Ka«a« «Stadt und Land
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Mittwoch den
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15. Suli
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MobMiievuns dev Selbsthilfe - Dev RetchSpvastdent beicht seinen Urlaub ab
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Der Reparationsausschuß des Kabinetts nahm den Bericht Dr. Luthers über seine wenig erfolgreichen Verhandlungen in Basel entgegen.
Bis spätestens Donnerstag früh ist das neue Aktionsprogramm der Regierung, das der Behebung der Geldmittelknappheit dienen soll, zu erwarten.
Henderson ist in Paris eingetroffen. Aus Aeußerungen feiner Begleiter geht hervor, daß die angelsächsischen Staaten nur in einer deutsch-französischen Entspannung die Rettung sehen.
Vizekanzler a. D., Geheimrat Friedrich Payer, ist in Stuttgart im Alter von 84 Jahren gestorben.
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Der Oberpräsident der Provinz Sachsen hat die Wochenschrift „Harzer Trommler", Kampfblatt für Nationalsozialismus im Harz, bis zum 1. Januar 1932 verboten. Das Verbot ist erfolgt mit Rücksicht auf die in Nummer 28 veröffentlichten groben Beschimpfungen der Polizei als Organ des Staates.
In Newyorker Finanzkreisen scheint der Gedanke eines Vorgeheys der übrigen Notenbanken ohne Frankreich erörtert zu werden, jedoch hat dieser Gedanke noch keine konkrete Gestaltung angenommen^
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Bremer Baumwolltermmbörse bleibt infolge der beiden Bankfeiertage ebenfalls heute und morgen geschlossen.
Der Reichsausschuß der Erwerbslosen hatte kürzlich beschlossen, am 15. Juli einen Reichser- werbslosentag in Form von Demonstrationen und Kundgebungen „als Protest gegen den Hunger- seldzug der Brüning-Regierung" durchzuführen. Wie mir erfahren, hat der Berliner Polizeipräsident diese Kundgebung für Berlin verboten.
Der Danziger Börsenvorstand hat beschlossen, die Effekten- und Devisenbörse am heutigen Tage nicht stattfinden zu lassen. Ueber den Zeitpunkt der Wiedereröffnung der Börse wird man sich von Tag zu Tag schlüssig werden. Die Produktenbörse findet wie gewöhnlich statt
Der Budapester Börsenrat hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, während der dreitägigen Hankpause am 14., 15. und 16. Juli den Verkehr an der Effektenbörse ruhen zu lassen.
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Aus Budapest wird gemeldet: In einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Debrcczin sind drei Kinder im Alter von ein bis drei Jahren, die von kn Eltern allein zuhause gelassen wurden und mit Streichhölzern spielten, in der abgeschlossenen Wohnung bei lebendigem Leibe verbrannt.
Ein amerikanischer Missionar einer Metho- "stengemeinde im Bezirk Kutein in Nord-Fukien wurde von Räubern gefangen genommen und verschleppt.
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„ In Ohlenstedt bei Bremen ist gestern Nacht ein Besitztum niedergebrannt. Stuf der Unglücksstätte fand man die Leichen des Besitzers und zweier Kinder. Zwei weitere Kinder werden vermißt. Die ^tstehungsursache des Feuers ist noch nicht bekannt.
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Bei einer großen Kundgebung für die Selbständigkeit der Philippinen, die in Manila statt» tand, drangen 200 Eingeborene in die Anlagen ks amerikanischen Armee- und Marineklubs ein ^nd bewarfen die Offiziere und deren Frauen mit Steinen. Zwei amerikanische Offiziere wurden getötet.
Der amerikanische Schatzsekretär Mellon, der ich für einige Wochen an die französische Riviera suriickziehen' wollte, hat beschlossen, bereits am bfeitag nach London abzureisen. Ein amerikanischer v^anzmann aus seiner Begleitung erklärte einem Vertreter des „Oeuvre", daß man in Amerika lieber ?,c deutschen Sachverständigen zu Verhandlungen 111 Paris, als die Bolschewisten in Berlin sehe.
