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Va««r GLadt und Land

SamStas de«

25. Lu«

1931

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezieher keinen Anspruch aüf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Äezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. /Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

Erscheint tägSch mtt Ausnahme der Som»- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Maat JWL1-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer ^O, Freitag 1Z, Hainstag VR-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Brette 8 R-Pfs-, im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Ofsertengebühr 50 R-Pfg.

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* Vom Reichsarbeitsminister und Reichsfinanz- mmister wurde eine Verordnung über die För­derung des steiwilligen Arbeitsdienstes erlösten.

Der Bund der Reichsdeutschen in Oesterreich hat an den Reichskanzler eine Eingabe gedichtet, in der er ersucht wird, die Ausreisegebühr ganz auf­zuheben oder doch zu mildern. Es gehe nicht an, daß das Bruderland Oesterreich darunter leide.

* In dem Prozeß wegen der Vorgänge im Er­ziehungsheim Scheuen bei Celle wurde gestern nach einer Verhandlung von über einem Monat das Urteil gefällt.

Sämtliche bulgarische Blätter bringen in gro­ßer Aufmachung die Mitteilung von angekomme­nen Reisenden aus Südslawien über einen Bom­benanschlag auf der Bahnstrecke RischSkopie. Angeblich soll bei Vranja eine Brücke zum Ein­sturz gebracht worden sein, wobei zwei von den sechs Attentätern selbst getötet worden seien.

* Dor dem Ständigen Internationalen Ge­richtshof im Haag legte gestern Paul Boncour den Standpunkt Frankreichs dar.

Nach einer Meldung aus Baku ist dort ein Boot mit 12 Insassen gekentert. Sieben davon sind ertrunken, die übrigen konnten von Dampfern ge­rettet werden.

Das Kriegsgericht in Madrid hat zwei An­stifter der letzttägigen Unruhen und Gewalttaten in Sevilla zum Tode verurteilt.

RüMehs «ach Mtt

GemsZtrsame Fabvt -ev Oeut-chen und Kvamosen As Galaks - Das âabkaett evwavöet de« Verricht - Die aus- län-rsche« Gäste

Verlin, 24. JuN. In Berliner politischen Kreisen sieht man mit großem Interesse der Ankunft der deutschen Delegation und dem Bericht des Reichskanzlers und des Reichs­außenministers über die Pariser und Londoner Verhandlungen entgegen. Der Reichs­kanzler und der Reichsaußenminister haben die Fahrt von London nach Calais im selben Zug wie die Franzosen gemacht und so eine weitere Gelegenheit zu einer Aussprache mit dem französischen Ministerpräsidenten gehabt. Der Eindruck über die deutsch-französische Fühlungnahme scheint allgemein dahin zu gehen, daß man in den maßgebenden französischen Kreisen nun doch ernster über die Ursachen der bisherigen Fehlschläge und Versuche, einer deutsch-französischen Annäherung nachzudenken bereit scheint und geneigter wird, die tat­sächlichen Stimmungen und Kräfteverhältnisse sowie die Auswirkungen der bisherigen Fehl­schläge in Deutschland richtiger einzuschätzen.

Kvlsen-Äedevtvindung

Lebenswille des Volkes Das Ergebnis von London

Von Dr. h. c. Walter Schreiber, Preuß. Handelsminister

Nach dem Reichsfirranzmiulster Diet­rich hat auch der preußische Handels­minister, der als einer der besten Kenner des Wirtschaftslebens angesehen werden darf, im Rundfunk gesprochen. Seine Darlegungen sind nicht nur für den Augen­blick berechnet, sondern zwingen zur Be-

achtung Der Wirt

SNahme-

deutsch-französischen Annäheruw

Die Dergbaugruppe Hamborn der Vereinigten StiMwevke hat beim Düsseldorf den Antra ......

