Einzelbild herunterladen
 

«V. 160

Gamstas den

1031

11. SM

CbfUungfcrt e* Sertchttftaud für Mbe Zelle ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Liierung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Lesieher keinen Anspmch auf Lieferung oderRaAiefenmg oder auf Rückzahlung des Sezugspreises. / Fürplahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. / Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3957,3958

Dschiint tögSch mit Ausnahme der Senn- «d Feiertage. / Lezagspreis: Für den Halde» Dlèaat 3OL1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag iS, SamStag 13 R-Psg. / Auzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 5 Jfcpfo. tat Retlameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. Qfferteagebühr 50 R-Psg.

Cotton Giadi und Land

Dr. Luthers Mreditverhandlungen

Die Gvotzbattkdrvektoven bleibe« sachlich, aber Laval nicht - Ein ckrvedit zwischen 2<5<5-3<5<5 Millionen Dollar?

Mi«I» 9w^#6]4»Hi-

Gestern abend wurde in London amtlich mit ge­teilt, daß die englische Regierung folgenden, besonders am Aoungplan interessierten Mächten Einladungen zu der am nächsten Freitag, 11 Uhr vormittags, beginnenden Konferenz zugc- sündt habe: Frankreich, Italien, Japan, Belgien, Bereinigte Staaten und Deutschland. Die Konferenz wird im Schatzamt fiattpinben.

Wie wir erfahren, wird Reichsbankpräsident Dr. Luther, der gestern in Paris geblieben ist, sich heute im Flugzeug nach Berlin begeben und hier im Laufe des Nachmittags eintreffen. Am Sonntag wird er sodann nach Basel zur Konferenz der Notenbonkleiter fahren.

* Der Preußische Landtag nahm An­träge auf Milderung der Erwerbslosigkeit und zur Abgeltung von Unwetterschäden an und ver­tagte sich auf den 13. Oktober.

* Der frühere südtiroler Abgeordnete Dr. L u ch> ner starb in den Alpen auf der Flucht aus Italien.

Der ob erfchle fische Arbeitgeberverband der Metallindustrie hat ähnlich wie vor «iniger Zeit die Montanindustrie eine Einladung zu Verhandlungen ergehen lassen, mit dem Ziel, die

Ander Gehalts rc duzievu ng zu kürzen. 5 tallindustrie wird wahrscheinlich den Vorschlag machen, die 40-Stundenwoche einzuführen. Die Verhandlung wird in den nächsten Tagen statt­finden. *

Wie von der Bremer Oberstaatsanwaltschaft mitgeteilt wird, ist gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder der Norddeut­schen Wollkämmerei und Kammgarn­spinnerei in Bremen, G. C. Lahusen, Diplom­ingenieur Dr. Heinz Lahusen und Friedrich La­husen die Eröffnung und Führung der gericht­lichen Voruntersuchung wegen Ver­gehens gegen §§ 313 und 314 des HGB. bean­tragt unb antragsgemäß eröffnet worden.

Die Pariser Korrespondenten verschiedener Blätter melden, daß Mussolini und Grandi nach der Romreife der deutschen Staatsmänner im Biugiuft einen Gegenbesuch in München vbstMen würden.

Der Allgemeine Friedenskongreß hielt gestern seine Schlußsitzung ab. Er nahm eine Reihe von Entschließungen an, darunter eine über die Abrüstung, in der als vordringlichste Auf­gabe der Abrüstungskonferenz erklärt wird, die heeresstärken und das Kriegsmaterial auf einen Stand herabzusetzen, der geringer ist als derjenige von 1914. Ferner soll sie in Fragen der Abrüstung dem Grundsatz der Gleichheit zwischen den besiegten und den siegreichen Mächten betätigen. Die Ab- tüftung soll sich ferner erstrecken auf die ausge­bildeten Reserven und auf das in Lagern liegende Material.

Wie gemeldet wird, hat der französische Ministerrat gestern den Entwurf des Me­morandums geprüft, daß französischerseits f ü r die Abrüstungskonferenz vorbereitet wird. Dieses Memorandum wird nach dem Temps" etwa 30 Seiten umfassen. Es wird dem Generalsekretär des Völkerbundes zugestellt werden. Nach dem Blatt wird ein Auszug des Memoran­dums wahrscheinlich Ende nächster Woche ver­öffentlicht werden, nachdem Außenminister Briand vorher, und zwar am 15. Juli, sich mit dem eng- hschen Außenminister Henderson darüber ausge­sprochen haben wird.

