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Nr. 188

Donnerstag den

1931

13* August

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezieher keinen Anspruch aüf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. / Für plahvorschn'st «.Srscheinungstage der SKyeige wird keine Gewähr geleistet.--Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3951,3958

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / LezugspreiS: Für den halben Monat XSL 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer ^lv, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg.. im ReklameteU von 68 mm Breite 25 R-Pfg. Qsferteagebühr 50 R-Pfg.

Saturn iStabt und Land

Kii«)«- Iwyt^^^

Reichspräsident von Hindenburg hat sich gestern abend 22.02 Uhr mit dem fahrplammäßigen Zug von Berlin über München nach Dietramszell be« geben, wo er einen drei- -bis vierwöchigen Er- Holungs- und Jagdurlaub ,zu verbringen gedenkt.

Der Reichspräsident empfing am Mittwoch den zum Gesandten der dominikanischen Republik er« nannten bisherigen Geschäftsträger Dr. Roberto Kück, sowie den neuernannten peruanischen Gesand­ten Enrique Gildemeister zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben.

Der gefchästsführende Pavteivorstand der Zen­trumspartei trat am Mittwoch vormittag im Reichs­tag unter Vorsitz des Abgeordneten Dr. Perlittus

Deutsche Ginladung nach Vaeis unterwegs

Paris, 12. Aug. DieLiberkL" weiß zu berichten. daß sich die offizielle Einladung des Reichskanzlers an die französischen Minister Laval, Briand und Flandiu bereits unterwegs befinde und noch am Mittwoch abend oder Donnerstag vormittag dem französischen Mi­nisterpräsidenten durch den deutschen Botschafter von Hoesch überreicht werden soll. In der Einladung hat der Reichskanzler Brüning angeblich den Wunsch ausgedrückt, daß der Be­such der französischen Staatsmänner in Berlin noch vor Ende dieses Monats stattfinden möge, wobei die Zeit vom 28. bis 31. August in Vorschlag gebracht wurde.

zusammen, um über die politische und wirtschaft­liche Lage zu beraten. Der Sitzung wohnte auch Reichskanzler Dr. Brüning, die Reichsminister Wirth und Stegerwald, Reichskanzler a. D. Marx und der preußische Landwirtschaftseninister Steiger

bei.

In der Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Reichsrates, die etwa zwei Stunden dauerte, hat Reichsaußenminister Dr. Curtius einen Bericht über die außenpolitischen Vorgänge der letzten Zeit erstattet, woran sich eine ebenfalls streng vertrau, liche Aussprache geschlossen hat.

Nach einem Telegramm hat der Kreuzer Emden" bei den Cocosinseln, wo die berühmte alteEmden" 1914 nach dem Gefecht mit dem eng­lischen KreuzerSydney" auf Strand gesetzt wurde, unter den üblichen militärischen Ehren und Feier­lichkeiten zum Andenken an die Gefallenen einen Kranz versenkt, den die altenEmden"-Angehörigen dem Kreuzer mitgegeben hatten.

Die Unterfuiung des Jüterboger Etsenbahn- attentates hat neue Spuren der Attentäter ergeben.

Infolge des in diesem Jahr ungewöhnlich starken Monsuns sind am Dienstag alle Städte und Dörfer in den tiefliegenden Malvan-Bezirk südlich von Bombay überschwemmt worden. Die Zahl der To­ten steht noch nicht fest. Sie soll jedoch in die Hun­derte gehen. Tausende von Menschen sind obdachlos.

Am Mittwoch morgen stellte sich der 65jährige Straßenhändler Kunert der Polizei in Berlin und gab an, feine Frau auf ihr dringendes Verlangen erwürgt zu haben. Die Frau war seit Jahren krank und hilflos an das Bett gefesselt. Aus Verzweiflung über ihr Leiden hatte sie sich von ihrem Manne töten lassen.

