen fanden sie später als Gefangene in einer benachbarten Villa wieder, wo sie ihr Schwiegersohn streng bewachte. Nach ihrer Befreiung erklärte sie auf der Polizei, daß Star und seine Frau die Absicht bekundet hätten, sie solange als Gefangene zu behandeln, bis sie ein Schriftstück unterzeichne, das chren Besitz dem Schwiegersohn zu einem lächerlich niedrigen Preis überließ. Star und seine Frau wurden verhaftet.:

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Für jedermann interessante Aufklärung über dieses Thema erhalten Sie in nachstehenden

Sabbathgottesdienst

vom 5. September 1931

Vorabend 6.43 Morgens 7.45 Minchah 5.00 Abends 7.50 Uhr.

Sonntag den 6. September

Morgens 5.30 Abends 6.30 Uhr

An den folgenden Tagen bis Donnerstag den 10. September einschl.

Morgens 5.45 Abends 6.30 Uhr

Freitag den 11. September

Morgens 5 Uhr

Gottesdienst an den Herbstfeier^aqen

Neujahrsfest 5692, 12. u. 13 Sept. 1931

Vorabend 6.30 Morgens 5.55Minchah 4.30 Abends 7.30 Uhr

Am 12. September: Predigt

Am 13. September: Vortrag 4 Uhr

Am 14. September: Falten Gedalja

Morgens 530 - Abends 6.15 (Nacht 7.22 Nhrl

Am 15.. 16., 17. u. 18. September

Morgens 5.45 Abends 6 Uhr

Am 19. September: Buhsabbath

Vorabend 6.15 Morgens 8.00 Minchah

4.30 Vortrag 4 Uhr

Sabbathausgang 7.20 Uhr

Am 20. September

Nüsttag zum Nersöhnungstage

Morgens 5.00 Minchah 8 Uhr

Am 2t. September: Versöhnungstag Morgens 5.55 Feltesausgang 7.07 Uhr

Am 22. bis einschl. 25. September

Morgens 6.15 Abends 6 Uhr

Ant 28 u. 27. September: Laubhüttenfest

Abends"? übt ^01065 ^ - Minchah 4.30

Am 26. September: Predigt

Am 28., 29., 30. September u. 1. Oktober-

Mitteifeiertage

Morgens 6.15 Abends 5.30 Uhr

Am 2. Oktober: Hausehanob rabbo

Morgens 6.10 Uhr

Am 3. u. 4. Oktober

Schlußfest und Gesetzesfreude

Vorabend 5.45 Morgens 7 45 Minchah 4.30 - Abends 6.45 Uhr Festerausgang 6.40 Uhr

Am 3. Oktober: Predigt

An den folgenden Wochentagen:

Morgens 6.15 - Abends 5.30 Uhr.

Lichtbilder- V ertragen:

am Freitag den 4. Septbr., abends 8^ Uhr, in Langenselbold, Gast­haus zum Adler, C. Schweinsberger

am Samstag den 5. Septbr., abends 8k Uhr, in Grossauheim, Gast­haus zum Stern 3756

am Montag den 7. Septbr., abends 8l/t Uhr, in Hanau, Gasthaus zum Sängerheim, kleiner Saal.

Eintritt frei Jugendliche haben keinenZutritt

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MM MMIMOW Bekanntmachung.

Auf die in Nr. 35 des Regierungs-Amts­blattes vom 29. 8. 1931 veröffentlichte Be­kanntmachung des Herrn Oberpräsidenten vom 15. 8. 1931, betr. Neuwahlen zur Landwirt­schaftskammer für den Regierungsbezirk Kassel, weise ich bin. Der Wahlbezirk Hanau umfaßt den Stadt- und den Landkreis Hanau. Der Wahltag ist auf den 8. November 1931 fest­gesetzt. Die Wahlvorschläge, die den Bestim­mungen der §§ 12 ff. der Wahlordnung für die Landwirtschaftskammern vom 6. Januar 5 fl21 (G. 6. S. 44) entsprechen müssen, sind gemäß § 13 o. a. O. bis spätestens am 27. September 1931 bei mir einzureichen. Spä- ter eingehende Wahlvorschläge sind ungültig. I Hanau den 2. September 1931. 50

1 Der Wahlkomtnissar: Kaiser, Landrat.

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