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Samstag, den 1. August 1931

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Nie Tragödie eines verschwundenen SchiffeS

Zehnjahrerlnnerung an das größte Rätsel der Schiff-

.Antrax",

Im Jahre 1921 verschwand plötzlich auf einer fahrt über den Ozean das deutsche SchiffAntrax", Las bald das größte Rätsel der Schiffahrt werden Me da kein Mensch sich erklären konnte, wohin das Schiff gekommen sei. Sturm und Unwetter herrschten in jener Zeit nicht, so daß dadurch das Schiff nicht ymgekommen sein konnte. Außerdem kannte man annehmen, daß es mit seinen draht- [Men Apparaten Zeichen gegeben hätte. Wochen- und monatelang wurde das Schiff von allen Be­hörden gesucht, denn man fürchtete auch, daß irgend eine Meuterei auf dem Schiffe ausgebrochen sei. Aber auch diese Annahme konnte micht zutreffen, denn dann wäre das Schiff irgendwo vielleicht un= fer anderem Namen aufgetaucht. Viele Jahre lag ein dunkles Geheimnis über diesem Schiff, das plötzlich von der Bildfläche weggefegt erschien. Es war wie ein böser Traum, oder wie ein Märchen­film, denn niemand konnte sich erklären, wo dieses große und mächtige Schiff geblieben war. In früheren Jahrhunderten waren derartige rätselhafte Vorgänge auf dem Ozean nicht selten, denn damals gab es weder drahtlose Telegraphie noch andere Möglichkeiten, ein Schiff ausfindig zu machen, wenn es plötzlich versunken war, ebensowenig wie ein Schiff die Möglichkeit hatte, sich im Falle einer Katastrophe auf dem Ozean anderen Schiffen be­

merkbar zu machen, wenn nicht zufällig ein ande­res Schiff in der Nähe der Unglllcksstätte war. Heute aber, im Zeitalter der drahtlosen Telegraphie und Telephonie, die in erster Reihe dazu dient, bei drohenden Unglücksfällen in der Nähe weilende andere Schiffe zur Hilfe herbeizurufen oder wenig­stens von einem Unglück durch 808-Zeichen Nach­richten zu geben, ist es offenbar ausgeschlossen, daß ein Schiff von der Fläche des Ozeans verschwindet, ohne irgend ein Zeichen seiner Tragödie geben zu können. Die Wirklichkeit ist aber viel phantasie- reicher, als alle Dichter und Filmfabrikanten, denn das Schicksal derAntrax" gestaltete sich derartig, .daß kein Roman und kein Film die Darstellung eines ähnlichen Falles wagen könnte, da die Oeffentlichkeit mit Recht ihm den Glauben ver­sagen könnte. An einem schönen Tage des Jahres 1921 war nämlich dieAntrax" aus Kiel, nach ihrem Bestimmungsorte weggefahren und kurze Zeit nachher verschollen. Die Marinebehörden glaubten nicht an einen Unglücksfall, da das Schiff keinerlei Nachricht von sich gegeben hatte und außerdem aufs Beste für feine Fahrt ausgerüstet war. Bei Segelschiffen hatte man es erst kurze Zeit vorher erlebt, daß sie wochenlang verschollen waren und bereits als vernichtet galt, bis endlich nach fechswöchentlicher Pause ein Schiff das erste Zeichen von der chinesischen Küste gab, daß es noch vor­handen sei. Aber bei einem Dampfer, der gut mit Kohlen versorgt war, war das kaum anzunehmen. Die^ Marineverwaltung tat alles mögliche, um dies düstere Geheimnis zu lösen, aber vergeblich. Erst im Jahre 1924 sollte das Dunkel gelichtet und die Tragödie eines Schiffes und seiner braven Be­satzung offenbart werden. Bei dem Suchen mit Netzen hatte ein deutsches Schiff weit draußen auf

Ozean auf dem nicht zu tiefen Boden des

:rtg ergab, daß es

SchiffAntrax" handelte. Ein fast unwahrschein- ßches Unglück hatte diese Tragödie Heraufbeschwo- ien, ohne daß durch furchtbare Zufälle das Schiff hie Möglichkeit gehabt hätte, ein Zeichen von sei­nem Unglück zu geben, trotzdem es mit allen Appa­raten der drahtlosen Telegraphie ausgerüstet war. Aus dem Boden des Schiffes hatte sich eine eiserne Platte gelöst, und das Schiff war zur Nachtzeit, als die Besatzung schlief, so schnell gesunken, daß Führer und Besatzung in kurzer Zeit ertranken.