Steigerrevieren der Zeche Lohberg gestellt und

Regremngspräsrdenten auf Stillegung von

in zwei

Der Reichskanzler wird Samstag vormittag dem Reichspräsidenten einen Vortrag über die Verhandlungen in Paris und London halten. Anschließend an den Besuch beim Reichs- präsidenten findet eine Sabineltssitzung statt, in der der Kanzler und der Außenminister ausführliche Berichte über paris und London erstatten werden.

Es ergibt sich aus der ganzen Sachlage, daß Deutschland jetzt aus eigener Kraft feine finanziellen und wirtschaftlichen Existenzmöglichkeiken sichern muß, um für die weiteren Anleiheverhandlungen als kreditwürdig im Ausland angesehen zu werden. Inwieweit das Programm der nationalen Selbst­hilfe, das von einem Teil der Blätter bereits leb­haft besprochen worden ist, den wirklichen Absichten der Reichsregierung entspricht, muß dahingestellt bleiben. Zunächst ist sicher, daß die Sparsamkeits­polilik in der öffentlichen Verwaltung mit rigo­rosesten Mitteln durchgeführt wird, und daß man

er wird es

tischen Kreisen ist man gespannt darauf, ob es der deutschen Regierung gelingen wird, den ameri­kanischen Staatssekretär während der Berliner Be­sprechungen von der Unmöglichkeit zu überzeugen, daß der Z o u n g - P l a n mit seinen ungeheuren finanziellen Lasten für Deutschland länger aus­rechterhalten bleiben kann.

Washington, 24. Juli. Unlerstaakssekrekär Castle erklärte in einer Pressekonferenz, er sei von Stimson in einem Funkgespräch unterrichtet wor­den, daß der Staatssekretär es ablehnen werde, während seines Berliner Aufenthaltes über eine neue Finanzhilfe für Deutschland zu diskutieren. Stimson habe hinzugefügt, daß die Kreditfrage vom Finanzausschuß behandelt werden müsse.

Der unveränderte Pessimismus der Rewyorker Börsenkreise gegenüber dem Londoner Verhand- lungsergebnis führte zu erneuten Kurseinbuhen

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-eantr-v-- - ben Absatzschwierigkeiten begründet.

Zwischen der Polizei und den Studenten, die die Absetzung des Präsidenten Ibanez fordern, ist es zu einem heftigen Zusammenstoß gekommen. Die Polizei machte von der Schußwaffe Gebrauch, und die Studenten erwiderten das Feuer. Zwei Personen würben getötet, mehrere verletzt.

Aus Hastings (Neu-Südwales) wird gemeLet: Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Auto­mobil und einem Zug wurden von den Insassen des Kraftwagen vier Matrosen getötet und einer schwer verletzt.

Bei den Arbeiten am Staubeckenbau in Ott- marchau ereignete sich heute nachmittag ein schwerer Unglücksfall, der zwei Menschenleben for­derte. Eine Lokomotive befand sich mit zwei Wa­gen nach der Umflutmulde, als plötzlich der vor­dere Wagen entgleiste, wodurch auch die Lokomo­tive umgeworfen wurden. Der 27 Jahre alte ver­heiratete Lokomotivführer Stehr aus Gleiwitz und der ledige 31 Jahre alte Heizer Kinne aus Ott- marchau wurden beim Umstürzen der Lokomotive durch die ausströmenden Dämpfe verbruht und waren auf der Stelle tot. Von der Geschäftsleitung der Arbeitsgemeinschaft Dammbau wird mitgeteilt, daß sich die Gleise und das Arebitsmaterml m wÄiN-ngsmähiWeni Zustand befunden lhaben.

Wetterl è, der ehemalige deutsche Reichs- lagsabgeordnete für Elsa ß - L o t h r i n g e n Ä spätere Deputierte der fvangöstschen Kammer ist heute vormittag im Alter von 70 Jahren hier gestorben. Wetterls war zuletzt Mitglied der französischen Gesandtschaft beim Vatikan. Gestern weilte der französische Gesandte beim Vatikan an seinem Lager und überbrachte ihm im Auftrage von Kardinal-Staatssekretär Pacelli den Segen des Papstes.

