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Freitag, den 31. Juli 1931

Nr. 177

DahUen

von polkekvevovdmmsen

Alle Zöpfe fallen

Don den im Zeitraum von 1910 bis 1925 er­lassenen Polizeiverordnungen in Preußen sind auf Grund der Nachprüfung vorläufig 3555 Orts- polizeiverordnungen, 546 Kreis- und 414 Landes­polizeiverordnungen aufgehoben. 263 Orts-, 19 Kreis- und 21 Landespolizeiverordnungen sind ab» geändert. Insgesamt sind aus dieser Zeit noch 3603 Orts-, 703 Kreis- und 696 Landespolizei­verordnungen in Kraft. Der preußische Innen­minister hat nunmehr angeordnet, in eine Nach­prüfung der in der Zeit vom 1. Januar 1925 bis 1. Januar 1931 erlassenen PolizetvermÄnungen ein« zutreten und chm bis zum 15. September d. I., getrennt nach Provinzen, Bezirken und Orts­polizeibehörden, zu berichten, wieviele Polizei- verordmmgen aus dieser Zeit noch vorhanden und wieviele auf Grund der angeordneten Nachprüfung aufgehoben und abgeändert sind.

Gleichzeitig veröffentlichen der preußische Justiz­minister und der preußische Innenminister einen Beschluß über die Aufhebung veralteter Polizei- und Strafgesetze. Dieser Beschluß zeigt, welche merkwürdigen Gesetze heute in Preußen noch in Kraft waren, bis endlich durch diesen Beschluß die veralteten Gesetzesbestimmungen beseitigt sind.

So galt bisher u. a. noch ein Patent wegen Abschaffung der Stroh- und Schindeldächer vom 12. August 1721. Aus dem Jahre 1871 stammte eine Verordnung gegen den übermäßigen Genuß des Branntweines, und aus dem Jahre 1720 ein

Mandat wegen Abstellung der Austerndiebereien. In Lüneburg war noch ein Edikt wegen des Taubenhaltens vom Oktober 1792 gültig. Außer­dem ist jetzt aufgehoben worden ein Edikt wegen Verhütung und Bestrafung geheimer Versprechen,

Verhütung und Bestrafung geheimer Versprechen, welche der allgemeinen Sicherheit gefährlich wer­den .könnten. Das Edikt stammt vom Oktober

1798. Gleichfalls ist aufgehoben worden eine Ver­ordnung für die Herzogtümer Schleswig und Holstern wegen Aushebung der Leibeigenschaft vom 19. Dezember 1804 und eine Mühlenverord­nung für die gesamte Monarchie vom 28. Oktober 1810, sowie eine Verordnung aus dem Jahre 1816, wodurch das Führen fremder oder erdichteter Namen verboten wird. Weiterhin ist der Auf­hebung verfallen eine Kabinettsorder über die Ab­stellung der sogenannten Gebehochzeiten und ähn­licher Festlichkeiten in einzelnen Kreisen der Rheinprovinz, und eine Kabinettsorder wegen des öffentlichen Tabakrauchens in den Städten vom 19. Dezember 1832. Im ehemaligen Königreich Hannover mar am 30. September 1842 ein Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Juden erlassen, das nunmehr auch formal aufgehoben worden ist. Ebenso galt für das ehemalige Königreich Hanno­ver eine Bekanntmachung über das Fahren von Hundefuhrwerken vom 2. März 1861. Auch diese Bestimmung wurde für ungültig erklärt.

25jähr. Angestelltenjubiläum. Am 1. August begeht Herr Karl Hartung, Lamboystr. 61, sein 25jähriges Jubiläum als Prokurist bei der Firma Gebr. Hirschmann.

* 70. Geburtstag. Am 1. August begeht Frau Marg. Hört, Gr. Dechaneistraße 16, in voller Rüstigkeit ihren 70.

* Berliner Mozark-Lhor. Auf das heute abend 8 Uhr in der Stadthalle stattfindende Konzert, sei hiermit nochmals empfehlend hingewiesen. Zum Vortrag gelangen außer Chören bebeutenber Kom­ponisten, wie Lassus, Brahms, Beethoven, Mozart, Cherubini u, a. m. Volkslieder und Sprechchöre. Karten sind bis 6 Uhr in den bekannten Vorver­kaufsstellen und abends an der Kasse zu haben.

