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Menstas de«

Srscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Uwat RM.1.-, für den ganzenMonat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, FreitagiS, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 A-Pfg., im ReNameteil von 65 mm Breite 25 R-Pfg. / Qffertengebühr 50 R-Psg.

Oauau Stadt und Land

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14. Su«

1631

Zwei Vantfeievtage durch Nowevovdnung

die neuen Ästvevovdttungen

Nev Slukvus Vev ReiGsvegievuns - Hundevtpvsrsniise Reichs savantie für die Nanatbank

KEI» ^VH^^O^

Der deutsche Botschafter v. Hoesch hatte Montag früh eine Unterredung mit dem französischen Außenminister Briand, in der er, wie gestern Ministerpräsident Laval, ihn von dem Ernst der finanziellen Lage Deutschlands in Kenntnis setzte.

Im Hinblick auf die Stützungsaktion der Reichs- regierung hat der Deutsche Bankbeamtenverein den Reichsarbeitsminister und den Reichsfinanzminister gebeten, dafür einzutreten, daß der Danatbank die zur Gehaltszahlung am 15. Juli erforderlichen Mit­tel freigegeben werden. Bei der Danatbank find ins­gesamt ungefähr 7200 kaufmännische und gewerb­liche Angestellte vorhanden, davon ungefähr 2500 in Berlin.

Nachdem durch eine Verordnung des preußischen Handelsministers die Schließung der Börsen in Preußen am Montag und Dienstag angeordnet worden war, haben sich die übrigen deutschen Bör­sen hellte dem Vorgehen angeschlossen.

Associated Preß meldet aus Washington: SB ob schafter Sackett teilte dem Staatsdepartement wälp rend des Wochenendes mit, daß Deutschland schnell- stens eine finanzielle Hilfe erreichen müsse, und be-

gierung um Hilfe an die Regierung der Vereinig­ten Staaten erfolgt ist, müsse, so erklärte Sackett, doch Hilfe gebracht werden,

DasB. T." veröffentlicht einen Bericht seines nach Basel entsandten Sonderkorrespondenten, der M berichten weiß, nach zuverlässigen Schatzungen habe sich ergeben, daß in der letzten Zeit eine halbe Milliarde Reichsmark Schweizer Gelder aus Deutschland zurückgezogen worden seien.

Die Untersuchung der Verfehlungen des Malers Franz Heckendorf hat ergeben, daß der Maler außer Len bisher bekanntgewordenen Fällen, wo es sich um Bilder und Kunstgegenstände gehandelt hat, in einem Fall auch gestohlene Teppiche und Silber- sachen an einen Industriellen verkauft hat. Es be­steht dringender Verdacht, daß auch der Einbruch, aus dem die Sachen stammten, von den Brüdern Heckendorf selbst ausgeführt wurde. Franz Hecken- borf gibt die Veräußerung des gestohlenen Gutes zu.

Die italienische Regierung hat auf die ihr von der britischen Regierung übermittelte Einladung milgeteilt, daß sie an der Konferenz Ler Finanz­experten in London mn 17. Juli gern teil nehmen wird

Sentimiglia bei der Durchsicht der in Marsaille ausgegebenes Paket

Ein neuer Bombenanschlag.konnte durch die fa­schistische Eisenbahn- und Postmiliz verhindert werden. Dem diensttuenden Milizfoldaten fiel in Ventimiglia bei der Durchsicht der Postsendung ein in Marsaille aufgegebenes Paket auf. Das Paket wurde der Artilleriefchule der Miliz zugeleitet, wo es bei der Untersuchung in der Tat explodierte, ohne irgend welchen Schaden anzurichten. Es handelt ' sich ohne Zweifel wieder um euren Terrorakt.

Nach einer Mitteilung des Außenministeriums hat Portugal den Doungplan ratisiziert. Der Rau» sizierung ging ein Abkommen zwischen Portugal U>Ä Deutschland voraus, durch das die von Por- tugal aufrechterhaltenen Rechtsansprüche mittels eines Schiedsgerichtsverfahrens gesicherf werden.