, Aus Hirschfeld N. L. wird gemeldet: Bei Ab- hrucharbeiten im Werk 1 des Groß-Kraftwerkes Hirschfelds der Sächsischen Werke A.-G. ist heute früh das Gerüst im Innern des zum Abbruch bestimmten ^obäudes zufammenigebrochen, dabei mürbe, ein Ar­biter getötet, und einer schwer verletzt. Zwei ar-dere Arbeiter konnten sich noch im letzten Augenblick in «''cherheit bringen.

Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" meldet, daß Japan sich bereit erklärt Hobe, sich an jeder englisch-amerikanischen Maß­nahme zu beteiligen, die auf die Wiederherstellung °er deutschen Finanzen Hinziele.

. Das Altersheim des Linoriten-Klosters so Pittsburgh wurde durch einen farchtbaren Brand völlig zerstört. 22 Insassen a,men in den Flammen um, über 200 wurden ver­tut. Die Ordensmitglieder haben übermenschliches giftet, um im Verein mit der Feuerwehr und Polizei chre Pfleglinge aus dem lichterloh brennen- oen Gebäude zu retten. Das Altersheim war mit Personen belegt

*) Näheres siehe im politischen Teil.

rot er wird ës ein, die Zahlunas- stockungen dadurch zu überwinden, daß jetzt die Reichsbank gemeinsam mit den großen Privatban­ken diejenigen Maßnahmen trifft, die eine baldige Wiederaufnahme des möglichst unbeschränkten Zahlungsverkehrs gestatten. Man ist sich darüber klar, daß die bisherigen schwachen Lockerungen der Zahlungsbeschränkung, wie sie in der neuesten Not­verordnung enthalten sind, keineswegs ausreichen, um eine weitere Zuspitzung der wirtschafilichen und finanziellen Krise zu verhindern. Die ganze Ge- schäslswelt erhebt Heuke den Ruf nach der Rückkehr des normalen Bankverkehrs.

Mit bestimmten Beschlüssen des Reichskabinetts ist in den nächsten Tagen aber noch nicht zu rech­nen, da die Reichsregierung zunächst durch die Be­suche Stimsons, Macdonalds und Hendersons in Berlin in Anspruch genommen ist.

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Berlin, 24. Juli. Staatssekretär Stimson, der morgen kurz nach der deutschen Delegation in Berlin einlrisfk, wird sich nur bis Montag in Berlin aufhalten. Es verlautet, daß der amerikanische Staatssekretär die Absicht habe, hier in Berlin eine hochpolitische Rebe zu halten, um in einer kur­zen Darlegung des amerikanischen Standpunktes die günstigen Aussichten für eine kommende inter­nationale Hilfsaktion zu unterstreichen. Zu poli-

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Berlin, 24. Juli. In unterrichteten Kreisen wird heute darauf hingewiesen, daß die Kreditkün­digungen aus dem Ausland noch immer einen star­ken Druck auf die deutschen Banken ausüben. Es ist notwendig, daß die in London beschlossene Stillhalte- akkion möglichst rasch in der Praxis zum Abschluß gelangt. Sollte das nicht der Fall sein, so würde sich u. 11. die Reichsregierung doch noch gezwungen sehen, ein Auslandsmoratorium zu verkünden. Dieses Aus­landsmoratorium würde zur Folge haben, daß die privaten Auslandsschulden für eine bestimmte Zeil gegen entsprechende Sicherungen ruhen, d. h. daß die Termine der Rückzahlung auf Grund eines Machkspruches der deutschen Regierung hinaus­geschoben werden. Selbstverständlich würde eine solche Maßnahme, die das Ausland sehr unfreund­lich aufnehmen dürfte, nur im äußersten Falle zur Anwendung gelangen.

Gksr Besuch Lavals in VsvlZn

Paris, 25. Juli. DemMalin" zufolge hat Reichskanzler Dr. Brüning Laval persönlich einge-

] laden, nach Berlin zu kommen. Ein Besuch Lavals soll jedoch erst nach einer offiziellen Einladung «durch die deutsche Regierung in Frage kommen.