* Preuß. Klassenlotterie. Wir möchten die Spie­ler darauf aufmerksam machen daß morgen, Samstag am letzten Erneuerungstag der 5. Klasse durchgehend Lose erneuert werden können.

* Die Bau- und Wirkschaftsgemeinde Hanau und Umgebung (Ring der Bauwirte) hält am Samstag abend 8 Uhr in derCentralhalle" in Verbindung mit ihrer Monatszusammenkunft eine öffentliche Versammlung ab. (Siehe Inserat).

Der Sternhimmel im August

Noch immer sendet uns die vonne ihre licht- und

zur Verfügung stehenden großen Fernrohr

von

wärmespendenden Strahlen täglich etwa 15 Stun- 21 Meter Länge Unterteilungen erkennbar sind. Sie­ben zu. Die warmen AuMstnächste pflegen den fes wundervolle Schauspiel wird durch die große Aufenthalt unter dem sternenübersäten Himmel be­sonders angenehm zu machen. Blickt man zum

Trabantenschar, die den Saturn umgibt, noch er­

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Langsam entblättern die Rosen. Neue Knospe» brechen auf und köstlicher Wohlgeruch webt in der

mitten in der Sommerherrlichkeit eni

Lust. Doch mitten in der Sommerherrlichkeit ent­falten still die letzten Blumenkinder der heiße» Jahreszeit, die zugleich schon Blumen des

kommenden

Herbstes sind, ihre Blüten: die

Dahlien.

Schön getönte Blütensterne hängen an den tarken Stielen, leuchten zwischen dem üppigen Blattwerk hervor. Falter gaukeln im Sonnenlicht um die leuchtende Herrlichkeit. Und wenn sich der Tag neigt und Dämmerung um die blühenden Beete schattet, löst sich alles Leuchtende, Grelle, zu einer unendlich fernen Farbensymphonie.

Die Dahlie ist die Malerin unter den Blumen. Sie wirkt einzig und allein durch ihre Farben­pracht. Der köstliche Wohlgeruch der Rose fehü ihr. Trotzdem ist ihre Wirkung auf die Menschen nicht minder stark als die der Rose. Jeder Sehende ist berauscht von ihrer wundersamen, vielgestaltigen Schönheit, die vom tiefdunkelrot über hellrot, zart- rosa, gelb, im feingetönten Pastellton bis hinaus zum reinsten Weiß immer gleich reizvoll ist.

Zugelich löst aber der Anblick dieser einzigartig schönen Blütensterne auch eine stille Wehmut aus. Wenn die Dahlie blüht, hat der Sommer seinen Höhepunkt bereits überschritten, und sachte, sachte naht sich der Herbst.

Monatsanfang gegen 10 Uhr abends nach Norden, so sieht man dort dicht am Horizont als hellfunkela- -den Stern die Kapella im Fuhrmann. Nach Osten zu schließen sich die Sternbilder Perseus, Kassiopeia, Andromeda und Pegasus an. Der griechischen Sage nach ist Andromeda die Tochter des Königs Kepheus und feiner Gemahlin Kassiopeia. Damit die Heimat­stadt von einem schrecklichen Seeungeheuer befreit würde, ließ Kepheus auf einen Orakelspruch hin die Tochter an einen StvaNdfeLsen fesseln. Pesreus, ein Sohn des Zeus, erschlug bas Ungeheuer. Dem Ver­sprechen des Vaters gemäß erhielt er Andromeda zur Frau. Am Himmel finden mir die Gestalten dieser Sage zu einer Gruppe vereinigt. Sie Sternreibe der Andromeda, ie in dem Hauptstern des -----------

Die anderen Planeten stehen für eine eingehende Beobachtung im August zu ungünstig. Jupiter taucht erst Mitte des Monats am Morgenhimmel auf und ist gegen Ende des Monats 1% Stunden vor Tagesanbruch zu beobachten. Mars ist in den ersten Augusttagen wenige Minuten am Abend­himmel zu erspähen. Venus, die anfangs noch etwa eine halbe Stunde lang als Morgenstern leuch­tet, verschwindet im letzten Augustdrittel in den Strahlen der Sonne, und M e r t u r bleibt während des ganzen Monats unsichtbar.

na

irmament!

von drei Sternen des Pegasus. und einem Stern der Andromeda gebildete Viereck wurde in alter Zeit alsTisch" bezeichnet. Sie wichtigsten Sterne der Sommergruppe Leier, Schwan und Adler dürf­ten allen Sternfreunden bekannt sein. Weniger markant sindWassermann, Steinbock und Schütze.

