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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den hân Sheet 3M 1.-, für den gmyen Monat 3M. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 R-Psg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 3t-P1^> im ReNameteil von 65 mm Breite 25 R-Pfg. / Qsfertengebühr 50 3t,pfg.
He. 122
1931
und Land
ErWungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher seinen Anspruch aüf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. / FürPlahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. ✓ Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Fernspr. 3956,3957,3958
„Graf Jeppelin" wieder daheim
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* Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wurde bei einer Zwischenlandung in Tempelhof von hunderttausend Zuschauern stürmisch begrüßt.
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* Die Landung des Luftschiffes in Friedrichshafen ist heute früh 5 Uhr erfolgt.
* Die amerikanischen Ozeanflieger Pangborn und Herndon sind in Berlin gelandet.
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* Bei der deutschen Reichsbahn waren im Juni die Ausgaben um 7 Millionen höher als die Einnahmen.
* Großindustrielle Kreise planen, zwei Drittel des Aktienkapitals der Danatbank zu übernehmen.
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Der Gesamtvorstand der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes im Wahlkreis Leipzig hat in einer am 29. Juli in Leipzig stattgehabten Sitzung einstimmig beschlossen, mit sämtlichen Ortsgruppen aus der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) auszuscheiden. Maßgebend für diesen Schritt war der Umstand, daß eine größere Anzahl von Ortsgruppen mit Auflösung gedroht hatte. weil sie mit der Politik der Partei nicht einverstanden war.
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Wie aus Brüssel gemeldet wird, beabsichtigt Professor Piccard einen neuen Stratosphärenflug, welcher in bedeutend größere Höhen führen soll als
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Der Delagerungzustand in Sevilla wurde am Mittwoch aufgehoben. Zur Untersuchung der Vorkommnisse, die zu den blutigen Tagen in Sevilla I führten, wurde ein parlamentarischer Ausschuß I eingesetzt.
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In Schanghai und hankau ist am Donnerstag der Belagerungszustand erklärt worden. In Schanghai wird der Ausnahmezustand voraussicht- ; lich nur drei Tage dauern und sich nicht auf diè ausländischen Konzessionen erstrecken.
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Am Mittwoch vormittag ereignete sich in Santiago de Chile ein Erdbeben, das großen Sachschaden anrichtete. Die Bevölkerung wurde durch die Erdstöße von einer Panik erfaßt, doch sind Menschenleben nicht zu beklagen.
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Der Gesundheitszustand Lloyd Georges, der sich wegen, Nierenblutungen einer Operation unterziehen ^nußte, macht weitere Fortschritte.
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Der Rewyorker Bürgermeister Walker wird Anfang August nach Europa abreifen, um einen Kuraufenthalt von mehreren Wochen in Bad Nauheim zu nehmen. Außerdem beabsichtigt Walker, Berlin einen kurzen Besuch abzustatten, um die städtischen Einrichtungen zu besichtigen.
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Wie die Zeitung „Record" meldet, haben Importeure von Philaoephia, Boston und Newyork die Aufforderung erhalten, insgesamt 40 Millionen Dollar Einfuhrzölle nachzuzahlen, die sie während der letzten fünf Jahre durch Fälschung von Ein- fuhrerklärungen für sich behalten haben sollen.
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Wie die Zeitung „Popolo di Trieste" aus Triest meldet, fand man im Dorfe Mattegna eine Bombe, die von außen am Fenster eines Hauses befestigt war, in dem eine Abteilung Grenzmiliz untergebracht ist. Nach Ansicht von Sachverständigen wäre die Bombe explodiert, wenn man das Fenster öffnete.
Um den geplanten kommunistischen Kundgebungen in Paris am 1. August zu begegnen, hat der französische Ministerpräsident sämtliche Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel für diesen Tag verboten. Die Polizei wird verstärkt, Truppen werden in Bereitschaft gehalten. An Kundgebungen teilnehmende Ausländer werden unverzüglich ausgewiesen.