Der Kopenhagen-Lübecker Passa­gierdampfer, der gestern als verschollen ge­meldet wurde, ist nach einer Meldung der Nor­dischen Gesellschaft in Lübeck mit mehrstündiger Verspätung wohlo «halten in Lübeck eingetroffen.

Norwegen hat offiziell von Ostgrönland Besitz ergriffen. Es handelt sich dabei um das Gebiet zwischen 75 Grad 40 Minuten westlicher Länge und 71 Grad 30 Minuten nördlicher Brette

Seit einiger Zeit in mehreren polnischen Städten für gestern vorbereitete kommuni­stische Demonstrationen wurden von der Polizei mühelos unterdrückt. Nur in Chemno kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Demon­stranten und Polizei. Es gab einen Toten und Mehrere Verwundete.

*) Näheres siehe im politischen Teil.

Dr. Luther in 4-aris

Paris. 10. 3nIL Der Aufenthalt Luthers gestaltete sich, was feinen Verlauf und feine Dauer betrifft, nicht so einfach, wie es ursprünglich ausgesehen hatte. Um die Mittags­stunde wurde an der zuständigen Stelle mitgeteilt, daß der Reichsbankpräsident seinen Aufenthalt abzukürzen und schon am Nachmittag nach Berlin zurückzufahren gedenke. Um 17 Uhr war er aber immer noch nicht auf der deutschen Botschaft erschienen, wo schon der Wagen bereitstand, um ihn an die Bahn zu bringen. In der Zwischenzeit erfuhr man, daß Luther anschließend an das Frühstück bei Worel mit diesem und dem Finanzminister Flan­din eine Besprechung hatte. Um 18.30 Uhr traf er in der deutschen Votschast ein. Er be­sprach sich alsbald mit den zuständigen Persönlichkeiten der Botschaft. Es wurde mitgekeilt, daß die Unterhaltung mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich sich über Wittag ausgedehnt habe und daß infolgedessen Dr. Luther erst morgen in Berlin eintreffen werde.

Sie van Lem Reichs- ankpräsidonten Dr. Luther unternommenen SchrUte dienten haupt­sächlich zur Aufklärung der französischen Hochfinanz und der Regierung über die effektive Lage derReichsbank, so­wie über die Tragweite der wisdergeschaiffenen Be­ziehungen zwischen der deutschen Wirtschaft und der GoDdiskontbonk. An diese Darlegungen knüpfte Dr. Luther sein Expose über die Einzelheiten einer ins­gesamt 1% Milliarden Mark umfassenden Kredit­aktion'Deutschlands auf dem internationalen Geld- martt. Der Reichsbankpräsident beschränkte sich hauptsächlich auf die Erörterung der f i n a n z tech­nischen Durchführung der mit Hilfe der roßbankiniti

ken. einiger

le.,.___ es nach drü ckli ^, ,. __, , tische Gesichtspunkte in den Kreis der Er­wägungen zu ziehen, und hielt auch einen Meinungsaustausch über gewisse psychologische Voraussetzungen, die bei Unterbringung der deut­schen Anleiheobkigationen hn französischen Publikum in Frage kommen würden, für unzweckmäßig. Man sieht daraus, wie klar und nüchtern die Richtlinien der von Dr. Luther durchgeführten Besprechungen waren.

Die wichtigste Konferenz des Reichsbauk- präsidenlen war die mit dem Gouverneur der Banque de France. Herrn Element Woret. Die persönlichen Beziehungen zwischen Dr. Luther und Woret sind ausgezeichnet, und es war daher möglich, in vertrauensvoller Aussprache die Rückwirkungen einer Gefährdung des deutschen Zahlungsmittels auf die. französische Währung zu erörtern. In Anbetracht der Tat­sache. daß Frankreich bei englischen und amerikanischen Jnstitnten bedeutende Guthaben in Reichsmark besitzt, würde sich zwangsläufig aus einer Erschütterung bet Reichsmark eine sehr ernste Schwächung des Franzosen-Franc ergeben. Dr. Luther und Woret waren sich in diesem Punkt einig.

