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1931

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher seinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrlft u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

Nana« Stadt und Land

Erscheint täglich mit Monat »1-, für

Samstag 12 R-Pf 8 R-Pfg., im

/ Bezugspreis: Für den halben ägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, m Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite R-Pfg. x Offertengebühr 50 R-Pfg.

Kram-fifch-amertttmische Einigung

Die Einigung in dev vergangenen Nacht vollzogen

Ein heute statttiudendev französischer

LNiuiftevvat bat noch befteheude LNeinungsvevschiedenheiten zu behandeln

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* Der Kassenfollbestand des Reiche: belief sich am 30. Mai 1931 auf 1860 Mill. RM gegenüber 1722 Mill. RM am 30. April ds. Js. Der Stand der schwebenden Schuld betrug am 30. Mai 1864,6 Mill. RM, gegenüber 1726,5 Mill.

RM am 30. April.

* Severing hat die D i e n st v o r für den Waffengebrauch de,r schärfer interpretiert.

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In der Berliner Stadtverordneten­versammlung wurde bei den Abstimmungen über den Haushalt u. a. ein kommunistischer An­trag angenommen, die Wohnungsfür- sorgegesellschaft aufzulösen und deren Aufgaben dem Hochbauamt zu übertragen.

Die deutsche Flotte ist gestern nachmittag nach der Beendigung der Sommerausbildungsreise, die sie in eine große Anzahl norwegischer Häfen geführt hat, wieder in den Kieler Hafen z u- r ückgekehrt. Während die in Kiel stationierten Einheiten ihre gewohnten Liegeplätzen austuchten, traten die LinienschiffeSchlesien", Hannover" und der KreuzerKöln" sofort die Weiterreise durch den Nord-Ostseekanal nach Wilhelmshaven an. Auch

J Dr. Eckener teilte zu der beabsichtigten Arktis- fahrt desGraf Zeppelin" mit, daß der Auf­stieg des Luftschiffes am 24. oder 25. Juli statt­finden werde. Die Gesamtleitung der Expedition wird Dr. Eckener, die wissenschastliche Leitung

Professor Samoilowitsch, der bekannt« russische Geograph haben.

Jm Lauf« des gestrigen Tages und der Nacht wurden wegen Tragens des verbotenen Spartakia- abzeichens in Berlin 346 Zwangs st el- lu ng« N vorgenommen. 284 wurden noch im Laufe der frühen Nacht nach Feststellung ihrer Personalien entlassen. Die restlichen 62 Fest­genommenen werden im Laufe des Vormittags dem Schnellrichter zugeführt, da sie sich gegen § 8 der letzten Notverordnung des Reichspräsidenten vergangen haben.

Auf dem Hamburger Zentralfriedhof in Ohls­dorf ist gestern der im 75. Lebensjahr einem Herz­schlag erlegene frühere deutsche Botschafter in Lon­don Dr. Sthamer zur letzten Ruhe b e - stattet worden. Dem Wesen des Verstorbenen und der hamburgischen Tradition entsprechend, war die Trauerfeier in der Kapelle und an der Gruft schlicht und kurz. Nur der Geistliche sprach; von allen sonst üblichen Ehrungen hat man Abstand ge­nommen.

* Die deutsche Meisterin Cilly Außem hatte in ihrer Landsmännin Hilde Krahwinkel, die von dem anstrengenden Spiel des Vortages gegi Helen Jacobs noch stark mitgenommen war, keine

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allzu starke Gegnerin und wurde nach einiger Ge­genwehr mit 6:2 umd 7:5 Weltmeisterin.

Der Weltmeisterschaftsb oxkampf in Cleveland endete mit einem hohen Punktsieg Max Schmelings.

Am 2. Juli ist von der dänischen nach der deutschen Küste ein neues Seekabel gelegt worden, das die Hauptstrecke einer wichti­gen, dem zwischenstaatlichen Fernsprech- und Te­legraphenverkehr dienenden Kabelverbindung zwi­schen den Verstärkerämtern Rostock und Nykjöbing auf Falster bildet.