. Wie der Deutsche Handlungsgehilfenverband uiitteilt, ist der zwischen den Arbeitgebern Nordwest und den Angestelltenverbänden hinsichtlich der •Regelung der Gehälter der kaufmännischen und technischen Angestellten seit Monaten bestehende tariflose Zustand durch den Abschluß einer neuen tariflichen Einkommensregelung n?it Geltung ab Juli beendet worden. Das Abkommen läuft unkündbar bis zum 29. Februar 1932.
*1 Näheres siehe im politischen Teil.
Sn Lvèe-richshaßen glatt
7 gelandet
Friedrichshafen, 31 Juli. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute früh nach feiner Arktisfahrt um 4.52 Uhr unter jubelnden Hochrufen einer großen Menschenmenge
glatt gelandet. Schneller als man noch am Donnerstag morgen erwartet hatte, ist das Luftschiff „Graf Zeppelin" von seiner Polar fahrt zurückgekehrt. Es hak die geplante Zwischenlandung in Leningrad infolge ungünstiger Witterungsverhältnisse nicht durchgeführt, sondern ist nach Berlin durchgeflogen, wo es am Donnerstag abend auf dem Tempelhofer
Feld zwischenlandeke und bereits um 19.50 Uhr
Die große Fahrt des Luftschiffes „Graff Zeppelin" in die Arktis hat genau eine Woche lang gedauert. Am Freitag, 23. Juli, früh erfolgte der Abflug aus Friedrichshafen, und am Donnerstag nachmittag erreichte das Luftschiff bereits wieder Berlin. Zwei ZwifchenlanÄungsn hat das Luftschiff noch vorgenommen, die beide gleich bedeutungsvoll waren, und zwar in Leningrad und neben dem Eisbrecher „Malygin". Der Besuch Leningrads bedeutete eine selbstverständliche Höflichkeit, nach dem das Luiftschiff hier bereits mehrmals vergebens erwartet worden war. Umso begeisterter war der Empfang. Ganz Leningrad war auf den Beinen, um den Zeppelin zu sehen. Bedeute die Zwischenlandung m Leningrad einen Akt der Höflichkeit, so war flugtechnisch weit interessanter die Landung bei dem „Malygin" und der Aus-
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den. daß es der Schiffsfführung gelang, die geplante Begegnung mit dem „Malygin" program' mäßig durchzuführen.
Nach der Begegnung mit dem „Malygin" hielt das Luftschiff im wesentlichen östlichen Kurs. Es ist während seiner ganzen Fahrt wohl kaum über den 82. Breitengrad hinweggekommen. Den Nordpol zu erreichen, bestand keine Schwierigkeit. Es war noch eine Flugstrecke zurückzulegen, für die etwa 6 Stunden Flugzeit benötigt worden wären. Aber nach den Plänen, die für Sie Arktisffahrt des „Graf Zeppelin" vorgesehen sind, lag keine Veranlassung vor, den Nordpol zu überfliegen. Wichtigere Ausgaben waren zu erfüllen. Unbekanntes Gebiet sollte durchforscht und kartographisch ausgenommen werden. Zum Teil sind völlig neue Kartenskizzen angelegt worden. Es hat sich herausgestellt, daß Inseln,' die in Karten emgezeichnet waren, überhaupt nicht vorhanden sind, umgekehrt hat man neue Inseln entdeckt. Die Südwestküste von Nordland wurde topographisch ausgenommen. Man stellte ffest, Laß Nordland erheblich größer ist als Nowaja Semlija. Es zerfällt in zwei Telle, die durch die Schakalsky-Straße getrennt sind. Der Vorstoß des Luftschiffes in nordöstlicher Richtung ging bis zum Taimyr-See. Hier hat man eine mächtige Gebirgskette entdeckt, deren Länge auf 30 Km. geschätzt wird. Außer der geographischen Erforschung von Gebieten der Arktis, die bisher völlig unbekannt oder nur wenig bekannt waren, sind noch viele andere wissenschaftliche Untersuchungen ausgeführt worden.
