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Ar. W5

Freitag den 2t Augast 1931

Selke 5

miengeldèr für sich behielt. Als die Sache ruchbar wurden, ging Herbst nach Frankfurt, wo er jetzt erhoffet wurde.

Aus KvauSfurt a. M

liegen fahrlässiger Tötung des Bruders verurteilt

An der Kreuzung ScharnhorststraßeGutleut- straße passierte am 28. Mai ein Unglückfall, der einem 8jährigen Buben das Leben kostete. Der Fall liegt besonders tragisch, als der erwachsene Bruder 1 des Jungen, der Hilfsarbeiter Albert Steiniger das Verschulden an dem Tod des Kindes trifft, wie jetzt festgestellt wurde. Der Hilfsarbeiter kam aus seinem Rad vom Walde über die Wilhelmsbrücke gefahren und hatte vorne auf dem Rade den Buben sitzen. St., ein Mann Ende der Zwanziger, sammelte im Stadtwald Tannenzapfen und trug diese in einem Sack auf dem Rücken. Er mußte also, da er das Kind auf der Lenkstange ssitzen hatte, daraus achten, die Balanze zu halten. In der Scharn- horststraße hielt St. mit dem Rad am Bürgersteig an und hatte den einen Fuß auf dem Trottoir. Um diese Zeit kam aus der Gutleutstraße ein Omnibus gefahren, der einen Anhänger hatte. Es handelte sich um eine Veâchsfahrt der Stadt, weil man ausprobieren woM, ob man einen Omnibus wie er hierorts zur Personenbeförderung benutzt wird, auch mit einem Anhänger benutzen kann. Der Om­nibus kam an dem Radfahrer glatt vorbei, aber von dem Anhänger wurde das Kind erfaßt und über­fahren. Schon nach wenigen Minuten war es tot. Gegen St. mürbe auf Grund des Befunds Anzeige wegen fahrlässiger Tötung erhoben. In der Ver­handlung gab St. an, daß er auf der rechten Straßenseite hielt und nicht gesehen habe, daß der Omnibus noch einen Anhänger hatte, von dem er dann angefahren worden sei. Zeugenaussagen und Bildausnahknen ergaben die Unrichtigkeit dieser Darstellung. Als der Omnibus an ihm vorbeifuhr, glaubte der Angeklagte freie Bahn zu haben. In dieser Meinung stieß er mit bem Rad vom Rinn­stein ab und kam mit seiner Last zu weit nach links, wobei er ins Schwanken geriet. Der Unfall ist darauf zurückzuführen, daß der Angeklagte vor der Abfahrt nicht umsah und sich vergewisserte, ob nicht ein Fuhrwerk hinter ihm komme. Wenn er auch nicht annehmen konnte, daß der Omnibus einen Anhänger habe, so mußte er doch damit rechnen, daß ein anderes Fuhrwerk herankam. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt. Zwei Monate Gefängnis waren beantragt. Das Gericht war der Ansicht, daß der Beschuldigte schon durch den Verlust seines Bru­ders schwer genug getroffen sei und räumte dem Beschuldigten eine dreijährige Strafaussetzung ein.

Wegen Unterschlagung von Versicherungsprämien verhaftet

: Unter der Anschuldigung, Versicherungsprä­mien in Höhe von 8000 RM unterschlagen zu haben, wurde der Versicherungsagent Herbst ver­haftet. Herbst, ein früherer Werkmeister des Himmelbach-Sägewerks in Nidda (Oberhessen), hatte zuletzt in Eichelsdorf bei Nidda gewohnt und von dort aus für verchiedene Versicherungsgesell­schaften Agentendienste geleistet, wobei er die Prä-

LtaUenischev ««bulMistbesu» in «fei

Das SchulschiffChristosero Colombo" bei der Einfahrt in den Kieler Hafen

Zwei italienische SchulschiffeAmerigo Vespucci" undChristosero Colombo" sind zu einem Besuch der Reichsmarine in Kiel eingelaufen. Die beiden Dreimaster, die über die modernsten Dieselmotoren verfügen, bilden einen romantischen Gegensatz gegen die nüchternen modernen Dampfschiffe, die gegenwärtig im Kieler Hafen liegen.

