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Dienstag, den 25. August 1931
Nr. 198
Die Leiche im Luftballon
Ein sensationelles Verbrechen aufgeklärt
Ein Verbrechen, das selbst für amerikanische Verhältnisse sensationell anmutet, ist dieser Tage aufgeklärt worden. Vor etwa vierzehn Tagen fuhr ein Motorradfahrer auf der Straße nach der Stadt Virginia. Während der Fahrt sah er einen großen Luftballon, dessen Korb sich in den Zweigen eines Baumes verfangen hatte. Der Motorradfahrer, der neugierig auf den Inhalt des Korbes war, kletterte kurzentfchlossen an dem Baum empor, bis er zu dem Ballonkorb gelangte. Zu seinem Entsetzen sah er auf dem Boden des Korbes die Leiche einer Frau, die in einer Blutlache lag. Sofort fuhr der Motorradfahrer zur nächsten Ortschaft, wo er die Polizei verständige. Die Polizei begab sich sofort zu dem bezeichneten Ort, die Leiche wurde aus dem Korb genommen und mit dem Poftzeiauto abtrons- portiert. Die Obduktion ergab, daß die Frau durch Mei Revolvcrschüffe, die aus nächster Nähe obgefeuert worden sind, getötet worden war. Ein Selbstmord erschien ausgeschlossen. Die Tote war elegant gekleidet, ihre Wäsche wies das Monogramm E. W. auf. Das waren alle Indizien, die vorhanden waren. Man montierte den Korb ab
und untersuchte diesen genau. Dabei fand man, daß der Ballon noch keine lange Strecke zurückgelegt haben dürfte, und so begann man mit der Untersuchung in Virginia. Nach manchen Mißgriffen
ach manchen Mißgriffen nahm man einen ehemaligen Kapitän namens Ratcliff näher unter die Lupe. Dieser Mann war während des Krieges Militärflieger, er besaß einen eigenen Ballon. Als man ihn aus der Villa in
-Virginia abholen wollte, hörte man, daß er seit mehreren Tagen verschwunden war, und auch sein Diener konnte keine Auskunft geben. Im Verhör konnte der Diener nur angeben, daß der Kapitän an dem fraglichen Tage seine Villa in Gesellschaft einer freunden Dame verlassen hatte. Inzwischen war es aber gelungen, die Personalien der Ermordeten zu vermitteln. Es war eine Witwe namens Wheeler, und das Dienstmädchen des Opfers gab an, daß die Dame mit dem Kapitän befreundet war, mit dem sie auch eine längere Autofahrt hatte unternehmen wollen. Nunmehr hat sich der Kapitän der Polizei freiwillig gestellt und ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er hat ausgesagt, daß er während der Autofahrt eine Streitigkeit mit seiner Freundin gehabt und in einem Wutausbruch zwei Schüsse auf die bedauernswerte Frau cckgegeben hätte. Mit der Leiche fuhr er zu der Halle, wo er seinen Luftballon aufbewahrt hatte. Er wußte sich keinen anderen Rat, als die Leiche in die Gondel zu heben und wenige Minuten später flog dieser merkwürdige Sarg mit unbekanntem Ziel davon. Der Kapitän hatte nicht damit gerechnet, daß der Ballon in der Nähe aufgehalten werden könnte, er hatte vielmehr gehofft, daß der fliegende Sarg in eine Gegend abgetrieben würde, wo man die Tote erst spät oder gar nicht gefunden hätte.
