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18. AusE
1931
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* Pariser Informationen besagen, daß die Basler Sachverständigen Lie weitere Finanzhilfe für Deutschland von Sparmaßnahmen in Reich, Ländern und Gemeinden abhängig machen.
* In der gestrigen wurde an der' Politik geübt.
Die Schuldfrage
Sitzung des Reichskabinetts der Gemeinden starke Kritik
beim Eisenbahnunglück in
Steiermark ist noch nicht geklärt.
* Die Außenhandelsbilanz für Juli weist einen Ausfuhrüberschuß von 254 Millionen RM aus.
Die Saarländische Regierungskommission hat eine Notverordnung Herausgegöben, die sich gegen den Waffenmißbrauch richtet und hohe Strafen vorsieht. Für das Führen von Schußwaffen ist Gefängnis bis zu drei Jahren vorgesehen.
Di« Staatseinnahmen haben in den Vereinig- ten Staaten starke Einbußen zu verzeichnen. Allein die internen Einnahmen haben einen Rückgang von 600 Millionen Dollar aufzuweisen.
Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat den in Mülheim-Ruhr erscheinenden Mülheimer Generalanzeiger wegen Veröffentlichung eines Wahl- inserats zum Volksentscheid auf die Dauer von acht Tagen verboten.
In Mittel- und Ost-Texas wurden mehrere Erdstöße verspürt, der stärkste davon in Valentine. Auch aus Oaraca (Mexiko) wird ein schwerer Erdstoß gemeldet, bei dem eine größere Anzahl von Personen verletzt worden sein soll.
^mmrwwff „®o X 2" hat -• Vor.- rertüng für die Alpenüberquerung mit 40 Tonnen Belastung einen Höhenflug unternommen und da-
. eine Höhe von 3200 Metern erreicht. Diese Höhe . notwendig, um die Alpenpässe zu überfliegen. )er Flug nach Genua ist für die nächste Woche in Aussicht genommen.
is Eine große Polizeiaktion gegen die Kommu- iften in Dresden führte zur DeUhastung von 14 Irinnen. Zahlreiches belastendes Material wurde cschlcvgnahmt.
* Am Montag vormittag begann vor dem Kriegsgericht in Kowno unter Ausschluß der Oeffentlichkeit der Prozeß gegen Woldemaras und 23 seiner Anhänger.
Durch Selbstentzündung explodierte in Görz ein Depot von Explosivstoffen. Die diensttuende Wache wurde getötet und drei weitere Soldaten verwundet.
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Sir Hubert Wilkins „Nautilus" wird zunächst in Begleitung eines Robbenfängers eine Probefahrt nach dem Norden antreten. Wann der Start erfolgen wird, ist noch nicht bekannt. Gestern waren Wilkins und die Teilnehmer der Nautilus-Expedition die Ehrengäste bei einem von den Bergwerksbeamten gegebenen Essen.
* Die endgültige Entscheidung über die Wiedereröffnung Ler Wertpapierbörsen fällt heute nach- »Eag„ im preußische» Handelsministerium. Die
Z" will berichten können, daß die Börsen in diesem Monat geschlossen bleiben. Eine Wiedereröffnung sei bei normalem Wirtschaftsverlauf in der ersten Septemberwoche zu erwarten.
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infolge der freundschaftlichen Vermittlung Argentiniens haben die Staaten Columbia und Ecuador die Beziehungen wieder ausgenommen.
3n Maipu wurde heute früh ein schweres Grb= aus n "Zeichnet. Mähere Meldungen stehen noch
Em Zyklon hat in Paraguay schweren Schaden »»gerichtet. In Villa Rica und in anderen Gebieten Po etwa 400 Häuser zerstört worden. Man zählt »ehrere Tote und Hunderte von Verletzten. Der Verkehr ist unterbrochen.
- Ministerpräsident Laval ist in Vichy cinge- Änkt' m° er sich mehrere Tage aufzuhalten
- , $n das Treppenhaus des Leiters der Wohl- m,^?abtei.l,ung der Gemeindeverwaltung Dillingen fme Sprengbombe geworfen, die mit don- Knall explodierte. Die Bombe war »»^explosiblem Sprengstoff geladen. Es wurde kbi r ^H»den angerichtet, aber niemand ver- scheint sich um einen Racheakt zu handeln.
0 '^* h»t sofort mit den Ermittlungen be- ge ^n und bereits fünf Verhaftungen vor-
•) Näheres stehe im politischen Teil.
