Einzelbild herunterladen
 
  

Nr. 156

Dienstag den 7. IuN 1931

Seite 5

satz des Wehrbeitragswertes bewertet werden. In­wieweit Einfamilienhäuser als Mietwohngrund­stücke bewertet werden, wird die demnächst erschei­nende Rechtsverordnung des Landesfinanzamtes

ergeben.

3. Bewertung nichtzwangsbewirt- schafteter Grund st ücke: Nichtzwangs- bewirtschaftete Grundstücke, insbesondere also Ge­schäftsgrundstücke, haben die Wahl, entweder mit einem Vielfachen der Iahresrohmiete oder nach dem Ertragswert bewertet zu werden. Bei der Er­tragswertberechnung werden die Grundvermögen- steuer und Hauszinssteuer nur mit 70 Prozent zum Abzug zugelassen, wenn neben der Grundvermö­gensteuer Hauszinssteuer erhoben wird. Bei An­gabe der Hauszinssteuer ist von dem Betrag aus­zugehen, der sich nach Hinzurechnung der im Ein- zelfall gewährten Ermäßigungen ergibt. Ferner sind alle nicht aus Steuerlasten bestehenden Grund­stückslasten (Nebenleistungen, Instandhaltungskosten und sonstige Grundstückslasten) in Abzug zu brin­gen. Der so gefundene Iahresertrag wird mit 18 vervielfacht.

Die Entscheidung darüber, welches Bewertungs­verfahren für nichtzwangsbewirtschaftete Grund­stücke vorzuziehen ist, kann von dem Steuerpflich­tigen erst getroffen werden, wenn durch die Rechts- vcrordnung des Landesfinanzamtes der Satz be­kanntgegeben ist, mit dem die Iahresrohmiete zu multiplizieren ist (Normalsatz). Trifft der Steuer­pflichtige bei . der Abgabe der Vermögenssteuer- erklärung noch keine Wahl, so wird die Veranlagung zunächst nach den Vorschriften für zwangsbewirt- schaftete Grundstücke durchgeführt. Sagt dem Steuerpflichtigen der hiernach errechnete Wert nicht zu, so muß er gegen die Veranlagung Einspruch einlegen; im 'Einspruchswege muß dann die indivi- duelle Bewertung nach dem Ertragswert vorgenom­men werden.

4. Abweichungen vom Normalsatz: Werden Grundstücke nicht nach dem Ertragswert, sondern nach den vom Landesfinanzamt festgesetzten Normalsätzen bewertet, so ist eine Ermäßigung des Normalsatzes vorzunehmen, wennbesondere Um­stände" vorliegen: als solche gelten insbesondere der bauliche Zustand, das Alter oder die Einrichtung des Gebäudes, die Lage oder Art der Bebauung, das Vorliegen besonderer Schadensgefahren (Berg-, Rauch-, Wasser-, Erschütterungsschäden). Die Er- mäßigung darf jedoch 20 Prozent des Normalsatzes nicht übersteigen. Wenn auch diese Ermäßigung von de r Veranlagungsbehörde vorgenommen werden kann, ohne daß ein Antrag des Steuerpflichtigen vorliegt, so ist es doch im Interesse des Steuerpflich­tigen dringend geboten, schön bei der Abgabe der Vermöaenssteuererklärung auf das etwaige Dorlie- gen besonderer Umstände hinzuweisen (in dem amt» lichen Formular ist eine besondere Spalte hierfür nicht ausgeworfen). Da bei der Bewertung der Grundstücke auf dem Grundstücksmarkt derartige besondere Umstände den Wert des Grundstückes be­sonders beeinflussen und bei zahlreichen Grundstücken das Bestehen besonderer Umstände anzunehmen ist, ist eine sorgfältige Prüfung dieser Frage geboten.

Abschließend weisen wir darauf hin, daß eine möglichst sorgfältige Ausfüllung der Mietsnach­weisung im eigenen Interesse jedes Grundstückeigen­tümers liegt Wer schon eine ungenau oder falsch ausgefüllte" Erklärung abgegeben hat, hole sich von keinem Finanzamt einen neuen Vordruck und reiche diesen als berichtigte Erklärung erneut ein.