Im letztgenannten Sternbild hält sich der fernste ber mit bloßen Augen sichtbaren Planeten, Sot- turn, auf. Er ist das hellste Gestirn am Süd­himmel und fällt durch sein ruhiges gelbes Licht besonders auf. Sein Abstand von der Erde be­trägt am 1. August 1 350 000 000 Km. Trotz dieser großen Entfernung ist seine merkwürdige Gestalt

Der Mond zeigt bei seinem Lauf durch die TierkreiLsternbilder folgende Lichtphasen: Letztes Viertel am 6. August, Neumond am 13., Erstes Viertel.am 2 . und Vollmond am 28. August.

ten Augusthälft« wird es sich lohnen»

Ausschau zu halten. Die Hauptzeit des Stern- schnuppeufalls vom 9. bis 12. August -ist in diesem Jahre besonders- zur Beobachtung des himmlischen pg;J uiachjquoW uisz sism ftsubissb szasmaensZ Da das Sternbild des Perseus, von dem die meisten Stemfchnuppen herzukommen scheinen, in den Abendstunden am nordöstlichen Himmel emporsteigt, so wird man die meisten Schnuppen sehen, wenn man in diese Himmelsgegend blickt. Im Laufe der Nacht pflegt die Zahl der aufleuchtenden Meteore zu wachsen, und erst das aufdämmernde Tageslicht macht dem prächtigen Naturschauspiel ein Ende. Daß sich der Auguststernschnuppenfall in jedem Jahr

* Aulo-Fahrt nach Rohrbrunn im Hochspessari am Sonntag, 2. August, findet bestimmt statt. Sie bietet einen 12stündigen Aufenthalt im Hochfpessari. Ankunft bis 22 Uhr am Marktplatz. Näheres siehe heutiges Inserat.

* Freibank-Verkauf am Samstag den 1. August 1931, von 8 bis 10J4 Uhr vormittags. Zum Berkaus kommt Rindfleisch, Preis pro Pfd. 50 Pfg. Höchst­gewicht 6 Pfd. Der Verkauf erfolgt nur in der ge­nauen Reihenfolge der ausgegebenen Karten. Kar- tenausgabe im Schlachthof am Sarnstag den 1. August von 7.50 Uhr vormittags ab bis zum Ende des Verkaufs.

* Ein schwieriger Strasprozeß, der eine stunden- lange Beweisaufnahme erforderlich machte und ganz auf einen Zivilprozeß hinauslief, wurde gestern vor dem Einzelrichter abgewickelt. Eine hiesige Firma hatte von auswärts eine Spezialmafchins bezogen, auf die sie eine Zahlung von 200 M leistete. Die Restkaufsumme von 140 RM sollte erst zur Auszahlung gelangen, wenn die Maschine in Betrieb genommen war und den gestellten Anforde­rungen völlig genügte. Da letzteres nicht der Fall war, unterblieb vorerst die restliche Zahlung. In­zwischen hatte die Lieferfirma ihren Besitzer ge­wechselt, von welcher Tatsache dem Hanauer Fabri!- unternehmen Mitteilung gemacht worden war. Die beanstandete Maschine ging zur Abänderung an die Lieferfirma zurück, deren Juniorchef nach erfolgter Abstellung der Mängel und Wiederaufstellung der Maschine die Restkaufsumme gegen Quittung aus* gehändigt erhielt, obwohl die ursprüngliche Firma von ihrem neuen Inhaber nicht mit sämtlichen Aktiven und Passiven übernommen worden war, von welchem Umstand indes dip Hanauer Firma keine Kenntnis gehabt haben wollte. Als sich hinter­her der ursprüngliche Firmeninhaber wegen Zah­lung der Restkaufsumme an den Hanauer UW^ nehmen wandte, klärte diese den Sachverhalts « p und verwies ihn an seinen Nachfolger, der 11 JH WenettrbehfiupfefTb^