,; Das Luftschiff neigt sich zur Landung auf den Flugplatz Lerlin-Tempelhof nieder.
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zur Heimfahrt nach Friedrichshafen startete.
^Geaf Zeppelins" Landung in Lempslhoss
Berlin, 30. Juli. „Graf Zeppelin" ist um
%7 Uhr abends in Tempelhof gelandet. Bevor das Luftschiff sich zur Landung nach dem Flugfeld wandle, kreuzte es längere Zeit in geringer höhe über dem Häusermeer Berlins. Auf den Straßen jubelte ihm die Bevölkerung immer wieder zu. So oft es in Berlin war, ist es wohl noch nicht mit so freudiger Begeisterung begrüßt worden wie nach dieser großen Fahrt.
Gegen %7 Uhr wurde „Graf Zeppelin" dann in Tempelhof gesichtet. Hier hatte sich eine riesige Menschenmenge eingefunden, die beim Anblick des Luftschiffes in Begeisterungsstürme ausbrach. In der Nähe des Landungsplatzes hatten sich zur Begrüßung LeriLLter â . âicdsresieruna, der MMÄM Skaatsregketüng, der russische Botschafter, Oberbürgermeister Dr. Sahm, die Vorstandsmitglieder der Aeroarktis und zahlreiche andere prominente Persönlichkeiten eingefunden. Nachdem das Luftschiff langsam dichter an die Hallengebäude herangebracht worden war, um die Betriebsstoffübernahme zu erleichtern, entstiegen Dr. Eckener, Professor Samoilowitsch und andere Fahrtteilnehmer der Gondel. Sie wurden herzlich empfangen. Oberbürgermeister Dr. Sahm hieß sie mit einer Ansprache herzlich willkommen, in der er auf den Jubel hinwies, mit der Berlins Bevölkerung das stolze Schiff bei der Abfahrt in das kühne Unternehmen auf« steigen sah, und mit dem sie es jetzt nach Tagen gespannten Interesses und auch bangen Wartens in der Heimat wieder begrüßte. Das silberne Luftschiff sei uns in diesen Tagen tiefster Not ein Symbol des heiß ersehnten Aufstiegs, von dem wir lernen wollen, was zäher Wille vermag. Mit uns blickt die Welt auf die Leistung des Schiffes, feiner Führung und der wissenschaftlichen Pioniere des russischen Volkes. Als Ausdruck des Dankes und zur Erinnerung überreichte Oberbürgermeister Dr. Sahm Dr. Eckener das Wappentier der Stadt Berlin, den stehenden Bären, in Bronce. Begeistert stimmte die Menge in das Hoch ein.
In der bekannten freundlichen und bündigen Art dankte
Ds. GBenerr
zugleich im Namen der Besatzung, für den Willkommensgruß. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß das „alte brave Luftschiff" wieder eine recht erfolg«
reiche Fahrt hinter sich gebracht habe. Es scheine ja, als ob nicht alles erfüllt worden fei, was man erwartet habe, aber er fei auch nicht ganz sicher, ob das, was alles in den Zeitungen über die Pläne der Veranstalter berichtet wurde, je von ihnen geplant gewesen sei. „Graf Zeppelin" habe wieder einmal seine Leistungsfähigkeit bewiesen, die Fahrt habe allerdings äußerlich einen anderen Verlauf genommen als man vorher glaubte, wenn man vom Frieren, Eisbelastung und schweren Böen sprach. Jetzt wisse man, daß
die Fahrt in die» Arktis die angenehmste, schönste und am wenigsten gefährliche sei, die man sich vorstellen könne. Sie sei dauernd unter einem herrlichen blauen Himmel vonstatten gegangen und auch die Orientierung habe keine Mühe gemacht.
