Einzelbild herunterladen
 

M 165

Srettas de«

18. SM

1631

Erfüllungsort mb Gerichtsstand für beide Telle ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aäf Lieferung oder Rmhliefenmg oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. / Fürplahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Femspr. 3956,3951,3958

Kschât täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. / Bezugspreis: Für bot halben Maat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummern, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Brette 8 X»pfg., im Reklamâil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Pfg.

Vrüning und Luvtius heute in Varis

Montag LNinistevkonsevenz in London - Dev Besuch der englische« Minister in Vevlin verschoben

Ätwyt' ^ok^«4|4<w

* Die englischen Minister haben ihren Besuch in Perlin abgesagt und Brüning und Curtius aufge- fordert, nach Paris zu kommen. Am Montag findet dann in London eine Ministerkonferenz statt. Brü­ning und Curtius haben sich entschlossen, die Pariser Einladung anzunehmen. Sie werden am Freitag dahin abreisen.

* Im französischen Ministerrat wurde ein Ak- tionsplan für die Finanzhilfe für Deutschland auf­gestellt.

* Gerüchte, wonach die Regierung beabsichtige, einen Staatskommissar für wichtige Zweige der Privatwirtschaft zu ernennen, werden als unrichtig bezeichnet.

Die Ereignisse äbteMen sich

Berlin, 16. Juli. Die Ereignisse haben sich in den letzten 24 Stunden wieder einmal überstürzt. Die englische Regierung hat am Mittwoch abend die Regierung von Deutsch­land, Frankreich, Italien und Amerika zu einer Minister-Konferenz nach London einge­laden, die am Montag nachmittag 6 Uhr beginnen soll. Gleichzeitig erklärte die englische Regierung, daß die englischen Minister planmäßig sich nach Berlin begeben und recht­zeitig zur Konferenz in London zurück fein werden. Die französische Regierung, die die eng- lische Einladung zunächst mit größter Zurückhaltung aufnahm, hat daraufhin offenbar aus Prestigegründen angeregt, daß der Reichskanzler und der Reichsaußenminisler vorher nach Paris kommen. Eine entsprechende Einladung der französischen Regierung ist heule nachmittag im Auswärtigen Amt übergeben worden. Die Reichsregierung hat sich ent­schlossen, sowohl die Einladung zur Londoner Konferenz, wie zu der deutsch-französischen Aussprache in Paris anzunehmen.

Der Wirtschaftsausschuß des Reichskabinetts wird heute seine Beratungen fortsetzen und sich mit einer Notverordnung beschäftigen, die die Abhebung der Guthaben vom kommenden Montag ab betrifft und eine Ueberleitung von den Bankfeiertagen zum nor­malen Geldverkehr bezweckt.

Die Erhöhung des Reichsbankdiskonts sowie die übrigen innerdeutschen Maßnahmen finden unein­geschränkte Zustimmung der amerikanischen Finanz­welt. Auch die Herabsetzung der Golddeckung wurde ruhig en, da man weiß, daß der Reiche-

bank nur er Ausweg blieb, der nach Ansicht der Wallstreet geringere Gefahren birgt als eine Rück­kehr zur Rentenmark.

Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußen- mimster Dr. Curtius werden am Freitag abend mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Paris abveisen, wo sie am Samstag vormittag emtreffen. Die deutschen Minister begeben sich dann am Montag von Pa­ris aus direkt nach London. Der Reichs­kanzler und der Reichsaußemninister werden auf ihrer Reife nach Paris und London von dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes van Bülow, dem Staatssekretär des Reichsfinanzministerrums Schäffer, dem persönlichen Referenten des Reichs­außenministers, Geheimrat Reinebeck, einem Herrn der Reichskanzlei und zwei Referenten des Aus-

Als Zweck der Konferenz wurde dem Vertreter des WTB. von hoher Regierungsseite bezeichnet: Formulierung eines sorgfältig überlegten, auf lange Sicht berechneten Planes zur Unterstützung Deutsch­lands auf breitmöglichster Grundlage sowie Bei­legung der Differenzen zwischen Berlin und Paris, welche die tatkräftige internationale Zusammen­arbeit bisher erschwerten. Weiter wurde dem Ver­treter des WTB. mitgeteilt, es handle sich um eine Notkonferenz zur Bekämpfung eines- Notzustandes und Stimson werde sich an der Diskussion ebenso beteiligen wie die Mitglieder des Völkerbundsrates bei ihren regelmäßigen Genfer Sitzungen. Natür-

