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Samstag den 25. IE 1931

men sie nächtlichemvöile bet einem Einbruch aus der Kasse 10 RM, fünf Pfund Rippchen, Wein und naiürdd) Zigaretten, in einem anderen Falle auf dieselbe Weise 100 RM und Zigaretten. In der der Nacht zum 16. Juni statteten sie der Konditorei Walz am Kaiser-Friedrich-Ring einen Besuch alb. Der hömnkchrende Sohn des Besitzers fand Haus- und Abschlußtür offen, schloß sie nichtsahnend zu und hörte, in der Wohintng angekam-inen, aus dem Laden Sm Geräusch. Als er in den Laden trat und das Licht arrzündete, sah er die beiden Einbrecher neben der erbrochen-en Kasse und den erbrochenen

SchvÄrken unter der Thsk« ver iprxrwg auf, rief ,/Mt, stehen bleis

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den Wal; so lange mit dem vor gehaltenen Revol­ver in Schach, bis Bochmann die Ladentür erreicht und ausgeschlossen hatte. Unter dem hochg-echobenen 'Jtöttalben entkamen die Einbrecher auf die Strotze, verfolgt von Walz. Eine wÄde Jagd begann, wüh- rend der Wagner mehrmals aus dm Verfolger schoß und dadurch Passanten ebenfalls in Gefahr brachte. Schließlich konnten die beiden Räuber ge­stellt und festgenommm werden. Die Angeklagten gaben die Straftaten zu. Bachmann, der vor einiger Zeit wogen Diebstahls bei seinem Lehrherrn be­stricht wordm war und deshalb Fingerabdrücke von der Polizei abgenommen bekam, war dadurch vor- sichisskg und arbeftete mit Gemmm-handschuhen. Wag­ner ist auch nicht der unerfahrene Junge, für den er sich ausgibt. Er wurde vor kurzem von dem ochüffengericht Äs Zeuge gehört und wegen Un­gebühr vor Gericht in eine Haftstrafe genommen. Er hatte Leute des Diebstahls beschuldigt, von dmen einer sideben Wochen unschuldig in Unter- suchllngchost deshalb gesessen hatte. Wegen wissent­lich fÄscher Anschuldigung -wird er sich demnächst zu verantworten haben. Die Frühoerdorbenen er« hießen wegen der jetzt zur Anklage stehenden Straftaten folgende Strafen: Bachmann wegen schweren Diebstahls in drei Fällen und Waffen- befitj ein Jahr fünf Monate Gefängnis, Wagner ine gen schweren Diebstahls und räubeNischen Dieb­stahls mit Waffen ein Jahr neun Monate Ge­fängnis. Den Angeklagten wurde genichtsfeftig an» h eingestellt, nach Verbüßung von sechs -bzw. acht Manatm Gefängnis ein Bswähnungsgefuch einzu­reichen. Nur das jugendliche Alter schützte Wagner vor dem Zuchthaus.

[ Starter Flugbetrieb in der Rhön

Fliegerlager Dasterkuppe, 24. Juli. Die bei­den ersten Tage des Rhön-Wettbewerbs haben schon eine Fülle größerer und kleinerer Flüge gezeitigt, ivobei, wie bereits berichtet, sich leider auch ein ernstlicher Unfall zugetragen hat. Wie wir schon gemeldet haben, ist der Darmstädter Flieger Fuchs, der vor kurzem den Flug über Berlin unternom­men hatte, schon in der Frühe des ersten Tages ab­gerutscht und hat einen Oberschmkelbruch baoonge» tragen. Er wollte dicht über dem Fliegerdenkmal noch einmal eine Kurve drehen. Dabei rutschte sein Flugzeug ab und wurde zertrümmert. Auch der Donnerstag kostete zwei Flugzeugen das Leben, Bei der großen Zahl von vorhandenen Maschinen spielen diese Ausfälle aber gar keine Rolle. Nm ist, daß im diesjährigen Wettbewerb auch der Motorstart zugelassen ist. Die Rhön-Rossitten-Ge-

sellschast hat sogar ein besonderes Preisausschreiben

für Schwachwind-Segelflüge an diese neue Start- schwersten Bedingungen, die dem Segelslug von der