In ungefähr 50 Fabriken in Bradford werden heute rund 8000 Angestellte wegen Lohnstreitig- kiten in Len Ausstand treten.Daily Telegraph Zufolge ist zu befürchten, daß, wenn nicht eine schnelle Einigung erfolgt, in kurzer Zeit 100 000 Arbeiter feiern werden.

Ein schweres Verbrechen wurde um Samstag in der Nähe des Grollanders Krugs bei Bremen verübt. Eine Landfrau fand am Teich einen in ein Bodelaken gehüllten schwerverletzten Mann. Es handelt sich um einen Kellner namens Otto Hill- wann aus Bremerhaven in in mit einem spitzen Gegenstand schwere Schädelverletzungen beigebracht worden waren. Er starb unmittelbar nach der Einlieferuna ins Krankenhaus. Von den Tätern sehlt jede Spur. Da Hillmann eine größere Geld­summe bei sich führte, nimmt man an, daß Raub- Ward vorkiegt. , V

i) Näheres siehe im politischen Teil.

Verordnung des Reichs- praftdenienübevNanSkeierèage

Berlin 13. 3uli. Auf Grund des Artikels 48 Absatz 2 der Reichsverfassung wird verordnet:

§ 1. Die Reichsregierung ist ermächtigt, Bankfeiertage zu erklären. Sie bestimmt, für welche öffentlichen und privaten Kreditinstitute und Einrichtungen die Bankfeiertage gelten und welche Rechtswirkungen mit ihnen verbunden sind.

8 2. Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 13. Juli 1931 in Kraft.

Reudeck, den 13. Juli 1931

Der Reichspräsident (gez.) v. Hindenburg.

Zweiiasige Schließung der Banken- Svavkafsen und mveaumstttme

Berlin, 13. Juli. Auf Grund einer Ver­ordnung des Reichspräsidenten vom heutigen Tage hat die Reichsregierung angeordnet, daß alle Ban­ken, Sparkassen und anderen Kreditinstitute mit Ausnahme der Reichsbank Dienstag und Mitl-

mach dieser Woche geschlossen bleiben. Die Reichs­regierung und die berufenen Vertreter der Banken und Sparkassen werden im Verlauf dieser zwei Tage die nötigen Maßnahmen und Vorbereitungen treffen, damit am Donnerstag die zur Weiterfüh- rung der Wirtschaft und zur Bewirkung der Ge­halts- und Lohnzahlungen erforderlichen Mittel bereikgestellt werden. Die Wertpapierbörsen bleiben voraussichtlich bis Ende der Woche ge- schlossen.

Au-vuk der RetGsregievuns!

Berlin,

)oover-ptan deutschen Reiches

eine starke Entlastung verschafft. Eine große Geldsumme auf deren Weilerbelassung das deutsche Reich Anspruch hatte, konnte den Ban­ken zurückgegeben werden. Für die private Wirt­schaft aber haben diese Wochen, in denen um diesen Plan gerungen wurde, ungeheuren Schaden ge­bracht. In die Milliarden gehende Summen, die vom Ausland kurzfristig nach Deutschland geliehen waren, sind angesichts Lex Ansicherheil der Lage zurückgezogen worden. Auch ist volle Be­ruhigung noch nicht eingetreten. Wenn auch das Ziel sein muß, daß die deutsche Wirtschaft wieder dahin kommt, mit eigenen Mitteln zu arbeiten, so ist es doch jetzt notwendig, wenn nicht schwerste Stockungen einfrefen sollen, daß weitere Abzüge unterbleiben. Die Bestrebungen der Reichsbank und der Golddiskontbank sind darauf gerichtet, möglichst langfristige Kredite des Auslandes zu verlangen, um der Privatwirtschaft zu Helsen, ihre Rotstände zu überwinden. Trotz aller Bemühungen ist im Verlauf dieser Vorgänge eines der größten Bankinstitute, die Darmstädter und Rationalbank, illiquid geworden. Die Reichs­regierung erachtet es als ihre Pflicht und der Reichspräsident hat hierzu die notwendigen Voll­machten erteilt, den großen Gefahren, die aus dieser Illiquidität drohen, zu begegnen. Es handelt sich nicht darum, das Vermögen der Bank zu retten, sondern es handelt sich darum, den Hundertlausen- chen von Kunden der Bank ihren Besitz zu erhalten, und damit ihre Anlernehmungen oor der Betriebs- einstellung oder gar vor dem Untergang zu reffen. Rur aus diesen Gesichtspunkten wird das Reich für etwaige Ausfälle, die einfrefen können, aufkommen.