DLL -reiwiiSLse AedeZtsdiensi

Berlin, 24. Juli. Auf Grund des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 5. Juni wird mit dem Datum vom 23. Juli eine vom Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald und dem Reichsminister der Finanzen H. Dietrich gezeichnete Verordnung über die Förderung des freiwilligen Arbeitsdienstes veröffentlicht.

Sie bestimmt in Artikel 1 als Gegenstand des freiwilligen Arbestsdienstes gemeinnützige zusätzliche Arbeiten, die als solche von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung an­erkannt sind.

Artikel 2 erklärt eine Förderung nur für zu­lässig, wo die Zusammenfassung von Arbeits­gruppen im freiwilligen Arbeitsdienst nicht für poli­tische oder staatsfeindliche Zwecke mißbraucht wird.

Wie Artikel 3 besagt, wird die Förderung für Empfänger von versicherungsmäßiger Arbeitslosen­unterstützung und von Krisenunterstützung gewährt, die mit Zustimmung ihres zuständigen Arbeits­amtes beschäftigt werden.

Artikel 4 sagt dem in Artikel 3 erwähnten Per­sonenkreis Erhaltung her Unterstützung in der bis­herigen Höhe und Dauer zu und bringt nähere Be­stimmungen über deren Regelung. Er verfügt wei­ter, daß die Unterstützung statt an den Arbeitsdienst­willigen unter gewissen Bedingungen an den Träger der Arbeit gezahlt werden kann. Dieser kann die Unterstützung ganz oder teilweise in Sachleistungen an die Arbeitswilligen weitergeben.

Artikel 5 gestattet dem Arbeitsamt, soweit der Reichsarbeitsminister der Reichsanstalt für Arbeits- Vermittlung und Arbeitslosenversicherung besondere

Reichsmittel zur Verfügung stellt, Arbeitslosenunter­stützung von höchstens 2 RM wochentäglich für höch­stens 20 Wochen auch solchen Arbeitsdienstwilligen zu gewähren, die aus näher bezeichneten Gründen keine Unterstützung erhalten. Die Zeit, während deren der Arbeitsdienstwillige Arbeitslosenunter­stützung bezogen hat, wird auf die Unterstützungs- Höchstdauer angerechnet, wenn er später versiche­rungsmäßige Arbeitslosenunterstützung bezieht.

Artikel 6 erklärt, daß aus einer Ablehnung oder Aufgabe des freiwilligen Arbeitsdienstes nicht auf Arbeitsunwilligkeit oder Arbeitslosigkeit durch eige­nes Verschulden geschlossen werden darf.

Ueber die Anerkennung einer Arbeit als frei williger Arbeitsdienst entscheidet nach Artikel 8 der Vorsitzende des Landesarbeitsamts im Benehmen mit dem Verwaltungsausschutz des Landesarbeits­amts.

Artikel 9 legt die Umstände dar, unter denen auf die VeteMMng von Gemeinden am Aufwand für ben freiwilligen Arbeitsdienst verzichtet werden kann. In einem solchen Falle trägt das Reich den Ausfall.

Artikel 11 schreibt vor, daß der Arbeitsdienst- willige von der Arbeit abberufen werden muß, wenn ihm eine Arbeitsstelle vermittelt werden kann.

Artikel 12 regelt die Zulassung zu Beschwerden und deren Entscheidung.