SW zehnkühvigev Sertules

Ser bekannte Arzt Dr. Magnus Hirschfeld aus Berlin und Dr. Bela Neufeld aus Karlsbad berich­ten in derMedizinischen Welt" über ein mensch­liches Phänomen, dessen Entwicklung offenbar auf eine besondere Tätigkeit der Drüsen mit innerer Sekretion zurückzuführen ist. Es handelt sich um einen zehnjährigen Herkules namens Lichterfeld aus Oranienburg, der an Kraftleistung alles über» kifft, was bisher auf diesem Gebiete bekannt ge­worden ist. Er sann schon heute, trotzdem er noch ein Kind ist, mit jedem Athleten in Wettbewerb treten. Wie der bekannteEisenkönig" Breitbart, ter die Welt durch seine Kraftleistung verblüffte, zer­reißt auch der junge Herkules Patentketten von ^.Millimeter Stärke ohne jede Mühe, dreht Flach- Mn mit Händen und mit den Zähnen zu einer Doppelfpirale, zerreißt starke stählerne Polizei- Nseln und läßt ein Pferd mit Reiter über seine âust gehen. Der Knabe wiegt 108 Pfund und hat

Reichskanzler und ReichSauSenminister sah«« nach Rom

Oben links: Der Duce an feinem Schreibtisch.

Unten links: Der Palazzo Venezia, di« Wir­kungsstätte Mussolinis

einen Brustumfang von einem Meter. Entgegen dem geläufigen Bild dieser Kranken mit innersekre­torischen Störungen weist er eine außerordentliche muskulöse Beschaffenheit auf. Besonders seine Unterarme haben eine enorme Muskelentwicklung. Auffällig ist bei diesem zehnjährigen Eisenkönig der Gegensatz zwischen seiner zarten seelischen Veran­lagung und seinen riesigen Körperkräften. Er ist sehr empfindlich und verträglich, liebt Tiere, beson­ders Hunde, und verfügt über ein sehr zartes Ge­fühlsleben. In seiner frühesten Jugend war der Eisenkönig" ein sehr schwächliches Kind und hat bis zu seinem dritten Lebensjahr eine Lungen- und Bauchfellentzündung durchgemacht. Seine Entwick­lung zum Herkules begann erst im dritten Lebens­jahr. Heute ist noch nicht abzufehsn, welchen Aus- gang diese seltsamen Erscheinungen nehmen werden.

Ekne EßsenbEnSrnre auev

Vor einigen Tagen wurde eine neue Eisenbahn« linie in Betrieb genommen, die aus der Ortschaft Lobito in Angola in der Nähe des großen Hafens Benguela ihren Anfang nimmt und den afrikanischen Kontinent durchquert. Die neue Eisenbahn führt durch das Rhodesien-Gebiet zur Ostküste Afrikas und endet bei der am Indischen Ozean gelegenen Stadt Beira. Sie hat e)ne große wirtschaftliche Bedeutung, insbesondere für den Transport der Kohle, die im belgischen Kongo und in Rhodesien gewonnen wird. Die Bahn wurde genau 75 Jahre nach der berühm­ten Forschungsreise David Livingstons eröffnet, des ersten weißen Mannes, dem es gelungen war, das afrikanische Festland zu durchqueren. Die neue 'Eisen­bahn verläuft in der Richtung, die der große Afrika­forscher damals eingeschlagen hat und erstreckt sich über etwa 4000 Kilometer. Es ist charakteristisch, daß die großen afrikanischen Eisenbahnlinien ihre Ent­stehung immer der Entdeckung verschiedener Boden­schätze verdankten. Die Erschließung der großen Diamantenfelder in der Gegend von Kimberley und Johannisburg gab den Anstoß zur Errichtung der Eisenbahn, die die südliche afrikanische Küste mit dem Innern der Kapstadtkolonie verbindet. Die Entdeckung der Goldgruben trug später zum Bau neuer Eisenbahnlinien bei. Die neu erschlossenen Kupfergraben in der Provinz Katanga veranlaßten die Errichtung einer Eisenbahn bis ins Herz des afri­kanischen Kontinents. Die in Betrieb gesetzte west- östliche afrikanische Eisenbahnlinie wurde bereits vor dem Kriege, und zwar 1913, begonnen. Der Weltkrieg und die finanziellen Schwierigkeiten der Nachkriegs-