W-ettevbeEt

Ouer über Mitteleuropa erstreckt sich von der Nordsee nach dem Altangebiet eine Rinne niedrigen Drucks. Von Osten her strömen sehr feuchte und warme Luftmasssn gegen diese Rinne, wo sie durch eine etwas kühlere westliche Strömung abgehoben werden. Dieser Vorgang führt zu lebhafter aber örtlich begrenzter Gewittertätigkeit. Auch in unseren Bezirk kam es zu Gewittern, die allerdings im Gegensatz zu dem mittleren und nördlichen Deutschland meist schwach waren; doch ist die Ge­wittertätigkeit noch nicht beendet. Die Gesamt- wefterlage wird auch weiterhin noch zu kürzeren und gewitterhaften Störungen geneigt bleiben, denen dann später wahrscheinlich eine durchgreifend^ Abkühlung folgt. Vorhersage bis Dienstag abend: Meist stärker bewölkt, noch weiterhin Neigung zu kürzeren vielfach gewitterhaften Niederschlägen, mäßig warm und noch schwül, westliche Winde. Witteruvgsausfichten für Mittwoch: Fortdauer der ziemlich unbeständigen Witterung, unter weiteren Schauern fortschreitende Abkühlung.

Landkreis Sana«

1 Großkrotzenburg, 6. Juli. Ehejubiläum. Das Fest der silbernen Hochzeit können die Ehe­leute Ernst K u p a h l e, Wagner und Margaretha geb. Funk morgen feiern.

ArelS Gelnhausen

m Somborn. 7. Juli. Als der Knecht des Milch- Händlers Brückner von hier sich wie alltäglich am vergangenen Samstag Nacht gegen 11.30 Uhr mit dem Wagen gefüllter Milchkannen auf der Fahrt zum Staatsbahnhof Langenselbold befand, mürbe er auf der Chaussee im Walde gegenüber vom Bahnhof plötzlich von sich in zerlumpter Kleidung befindlichen und im Gesicht schwarz gemachten fünf Personen überfallen. Diese spannten ihm das eine Pferd aus dem Wagen, ließen das Geschirr liegen, stellten ein anderes Pferd hin und entfernten sich mit dem ausgespannten Tier, nachdem sie dem sich zur Wehr setzenden Knecht einen heftigen Schlag in das Gesicht versetzten. Brückner stellte alsbald Ermittlungen an, hie ergaben, daß das ihm gehörige Pferd nach Niederrodenbach ge­bracht worden war. Tags darauf wurde auch tèle-

Juv Enthüllung des Ehrenmals für Stresemann

Relchsautzenminister Dr. Curtius hält die Gedenkrede bei der Einweihung.

Avers Vüdkuse«

i Altenstadt, 6. Sufi. Im benachbarten Roden­bach, das durch seine intensive Mrschbaumzucht all» En ein besannt ist, hatte gestern der Obst. und rtenbauversin für den Kreis Büdingen und der Lan-dwivtschaftskammer-Zlusschuß der Provinz Ober- Hessen int Saale des 3. Berg eine Kirschenschau ver­anstaltet. Mit dieser Schau ist eine Uebersicht ge­lassen über die im Kreise so zahlreich gepflanzten Kirfchenf orten und dient somit der Orientierung und somit dem Zweck unter der großen Auswahl die besten herauszuklnden, die für das betreffende An­baugebiet besonders wertvoll sind. Die jetzt für alle Obstsorten nötige und allgemein gesonderte Sorten- verringsrung erfährt damit zweifellos die ge­wünschte Forderung.

eu Langenbergheim, 6. Juli. Gestern konnte das Gustav-Adolffest des Dekanats Büdingen in unserer Gemeinde gefeiert werden. In der Kirche hielt Herr Pfarrer Ullmann aus Usenborn die «indringliaze Festpredigt über das Pauluswort. Galater 6, 2: Einer trage des Anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Chrrsti erfüllen." Die Nachfeier wurde auf dem Schulhofe abgehalten, durch den Dekanatsoer. treter Herrn Pfarrer Hof auf Selters. Derselbe bc- richtete über die Arbeiten des Gustav-Adolf-Vereins in der Heimat sowie im Auslande, besonders über Brasilien wo viele deutsche Auswanderer sind. Beide Feiern wurden durch den Posaunenchor mit je einer Motette eingeleitet. 3nt Schlußwort danrte Herr Pfarrer Pabst allen Mitwirkenden und Er- schienenen.

eu Langenbergheim, 7. Juli. Ihren 84. Geburts­tag begeht morgen Frau Ludwig Weber Wwe.

