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Cotton Giadi und Land
Dr. Luthers Mreditverhandlungen
Die Gvotzbattkdrvektoven bleibe« sachlich, aber Laval nicht - Ein ckrvedit zwischen 2<5<5-3<5<5 Millionen Dollar?
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Gestern abend wurde in London amtlich mit geteilt, daß die englische Regierung folgenden, besonders am Aoungplan interessierten Mächten Einladungen zu der am nächsten Freitag, 11 Uhr vormittags, beginnenden Konferenz zugc- sündt habe: Frankreich, Italien, Japan, Belgien, Bereinigte Staaten und Deutschland. Die Konferenz wird im Schatzamt fiattpinben.
Wie wir erfahren, wird Reichsbankpräsident Dr. Luther, der gestern in Paris geblieben ist, sich heute im Flugzeug nach Berlin begeben und hier im Laufe des Nachmittags eintreffen. Am Sonntag wird er sodann nach Basel zur Konferenz der Notenbonkleiter fahren.
* Der Preußische Landtag nahm Anträge auf Milderung der Erwerbslosigkeit und zur Abgeltung von Unwetterschäden an und vertagte sich auf den 13. Oktober.
* Der frühere südtiroler Abgeordnete Dr. L u ch> ner starb in den Alpen auf der Flucht aus Italien.
Der ob erfchle fische Arbeitgeberverband der Metallindustrie hat ähnlich wie vor «iniger Zeit die Montanindustrie eine Einladung zu Verhandlungen ergehen lassen, mit dem Ziel, die
Ander Gehalts rc duzievu ng zu kürzen. 5 tallindustrie wird wahrscheinlich den Vorschlag machen, die 40-Stundenwoche einzuführen. Die Verhandlung wird in den nächsten Tagen stattfinden. *
Wie von der Bremer Oberstaatsanwaltschaft mitgeteilt wird, ist gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei in Bremen, G. C. Lahusen, Diplomingenieur Dr. Heinz Lahusen und Friedrich Lahusen die Eröffnung und Führung der gerichtlichen Voruntersuchung wegen Vergehens gegen §§ 313 und 314 des HGB. beantragt unb antragsgemäß eröffnet worden.
Die Pariser Korrespondenten verschiedener Blätter melden, daß Mussolini und Grandi nach der Romreife der deutschen Staatsmänner im Biugiuft einen Gegenbesuch in München vbstMen würden.
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Der Allgemeine Friedenskongreß hielt gestern seine Schlußsitzung ab. Er nahm eine Reihe von Entschließungen an, darunter eine über die Abrüstung, in der als vordringlichste Aufgabe der Abrüstungskonferenz erklärt wird, die heeresstärken und das Kriegsmaterial auf einen Stand herabzusetzen, der geringer ist als derjenige von 1914. Ferner soll sie in Fragen der Abrüstung dem Grundsatz der Gleichheit zwischen den besiegten und den siegreichen Mächten betätigen. Die Ab- tüftung soll sich ferner erstrecken auf die ausgebildeten Reserven und auf das in Lagern liegende Material.
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Wie gemeldet wird, hat der französische Ministerrat gestern den Entwurf des Memorandums geprüft, daß französischerseits f ü r die Abrüstungskonferenz vorbereitet wird. Dieses Memorandum wird nach dem „Temps" etwa 30 Seiten umfassen. Es wird dem Generalsekretär des Völkerbundes zugestellt werden. Nach dem Blatt wird ein Auszug des Memorandums wahrscheinlich Ende nächster Woche veröffentlicht werden, nachdem Außenminister Briand vorher, und zwar am 15. Juli, sich mit dem eng- hschen Außenminister Henderson darüber ausgesprochen haben wird.
Der Kopenhagen-Lübecker Passagierdampfer, der gestern als verschollen gemeldet wurde, ist nach einer Meldung der Nordischen Gesellschaft in Lübeck mit mehrstündiger Verspätung wohlo «halten in Lübeck eingetroffen.