Die Veft im GtaMchrank

Das Bazillenlager des Robert Koch-Instituts

Eine merkwürdige, ernste Stille erfüllt die großen Forschungsanstalten. Wie ausgestorben liegen die endlosen Gänge, kein Mensch ist zu sehen, kein Laut zu hören. Aber in dieser Stille werden die großen Fragen gelöst, in zäher, geduldiger Kleinarbeit die Gehimnisse erlforfcht, die über die Zukunft der Menschheit entscheiden. Eine feierliche Stimmung überkommt den Besucher, der die For­schungsanft-alt für ansteckende Krankheiten betritt, die im Norden Berlins gegenüber dem riesenhaften Rudolf Virchow-Krankenhaus Liech. Diese Anstalt wurde eingerichtet für Robert Koch, dessen Asche jetzt in diesem Hause unter weißem Marmor ruht. In eine schlichte Steintafel gegenüber sind die un­sterblichen Taten dieses großen Wohltäters der Menschheit eingemeißelt: die Arbeiten über den Milzbranderreger, die für die medizinische Wissen­schaft grundlegenden Arbeiten über die bakterio­logische Arbeitsweise, über Wundansteckung, über die Tuberkulose, deren Erreger 1882 von Robert Koch gefunden wurde, über die Cholera und ihre Bekämpfung und schließlich über Tropenkrankhei­ten. Lmckeèrkränze aus aller Herren Länder be­zeugen, daß Millionen Menschen überall m der Welt diesem Forscher, dem einstigen Leinen Kreis­arzt aus Posen, ihr Leben verdanken. Und seine Schüler haben ihm Ehre gemacht. Einer von ihnen, der Japaner Kitasato, fand den Pestbazillus.

Der greife Anstaltsdiener, der uns führt, zeigt uns einen kleinen, harmlos aussehenden, eisernen Kosten. Die Geißel der Menschheit ist darin ge­fangen, die Pest, der apokalyptische Retter, seit biblischen Zeiten der schrecklichste der Schrecken und Inbegriff alles Bösen, schlimmer als Hunger und Krieg. Die fürd) tbare Seuche vermochte noch im Mittelalter ganze Länder zu entvölkern. Jetzt liegt die Pest gebändigt im eisernen Kasten, in vier klei­nen Röhrchen werden die Pestbazillen gezüchtet. Wehe, wenn man sie aus dem Gefängnis entkom­men ließe! Einmal, das ist schon fast 25 Jahre her, hotte sich ein Arzt in der Anstalt an diesen Pest­bazillen eine Ansteckung. Zehn Menschen, Hausge­nossen und Pfleger, wurden angesteckt, ehe man wußt«, woran man war. Zehn Menschen mußten sterben, ehe man die gespenstische Krankheit wieder einfangen konnte.

Und doch entläßt man zweimal im Jahre die unheimlichen Bazillen aus ihrem Gefängnis. Wenn die Bazillen länger als ein halbes Jahr in ihren Röhrchen bleiben, entarten sie und gehen zugrunde. Deshalb werden sie unter allen nur denkbaren Vor­sichtsmaßregeln in halbjährlichen Abständen aus

art geknüpft, um so der großen Zahl von Besuchern auch an den Tagen etwas zeigen zu können, an denen mit natürlichem Start keine Flüge zustande

kommen können. Im Rahmen der gestrigen Ver- suchsslüge, die von allen namhaften Fliegern unter­nommen wordm sind, hat sich Groenhoff dadurch gleich am ersten Tage hervorgetan, daß er einen Angriff auf den Fernzielpreis unternahm, eine der

dem eisernen Kasten genommen und Ratten ein« geimpft. Wenn die Ratten von der furchtbaren Seuche sofort ersaßt, in Fieberschauern am Boden liegen, werden aus ihrem Blut neue Pestbazillen gewonnen, auf Nährböden gebracht und wieder in -ihr Gefängnis gesperrt. Die Ratten werden getötet und verbrannt. Sie sterben als Opfer der Volks- gesuadheit. Ohne Gift gibt es sein Gegengift.

In jedem Zimmer dieser Anstalt wird mit Bakterien gerungen den mikroskopisch winzigen, gefährlichen Erregern der Krankheiten. Es ist ein langwieriger, ein wenig unheimlicher Kampf. In den nüchternen Zimmern arbeiten die Forscher in weißen Kitteln, um das Gespenst unserer Tage zu entlarven, die Grippe. Diese Krankheit, der Fluch des Weltkrieges, kostete schon innerhalb weniger Jahre, als harmlose Erkältung verkleidet, mehr als zwölf Millionen Menschen das Leben, Kindern, Greifen und Menschen in der Blüte der Jahre.

Da ist in einem besonderen Hause der Toll­wut-Untersuchungsraum. Auch die gefährliche Toll­wut hat ihren Schrecken verloren, seit es endlich gelang, den Impfstoff haltbar zu machen und ihn an Krankenhäuser und Aerzte zu verschicken. Frü­her mußten alle Opfer tollwütiger Hunde nach Berlin zu dieser Anstalt -fahren, um sich hier mit dem für sie gewonnenen Serum behandeln zu lassen.

Der Garten vor dem Hause -ist der sonderbarste Tiergarten. Da sind in Ställen und Kästen die Ratten für die Pest, Kaninchen mit Klammern im Ohr, Mäuse und Meerschweinchen, bunt bemalt zur Unterscheidung. In den Ställen stehen die Diphtheriepferde neben den Pockenkälbern und den Wassermann-Hammeln. Aus diesen Tieren wird das Serum gewonnen, das den Menschen die Ge­sundheit wieder gibt. Diese Tiere sterben als Opfer der Menschen, aber es ist kein sinnloses Opfer.

