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wmi Madi und Land

^scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 3ÖL1-, für den ganzen Monat NM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 16, Samstag 12 R-pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Lreite 8 N-Pfg.. im ReNameteil von 68 mm Lreite 25 R-Pfg. / Qffertengebühr 50 R-Pfg.

Ke. 123

Montag de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. / Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Lezieher keinen Anspruch aüf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Äezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.> Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

22. L«U

1931

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Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist nach einer Zwischenlandung in Leningrad zu seiner großen Polarfahrt gestartet. *

* Die Gründung einer Akzept- und Garantie­bank A.-G. mit 200 Mill. Mk. Kapital ist im Prin­zip beschlossen.

* Die Reichsregierung hat eine Notverordnung über den Börsenhandel erlassen.

* Staatssekretär Stimson besuchte am Sonntag zusammen mit Brüning und Curtius die Stadt Potsdam.

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Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, ist der Danatbank-Status so gut wie fertig. Seiner Veröffentlichung in den ersten Tagen der nächsten Woche steht, vorbehaltlich der Genehmigung der Treuhänder, nichts mehr icn Wege; es sollen im dieser Beziehung allerdings Bedenken bestehen. Es kann aber schon jetzt gesagt werden, daß die innere Lage der Danatbank wesentlich besser ist, als man in der ersten Bestürzung nach dem Schließen der Schalter annahm.

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Der bisherige Senatspräsident in Chile Pedro Apazo hat, wie Havas aus Santiago de Chile mel­det, die Präsidentschaft der chilenischen Republik übernommen.

Anläßlich des 6. Internationalen Pfadfinder­tages in Baden bei Wien wurde heute abend ein Feuerwerk veranstaltet. Ungefähr 20 Personen hatten auf einer über einen Teich führenden Holz- brücke Aufstellung genommen, um das Feuerwerk beobachten. Die Brücke brach pötzlich mit gro>

_ geborgen werden. Ein ann "wurde schwer ver­letzt, fünf Kinder erlitten leichte Nervenschoks.

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Auf dem Ruinenberg bei Wünsdorf stürzte der Vüroangestellte Kölgen beim Segelflug aus 15 Meter Höhe mit seinem Segelflugzeug ab. Er war auf der Stelle tot.

In der Nähe von Villmanstrand (Finnland) kenterte auf dem Saimaasee ein mit sieben Aus- sliiglern besetztes Motorboot. Rittmeister Lönnroth, seine Frau und drei Töchter sowie ein Unteroffi­zier, der gleichfalls an Bord war, fanden den Tod in den Wellen. Die Hauslehrerin, eine Deutsche, Fräulein Annemarie Schmitt, konnte sich durch Schwimmen auf eine etwa 400 Meter von der Un­glücksstelle entfernte Insel retten.

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Die Bank von England verkaufte am Samstag nn Frankreich für 3 773 250 Pfund Barren Gold und führte für 48 000 Pfund Goldmünzen aus. Da- E erhöht sich der Nettogoldabluß der Bank feit Beginn der Bewegung vor etwa 2 Wochen auf wer 612 Millionen Reichsmark, dessen größter Teil nach Frankreich gegangen ist. Da jedoch das Mnd Sterling den Goldpunkt infolge der Herauf- stgung des Zinsdiskontsatzes um 1 Prozent bereits überschritten hat, so rechnet man damit, daß vor- mufig (ein weiterer nennenswerter Goldabfluß zu defürchten ist. Britischen Meldungen zufolge hat die Goldreserve der Bank von Frankreich inzwischen riesige Summe von 9220 Millionen Reichsmark überschritten.

Um etwaigen Zweifeln zu begegnen, wird dar- M.hingewiesen, daß an den Postschaltern die "utärversorgungsgedürhnisse und die Unfall- und Invalidenrenten an den Zahltagen in voller Höhe °uszuzahlcn sind.

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Der kommunistische Landtagsabgeordnete Heil- Mnn aus Thüringen hielt in einer kommunistischen Ansammlung in Wien eine Rede mit heftigen Aus- gegen Oesterreich. Nach Schluß der Versamm- nng wurde Heilman sofort von der Kriminalpoli- " in Gewahrsam genommen und zur Abschiebung Oesterreich an die Grenze gebracht.