Oben rechts: Das Arbeitszimmer Mussolinis im Palazzo Venezia

Unten rechts; Der italienische Außenminister Grandi.

zeit verzögerten den Bau. Die Kupferproduktion in Katanga ist eine der größten der Welt. Zusammen mit den Kupfergruben im nördlichen Rhodesien-Ge­biet liefert das Katanga-Gebiet etwa 50 000 Tonnen Kupfer jährlich, also fast ein Viertel des gesamten Weltoerbrauchs. In Katanga werden die wertvoll­sten Kupfersorten erzeugt. Abgesehen davon, liefern die Gruben von Katanga bedeutende Mengen von Zinn, Kobalt, Eisen, Gold, Platin und Diamanten. Dank der nSuentstandenen Eisenbahn werden die Bergwerke von Katanga zweifellos einen großen Aufschwung nehmen, da die Möglichkeit eines beque­men und zweckmäßigen Abtransportes jetzt gegeben wird. Die belgische Regierung, in deren Besitz das Katanga-Gebiet sich befindet, unterstützt mit allen Kräften einen Ausbau der Bergwerksproduktion von Katanga

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In einer Versammlung der

kiev?

Gefundheitsinspek- der Borsitzende,

toren Englands verbreitete sich

Dr. Massey, über die Gefahren der Verbreitung von Ansteckungskeimen von Pest, Cholera, Pocken und Typhus durch den Flugzeugverkehr. Flugreisen werden, wie er ausführte, heute aus entfernten, verseuchten Ländern gemacht, innerhalb der In­kubationsdauer der gefährlichsten Ansteckungskrank­heiten. Durch eine "Landung auf verbotenem Ge­biet oder auch durch eine Notlandung können ge­sunde Länder durch eingefchleppte Keime gefährdet werden. Es sei deshalb, meint Dr. Massey, ge­boten, anscheinend gesunde Passagiere, die im Flugzeug aus fernen Ländern in England ankom­men, während der Inkubationszeit einer Quaran­täne zu unterziehen und ständig zu beobachten. Dr. Massey betont ausdrücklich, daß es ihm fernliege, die Oeffentlichkeit zu beunruhigen; er wolle nur auf die Notwendigkeit verweisen, sich gegen solche Gefahren zu rüsten. In der anschließenden Dis­kussion wurde von maßgebender Stelle besonders darauf hingewiesen, daß die Möglichkeit, ja selbst die Gewißheit bestehe, daß durch Flugzeuge das Gelbe Fieber von West- nach Ostafrika übertragen werden könne. Wäre das geschehen, so könnte eine Ausbreitung der gefährlichen Krankheit über Asisn nicht mehr verhindert werden. Man könne sich aber leicht vorstellen, was es bedeute, wenn Asien von einer neuen Krankheit bedroht würde, von der 75 Prozent der Befallenen nicht genesen. Die Folge wäre eine vollständige Lähmung des Handels im

Osten, und der Krsammenbruch des Gummi- exports allem würde einen Stillstand der gesamten Elettrizitätsindustrie des Westens zur Folge haben. Sir George Buchanan gab die beruhigende Ver- sichsvung, daß die Regierungen der Welt die Ge­fahr einer Uebertragung von Krankheiten durch die Luftschiffahrt nicht aus den Augen verlieren, und daß hierüber internationale Besprechungen statt, finden. Es besteht die Möglichkeit, daß durch Flugzeuge neue Spielarten von Influenza und Kinderlähmui

ma nach England verschleppt werden 3 daß diese Frage die Aufmerksamkeit üen der Luftschiffahrt und des öffent'

könnten und daß diese Frage die Aufmerksamkeit der Ministerien der Luftschiffahrt und des öffent- lichen Gesundheitswesens bereits erregt habe.