Einigung
in den Vaßiee Verhandlungen Liebev MaeKsuthahen wird noch verhandelt
Basel, 17. Aug. Die Stillhalteverhandlungen zwischen den Gläubigern und den Vertretern Deutschlands sind heute in den Abendstunden zum Abschluß gekommen. Es wurde in allen Fragen, auch in der Frage der Rembourskredite, eine Einigung erzielt, mit Ausnahme der Frage der ausländischen Markguthaben, in' der die deutschen Vertreter an ihrem ablehnenden Standpunkt festhielten. In letzter Stunde wird hierin noch eine Einigung versucht werden.
Cin Teil der deutschen Abordnung -ist bereits nach Berlin unterwegs, um dort die noch strittigen Fragen mit den maßgebenden Stellen durchzusprechen, und man glaubt, daß durch Entgegenkommen der Reichsbank eine Einigung auf der ganzen Linie zustande kommen dürfte. Andernfalls werde die Frage der Markguthaben aus dem Programm der Stillhalteaktion gestrichen.
Beschlossen wurde also die Verlängerung der kurzsristigen Kredite um sechs Monate, wobei als Anfangstermin das Dalum des Abkommens. vermutlich der 18. August 1931, gewählt wird. Voraussetzung ist die gleichzeitige Verlängerung des 100-Millionen-Dollar-Kredils an die Reichsbank. In der Frage der Rembours- kredite erhallen die ausländischen Gläubiger die gewünschten ergänzenden Bankgarantien und die Ausstellung von Solawechseln durch den letzten Empfänger des Kredits.
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Der Wiggins-Ausschuß tagte heute von 4 bis Uhr nachmittags. Der Bericht Sir Walter Laytons wurde vollständig durchberaten und soll in der morgen auf 2,30 Uhr nachmittags einberufenen Sikun na' dèn, ' ttae -■*■■
Iten Entschließungen unter- ^WWWWWWWMW : es werden aber auch
er Sprache abgefaßt; es werden c deutsche und italienische Texte hergestellt werden. Der Bericht umfaßt 5000 Wörter und geht zunächst an die BJZ., von wo er an die Regierungen und Notenbanken versandt wird. Ueber "seinen Inhalt wird berichtet, daß er
allen Regierungen die Notwendigkeit einer Verständigungspolitik und einer Wiederherstellung des Vertrauens von der politischen Leite her nahelege.
Die Atmosphäre des Vertrauens sei die Voraussetzung für eine finanzielle Normallage. Der Bericht empfiehlt die Stundung der kurzfristigen Kredite, ferner besondere Maßnahmen Deutschlands zur Wiederherstellung seines finanziellen Gleichgewichts, und in dritter Linie
Hilfsmaßnahmen der andern Länder zur Anler- stützung der Bestrebungen Deutschlands
und Mr Ueberbrückuna der Uebergangszeit- Der Wiggins-Ausschuß ist der Meinung, daß im Notfall die ausländischen Banken der Reichsbank in ihrer Aufgabe der Ordnung der Finanzen beispringen sollten.
Der Abschluß der Stillhalteaktion ist wohl namentlich der vermittelnden Tätigkeit des soge
Das enattiche Gpavpvosramm
EZtt-chtteMsttde Maßnahmen
London. 17. Aug. Der aus fünf Kabinettsmilgliedern bestehende Sparausschuß des Kabinetts trat Henke nachmittag nach dem Wochenende wieder zusammen. Man erwartet, daß der Ausschuß in der Lage sein wird, dem Kabinett am Mittwoch den Entwurf seines Sparprogramms zu unterbreiten. Das Parlament würde dann, wie „Evening Standard" berichtet, bereits Ende August zu einer Sondersitzung einberufen werden, obwohl die Gesetzesvorlage bis dahin nicht vollständig fertiggesiellt sein würde. Dem Blatt zufolge bringt sie folgende Maßnahmen: Herabsetzung der veranschlagten Beträge für die großen Staatsausgaben einschließlich der Ausgaben für Flotte, Heer und Luftstreitkräste; starke Beschneidung der Ausgaben für Erziehungswesen: Herabsetzung der Versicherungsbeträge, gefolgt von einer Herabsetzung der Arbeitslosenunterstützung und der Honorare der Kassenärzte; Zurückstellung der Straßenbaupläne; Vorschläge zur Herabsetzung der Gehälter von Ministern und Parlamentsmitgliedern; Ersparungen im Posiwesen.