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i ®as Strafgericht in Straßburg hat am Sams- S das Urteil gegen die wegen angeblicher Spio- M ongeklagten 'Beamten bei der Militärverwal- D^ für die Grenzbefestigungen im Osten gefällt. riA ^stle lauten gegen Uhrig, Schalck und Hein- ar? °uf 4, 3 bzw? 2 Jahre Gefängnis sowie für N j drei auf fünf Jahre Ehrverlust und fünf Jahre .'^"lhaltsverbot. Der Angeklagte Wendling er' oZ ^ Monate Gefängnis, während Unfried 'frei- i>siprochen wurde.

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Tafarr von Abessinien hat in einem Schrei- »3 die Antisklaverei- und Ureinwohnerschutz- u.schäft in London seinen Beschluß mitgeteilt, ?em Reich die Sklaverei abzuschaffen. Die fo[i 6 -k abessinischen Sklaven, die durch biefan Be- ®irr Me Freiheit wieder erlangen, wird auf zwei ^ncn geschützt. _

^ NähULtz siehe im poljllfchen Test.

Die neuen Älebeiten dee Reichsvegievnng

Berlin, 26. 3utt Die Besprechungen, die nach der Rückkehr des Reichskanzlers be­gonnen haben, wurden natürlich auch am Sonntag fortgesetzt. Allerdings läßt sich am Sonntag abend noch nichts Positives darüber berichten, da sie mehr einen informatorischen Charakter haben. Der Kanzler muß seine Zeit in den nächsten Tagen nach zwei Notwen­digkeiten einkeilen: Er muß dafür sorgen, daß die ausländischen Gäste einen möglichst ge­nauen und unmittelbaren Eindruck von der deutschen Notlage bekommen. Daneben ist jetzt allerdings aber wichtig, daß die Reichsregierung, nachdem durch die Maßnahmen der letzten beiden Wochen nun doch immerhin eine gewisse Beruhigung eingetreten ist, wieder

zu Dispositionen auf längere Sicht kommt.

Das ist auch der Sinn der Akzept- und Garantie­bank, die dazu beitragen soll, Wirtschaftsleben und Zahlungsverkehr wieder zu normalen Verhältnissen zurückzuführen. Weiter wird diese Umstellung auch in anderen Maßnahmen zum Ausdruck kommen, die die Reichsregierung vorbereitet. Sicher ist jedenfalls, daß die neue Woche in diesen Zeiten nicht minder ereignisreich sein wird, als die ver­

Der englische Ministerpräsident Macdonald ist heute in Berlin angekommen. Der englische Außenminister Henderson, der gleichfalls heute zum Besuch in Berlin eintraf. Der amerika­nische Staatssekretär des Aeußeren Stimson, der am Samstag für 2 Tage die Reichshauptstadt besuchte.

Giimions Besuch

Berlin, 26. Juli. Am Sonntag waren Reichs­kanzler Dr. Brüning und Außenminister Dr. Curtius fast den ganzen Tag mit dem ameri­kanischen Staatssekretär Stimson und dem ameri­kanischen Botschafter in Berlin, Sacketk, zusammen. Wan zog auch, von dem prächtigen Sommerwetter bestimmt, gemeinsam nach Potsdam hinaus. Es wurde, wie wir hören, eingehend die politische und mehr noch die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Reiches, die Lage seiner Banken und seiner Industrie besprochen. Wan führte im großen und ganzen die Unterhaltungen fort, die über das gleiche Thema schon in London begonnen hatten.

Mae-snaws Rsffe nach VsMrr

London, 26. Juli. Premierminister Wac- donald hak heule abend um 8.15 Uhr vom Liverpool Street-Bahnhof seine Reise nach Berlin angetreten. Vor seiner Abreise erklärte der Premierminister: Ich freue mich sehr, nach Berlin zu gehen, und hoffe, daß mein Besuch eine gute Wirkung haben und die in Chequers erreichten günstigen Resultate weiter för­dern wird. Die gesamte europäische Finanzlage wird in Berlin von Wännern besprochen werden, die ent- schlossen sind, ihren gesunden Menschenverstand und Sinn für die Wirklichkeit zu betätigen.