Plesse« für die So sein.

begleitet

lieh werde er

So« Berlin über Paris nach London

Brüning und Lurkins auf Reifen

Mit überraschender Schnelligkeit hat das seit langem festgelegte Programm des politi­schen Wochenendes eine Aenderung erfahren. Anstelle eines engl. Chequers in Berlin, ist ein deutsches Chequers in Paris getreten. Die Begegnung Brünings und Curtius mit Laval und Briand ist dabei nur eine Vorstufe zu einer Ministerkonferenz in London, die am Montag die wichtigsten Entscheidungen seit Beendigung des Kriegs zu treffen haben wird.

Was bedeutet die Aenderung des ur­sprünglichen Programms? Sie bedeutet vor allen Dingen eine Beschleunigung der welt­politischen Aussprache. Es war ursprünglich vorgesehen, daß aus den englischen Besuch in Deutschland der deutsche Besuch in Paris und Rom folgen, wird. Die Entwicklung der letzten Tage mußte zum Aufgeben dieses für mehrere Wochen berechneten Planes führen. Die Lage Deutschlands erlaubt keine Verschiebung der politischen Verhandlungen. Binnen weniger Tage müssen Voraussetzungen für internatio­nale Kredithilfe für Deutschlands geschaffen

Die vom Reich am 15. Juli in bar an die BIZ. gezahlte ungeschützte Annuität, die die BIZ. ihrer­seits der Reichsbahn zur Verfügung gestellt hat, ist von dieser wiederum an die Reichsregierung über­wiesen worden.

Die Vevstbiebuns des eustische« MinistsvbekuKss

Im Zusammenhang mit der Verordnung über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln hat der Polizeipräsident von Berlin ein Sonderdezernat im Polizeipräsidium eingerichtet, das Verstöße gegen diese Verordnung mit unnachsichtlicher Strenge ahnden wird. Die beim Devisenschwarzhan­del betroffenen Personen werden dem Schnellrichter vorgeführt werden; wenn sie Ausländer sind, steht ihre Ausweisung zu erwarten.

In der Sitzung des Aeltestenrates des Reichs­tages werden auch die Sozialdemokraten gegen die Einberufung des Reichstages stimmen, so daß eine Mehrheit gegen die Einberufung sicher ist. Ueber die Aenderung der Notverordnung vom 6. Juni sollen in den nächsten Tagen Verhandlungen ge­führt werden, von denen man, dem gleichen Blatt zufolge, in parlamentarischen Kreisen annimmt, daß sie zu einer Verständigung zwischen der Re­gierung und den Parteien führen werden.

London, 16. Juli. Auf eine Anfrage im Unter­laufe des Inhaltes, ob Macdonald in der Lage wäre, Einzelheiten über die am Montag stattfin­dende Konferenz mitznteilen, erwiderte der. Pre­mierminister, daß seit dem am Morgen veröffent­lichten Kommunique weitere Beratungen slattge- funden hätten. In deren Verlauf, so erklärte er, sei die englische Regierung dahin informiert worden, daß sich der deutsche Reichskanzler nunmehr ent­schieden habe, nach Paris zu kommen. Der Besuch, den er, Macdonald, in Berlin mit Henderson zu machen gedachte, sei daher logischerweise verschoben worden. Die Ministerkonserenz, so fügte er noch hinzu, wird am Montag in London beginnen, wie er es ja schon angekündigt habe.

oen; er werüe..... _ . . ,

Geiste zwischen Deutschland und Frankreich zu ver­mitteln suchen, denn beste Beziehungen zwischen Berlin und Paris seien Vorbedingung für eine Nothilfe, die die deutschen Finanzen auf eine wirk­lich lebensfähige Basis stelle. Stimsons Reisepläne seien erheblich umgestaltet worden, und man könne zurzeit nicht übersehen, wann er nach Berlin reisen könne. Amerika erhoffe von der Londoner Konfe­renz eine wesentliche und erkennbare Besserung der politischen sowohl wie der wirtschaftlichen Lage.

en

formiert worden.