Der âösZßs der ßrauzSMche« Mttter wett im Saßeuviertet ermordet

Dandenkrieg in Marseille

Er durfte sich mit Al Capone und Jack Dia­mond messen, was Berühmtheit anbelangt; auch er war einer der großen Könige der Unterwelt, be­rüchtigt wegen seiner Gefährlichkeit und Uner­schrockenheit und gefürchtet wegen seiner Macht, die er rücksichtslos ausübte. Man wußte, daß er viele Feinde hatte, und ebenso wußte man, daß er nicht lange zögerte, wenn es darum ging, einen unbe­quem gewordenen Feind um die Ecke zu bringen. Seine Anhänger gehorchten ihm aufs Wort. Wenn es galt zu rächen, waren sie da. Ohne Wortwechsel. Ohne Verständigung. Ein Schuß krachte. Oder ein Dolchstoß wurde geführt. Der Widersacher sank mit einem Auffchrei zuBoden. Er schwieg für im­mer. $

And ähnlich wie bei Eaponc und Diamond stand auch hier die Polizei einer unlösbaren Ausgabe gegenüber

Wiewohl sie wußte, wer den Mord inszeniert hatte

Ixvieiuuyt |ie ivußie, Iver und wem die Anstiftung

zuzuschreiben war, sie

Sandbach-Damm bei Eschollbrücken in Augenschein genommen. Der Staatspräsident unterhielt sich längere Zeit mit dem Bürgermeister von Escholl- brücken über die Frage, wie die jetzigen Schäden behoben und weitere für die Zukunft verhütet wer- den können. Er nahm gleichzeitig Gelegenheit, der Schutzpolizei und den freiwilligen Nothelfern für ihre vorzügliche und schnelle Hilfe seinen wärmsten Dank auszusprechen. Die Besichtigungsfahrt führte dann das Modautal hinauf. Wie mir erfahren, sind zur Stützung des Süddammes des Sand­baches ca. 3000 Doppelzentner Sandsäcke verwandt worden. Die Bruchstelle hat sich infolge der starken Regengüsse der vergangenen Nacht noch etwas er­weitert. Nach den Feststellungen des Wetterdienstes ist in den entscheidenden Tagen innerhalb von 48 Stunden die beträchtliche Wassermenge von 56 Millimetern niedergegangen. Der Pegel der Modau in Eberstadt, der während der Flutwelle auf 2.55 Meter stand, ging am Mittwoch abend auf 1.75 Meter und am Donnerstag mittag auf 1.20 Meter zurück, so daß eine Gefahr zunächst nicht mehr besteht.

Schwerer Sturz beim Obstpflücken

Eberstadt, 20. Aug. Ein im Weinweg woh­nender junger Mann war mit Obstpflücken be­schäftigt. Dabei brach die Leiter plötzlich mitten durch, und der Landwirt stürzte zu Boden. Er trug dabei 5 Rippenbrüche und einen Armbruch davon. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus trans» portiert.

Folgen des Hochwassers

Pfungstadt, 20. Aug. In eine überraschende Lage kam gestern abend die Gastwirtswitwe Böttiger in der Pfarrgasse. Als sie über, den Hof ihres Anwesens ging, gab der Boden plötzlich nach, und es entstand ein etwa 2 Meter tiefes Loch, in das die Frau hineinstürzte. Die Bruchstelle füllte sich sofort mit Wasser, und Nachbarn mußten die Frau schleunigst aus der Grube befreien. Der Einbruch dürfte wohl auf eine Unterwaschung durch das Hochwasser der letzten Tage zurückzu­führen sein.