Bei des D-tzi-veuaebett evmovdet
Die Apachen scheinen noch heute ihrem Ruf Ehre zu machen, wie ein Vorfall beweist, der sich kürzlich
der diesem Jndianerstamm zugewiesenen Reser- h^tt tS^si^LiâStt MMâLWLÜâtLLL ion ereignet hat. Die dreiundzw.- ;|RB(B"^IÄI»|ÄB^IBMJ
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Studentin der Universität Columbia Henriette Schmerler weilte dort, um für ihre Doktorarbeit ihre Sitten und Gebräuche zu studieren. Doch war sie über den Charkter des Volkes wenig unterrichtet und konnte sich feine Sympathien nicht erringen, so daß sie noch am 4. Juli die Hilfe eines befreundeten Anthropologen zur Erlangung von Photographien der Zeremonie des Teufeltanzes in Anspruch nehmen mußte. Später fand man sie in einer Schlucht beim alten Fort Apache ermordet auf, nahe dem Friedhof, wo man vor 50 Jahren die im Kampf gegen die Indianer gefallenen Soldaten begraben hatte. Man nimmt an, daß die Tat an einem Samstag abend geschehen war, da gerade dann die Indianer sich an alkoholischen Getränken gütlich tun, in die sie die stark berauschende Nimsonwurzel mit e'mkochen. Wahrscheinlich fiel das Mädchen dort den erbitterten Indianern in die Hände und wurde ein Opfer ihres Wissensdurstes und des Durstes der Rothäute.
Die Landvolkzeitung stellt ihr Erscheinen ein
in
Itzehoe, 24. Aug. In einer am Samstag Heide abgehaltenen Gescllschaftsversammlung der Landvolkstageszeitung G. m. b. H. Itzehoe wurde beschlossen, die Zeitung „Das Landvolk" eingehen zu lassen. Der Beschluß wurde in Abwesenheit des
bekannten Landvolkführers Ramsens (Tetenbuell) gefaßt, der gegenwärtig — ebenso wie übrigens auch der Hauptschristleiter der Zeitung Kuehl — eine Freiheitsstrafe in Flensburg verbüßt. Die Zeitung „Das Landvolk" stand nach sechswöchigem Verbot jetzt wieder vor dem Erscheinen.
Finanzschwierigkeilen in der Steiermark
Wien, 24. Aug. Wie die Blätter melden, erklärte der Landeshauptmann der Steiermark, Rintelen, einer bei ihm vorsprechenden Beamtenabordnung, daß am 1. September den steierischen Landesbeamten und Lehrer» nur 70 Prozent ihres Gehaltes werde bezahlt werden können. Der Rest solle Verlaufe des Monats nachgezahlt werden. Finanzlage des Landes sei außerordentlich
im Die un-
günstig.
3m Staubecken verunglückt — Drei Tote
Stockholm. 23. Aug. Ein entsetzliches Unglück, das drei Menschenleben forderte, ereignete sich heute in einem Staubecken des Elektrizitätswerks Karsefors bei Laholm in Südschweden. Ein Herr war mit zwei Damen zusammen in das seit einiger Zeit trocken gelegte Becken hinabgestiegen, um die Anlagen zu photographieren, als plötzlich die Schleuse geöffnet wurde und eine gewaltige Wassermenge die drei Menschen mit sich riß. Alle drei käme» in den Fluten um.
Schreckenstat eines tschechoslowakischen Gendarmeriekapitäns
Prag. 22. Aug. Aus Preßburg wird gemeldet, daß der Gendarmeriekapitän Joseph Sluka, gegen den ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde, den Oberstleutnant Franz Dittrich, einen höheren Offizier des Gendarmeriekommandos, niedergeschossen und sich selbst eine schwere Schußverletzung beigebracht habe. Sluka war zweimal zu Oberstleutnant Dittrich gekommen, um in die
Sov 125 Zabveu wurde der VuGhSudiev Valm von den Krauzo-eu evschoften
Die Erschießung Palms in Braunau nach einem zeiigen. Gemälde
Vor 125 Jahren, am 26. August 1806, wurde in Braunau am Inn der Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm von napoleonischen Truppen erschossen, weil er nationale Schriften verlegt hatte. Diese Hinrichtung erregte seinerzeit in ganz Deutschland einen Sturm der Entrüstung: Palm wurde als Märtyrer der deutschen Sache gegen Napoleon gefeiert.
Akten seines Disziplinarprozesses Einsicht zu nehmen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß er beim Anhören der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen in einen Zustand derartiger psychischer Erregung geriet, daß er, seiner Sinne nicht mehr mächtig, den nichts ahnenden Vorgesetzten niederschoß.
verheerendes Unwetter in Südslawien
Belgrad, 22. Aug. Die nördlichen Teile des Landes wurden gestern von einem Orkan heimgesucht. Besonders in der ehemals ungarischen Stadt Groß-Becskerek wütete der Sturm mit unheimlicher Gewalt. Etwa 150 Häuser wurden beschädigt. Mehrere kleinere Brände in dem betreffenden Gebiet nahmen infolge Funkenfluges große Ausdehnung an. Eine in der Nachbarschaft von Groß- Becskerek gelegene Ortschaft ist durch eine Feuersbrunst fast vollständig eingeäschert worden.
