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Mttlmoch, den 29. Iu« 1931

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Wet zwei schwere Sevkehvs- unfStte

Die Bevkehrsunsäli-e beginnen sich in den letzten Tagen m erschreckenden, Maße zu häufen. Nach den beiden letzten Unfällen an der gefährlichen Kreuzung Rückert- und Hainftratze, ereignete sich gestern nachmittag gegen 6 Uhr an der nicht min­der berüchtigten Ecke Nußallee—Bönstadt ein wei­teres folgenschweres Unglück. . Gin hiesiger Ge­schäftsmann oettjludjie wd> vor einem aus der Hainftratze hervnnohenden schwerbeladenen Last­kraftwagen mit Anhänger die Kreuzung Nußallee- Bovstadt zu passieren, als im gleichen Augenblick ein Pferdefuhrwerk aus der Nüßallee in der Fahr­bahn des Radfahrers austauchte. Anschcknend wollte der Radfahrer jetzt kurz in die Nußallee ein- ' biegen, um einem drohenden Zusammenstoß zu ent­gehen, wobei er von dem Lastauto am Hinteren Rad erfaßt, zu Boden geschleudert und überfahren wurde. Mit schweren Schenkelverletzungen wurde der Ver­unglückte in das Landeskrankenhaus verbracht. Es haèelt sich vermutlich in der Hauptsache um einen Schonkelbruch, Quetschungen. und inneren Ver­letzungen. Die genaue Art der Verletzungen dürfte erst heute früh nach erfolgter Röntgenaufnahme festzusteKen film. — Ein weiterer schwerer Ver- kehrsunsaU ereignete sich am Montag nachmittag gegen 5.30 Uhr auf der Landstraße Dörnigheim— Hanau unweit von Dörnigheim. Der frühere Kornhcmsdirektor aus Hanau wollte ein in Rich­tung Hanau vor -ihm herfahrendes Pferde­fuhrwerk mit seinem Personenkraftwagen über­holen, Äs aus der entgegengesetzten Rich­tung am Rüsselsheimer Auto auftauchte. Ehe der Hanauer Wagen noch richtig abbremsen konnte, war schon ein heftiger Zusammenstoß zwischen den beiden Personenautos erfolgt, die beide ganz er­heblich beschädigt wurden. Der Besitzer des Hanauer Wagens und ein 8jähriger Junge, der neben dem Führer des Rüsselsheimer Autos saß, erlitten beim Zusammenstoß Verletzungen und mußten in das St. Vincenzkrankenhaus nach Hanau verbracht werden. Während sich die Ver­letzungen des Hanauer Fahrers als solche von leichter Natur herausstellten, wurden bei. dem Jungen nicht unerhebliche Schnittwunden im Ge­sicht festgestellt. — Ein dritter, leichterer Verkehrs­unfall ereignete sich heute früh gegen %8 Uhr an der Ecke Kleine Hainstraße und Vorstadt. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Motorrad­fahrer und einem Radfahrer trug letzterer Fleisch- wunden an der linken Hand davon.

MeMsev Ehen, weniger Geburten

' 1930 ein schlechtes Heiraks- und Geburlenjahr.

Nach -den kürzlich veröffentlichten vorläufigen Feststellungen des Statistischen Reichsomis erwies sich das Jahr 1930 als ein schlechtes Heirats- und Gsburtenjähr. In der zweiten Hälfte des Jahres 1930 wurden insgesamt 32 000 Ehen weniger ge­schlossen als in der gleichen Zeit des Vorjahres. In der Gesamtzahl der Eheschließungen im Jahre 1930 kömmt der neuerliche Rückgang der Heirats­häufigkeit noch nicht so sehr zum Ausdruck, da in ..der ersten Jahreshälfte rund 4.900 Ehen mehr ge- ‘Afonen wurden Äs im gleichen Zettraüm des Vor­jahres. Immerhin war die Gesamtzahl der Ehe­schließungen im Jahre 1930 um 27133 kleiner als im Jahre 1929. Die Zahl der heiratsfähigen Män­ner ist auch im Jahre 1930 noch angewachsen, so daß verhältnismäßig eine weitere Zunahme der EhesMießungszahl um etwa 9000 zu erwarten war. Stellt man dies in Rechnung, so ergibt sich, daß im zweiten Halbjahr 1930 sogar 36 800 Eheschließungen wegen der ungünstigen Wirtschaftslage unterblieben sind. Die Zahl der Lebendgeborenen war im ver­gangenen Jahre wieder um 20 630 niedriger als im Jahre vorher.