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, Am Montag ereignete sich 43 Klm. von Mos- k"u entfernt ein schweres Flugzeugunglück. Ein schweres Bombenflugzeug stürzte bei Uebungen über dem Bahnhof Albino ab. Der stellvertretende Mef des Militärflugwesens der Roten Armee, E"ow, ein Mitglied des russischen Gencralstabes, skelonowski, der persönliche Mitarbeiter des Kriegs- Mmissars, Arkamijew, zwei Flieger, zwei Mecha- ^ker und ein Beobachter fanden dabei den Tod.
*1 Näheres stehe im politischen Seil.
SelbMiw'.
Berlin, 14. Juli. Der Reichsbankpräsident ist heule nachmittag gegen 5 Uhr im Flugzeug wieder in Berlin eingekroffen. Er begab sich sofort in die Reichskanzlei, wo bereits der sogenannte Reparalionsausschuß des Kabinetts unter Vorsitz des Reichskanzlers ihn erwartete, um seinen Bericht über die leider wenig erfolgreichen Verhandlungen in Basel enl- gegenzunehmen. Da nach dem Ergebnis der Besprechungen bei der BIZ. in absehbarer Zeit mit einem Auslandskredit nicht zu rechnen ist, sieht sich die Regierung gezwungen, unverzüglich Maßnahmen zu treffen, um auf dem Wege der Selbsthilfe über die gewaltigen Schwierigkeiten der nächsten Zeit hinwegzukommen. Im Reichsfinanzministerium sind bereits die nötigen Vorarbeiten geleistet worden.
Es steht eine ganze Reihe von Projekten zur Beratung, aus denen sich bis spätestens Donnerstag früh, wenn die Banken wieder ihre Schalter öffnen, ein Aktionsprogramm herauskristallisieren soll. In erster Linie handelt es sich jetzt darum, der Geldknappheit Herr zu werden und" die nötigen Mittel bereitzustellen, damit die Lohnzahlungen am Freitag reibungslos vor sich gehen können. Im Verlauf der Konferenzen, die sich vermutlich noch über den ganzen morgigen Tag erstrecken werden, sollen auch Vertreter der Banken und prominente Führer der Wirtschaft um ihre Meinung befragt werden. Heute nachmittag hatte der Reichsfinanzminister Dietrich bereits Unterredungen mit den Leitern der Großbanken, die Aussprache zog sich bis zum Abend hin. Sie ist nach nicht abgeschlossen und über ihren Ausgang kann einstweilen noch nichts gesagt werden.
Um 9 Uhr
Sitzung zusammen. Unter den zahlreichen Vorschlägen, die an die Reichsregierung herangebracht werden, taucht auch der Plan auf, den Bestand an Rentenmarkscheinen, der zurzeit noch etwa 400 Millionen Mark beträgt, um das Doppelte zu vergrößern. In der „Berliner Börsenzeitung" wird der Gedanke der Schaffung einer „Binnenmark" neben der Reichsmark angeregt, wobei die letztere nur noch als ausländisches Zahlungsmittel verwendet werden soll. Für den Aufbau der Wirtschaft auf der Grundlage einer solchen Binnenmark wird eine mit „diktatorischen Vollmachten ausgestattete Persönlichkeit" verlangt. Offenbar denft das Blatt dabei an den früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, den es in diesem Zusammenhang als den Schöpfer der Rentenmark feiert.
Allerdings wird auch wieder von der Möglichkeit eines 'inneren Moratoriums gesprochen. Das Kabinett hat sich bislang für dieses zweifellos zweischneidige Mittel nicht entscheiden können.
&bb<m dev VaEeieviase
Berlin, 14. Juli. Das Reichskabinett trat heute nach 22 Uhr zu einer neuen Sitzung zusammen. die bereits um 23.30 Uhr beendet wurde. In dieser Sitzung wurden im wesentlichen die Richtlinien der im Laufe des heutigen Rachmittags gefaßten Beschlüsse beraten, druch die die gegenwärtigen Bankseiertage wieder abgebaut und normale Verhältnisse wiederhergestellt werden sollen.