Der französische Senat hat zu Beginn seiner gestrigen Sitzung die von der Kammer bereits ver­abschiedeten Kredite zur Fortführung der Grenzbefestigungsarbeiten mit 277 gegen 24 Stimmen angenommen. Kriegsminister Maginot erklärte, daß das Grenzbefestigungsprv- gramm, dessen Durchführung bis 1935 durchgeführt werden sollte, bereits 1934 durchgeführt sei. Es handelt sich bei den Krediten um 2,3 Milliarden Francs, nachdem für diesen Zweck bereits 1,4 Mil­liarden Francs bewilligt worden waren.

Das Dekret, das die Schließung der gegen­wärtigen franzö sischen Parlaments- f e s s i o n anordnet, ist in Kammer und Senat heute früh kurz nach 343 Uhr verlesen worden.

*) Näheres siehe im politischen Teil.

BraurSMche Auslassung über die Einigung

Parks, 4. Juli. Um Mitternacht hat einer der französischen Unterhändler dem Ver­treter der Havas-Agentur erklärt, daß sich die französischen und die amerikanischen Unter­händler über die Durchführungsmodalitäten des Hooverfchen Vorschlages geeinigt haben. Nunmehr muß noch die Zustimmung der anderen europäischen Gläubigermächte Deutsch­lands eingeholt werden.

Die Besprechungen zwischen den französischen und den amerikanischen Ministern, die um 21.30 Uhr begonnen hatten, dauerten bis 40 Minuten nach Mitternacht. Es wurde dann folgendes Kommunique herausgegeben:

Schatzkanzler Mellon und Botschafter Edge ha­ben mit Außenminister Briand, Finanzminister Flandin und Unlerstaalssekretär Francois Poncet heut eabend verhandelt. Ministerpräsident Laval konnte nur anfangs der Sitzung beiwohnen, da er sich in die Kammer und in den Senat begeben mußte. Die Delegierten der französischen und der amerikanischen Regierung haben die Prüfung des Hooverfchen Vorschlages und der französischen Ant­wortnote fortgesetzt. Schahkanzler Mellon bestä­tigte, daß die amerikanische Regierung sich mit der Aufrechterhaltung der Verpflichtung

Hal. Andere

land

nungsverschiedenheiten wurden ausgeglichen. Die noch bestehenden Meinungsverschie­denheiten, die geringfügigere Bedeutung ha­ben, werden dem französischen Ministerrot unter­breitet, der sie am Samstag um 16 Uhr behandeln wird. Es scheint, daß die Einigung über den tech­nischen und finanziellen Teil der Verhandlungen, vorbehaltlich der Zustimmung der anderen inter" essierlen Mächte, sehr bald erzielt werden wird.

Gino Kavasmitteilung

Paris, 4. Juli. Nach dem amtlichen Kom­munique über die amerikanisch-französischen Be­sprechungen gibt H a v a s eine Mitteilung aus, in der es heißt:

Die Verhandlungen, die seit über einer Woche in Paris zwischen dem amerikanischen Schatzsekretär Mellon und den franz. Ministern geführt wurden, haben in der Nacht zu einer Einigung ge­führt, die der französische Ministerrat am Sams­tag noch zu ratifizieren haben wird. Die zu tref­fende Regelung bestätige den wesent­lichen Grundsatz des französischen Gegenvorschlages, nämlich die Unantast­barkeit der Bezahlung der ungeschützten Annuität durch Deutschland, d. h. die Bezahlung der Repa­rationen. Nunmehr müsse man die Zustimmung der anderen an den Reparationen interessierten europäischen Mächte zu den Durchführungsmoda- litäten des Hoover-Moratoriums erlangen und fer­ner die Wiederinkraftsetzung des Poungplanes nach der einjährigen Zahlungspause, die nach dem amerikanischen Vorschlag bis zum 1. 3uli 1931 gilt. Es scheine, daß das ganze System der zwischen Amerika und Frankreich erzielten Einigung die all­gemeine Verständigung erleichtern werde, da die anderen Mächte weniger stark durch die Einstellung der Zahlungen Deutschlands in Mitleidenschaft ge­zogen würden. Nunmehr müßten noch zwei Punkte geklärt werden, erstens die 5 0 0 Millionen Goldmark, die ungeschützte

des Poungplanes nach

Bewusste Gniftettungen

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Berlin, 3 Juli Bei den französischen Sammerverhandlungen über den Flottenhaus­halt und über den Stand der deutschen Flottenstärke sind sowohl vom französischen Marme- minister wie auch vom Berichterstatter und den einzelnen Rednern Behauptungen ausgestellt worden, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen.