Sobald Uebereinstimmung über die wichtigsten Maßnahmen ereicht ist, will die Regierung eine entsprechende Kundgebung veröffentlichen. In parlamentarischen Kreisen der Arbeiterpartei befürchtet man, wie die Blätter zu berichten wissen, daß die Regierung sich auf Sparmaßnahmen einlassen könnte, die der Parteipolitik entgegengesetzt sind. Man bezweifelt auch, ob die Konservativen ihr Versprechen halten werden, die Lage nicht für parteipolitische Zwecke auszunutzen; doch sei, erklärte „Evening Standard", das Mißtrauen gegen die Konservativen nicht begründet. Es bestehe indessen eine Meinungsverschic- den hsit über die Frage, ob das Schwergewicht auf die- Sparpolitik oder die Erhöhung der Steuern zu , , ~ legen sei. Die Konservativen würden es zu ihrem
nannten Wiggins-Ausschusses zu verdanken. Während der letzten 24 Stunden ist an der Beendigung Ler Angelegenheit fieberhaft gearbeitet worden, während anfangs die Erörterung wohl etwas stark in die Breite gegangen war. Die schwebende Schuld Deutschlands wird in Kreisen des Wiggins-Ausschusses auf 7 Milliarden Mark, die Summe der kurzfristigen Kredite auf 5 bis 6 Milliarden Mark angegeben, so daß sich das Abkommen auf ein Kapital von 4 bis 5 Milliarden Mark erstrecken dürfte, je nachdem die ausländischen Markguthaben einbezogen oder ausgenommen bleiben. Es wird auch noch darauf verwiesen werden müssen, daß
die Verlängerung des 100-Millionen-Dollar- Sredits formell nicht zugestanden
ist. Er wurde durch die BJZ., die Notenbanken von England und Frankreich, sowie die Federal-Reserve- Bank in Newyork an die Reichsbank gewährt und am drei Monate verlängert. Da diese Banken
statutengemäß mit der Kreditverlängerung nicht
statutengemäß mit der Kreditverlängerung nicht öiQen ^ Notenbanken über etwaige sinan-
ist Stauten berühren. Bei beiden Berhand-
bereits abgereist, nachdem jeher einzelne das Ab
kommen mit dem Vorbehalt hinsichtlich der Markabkommen unterzeichnet hat.
Gshavfe Gvavmaßnahmen DenissAands vevranst
Zürich, 17. Aug. Der „Neuen Züricher Zeitung" wird von ihrem aus französischen Bank- und Delegationskreisen gut informierten BJZ.-Sonder- berichterstatter zu dem von den Finanzsachverständigen auszuarbeitenden Bericht an die Regierung noch mitgeteilt, „daß von Deutschland sofort sehr scharfe Maßnahmen verlangt werden sollen, damit es durch neue Ersparnisse den Haushalt des Reiches, der Länder und der Gemeinden ins Gleichgewicht bringe. Die Reichsregierung werde nicht ausschließlich auf die Vorschüsse rechnen dürfen, die ihr eine Erweiterung der Einnahmeeingänge der Reichsbank gewähren könne. Eine ausländische Finanzhilfe werde daher notwendig sein, aber die ausländischen Finanzmärkte würden trotz der Maßnahmen, die in Deutschland getroffen werden sollen, wenig geneigt sein, neue Kredite ohne weitgehende Garantien zu gewähren".
Grundsatz machen, daß mehr aus Ersparnissen, als aus neuen Steuern eingebracht werden müsse. Auch der liberale „Star" betont, daß das Ziel nicht so sehr durch eine Erhöhung der Staatseinnahmen, als eine Herabsetzung der Ausgaben erreicht werden müsse.
^Dailv Ehvvniele" zu den Spavmatznahmen
London, 17. Aug. Zu den kommenden Sparmaßnahmen der Regierung erfährt die Presse, daß in dieser Woche Entscheidungen von weittragender Bedeutung getroffen werden.
News Chronicle bemerkt: Die heutige Ankunft des Premierministers aus Lossiemouth in London leitet die wichtigste Woche für die Nation seit dem Kriege ein. Heute und morgen setzt der Sparausschuß des Kabinetts die Beratung der Pläne zur Balanzierung des Budgets fort. Am Mittwoch werden die Pläne des' Ausschusses einer Sondersitzung des Vollkabinetts unterbreitet werden.