LVNde Mvten in dev Hohen Tatra

Ein abenteuerlicher Vorfall wird aus Kesmark in der Hohen Tatra berichtet. Der 28jährige pol­nische Ingenieur Nikodem Gizinski aus Warschau, der in Begleitung seiner Schwester und seiner Braut am Sonntag eine Tour von Weihwasser in die Belaer-Kalkalpen unternehmen wollte, wurde auf dem Weg von der Kesmarker Tränke zur Schutz­hütte am grünen See um 9 Uhr abends auf einer Schafalm von einem Schäferhund angefallen. Als er einen Schreckschuß abgab, stürzte der Oberhirte Juraj Zarodfky mit einem Beilstock bewaffnet aus der Sennhütte auf den Touristen zu und streckte ihn durch einen Hieb mit dem Beil zu Boden. Ein Schuß, den der Ingenieur aus Notwehr abgab, traf den rasenden Hirten mitten ins Herz. Nun stürzten sich die sechs Gehilfen des Hirten auf den am Boden liegenden Fremden und richteten ihn durch Stock­hiebe, Fußtritts und Faustschläge übel zu. Die Frauen eilten zurück nach Weißwasser, um Hilfe her­bei zu holen. Ein Pensionsbesitzer ließ in einem Aura die Gendarmerie holen. Diese machte sich in der Nacht in Begleitung der Frauen und zahlreicher Sommergäste auf den Weg zum Tatort. Die Hirten nahmen eine so drohende Haltung ein, daß sie stän­dig mit vorgehaltenen Waffen gezwungen werden mußten, die Hände hoch zu halten. Nach langem Suchen fand man in einem Gebüsch versteckt die Leiche des Hirten. Ingenieur Gizinsky wurde in be­wußtlosem Zustand mit schweren Verletzungen am ganzen Körper, an Händen und Füßen gefesselt, auf dem Heuboden aufgefunden. Der Schwerverletzte wurde in hoffnungslosem Zustand nach Kaschau ins Krankenhaus gebracht. Die Hirten wurden verhaftet.

GoldfHStzs in Meevestrefe

Der Versuch des englischen Taucherschiffes Reclaimer", den Goldschatz im Werte von zwan­zig Millionen Mark an Lord des gesunkenen holländischen DampfersTubantia" aus den Tie­fen der Nordsee zu retten, ist fehlgeschlagen. Das Taucherschiff ist nach dem englischen Heimathafen zurückgekehrt. Seine Besitzer erklären, die Ber- âungsarbeit sei unmöglich, da man wegen der age des Wracks und wegen des tiefen Sandes nicht bis zu dem Deck vordringen könne, unter dem der Goldschatz liege. Dagegen macht das italienische TaucherschiffArtiglio", das an der französischen Nordwestküste den Goldschatz des englischen

vielverfpre- es sich um

DampfersEgypt" zu retten versucht, chènde Fortschritte. Auch hier handelt gesunkene Gold- und sonstige Schätze im Wert von zwanzig _ Millionen.Mark, Die Taucher haben in den letzten Wochen günstiges Wetter gehabt und es ist ihnen gelungen, in das Wrack der ganzen

Länge nach mit Hilfe von Dynamit eine Bresche zu legen. Sie sind bis zu dem Hauptdeck vorge- brungen. Sie stoßen immer wieder auf neue Hin­dernisse, glauben aber, bei einigermaßen gutem Wetter noch im Laufe dieses Jahres bis zu den: vierten Deck zu gelangen. Die Hauptarbeit wird damit geleistet sein, da sich unter diesem Deck der Stahlschrank befindet, in dem der Goldschatz ruht. Die Hebung des Schatzes wird nach der Freilegung der Schatzkammer nach den bisherigen Erfahrun­gen keine Schwierigkeiten bereiten.

50 Jahre Lübecker General-Anzeiger

Der Lübecker General-Anzeiger konnte am 15. Juli ds. Js. auf ein 50jähriges Bestehen zurück­blicken und hat aus diesem Anlasse eine reich- jlluftrierte, umfangreiche Jubiläumsausgabe im 2 Farbendruck herausgebracht. Mit über 45 000 Auflage zählt die Zeitung zu den größten nord­deutschen Heimat- und Provinzzeitungen und er­freut sich allgemein hohen Ansehens. Der Senior­chef des Hauses, Herr Charles Colemann, der vor 50 Jahren den Grundstein des Unternehmens legte, kann heute im hohen Alter die Freude erleben,

Freude erleben, Erfolg gekrönt zu

sein Werk von so sichtbarem E sehen.

Stuhlverstopfung. Nach den an den Kliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürlicheFranz-Ioses"-Bitterwasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. In Apotheken erhältlich.

Zuerst Henko hinein !

Hartes Leitungs- und Brunnenwasser eignet sich nicht zum

Geschenk des Himmels

weiches Regenwasser!

Heutzutage ersetzt Henko, Henkel's

Bleichsoda, das Regenwasser. Einige

Handvoll Henko vor Bereitung der

Waschlauge im Waschkessel verrührt.

geben das schönste und zum Waschen

vorzüglich geeignete weiche Wassen

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zum Weich machen des Wassers zum Einweichen derWäsche/J

Was sich seit 50 Jahren bewährt hat, muß gut sein! ^"