g die Regen- für Sin paar Stunden aufgehört hatten, zog ch eine Stunde vor Mitternacht über dem Main- al ein schweres Gewitter zusammen, das plötzlich lit elementarer Kraft losbrach. Gleichzeitig gingen wlkenbruchartige RSgemnassen nieder. Innerhalb unser Zett wurden 23 (!) Millimeter Regen ge- lesfon. Dazu tobte ein starker Sturm. In den ioronten wurden die Obstgärten stark heimgesucht. Teilweise wurden Bäume durch Blitzschlag ausein- Mdergerissen. Aus dem Sportplatz bei Enkheim wurde ein großer Eichenbaum vom Sturm ent­wurzelt und auf den Platz geschleudert. Im Fechen- heinrer bei Enkheim wurden starke Aeste von den Bäumen gerissen. In Bockenheim' wurden mehrere Pappeln entwurzelt. In Sachsenhausen wurde der Zaun eines Sportplatzes vom Sturm Hingerissen. 'In Nied schlug der Blitz mehrmals ein und zerstörte die Lichtleitung. Am Schesseleck stürzte ein aller Kaftaniienbaum um und drohte, die Gleise der Straßenbahn zu sperren..

Derlebende Leichnam" vor Gericht

: Vor'dem Schöffengericht in Höchst hatte sich am Donnerstag der 61jährige Händler Filler aus Nied wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu ver­antworten. Filler führt den BeinamenDer lebende Leichnam", weil er nämlich vor einiger Zeit, wie ^nals ausführlich berichtet, vorläufig mit Erfolg Selbstmord vorgetäuscht hatte. Um der bevorstehen­den Gerichtsverhandlung zu entgehen, legte er da- mais zwei Tage vor dem Termin einen Teil seiner ««fter am Main nieder und ging dann auf die Wanderschaft. Als später eine Leiche geländet wurde, oic man als die Fillers zu erkennen glaubte, wurde das gerichtliche Verfahren gegen Filler eingestellt. Dieser war inzwischen bis nach Regensburg ge­kommen, wo man ihn wegen eines weiteren Sittlich- keitsdeliktes verhaftete und wegen dieser Tat sowie wegen Führung eines falschen Namens zu drei Mo­naten Gefängnis verurteilte. Dann wurde er nach -lochst abgeschoben. Auf Befragen des Dorsitzen- wn ihr her Verhandlung am Donnerstag, warum er den Selbstmord vorgetäuscht ^habe, erklärte Filler, M er während des schönen Sommers lieber in den jayerischen Bergen als im Gefängis sein wollte, -vas Gericht Dénurf eilte denlobenden Leichnam" zu

Monaten Gefängnis.

Internationaler Scheckschwindler unter Anklage . ? Die Staatsanwaltschaft hat nunmehr gegen ; n aus Bukarest gebürtigen 30jährigen Marine- Mcmeur Richard' Hoffmann Anklage wegen ^heckdiebstahl und Scheckfälschung erhoben. Hoff- sdann ist Anfangs Juli, als er in der Depositen» al!e der Danatbank in der Kaiserstraße zwei ^ddellerschecks der American Expreß Co. über je 77 Dollars in deutsches Geld umwechseln lassen wollte, festgenommen worden. Man fand bei ihm

Scheckbuch mit weiteren gefälschten Schecks. Die Hecks rühren aus einem Diebstahl. Hoffmann hat m abenteuerliches Leben hinter sich und hielt sich wl im Ausland auf. Er dürfte mit einem inter« anonalen Scheckschwindlerkonsortium in ständiger vuylung gestanden haben.

Schaufensterbrand im Warenhaus

_ r In einem Schaufenster des Kaufhauses MWker auf her Zeil entstand am Donnerstag

mals nachweisen.

Kasimir Micheletti war der König der franzö­sischen Unterwell. Er kam von irgendwoher. Nie­mand wußte über seine Herkunft etwas Genaues. Er selbst hat niemals darüber gesprochen. Er be­herrschte die französische Sprache ebenso vollkom­men, wie ex fließend italienisch und spanisch sprach. Es hieß, er entstamme einer angesehenen Familie aus Budapest; seine Verwandten seien bekannte Politiker, Industrielle und Wissenschaftler. Mit 15 Jahren soll er aus dem Elternhaus davongelaufen sein und sich auf einem Amerikadampfer als billiger Passagier nach Buestos Aires durchgehungert haben.