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groven u^ernung yr leme merrâroige stellt wiederholt, liegt daran, daß die Erde an jenen dem Fernrohr gut sichtbar. Erne an ihren Tagen regelmäßig die Bahn eines Kometen kreuzt, Polen abgeflachte Kugel ist von einem freischweben- tzè^ feinverteilte Reste mit großer Geschwindigkeit den Ring nm^ben,au7 dem wlederumz. B. mit ,n M Erdatmosphäre Hineinschiehen und dort ver- dem den Besuchern der Berlin-Treptow-Sternwarte trennen

«in neues Weltbild von »beut

«Graf Zeppelin" muß die starten der Nordpolar. Zone korrigieren.' Ueberraschungen in Arktis unb Antarktis.

Von Otto llrmacher.

o Eines der wichtigsten Forschungsergebnisse, das derGraf Zeppelin" von seiner Fahrt in die Arktis mit nach Hause bringen wird, ist die Tat­sache, daß die Karten der Nordpolarzone z. T. grundlegend geändert werden müssen. Die Angaben auf den bisher gebräuchlichen Karten von Franz- Ioseph-Land haben sich als falsch erwiesen. An Bord desGraf Zeppelin" arbeitet man fieberhaft um in wenigen Stunden die Fehler der Vergangen­heit zu verbessern. Die Kartographen von heute haben es wesentlich einfacher als die Forscher frü­herer Zeiten. Mit den neuesten Methoden der Kar­tographie und Photographie läßt sich eine unbe­kannte Gegend aus der Vogelschau zuverlässiger aufnehmen als in früheren Jahrzehnten und Jahr­hunderten, wo der Forscher im ewigen Kampf mit den Hindernissen der Natur, im ständigen Ringen mit dem Tode, Stück für Stück des neueroberten

Bodens genau vermessen mußte.

Daß unsere Landkarten dringend verbesserungs­bedürftig waren, hat sich in den letzten Jahren mehrfach herausgestellt. Man wird sich noch der überraschenden Entdeckung erinnern, die der Expe- Lition des Professors Obrutschew, eines der her­vorragendsten russischen Geologen, vor vier Jahren im äußersten Nordosten Sibiriens, auf dem Gebiet der Jakutischen Volksrepublik, gelungen ist. Die Expedition, eine der vielen, die die Sowjetregie- ru'ng seit Jahren zur planmäßigen Durchforschung und Vermessung des größtenteils nur unvollkom­men bekannten Riesenreichs veranstaltet, entdeckte »geheure Bergkette von 1000 Km. Km. Breite, die aus nicht weniger Meter Höhe

damals eine uni

Länge und 300 .

als neun alpinen Ketten bis zu 33300 Meter Höhe besteht. Von der Existenz dieses mächtigen Ge­birges hatte man bis dahin keine Ahnung; das Gebiet war auf den Karten als Niederung ange­geben. Prof. Obrutschew meinte darnals, daß die­sesTscherski-Gebirge" wohl das letzte große Ge­birge sei, das auf der Erdkugel noch zu entdecken war: Vorläufig tzät er Recht behalten, aber es

ist keinesfalls ausgeschlossen, daß sich die Landkarte lÄsiens auch in Zukunft in dem einen oder anderen Gebiet noch tiefgreifende Korrekturen gefallen lassen muß.