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^leinigkettert aus dem Gevithtssaal

Schwere Strafe für einen Sittlichkeitsverbrecher

Nur dem glücklichen Zufall in Gestalt einer auf-

merkpmen Sttaßenlassa^ ^^ verdanken, an ernsten und ermahnenden Warten fehlen, die dem

Wie lesen tote?

v Ueber diese interessante Frage hat Prof. Dr. Woodsworth von der Columbia-Universität tief­schürfende Untersuchungen angestellt, auf Grund deren er zu nachstehenden Ergebnissen gelangt ist. Der Durchschnittsleser bringt es in der Sekunde aus rund sechs Worte; er braucht mithin für ein mittel- stavkes Buch etwa viereinhalb Stunden. Natürlich besteht ein Unterschied, ob man ein schweres wissen­schaftliches Werk studiert oder einen spannenden Kriminalroman ^verschlingt". Uebrigens sind es nicht die Augen, welche die Lesegeschwindigkeit be­stimmen, sondern das Gehirn. Das Auge bewegt sich nämlich nicht in ununterbrochenem Fortschritt, sondern-seine Bewegungen setzen sich aus einer sehr großen Zahl von Rucken zusammen, zwischen denen stets kleine Pausen liegen. Auf diese Weise werden wir instand gesetzt, den Lesestoff gut und deutlich zu übersehe«, vor allem aber — und dies ist das Wichtigste —bekommen wir so auch die nötige Zeit, um das Gelesene geistig zu verarbeiten. Nicht weni- ger als 95 Prozent der auf -das Lesen verwandten Zeit entfallen auf diese Pausen, während das Auge nur 5 Prozent braucht, um das Gedruckte im opti­schen Sinne zu erfassen. Das Auge arbeitet mithin wesentlich schneller als das Gehirn, das den Sinn des Gelesenen verarbeiten muß. Die Beschleuni­gung dieses letzteren Prozesses ist daher ausschlag­gebend für eine Steigerung der Lesegeschwindigkeit.

o Berliner Mozart-Chor: Wer das am kom­menden Freitag, den 31. Juli, in der Stadthalle stattfindende Konzert dieser jugendlichen Sänger besucht, wird sich nicht nur selbst eine Freude machen, sondern auch einem guten Zweck dienen. Durch seine Reisen beabsichtigt der Chor die Pflege des Heimatgedankens, sucht er in weiteren Kreisen Anteilnahme an gutem Chorgesang zu erwecken und schafft Erholungsmoalichkeiten für bedürftige Großstadtkinder. Ueber die Leistungen des Chors schreibt u. a. der Süddeutsche Rundfunk, Stutt­gart: »Ein erfreuliches Ereignis der Woche war das Konzert des Berliner Mozart-Chors, eine Uebertragung aus dem Festsaal der Liedechalle. Die keusche Herbheit ungebrochener naiver Sum­men mitanzuhören, ersetzte manchen Fehlgenuß in