Der Minister hat davon gesprochen, daß Deutsch­land die Bestimmungen des Versailler Vertrages verletzt und das ihm zugestandene Flottenbaupro­gramm um 25 Prozent überschritten habe. Er sprach davon, daß Deutschland acht kleine Kreuzer, 25 Zerstörer und 25 Torpedoboote besitze. In unter­richteten Kreisen des Reichswehrministeriums ist man der Ansicht, daß der französische Minister den deut- schey Flottenbauplan, der ja auch im Reichstag verhandelt worden ist, genau kennt. Es bleibt daher völlig unergründlich, wie er zu feinen Behauptun­gen kommt. Der Versailler Vertrag ge-

Annuität darstellen, die Deutschland an Frankreich entrichtet und die Frankreich durch Vermittlung der BIZ. Deutschland wieder zur Verfügung stellen wird, die aber nicht dem Reich als solchem geliehen werden, sondern der Deutschen Reichsbahngesell- schaft, die deutsche Anleihe also einen kommerziellen Charakter haben werde. Zweitens: Wenn Deutschland nach Ablauf der 12monatigen Mora- toriums-Zahlungspause ein neues Moratorium be­antragen wird, wozu der Poungplan ihm das Recht gebe, würde Frankreich nicht aufgefordert werden, weitere 500 Millionen Goldmark bei der Inter­nationalen Zahlungsbank auf Grund des Artikels 19 gdes Poungplanes einschießen zu müssen; Frank­reich siehe die Möglichkeit zu, von dieser Klausel befreit zu werden.

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Washington, 3. Juli. Präsident Hoover und Unterstaatssekrelâr Castle erhielten erst am späten Abend von Mellon eine telephonische Mit­teilung über den Inhalt der von der französischen Regierung ausgegebenen Kommuniquees. Castle

Pressevertretern, daß diese Auslassunq noch nicht die prinzipielle Zustimmung Frankreichs zum Vorschlag Hpovers dar stelle. So lange Frankreich nicht alle Punkte annehme, aus denen die amerikanische Re­gierung bestehe, könne von einer Einigung noch nicht gesprochen. Hoover hat sein Wochenende verschoben, um das Ergebnis der Sitzung des französischen Ministerrales abzuwarten.

Dor obiger Mittelung des Unterstaatssekretärs Castle hatte dieser in einer Pressekonferenz erklärt, er Hoss« noch am Abend die Verständigung mit Frankreich in allen bisher strittigen Punkten Mit­teilen zu können. Auch in der Frage des Garantie, flmds scheine Frankreich nachzugeben und aus Deutschlands Einzahlung dieses Betrages zu ver­zichten. Danach müßten in technischen Besprechun­gen der Finanzsachverständigen der beteiligten europäischen Länder die Einzelheiten ausgearbeitet werden, und Amerika hoffe, daß diese Besprechun­gen in persönlichem Geiste erfolgen und ein gutes Einvernehmen zwischen Deutschland und Frankreich hsrbeiführen würden. Diese Einstellung sei ebenso wichtig wie dte sachliche Einigung. Amerika werde sich ân diesen rein technischen Besprechungen voraussichtlich nur in sehr geringem Umfange be­teiligen, da es sich vorwiegend um die Anpassung des Paungplanes an die einjährige in diesem Mo­nat beginnende Zahlungspause handele.

(Weitere Meldungen Seite 2)

steht Deutschland nur sechs Panzer­schiffe, 6 Kreuzer, 12 Zerstörer und 12 Tor­pedoboote zu. Außerdem dürfen zwei alte Panzer­schiffe, zwei alte Kreuzer, vier Zerstörer und vier Torpedoboote als Ersatz unterhalten werden.