Still und zäh arbeiten drinnen im Hause die Forscher. Nur fetten wird die Welt mit einer Ent­deckung überrascht. Dann hat eine neue Krankheit ihren Schrecken verloren, eine umwälzende Erfin­dung, eine langgesuchte chemische Formel ist prak­tisch auswertbar geworden. Ein einziger wird be­rühmt, der den Schlußstein unter die lange Kette der Versuchsreihen setzte. Nie erfährt die Well von den stillen, fleißigen Männern im weißen Kittel, die in tausendfältiger Kleinarbeit die Grundlagen schufen. Erst die Geschichte setzt den Bahnbrechern unter ihnen ein Denkmal, von benen die -Laien unter den Zeitgenossen nichts ahnten.

Wafferkuppe aus gestellt worden sind. Es handelt sich üm einen Flug nach dem Oechsenberg bei Vacha und Rückkehr nach der Wasserkuppe. Leider ist die­ser Flug nur zur Hälfte geglückt, die Rückkehr blieb dem unternehmungslustigen Frankfurter versagt. Auch am Donnerstag war großer Flugbetrieb auf der Kuppe, aber es war ein Segeln am Hang, nicht in die Ferne. Die nächsten Tage werden größere Ereignisse bringen.

Tödlicher Absturz in der Scheune

Schaafheim (Kr. Dieburg), 24. Juli. Ah fat 66jährige Landwirt Heinrich Roth 11. mit räumungsarbeiten wegen der bevorstehenden Ernl in seiner Scheune beschäftigt war, stürzte er ab und fiel mit dem Kopf aus die zementierte Tenne, a», bei er sich eine schwere Kopfverletzung zuzog, an btr er drei Stunden später verschieden ist. Es ist eint seltsame Tragik, daß der Schwiegervater des Sen unglückten, Bäckermeister Jakob Breitwieser, vor 20 Jahren genau auf dieselbe Art tödlich in seiner Scheune verunglückte.

Zwei Todesopfer einer Benzinexplosion in der Waschküche

Worms, 24. Juli. Donnerstag nachmitia- gegen 4 Uhr explodierte in der Waschküche des Sjau. [es Ulmenallee 11 der kupferne Behälter einer elek­trischen Waschmaschine. Die Besitzerin mit einer Hausangestellten hatten den Waschbehälter mit Ben­zin gefüllt, um Kleidungsstücke zu reinigen. Aus bisher unaufgeklärte Weise erfolgte während der Reinigung eine Explosion des Behälters, durch M beide Frauen lebensgefährliche Brandwunden er­litten. Fenster und Türen der Waschküche wurden beschädigt. Die Hausangestellte ist in den gestrige«, späten Abendstunden, die Besitzerin heute früh im Städtischen Krankenhaus gestorben.

Erst Zwillinge, dann Drillinge

Warburg, 24. Juli. Ein mehr als reicher Kindersegen wurde der Familie des Arbeiters Bernhardt in Todenhausen bei Wetter zuteil. Nach­dem die Ehefrau Bernhardt erst im Sommer 1930 von gesunden Zwillingen entbunden war, folgten jetzt sogar Drillinge, drei gesunde Jungens. Insge­samt besitzt die Familie jetzt neun Kinder. Schlimm ist dabei allerdings, daß der Vater seit längerer Zeit keine Erwerbsmöglichkeit mehr hat.

Äus ante Wett

Gieben Zahve Zuchthaus füv Gvionage zugunsten

Kvaukderchs

Leipzig,. 24. Juli. Der 4. Strafsenat du Reichsgerichtes verurteilte heute den 35 Jahre allen verheirateten Regierungsafsisienlen Otto Pabst aus Birkenfeld wegen fortgesetzten Verrates von Staate geheimnissen und fortgesetzten Versuches militärisch» Spionage zugunsten Frankreichs zu sieben Jatiten Zuchthaus und zehn Jahren Ehrenrechlsverluft. W empfangenen Spionagegelder, die fich auf 2000 RW belaufen, werden eingezogen.

Die Verhandlung fand unter Ausschluß bet Oeff-entlichkeit statt. Bei der Urteilsverkündmz wurde kurz bekannt gegeben, daß Pabst [eine Stellung als Beamter im besetzten Gebiet dadurch aufs schmählichste mißbraucht habe, daß er in W kenfèld, Mainz und anderen Orten geheimzuhaltend! Nachrichten an den französischen Nachrichtendienst ha! gelangen lassen, so verschiedene Erlasse des Reichs­ministeriums des Innern, darunter aud) einen

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