London, 26. Juli. Infolge ungünstigen Wetters hat Premierminister Macdonald seine Reise nach Berlin mit der Bahn über Harwich und Hook van Holland angetreten, anstatt wie vorgesehen, die Fahrt nach der Reichshauptstadt im Flugzeug zurück­zulegen. Die Aenderung der Reisepläne Macdonalds erfolgte in großer Eile. Erst heute nachmittag ent­schloß sich Premierminister Macdonald auf Grund

Statteuffche âMk am fvamöfffGen AHMsitmss- memovarrdum

Rom, 26. Juli. Die französische Denkschrift zum Abrüstungsproblem wird in der italienischen Presse weiterhin lebhaft kritisiert.Popalo d'Jtalia" sieht in der Denkschrift das non possumus Frankreichs, das durch nichts zu rechtfertigen fei. Das Blatt er­innert an den gewaltigen Grenzbefestigungsgürtel Frankreichs von der Nordwestküste bis nach Nizza, dessen Wert nicht nur defensiv, sondern auch offensiv sei. Gerade diese chinesische Mauer müßte für Frank­reich größere Sicherheit bedeuten. Die koloniale Truppenmacht Frankreichs sei, wie jedermann wisse, [eine Reserve an Menschenmaterial. Frankreich habe

gangene. Der Unterschied liegt nur darin und er wird in politischen und wirtschaftlichen Kreisen natürlich allgemein begrüßt daß der wirtschaft­liche und finanzielle Grund, auf dem wir stehen, wieder fester zu werden beginnt, so daß die Reichs­regierung zu Planungen zurückkehren kann, die über den Tag hinausreichen.

der ungünstigen Wetterberichte, nicht zu fliegen. Mac­donald, der auf dem Liverpoll Street-Bahnhof in Begleitung des deutschen Botschafters v. Neurath eintraf, unterhielt sich dort angeregt mit dem zum Abschied erschienenen Luftfahrtministcr. Auf dem Bahnsteig hatte sich eine große Menschenmenge ein­gefunden. Als der Premierminister in Begleitung seines Sekretärs fein Abteil betrat, hörte man den lauten Ruf:Glückliche Reise!" Als der Zug sich in Bewegung fetzte und Macdonald vom Fenster fei­nes Wagens aus zum Abschied winkte, folgte die Menge dem Zug und rief:Good old Ramsey!"

Gertdsvso« nach Bevlttt ÄhseveW

London, 26. Juli. Staatssekretär des Aeußeren Henderson ist heute vormittag um 11 Uhr nach Berlin abgereist. Unter denjenigen, die sich zum Abschied auf dem Bahnhof eingefunden hatten, befand sich auch der deutsche Botschafter Freiherr v. Neurath.

DZe rrtievnairottale« Va«k- fachvetrsiasrdrsett ist Bevlirr âKâMStr

Berlin, 27. Juli. Bon den internationalen Banksachverständigen, die zur Prüfung der deutschen Finanzlage nach Berlin kommen sollen, sind der Wontags-Posi" zufolge bereits am Sonntag der schwedische Bankier Wallenberg und der amerika­nische Berater der Bank von England Oberst Sprague in Berlin eingetroffen. Ferner ist der Lon­doner Vertreter der Chase National Bank, der größ­ten Privatbank der Vereinigten Staaten, James H. Gannon, zu wichtigen Finanzberatungen in Berlin angekommen.

nicht die Farbigen zu verteidigen, sondern die Far­bigen verteidigten Frankreich, das aus ihre Hilfe zählen und also mit umso größerer Sicherheit ab­rüsten könne. Schließlich habe Frankreich seine eigene Sicherheit in beispielloser Weise durch sein Bündnis­system gewährleistet, das gleichzeitig gegen Deutsch­land, Italien, Ungarn, Bulaarien und Rußland ge­richtet sei. So besitze Frankreich die meisten Sicher­heitsgarantien und Rückversicherungen. Ein Staat, der auf dem Wettrüsten und auf den Reparations­zahlungen bestehe, werde schließlich die Oeffentlich- keit zur Erkenntnis bringen, daß er seine Rüstungen mit den Reparationszahlungen begleiche, ganz abge­sehen davon, daß eine Nichterfüllung . der Ab­rüstungsverpflichtung rechtlich und materiell eine Revision des Versailler Vertrages bedeute, der zweifellos andere folgen müßten. '