Die Berliner Reise der französischen Minister soll, wie sich dasJournal" von seinem Berliner Korrespondenten melden läßt, zum

Abschluß eines politischenStillhaltekartells" zwischen Deutschland, FrankrAch, England und Italien

führen. Brüning und Curtius seien in vollem Ein­vernehmen mit Hindenburg entschlossen, das deutsch­französische Zwiegespräch zu möglichst wettgehenden Resultaten zu führen. Der Besuch der französischen Minister soll also wett über die Bedeutung eines diplomatischen Höflichkeitsbesuches hinausgehen. Man wttl nicht nur über die finanziellen und wirt­schaftlichen Fragen und über das Abrüstungsproblem sprechen, sondern man will sich vor allem bemühen, hauptsächlich die Möglichkeit einer politischen Ver­ständigung, die in Zukunft alle Konfliktmöglichkeiten ausschallet, zu prüfen". Gewisse einflußreiche diplo­matische Kreise dächten daher daran,einen Akkord zu vieren zwischen Deutschland, Frankreich, England und Italien vorzuschlagen, der in Verbindung mit dem von zahlreichen englischen und amerikanischen Blättern vorgeschlagenen Plan eines politischen bestimme, daß während einer be- e der vertragsschließenden Mächte rgend eine Initiative auf wirtschaftlichem oder poli­tischem Gebiet unternimmt, ohne vorher die Ver­tragspartner zu unterrichten".

Im Vordergrund der Aussprache würden die finanziellen und wirtschaftlichen Fragen stehen. Doch wollte Dr. Curtius zweifellos

auch die Gelegenheit benutzen, um das Abrüskuagsproblem anzuschneiden.

Man weiß, daß die französische Denkschrift an den Völkerbuiä zur Abrüstungsfrage gewisse politische Verständigungen voraussetze, die geeignet seien, die Quelle der Meinungsverschiedenheiten zu verschlie­ßen, die bisher den Beziehungen zwischen den Völ­kern hinderlich gewesen feien.

Besuch Lavals doch im Älttguft?

Berlin, 12. Aug. In Berliner politisiert Kreisen wird heute abend betont, daß entgegen allen anders lautenden Nachrichten der Besuch Lavals und Briands voraussichtlich doch im letzten Augustdrittel stattfinden werde. In Paris ist offenbar heute nach- mittag in dieser Angelegenheit erneut Fühlung genom­men worden. Dabei scheint man noch nicht zu einem Abschluß gekommen zu sein. Aber es ist immerhin möglich, daß die Frage bereits morgen oder über­morgen soweit geklärt ist, daß die deutsche Einladung offiziell hinausgehen und ein fettes Datum vereinbart

die Rede, daß vorher auch ein festes Programm aus­gestellt werden müsse. Das trifft nicht zu. Die Ber­liner Besprechungen werden in demselben Rahmen gehalten sein wie die von Paris, denen auch kein Be­ratungsprogramm voraufgestellt war.

Das tschechoslowakische Pressebüro meldet Kaschau: An der tschechisch-ungarischen Grenze es heute Nacht zu einem Grenzzwischenfall. garische Soldaten verhafteten in Hidasemety tschechoslowakischen Zollbeamten Stefan, der zurzeit auf Urlaub weilenden Vorstand des tschechi- schen Zollamtes in Hidasemety vertritt.

aus kam lin­den den

Die Stell««» des Jenirums

Berlin, 12. Aug. Der geschSstsführende Ausschuß der Zenkrumsparlei war heute im Reichstag zu einer Sitzung zusammengetreten, an der auch die dem Zentrum angehorenden Minister des Reichs und Preußens teilnahmen. Der Ausschuß beschäftigte sich mit der poN- tischen Lage und parieiorganisatorischen Fragen. Ueber die streng vertrauliche Sitzung wurde folgender Bericht ausgegeben:

Durch eine Explosion wurde die Fassade des italienischen Konsulats in Pittsburg beschädigt. Die Polizei ist Ler Ansicht, daß es sich um ein Bomben­attentat auf das Konsulat handelt.