Da das deutsche Flottenbaupro - gramm nur «Panzerschiffe, 4 Kreu­zer, 9 Zerstörer und 10 Torpedoboote vorsieht, erreicht es noch nicht einmal die ihm im Ver­sailler Vertrag zugestandene Floltenstarke.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Oie Woche

der Verkündigung der berühmten 14 Wilsons hat die Welt nichts so stark als der am 20. Juni bekanntgewor-

Seit Punkte

bewegt » IW

dene Hooversche Plan, die politischen Schul­denzahlungen für ein Jahr einzustellen, durch den Deutschland vor dem finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenbtuch bewahrt und eine Wendung der Wirtschaftskrise eingeleitet werden soll. Nicht nur die gesamte Presse aller Staaten beschäftigte sich täglich mit die­sem Plan bzw. mit den Aussichten seiner Ver­wirklichung, auch die Regierungsmaschinerien der beteiligten Länder abgesehen von Deutschland, das abwartend zuschauen mußte wurden in Bewegung gesetzt und in Paris fand ein harter Kamps zwischen Frankreich und Amerika statt, bei dem sich erneut zeigte, wie schwer es heute ist, eine wirklich große Politik zu machen, schon deshalb, weil Frank­reich dieser Politik Schwierigkeiten in den Weg zu legen sucht, wo es nur kann. Große Politik wollte Hoover mit seinem Plan das wurde nicht nur amerikanischer- und deutscherseits, sondern auch von englischen, ' ' Federn anerkannt.

Hoovers Vorschläge sollten sich, wenn sie schnell und einmütig durchgeführt werden, als der erste schwierige Schritt zur Wiedergesundung erweisen, nicht nur für Deutschland und die mittel« europäischen Mächte, fanden auch für die übrige Welt, zum Wiederaufstieg aus den Tiefen der ge­genwärtigen Depression, die jetzt Industrie und Handel für nahezu zwei Jahre gelähmt hat. Das Gewicht dieser nicht auf Handelsverkehr begründe­ten Zahlungen, das durch den katastrophalen Sturz der Preise während der letzten zwei Jahre unge­heuer gewachsen ist, drückt schwer auf Gläubigern und Schuldnern durch die Wirkung auf das inter­nationale Geldsystcm. Die Hauptlast ruht auf den Schultern Deutschlands, das, weit entfernt davon, die Erleichterung zu spüren, die ur­sprünglich von den Gestaltern des Young-Planes beabsichtigt war, jetzt mit einer Schuld beladen ist, die gleichsam über Nacht schwerer geworden ist als die Fälligkeiten des Dawes-Plans. Welche Endlöstma die Zukunft schließlich auch bringen mag, auf jeden Fall ist gewiß, daß die Last der internationalen Schulden schließlich den wirtschaft­lichen Tatsachen angepaßt werden muß. Dieses Ziel liegt vor uns, und der Weg mag lang und schwierig sein. Aber es kann kein Zweifel bestehen, daß Hoover den wichtigsten Schritt zur Lösung des schwierigen Problems unternommen hat, der seit dem Waffenstillstand getan wurde."

Nur das engstirnige Frankreich wollte diese Argumente von der Untragbarkeit der Reparationszahlungen nicht gelten lassen. In Paris sträubte man sich gegen die Vorstel­lung, daß der Poungplan keine ewige u. end­gültige Regelung sein könne. Am liebsten hätte Frankreich den Hooverfchen Plan glatt abge­lehnt, aber kein Land der Welt, nicht mal das mächtige und reiche Frankreich, kann sich heute eine Isolierung leisten, der es durch die Ablehnung preisgegeben worden wäre. So war es das nächstliegende, den Hoover- Vorschlagabzuschwächen". In fast vierzehn­tägigem Kampfe machte es Vorbehalte auf Vorbehalte, stellte es politische Garantiefor­derungen auf Forderungen, darauf ab­gestellt, die Aufrechterhaltung des Äoung- Planes im Prinzip zu unterstreichen. Das erste Ergebnis dieser. Sabotage war, daß Hoovers Absicht, unter allen Umständen den Plan am 1. Juli in Kraft zu fetzen, am Wi­derstand Frankreichs scheiterte. Die Pariser Regierung hatte wohl geglaubt, daß Hoover lieber weitgehende Zugeständnisse machen würde, als auf die Inkraftsetzung seines Pla­nes am 1. Juli zu verzichten. Man versuchte Hoover das Schicksal Wilsons zu bereiten, der ja ebenfalls auf einen feiner vierzehn Punkte nach dem anderen verzichtete, nur um fein Lieblingskind, den Völkerbund, zu retten.

Die heutige Nummer umfaßt 20 Sekte«