Sewktdisrw»«

Im Laufe der vor uns liegenden Woche werden die Bestimmungen über den Auszah­lungsverkehr eine weitere Lockerung erfah- ren. Wir werden damit voraussichtlich dem normalen Stand der Dinge einen erheblichen Schritt näher kommen. Daß diese Rück­entwicklung zu dem geschäftsüblichen Bank- und Auszahlungsverkehr eine Notwendigkeit ist, kann nicht bezweifelt werden und wird auch von keiner Seite verkannt. Es war nicht zu umgehen, daß die Banken und die Spar­kassen eine Zeitlang gegen überstürzte Geld- abzüge geschützt wurden. Es war auch un­möglich, den Schritt von dem Schluß der Schalter bis zu dem unbeschränkten Auszah- lungsverkehr auf einmal zu tun. Aber es ver­steht sich auch von selbst, daß in dem Wirt­schaftsleben durch Zwangsmaßnahmen dieser Art sehr lebhafte und auf die Dauer unerträg­liche Stockungen hervorgerufen werden und daß deshalb den Einschränkungen ein be­stimmtes Ziel gesetzt sein muß.

Die Rückkehr zu normalen Zuständen ist auch aus einem anderen Grunde notwendig. Wir erwarten vom Auslande Maßnahmen zurStillhaltung" der kurzfristigen Kredite, die gegenwärtig noch in den deutschen Hän­den sind, und vorbereitende Schritte zur Er­setzung der kurzfristigen Kredite, die in den letzten Wochen und Monaten überstürzt aus Deutschland abgezogen worden sind. Zu die­sem letzten Zweck werden sich demnächst zwei Kommissionen in Deutschland einrichten, die Beobachtungen anstellen und danach die Not­wendigkeit neuer Rediskontkredite bemessen achtern müssen natürlich M vor Augen liegen, weil sie sonst kein richtiges Bild gewinnen können. Und man kann von den Verleihern kurzfristi­ger Kredite auch nur dann verlangen, daß sie stillhalten", wenn sie davon überzeugt sind, daß die Dinge sich in Deutschland normal wei-er entwickeln werden, daß unser Wirt­schaftsleben keinen Störungen ausgesetzt ist und daß wir in Deutschland sicheren Grund und Boden unter den Füßen haben.

Man wird es also verstehen, wenn jetzt das Tempo auf dem Wege der Rückentwick- lung zu normalen Verhältnissen erheblich be*' ickeunigt wird. Man wird aber auch in Ver­bindung damit nachdrücklich betonen müssen, daß die Schranken nur dann ohne Gefahr für unsere wirtschaftliche und finanzielle Lage fallen können, wenn wir strenge, frei­willige Disziplin halten. Das Ver­halten des deutschen Volkes muß jetzt den Be­weis erbringen, daß Zwangsmaßnahmen nicht notwendig sind, um den geregelten Gang unteres Zahlungsverkehrs aufrechtzuerhalten.

Je mehr also unserem Bank- und sonstigen Zahlungsverkehr die Freiheit nach den Tagen der starken Einschränkung zurückgegeben wird, desto höher sind die Anforderungen, die an unsere Selbstdisziplin gestellt werden. Die Londoner Konferenz hat in der Hauptsache eine Reihe von Wechseln auf die Zukunft ausgestellt. Ob die Wechsel eingelöst werden, hängt zum großen Teil von den Mächten ab, die tn London noch keine Grundlage für ge­meinsames Handeln finden konnten. Ein wichtiger Teil der Verantwortung für die weitere Entwicklung ruht aber auch auf uns. Verlangen wir von den anderen, daß sie stillhalten", so müssen wir selbst auch Geduld üben können. Ist in Deutschland die Wieder­herstellung des freien Zahlungsverkehrs das Signal zu einem neuen Ansturm auf die Kassen der Banken und auf die Sparkassen, wird der Versuch erneuert, der Wirtschaft das Kapital das sie lebensnotwendig braucht, durch den sinnnlosen Abzug von Einlagen zu entziehen, so geben wir damit das schlechteste Beispiel, das sich denken läßt. Dann wird keinStillhaltekonsortium" uns davor be­wahren, daß das Ausland von neuem miß­trauisch wird und uns die Kredite kündigt.

In den nächsten Tagen und Wochen muß sich jeder in erhöhtem Maße bei allen feinen Schritten der ungeheuren Mitverantwortung für das Ganze bewußt fein, die jetzt mehr als jemals auf jedem Deutschen lastet.

Der amerikanische Staatssekretär Stimson setzt heute seine Reise fort und nimmt von Berlin wieder Abschied. Er macht den eng-

Die heuige Kummer umfaßt 10 Mitten