Batet zur Ditte bereit

ÄertKuserutts des Aediskontkredits

Basel, 13. Juli. Der Verwaltungsral der Bank für internationalen Zahlungsausgleich trat heute vormittag am Litze der Bank zusamm verneure und Präsidenten der Notenbanken waren vollzählig erschienen. Von deutscher Seife waren anwesend: Geheimer Finanzrat Dr. Vocke sowie die Verwaltungsraksmitglieder Dr. Melchior und Reusch. Die Lage Deutschlands drängte jedes andere Thema zurück. Die Rachrichl über den Zusammen­bruch der Darmstädter und Ralionalbauk erregte größtes Aussehen. Die beherrschende Frage ist die, wie Deutschland geholfen werden kann, und hinter dieser Frage treten alle anderen Probleme zurück.

Bank zusammen. Die Gou-

Rachdem der Verwaltungsral Geheimrät Vocke angehörl hatte, besprach er die zu treffenden Maß­nahmen. Reichsbankpräsidcnt Dr. Luther, der am Rachmiltag cintraf, gab ergänzende Auskünfte über die finanzielle Lage Deutschlands. Seine Dar­legungen machten auf die Versammlung großen Eindruck. Wie dieRalionalzeilung" um 20 Uhr vernahm, war eine sichtliche Klärung eingetrefen und die Aussichten auf eine Einigung wurden als günstig bezeichnet. Um 22 Uhr trat der Verwal­lungsrat nochmals zu einer Schlußsitzung zusam­men, an die sich die Herausgabe des offiziellen

der Bank von Treuhändern der Reichsregierung überwacht werden. Irgendwelche Anregelmäßig­keilen, die mit den Gesehen in Widerspruch stehen, sind nicht fesigestellt. Es kommt darauf an, daß das deutsche Volk in dieser schweren Lage die Heroen behält und nicht durch mangelndes Selbstvertrauen die Schwierigkeiten vermehrt.

Die Reichsregierung.

Vsvsvdttuns

Äsv AetGsvesievung übev W Danat-Bank

Berlin, 13. Juli. Auf Grund des Art. 48 Abs. 2 der Reichsverfassung wird verordnet:

§ 1.

Die Reichsregierung ist ermächtigt, in Ansehung der Danak-K. A. a. A.. die durch die Geldkrise in ihrer Liquidität bedroht ist, Garantie zu über­nehmen.

§ 2.

Die Reichsregierung kann im Falle der Ueber­nahme einer Garantie anordnen, daß Arreste, Zwangsvollstreckungen und einstweilige Verfügun­gen gegen das Vermögen der Bank nicht stattfinden, und daß der Konkurs über das Vermögen der Bank nicht eröffnet wird. Die-'gleiche Anordnung kann die Reichsregierung für das Vermögen eines persön­lich haftenden Gesellschafters der Bank treffen, wenn sie es im Interesse der Gläubiger der Bank für notwendig erachtet. Eine solche Anordnung bewirkt,

^Fortsetzung auf Seite 2)

Kommuniques über das Ergebnis der Beratungen anschloß.

Das abschließende Kommunique taufet:

Der Verwaltungsral Hal von der Darstellung Kenntnis genommen, die der Präsident der Reichs­bank, Dr. Luther, von der Situation in Deutschland und von der deutschen Wirtschaft und Finanzlage gegeben hat, die trotz der durch die Abzüge von in Deutschland angelegten kurzfristigen Kapitalien her­vorgerufenen Krise befriedigend ist.