Erinnerung an Gerajews

Aus SiraEurt a. M

Heimmusik

Von Richard-Vilhelm Polifka, Wien

Der St. Veits-Tag, der Vidov Dan der ortho­doxen Kirchs, ist der nationale Feiertag der Ser­ben und alle Marksteine der Geschichte dieses Vol­kes grupieren sich irgendwie um dieses Datum. Von der Schlacht auf dem blutgetränkten Amsel­feld, dem Kosovo Polje auf der Hoäiebene von Prischtina angefangen, in der das alte serbische Königtum des Zaren Du sch an durch das türkische Heer zerschlagen wurden bis zu jenem Bidov Dan vor siebzehn Jahren, an -dem her Mord in Sara­jewo geschah. Wer jetzt in der früheren Hauptstadt des österreichischen Bosnien die Kni-Anlagen längst der Miljacka hinuntergeht, stößt unmittelbar bei der Wegkreuzung vor der ehemaligen Lateiner- Brücke auf eine marmorne Gedenktafel.An die­ser historischen Stelle kündete Gavrilo Princip am Vidov Dan, dem 28. Juni 1914, die Freiheit an", steht darauf geschrieben und ein silberner Lorbeer- kranz säumt die Schrift ein. Die Ankündigung die­ser Freiheit geschah bekanntlich mit zwei Revolver- schüssen, die das österreichische Thronfolgerpaar töteten und das Denkmal ist von der gleichen Narodna Odbrana gestiftet worden, die den Mord beischlossen hatte. Man könnte no< beifügen, da

Princip èin aktiver Efenerat an der Spitze dieser Narodna Odbrana gestanden ist, daß die Ent­hüllungsfeierlichkeiten mit einem Trauergottesdienst eingeleitet wurden und daß der große silberne Lor­beerkranz, den man dann an der marmornen Ge­denktafel anbrachte, zuerst auf dem Katafalk in der Kirche lag.

Das Denkmal für Gavrilo Princip ist genau dort errichtet worden, wo der Neunzehnjährige an dem Vidov Dan des Jahres 1914 die tödlichen Schüsse abgab. Wer heute nach Serajewo kommt und den Ort des Attentates aufsucht, darf aber freilich nicht mehr nach der früheren Lateiner- Brücke fragen, wenn er den Weg finden will. Auch sie hat schon längst ihren Namen geändert und heißt jetzt Princip-Brücke und die kleine Kapelle, die einmal dort gestanden hat und die dem Andenken an Franz Ferdinand und seine Ge­mahlin geweiht war, hat man gleich nach dem Krieg weggerissen. Es war die erste Aufgabe der Regierung des neuen vereinten Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen gewesen, dieses Erinnerungszeichen zu entfernen, weil ja um diese Zeit in Paris die ungeheuerliche Lüge von der alleinigen Kriegsschuld der Mittelmächte konstru­iert wurde. Die Totenkapelle am Miljacka-Kai paßte schlecht zu dieser Einstellung und so hat man sie lieber über Nacht demolieren lassen. Sie war damals eine unangenehme Mahnung. Es hätte nämlich sonst leicht jemand gar auf den Einfall kommen können, daß sich die Dinge doch nicht ganz so zugetragen haben, wie die in Paris es jetzt behaupteten.

Ein paar Jahre später brauchte man nicht mehr o ängstlich zu sein. Da wurde die Leiche des Zavrilo Princip, der kurz vor dem Kriegsende in Theresienstadt in Böhmen im Gefängnis gestorben war, exhumiert und von den Serben feierlich nach Sarajewo gebracht und die tschechoslowakische Re­gierung gab zu dieser Ehrung bereitwillig ihre Zustimmung. Sie half noch dabei mit und erteilte alle Anordnungen, um so ihre geistige Verbunden­heit mit der Tat von Sarajewo zu bezeugen. Viel­leicht auch ihre Dankbarkeit. Denn die Breite

Allee, durch die Gavrilo Princip einmal vom The- resienstädter Bahnhof in das Gesängnisgebäuds eskordiert wurde und die jetzt auch der Weg war, auf dem man feine Gebeine in die Heimat über­führte, heißt nun Princip-Allee, damit auch in der Tschechoslowakei >das Andenken an den Mörder des Thronfolger-Paares irgendwie lebendig bleibt. Uebrigens sind zur selben Zeit auch die Leichen der gleichfalls während des Krieges in Theresienstadt gestorbenen Freunde und Helfer des Princip, des Nedjelko Gabrinovic und des Trifko Grabec ent- erdigt und nach Sarajewo gebracht worden. Ihnen hat man aber vorläufig noch kein öffentliches Denk­mal gesetzt und von dem Nsdjelko Gabrinovic spricht man überhaupt nicht gerne. Weil er näm­lich nachträglich in den Verdacht geraten ist, seine Teilnahme an der Verschwörung wäre weniger in seinen nationalistischen als in seinen sozialistischen Ideen begründet gewesen.