Laut Daily Telegraph glaubt man in Regierungskreisen, daß die Herabsetzung der Gehälter der Regierungsmitglieder jetzt Tatsache werden wird. — In einem Leitartikel schreibt Daily Telegraph: Niemals wird jede Klasse des Staates ihren Anteil an der Last tragen, so lange eine riesige Mehrheit von der Zahlung direkter Steuern acksgenochmen ist.
ganz
Äßrsfchvetttmsert in Mamhefiev
London, 17. Aug. Aufregende Szenen spielten sich gestern in Manchester vor einer Polizeiwache ab. (Fortsetzung auf Seite 2)
Nev Iwans ruv Iusammenavbeit
Brünings Appell an die Welt
Die neueste Uebersicht über die Ergebnisse des deutschen Außenhandels im Monat Juli weist einen Ausfuhrüberschuß im Werte von 254 Millionen RM aus. Die Einfuhr nach Deutschland ist im Juli stark zurückgegangen, während die Ausfuhr gesteigert werden konnte. Noch im Vormonat betrug der Ausfuhrüberschuß nur 106 Millionen.
Die Geldkrise, insbesondere die Verkündung der Bankfeiertage haben Auswirkungen auf den deutschen Außenhandel gezeitigt, die nicht nur in Deutschland selbst, sondern auch im Ausland sehr aufmerksam studiert werden dürften. Deutschland ist heute einfach nicht mehr in der Lage, auf dem Weltmarkt als Kunde die Einkäufe zu machen, die es dort noch vor wenigen Wochen tätigte. Die Rückwirkungen auf die Wirtschaft der anderen liegen auf der Hand. Die deutschen Sorgen und Nöte werden zu Sorgen und Nöten aller der Länder, mit denen Deutschland in regel
mäßigem Handelsverkehr steht.
Die enge weltwirtschaftliche Verbundenheit der Völker hat die großen Kulturnationen zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammengeschweißt, der sich keine Nation ungestraft entziehen kann. Die Verhandlungen in Basel und zwar sowohl die der Bankiers über das Stillhalteabkommen wie die der Sachverstän-
hingen ist man immer wieder auf die Reparationen gestoßen und wird aller Voraussicht
nach in dem Schlußbericht auch offen zum Ausdruck bringen, daß die jetzige Reparationsregelung für die Dauer nicht tragbar ist.
Reichskanzler Brüning hat Ende voriger Woche dem Sonderkorrespondenten der „Daily Mail" eine Unterredung gewährt, tue ganz darauf ab gestellt war, die Bildung von Illusionen von vornherein zu zerstören. Wenn der Reichskanzler, der stets die stille Arbeit dem Hervortreten in der Oeffentlichkeit vorgezogen hat und insbesondere auch nur sehr selten Fühlung mit der Presse sucht, seine Ausführungen gerade gegenüber dem Vertreter einer ausländischen Zeitung machte, so leitete ihn wohl die Erkenntnis, daß in Deutschland selbst die allgemeine Lage mit dem er
forderlichen Ernst und ohne Optimismus betrachtet wird, Ansichten des Auslandes über Deutschland vielfach noch der dürfen. Dr. Brüning hat die
unbegründeten während die die Lage in Korrektur be- voraussichtbiche
Zahl der Arbeitslosen in Deutschland für den kommenden Winter auf etwa sieben Millionen geschätzt. Das wäre etwa der 9. Teil der Bevölkerung, Kinder, Frauen und Greise einberechnet. Der Prozentsatz auf die arbeits- tätige Bevölkerung berechnet wäre noch gewaltig höher.
Der Appell des Reichskanzlers an die verantwortlichen Staatsmänner Europas, sobald wie möglich zusammen zu kommen, um eine wirtschaftliche Verständigung herbeizuführen, ergibt sich als eine fast selbstverständliche logische Folge aus der Erkenntnis der wahren wirtschaftlichen Lage.
Es könnte daran gedacht werden, die in den letzten Augusttagen zusammentretenden Ausschüsse der Europakommission des Völkerbundes mit diesen Problemen zu befassen. Ganz abgesehen davon, daß in Genf die Vereinigten Staten nicht vertreten sind, ohne die man kaum wird zurate gehen wollen, hat sich der Europaausschuß des Völkerbundes bisher als völlig ungeeignet gezeigt, wirklich praktische Arbeit zu leisten. Von einer Konferenz an der alle europäischen Staaten, auch die kleinsten mit Sitz und Stimme teilnehmen, können wir uns durchgreifende Maßnahmen gegen die Weltwirtschaftsnot auch nicht versprechen.
Die Darlegungen von Dr. Brüning haben in der ganzen Welt starke Beachtung gefunden. Sie werden unterstützt durch die Entwicklung, die der deutsche Außenhandel genommen hat und durch die Zuspitzung der Wirt-
Dis heutige Stammet umfaßt 8 Seiten