Kkndendttvg gebet nach VevSkn rnvück
Berlin, 14. Juli. Reichspräsident von Hinden- bürg wird, wie wir hören, programmäßig morgen
Kendevfons Ankunft in Wavis
Paris, 14. Juli. Bei Ankunft in Paris erklärte der englische Außenminister Henderson den Journalisten: „Ich will nichts unversucht lassen, um die furchtbare wirtschaftliche und soziale Krise, die der Zusammenbruch Deutschlands über Mittel- und Osteuropa verbreiten würde, zu verhüten." Auf die Frage, ob er in Berlin vemrltelnd zwischen Frankreich und Deutschland eingreifen werde, entgegnete Henderson: „Das wird sich aus der Situation ergeben."
Die Begeliter des englischen Außenministers zeigten sich sehr ernst und erklärten den Berichterstattern, daß man in England nichts sehnlicher wünsche als ein Entgegenkommen der französischen Regierung. Es käme nicht so sehr darauf an, daß Frankreich sofort mit großen finanziellen Mitteln Deutschland zu Hilfe eile, als auf grundsätzliche Bereitwilligkeit der Pariser Regierung, an einer Kkedtlhilfe für das Reich nach besten Kräften mit» zu wirken.
Es wurde also deutlich zu verstehen gegeben, daß die angelsächsische und amerikanische Hochfinanz nur in der deutsch-französischen Entspannung die Bürgschaft und Sicherheit für eine Deutschland zu gewährende Kredithilfe erblicken. Ein Henderson begleitendes Mitglied der englischen Abordnung sprach die Befürchtung aus, daß die englische Bankwelt durch einen eventuellen deutschen Zusammenbruch stark mitgenommen werden sonnte.
sein Gut Reudeck verlassen und nach Berlin zurückkehren.
Dev ICO KMwnen- KedèMontkvedtt vevlansevt
Berlin, 14. Juli. Wie die „DAZ." wissen will, soll nunmehr die offizielle Mitteilung vorliegen, daß das internationale Rolenbankkonsor- lium einschließlich der BIZ. den Rediskontkredik von 100 Millionen Dollar der Reichsbank bis Mitte Oktober prolongiert hat.
AvhekislasenunöevfèÄtztttts wwd sezaM
Kein Einfluß der Bankfeierkage auf die Auszahlung Berlin, 14. Juli. Wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mikleilt, werden die Bankfeiertage keinen Einfluß auf die Auszahlung der Arbeitslosen- und ürisen- untcrstühungen ausüben, da die Reichsanskalt in Bankverbindung vor allem mit der Reichsbank sieht.
âein deutsches Kitssgesuch
Berlin, 14. Juli. In dem Baseler Kommunique wird von einem Hilfsgesuch der deutschen Regierung bei den anderen Mächten gesprochen. Das ist nicht richtig. Ein solches Hilfsgesuch ist nicht ergangen, da der Reichshaushalt die ausländischen Kredite nicht benötigt. Es ist vielmehr die Gefährlichkeit der Gesamtlage in Deutschland, die durch Abzug der Kredite aus der deutschen Wirtschaft und deren Fokheerscheinungen sich entwickelt hat, dargelegt und um Erwägung über die Mittel zur Abhilfe gebeten worden.
Gegen eine GisButtg dev GteuevzahSuttsen
Berlin, 14. Juli. Die bestehenden wirtschaftlichen Verhältnisse haben in gewissem Umfange zu einer Stockung der Steuerzahlungen geführt. Liste derartige Stockung muß im Interesse der Allge- lneinheik mit allen Mitteln bekämpft werden. Gerade in den Zeiten wie den gegenwärtigen ist besonderer Wert darauf zu legen, daß jeder seinen steuerlichen Verpflichtungen nachkonimt. Gehen die geschuldeten Steuern nicht pünktlich ein, so wird, wie
(Fortsetzung auf Seite 2)
Der englische Außenminister verbrachte den heutigen Tag bei Sir Tyrell, dem englischen Botschafter, Mittwoch vormittag wird Henderson mit dem Ministerpräsideisten Laval Zusammentreffen und als Gast Briands das Äèittagesfen im Kreise der französischen Minister und hervorragender Diplomaten einnehmen. Es ist auch eine Zusammenkunft zwischen Hcaderson und dem morgen hier eintreffenben ' amerikanischen Staatssekretär Stimson vorgesehen. -
Gftmfon nach Vavis abgeveM