Noch eine andere Erinnerung bleibt an jedem Didov-Dan, an jedem Jahrestag des Mordes von Sarajewo, sehr zeitgemäß. Als im Februar des Vorjahres die Gedenktafel für Gavrilo Princip " "'lt mürbe, mußte die Belgrader Regierung im letzten Augenblick ihre offizielle Teilnahme an den Feierlichkeiten abfagen, weil man in der fran­zösischen und englischen Oeffentlichkeit die Errich­tung eines Denkmals an der Stelle, an der der Mord von Sarajewo geschah, ein Denkmal für den Mörder nicht für den Ermordeten mit star­ken Befremden obgelehnt hatte. Die PariserVo­lonte" nannte damals die Ehrungeine Heraus­forderung der Moral und des Gewissens der zivilisierten Welt", die grell die Entstehung des Krieges beleuchte; die serbischen Nationalisten er­kennen ihre Verantwortung zynisch aber auf» richtig an, meinte das genannte Blatt und in der englischen Presse sprach man gar von einer offe­nen Beleidigung für die Alliierten Serbiens im Kriege. Die Belgrader Regierung handle unklug, die Welt daran zu erinnern, daß die politische Ge­schichte Serbiens vor und nach dem Krieg von 1914 nur allzu viele Morde aufzuweifen habe, stand im Leitartikel derDaily Chronicle" zu lesen. Der Ministerpräsident General Zivkovic, der ja selbst einmal einem politischen Mord nicht ganz ferne geistanden hat er hatte als Offizier der könig­lichen Leibgarde den Verschwörern die Türen zum

: Im Stadtzentrum gründete sich vor längerer Zeit die FirmaHeimmusik"; diese Firma beglückte die Welt mit Sprechapparaten und Grammovhonen. 37 Vertreter quälten sich um den Vertrieb. Ge­schäftsführer war der junge Kaufmann Sally, dem eine junge Dame, Fräulein R., zur Seite stand, die 3000 RM Kaution dem in München ansässigen Warenlieferanten geleistet hatte, Man verkaufte für .5000 RM Apparate aber die Gelder gingen nicht, wie erhofft, ein, und um Kapital zur Werbung der Vertreter zu erhalten,

wurden Apparate und Platten dem Lieferanten unterschlagen und verseht

Der Lieferant, der für etwa 14 700 RM Waren noch Frankfurt schickte, hat infolge der Unter­schlagungen, an denen sich auch die R. beteiligte, rund 6000 RM Schaden erlitten, und wenn er nicht in der Lage gewesen wäre, sich an die ge­stellte Kaution halten zu können, dann wäre der Schaden für ihn noch empfindlicher geworden. Mit den Wechseln, die von Frankfurt bem Lieferanten gegeben wurden, hatte es eine besondere Bewandt­nis Als Vertreter war der Kaufmann Wilhelm Leininger tätig, der schon Jahre hinter Zuchthaus­mauern saß. Dieser besorgte die Wechsel. Er ließ â mm einem Mädchen in Ruijelsheun, das ihn gern heiraten wollte, Blankoakzepte geben, die die Unterschrift ihres Vaters trugen. Das junge Ding wußte nicht, was es mit dieser Unterschrift ânstellte. Ein gewisser Bornemann, der ebenfalls lange Jahre im Zuchthaus gesessen hatte, half dabei, das Mäd­chen zu überreden. Vor dem Schöffengericht wollte er von den Wechselgeschäften keine Ahnung gehabt haben. Aber ferne Beihilfe zum Betrug und der Urkundenfälschung wurden als erwiesen angesehen und er wurde zu acht Monaten Gefängnis verur- teilt. Leininger erhielt unter Einrechnung einer früher gegen ihn erkannten Strafe von zwei Jahren Zuchthaus insgesamt drei Jahre Zuckthaus und 300 RM Geldstrafe, sowie zwei Jahre Ehrverlust. Der Geschäftsführer H. bekam wegen Unterschlagung der Apparate sechs Monate Gefängnis, die R. aber, die aus den gleichen Gründen wie H. bestraft wurde, kam mit einem Monat Gefängnis davon.