Dr. Luther, der nach seiner Unterredung mit Moret mehrere Großbankdirektoren, darunter auch Moreau von der in Mitteleuropa stark interessiertenBanque de Paris et des Pays» Bas" zu sprechen Gelegenheit hatte, stellte folgendes fest: Man wünsche aus Gründen der Selbstverteidi­gung ein Zustandekommen der großen deutschen Aufbauanleihe und würde diesen Wunsch offen aussprechen, wenn die Regie-

England letzt den G-odeeplan in dltah

London. 10. 3ulL Das britische Schatzamt hat der BIZ. mitgeteilt, daß es auf die am 15. Juli fällige Teilsumme der geschützten und ungeschützten Annuität verzichtet. Hier­mit hat Großbritannien den Hooverplan offiziell in Kraft gesetzt.

Das Schreiben des britischen Schatzamtes an den Präsidenten der B. I. Z. besagt im Einzelnen, daß die Regierungen von Großbritannien, Austra­lien, Kanada, Neuseeland und Südafrika und die Regierung von Indien grundsätzlich den Hoover- Plan angenommen haben. Gewisse Fragen bezüg­lich der Methoden der praktischen Durchführung des Planes feien noch zu regeln. Inzwischen werde am 15. Juli eine Monatszahlung auf die deutsche Annuität fällig. Der Brief sagt:Aber selbst, wenn die deutsche Regierung in der Lage wäre, diese Teilzahlung zu transferieren, würde es offen­bar mit der Annahme des Grundsatzes des Präsi­denten Hoover unvereinbar sein, sie zu fordern. Die oben genannten Regierungen haben deshalb beschloßen, soweit sie in Frage kommen, auf die Forderung nach Zahlung der am 15. Juli fällig werdenden Tetlsurnm«

rung damit ohne weiteres ein­verstanden wäre.

Die eigentlichen Schwierigkeiten liegen nämlich beim Ministerium Laval. Dr. Luther vernahm aus dem Munde des Finanzmiuiskers Jianbin einige Hinweise auf diepolitische Seile der zugunsten Deutschlands durchzuführenden Kredit- aktion". Wie oben erwähnt, ging der Reichs­bankpräsident auf dieses nicht ein.

Flandin schien die Zurückhaltung Dr. Luthers zu begreifen. Die Verlängerung ferner hier geführten Verhandlungen bis in die vorgerückten Abend­stunden begründete Dr. Luther damit, daß Moret eine zweite Konferenz mit dem Reichsbankpräfiden-

Komitee von Sachverständigen der Banque de France eingesetzt, um das Expose Dr. Luthers vrüfen zu lassen. In diesem Stadium befinden sich die Besprechungen Dr. Luthers auf dem Pariser ^latz. In Basel dürsten die grundsätzlichen Ent­scheidungen fallen.

Er« MC-3CC Millionen- Dollav-âevkL?

Newyork, 11. Juli. Ju Wallstreet-Kreisen erwartet man, daß die Federal Reserve Board, die Bank von England und die Reichsbank von Frank­reich der Reichsbank unverzüglich einen Kredit zwi­schen 200300 Millionen Dollar geben werden, un­ter der Bedingung, daß diese zu einer Kredik-Restrik- lion oder Rationierung schreite und die privaten Banken Amerikas, Englands und Frankreichs die bisher gewährten Kredite in Deutschland belassen.

^eine âvedttkündrgnngen mehr

London. 11. Juli

inancial News'

berichtet, hat gestern eine Sitzung der Londoner Bankhäuser stattgefunden, in der Wittel und Wege besprochen wurden, der Zurückziehung von Krediten aus Deutschland Einhalt zu tun. Wan glaubt, daß diese Sitzung eine unmittelbare Folge des Besuches des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther gewesen ist. In dieser Sitzung wurde beschlossen, ein Uebereinkommen zwischen den Banken herbei­zuführen, weitere Kreditkündigungen nicht vorzu­nehmen.

der ungeschützten uni) geschützten An- nuität zu verzichten, ohne damit die Rechte der Inhaber der deutschen Ausländsanleihen von 1924 und der ä^prozentigm Internationalen Deutschen Staatsanleche vom Jahre 1930 (Doung- Plan) zu beeinträchtigen, und unter der Voraus- fetzunA daß die Bedingungen der Suspendierung dieser Zahlung und Les schließlichen Transfers des suspendierenden Betrages denen der abschließenden Vereinbarung entsprechen werden. Die oben ge­nannten Regierungen erachten es als notwendig, hinzuzufügen, daß ihr Beschluß zu dem Zwecke ge­faßt worden ist, den in Deutschland be­stehenden Schwierigkeiten ent­sprechend dem Vorschlag de» Prâ- sidenten Hoover durch eine vollstän­dige Suspendierung der Transfers

(Fortsetzung auf Seite y

Seeke Bahn oder nicht?