daß vor einem Vierteljahr ein gemeingefährliches Subjekt auf frischer Tat ertappt und jetzt für längere Zeit unschädlich gemacht werden konnte. Es war am 24. April, abends gegen 7.30 Uhr, auf der Hammer­straße, als die genannte Frau von ungefähr einen Mann auf drei Kinder heftig einreden sah, die Körb­chen mit Schlüsselblumen zum Verkauf bei sich führ­ten und sich schließlich mit dèm Mann entfernten. Der Frau kam die Sache sofort verdächtig vor und sie folgte dem Mann, der sich mit den Kindern rasch entfernte und aus ihrem Blickfeld entschwand. In der Nähe des Heumarktes stieß die Verfolgerin dann wieder auf zwei der kleinen Blumenverkäufer, wäh- renb das bei ihnen befindliche kleine 6jährige Mäd­chen verschwunden war. Zu ihrer größten Bestür­zung mußte die Frau dann hören, daß der Mann das Kleine unter. Versprechung von einer Mark mit sich genommen und den beiden. 8—9jährigen Knaben anbefohlen hatte, hier auf ihre Begleiterin zu war­ten. Durch Nachfragen suchte Lie wackere Frau jetzt zu ermitteln, wohin der Unbekannte mit dem Mäd­chen gegangen sei. Mehr als eine Viertelstunde ver­strich mit nutzlosem Fragen, als plötzlich die Kleine in der Steinheimer L-traße auftauchte und mit ihr für wenige Augenblicke an der Haustür eines An­wesens ein dort wohnhafter SOjähr. Schreiner, der erst vor einem halben Jahre nach Verbüßung einer ein­jährigen Strafe wegen Sittlichkeitsverbrechens aus dem Zuchthaus entlassen worden war. Jetzt bedurfte es keiner großen Kombinationsgabe mehr, um dem alten Sünder hinter feine unsauberen Schliche zu kommen, wenn auch das mißbrauchte Kind aus Angst vor seinen Eltern zunächst beharrlich schwieg und erst gestern vor Gericht aussagte. Der gefährliche Kinderfreund aber wollte nichts wissen, da er be­trunken gewesen sei. Lediglich die Möglichkeit gab er zu, in diesem Zustand unzüchtige Handlungen vorge­nommen zu haben. Das Gericht ging streng mit dem Wüstling vor und erkannte auf 1 Jahr 9 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust, wobei es noch strafmildernd die unglücklichen häuslichen Verhält­nisse des Täters und seine durch Alkohol verminderte sittliche Widerstandskraft berücksichtigte. Nur diese beiden Momente bewahrten den Unhold für diesmal vor dem Zuchthaus.

Auf bedenklicher Bahn

Jugendlicher Leichtsinn und mangelnde innere Festigkeit spielten einem 23jährigen Menschen aus Leipzig, dem ein besseres Schicksal an der Wiege be- schieden war, übel mit. Als Sohn eines Abteilungs­vorstehers der Leipziger Ortskrankenkasse hatte der Angeklagte nach erfolgtem Besuch einer höheren Lehranstalt zunächst den Kaufmannsberuf ergriffen und bereits eine annähernd zweijährige Lehrzeit hinter sich, als ihn der Uebermut plagte und er kur­zerhand feine Lehrstelle aufsteckte. Als es darüber zu einem Krach mit seinem Vater kam, lief er einfach aus dem Elternhaus fort und begab sich auf die Wanderschaft, um sich fortan als landwirtschaftlicher Arb etter kümmerlich durchs Leben zu schlagen. Im Oktober 1928 kam er nach dem nahen Butterstadt und fand dort Stellung bei einem Landwirt, der mit dem neuen Gehilfen höchst zufrieden war. Auch in dem kleinen Oertchen war der bescheidene und gebildete junge Mensch sehr beliebt und geachtet, so daß der Himmel einzustürzen drohte, als er plötzlich wegen schwerer Einbruchsdiebstähle verhaftet wurde und sofort ein umfassendes Geständnis ab.legte. An 5 Sonntagen hintereinander im Md JlMl war er durch die Scheune feines Dienstherrn auf das Dach des Nachbaranwesens geklettert und von dort

durch die Bodenluke in das Nachbargehöft einge­drungen, nachdem er fein säuberlich das Boden­fenster beim ersten „Besuch" heraus^ebrochen und nach Verübung der Tat stets wieder eingesetzt hatte. Aus dem Schlafzimmer und dem Flur der Nachbar­innen, die nebenher noch einen kleinen Handel Mit Rauchwaren betrieben, entwendete er bei dieser Ge­legenheit insgesamt 28 Dollar, 93 Mark deutsches Geld, Tabak, Zigarren und Zigaretten, obwohl ihm die Not fremd war und er ein wenn auch bescheidenes Auskommen hatte. Das Gericht ließ gegen den reuigen jungen Angeklagten weitgehende Milde walten und erkannte wegen fortgesetzten schweren Diebstahls auf eine Gesamtstrafe von 4 Monaten Gefängnis, von denen ihm noch 2 Monate bedingt ausgesetzt werden. Zum Schlüsse ließ es der Vorsitzende nicht