Die BeVrtfsvsvLvâms
Einen guten Ueberblick über die soziale und
wirtschaftliche Lage der weiblichen Angestellten gibt der Arbeitsbericht des Verbandes der weiblichen Handels- und Büroangestellten, (VWA) für die Jahre 1927—30 herausgegeben anläßlich der Hauptversammlung des VWA am 5.—7. September d. I. in Eisenach. — Der erste Teil beleuchtet.die Gesamtlage und zeigt die grundsätzliche, standespolitische Arbeit des Verbandes für seinen Kreis und für die Gesamtheit. Die Steigerung der Mitgliederzahl von 72 124 Ende 1927 auf 94 138 Ende Juni 1931 ist bedeutend. Interessant ist die Verteilung auf die einzelnen Altersstufen. Die Stellenlosigkeit der Mitglieder stieg von 3,8 Pvoz. 1927 auf 13,8 Proz. Ende Juni 1931. An Stellenlosenunterstützung wurden in der Berichtszeit 634 068 Mark bezahlt; allein im Jahre 1930 war die Stellenlosenunterstützung 297 528 Mark, dazu an besonderen Unterstützungen noch 64 239 Mark. Die vorzügliche Stellenvermittlung des VWA. ist in allen größeren Städten bekannt. In der Berichtszeit wurden 63 821 Stellen vermittelt. Der Rechtsschutz des VWA. gab in großem Umfange Aufklärung, Rat und Vertretung in Rechtsangelegenheiten. 1930 wurden 68101 Auskünfte gegeben, 23 003 Fälle und 1881 Klagen bearbeitet. Einen bedeutenden Platz hat das berufliche Bildungswesen und die Jugendarbeit, ebenso Sozialpolitik und Arbeitsrecht in der Verbandsarbeit und in diesem Bericht. In dem wirtschaftspolitischen Teil sehen wir u. a. die bekannten Bestrebungen des Verbandes, die überhöhten Steuern für Berufstätige abzuwehren (Ledigensteuer, Krisensteuer). Ein besonderes Kapitel von allgemeinem Interesse ist der Wirkung von Rationalisierungsmethoden in Bürobetrieben auf die Menschenkraft gewidmet. — Unter Tarifpolitik ist die schwierige gehaltspolitische Lage behandelt. Die Zahl der vomVWA. abgeschlossenen Tarifverträge stieg von 637 auf 868. Bemerkenswert ist, daß die Zahl der durch freie Vereinbarung abgeschlossenen Verträge bedeutend höher ist, als vielfach angenommen wird.
So sind 1930 von 104 neu abgeschlossenen Manteltarifverträgen nur 14 durch Schiedsspruch, von 159 Gehaltsabkommen 54 durch Schiedsspruch zustande gekommen. Die Differenz zwischen den Gehältern männlicher und weiblicher Angestellter konnte noch in einigen Verträgen vermindert werden, 139 Tarifverträge zeigen gleiche Gehälter. Interessant ist die ausführliche Darstellung über den Stand des Urlaubs.
(Der Arbeitsbericht ist vom VWA., Berlin-Wilmersdorf, Kaiserallee 25 und von dessen Geschäftsstellen im Reich zu beziehen).
Laie« - nicht Tinte!
Zum 25. Todestag von Wax Lyth am 25. August
Das war fein Losungswort: Taten — nicht Tinte! Und ein Vierteljahrhundert lang widmete sich Max Eyth getreu diesem Satze in rastlosem Eifer der Verbreitung des Dampfpfluges in allen Weltteilen. Die folgenden 15 Jahre seines Lebens weihte er dann der Gründung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, ihrer Leitung und der Industrialisierung des Ackerbaues. Schließlich nutzte er sein letztes Jahrzehnt zur Schöpfung unvergäng- licher Dichtwerke. Mit ihnen hat Eyth am frühesten und am entschiedensten bie Frage bejaht, ob es
zwischen Poesie und Technik eine Gemeinschaft gäbe.