Norwegen hat offiziell von Ostgrönland Besitz ergriffen. Es handelt sich dabei um das Gebiet zwischen 75 Grad 40 Minuten westlicher Länge und 71 Grad 30 Minuten nördlicher Brette
Seit einiger Zeit in mehreren polnischen Städten für gestern vorbereitete kommunistische Demonstrationen wurden von der Polizei mühelos unterdrückt. Nur in Chemno kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Demonstranten und Polizei. Es gab einen Toten und Mehrere Verwundete.
*) Näheres siehe im politischen Teil.
Dr. Luther in 4-aris
Paris. 10. 3nIL Der Aufenthalt Luthers gestaltete sich, was feinen Verlauf und feine Dauer betrifft, nicht so einfach, wie es ursprünglich ausgesehen hatte. Um die Mittagsstunde wurde an der zuständigen Stelle mitgeteilt, daß der Reichsbankpräsident seinen Aufenthalt abzukürzen und schon am Nachmittag nach Berlin zurückzufahren gedenke. Um 17 Uhr war er aber immer noch nicht auf der deutschen Botschaft erschienen, wo schon der Wagen bereitstand, um ihn an die Bahn zu bringen. In der Zwischenzeit erfuhr man, daß Luther anschließend an das Frühstück bei Worel mit diesem und dem Finanzminister Flandin eine Besprechung hatte. Um 18.30 Uhr traf er in der deutschen Votschast ein. Er besprach sich alsbald mit den zuständigen Persönlichkeiten der Botschaft. Es wurde mitgekeilt, daß die Unterhaltung mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich sich über Wittag ausgedehnt habe und daß infolgedessen Dr. Luther erst morgen in Berlin eintreffen werde.
Sie van Lem Reichs- ankpräsidonten Dr. Luther unternommenen SchrUte dienten hauptsächlich zur Aufklärung der französischen Hochfinanz und der Regierung über die effektive Lage derReichsbank, sowie über die Tragweite der wisdergeschaiffenen Beziehungen zwischen der deutschen Wirtschaft und der GoDdiskontbonk. An diese Darlegungen knüpfte Dr. Luther sein Expose über die Einzelheiten einer insgesamt 1% Milliarden Mark umfassenden Kreditaktion'Deutschlands auf dem internationalen Geld- martt. Der Reichsbankpräsident beschränkte sich hauptsächlich auf die Erörterung der f i n a n z technischen Durchführung der mit Hilfe der roßbankiniti
ken. einiger
le.,.___ es nach drü ckli ^, ,. __, , — tische Gesichtspunkte in den Kreis der Erwägungen zu ziehen, und hielt auch einen Meinungsaustausch über gewisse psychologische Voraussetzungen, die bei Unterbringung der deutschen Anleiheobkigationen hn französischen Publikum in Frage kommen würden, für unzweckmäßig. Man sieht daraus, wie klar und nüchtern die Richtlinien der von Dr. Luther durchgeführten Besprechungen waren.
Die wichtigste Konferenz des Reichsbauk- präsidenlen war die mit dem Gouverneur der Banque de France. Herrn Element Woret. Die persönlichen Beziehungen zwischen Dr. Luther und Woret sind ausgezeichnet, und es war daher möglich, in vertrauensvoller Aussprache die Rückwirkungen einer Gefährdung des deutschen Zahlungsmittels auf die. französische Währung zu erörtern. In Anbetracht der Tatsache. daß Frankreich bei englischen und amerikanischen Jnstitnten bedeutende Guthaben in Reichsmark besitzt, würde sich zwangsläufig aus einer Erschütterung bet Reichsmark eine sehr ernste Schwächung des Franzosen-Franc ergeben. Dr. Luther und Woret waren sich in diesem Punkt einig.
Dr. Luther, der nach seiner Unterredung mit Moret mehrere Großbankdirektoren, darunter auch Moreau von der in Mitteleuropa stark interessierten „Banque de Paris et des Pays» Bas" zu sprechen Gelegenheit hatte, stellte folgendes fest: Man wünsche aus Gründen der Selbstverteidigung ein Zustandekommen der großen deutschen Aufbauanleihe und würde diesen Wunsch offen aussprechen, wenn die Regie-
England letzt den G-odeeplan in dltah
London. 10. 3ulL Das britische Schatzamt hat der BIZ. mitgeteilt, daß es auf die am 15. Juli fällige Teilsumme der geschützten und ungeschützten Annuität verzichtet. Hiermit hat Großbritannien den Hooverplan offiziell in Kraft gesetzt.