DerAngriff" ist wegen des von dem Blatt in seiner Donnerstagabendausgabe gebrachten Artikels »Gegen NSDAP, und Stahlhelm", in dem eine Verächtlichmachung der Reichsregierung erblickt wird, auf 8 Tage bis einschließlich 24. Juli ver­boten worden.

a

* Der Besuch der englischen Minister in Berlin ist mit Rücksicht auf die am Montag in London beginnende Konferenz der Minister der am Hoover- Plan beteiligten Staaten verschoben worden.

*

Das Werratal wurde zum dritten Male inner­halb vier Wochen von einer schweren Unwetter­und Wolkenbruchkatastrophe heimgesucht, deren Fol- gen stellenweise besonders verhängnisvoll sind. Bei Hannoversch-Münden gingen ungeheure Wasser­wassen zu Tal, die das Land in einen riesigen See verwandelten.

Die bevorstehende Arktisfahrt desGraf Zeppe- lind" wird ausschließlich wissenschaftlicher Forschung bienen. Eine Ueberfliegung des Nordpols ist nicht geplant.

An der Untergangsstelle des französischen Damp­fersSt. Philibert" ist jetzt auch der Hamburger VergungsdampferWille" eingetroffen, da die Hebungsarbeiten durch bie fortschreitende Versan­dung erfchmert werden. Bisher war bekanntlich nur der Hamburger BergungsdampferKraft" mit sei­nem Hilfsfahrzeug an der Unfallstelle tätig.

«

Die beiden ungarischen Ozeanflieger sind in der Nähe von Budapest notgelandet. Sie sind un­verletzt.

i *) Näheres siehe im politischen Seit

ÄmsvWk und die Londonev ^onfevenr

Washington, 16. Juli. Unferffaatsfetretär Castle gab heute die Erklärung ab, daß er soeben vom Weißen Hause aus mit Stimson in Paris tele­phonisch gesprochen habe. Darauf habe Präsident Hoover beschlossen, Staatssekretär Stimson zu der für Wontag einberufenen Londoner Konferenz der Regierungschefs Deutschlands, Englands, Frank­reichs, Italiens und der Vereinigten Staaten als offiziellen Vertreter der amerikanischen Regierung

Zu

entsenden.

Sirmson offiziettev Devivsiev dev & G. Ä. auf dev Londonev âonfevem

Washington, 16. Juli. Staatssekretär Stimson hatte heute eine telephonische Unterredung mit Präsident Hoover, in deren Verlauf er angewiesen wurde, der am Montag in London beginnenden internationalen Konferenz als offizieller Vertreter der Regierung der Vereinigten Staaten beizuwoh­nen. Man sieht hier in dieser Konferenz das Mittel, die fortgesetzte Hilfeleistung an Deutschland zu ver­stärken und die Differenzen zwischen Paris Ord Ber­lin auszugleichen.

Die Inkas«« »uv London««

Mnistevkonkeven»

London, 17. Juli. Die Einladung zur Lon­doner Ministerkonferenz am kommenden Montag ist. wie der dipl. Korrespondent desDaily Telegraph' berichtet, bisher von vier Staaten, nämlich Belgien, Italien, Japan und Amerika, angenommen worden.

M« 2 MMiavden-âedtt fite Deutschland?

London. 17. Juli. Der französische Vorschlag zu einem finanziellen Beistand für Deutschland, den Ministerpräsident Laval heute zu veröffentlichen gedenke, soll, wie der politische Korrespondent des Daily Telegraph" meldet, daraus hinauslausen, daß die Banken von Frankreich und England sowie oie Bundesreservebank einen kurzen Kredit von zwei Milliarden gewähren würden, der allmählich durch eine Anleihe gleicher höhe erseht werden sollte, die Amerika, Frankreich, England. Italic« und Belgien garantieren würde. Diese Anleihe sollte in zehn Jahren zurückerstattet sein. Als Gegenleistung würden von Deutschland gewisse finanzielle Ga­rantien verlangt.

Die fvanZSMche Movsett- pvesse über d. èntevttaüonale LwaMbttfe au Deutschland

Paris, 17. Juli. Verschiedene Morgenblätter wollen in der Lage sein, über den französischen Plan zu berichten, der die Finanzhilfe betrifft, die Frankreich vor.