Dieses Problem beschäftigte ihn natürlich schon früher, selbst während der Lehrzeit in Heilbronn, die sich den flott verlebten Studentenfahren an der Polytechnischen Schule — der späteren Technischen Hochschule — in Stuttgart unmittelbar anschloß. Allzu große Mühe hatte es den jungen Eyth — er war am 6. Mai 1836 in Kirchheim a. T. geboren — nicht gekostet, den Vater von seinem ursprünglichen Plan abzubringen. Wie er, ja wie auch schon der Großvater, sollte der Sproß des alten Philologengeschlechtes die Professorenlaufbahn einschla- geu. Des Jungen Sinn aber mar auf Mathematik und Technik gerichtet. Nach kurzem Zögern ließ ihn der verständige Vater denn auch gewähren. Und noch in der Lehrpraxis entstanden die „Lieder am Schraubstock" als erste Frucht seiner für jene Zeit völlig neuartigen Poesie. Von Heilbronn wandte sich Eyth nach Berg, reifte für seine Firma 1860 nach Paris und begab sich dann auf Wanderschaft.
Am Rhein entlang gings, nach Belgien bog er ein und schließlich kam er nach England. Hier lerntcertnyeeösmrpDerg^
Royal Agricultural-society den Erfinder des Dampfpfluges kennen: John Fowler. Der wiederum fand Interesse an dem aufgeweckten jungen Mann und stellte ihn als Ingenieur ein. Nicht lange währte es und Eyth erfand einige maschinelle Verbesserungen des Pfluges. In dankbarer Anerkennung -vertraute ihm Fowler nun die Vertretung feiner Firma in London an, sandte ihn dann mit einigen Dampfpflügen nach Ostindien und beauftragte Eyth, gelegentlich der Durchreise in Aegypten eine Reihe der dort gelieferten Maschinen zu überprüfen. Vizekönig Halim Pascha strebte hier in kluger Voraussicht eine Industrialisierung der Landwirtschaft an und hatte Fowler schon viele große Aufträge erteilt.
Als Eyth in Aegypten prüfte und reparierte, beobachtete ihn der Vizekönig eines Tages und es dauerte nicht lange, so öffnete sich Eyth hier ein weiter Wirkungskreis. Von 1863 bis 1866 leitete er die gesamten agrikulturellen und industriellen Unternehmungen des Landes. Mit achtunggebietender Tatkraft betrieb er von der Residenz des Vize-königs aus die wirtschaftlich technische Reorganisation Aegyptens. Finanzielle Schwierigkeiten Halim Paschas erst setzten den großzügigen Reformbestrebungen ein Ziel.
Eyth ließ sich dadurch nicht entmutigen. Zunächst sorgte er in Amerika für die Verbreitung des Fowlerschen Dampfpfluges. Hier konstruierte er auch einen Pflug für Zuckerkultur. Dann widmete er sich in Belgien, England, Frankreich, Oesterreich, Deutschland, auf Trinidad und wiederum in Aegypten immer weiterer Ausbreitung der Dampfpflug- Kultur. Reisen nach Rußland, Spanien, Italien, Panama, Algier, Rumänien und der Türkei galten gleichem Zweck.