Er wechselte ständig seinen Ramen und diesem Umstand war es wohl auch zuzuschrei­ben, daß sein Name nicht in jedermanns Munde geführt wurde. Jedenfalls läßt sich mit Bestimmt­heit sagen, daß er, bevor er den Schauplatz feiner

verbrecherischen Tätigkeit nach Marseille verlegte, viel in der Welt umhergereist war.

In London kannte man ihn unter dem Spitz­namenTerror of Soho". In Berlin hieß er der Knochenbrecher". Wo er sich aufhielt, wurde er zu einer üblen Berühmtheit. Er stahl, was ihm unter die Finger kam und war ein Betrüger ganz gro» ßen Formats. Das Glück war stets auf seiner Seite. Er wußte sich immer rechtzeitig den Schlin­gen der Polizei zu entziehen.

Die letzten Jahre verbrachte er in Frankreich. Im Hafenviertel von Marseille. Dort erreichte ihn auch das Schicksal. Polizeibeamte fanden ihn in einer dunklen Gasse auf.

Sein Oberkörper war von sechs Revolverkugeln durchbohrt

Er lag da, über und über mit Blut besudelt, das Gesicht häßlich verzerrt, die Augen stier nach oben gerichtet, selbst für die mit einem solchen Anblick vertrauten Polisten des Hafenviertels eine furcht­bare Entdeckung.

A«jMKbWJ! Zerârentarmner, Les staatlichen Krankenhauses eingeliefert und alsun­bekannt" registriert. Erst -den Nachforschungen der Kriminalpolizei gelang es, feine Person zu identifi­zieren. Es war Kasimir Micheletti. Er war

das Opfer seines gefährlichen Feindes Dede Lasse geworden.

Dieser hatte ihn bei einer zufälligen Begegnung in jener dunklen Gasse nach einem vorangegangenen Wortwechsel kurzerhand erschossen. Die Polizei konnte Lasse bis heute noch nicht ergreifen. Frag­lich, ob sie ihn jemals fassen wird; und wenn, so dürfte es ihr schwer werden, ihm den Mord nach­zuweisen. Denn auch Lasse versteht sich ausgezeich­net auf die Herbeischaffung eines lückenlosen Alibis. Nur fragt es sich, ob er es auch verstehen wird, sich vor der Rache der Anhänger des toten Micheletti in Sicherheit zu bringen. Nach den letzten Mel­dungen aus Marseille, sollen letztere bereits die Untertanen Casses von ihren Vergeltungsplänen verständigt haben.

abend nach Geschäftsschluß ein Brand. Die mit zwei Löschzügen anrückende Feuerwehr fand den Brand bereits gelöscht, so daß sie bald wieder ab« rücken konnte. Größerer Schaden entstand nicht, nur die Markise des Schaufensters war verbrannt. Vor dem Kaufhaus hatte sich beim Anrücken der Feuer­wehr eine so große Menschenmenge angesammelt, daß die Polizei Absperrungen vornehmen mußte.

Zusammenbruch eines nationalsozialistischen Verlages

: Die nationalsozialistischen Parteiorgane in Frankfurt a. M. und Wiesbaden, die bis zum 13. August verboten waren, sind auch in den seither verflossenen acht Tagen nicht erschienen. Wie die Frankfurter Zeitung" jetzt erfährt, ist das Wies­badener nationalsozialistische Zeitungsunternehmen, in dem die beiden Blätter, dasFrankfurter Volks­blatt" und dieRheinwacht" erschienen, zusammen­gebrochen. Ein Teil der Druckmaschinen soll bereits abtransportiert worden sein.

lichkeit verhandelt wurde, stand heute vor dem Er­weiterten Schöffengericht an. Der 26jährige in Biebrich wohnende Arbeiter Rudolf Graulich, der bis April 1930 bei der Firma Kalle in Biebrich beschäftigt war und " ........