Das Schreiben des britischen Schatzamtes an den Präsidenten der B. I. Z. besagt im Einzelnen, daß die Regierungen von Großbritannien, Australien, Kanada, Neuseeland und Südafrika und die Regierung von Indien grundsätzlich den Hoover- Plan angenommen haben. Gewisse Fragen bezüglich der Methoden der praktischen Durchführung des Planes feien noch zu regeln. Inzwischen werde am 15. Juli eine Monatszahlung auf die deutsche Annuität fällig. Der Brief sagt: „Aber selbst, wenn die deutsche Regierung in der Lage wäre, diese Teilzahlung zu transferieren, würde es offenbar mit der Annahme des Grundsatzes des Präsidenten Hoover unvereinbar sein, sie zu fordern. Die oben genannten Regierungen haben deshalb beschloßen, soweit sie in Frage kommen, auf die Forderung nach Zahlung der am 15. Juli fällig werdenden Tetlsurnm«
rung damit ohne weiteres einverstanden wäre.
Die eigentlichen Schwierigkeiten liegen nämlich beim Ministerium Laval. Dr. Luther vernahm aus dem Munde des Finanzmiuiskers Jianbin einige Hinweise auf die „politische Seile der zugunsten Deutschlands durchzuführenden Kredit- aktion". Wie oben erwähnt, ging der Reichsbankpräsident auf dieses nicht ein.
Flandin schien die Zurückhaltung Dr. Luthers zu begreifen. Die Verlängerung ferner hier geführten Verhandlungen bis in die vorgerückten Abendstunden begründete Dr. Luther damit, daß Moret eine zweite Konferenz mit dem Reichsbankpräfiden-
Komitee von Sachverständigen der Banque de France eingesetzt, um das Expose Dr. Luthers vrüfen zu lassen. In diesem Stadium befinden sich die Besprechungen Dr. Luthers auf dem Pariser ^latz. In Basel dürsten die grundsätzlichen Entscheidungen fallen.
Er« MC-3CC Millionen- Dollav-âevkL?
Newyork, 11. Juli. Ju Wallstreet-Kreisen erwartet man, daß die Federal Reserve Board, die Bank von England und die Reichsbank von Frankreich der Reichsbank unverzüglich einen Kredit zwischen 200—300 Millionen Dollar geben werden, unter der Bedingung, daß diese zu einer Kredik-Restrik- lion oder Rationierung schreite und die privaten Banken Amerikas, Englands und Frankreichs die bisher gewährten Kredite in Deutschland belassen.
^eine âvedttkündrgnngen mehr
London. 11. Juli
inancial News'
berichtet, hat gestern eine Sitzung der Londoner Bankhäuser stattgefunden, in der Wittel und Wege besprochen wurden, der Zurückziehung von Krediten aus Deutschland Einhalt zu tun. Wan glaubt, daß diese Sitzung eine unmittelbare Folge des Besuches des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther gewesen ist. In dieser Sitzung wurde beschlossen, ein Uebereinkommen zwischen den Banken herbeizuführen, weitere Kreditkündigungen nicht vorzunehmen.
der ungeschützten uni) geschützten An- nuität zu verzichten, ohne damit die Rechte der Inhaber der deutschen Ausländsanleihen von 1924 und der ä^prozentigm Internationalen Deutschen Staatsanleche vom Jahre 1930 (Doung- Plan) zu beeinträchtigen, und unter der Voraus- fetzunA daß die Bedingungen der Suspendierung dieser Zahlung und Les schließlichen Transfers des suspendierenden Betrages denen der abschließenden Vereinbarung entsprechen werden. Die oben genannten Regierungen erachten es als notwendig, hinzuzufügen, daß ihr Beschluß zu dem Zwecke gefaßt worden ist, den in Deutschland bestehenden Schwierigkeiten entsprechend dem Vorschlag de» Prâ- sidenten Hoover durch eine vollständige Suspendierung der Transfers
(Fortsetzung auf Seite y
Seeke Bahn oder nicht?