Artikel 13 besagt, daß die Krankenversicherung Arbeitsdienstwilliger, die versicherungsmäßige Arbeitslosenunterstützung oder Krisenunterstützung bezogen haben, unverändert weiterläuft. _ Auf Arbeitsdienstwillige, die Arbeitslosenunterstützung nach Art. 5 erhalten, finden die Vorschriften über die

(Fortsetzung auf Seite 2}

z u st a n d, in dem wir zurzeit leben, hat die große Masse der Bevölkerung gezwungen, sich weit stärker als das sonst der Fall zu sein pflegt, mit Finanz- und Wirtschaftsfragen zu beschäftigen. Das gilt in erster Linie für die­jenigen, deren Erwerbsmöglichkeiten oder Handlungsfreiheit durch die Notmaßnahmen der Regierung unmittelbar eine. Einschränkung : erfahren haben; das gilt darüber hinaus aber auch für einen jeden, der in diesen Tagen an- ' gesichts der Zahlungsmittelknappheit und des unzulänglichen Kreditverkehrs plötzlich vor allerhand ungewohnte Schwierigkeiten in der Befriedigung seines Haushaltsbedarfs gestellt war oder auch nur Schwierigkeiten in dieser : Hinsicht befürchtete. Es war dabei für die allermeisten nicht leicht, zu einer klaren Ein­stellung zu den Problemen zu gelangen. Die am laufenden Bande produzierte Fülle der Notverordnungen und ihre Ausführungsbe­stimmungen machte es auch dem sorgfältigen Beobachter kaum möglich, dem Gang der Ent­wicklung ganz zu folgen. Die große Eile, in der die Entscheidungen der Regierung fallen mußten, brachte es mit sich, daß manche Be­stimmung nicht so klar herausgearbeitet wer­den konnte, wie das den Bedürfnissen des Ver­kehrs und der Unterrichtung der Bevölkerung entsprochen haben würde. Es kann daher nicht verwundern, daß die zum Teil tief einschnei­denden Maßnahmen, die in den letzten zehn Tagen durch Notverordnungen ergriffen wor­den sind, nicht immer in ihrer Notwendigkeit erkannt und noch seltener von dem Beifall der Betroffenen begleitet worden sind, so dankens­wert die Bemühungen der verantwortungsbe­wußten Presse waren, für die nötige Auf­klärung zu sorgen. Um so aufrichtiger ist es anzuerkennen, daß die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung den zahlreichen großen und kleinen Schwierigkeiten, die in die­ser Lage nicht ausbleiben konnten, mit Be­sonnenheit und großem Verantwortungsgefühl begegnet ist.

Die Besorgnisse, die unmittelbar zu Be­ginn der Bankfeiertage hinsichtlich der Sicherheit der Spar- und Bank­guthaben vielfach wach geworden waren, find bei sorgfältigerer Ueberlegung einer ruhigeren Auffassung gewichen. Die Bevölke­rung erkannt, daß eine vorübergehende Zah­lungsstockung infolge plötzlicher Zahlungs- mitteloerknappung und übermäßiger Inan­spruchnahme der Sparkassen, Banken und son­stigen Kreditinstitute nicht das mindeste mit der Sicherheit der vorhandenen Spareinlagen und der den Kreditinstituten zur Verfügung stehenden Deckungsmittel zu tun hat. Zur Ver­sorgung unserer Wirtschaft mit den erforder­lichen Zahlungsmitteln genügte in den letzten Jahren ein Betrag von durchschnittlich etwa sechs Milliarden RM. Angesichts der inzwi­schen eingetretenen Verminderung der Pro­duktion und der gegenüber dem Vorjahr ein­getretenen Senkung des Preisniveaus müßte es heute möglich sein, mit etwa 2 bis 300 Mil- lionen Zahlungsmitteln weniger, also mit etwa 5,6 bis 5,7 Milliarden die Gesamtgüter­bewegung der deutschen Volkswirtschaft ohne jede Schwierigkeit durchzuführen. Soviel Zah­lungsmittel sind aber auch gegenwärtig im Verkehr.

Wenn diese gleichwohl nicht auszureichen scheinen, so liegt das lediglich daran, daß die Umlaufsgeschwindigkeit der Zah­lungsmittel zurzeit eine weit geringere geworden ist, als in normaler Lage unserer Wirtschaft. Die übertriebene Sorge davor, daß zur Deckung des täglichen Bedarfs die ge­nügenden Zahlungsmittel nicht zur Verfügung stehen könnten, hat viele veranlaßt, weit über

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