Chemischen Werken

dann zwischendurch bei den

War wegen Verrats eine fremde Macht

zwölf Tage gearbeitet hatte, militärischer Geheimnisse an im Juli 1931 auf Grund des vom 3. Juli 1914 angeklagt. Untersuchungshaft vorgeführt,

Arts KM AAS Sern

Msvd ZK Dvereksbenhain

Dreieichenhain (Hessen), 20. Aug. Am Donnerstag mittag wurde die Ehefrau Marie Bardonner im Ziegenstall ihres Anwesens Frei- gasse 10 in einer großen Blutlache liegend tot auf­gefunden. Der Kopf der Leiche wies beträchtliche Schädelverlehungen auf, die mit einem harten Gegenstand beigebracht morden sein müssen. Da bisher kein Raub oder Diebstahl seskgesiellt werden konnte, nimmt man an, daß Frau Vardonner nach einem Streit getötet wurde oder daß ein Racheakt vorliegt. Rach Ansicht des medizinischen Gutachters muß die Tat ein bis zwei Stunden vor der Auf­findung der Leiche vor sich gegangen sein. Staats­anwaltschaft und Mordkommission weilen zurzeit am Tatort, um weitere Erhebungen anzustellen.

Degen Verrats militärischer Geheimnisse verurteilt

Wiesbaden, 20. Aug. Eine nicht alltägliche Klage,. die unter strengstem Ausschluß der Oeffent-

§ 6 des Gesetzes

Graulich, aus 'der u«iHtIu.Ml,

gab zu, um die fragliche Zeit in Metz bei einer französischen Nachrichtenstelle vorgesprochen zu haben, um Arbeit zu suchen, woselbst er über ver­schiedene Vorgänge gefragt wurde. Danach kamen ihm Bedenken. Er ging deshalb sofort, von Ge­wissensbissen gequält, zur nächsten deutschen Poli- zeistation und schilderte dort das Vorgefallene. Das Gericht verurteilte ihn zu vier Monaten Ge­fängnis unter Annahme mildernder Umstände, die das Gericht darin fand, daß er umgehend den deut­schen Behörden Meldung erstattet hatte. Die Un- tersuchungShaft wurde ihm angerechnet und der gegen ihn erlassene Haftbefehl' aufgehoben und Graulich sofort auf freien Fuß gesetzt.

Aeberfall auf einen Reichswehrsoldaken

Fulda, 20. Aug. Ein Reichswehrsoldat, der sich Mittwoch abend in Zivil in Begleitung eines Mädchens auf einem Spaziergang befand, wurde von Unbekannten proviziert,' die ihn und feine Begleiterin mit Schmutz bewarfen. Als sich der Soldat gegen die Angreifer wandte, wurde er durch einen Schlag auf den Hinterkopf und einen tiefen Schnitt unmittelbar unter dem rechten Auge erheblich verletzt. Der Soldat mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Es handelt sich allem An­schein nach um einen Racheakt.

Staatspräsident Adelung im Unwettergebiet 56 Riillimeker Regen

Darmstadt, 20. Aug. In Begleitung der Ministerialräte Morneweg und Ziegert, sowie Legationsrat Dr. Hahnemann besichtigte heute vor­mittag Staatspräsident Dr. Adelung das Un­wettergebiet im vorderen Odenwald. Besonders eingehend wurde unter Führung von Baurat Krause und Oberleutnant Knapp die Bruchstelle am

Drohbriefe an Wormser Polizisten

Worms, 20. Aug. Eine Anzahl Wormser Polizeibeamte erhielt dieser Tage Drohbriefe zuge­sandt, in denen den Beamten erklärt wird, daß jetzt die Geduld der Arbeiterschaft zu Ende sei. Sie würden unweigerlich an allen Beamten, die auf die Arbeitslosen einschlagen würden, Rache neh­men. Unterzeichnet sind die Briefe vomRoten Frontkämpferbund". Als Absender wurde der Hausfrauen-Verein" angegeben, der natürlich mit der Sache nicht im geringsten etwas zu tun hat. Die Polizeiverwaltung teilt dazu mit, daß die Be­amten angewiesen seien, jeden Versuch einer Ge­walttätigkeit gegen die öffentliche Ruhe und Ord­nung oder gegen die Beamten selbst sofort im Keim zu ersticken. Die Neugierigen werden gewarnt, fernzubleiben, wenn polizeiliches Einschreiten not­wendig werden sollte.