Nachdem zu Beginn der Woche in Paris in den Verhandlungen zwischen der Vertretern Hoovers und der französischen Regierung dje lang umstrittene Einigung über den ameri­kanischen Vorschlag erzielt worden ist, geht man jetzt daran, die grundsätzlichen Verein­barungen in die Praxis umzusetzen. Dieser zweite Abschnitt sollte eigentlich keine großen Schwierigkeiten bereiten und dennoch ist die

Sache nicht so einfach aus de der letzten Tagen gewinnt

Lien den

Eindruck, als wollte Frankreich und England uns in der Ausnutzung des Hoover Planes nicht freie Bahn geben, sondern vielmehr Deutschland Hindernisse in den Weg legen. Wie mit immer größerer Bestimmcheit ver­lautet, halten Frankreich und England For­derungen bereit, die sie Deutschland in Ver­bindung mit dem Moratorium präsentieren wollen oder vielleicht sogar schon unter der chand präsentiert hüben. Das Moratorium selbst kann man mit solchen Forderungen nicht mehr belasten und nicht mehr verzögern. Denn der Hoover-Plan ist zweifellos bereits in Kraft getreten. Er kann uns also durch irgend- welch; Bedingungen nicht mehr streitig ge« ank-

törium allem unseren finanziellen und Wirt schaftlichen Verhältnissen nicht die entscheidende Wendung zum Besseren geben kann. Wir brauchen dringend eine Stabilisierung unserer Auslandsschulden, d. h. wir brauchen einen hohen langfristigen Kredit, um unsere kurz­fristigen Kredite ablösen zu können. Hier muß die Bereitschaft zu wirtschaftlichem und finan­ziellem Zusammenarbeiten, die ja^der Zweck und Sinn des ganzen Hoover-Planes ist, ihre eigentliche Probe bestehen.

Bei den deutschen Bemühungen um die Auslandskredite muß man drei Aktionen unterscheiden: zunächst den Versuch der Reichsbank, sich durch Rediskontkredite der fremden Notenbanken vor allzu großen Ae- oisenanforderungen zu schützen. Es handelte sich dabei um die Verlängerung jenes 420 Millionen-Mark-Kredites, den die ausländischen Notenbanken vor etwa 14 Tagen der Reichs- bank zur Verfügung stellten, und um die Er­weiterung dieses Kredites bis zu einer Höhe, die der Reichsbank die absolute Sicherheit gibt, allen Devisenanforderungen so lange gerecht werden zu können, bis der Rückstrom frem­der Geldsorten einsetzt. Neben dieser Aktion, die verhältnismäßig einfach erscheint, weil die fremden Notenbanken nur einen Kredit berxit- stellen sollen, der vielleicht nicht einmal in Anspruch genommen werden wird, laufen die privatwirtschaftlichen Bestrebungen einher, mit ausländischen Betriebsmitteln versorgt zu werden. Dabei kommt zunächst in Betracht die Beendigung der ausländischen Kreditab­ziehungen, die in den vergangenen Wochen zahlreiche privatwirtschaftliche Unternehmun­gen in Verlegenheit brachten. Auch hierbei fällt den Notenbanken eine wichtige Aufgabe zu, sie müssen auf die privaten Kreditgeber des Auslandes beruhigend wirken, um zu er­reichen, daß diese ihr Geld nicht aus Deutsch­land zurückziehen. Wenn man durch die Be­schaffung von Rediskontkrediten für die Reichsbank und durch das Abstoppen der Kre­ditabziehungen den augenblicklichen Stand ge­sichert hat, wird als dritte Aktion die Sorge um die künftige Kapitalbeschaffung beseitigt werden müssen. Dabei kommt jene Aktion in Betracht, die durch rund tausend große deutsche Privatunternehmungen eingeleitet worden ist mit dem Ziel, ausländischen Kre­ditgebern ausreichende Sicherheit für ihre nach Deutschland gelegten Gelder zu geben. Der Reichsbankpräsident wird diese dritte Frage erst lösen können, wenn die erste und die zweite Frage befriedigend beantwortet

vre heutige «ummev mufatzt 36 «Seite«