Rom, 14. Juli. Der Staatssekretär der Vereinigten Staaten und Frau Stimson sind heute nach Paris abgereist. Im Auftrage Mussolinis wurde Frau Stimson ein Orchideenstrauß überreicht,
Dor ernsten Entschlüssen
Der Reichsbankpräsident Dr. Luther ist von Basel wieder nach Berlin zurückgekehrt, um mit der Regierung gemeinsam über die Maßnahmen zu beraten,die sich jetzt als notwendig erweisen. Dabei wird man davon auszugehen haben, daß die ersten Bemühungen des Reichsbankprästdenten um einen ausreichenden Kredit gescheitert sind. Wenn in der offiziellen Mitteilung über die Sitzung des Verwaltungsrates der Internationalen Zahlungsbank von einem Schritt der deutschen Regierung bei den „verschiedenen Regierungen" die Rede ist, so trifft diese Darstellung nicht zu. Dr. Luther war bei seiner Rundreise nicht der Träger oder Vermittler einer Kreditaktion der Reichsregierung. Es unterliegt keinem Zweifel daß die wirtschaftliche und finanzielle Sicherheit in Deutschland nur wiederhergestellt werden kann, wenn wir einen hohen langfristigen ausländischen Kredit er» halten. Es versteht sich ebenfalls von selbst, daß die Regierung hinter dieser Kreditaktion stehen muß und wird. Zurzeit aber handelt es sich um die Befriedigung eines dringenden AugeMicksbsdürfMtzs,'/namÄch um die Wer- neue Zahlungsmittel für die Wirtschaft zur Verfügung stellen kann, ohne gleichzeitig die Sicherheit der Währung in Frage zu stellen. Einen solchen Kredit, der nach Lage der Dinge wohl nur kurzfristig sein kann, sucht nicht das Reich, sondern die Reichsbank auf dem ausländischen Markt zu erhalten.
Luther hat in London und Paris nichts er» reicht. In Basel sind seine unmittelbaren Bemühungen ebenfalls nicht sehr erfolgreich gewesen. Die Internationale Zahlungsbank hat sich mit der Verlängerung des letzten Rediskontkredites einverstanden erklärt, so daß die bereits verbrauchten 100 Millionen Dollars am 16. Juli nicht zurückgezahlt zu werden brauchen. Darüber hinaus aber hat der Verwaltungsrat der Internationalen Zahlungsbank zunächst keine Hilfe gewährt, sondern sich nur bereit erklärt, an einer finanziellen Unter» stützung der Reichsregierung mitzuwirken.
Mit diesem Ergebnis ist der Reichsbankpräsident nach Berlin zurückgekehrt. Es geht aus diesem ganzen Zusammenhang hervor, daß die Lage sich erheblich verschärft hat und daß die Reichsregierung jetzt vor sehr ernsten Entschlüssen steht. Daß die Börsenruhe verlängert und sämtliche Banken und Sparkassen einschließlich des Postscheckamtes für zwei Tage geschlossen wurden, beruhte bereits auf Besprechungen, die telephonisch zwischen Luther in Basel und der Reichsregierung am'Montag abend stattgefun- den hatten. Deutschland muß sich jetzt unter allen Umständen auf die Notwendigkeit e i n r i ch t e n, sich selbst zu h elfen, nachdem unsere Kontrahenten im Auslande sich nicht zu einer sofortigen Hilse verstanden oder an die Gewährung von Finanzhilfe politische Forderungen und Bedingungen geknüpft haben. Auf diese Lage hat man sich in Berlin bereits eingestellt, als der Reichsbankpräsident sich zur Reise nach Basel anschickte. Denn man kannte damals die Lage schon ziemlich genau, wenn auch die Entscheidung in Basel noch ausstand.
Geht man von der Lage aus, wie sie sich nach der Sitzung des Verwaltungsrates der Internationalen Zahlungsbank gestaltet hat, so ergibt sich als die unmittelbarste Folge, daß die Reichsbank nur noch gerade über den Devisen- und Goldbestand verfügt, der zur Einhaltung der vierzigprozentigen Deckungsgrenze notwendig ist, daß sie sich also mit der Abgabe von Devisen aufs äußerste einschränken muß. Es muß jetzt unbedingte Sorge der Reichsbank und der Regierung sein, daß die Wahrung absolut gesichert bleibt und daß der
Ms heutige ttummev umfaßt 8 Seiten