Im Verlaufe des hier abgehaltenen Schützen­festes kam es in der heutigen Nacht zu einer schweren Schlägerei zwischen Reichsbannerleuten und Nationalsozialisten. Ein Reichsbannermann und zwei Nationalsozialisten sind erheblich, ein National­sozialist ist leichter verletzt worden.

Auf Antrag des polnischen Ministerpräsidenten hat der Staatspräsident den Abgeordneten des Re­gierungsblocks im Sejm Januez Iendrdzejewicz zum polnischen Kultus- und Unterrichtsminister ernannt.

' Ein Mitglied der Gruppe Protogueroff, der Ma­zedonier Glavintcheff, wurde in Sofia überfallen und schwer verletzt. Glavintcheffs Zustand soll jedoch nach ärztlichem Befund zu Besorgnissen keinen An- lag geben. Nach den Tätern, die unerkannt ent­kommen konnten, wird eifrig gefahndet.

Die Streikbewegung, die überall in Spanien in oen letzten Tagen wieder stark in Erscheinung trat, «t In Barcelona sind zu den etwa 40 000 «P&en Metallarbeitern nun auch die^Arbeiter und Angestellten der Kautschuk-Fabriken in den Ausstand getreten.

Unter dem Vorsitz von Prälat Dr. Kaas fand heute im Reichstag eine Sitzung des geschäftsfüh­renden Ausschusses der deutschen Zentrumspartei in Gegenwart des Reichskanzlers und der dem Zentrum angehörenden Reichsminister und preu­ßischen Minister statt. In sehr eingehender Aus­sprache wurde die gesamte innen- und außenpoli­tische Lage, die mit dem Volksentscheid stehenden Vorgänge und die angesichts seines Ergebnisses ge­botenen Folgerungen erörtert. Der Vorstand dankt der Zentrumswählerschaft in Preußen für die staatspolitische Haltung, die sie im Fernbleiben vom Volksentscheid bewiesen hat. Gewissen Presse­äußerungen gegenüber bekundet er, daß die Lei­tung der preußischen Zentrumsfraktion der Polittk des Reichskanzlers stetige und wertvolle Unter­stützung hat zuteil werden lassen. Als einmütige Ueberzeugung aller wurde festgestellt, daß für eine wirksame Durchführung der äußerst schwierigen taatspolitischen Aufgaben im Reich und in Preu­ßen die notwendige sachliche und methodische Hand- ungseinheit sowohl bei den verantwortlichen Jn- tanzen der Partei wie bei ihren Vertretern in den leiden Kabinetten nach jeder Richtung hin ge« währleistet sein muß."

versichern, daß das Zentrum gar nicht daran denkt, sich dadurch -irgendwie in seinen inneren Aus­einandersetzungen und politischen Entschließungen beeinflus en zu lassen. Die parteioffizielle Verlaut­barung stellt ausdrücklich fest, daß die Leitung der preußischen Zentrumsfroktton der Politik des Reichskanzlers stetige und wertvolle Unterstützung habe zuteil werden lassen. Wenn es bei den letzten Vorgängen in Preußen an notwendiger Fühlung­nahme gemangelt hat eine Panne, die auch schon anderen passiert sein soll so ist jetzt jeden­falls durch die Aussprache im Geschäftsführenden Vorstand Vorsorge dafür getroffen, daß, wie es in der offiziellen Verlautbarung selbst heißt, die sach­liche und methodische Handlungseinheit sowohl bei den verantwortlichen Instanzen der Partei wie bei ihren Vertretern in den beiden Kabinetten nach jeder Richtung hin gewahrt wird. Worauf es ankommt ist, daß wir uns auf den kom­menden schweren Winter rüsten. Es gibt nur eine Möglichkeit, der Notzeit Herr zu werden, wenn alle, die verantwortungsbewußt denken und ver­antwortungsbewußt handeln wollen, Hand an­legen, um das deutsche Volk, das auf seine eigene Kraft angewiesen ist, durch gemeinsame Arbeit aus der Not yerauszuführen.