Schließlich aber löste Eyth seine Beziehungen zu Fowler, wandte sich nach Deutschland zurück, um hier von Bonn aus 1885 die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft ins Leben zu rufen. Ihre Organisation, die Geschäftsführung, zahlreiche Ausstellungen im gesamten Reichsgebiet nahmen seine Kraft gänzlich in Anspruch. Erst 1896 legte er die Leitung der Gesellschaft nieder, um sich nun in die schwäbische Heimat zurückzuziehen. Noch aber dachte Eyth nicht daran, nach den zahlreichen Ehrungen — er war Geheimrat geworden, hatte das Adelsprädikat. Ehrendoktortitel und viele Orden erhalten — müßig dahin zu leben. Dichterisches Schaffen bildete jetzt seinen neuen Lebensinhalt. So entstanden bie Skizzen aus dem Tagebuch eines Ingenieurs „Hinter Pflug und Schraubstock", entstand fein bedeutendstes Werk", der phantasievolle technisch-archäologische Roman „Der Kampf um die Cheobspyramide", in dem auch Eyths Humor trefflich zum Ausdruck kommt. Neben dem Geschichtenbuch „Feierstunden", der dreibändigen Briefsamm- lung „Im Strom unserer Zeit" schrieb Eyth auch noch zwei historische Romane „Mönch und Landsknecht" und „Der Schneider von Ulm", anschauliche Schilderungen aus der Vergangenheit seiner schwäbischen Heimat. So gab uns der Mann des Dampfpfluges, der landwirtschaftliche Organisator, die technische Dichtung und leitete damit eine neue literarische Epoche ein.
MnSevseütt-e in Kmba
wozu die Neger gut sind
Kuba, die von der Natur so gesegnete Insel — mit ihren 114 000 Quabrattilomtr. übrigens recht ansehnlich — ist seit der Entdeckung Westindiens als Spielball fremder Mächte nicht zur Ruhe gekommen. Zuerst waren es die eingeborenen Neger, die in den Kämpfen gegen die spanischen Eindringlinge verbluteten, dann waren es deren Nachkommen, die Mulatten und Kreolen, die in ständigem Gegensatz zu der Regierung standen, weil sie gegenüber den reinblütigen Spaniern stark benachteiligt wurden, und schließlich gerieten die Kubaner aller Farben vom Regen in die Traufe, als sie sich 1898 mit Hilfe der Amerikaner vom spanischen Joche befreiten, um gleich ein neues, das amerikanische auf sich zu nehmen. Nur eines hatte sich geändert: wenn auch die neuen Herren bald darauf verzichteten, ihre Herrschaft in politische Formen zu kleiden, ihre unsichtbaren Fesseln aus Gold waren umso fühlbarer. Sie konnten sich umso leichter behaupten, als die von außen immer wieder gestörte Entwicklung der kubanische^ Bevölkerung kein harmonisches Zusammenwirken der verschiedenen Elemente hatte auskommen lassen. Die Kubaner hatten sich zu ihrem eigenen Schaden in verschiedene Schichten gespalten, die gegenseitig einander vorbeilebten. Es ist wahr, man trägt kein Bedenken, die Neger und dunklen Mulatten im Heer, in der Industrie, in der Verwaltung zu beschäftigen, aber sonst gelten sie der hellfarbigen und weißen Oberschicht als eine Rasse zweiten Ranges. Die Amerikaner, die eigentlichen Beherrscher des Landes, fühlen sich natürlich über die Kubaner aller Farben erhaben, wobei die Stufenleiter der Verachtung bestimmt wird von dem Prozentsatz an Schwarz in der Hautfarbe.
In den Arbeitervierteln amerikanischer Industriegesellschaften werden die amerikanischen Arbeiter von den weißen und farbigen Kubanern und diese wieder unter sich säuberlich getrennt! Auf bet untersten Gesellschaftsstufe stehen natürlich die Neger, denen von den Amerikanern jede Möglichkeit des Aufstiegs brutal verwehrt wird. Nicht einmal Boys können sie in Hotels werden, die Amerikanern gehören. Auf der anderen Seite sind sie jedoch gut genug, um als Bollwerk gegen die Gefahr einer Radikalisierung der Volksmassen durch zuströmende spanische und jüdische Einwanderer zu dienen. Hauptsächlich aus diesem Grunde haben die Zuckerindustriellen in den letzten Jahren mehr ole 60 000 Neger niedrigster Kulturstufe aus Haiti und Jamaica geholt. Uebrigens ein Schulfall modernen Sklavenhandels, der sich würdig dem kürzlich entdeckten nigerischen zur Seite stellt. Die Plantagenbesitzer zahlen den „Werbeagenten" 60 bis 100 M je Neger und werfen diesen für die harte Arbeit m den Plantagen und Fabriken, wo es keinen Achtstundentag gibt, 2 bis 3 Mark hin.