Blüte stehender Sangeskünstler. Welch tiefe Rein­heit der Tongebung bei den Berliner Kindern, was für eine klare Aussprache und zuletzt welch disziplinierter Rhythmus und dynamische Ab- chattuno. Vom oerschwebenden Piano bis zum auchzenden Forte beherrschte der Chor alle Zwi­lchenstufen in meisterlicher Nutzanwendung". In Anbetracht des guten Zweckes darf wohl erwartet werden, daß das Hanauer Konzert-Publikum dieser Veranstaltung seine Unterstützung nicht versagen wird. (Siehe heutiges Inserat).

o Bayreuth im Rundfunk. Am 18. August wird erstmalig eine Festspielaufführung aus Bayreuth auf den Rundfunk übertragen. Es wird unter Lei­tung von Wilhelm Furtwängler „Tristan und Isolde" gegeben werden. Die Uebertragung beginnt nachmittags um 4 Uhr. Sie wird von sämtlichen deutschen Sendern und nunmehr insgesamt von 22 Ländern aller Erdteile übernommen. Es wird dies die größte Weltsendung, die bis heute jemals da war. Zur be­sonderen Unterstreichung der Bedeutung wird an diesem Tage von nachmittags . 4 Uhr an eine voll­ständige Senderuhe eintreten, so daß die Ueber­tragung von Nachrichten und anderem vollkommen unterbleibt. Die Sender der Wett gehören also am 18. August ausschließlich den Bayreuther, Ereig­nissen, einer deutschen Kunstdarbietung.

O Mondlicht stört die Radioübertragung. Das Licht sowohl des Mondes als auch des strahlenden Sonnenscheins beeinträchtigt die Radioüberftagung, wie Dr. Harlan Stetson von der Wesleyan-Uni- verfität Ohio in einem Vortrag ausführte. Die Radioübermittlung zwischen Chicago und Boston sei nach Ausweis der in den letzten Jahren gemach­ten Erfahrungen um 100 Prozent besser und deut­licher gewesen, wenn der Mond verschwunden war. Der ungünstige Einfluß des Mondes auf die Radio- übertkagung wurde auch von Offizieren der ameri­kanischen Kriegsmarine auf Grund persönlicher Wahrnehmungen bestätigt.

o Lautsprecher und Mikrophon im Operations- faal. In der chirurgischen Klinik der Universität Mailand ist vor kurzem eine Lautsprecheranlage eingebaut worden, die bei Operationen benutzt wird und dazu dient, die Erklärungen des die Operation ausfiihrenden ober leitenden Professors den der Operation beiwohnenden Studenten hörbar zu machen. Diefe verfolgen von der Galerie aus, die

Angeklagten hoffentlich die Gefährlichkeit der be­schrittenen Bahn ein für allemal vor Augen führen und ihm in Zukunft stets im Gedächtnis haften blei­ben werden.

Ein Exempel für lässige Zeugen

Vor dem hiesigen Schöffengericht sollte sich ge­stern ein Reisender aus Lützelhausen (Kreis Geln­hausen) wegen Urkundenfälschung, Unterschlagung und Bettug verantworten. Der Angeklagte und 9 Zeugen waren pünktlich zur. festgesetzten Termin­stunde im Gerichtssaal versammelt, lediglich ein zehnter, vom Angeklagten ausdrücklich benannter und am 18. Juli durch das Gericht geladener Zeuge fehlte. Da der Angeklagte auf diesen, für ihn scheinbar sehr wichtigen Zeugen nicht verzichten wollte, mußte die Verhandlung notgedrungen vertagt werden. Der fehlende Zeuge, ein Angestell­ter der Ortskrankenkasse Gelnhausen, hatte einem an­deren Zeugen am Samstag ausdrücklich erklärt, er hätte kein Interesse an einer von ihm geforderten Einsicht der Bücher und werde übrigens auch nicht zum Termin erscheinen, da er den beurlaubten Vorsitzenden der Kasse vertteten müsse. Das Gericht zu benachrichtigen oder sein Fernbleiben zu ent­schuldigen, hielt der Zeuge aber nicht im entfern­testen für notwendig, sondern er ließ ganz einfach den mit erheblichen Kosten verknüpften Termin auffliegen. Das Gericht geißelte das mehr als lässige Verhallen des abwesenden Zeugen mit schärfsten Worten und nahm ihn in eine Ordnungsstrafe von 100 Mark, zu der noch die Kosten des durch sein Verschulden ausgefallenen Termines kommen. Ein etwas teueres Vergnügen.