Konak geöffnet, als wenige Tage vor bem Vidov Dan des Jahres 1903 der letzte serbische König der Dynastie Obrenovic ermorbert wurde mußte also angesichts dieser Stimmungen im Auslande die Rückberufung des Regierungsoertreters ver­fügen und die Festrede bei der Denkmalsenthüllung hat dann der Vorsitzende der Sarajewoer Sektion der Naradua Odbrana gehalten. Das war ein ge­wisser Basil GrÄzic, der seinerzeit ebenfalls wegen

der Teilnahme an dem Sarajewoer Attentat von den österreichischen Gerichten verurteilt, jedoch spä­ter benadigt wurde und der nun davon sprach, man sei zusammen getomnienum das Andenken des Größten von uns allen zu ehren". Aber die Er­innerung an den Mord von Sarajewo wäre nicht vollständig, würde man nicht den Schlußsatz des Berichtes zitieren, den dieAvala", das amtliche jugoslawische Nachrichtenbüro über die feier­liche Enthüllung des Denkmals für Gavrilo Prin­cip damals in alle Welt schickte:Die bescheidene Feier und deren tiefe Aufrichtigkeit übten auf die Anwesenden einen unvergeßlichen Eindruck aus."

phonisch von Niederrodenbach in Kenntnis gesetzt, daß ihm sein Pferd wieder zugestellt werden würde, was auch erfolgt ist. Den Tätern ist man, auf der Spur, so daß sie wohl alsbald ermittelt werden können. Durch den heftigen Schlag hat der Knecht auf dem linken Ohr noch kein Hörvermögen.

m Somborn, 7. Juli. Die hiesige Turngesellschaft errang auf dem am vergangenen Sonntag in Gein. Hausen stattgefundenen " Gauturnfcst nachfolgende

Preise: Oberstufe Zehnkampf: 14. Sieg 140 Punkte Adolf Franz: 18. Sieg 133 P. Franz Weigand. Un­terstufe Zwölfkampf: 10. Sieg 174 P. August Reu- fing; 14. Sieg. 168 P. Gottfried Schneider. Unter­stufe Zehnkampf: 13. Sieg 154 P. Otto Vonrhem; 31. Sieg 136 P. Alois Dombruch. Jugend-Klasse Oberstufe Siebenkampf: 5. Sieg 108 P. Alois Streb, 8. S'eg 105 P. Otto Hedderich.

Wenn Deine

Frau r

^.tf Villip-

Sie lebte gut auf anderer Kosten

: Wegen verschiedener Betrügereien wurde die 45 Jahre alte Mathilde Braun wiederholt zum Polizeipräsidium zwecks Vernehmung vorgeladen. Da sie auf die Vorladungen nie reagierte, mußte sie eines Morgens zwangsweise vorgeführt wer­den. Im Laufe der letzten Zeit hat sie auf be­trügerische Weise Perserbrücken, Teppiche, Radio­apparate, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, silberne Bestecke, ein «Schlafzimmer und viele andere Sachen gekauft. Entweder hat sie überhaupt nichts bezahlt ober sie gab Wechsel, die später in Protest gingen.

Sie ist wegen Betrugs wiederholt vorbestraft. Alle Arten des Betrugs wurden bisher von ihr began­gen. Die Polizei führte die Betrügerin dem Richter vor, der gegen sie Haftbefehl erließ. Es ist damit zu rechnen, daß sie noch weit mehr Leute geschä­digt hat.

Das Vaffenarsenal in der Aktentasche

: Sonntag abend ging das Gerücht durch die Stadt, daß es der Polizei gelungen sei, mehrere verdächtige Personen festzunehmen, die große Mengen Waffen bei sich führten. Die Waffen soll­ten wahrscheinlich zu politischen Zwecken miß­braucht werden. Wie wir erfahren, stellt sich die Sache etwas harmloser dar. Tatsächlich gelang es zwei Polizeibeamten, in der Nähe des Mains zwei verdächtige Burschen zu stellen. In den Taschen trugen beide geladene Armeepistolen und in einer Aktentasche fand man noch weitere Pistolen und eine ganze Anzahl Dolche. In einem Badeanzug versteckt fand man zahlreiche Dietriche und Stemm- eisen. Die Waffen sind durch einen Einbruch in Mainz in den Besitz der Burschen gelangt. Auch in Frankfurt dürften ' sie ähnliche Einbrüche verübt haben.

Preislagen ^'^