Blitzschlag vernichtet Scheune.

Osthofen (bei Worms), 20. Aug. Nachdem bereits am Tage heftige Regengüsse die Orts- straßen mit Wassermassen überschwemmt hatten, ging am Mittwoch abend gegen 23 Uhr ein außer- I ordentlich starkes Gewitter über Osthofen nieder. Der BUS Mug m die Mil ^ruchl und Heu bis obenauf gefüllte Scheune des Landwirts Blaß; die Scheune brannte vollständig nieder. Es gelang nur unter besonderen Anstrengungen, die angrenzen­den Scheunen vom Feuer zu verschonen. Der Schaden, der durch den Blitzschlag angerichtet

wurde, ist recht beträchtlich.

I Politische Schlägereien in Mainz

! Mainz, 20. Aug. Zwischen Stahlhelmern in

i Uniform, die von einer Beerdigung heimkehrten, und politischen Gegnern kam es Mittwoch abend

I in Mombach zu einer Schlägerei. Der Führer = der Mainzer Ortsgruppe des Stahlhelms, Staats- . anmalt Wolf, erhielt eine Stichverletzung in der . Nähe des Auges. Man brachte ihn ins Kranken- ) haus, das er aber nach ärztlicher Behandlung i wieder verlassen hat.

Beim Brand erstickt Die brennende Zigarette im Bett

Heidesheim (bei Mainz), 20. Aug. In dem Anwesen der Witwe Eschborn brach gestern ein Feuer aus, das vermutlich dadurch enfftand, daß der allein im Hause anwesende 39 Jahre alte Knecht Baumann sich mit einer brennenden Ziga­rette zu Bett legte. Das Feuer ergriff zuerst das Bett und dann die übrigen Gegenstände des Zim­mers. Als die Feuerwehr einträf, um den Brand zu löschen, fand sie den Knecht tot vor. Der Tod cheint aber nicht durch die Brandwunden, sondern durch Rauchvergiftung eingetreten zu sein. Der Brand selbst wurde rasch gelöscht.

Anwetter über dem Rahe-Tal

Bad Kreuznach, 20. Aug. Ueber Kreuznach und zahlreichen Ortschaften des Nahetals ging ein schweres Unwetter nieder, das von wolkenbruch­artigen Regenfällen begleitet mar. Die Zuflüsse der Nahe schwöllen stark an und richteten teilweise recht erheblichen Schaden an. Der Eller-, Gräsen- und Guldenbach sind über die Ufer getreten und haben das Gelände überschwemmt. In Gutenberg wurde oberhalb des Ortes eine Brücke von den reißenden Fluten fortgerissen. Den Einwohnern gelang es nur mit Mühe, das Vieh aus den tiefer» gelegenen Ställen zu bergen. Auch bei Spabrücken wurde eine Brücke fortgerissen. In Wallhausen wurde ein Schuppen zum Einsturz gebracht. Die Gewalt des Wassers war hier so stark, daß die Mauern am Bach teilweise eingerissen wurden. Auch in den Weinbergen wurde zum Teil großer Schaden angerichtet. Ein kleiner Steg in der Nähe des Kreuznacher Schlachthofes ist von den Fluten fortgetragen worden.

Zwei Autos stürzen eine Böschung hinab

Mannheim, 20. Aug. An der Ecke Dürer- and Schwindstraße stießen zwei Automobile zu- ammen. Der Zusammenprall war so heftig, daß 'eide Fahrzeuge die etwa drei Meter hohe Böschung hinuntergeschleudert wurden, wobei die längs der Böschung angebrachte Umzäunung um« gelegt wurde. Personen wurden wie durch ein Wunder nicht verletzt, dagegen beide Fahrzeuge erheblich beschädigt.

Verbot derRheinsront"

Speyer, 20. Aug. Die Regierung der Pfalz ' hat heute auf Grund eines den Reichskanzler ver­unglimpfenden Artikels die nationalsozialistische ZeitungRheinfront" auf die Dauer von acht