* Außerordentliche Sitzung der Handelskammer. Die Geschäftsstelle Hanau der Industrie-, und Han­delskammer Frankfurt-Hanau hielt gestern unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Herrn H. C. Deines und starker Beteiligung eine außerordentliche Sitzung ab. Zweck der Aussprache war, einen Ueberblick über die allgemeine wirtschaftliche Lage im Kammerbezirk zu gewinnen und der Industrie, dem Handel und den Banken Gelegenheit zu geben, ihre besonderen Wünsche und Klagen vorzubringen, die sich aus der gegenwärtigen Lage ergeben. In eingehender Aussprache wurden die großen Schwie­rigkeiten behandelt, unter denen die Wirtschaft unseres Bezirkes gegenwärtig in besonderem Maße leidet. Die Wünsche der Versammlung, die sich vor allem auf die Diskontfrage, den Scheckverkehr und den Verkehr mit den Sparkassen bezogen, wurden sofort an die maßgebenden Stellen weitergeleitet.

* Leistung von Beiträgen zur Invalidenver­sicherung. Vom Vorstand der Landesversicherungs­anstalt Hessen-Nassau wird mitgeteilt: In den Not­verordnungen der Reichsregierung über die Rege­lung des Zahlungsverkehrs ist ausdrücklich hervor­gehoben, daß die zur Leistung von Beiträgen zur Invalidenversicherung erforderlichen Mittel, von allen Geldinstituten den Arbeitgebern aus ihren Guthaben ausgezahlt werden müssen. Damit die Landesversicherungsanstalten in die Lage versetzt werden, die am Ersten jeden Monats fälligen In­validenrenten an die Rentenberechtigten durch die Post auszahlen lassen zu können, ist es unbedingt erforderlich, daß alle Arbeitgeber ihren. Verpflich- WWWMWWWWWW^W^W^W Arbeitgeber bei unterlassener Markenverwendung sich damit entschuldigen, daß er die erforderlichen Mittel aus seinem Guthaben bei einem Geldinstitut nicht erhalten habe. Gleichzeitig wird darauf hinge­wiesen, daß Arbeitgeber sich strafbar machen, wenn sie Lohnabzüge zum Zwecke von Jnvalidenmarken tätigen, ohne die Jnvalidenmarken zu verwenden.

* 15,5 Millionen Schweine in Preußen. Nach den Feststellungen ires Preußischen Statistischen Landesamtes dürfte der Schweineauftrieb in Preu­ßen bis Frühjahr 1932 noch groß sein bei kaum ver­änderten Preisen. Die Schweinehaltung sei daher eng an die betriebswirtschaftlich gegebene Futter- basis anzupassen. Der Schweinebestand habe seit dem 1. Juni 1930 um fast 2 Millionen zugenommen und ergebe jetzt etwa 15,5 Millionen Stück. Er sei um rund 4 Millionen, also 33 Prozent, größer, als der Juni-Bestand des Jahres 1929, jener Zeit, in der die Schweinepreise besonders hoch.lagen.

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den Operatianssaal umgibt und durch eine Glas­kuppel getrennt ist, die Vorgänge. Die Anlage ge­währt vor allem den bedeutenden Vorteil, daß sich der Vortragende ohne Anstrengung an die Zuhörer wenden und darum sich ganz auf die Operation kon­zentrieren kann. Auch die durch die Lautsprecher­anlage ermöglichte Art Les gesamten Aufbaus, daß nämlich die Zuhörer sich außerhalb des eigentlichen Operationsraumes befinden, gewährt in hygienischer Hinsicht und wegen der verantwortungsvollen Ar­beit zahlreiche Vorteile.

o Bruckner in Frankreich. Der große Erfolg der „Verbrecher" hat das Ensemble Pitoëff bekanntlich bestimmt, auch Bruckners „Elisabeth von England" für die Pariser Uraufführung zu erwerben, die für den kommenden November vorgesehen ist. Während in Brüssel kürzlich die französische Uraufführung von „Krankheit der Jugend" veranstaltet wurde — das Werk ist in Paris bisher nur in deutscher Sprache gegeben worden —, wird nunmehr ange- kündigt, daß auch „Die Kreatur" diesen Winter in Paris gezeigt werden würde; Mauprey hat das Werk für die Bühne bearbeitet und Renâe Corciade wird die Hauptrolle spielen.