Die meisten Ueberraschungen sind noch in den Polargebieten zu erwarten. Dort zeigt die Erd­karte noch ausgedehnt« weiße Flächen, also unbe- tretens und unerforschte Gebiete. So erstreckt sich zwischen dem Nordpol und Alaska eine weite, noch völlig unerforschte Zone, die noch keine Expedition berührt hat. In diesem Gebiet liegt der sogenannte Pol der größten Unzugänglichkeit", den der ame­rikanische Polarforscher Steffansson konstruiert hat. Einige Gelehrte vermuten dort Land; ob diese An­nahme aber begründet ist, wird sich erst in Zukunft erweisen. Nachdem Luftschiff und Flugzeug in den Dienst der Forschung gestellt sind, wird man nicht mehr lange auf Aufklärung zu warten brauchen. Ebenso bleibt in der Südpolarzone noch vieles zu entdecken. Bekannt ist lediglich, daß innerhalb des südlichen Polarkreises ein eisbedecktes Festland, der antarktische Kontinent, liegt. Die Küsten die­ses Festlandes, Grahamsland, Alexander I.-Land, Charcotland, King Edward VII.-Land, Dictoria- land, Wilkesland, Kaiser Wilhelm II.-Land, En- derbylaud, Coatsland und Prinzregent Luitpold- Land, sind oberflächlich erforscht. In das Innere aber, und zwar in seine östliche Hälfte waren bis zum Jahre 1929 nur Shakleton, Scott und Amund­sen vorgedrungen, als sie den Südpol zu erreichen versuchten. Sie waren dort auf ein zum Teil vul­kanisches Hochland mit den mächtigen Vulkan- gipfeln Erebus und Terror gestoßen. Erst in neue­ster Zeit hat Wilkins diesem Teil der Welt zahl­reiche Geheimnisse abgerungen und dazu bei­getragen, daß die Karten der Antarktis gründlich revidiert werden mußten. So hat er festgestellt, daß ein bisher völlig unbekannter Meeresarm Gra­hamsland in feiner ganzen Breite vom Weddell­meer zum Südpazifik durchschneidet eine hoch­bedeutsame Entdeckung! Im Süden dieses Meeres­armes entdeckte Wilkins eine großartige Küste mit gewaltigen, hochragenden Schneebergen, die den Namen Bowman koste erhielt. Ebenso unbekannt warm die von Wilkins entdeckten sechs Jnselgrup- - pen, von dem kühnen Flieger Robinson-, Scripps- und Findley-Inseln genannt; eine zweite Meerenge, die Grahamsland schneidet, wurde entdeckt, und ! schließlich die wichtigste Beobachtung gemacht: eine , 6070 Km. breite unbekannte Meeresstraße, die in

westöstlicher Richtung den Pazifischen Ozean mit dem Weddellmeer verbindet. Sie wurde Stef- fansson-Straße genannt. So war also festgestellt, daß Grahamsland, das man sich bis dahin als Ver­längerung des antarktischen Kontinents nach Ame­rika dachte, in Wirklichkeit durch einen breiten Mseresarm, eben die neuentdeckte Steffansson- Straße, vom antarktischen Kontinent getrennt ist, ferner, daß Grahamsland, das man bisher als einen zusammenhängenden Landstrich ansah, aus zwei oder drei großen Inseln besteht, die durch Meeres­arme voneinander getrennt sind, von denen man bisher nichts wußte.

Das waren Ergebnisse eines Fluges, der neun­einhalb Stunden dauerte. In dieser Zeit mürben mehr als 1900 Km. unbekannten Landes überflogen, hochwichtige Entdeckungen gemacht und die Vorbe­dingungen für eine genaue kartographische Auf­nahme geschaffen. Mit den alten Methoden der Polarsorschung, mit Schlitten und Schiffen. Hätte man in zehn Jahren nicht die Ergebnisse erzielt, die hier an einem einzigen Tag heimgebracht wurden. Der Ausgang des Wilkinsschen Fluges läßt die Ver­mutung nicht abwegig erscheinen, daß eine systema­tische Durchforschung der Antarktis mit dem Flug­zeug das bisher gültige Bild dieser Zone völlig neu­gestalten wird.