Nachdem zu Beginn der Woche in Paris in den Verhandlungen zwischen der Vertretern Hoovers und der französischen Regierung dje lang umstrittene Einigung über den amerikanischen Vorschlag erzielt worden ist, geht man jetzt daran, die grundsätzlichen Vereinbarungen in die Praxis umzusetzen. Dieser zweite Abschnitt sollte eigentlich keine großen Schwierigkeiten bereiten und dennoch ist die
Sache nicht so einfach — aus de der letzten Tagen gewinnt
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Eindruck, als wollte Frankreich und England uns in der Ausnutzung des Hoover Planes nicht freie Bahn geben, sondern vielmehr Deutschland Hindernisse in den Weg legen. Wie mit immer größerer Bestimmcheit verlautet, halten Frankreich und England Forderungen bereit, die sie Deutschland in Verbindung mit dem Moratorium präsentieren wollen oder vielleicht sogar schon unter der chand präsentiert hüben. Das Moratorium selbst kann man mit solchen Forderungen nicht mehr belasten und nicht mehr verzögern. Denn der Hoover-Plan ist zweifellos bereits in Kraft getreten. Er kann uns also durch irgend- welch; Bedingungen nicht mehr streitig ge« ank-
törium allem unseren finanziellen und Wirt schaftlichen Verhältnissen nicht die entscheidende Wendung zum Besseren geben kann. Wir brauchen dringend eine Stabilisierung unserer Auslandsschulden, d. h. wir brauchen einen hohen langfristigen Kredit, um unsere kurzfristigen Kredite ablösen zu können. Hier muß die Bereitschaft zu wirtschaftlichem und finanziellem Zusammenarbeiten, die ja^der Zweck und Sinn des ganzen Hoover-Planes ist, ihre eigentliche Probe bestehen.
Bei den deutschen Bemühungen um die Auslandskredite muß man drei Aktionen unterscheiden: zunächst den Versuch der Reichsbank, sich durch Rediskontkredite der fremden Notenbanken vor allzu großen Ae- oisenanforderungen zu schützen. Es handelte sich dabei um die Verlängerung jenes 420 Millionen-Mark-Kredites, den die ausländischen Notenbanken vor etwa 14 Tagen der Reichs- bank zur Verfügung stellten, und um die Erweiterung dieses Kredites bis zu einer Höhe, die der Reichsbank die absolute Sicherheit gibt, allen Devisenanforderungen so lange gerecht werden zu können, bis der Rückstrom fremder Geldsorten einsetzt. Neben dieser Aktion, die verhältnismäßig einfach erscheint, weil die fremden Notenbanken nur einen Kredit berxit- stellen sollen, der vielleicht nicht einmal in Anspruch genommen werden wird, laufen die privatwirtschaftlichen Bestrebungen einher, mit ausländischen Betriebsmitteln versorgt zu werden. Dabei kommt zunächst in Betracht die Beendigung der ausländischen Kreditabziehungen, die in den vergangenen Wochen zahlreiche privatwirtschaftliche Unternehmungen in Verlegenheit brachten. Auch hierbei fällt den Notenbanken eine wichtige Aufgabe zu, sie müssen auf die privaten Kreditgeber des Auslandes beruhigend wirken, um zu erreichen, daß diese ihr Geld nicht aus Deutschland zurückziehen. Wenn man durch die Beschaffung von Rediskontkrediten für die Reichsbank und durch das Abstoppen der Kreditabziehungen den augenblicklichen Stand gesichert hat, wird als dritte Aktion die Sorge um die künftige Kapitalbeschaffung beseitigt werden müssen. Dabei kommt jene Aktion in Betracht, die durch rund tausend große deutsche Privatunternehmungen eingeleitet worden ist mit dem Ziel, ausländischen Kreditgebern ausreichende Sicherheit für ihre nach Deutschland gelegten Gelder zu geben. Der Reichsbankpräsident wird diese dritte Frage erst lösen können, wenn die erste und die zweite Frage befriedigend beantwortet
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