o Der letzte Künstler vom Montmartre gestorben. Der große Karikaturist und Maler Jean Louis Fo- rain ist, wie aus Paris gemeldet wird, fast 80 Jahre alt, gestorben. Mit ihm ging der „letzte Mont- martrois" dahin, der Zeitgenosse und Freund von Steinlen, Billette, Toulouse-Lautrec. Formn wurde 1852 zu Reims geboren als Sohn eines Dekorationsmalers. Er widmete sich zuerst der Bild­hauerei, wurde dann Schüler von Degas. Seine Pariser Sittenstudien und politischen Satiren in der Art Daumiers, in denen er mit wenigen kräftigen Strichen besonders die Welt der Justiz, der Ku­lissen, das Leben der kleinen Leute und der Künst­ler in prägnantem Stile, auf Synthese gerichtet, festhält, gaben ihm den Ruf des großen Zeichners unserer Epoche. Niemand wußte mit so wenig Strichen so viel zu sagen. Ist Fourain Daumier als Zeichner ebenbürtig, so sind feine Gemälde trotz großer Qualitäten denen Daumiers nicht gleichzu­werten. Forains Stärke und Größe liegt in seinem graphischen Werk. Seine Serien „Liebe in Paris", „Theatewolk", „Vor Gericht" sind der ganzen Kunstwelt bekannt. Von Szenen des Nachtlebens und der Halbwell ging Forain immer mehr zu sozialen Themen über. Seit 1885 war der Maler fast ausschsteßliich Zeichner geworden, und hat in

* Gefunden. In der Zeit vom 21. bis 27 W 1931 find als gefunden angezeigt worden: 1 Dob„, mann (Rüde), 1 Handtasche mit fünf Taschentücher kleinem Taschentuchtäschchen, Spiegel und mU Spielmarken; 1 älteres Taschenmesser mit i)Orn. schale, 1 Armband aus viereckigen Teilen mW mengesetzt, 1 Schlüsselring mit zwei verschiedenen Schlüsseln, 1 einzelner viereckiger Schlüssel und 1 Kindermantel, schwarz-weiß kariert. Die Eigen­tümer wollen sich im Fundbüro der Polizeidirektinn Zimmer 201 b in der Zeit von 8—12 Uhr melden

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Obwohl sich über Westfrantreich und dem Atlan­tik ein kräftiges Hochdruckgebiet befindet, wird un­sere Witterung noch im wesentlichen von einem im Norden liegenden Tiefdruckgebiet und seinen Aus­läufern bestimmt. Nach lebhaftem Luftdruckanstieg der hinter einer Störung einsetzte und ein vorüber­gehendes Nachlassen der Niederschläge mit sich bringt, ist jetzt über Westeuropa schon wieder Lust­druckfall zu erkennen, der dann neue Niederschlage verursachen wird. — Vorhersage bis Mittwoch abend: Wolkig und zeitweise auch aufheiternd, nur noch geringe Schauerneigung, etwas wärmer, west­liche Winde. — Witterungsaussichten für Donners­tag: Nach kurzer Besserung neuerdings gewittrige Niederschläge.

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LaudHrers Ka«a«

xOstheim, 28. Juli. Gemeindeve rtreter- s i tz u n g . Die Gemeindevertretung hielt gestern abend eine Sitzung ab, in der der Etat für 1931 zur Beratung stand. Vor Eintritt in die Beratung wurde der anstelle des zurückgetretenen Gemeinde­vertreters Heinrich Schütz nachrückende Wagner- meister Wilhelm Kittel verpflichtet. Der Etat fand dann in der vorgelegten Fassung ohne Beratung einstimmige Annahme. Nur die AngestelltengehA- ter fanden zum Teil eine weitere als durch die Notverordnung bedingte Herabsetzung. Die Miet­preise in den beiden neuen Gemeindehäusern er

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fuhren, der heutigen Notzeit Rechnung tragend, eine Herabsetzung' von monatlich 25 auf 20 Ä Im Etat ist ein Zuschlag von je 250 Prozent zur Grundvermögens- und zur Gewerbesteuer oorgr sehen; ferner wird die Bürgersteuer zum einfacheu' ° Satz und die Biersteuer erhoben. Bei erhöhten Ben