^"ch Schätzungen des Allgemeinen Gewerk- s^ftsbundes dürfte die Zahl der Arbeitslosen in ^P^reinigten Staaten, die , 7 &nen ""gegeben wird, sich _____________ 7 Millionen erhöhen.

gegenwärtig mit 5,2 im Winter auf etwa

« P Kampfe mit den Regierungstruppen bei Los r hat der General Francisco Peraza, der als des m^ Aufständischen in der Provinz Pinar qPl ^t0 galt, mit zahlreichen Anhängern den Tod

) Näheres stehe im politischen Teil.

Das Ergebnis der Sitzung der Zentrumspartei wird von informierter Seite dahin interpretiert, daß das Zentrum den unbedingten Wunsch bekun­det, die Polittk des Reichskanzlers Brüning fort­zusetzen. In diesem Sinne ist auch die Wendung res Kommuniques aufzufassen, in der die Notwen­digkeit einer Handlungsfreiheit zwischen den Reichs­und den preußischen Instanzen der Partei betont wird.

Die ^Gemuanra" übev bte Sitzung des ZentvnmSvovstandeS

Berlin, 13. Aua. Zu der Sitzung des Gejckäfts- führenden Vorstandes der Zentrumspartei schreibt dieGermania":

Wir verraten kein Geheimnis, wenn wir sagen, daß die Kundgebung der preußischen Regierung Gegenstand eingehender und auch kritischer Aus­sprache gewesen ist. Wenn aber einige Presseorgane aus diesen Vorgängen eine politische Sensation machen zu müssen glauben, jo dürfen wir Urnen

Das VivtsibaKsvvosvamm Brünings

Berlin, 12. Aug. Die nächste Kabinettssttzung wird sich mit dem Wirtschaftsprogramm der Reichs­regierung beschäftigen, für das die Vorschläge der einzelnen Ressorts bereits vorliegen. Die finanzielle Notlage zwingt dazu, weitere einschnei­dende Sparsamkeitsmaßnahmen bei Reich, Ländern und Gemeinden unter Abbau der öffentlichen Ausgaben zu treffen.

Eine wichtige Rolle im Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung spielt die Sanierung der kurz- fristigen Kredite der Gemeinden. Sie soll durch Ab­stoßung oder Verpfändung der kommunalen Be- triebe erfolgen. Die Hauszinssteuer soll abgebaut werden. Gleichzeitig sollen auch die Zuschüsse an die Bauwirtschaft fortfallen, aber eine erhebliche Senkung der Mieten eintreten. Die Hauszinssteuer soll durch eine Staatstente ersetzt werden. Diese Rente soll fünf Prozent vom dreifachen Be­trage der bisher veranlagten Hauszinssteuer be-

der

(Fortsetzung auf Sette 2)

Gnslands übte

Der Ruf nach einer Koalitionsregierung

Bevor das englische Parlament vor einigen Tagen in die Ferien ging, nahm es den An­trag des Premierministers Macdonald an, der dem Wortführer das Recht gibt, das Haus mit eintägiger Frist aus den Ferien zurückzurufen, falls die Verhältnisse eine solche außerordent­liche Maßnahme erforderlich machen würden. Schon diese an die gefährlichsten Tage der Kriegszeit erinnernde Maßregel allein beweist, daß die britische Regierung sowohl wie das Parlament mit der Möglichkeit einer scharfen Zuspitzung der Lage rechnen.