Harisien" i

orzuschlagen beabsichtige.Petit will sogar berichten können, daß die.

ser Plan nach Genehmigung durch den gestrigen Ministerrat und nach vorheriger Vereinbarung mit den britischen und amerikanischen Unterhändlern bereits Berlin mitgeteilt worden sei. Der Plan sehe, wie das Blatt ausführt, eine finanzielle Hilfeleistung für Deutschland in Form von weit­gehenden Krediten vor. Hiermit käme auch eine finanzielle Kontrolle in Frage. Als Gegenleistung fei eine Art politischer Waffenstillstand in Aussicht genommen, während dessen Dauer Deutschland sich verpflichten würde, keine Probleme aufzuwerfen, die die Atmosphäre Europas stören könn­ten. Andererseits würden die Deutschen eine ähnliche Versicherung seitens der Gläu- biger erhalten.Echo de Paris" schreibt: Es handelt sich zunächst um «ine finanzielle Hilst- leistung der Bank von Frankreich und England und der Föderal Reserve Bank in Höhe eines Kre­dites von 500 Millionen Dollars (Matin" undOeuvre" melden ebenfalls diese Summe) nach Art der Kredite, die die Zentral­banken sich in Krisenzeiten gegenseitig zugestünden. Diese Kredite seien ziemlich begrenzt und würden so bald wie möglich durch eine Anleihe in gleicher

(Fortsetzung auf Seite 2)

er­folgt. Die Staatsmänner handeln unter bitte­rem Zwang. Es ist nicht das Schicksal von Deutschland allein, das auf dem Spiele steht, es ist das Schicksal des ganzen Kontinents. Die Auswirkungen des drohenden deutschen Bankerotts waren im Auslande derart, daß selbst die verstocktesten Feinde der Verständi­gung in allen Ländern verstummen mußten. Die Londoner Konferenz, an der sämtliche Großmächte der Welt und außerdem noch Belgien beteiligt sind, sollen nun endlich der Wendepunkt sein, von dem im Laufe der Jahre so oft und soviel geredet wurde, und der sich nicht blicken lassen wollte.

So groß die Enttäuschung über die Absage des englischen Besuches in Berlin auch ist, und dies nicht zuletzt aus Prestigegründen, so muß doch anerkannt werden, daß der neu verein­barte Weg unter den obliegenden Umständen der kürzeste und zweckmäßigste ist. Eines er­scheint auf jeden Fall klar: von den beiden Möglichkeiten, Verhandlungen mit Frankreich oder endgültige Absage an Paris, hat die Reichsregierung die erste gewählt. Denn nur auf dem Wege über die Verhandlungen kann Deutschland zu einem Kredit kommen, den es zu seiner Rettung braucht. Selbsthilfe tut not, und sie darf nicht ausbleiben. Aber mit Selbst­hilfe allein, ohne Kredite, kann Deutschland es ebensowenig schaffen, wie nur mit Krediten ohne Selbsthilfe. Beides muß Hand in Hand gehen.

Wir brauchen uns nichts vorzumachen: Deutschland war in den letzten Tagen nicht mehr wirtschaftlich, sondern auch politisch völ­lig isoliert. Richt überall iy der Welt teilte man restlos den französischen Standpunkt, aber fast überall brachte man diesem Stand­punkt das größte Verständnis entgegen. So­wohl Amerika wie Italien machen keinen Hehl daraus, daß eine Einigung zwischen Deutschland und Frankreich in politischen Din­gen erforderlich sei. Man war nur etwas ver­blüfft über die kühle abwartende Stellung der französischen Regierung, die offenbar eine deutsche Initiative erwartete. Erst als die französische Börse unter dem Eindruck der deutschen Ereignisse einen Rückschlag erfuhr, wie noch nie seit der Frankenstabilisierung, überlegte sich Frankreich eines besseren.

Die Ergebnisse der Aussprache von Paris und von London werden überall in der Welt, vor allen Dingen aber in Deutschland, mit un­geheuerer Spannung erwartet. Von ihren Er­gebnissen wird das Schicksal Europas für die nächste Zeit abhängen.

Die benikse Stammet? umfaßt 10 Sette«