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pflichtungen, namentlich bezüglich der Wohlfahrts' erwerbslosen, sind gegenüber dem Vorjahre erheb­liche Ausfälle zu verzeichnen. So hat die Gemeinde im Vorjahre von der Stadt Frankfurt annähernd 1000 RM Lohnsteuerrücküberweisungen erhallen, die in diesem Jahre wegfallen, da nicht genügend Arbeitnehmer aus Ostheim dort beschäftigt sind. Auch aus dem Gemeindewald ist ein Wenigeres von 5700 RM gegenüber 1930 zu verzeichnen. - An Stelle des zurückgetretenen Heinrich Brodt 16. wurde Wilhelm Charms in die Faselviehkom Mission gewählt. — Die letzten schweren Regensälli haben einige Feldwege stark mitgenommen. D« Bürgermeister versprach, diese so rasch als mögU herstellen zu lassen.

Oberdorfelden, 27.-Juli. U nUln^ bedauerlicher Unglücksfall erèWKt« sich h'è -mittag in unserem Orte. Als der 18jährige La wirtsfohn Albert Ohl von einem Hochbelade

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Strohwagen absteigen wollte, kam er so unglü zu Fall, daß er eine schwere Gehirnerfchütter^ davontrug.

Aus «Steiuheim und Umgebung

= Klein-Auheim, 28. Juli. Am Donnerst feiert der hiesige Nachtschutzmann Horn seinen w Geburtstag. Herr Horn, der auf ein arbeitsteilig Leben zurückblickt, versteht seit langen Jahre« Nachtschutzdienst, außerdem verwaltet er nun B ein Jahrzehnt den alten und neuen Friedhof Gemeinde in vorbildlicher Weise.

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über einem halben Jahrhundert ein monumente^ zeit- und sittengeschichtliches Werk, eine „Men!^ liche Komödie" geschaffen, die bestehen bleibt. Sei" Produktion war außerordentlich groß, er war arbeitet zahlreicher Zeitungen und Zeitschriften um wunde sehr populär trotz oder gerade wegen ungewöhnlichen Schärfe und Angriffslust, die n”e” Prägnanz und Kraft das Charakteristische i?,n Kunst ausmachen. Fora in widerfuhren in i£!ne ‘ langen Küwstlerleben reiche Ehrungen. Dem des „letzten Künstlers vom Montmartre",, Sarge des „letzten Künstlers vom Montmartre , er hieß, folgten die bedeutendsten Männer der W fer Kunst- und Gelehrtenwelt.

o Ein Institut für Wünfchelrutenforschung. ^ München haben sich deutsck)« und österreichl! Rutengänger und Pendler zu einem „Institut l' Wünschelruten- und Pendelforschung" zusamt geschlossen, das die wissenschaftliche Erforschung" Wünschelrute und Pendel, die Ausbildung befaW ter Rutengänger und Pendler, die Schaffung em unter staatlicher Aufsicht stehenden Prüfungsste - die öffentliche Aufklärung über die vielsei Brauchbarkeit von Wünschelrute und Pendel, Anstellung von Rutengängern und Pendlern i Wassevversovgungszweckc, für die Untersuchung Baugelände, bei der Anlage von Baumpslanch.^ gen und Drainagen, für die Ermittlung von « . gefährlichen Stellen, für die Erforschung und schirmung schädlicher Erdstrahlungen, für Mulun« u. a. m. zum Ziele hat. Vorsitzender ist. Gra . ner von Geldern-Egmont. Der Benediktinerp» . Cyrillus, Wehrmeister von St. Ottilien, wurde Ehrenmitglied ernannt.

o »Die Blume von Hawaii". Operette von Abraham (Leipziger Neues Theater). . versteht es ausgezeichnet, die eigentümliche -ver gung von komischen und fast tragischen EleM' im Libretto auch in seiner Musik zum bringen. Ansätze zur großen Oper mischen M j, ausgesprochen modernen Danz-rhythmen. on ginelle Komposition mit viel neuen Effekten besonderer Klangschönheit. — Bei der Uraufp^jt in Leipzig dirigierte der Komponist selbji. glanzvolle Inszenierung hatte Direktor ^^^i^ + ger besorgt. Die Hauptrollen spielten: Rita Serge Abranooic, Wred Jerger, Rosy ^ <ien. Lilly Weller, Fritz Steiner und Harald Paul Ein großer Erfolg mit starkem Beifall.