Die Aufnahmen, die man mitgebracht habe, würden zeigen, ein wie ausgezeichnetes Forschungsmittel das Luftschiff ist. Zum Schluß sprach Dr. Eckener die Ueberzeugung aus, daß es noch sehr häufig für solche und ähnliche Fahrten verwendet werden wird.
Daraus hieß auch der Botschafter der Sowjet- umon Ehintschuk die Führung des Schiffes und der Expedition in deutscher Sprache herzlich willkommen, Er zweifle nicht daran, daß Lite Ergebnisse dieser Fahrt für die ganze Wlt von großer wessen- schaffüicher Bedeutung fein werden. Die Expedition sei eine neue Bestätigung für die völkerverbindende Mission von Wissenschaft und Technik. Mit besonderer Genugtuung erfülle ihn natürlich das deutsch-russische Zusammenwirken. Zum Schluß beglückwünschte der Botschafter Dr. Eckener noch einuors zu Mig^^R
Professor Samojlowitsch erklärte schließlich noch, er sei erstaunt, ein wie ausgezeichnetes Mittel das Luftschiff für derartige Forschungszwecke sei. In wenigen Tagen habe man auf den vrschiedenen in Frage kommenden wissenschaftlichen Gebieten die Ergebnisse sammeln können, für deren Zusammentragung man sonst zwei bis drei Jahre gebraucht hätte.
Während dieser Begrüßungsfeier wurde das Luftschiff für die Weiterfahrt nach Friedrichshain mÄ Betriebsstoff versorgt. Die Menge, die den festlich geschmückten Flugplatz umsäumte, harrte aus. bis „Graf Zeppelin" die Weiterfahrt antrat.
Eine EMasritts Vovahs gegen das SevfaMee Diktat
Newyork, 30. Juli. Die Wochenschrift „Nation" veröffentlicht mit Zustimmung Senator Borahs folgende Stellen aus einem an einen Freund ge« richteten Briefe Borahs über die europäische Lage:
„Ich stimme durchaus mit den Ansichten überein, denen Sie in Ihrer allgemeinen Erörterung der europäischen Lage Ausdruck geben. Ich bin jedoch der Ansicht, daß es drei oder vielleicht vier Hauptmöglichkeiten für die Erholung Europas gibt: Dieses sind:
die Revision des Versailler Vertrages, eine
• Neuregelung der Reparationen, Anerkennung Rußlands feilens der Vereinigten Staaten und eine durchgreifende Abrüstung
Ich gebe natürlich zu, daß mindestens drei dieser Vorschläge schwierige Probleme darstellen. Sie sind aber keineswegs so schwer zu verwirklichen wie eine Erholung Europas ohne Regelung dieser Probleme. Europa kann sich unter den bestehenden Friedensverträgen nicht erholen, und Deutschland ist niemals in der Lage, die ihm auferlegten Reparationen zu bezahlen. Bis das russische Problem gelöst ist, wird es keine Abrüstung Europas geben. Wir leben in einem Narrenreich und sprechen von Abrüstung und besseren Zeiten, treiben aber in Wirklichkeit seit Unterzeichnung des Versailler Vertrages gefährlichen Klippen entgegen.
„Nation" selbst fommentiert Borahs Ausführungen wie folgt: Wir schätzen uns glücklich, diese Ansichten verbreiten zu können. Es ist uns eine Freude, daß der Vorsitzende des Kommitees für Auswärtige Angelegenheiten im Senat so klar erkannt hat, daß es in Europa keinen wahren Frieden geben kann, bevor nicht der Versailler Vertrag nach den Geboten der Wahrheit, Menschlichkeit und Gerechtigkeit revidiert ist. Das einzige, was wir bedauern ist, daß Borah die allgemeine Beseitigung von Schutzzöllen nicht ebenfalls in feine Forderungen eingeschossen hat.
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