Grauenhaft sind die Arbeiterbaracken, in denen sie zusammengepfercht merken; es genügt zu sagen, daß man Polizeiposten aufgestellt hat, um Fluchtversuche zu verhindern. So züchtet man in Kuba den Rassenhaß! Die jetzigen Unruhen haben natürlich wirtschaftliche Ursachen, die ja zur Gen^Mbe- kannt sind und im übrigen denen unseres W schaftskrise sehr gleichen, denn wie z. T. l_W » handelt es sich auch dort um die Notweü^viâ
eine übermäßig aufgeblähte Produktion x-pM losigkeit und bitteres Elend der unteren Volku.lsWâ ten. Sie sollen die Folgen der bisherigen M» und Ueberwirtschaft ihrer „Beschützer" büßen de M das wollen sie begreiflicherweise nicht. Es ist bF möglich, daß diese Gegensätze nach außen einokeM gleichung nach innen unter den verschist eM Volksschichten herbeiführen helfen. 2edlMM nimmt die kubanische Intelligenz, und vor W die Studenten, mit dem Volke Partei gegen W General Machado, der eine amerikanische KreM ist. Und wenn gar die weißen Spanierinnen lieber einen Mulatten heiraten als einen blonden ab aus USA., so wird das zwar das Ringen M Macht in Kuba nicht entscheiden, ist aber W
gen die als
bezeichnendes Symptom zu werten.
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Leistungen des deutschen Flugverkehrs im Jahre 1930.
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Der deutsche Flugverkehr hat im Jahre 19$° im Gegensatz zu der Entwicklung des Eisenbahn^ und Schiffsverkehrs, sowie zu der allgemeinen un günstigen konjunkturellen Entwicklung einen lichen Aufschwung genommen, der umsomehr W tung verdient, da im Jahre 1929 infolge starrer Kürzung der Reichsbeihilfen der Flugdienst der ore deutschen Gesellschaften, die Linienverkehr betreiben« nicht in vollem Umfang aufrecht erhalten weroei konnte. Es hat sich gezeigt, daß das FlugMS steigendem Maße für die Beförderung von Gepa» und Post verwendet wird, während die BenutzE durch Fluggäste in den letzten Jahren eine rualau fige Tendenz zeigte. Es ist schwer zu erkennen, ° letzteres allein eine Folge der Wirtschaftskrise wa , die vielen die Benutzung des immerhin kostspielige Flugzeuges verbot, oder ob die immerhin noch fig vorkommenden Flugzeugunfälle dazu beigetrage haben, der aufkeimenden Begeisterung für das gen einen starken Dämpfer zu geben. Der Personen verkehr ist nach der Zahl der beförderten F^ggal etwa um ein Fünftel, nach der psrsonenkilometrijch^ Leistung etwa um ein Sechstel zurückgegangen. etwas geringere Rückgang der personenkilometnM Leistung ist darauf zurückzuführen, daß die nuttu Beförderungsweite von Jahr zu Jahr zunimmt. Do- Flugzeug wird damit, wie es seiner Bedeutung I auch entspricht, zum Verkehrsmittel für langer Strecken. Im Jahre 1928 betrug die durchschnitt^ Reiseweite 238 Kilometer, 1929 stieg sie aus Kilometer und erreichte 1930 254 Kilometer.^ gleiche Erscheinung ist im Frachten- und Gepackoe kehr festzustellen. Hier betrug die mittlere Best derungsweise 340 Mn. 1928, 1929 stieg sie M Kilometer und ercrichte 1930 sogar 375 Kilometè - Eine Ausnahme bildet die Post. Hier ist der durch schmEiche Luftweg nicht gestiegen, sondern 1” wieder auf den Standpunkt von 1928 zurückgegan gen, und zwar betrug er 395 Kilometer. Das o weist, daß bie Post im Interesse einer stärkeren Au Nutzung der Anschlußmöglichkeiten an den Verrey der anderen Verkehrsmittel sich bei der Beförderung auf kürzeren «strecken, auf den sogen. Teilstrecken, in steigendem Maße des Flugzeugs bedient.
Den stärksten Flugverkehr brachte der August In dieser Zeit wurden 1 729 700 Flugkilometer 3“ rückgelegt, 18 726 Fluggäste befördert und die 3