Was an dem Bild der sogenanntenbekannten Welt" noch zu ändern sein wird, steht auf einem anderen Blatt. Wenn wir in unseren Atlanten blättern, so scheinen zwar die weißen Flecken, die ehedem den Ehrgeiz des Forschers reizten, ver­schwunden zu sein. Aber ob die Kardenbilder in ihrer jetzigen Form ein getreues Abbild der Wirk­lichkeit sind? Abgesehen von Europa wobei aber noch vom Nordosten Skandinaviens, vom nördlichen Rußland sowie von Teilen der Balkanhalbinsel ab­gesehen werden muß ist außer Indien, einigen Teilen Chinas, der Ost- und Südwestküste Austra­liens, dem Kapland, Chile, Teilen der brasilianischen und argentinischen Küste, den dichter bevölkerten Teilen der Vereinigten Staaten von Amerika, Al­gerien und Tunis, dem Niltal bis zum Zusammen­fluß des Weißen und des Blauen Nils und Teilen der afrikanischen Westküste die übrige Welt nach streng wissenschaftlichen Begriffen nur lückenhaft er­kundet. Das ungeheure Reich der Mitte, beson­ders Südchina, ist uns aus kartographischen An­gaben bekannt, die sich zum Teil noch auf Beobach-

lich für Reparatur usw. der von seinem VorgarN? gelieferten Maschine in Zahlung genommen haben. Auf eine Strafanzeige hin wurde er^ Betruges in einen Strafbefehl von 120 RM. nommen, gegen den er gestern erfolgreich Einst,« schob und nach langwieriger Verhandlung Freispruch erzielte.

* Nachträglicher Eigenlumsvorbehalt ist unwirksam. Ein Kaufmann liefert einem Dritten einen größeren Posten Ware auf Kredit. Nach Lieferung kommen dem Verkäufer Bedenes hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit des Käufers, Die er diesem auch offen mitteilt und gleichzeitig bittet nachträglich zu bestätigen, daß die Ware unter Eigentumsvorbehalt getauft worden ist. Bestätigung ergeht auch und die Parteien glauben, daß nunmehr alles in bester Ordnung sei. Die Vereinbarung konnte wohl eine Verpflichtung

langen der im 17. Jahrhundert dort tätigen Jessi' iten stützen. Dasselbe gilt vom überwiegenden M Australiens. Auch Vorderasten harrt noch der sM' matischen Erschließung durch Forscherarbeit, namentlich vom Innern Arabiens weiß man nur in ganz rohen Umrissen durch Berichte von Rehen- den. Erst vor Jahresfrist hat die kühne Forschung reise eines englischen Geographen der JübatabiW Wüste Roba al Chali einige ihrer Geheimnisse gerungen. Völlig unbekannt ist ferner das Inner aller großen Urwaldgebiete der Erde. Erst vor wenigen Jahren wurden beispielsweise ganz neu Flußstrecken in Brasilien entdeckt. Das Innere ron Neu-Guinea, Borneo, Teile Australiens, betraf liche Gebiete im Innersten Afrikas harren noch der Erschließung. Das meiste, was wir von oe Erde wissen, beruht eben auf mehr oder minac zuverlässigen Streckenschätzungen, Beobachtung uv, Höhenverhältnisse usw. Manche alte Karte ist fa unverändert in die neuen Atlanten übernomme worden, und wie vorsichtig man dabei zu . gehen muß, hat sich 1879 auf dem Berliner Kongo ° gezeigt, der auf Grund solcher Karten manche u selige Grenzziehuna vorgenommen hat. Sa tonn es geschehen, daß Rumänien nach dem Frieden o > feinem Gebiet etwa 20 Dörfer entdeckte, von oer Existenz man bis dahin noch keine Ahnung g«v hatte. Und das ist vor erst einem halben!suhryu dert in Europa möglich gewesen! Wessen soll m sich da erst im übrigen Teil der Welt versehen.

Den Forschern, auf die diese unzutreffenden 2^ gaben zurückgehen, kann man daraus keinen £ . wurf machen. Der Entdecker von Franz-Jo!.^. Land, der Oesterreicher von Payer, hat jahr«l°f ° an der Erforsuchng dieses arktischen Gebietes 8 arbeitet und, obwohl er sich als anerkannter forscher sicherlich keine Berechnungsfehler ZusâE., kommen ließ, dennoch Irrtümer begangen, v» zeug und Luftschiff haben eben den besseren ueoe blick, in des Wortes eigentlicher Bedeutung. ' so werden die neuen Verkehrsmittel, die sich 0 über die Erde erheben können und vor keinem: litten Hindernis zurückzu sch recken brauchen, berui sein, uns ein ganz neues Bild unserer Erde zu mitteln,