Neben dem andauernden Rückgang der in­dustriellen Produktion und der trotz iMicher saisonmäßiger Belebung steigenden Arbeits- 1 losigkeit, ist es in erster Linie die schwere Fi- - nanzkrise, die zu ernsten Befürchtungen An- ' laß gibt. Nachdem das britische Reich durch die 1 weltwirtschaftliche Krise aus der traditionellen ' Stellung des größten Warenexporteurs der Welt verdrängt worden ist, hat es jetzt auch auifgiehört, Weltbankiier zu sein. Es genügt, die letzten Ausweise der Geldinstiute der Welt untereinander zu vergleichen, um darüber im Aaren zu sein, daß das ehemals gold- und kapitalreiche England unter finanzieller Wut­armut zu leiden hat.

Frankreich, der Hauptempfänger der Re­parationszahlungen, und die Vereinigten Staaten von Amerika, der Hauptempfänger der Kriegsschulden, teilen unter sich drei Vier­tel der gesamten Goldreserven der Welt, wäh­rend die Goldvorräte der Bank von England im Laufe der letzten zwei Jahre von einem Zwölftel auf ein Achtzehntel zusammen- geschrumpft sind. In den amerikanischen Tressors sind heute Goldvorräte im Werte von etwa 14 Milld. Mk. aufgestapelt, in den Gewöl­ben der Bank von Frankreich werden Gold­reserven im Werte von beinahe 10 Milliarden Mark ausbewahrt. Die Bank von England be­saß zum letzten Monatsultimo nur noch 2,5 Milliarden in Gold.

Sowohl in den Regierungs- und Parla­mentskreisen, wie unter den englischen Ban­ken- und Finonzsachoerständigen herrscht dar­über Einstimmigkeit, daß das schwindende Vertrauen in die britischen Finanzen nicht früher wieder hergestellt werden könne, als dasgroße Loch" im englischen Staatshaus­halt verstopft worden ist.

Am Tage vor der Auflösung des Parla­ments erstattete der May-Ausschuß, eine aus hervorragenden Kennern der Wirtschaft zu­sammengesetzte Sparkommission, seinen Bericht. Mit Schrecken vernahm die englische Oeffent- licOeit, daß dem Etat ein ungeheures Defizit von etwa 2% Milliarden Mark broht. Ueber die Schritte zur Behebung dieses großen Aus­falls waren sich die Mitglieder der Kom­mission nicht einig. Während die konservativ- liberale Mehrheit des Ausschusses, die Ein­schränkung der Ausgaben für die Arbeitslosen­versicherung, verschiedene Lohnabbaumaßnah- men und die Streichung der Kredite für Stra­ßenbau verlangten, brachten die Vertreter der Arbeiterpartei den Vorschlag ein, der Finanz­not durch erhöhte Umsatz- und Kapitalsteuern zu begegnen. Wie man sieht, besteht auch in England dieselbe Kontroverse zwischen den kapitalistischen und sozialistischen Gesichtspunk­ten in bezug auf die Mittel zur Bekämpfung der Krise, die einen tiefen Riß durch die Ge­sellschaft zieht.

Immer lauter werden in den letzten Tagen in England die Stimmen, die darauf Hinwei­sen, daß es keiner der drei englischen Parteien gelingen kann, aus eigener parlamentarischer und wirtschaftspolitischer Kraft das überaus schwierige und gefahrdrohene Problem zu lösen und den Weg zum finanziellen Gleichgewicht zu ebnen. Fer Führer der Konservativen, Baldwin, deutete in einer öffentlichen Rede darauf hin, daß es angesichts der großen wirt­schaftlichen Gefahr, die die Grundfesten des des Reiches bedroht, allerhöchste Zeit sei, die Kräfte aller Parteien im gemeinsamen Kampfe gegen die Symptome der wirtschaftlichen Zer- setzung zu vereinen. Diese Aeußerung Bald­wins rief allgemeines Auffehen hervor und wird in der Presse als Hinweis auf die even­tuelle Bereiffchaft der Konservativen, in eine Konzentrationsregierung einzutreten, kom- mentiert.

Ole heutige Stummer msaht 10 Seite«