In Anbetracht des Amslanoes, daß sich die deutsche Regierung an die verschiedenen Regierungen wegen finanzieller Unterstützung gewandt hat, er- klärl sich der Verwaltungsrat überzeugt von der Rokwendigkeit einer solchen Unterstützung unter den gegenwärtigen Umständen bereit, an die­ser f)i 1 fe milzuwirken und sie mit allen den Zentralbanken zur Verfü­gn n g steh en den Mitteln zu stärken. In der Zwischenzeit hat der verwaltungsral den Präsi­denten ermächtigt, in Uebereinstimmung mit den anderen beteiligten Instituten die Beteiligung an dem der Reichsbaick kürzlich gewährten Redis­kont k r e d itzu erneuern.

Gin LVavnungsfignal

Der Ernst unserer finanziellen Lage konnte nicht greller beleuchtet werden als durch die Tatsache, daß die Danatbank am Montag ihre Schalter für Auszahlungen geschloffen hielt.

Eine

unserer führenden Großbanken hat da

Dr. h. c. Iakob Goidschmidi, Direktor der Danatbank.

mit eingestanden, daß sie am Ende ihrer fi­nanziellen Leistungsfähigkeit angelangt war. Es wäre wohl ein ziemlich müßiges Begin­nen, wenn man in diesem Augenblick die Schuldfrage aufwerfen wollte. Die Danatbank hat sich mit einem großen Optimismus in den letzten Jahren an der industriellen Entwick­lung Deutschlands beteiligt und zweifellos nach einem Maßstabe Kredite gewährt, der von vorsichtigeren Banken nicht für richtig ge­halten wurde. Aber dieser Umstand hätte der Bank, nicht zum Verhängnis werden können, wenn nicht die Kreditkündigungen des In- u. Auslandes in den letzten Monaten und Wo­chen einen immer größeren Umfang ange­nommen hätten. Die Danatbank hat in den letzten zwei Monaten nicht weniger als 650 Millionen Mark ausgezahlt. Ihre Wechselver­pflichtungen gegenüber der Reichsbank waren dadurch zu einer solchen Höhe angewachsen, daß die Reichsbank die Diskontierung weite­rer Wechsel ablehnte. Die notwendige Folge war, daß die Danatbank sich am Samstag den voraussichtlich wieder sehr großen Anforde­rungen des Wochenbeginns nicht mehr ge­wachsen fühlte und der Reichsbank von der bevorstehenden Schließung ihrer Schalter Mitteilung machte.

Da die Reichsbank außerstande war, wei­tere Mittel zur Verfügung zu stellen, entstand für die Reichsregierung die Frage, ob sie dem Unheil ihren Lauf lassen oder helfend ein­springen sollte. Sie hat sich für die zweite Wahl entschieden, und das mit Recht. Die Hilfsaktion des Reiches, die nicht etwa der Da­natbank und ihrem Hauptinhaber, sondern le­diglich den . Konteninhabern und den Gläubi­gern zugute kommt, war zunächst einmal not­wendig, um dem wankenden Vertrauen in die deutsche Kreditfähigkeit eine Stütze zu gewäh­ren. Aus diesem Grunde mußte auch die To­talbürgschaft für sämtliche Gläubigerguthaben übernommen werden, wie sie in der Notver­ordnung ausgesprochen ist. Hätten nicht auch die ausländischen Gläubiger die Bürgscbafts- sicherheit für ihre Forderungen erhalten, so hätte- zweifellos ein neuer Sturm der kurz­fristigen ausländischen Gläubiger auf die deut­schen Banken eingesetzt. Durch die Ueber­nahme der Totalburgschaft auf das Reich f'offt man dieser Folge vorgebeugt zu haben.

Die Hilfsaktion des Reiches war auch not­wendig aus Rücksicht auf die Konteninhaber. Rund 280 000 Konten der Danatbank sind

Die heutige Mummet? umfaßt 8 ^Seifest